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Glücksspiel­behörde leitet Verwaltungs­verfahren gegen Lotto­land und Lotto­he..

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Offline Olli

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Glücksspiel­behörde leitet Verwaltungs­verfahren gegen Lotto­land und Lotto­helden ein


Am 1. Juli hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die Bekämpfung von illegalem Online-Glücksspiel in Deutschland übernommen. Heute kündigte die Behörde an, gegen den Betreiber von Lottoland und Lottohelden ein Verwaltungsverfahren eingeleitet zu haben.

Im Zentrum der Ermittlungen der GGL stehe ein „großes Unternehmensgeflecht“, zu dem unter anderem die beiden bekannten Lotterie-Marken Lottoland und Lottohelden gehörten.

In ihrer Stellungnahme schreibt die Glücksspielbehörde:

    Das Unternehmensgeflecht, welches unter dem Namen Lottoland aktiv ist, bietet seit Jahren illegales Glücksspiel an. Dieses Angebot ist besonders prekär, da viele Spieler glauben, dass sie bei Lottoland an einem Lottospiel teilnehmen.

Dies sei jedoch nicht der Fall. Stattdessen betrieben die Unternehmen Angebote, bei denen Spieler auf das Ergebnis einer Lottoziehung Wetten platzierten, anstatt an den eigentlichen Lottoziehungen teilzunehmen.

Dies sei auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrages jedoch nicht erlaubnisfähig, weshalb die Angebote in der Vergangenheit bereits untersagt worden seien. Trotzdem betreibe die betreffende Unternehmensgruppe weiterhin die illegalen Glücksspielseiten.
Zahlungs- und IP-Blocking gefordert

Die Glücksspielbehörde forderte Internet-Provider auf, die entsprechenden Webseiten der Anbieter zu sperren. Darüber hinaus baut die Behörde auf die Kooperation der Zahlungsdienstleister, die bisher Finanztransaktionen zwischen Lottoland und Co. mit ihren Kunden abgewickelt haben. Die GGL verlange von den Finanzunternehmen, Zahlungsströme zwischen Spielern und Unternehmen zu blockieren.

Zugleich betonte die Behörde ihre Bereitschaft, derartige Zahlungssperren auch zwangsweise anzuordnen. In einem Statement erklärt der GGL-Vorsitzende Benjamin Schwanke:

    Wir sind an einer kooperativen Zusammenarbeit mit den Zahlungsdienstleistern interessiert, können aber auch entsprechende Verwaltungsverfahren einleiten, wenn der Zahlungsdienstleister seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, und haben mit dem Zwangsgeld und Ordnungswidrigkeitsverfahren und Strafverfahren effektive Instrumente zur Durchsetzung der Verfügung.

Da Lottoland und Co. die bereits mehrfach gestellten Aufforderungen zur Unterlassung ignoriert hätten, sehe sich die Behörde nun zum Handeln gezwungen. Deshalb „richteten sich die ersten rechtlichen Schritte der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder auf die Unterbindung der Lottoland Angebote durch das Verwaltungsverfahren“.

Da es im Internet eine Vielzahl vergleichbarer Angebote gibt, die für Spieler aus Deutschland zugänglich sind, dürfte die GGL künftig weitere Verfahren gegen renitente Anbieter einleiten. Inwieweit diese von Erfolg gekrönt sein werden, bleibt abzuwarten.



Nachtrag: Ups ... der Link zeigt ja auf eine eher schädliche Seite für uns. Habe ihn entfernt und den Text dafür eingestellt.
Damit hier keine Urheberrechte verletzt werden, können sich Interessierte gerne bei mir melden und ich verrate die Quelle dann.
« Letzte Änderung: 08 Juli 2022, 14:00:11 von Olli »
Gute 24 h
Olaf
(zweitliebstes Trampeltier)

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Fury

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Habe dazu auch einen Bericht in der ComputerBild (Ausgabe 18/2022) gelesen, der in etwa das wiedergibt, was auch Olli in seinem Post geschrieben hat.

