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Frauen

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Re: Frauen
« Antwort #15 am: 09 Juni 2021, 21:50:19 »
Huhu

Tatsächlich staune ich in den Tagebüchern hier doch einige Frauen zu finden und freue mich. Klar ist es auch super sich mit Männern auszutauschen,  aber unter Frauen ist das nochmal anders.
Ich glaube tatsächlich,  dass da ein gesellschaftliches Stigma herrscht. Wenn mir jemand sagt, der Kerl ist spielsüchtig oder Alkoholiker,  dann denke ich so, oh man scheisse. Wenn man mir sagt, he die und die ist Spielerin oder Alkoholikerin (am besten noch Ehefrau und Mutter) denke ich, oh krass, wieso,  sie hat doch alles.
Zumindest denke ich über mich so. Ich bin keine Alkoholikerin aber spielsüchtig, und das als Frau, verheiratet und mit Kindern.
Es ist schwer zu verstehen, sogar für mich.
Aber eins verbindet uns dennoch alle, egal ob Frau oder Mann, wir wollen den Weg schaffen und gehen es an.

Grüssle Devilslady

*

Offline TAL

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  • 334
Re: Frauen
« Antwort #16 am: 09 Juni 2021, 22:28:19 »
Im mittleren Alter, männlich, weiß, gebildet, privilegiert, fester Job, verheiratet, (zwei) Kinder, Eigenheim.
Auch hier könnte man sagen: "Warum? Der hat doch alles.", und er denkt genau das auch selbst, nachdem er mal wieder sein Gehalt versenkt hat.
Ich verstehe den Unterschied also nach wie vor nicht so wirklich.

Was ist daran 'typisch Frau'? Das Übliche "Ich versehe mich selbst nicht, ich bin doch sonst so stark.", was wohl alle Süchtigen gemein haben (mich inklusive), taugt da jedenfalls nicht so wirklich als Alleinstellungsmerkmal.

Re: Frauen
« Antwort #17 am: 03 Oktober 2021, 21:19:25 »
Hallo zusammen,

der Beitrag ist ja leider schon etwas älter, aber ich beteilige mich dennoch mal...

Ich bin auch weiblich, nicht lesbisch und habe mich selbst auch schon oft gefragt, wieso die Spielsucht doch eher Männer trifft. Tatsächlich habe ich auch schon mal gezielt nach Beiträgen von Frauen geschaut, weil ich glaube, das Frauen doch eine andere Spielweise haben oder auch anders mit der Sucht umgehen.

Zu mir: ich bin 40 Jahre alt und seit ca. 7 Jahren spielsüchtig. Es fing mit kleinen Beträgen im Casino an und hat immer wieder einen neuen Gipfel im Onlinecasino erreicht. Darf ich fragen, ob ihr überwiegend Slots oder Karten spielt? Ich war zwischendrin auch schon spielfrei, war auch schon bei einer SHG, allerdings waren dort ausschließlich Männer, die älter waren als ich und ich hatte ständig das Gefühl, dass sie mich nicht verstehen. Zum Einen, weil sie ihre Spielsuchtkarriere in Spielotheken gestartet hatten und alle spielfrei waren, zum anderen aber denke ich auch, dass man als einzige Frau anders wahrgenommen wird, die Spielsucht ist eher immer in den Hintergrund geraten und richtig geholfen hat es mir leider nicht. Ich komme ständig wieder an den Punkt, an dem ich spielen muss, wenn mein GEhalt auf dem Konto ist, kann ich einfach nicht anders. Aktuell habe ich auch wieder fast mein komplettes Septembergehalt verspielt und mir geht es seit einigen Tagen wieder richtig schlecht, weil ich nicht weiß, wie ich meine Rechnungen begleichen soll.

Ich würde mich freuen, mich hier gezielt mit Frauen austauschen zu können.

Viele Grüße
AnnaLisa

Re: Frauen
« Antwort #18 am: 04 Oktober 2021, 05:33:05 »
Hallo Anna Lisa ,

Ich bin 43 , und ich bin seid zwei Jahren spielsüchtig ,
Denke nicht dass sich das Spielverhalten einer Frau groß von einem Mann unterscheidet , da ich an mir , meinem Verhalten und meinem Geld sehe dass ich da auch keine Kontrolle habe !
Wenn ich spiele Habe ich keine Kontrolle mehr , und schiesse Geld nach welches schon lange nicht mehr da ist !
Ich war auch in einer SHG und mir ist es ähnlich wie Dir ergangen , ich habe mich nicht wohl gefühlt .
Bin jetzt dran eine Therapie zu suchen , und ich muss dazu sagen meine Schwester ist gerade meine beste Therapie, ich kann mit ihr über all das reden und wir machen es auch jeden Tag, und hat mir auch finanziell sehr geholfen !

