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Ehemann Spielsüchtig, Trennung

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Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #15 am: 18 Januar 2021, 10:46:40 »
Hallo Marieclaire,

das hört sich toll an. Es freut mich, dass es dir geholfen hat. Ich habe dort heute angerufen und die werden sich telefonisch bei mir melden.

Von Freunden wurden mir so Sachen gesagt wie sei froh das es nur Spielen ist.

Diesen Satz kenne ich zu gut, … sei froh, dass es nur spielen ist, andere betrügen ihre Frauen...
Hallo??? 'NUR SPIELEN' .. die wissen gar nicht was die uns damit antun ...

Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #16 am: 18 Januar 2021, 13:00:08 »
Oh man...

nach knapp einer Woche ohne Kontakt (da ich ihn überall blockiert habe) taucht er vor der Tür auf.
Habe nichts ahnend natürlich aufgemacht, stand er vor mir.

Wieso ich ihm nicht antworte, schließlich fragt er nach seinem Sohn.
Meinte er wüsste von meiner Schwester, dass er blockiert ist und ich abstand brauche. daraufhin hat er vor sich hin gebrabbelt und ist gegangen.
zumal meine Schwester ihm gesagt hat, dass alles in Ordnung ist mit mir und dem kleinen und wir einfach mal eine Zeit getrennt sein sollten.
Was sollte das jetzt? Ich glaube er nimmt das alles nicht ernst und dachte vielleicht, wenn er auftaucht lasse ich ihn rein, aber hat sich nicht getraut es zu sagen??!

Ich habe nichts dagegen, dass er seinen Sohn sieht, aber nicht auf dieser Art und Weise. Mal ist Papa da und plötzlich wieder weg. Wieso akzeptiert er es nicht, dass wir jetzt erstmal auch keinen Kontakt haben sollten und taucht wieder auf und macht seine Show und geht wieder?!

Vielleicht wollte er auch nur Geld haben... und ich habe direkt geblockt.. keine Ahnung.

Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #17 am: 18 Januar 2021, 13:24:21 »
Hallo Kleineblume,

Ich habe dort heute angerufen und die werden sich telefonisch bei mir melden.
Freut mich, dass du dir helfen lässt, sehr gut!

Kann man sowas bemerken? Also die Sucht an einer Person? Wann hat das bei ihm angefangen bzw wieso? was hat ihm gefehlt?
Auch ich habe mir diese Fragen gestellt... Fragen über Fragen und mit jeder Antwort kamen nur weitere Fragen auf.. (lies dir hierzu auch mal Ollis Antwort in meinem Thread durch). Das Problem ist, du kannst die Antworten auf diese Fragen nicht finden, das muss er selber und dazu muss er es erstmal wollen. Ich lese in deinen Fragen (v.a. im anderen Beitrag) raus, dass es dir insbesondere darum geht, was DU wohl falsch gemacht haben könntest, oder? Wenn du fragst, was ihm gefehlt hat, dann meinst du damit, was DU ihm hättest geben können, um das zu verhindern. Ich bin genauso an die Sache herangegangen und das hat mein Partner auch erstmal schön genutzt ("ich wollte doch nur Geld für dich gewinnen", "nur weil wir gestritten haben, ist das alles so schlimm geworden"). Das Problem ist, du machst dich selber gedanklich kaputt und nimmst ihm damit nach wie vor die Verantwortung, was seiner Einsicht im Wege steht. ER und nur ER ist für sein Handeln verantwortlich. Was auch immer der Grund für sein Spielen ist, er muss das für sich rausfinden und vor allem lernen, dieses Problem ohne Spielen zu bewältigen. Von daher zieh dir bitte nicht den Schuh an, dass DU die Verantwortung trägst. Falls ich da jetzt total daneben liege, entschuldige meine eiligen Schlüsse.

