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Was soll ich machen? Mich hat die Sucht gepackt!

  • 1 Antworten
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Was soll ich machen? Mich hat die Sucht gepackt!
« am: 18 Mai 2021, 23:42:53 »
Guten Abend
Ich wollte hier bei euch mal meine Sorgen loswerden
Zu meiner Person
Ich werde nächste Woche 19 Jahre alt und spiele seit ca einem Jahr des Öfteren im OC.
Heute bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich mir selbst eingestehen muss, dass ich spielsüchtig bin!

Angefangen hat alles als ich 250€ Vor zwei Jahren von meinem Opa bekommen habe um damit Sportwetten zu betreiben.
Schnell kam ich drauf, dass man das Geld viel leichter mit Roulette und BJ verdoppeln konnte.
Das ging bis zu einem gewissen Punkt gut, bis zu dem Zeitpunkt an dem ich meinen Profit( 320€ ) und mein ursprüngliches Guthaben innerhalb von 10 Minuten bei Roulette verspielte!

In dem letztes Jahr machte ich eigentlich gut Profit bei live spielen .. Daumen mal Pi immer um die 30-50€ pro Sitzung ... doch dann waren mir die Gewinne irgendwann zu wenig und bald spielte ich mit 100-200€ pro Sitzung.
(Durch meine spielsüchtigen Freundeskreis kamen dann immer höhere Einsätze mit denen ich spielte)
Heute genau vor 40 Minuten habe ich insgesamt 2400€ verspielt und bin nun gesamt 2000€ im Minus (für mich der im Monat 700€ verdient eine beträchtliche Summe)
Das traurige ist, dass 2000€ der Verluste in der letzten Woche stattgefunden haben. Einfach nur deswegen weil ich seit einer Woche gelangweilt zu Hause sitze.
(Hab mindestens seit 2 Monaten jeden Tag eine Stunde „gezockt“)

Mir kommt vor als würde ich nicht mehr glücklich werden, da diese Summen einfach für mich viel zu viel sind, ich es aber während dem „Zocken“ nicht merke!


Irgendwelche Tipps wie ich endgültig mit der Spielerei aufhören kann bzw. was ich gegen meine Sucht tun könnte? (Meine Eltern kann ich auf das Thema nicht ansprechen, da sie sehr streng sind und schon einmal ausgeflippt sind als ich 50€ verspielt habe)

*

Offline Olli

  • *****
  • 4.199
Re: Was soll ich machen? Mich hat die Sucht gepackt!
« Antwort #1 am: 19 Mai 2021, 06:25:43 »
Hi Ulrich!

Herzlich willkommen!

Du weisst, was richtig wäre. Daher betonst Du ja auch, dass Du mit Deinen Eltern nicht sprechen könntest.
Sie sind ausgetickt ... sie sind streng ... und wie sind sie noch? Lieben sie Dich? Versuchen sie Dich im Rahmen ihrer Möglichkeiten vor Schaden zu bewahren?
Du hast Angst von ihnen verletzt zu werden, nicht wahr? Das hast Du aber doch selbst schon getan. Du wusstest garantiert intuitiv was passieren würde, als Du Dich tiefer und tiefer in die Schulden gespielt hast.

Was also erwartet Dich, wenn Du Dich ihnen offenbarst? Was im ersten Moment vielleicht und was längerfristig?
Werden sie erst wieder austicken? Werden sie begreifen, dass Du sie um Hilfe bittest? Du ihnen dabei bedingungslos vertraust?
Werden sie Dich vielleicht sogar positiv überraschen, wenn Du gnadenlos alles offen legst und Deine eigenen Ängste beschreibst?
Glaubst Du wirklich, sie würden Dich daraufhin verstoßen?

Ängste übertreiben, Ulrich. Sie übertreiben maßlos. Dabei blockieren sie Dich nur in Deinem Bestreben dem Glückspiel den Rücken zu kehren. Diese Angst wird Dich begleiten, so lange Du still und heimlich den Schuldenberg tilgen möchtest. Immer darauf bedacht nicht aufzufallen. Lügen zu ersinnen, wieso Du dieses oder jenes nicht machen kannst, weil Dir ja insgeheim kaum Geld zur Verfügung steht. Diese Angst ist auf Dauer eine Last, der Du nur zu gerne entfliehen möchtest - und wie wirst Du das dann tun - durch Glückspiel. Genau wie in Deinem Beitrag angesprochen, wirst Du Dich daran erinnern, dass es ja auch erfolgreichere Zeiten gab. Glaubst Du, dass das was mit Können zu tun hatte? Also wirst Du dort wieder das Glückspiel beginnen. Wirst es wieder ausweiten und erneut an den Punkt kommen, an dem Du jetzt stehst. So funktioniert nun mal diese Spirale, wenn Du einen gewissen Punkt überschritten hast beim Glückspielverhalten.
Wie fühlst Du Dich jetzt noch? Schuldig? Plagt Dich das schlechte Gewissen? Lese Dir mal einige Beiträge hier im Forum durch.
Da geht es oft um noch härtere Schicksale, die Dir aufzeigen, dass Du gerade nur den ersten Schritt zu Deiner Gipfeltour ins Unglück gemacht hast. Und der tut doch schon verdammt weh ... nicht wahr?

Also begegne Deiner Angst und stelle Dich ihr. Nur so schaffst Du Raum Dich um Deine Genesung zu kümmern.
Wenn Dein Freundeskreis selbst dem Glückspiel frönt und sie Dich triggern, dann tun Dir diese Personen nicht gut.
Veränderungen stehen nun an, die tief in Dein Leben einschneiden werden, die Du aber sicherlich auch meistern wirst.

Es ist unnötig zu betonen, wo Du noch Hilfe bekommen kannst, nicht wahr? Ich spreche von Beratungsstellen und von SHGs.
Kümmere Dich darum. Es ist wichtig. Dort bist Du gut aufgehoben und kannst viel über Dich selbst lernen und dann Dein Verhalten darauf abstimmen.

Schön, dass Du den Mut gefasst hast, Dich uns anzuvertrauen.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

 

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