Hast du Jemand dem du dich anvertrauen kannst ?
Und hast du diese Oasis Sperre auch beantragt ? Ich bin jetzt nach einem Rückfall wieder zwei Wochen frei , mit dieser Sperre fühle ich mich echt gut , auch wenn ich es noch nicht schriftlich in der Hand habe !
Wenn Du Dich weiter austauschen möchtest , melde dich !
Ich drücke dir die Daumen , für ein Spielfreien Tag
Lg
Bianca

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Offline Olli

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  • 4.621
Re: Frauen
« Antwort #19 am: 04 Oktober 2021, 06:27:01 »
Hi AnnaLisa!

Ich bin Olaf, 54 Jahre alt und schon länger spielfrei. So ein Mist aber auch ... schon wieder so einer ... :)

Jeder Einzelne hat sein Päckchen zu tragen. Da ist es nicht hilfreich, wenn Du oder ich nach Unterschieden suchen. Wir ergänzen uns in den Gemeinsamkeiten. Hier im Forum sind wir anonym. Gut, ich habe da jetzt ein Passbild als Avatar, das könnte aber auch ein Fake sein. Stelle Dir also vor, ich wäre Mitte 30, hätte vor einer Woche erst gespielt und man würde mich Olivia nennen.
Hilft das jetzt?

Wen interessiert, ob ich Automaten gespielt habe, terrestrisch oder im Internet. Wen interessiert es, ob ich Kartenspiele gemacht habe, Wetten platziert oder dem Traden verfallen bin?
Ich bin ein Mensch und habe meine Defizite mit dem Glücksspiel zu kompensieren versucht. Um wieder Mensch zu werden, muss ich mich auf den Menschen in mir konzentrieren. Auf mein Denken und auf meine Gefühle. Deshalb bin ich hier - noch nach all den Jahren.
Du wirst auch hier kaum jemanden finden, der sich über die Suchtausübung an sich unterhalten wollen würde. Es gab bei jedem eine Zeit vor dem Spielen, an welche sich erinnert wird und auch wenn wir dort niemals mehr hin kommen, so wollen wir zumindest nahe dran kommen.

Was heisst das: Ich war schon in einer SHG. ? Wie oft warst Du da? Hast Du Dich beteiligt? Hast Du dort das, was Dich gestört hat, angesprochen? Nur wer redet, dem kann geholfen werden.

Puh, das klingt jetzt schwer nach Contra, was ich Dir hier biete. Aber nein, ich kenne dieses Gefühl nicht zu verstehen oder nicht verstanden zu werden. Aber soll ich Dir mal was sagen? Es lag einzig und alleine an mir. Als ich so empfand, da wollte ich tief in mir drin spielen und so blockte ich alles ab, was schädlich für die Suchtausübung war. Mir konnte doch keiner sagen, wie es in mir aussah. Ich verstand mich doch selbst nicht! Tja, und so grenzte ich mich ab.
Erst als ich bereit war wirklich abstinent zu werden, da verstand ich auch.
Nutze also die Erfahrungen der Spielfreien. Na klar unterscheiden sich die Gedanken eines gerade noch aktiven Spielers von dem eines länger abstinenten. Aber da willst Du doch auch hin ... oder nicht? Greife in den Erfahrungspool und bediene Dich darin.
Stelle Fragen, lege Deine Ansichten dar. Es gibt hier kein "Falsch"! Mein Gott, wenn ich an meine ersten Beiträge zurück denke, dann schüttele ich gerne mal den Kopf, um diese Gedanken wieder los zu werden. Aber so war ich nun mal ... so habe ich gedacht!
Was ich da von mir gegeben habe, war authentisch - und nur darauf kommt es an.
Ich brauchte Zeit, damit ich die jahrelangen Routinen aus mir heraus bekam. Meine Glaubenssätze habe ich dazu auf den Prüfstand gebracht.
Du weisst sicherlich: Glaubenssätze sind Überzeugungen, die nicht überprüft werden. Lediglich zufällige Beweise für ihren Wahrheitsgehalt werden akzeptiert und gesammelt.

Gute 24 h
Olivia
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Frauen
« Antwort #20 am: 04 Oktober 2021, 09:18:17 »
Hallo ihr alle zusammen,

alle Antworten weichen doch jetzt sehr von der ursprünglichen Thematik ab.
Gedacht war es für mich einfach nur so, dass ich schon davon ausgehe, dass Männer und Frauen anders ticken und darum, dass ich keine Frau in meiner SHG befindet.
Nach weiterer Lektüre habe ich festgestellt, dass Frauen wohl offensichtlich später anfangen zu spielen - dann aber exessiver.
So war es bei mir auch. Ich habe diese Hölle zwei Jahre besucht,
Ich bin jetzt seit über einem halben Jahr spielfrei - bin in einer SHG und wie gesagt, noch bin ich die einzige Frau.
Es soll aber wohl Nachschub kommen :)
Mal gucken, ob sich durch die Anwesenheit noch einer Frau etwas ändert.