Von Freunden wurden mir so Sachen gesagt wie sei froh das es nur Spielen ist.
Derartiges konnte ich mir auch anhören. Bzw. ein Vorschlag zur Lösung des Problems: Er soll halt damit aufhören, was er verzockt steht ja in keinem Verhältnis mehr und er zerstört ja alles.  ::) jaa, danke für diesen super Tipp.
Ich habe das Gefühl, dass Spielsucht leider noch von vielen nicht als Sucht, sondern als eine Schwäche oder jedenfalls nicht als Krankheit betrachtet wird. Vielen ist auch glaube ich nicht klar, welche Dimensionen das annehmen kann und welches Leid das mit sich bringt.  :-\  umso wichtiger ist dann vielleicht auf einfach der Austausch auf Plattformen wie dieser hier.

Wieso akzeptiert er es nicht, dass wir jetzt erstmal auch keinen Kontakt haben sollten und taucht wieder auf und macht seine Show und geht wieder?!
So wie ich dich verstanden habe, ward ihr ja schon öfters (zumindest räumlich?) getrennt. Er verhält sich also ja wie sonst auch immer, nur reagierst du diesmal anders, weil deine Grenze erreicht ist. Er hat wohl bis dato nicht verstanden, dass er auf diese Weise ihm wahrsten Sinne des Wortes seine Familie verspielt, denn er konnte ja immer zurück. Ich denke, du hast da das einzig richtige getan, sowohl für ihn, als auch für dich damit du mal zur Ruhe kommen kannst.

*

Offline Olli

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Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #18 am: 18 Januar 2021, 13:29:28 »
Hi Blümchen!

Gut gemacht ... Du hast ihm Deine Grenzen gezeigt - und er hat sie auch mitbekommen. Ich stimme da Levi vollkommen zu.

Ich weiss, dass Dein Mann sich jetzt gerade in einer ganz schwierigen Phase bewegt. Trotz alledem darfst Du ihm den Sohn nicht entziehen.
Überlege Dir also eine Vereinbarung, mit der Du gut leben kannst und dann präsentiere sie ihm.
Er ist der Vater und er hat ein Anrecht darauf seinen Sohn sehen zu dürfen. Auch Euer Sohn wird seinen Vater, trotz des jungen Alters, bereits vermissen.

Denke bitte daran, dass das Kindeswohl an erster Stelle steht.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #19 am: 18 Januar 2021, 13:48:48 »
Hallo Levi,

danke für deine Antwort. Ich stimme dir völlig zu, ich muss damit aufhören, bei mir die Schuld für seine Sucht zu Finden. Es stimmt, er hat auch bei mir oft gesagt, "Wegen unserem Streit bin ich in die Spielhalle" oder "Weil ich dir dies und das kaufen wollte" wobei ich nie etwas wollte. Aber egal worum es ging, immer war ich schuld an allem. Auch jetzt sieht er nicht ein, dass es wegen seiner Spielsucht so weit gekommen ist.


So wie ich dich verstanden habe, ward ihr ja schon öfters (zumindest räumlich?) getrennt. Er verhält sich also ja wie sonst auch immer, nur reagierst du diesmal anders, weil deine Grenze erreicht ist. Er hat wohl bis dato nicht verstanden, dass er auf diese Weise ihm wahrsten Sinne des Wortes seine Familie verspielt, denn er konnte ja immer zurück. Ich denke, du hast da das einzig richtige getan, sowohl für ihn, als auch für dich damit du mal zur Ruhe kommen kannst.

Ja wir waren schon öfters Räumlich getrennt, 4 Wochen am Stück war die längste räumliche Trennung. Ich bin immer wieder eingeknickt, weil er mit Versprechungen ankam oder ich Mitleid hatte, damit er nicht auf der Straße landet. Aber dieses mal ist es anders, das fühle auch ich. Ich kann ihn in dem Zustand nicht rein lassen auch wenn ich manchmal kurz vorm einknicken bin (Gefühlsmäßig)
Darf ich dich fragen, ob du es geschafft hast? Hörst sich für mich an, als wärst du auch mal in solch einer Situation gewesen? Habt ihr euch getrennt? Wie geht es dir jetzt?