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Windmühlen

Aufgrund des Verfahrens scheint sich der illegale Anbieter an fast alle Bedingungen aus dem GlüStV zu halten… Das „maximale Einzahlungslimit“ soll bei EUR 1.000 liegen.

Die „privilegierten“ Anbieter mit Lizenz agieren nach wie vor rechtswidrig.

Das dürfte spannend werden. Das wäre ja echt irre, wenn der Schwarzmarkt (bei laufenden Gerichtsverfahren) zuverlässiger als der lizenzierte deutsche Markt wird. ;-)

-Edit-
Abschließend kann das erst bewertet werden, wenn die GGL weitere Gerichtsverfahren gegen illegale Anbieter einleitet.
Sollte der Schwarzmarkt zuverlässiger als der legale und lizenzierte Markt werden, wäre das brisant.
« Letzte Änderung: 04 Dezember 2022, 20:16:40 von Windmühlen »

Sollte der Schwarzmarkt zuverlässiger als der legale und lizenzierte Markt werden, wäre das brisant.

Aber im Endeffekt wäre ja alles wie gewohnt?!

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Windmühlen

Was ich spannend finde:

Warum sollte der Anbieter (bis auf die staatlichen Lotto-Angebote, die auch nur angeboten werden, um abzukassieren) das Verfahren gegen die GGL verlieren???

Der Anbieter ist zuverlässiger als der legale und lizenzierte Markt.

Die Aufsichtsbehörde führt den Spielerschutz ad absurdum.

Das staatliche Monopol hat der EuGH auch -aufgrund eines inkonsequenten Spielerschutz- aufgehoben. Das war nicht schlau…

… das was passiert und noch passieren kann, ist gefährlich.
« Letzte Änderung: 04 Dezember 2022, 22:56:22 von Windmühlen »

Die Aufsichtsbehörde führt den Spielerschutz ad absurdum.

Was genau meinst du damit??

Zitat
Das staatliche Monopol hat der EuGH auch -aufgrund eines inkonsequenten Spielerschutz- aufgehoben. Das war nicht schlau…

… das was passiert und noch passieren kann, ist gefährlich.

Der EuGH hat festgehalten, dass das nationale Glücksspielmonopol unionsrechtskonform ist, da „Art. 56 AEUV einem dualen System der Organisation des Glücksspielmarkts nicht allein deshalb entgegensteht, weil die Werbepraktiken des Monopolisten für Lotterien und Spielbanken darauf abzielen, zu aktiver Teilnahme an den Spielen anzuregen, etwa indem das Spiel verharmlost wird, ihm wegen der Verwendung der Einnahmen für im Allgemeininteresse liegende Aktivitäten ein positives Image verliehen wird oder seine Anziehungskraft durch zugkräftige Werbebotschaften, die bedeutende Gewinne verführerisch in Aussicht stellen, erhöht wird". Die Argumente der Casinos sind damit widerlegt und eine neuerliche Befassung des EuGH obsolet.

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Windmühlen

Zitat
Was genau meinst du damit??

Da müsste ich sehr weit ausholen.
Grundsätzlich:
Der Spielerschutz ist ein Scheinargument. Der Spielerschutz wird nicht ernsthaft verfolgt.

Der Staat will die Steuereinnahmen und den Abfluss der Erträge ins Ausland (Malta) verhindern.
« Letzte Änderung: 05 Dezember 2022, 00:08:37 von Windmühlen »

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Offline Wirbelwind

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  • Name ist Programm :)
Gibt es Hier AKTUELLE Neuigkeiten zum Stand der Dinge ?
Hab mir mal grad die seite angeschaut, Oberflächlich lottospielen und hintenrum spiele, zocken ohne ende mit verweis auf malta , heeeeftig....
KLARE worte - Kein Honig :)

 

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