Bei mir ist ein wenig das "Problem", ich befinde mich in einer völlig anderen Phase als meine "Mitstreiter". Der älteste ist 40. Ein großes Mittelfeld ist um die dreißig und männlich.
Ich bin 57 Jahre. Habe quasi eine andere Lebenssituation und Lebenserfahrung - das macht es manchmal für mich schwer.
Keine Frau, keine Gleichaltrigen...
Nun ja, so ist es halt.
LG

Insgesamt kann ich sagen, ich glaube, nach zwei Jahren Spielsucht sich wieder zu erholen ist sicherlich leichter, als wenn ich seit 20 Jahren spielsüchtig bin.
So stelle ich mir es jedenfalls vor.
Ich habe mittlerweile überhaupt gar keinen Suchtdruck mehr.
Meine Gedanken kreisen nicht mehr um dieses Thema.
Und doch bin ich noch nicht durch.
Es entwickelt sich langsam - und ich habe noch mal verlängert, weil ich doch vorsichtig bin und nicht ganz genau weiß, wie es mir geht, wenn ich keine SHG mehr habe.


Re: Frauen
« Antwort #21 am: 04 Oktober 2021, 09:36:56 »
Moin Olivia ;)

Guten Morgen Annalisa,

willkommen hier im Forum. Ich bin eine Frau,Ende 40,Automatenspielerin,seit 4 Jahren spielfrei.
Ich war in einer SHG,fast ausschließlich mit Männern,zwischendurch war mal eine Frau da,aber die Gruppe war sehr gut ,ich habe mich da wohl gefühlt.  Es wechselte zwar öfters, da viele eine stationäre Therapie machten,aber das tat der Harmonie in der Gruppe keinen Abbruch . Einmal war jemand da,der wirklich nur übers Zocken reden wollte, das haben wir zu 99% nie gemacht und wenn es mehr wurde,dann abgebrochen. ( niemand wollte über Taktiken sprechen, wann die beste Uhrzeit zum Zocken ist,wann der Automat offen ist  wie hoch unsere Einsätze sind usw.)
Es ging um unser Leben ,warum wir spielen, was wir dabei fühlen,wie es uns geht,was uns triggert,was wir dagegen tun können,um Notfallkoffer,um Hintertürchen, warum man noch am Spielen hängt,positive Gedanken,Gefühle fürs Spielen,fürs nicht Spielen,Rückfälle ,Familie,Freunde,und und und

Die Gruppe war Altersmässig gemischt. Von 18 bis über 80. Der älteste hatte nach über 40 Jahren Spielfreiheit einen Rückfall. Auch die spielfreien Zeiten in der Gruppe waren unterschiedlich......von noch aktuell am Zocken,bis zu 3 Jahre Spielfrei. Teilweise mehr ,aber die kamen wegen eines Rückfalles zurück in die Gruppe.

Man lernt nur von Menschen, die weiter sind ,als man selbst. Das ist in beruflichen Dingen so,  aber auch im Abstinenzwerden von der Sucht. Deswegen ist es optimal, das es auch Spieler da gibt,die schon einige Jahre spielfrei sind  und auch Spieler mit Rückfällen.

Ob Mann ,ob Frau und was gezockt wurde ,war egal. Die Gruppe hielt zusammen und half jedem einzelnen,egal wieviele Rückfälle.

Wir haben Rollenspiele in der SHG gemacht,mit Hilfsmitteln und Arbeitsblättern gearbeitet. Wenn jemand nicht mitmachen wollte oder reden wollte,musste er es nicht tun. Aber es haben sich das alle angeguckt und am Ende doch mitgemacht. Es macht was mit einem ,es arbeitet in dir,es verändert dich ,deine Einstellungen, man merkt wieder, das man Gefühle hat ,nicht mehr so abgestumpft ist. Es wirkt auch einige Tage zuhause nach und das ist gut so.

Puuuuh ,eine kleine Hommage an die SHG geworden,könnte noch viel mehr schreiben und das ,obwohl ich damals erst selber nicht in eine SHG wollte.

Ich weiß nicht wie lange du zur Gruppe gegangen bist,aber sprich es an,wenn dir was nicht gefällt. Alle sind gleichberechtigt und manchmal merkt einer nicht,wenn er dem anderen auf die Füße getreten ist ,mit seinen Worten.
Auch als Frau kommt man in einer Männergruppe sehr gut  klar und alle haben eine Spielsucht,alle kämpfen für das gleiche Ziel ........!!

LG Wolke




 

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