Hallo Olli,

natürlich darf er sein Kind sehen, ich würde niemals wollen, dass mein Sohn kein Kontakt zu seinem Vater hat.
Mein Sohn war der größte Grund, weshalb ich es immer wieder auch versucht habe, weil ich gehofft habe, dass wir eine glückliche Familie werden.
Aber mein Mann hält sich nicht nach absprachen, ich habe gesagt erstmal muss er  seine Bleibe und alles klären und ich muss auch mit der Situation zurecht kommen (wieder einmal) alleine zu sein mit Arbeit, Kind und Haustieren.
Meine Schwester hatte ihn angeboten, am Wochenende den kleinen bei ihr zu Hause sehen zu können, da ich nicht möchte, dass er in unsere jetzige Wohnung kommt.
Auch dass es  dem kleinen gut geht weiß er, also wieso taucht er wieder einfach auf und bringt alles durcheinander bzw. macht alles komplizierter? Mit diesen Aktionen macht er mich doch eher wütend als dass er die Situation vll mal rettet?

Er muss auch akzeptieren, dass er nicht mehr einfach vor der Haustür auftauchen kann wann und wie er möchte.

Ich habe nicht das Gefühl, dass er sich jemals ändern wird. Er nimmt das alles gar nicht ernst



*

Offline Olli

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Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #20 am: 18 Januar 2021, 15:07:02 »
Hi Blümchen!

Ups ... ich wollte nicht unterstellt haben, dass Du ihm den Sohn entziehst. Entschuldige. Es war in dem Sinne gemeint das Thema einfach einmal angesprochen zu haben.

Den Vorschlag mit der Schwester finde ich gut. Und nein, in die Wohnung würde ich ihn derzeit auch nicht lassen.
(Wenn er jedoch z.B. mit im Mietvertrag steht, kannst Du ihn auch nicht daran hindern, wenn er es erzwingen wollte.)

Zitat
also wieso taucht er wieder einfach auf und bringt alles durcheinander bzw. macht alles komplizierter? Mit diesen Aktionen macht er mich doch eher wütend als dass er die Situation vll mal rettet?

Meine Meinung deckt sich hier mit Levis. Er macht das, was bisher immer funktioniert hat. Er wartet auf den Anruf: "Olaf, komm´ nach Hause!" Da braucht er nichts verändern und erhofft sich so weiter zu machen, wie bisher.
Richte Dich ruhig darauf ein, dass er noch öfters auftaucht, bis denn der Groschen fällt.

Ihr Beide macht jeder für sich gerade wichtige Lernerfahrungen.

Zitat
Er muss auch akzeptieren, dass er nicht mehr einfach vor der Haustür auftauchen kann wann und wie er möchte.

Sage es ihm ... Sofern sie mitmacht, vereinbart für den Jungen Termine über sie.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #21 am: 18 Januar 2021, 15:31:37 »
Quatsch alles gut Olli :)


ja wir werden sehen wie es wird mit der Zeit...

Danke, dass ihr ein offenes Ohr für mich habt :) tut gut mal alles rauszulassen :)

Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #22 am: 18 Januar 2021, 16:10:41 »
Kann man sowas bemerken? Also die Sucht an einer Person? Wann hat das bei ihm angefangen bzw wieso? was hat ihm gefehlt?
Ich meine das alles nicht Böse, aber ich werde es nie verstehen können, wieso man es riskiert sein zuhause, seine Familie zu verlieren für Spielhallen?! Bitte nicht falsch verstehen, möchte niemanden angreifen.
Ich bin einfach so durcheiander und kann es nicht verstehen wieso er uns das angetan hat... es war alles doch in Ordnung...


Aus meiner Sicht!

Dein Mann ist immer noch dein Mann - allerdings mit ein großes Problem welches er nicht sieht -nicht sehen will-  er ist schlimm Krank,
betroffen von einer Krankheit die man sich als Spieler nur sehr schwer selbst eingesteht.
Und da du sehr wahrscheinlich als betroffene wenig bis überhaupt keine Erfahrung mit dieser Krankheit hast,
ist es natürlich auch unheimlich schwer, nachzuvollziehen was momentan in deinem Mann vorgeht. 

Nicht so schön was diese Krankheit betrifft ist das sie dich je nach nach Dauer -aber auf jeden Fall schleichend verändern wird.
Dein Charakter leidet extrem unter dieser Sucht, -und du bist nicht mehr derjenige der du einst warst -und wenn- dann vielleicht noch ab und zu sporadisch.

Jetzt das richtige zu tun ist für dich natürlich alles andere als einfach, allerdings würde ich die Hoffnung (noch) nicht aufgeben.
Meistens -und dem stimme ich auch voll zu -muss ein Spieler an seinem Tiefpunkt kommen -und tiefer wie glaube ich momentan - wenigstens was eure Ehe und euer Familienleben betrifft
geht es wohl kaum.

Ich unterstelle dir mal das du bisher nicht gewusst hast wie man mit einen Spieler umgeht -und somit ist alles andere als verwunderlich das es "bisher" was "sein Spiel" betrifft ein auf und ab war.
Wie aber so oft im Leben ist man erst im nachhinein schlauer, vorallem wenn du weißt wie du mit ein Spieler richtig umgehen kannst - was in erster Instanz bedeutet und ganz wichtig ist  -sich klar von sein spielen abgrenzen und grenzen ziehen.
 
Ok du hast ihn nun vor der Tür gesetzt, finde ich gut und wird auch gut bleiben sofern noch ein Fünkchen Hoffnung besteht.
Meistens aus dieser Hoffnung heraus ist ein Spieler öfters bereit Hilfe zuzulassen, allerdings auch nur dann wenn du ihn klar machst
das du ihm ab sofort nur noch an seinen Taten messen wirst!

Salopp gesagt, labbern können wir verdammt gut, ebenso aber auch unsere gegenüber manipulieren und meistens bzw. überwiegend dient das nur zum zweck um unsere Sucht aufrechtzuerhalten.
Wenn/sollte es dein Mann es tatsächlich ernst meinen -dann wird er es dir das mit Taten nachweisen, also sofern er überhaupt noch eine Chance hat?

Manchmal und darum schreibe ich dir das hier, tut es mir wirklich leid wie so manche Ehe durch diese Sucht in der Brüche geht.
Ob das immer so sein muss bezweifele ich allerdings stark, vor allem unter der (neuen?) Voraussetzung - du als Angehörige weißt wie du mit einem Süchtigen umgehen kannst.
 
Eine Suchtberatungsstelle nach der du gehen möchtest finde ich eine super Idee, zum einen zeigt es das du du ihm (noch) nicht aufgeben hast -
und um zum anderen wirst/kannst du hier erfahren wie du mit der Krankheit von deinem Mann umgehen kannst/könntest -also auch mal ein blick dafür zu bekommen was diese Krankheit mit uns macht -
wie wir -und warum wir in bestimmte Situationen so reagieren wie wir reagieren usw.  -ich denke dass das auch ein sehr wichtiger Aspekt ist um diese Krankheit zu verstehen.
Kein Mann und keine Frau, dass behaupte ich mal -würde eine/seine Sucht vor seine Familie vorziehen.
Und weil es trotzdem öfters so scheint (also lieber spielen als Familie) können viele nicht nachvollziehen wie schlimm diese Sucht tatsächlich ist -
und wird aufgrund dessen nicht nur von uns Spieler, aber auch von Angehörige meistens vollkommen unterschätzt. 

Manchmal werde ich gefragt ob es ein Weg hinaus gibt, ob alles wieder werden kann wie es einst war?
Ja kann! allerdings nur unter einer Vorsatzung:  wenn dein Mann alles mögliche und NICHTS auslässt um sich helfen zu lassen!

Ich wünsche dir alles erdenkliche Gute..wo immer dein/euch euer Weg auch hinführen mag...
« Letzte Änderung: 18 Januar 2021, 16:20:34 von Auskuriert1 »

Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #23 am: 18 Januar 2021, 16:16:25 »
Aber egal worum es ging, immer war ich schuld an allem. Auch jetzt sieht er nicht ein, dass es wegen seiner Spielsucht so weit gekommen ist.
So war es bei uns auch. Ständige Vorwürfe aber auch einfach die Angewohnheit, generell Dinge auf mich abzuwälzen, die ihm unangenehm sind (beispielsweise irgendwas mit seiner Familie zu organisieren, zu der ich noch nicht mal ein gutes Verhältnis habe). Ich habe mit meiner Beraterin quasi Antworten auf derartige Vorwürfe und Erwartungen erarbeitet. Mein Freund ist aus allen Wolken gefallen, als ich ihm endlich gesagt habe, dass er mir nicht die Schuld für sein Verhalten geben kann und ich auch nicht mehr zulasse dass er mich vorschickt, um irgendwelchen unangenehmen Geschichten auszuweichen. Das kannte er ja gar nicht von mir. Er hat das zwar noch ein paar Mal versucht (wohl eher unbewusst), und es war echt hart jedes Mal aufs neue darauf zu bestehen, aber es wird besser. Ein paar Mal hat er sich mittlerweile selbst unterbrochen, nachdem er erstmal mit "Nur weil du..." angefangen hat.  Ich denke, dein Mann muss wirklich spüren, dass du dich da abgrenzt und dich nicht zum Sündenbock machen lässt.
 
 Ja wir waren schon öfters Räumlich getrennt, 4 Wochen am Stück war die längste räumliche Trennung. Ich bin immer wieder eingeknickt, weil er mit Versprechungen ankam oder ich Mitleid hatte, damit er nicht auf der Straße landet. Aber dieses mal ist es anders, das fühle auch ich. Ich kann ihn in dem Zustand nicht rein lassen auch wenn ich manchmal kurz vorm einknicken bin (Gefühlsmäßig)
Darf ich dich fragen, ob du es geschafft hast? Hörst sich für mich an, als wärst du auch mal in solch einer Situation gewesen? Habt ihr euch getrennt? Wie geht es dir jetzt?

Was genau meinst du mit geschafft? Für mich ist das alles noch relativ frisch. Ich bin als ich alles rausgefunden habe eine Zeit lang zu meiner Mutter gegangen, weil mich das überfordert hat. Es war als ich wieder zurückgekommen bin sehr schwierig, weil für ihn alles erledigt war und ich das Thema nicht ansprechen sollte. Letztendlich konnte ich ihn irgendwann überreden zur Caritas zu gehen, ich bin wirklich froh, dass er diesen Schritt gemacht hat und ein Beratungsgespräch hatte. Er hat auch einen Nachfolgetermin abgemacht. Gut geht es mir trotz allem nicht, es ist einfach so viel kaputt gegangen und die gemeinsame Zukunftsplanung macht mir Angst. Ich bin da selber noch sehr unsicher, wie es weitergeht und möchte noch ein bisschen abwarten, wie sich das entwickelt, wir haben allerdings auch kein Kind, sodass es für mich natürlich auch leichter ist eine Trennung umzusetzen. Daher kann ich aber auch deine gemischten Gefühle und das Durcheinander im Kopf verstehen.. man liebt den Menschen, will aber gleichzeitig auch sich selber schützen und nicht daran kaputt gehen. Auch das mit dem Mitleid kenne ich nur zu gut.. ich weiß, dass mein Freund in seiner Familie keine Unterstützung finden würde und es tat mir leid zu wissen, dass er mit seinem Problem alleine da steht wenn ich weg bin. Aber Mitleid darf nicht dazu führen, dass man sich ausnutzen lässt und selber daran zugrunde geht  :-\


Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #24 am: 30 Januar 2021, 21:58:39 »
Hallo alle zusammen,

nach einigen Tagen bin ich zurück.

Mein Mann hat sich zwischendurch mal gemeldet bzgl den kleinen mehr aber auch nicht.
Heute hat er mir mitgeteilt, dass er sich trennen möchte.
Er wird sich mit der Zeit eine Wohnung suchen, damit der kleine bei ihm auch sein kann.
Aber müsste erstmal finanziell dazu in der Lage sein, hat wohl jetzt auch einen Nebenjob.

Einen nebenjob hat er sich immer vorgenommen, aber es kam nie dazu. Und plötzlich hat er einen....

Wieso jetzt? Wieso nicht als er noch bei seiner Familie war?! Fragen über fragen gehen durch mein Kopf.

Ich kann nicht sagen wie es mir geht, klar weiß ich, dass es nicht funktioniert ohne Therapie gegen seine Sucht.
Aber damit hat er ja gezeigt, dass er sich gegen uns entschieden hat, gegen unsere Ehe. 8 Jahre einfach dahin...

Ich hatte vielleicht doch etwas Hoffnung, dass er merken wird , dass er Hilfe annehmen muss, damit es wieder funktioniert, damit unsere Ehe nicht kaputt geht. Aber er hat sich dagegen entschieden und möchte ohne „mich“ weiter machen.

Mich hat es doch sehr stark getroffen, als ich die Nachricht gelesen habe. Aber ich kann nichts mehr tun.

*

Offline Olli

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Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #25 am: 31 Januar 2021, 05:38:00 »
Guten Morgen Blümchen!

Siehst Du etwa einen Fortschritt bei ihm, nur weil er sich jetzt einen Nebenjob gesucht hat?
Weil er vor hat sich eine Wohnung zu suchen?

Er hat noch keine Wohnung und ob er je eine haben wird, steht auch noch in den Sternen. Er hat weder davon gesprochen, dass er nun spielfrei ist, noch dass er etwas dafür tut. Was er hier versucht, erscheint mir doch eher ein Arrangement zu sein. Vielleicht kommt daher auch der Trennungsgedanke? Schließlich steht Du ihm ja im Weg beim Glückspielen. Vielleicht baut er in sich ein Feindbild auf oder er möchte Dich in seinen verqueren Gedanken schützen. Wer weiss das schon, wenn er nicht redet?

Du hast bis hierher alles richtig gemacht. Zweifele bitte nicht an Dir. Er hat noch einen langen Weg vor sich und Deiner bedeutet auch noch Arbeit an Dir selbst.

Habe ich Dich eigentlich geschockt, als ich das Angebot des Angehörigenwebmeetings gemacht habe? Danach herrschte nämlich auch hier in Deinem Thread sofort Funkstille. Ich denke, es würde Euch gut tun, wenn Ihr Euch Aug in Aug austauschen würdet. Niemand zwingt Euch dazu. Es ist nur ein Angebot von mir den technischen Rahmen zu liefern.

Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #26 am: 31 Januar 2021, 07:12:06 »
Guten Morgen Olli,

Nein Fortschritte sehe ich nicht. Ich sehe nur, dass er sich gegen uns entschieden hat.
Er hätte auch einen nebenjob suchen bzw. finden können, als er noch bei uns war.
Aber anscheind fällt ihm das jetzt leichter, wo er keine Verantwortungen mehr für andere hat sondern nur für sich selbst.

Nein du hast mich nicht geschockt. Ich merke dass ich momentan kaum Zeit für etwas habe. Vollzeitjob und Kind, dazu die Sorgen ob ich alles alleine schaffe. Ich falle abends mit dem kleinen ins Bett, da ich so ausgelaugt bin. Ich komme gerne auf dein wenmeeting zurück. Ich nehme jede Hilfe gerne an. 

Natürlich regt es mich auch auf, dass er abgehauen ist und ich mit allem hier alleine da stehe. Dann kommt er mit aussagen wie Trennung, eigene Wohnung, er sieht es meinerseits nicht einmal ein, dass es wegen seiner spielsucht so weit gekommen ist.
Er ist der Meinung zwischen und funktioniert es einfach nicht mehr, aber sich mal Gedanken machen wieso es nicht mehr klappt, ist ihm wohl zu viel. Er hat sich den leichten Weg ausgesucht, aus allen Verantwortungen zu fliehen.

Ja auch ich brauche Hilfe, die Caritas hat mir leider nicht helfen können. Die bieten nur für die „Spieler“ eine Therapie an. Ich werde demnächst zum Hausarzt gehen und versuche eine therapiestelle zu bekommen. Auch um alles und was jetzt passiert bearbeiten zu können.


Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #27 am: 31 Januar 2021, 10:58:33 »
Hallo kleine Blume, ich habe Hilfe bei der Stadt bekomme in der ich wohne. Vielleicht gibt es bei dir in der Nähe auch etwas. Ich habe hier bei der Hotline angerufen die haben mir die Kontakte genannt.
Du hast leider Recht es gibt nur wenig Angebot für Angehörige, der Standardrat ist sich zu trennen.

Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #28 am: 31 Januar 2021, 12:42:55 »
Hallo Marieclare, schön dass du Hilfe gefunden hast. Wie geht es dir? Hat sich was an der Situation bei dir geändert?

Ja den Rat bekomme ich von allen. Aber mein Ehemann hat sich nun auch dafür entschieden, dass wir uns trennen. Ich habe also nur noch die Möglichkeit es zu akzeptieren. Ändern kann ich nichts mehr.

Re: Ehemann Spielsüchtig, Trennung
« Antwort #29 am: 31 Januar 2021, 13:39:50 »
Nein, bei mir hat sich leider nichts geändert. Ich habe immernoch das Gefühl das ich nur noch störe. Heute Nacht ging mir alles mögliche durch den Kopf. Wieso geht er nicht einfach?
Ich weiss es hört sich schrecklich an das ich das denke.
Aber ich frage mich wirklich, wieso geht er nicht wenn ich nicht (mehr) in sein Leben passe?
So rückwirkend denke ich, wahrscheinlich habe ich das nie, ich war lediglich die, die die gesellschaftlichen Erwartungen erfüllt. So das die Erwartungen seiner Familie an ihn erfüllt werden. Grosser Romantiker war er nie, habe es ihm wohl etwas zu einfach gemacht. Habe halt gedacht das wir gut zusammenpassen, er introvertiert ist, zu Mal wir beide bewusst Kinder wollten. So im Nachhinein gedacht  vielleicht wollte er Kinder nur wegen dem Druck der Familie? Und jetzt zeigt er mir wie sehr er sich seine Freiheit wünscht.  Also Freunde, Freizeit, bitte nur gute Laune und ja keine Verpflichtungen. Das bin ich halt nicht, ich war es nie. Deswegen sagt er mir dauernd ich soll mich ändern. Klar für ein paar Fotos soll ich bitte lächeln, dafür tauge ich noch. Oder für ein Päarchenausflug. Ich könnte nur noch weinen . Er sitzt neben mir auf der Couch stundenlag schweigend und macht seine Wetten. Dazwischen ein paar Dreher. Alles Schweigend aber als ob er mir sagen will, wann gehst du endlich?
Jetzt frage ich mich heute, wann geht er endlich
:-(
Wenn die Kinder nicht wären wäre ich längst weg. Ich werde nicht mich und die Kinder bestrafen, denn das wäre eine Strafe wenn wir unser Leben hier aufgeben müssten.  Das ist echt der einzige Grund im Moment, leider. Und nach so vielen Jahren Ehe kann ich nicht glauben das ich das hier Schreibe.
« Letzte Änderung: 31 Januar 2021, 13:45:49 von Marieclaire »

 

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