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Bruder: wozu so viele Sim-karten und Handys

  • 4 Antworten
  • 342 Aufrufe
Bruder: wozu so viele Sim-karten und Handys
« am: 25 Mai 2021, 19:12:47 »
Hallo Forumsmitglieder,

ich habe hier einige Beiträge gelesen und bin erschrocken was für ein Ausmaß die Spielsucht haben kann. Gerade deshalb, weil mein Bruder mehr oder weniger mittlerweile zugibt, dass er einen Drang hat online zu spielen. Ich habe eine konkrete Frage, die ich hier stellen möchte:
Er hat/hatte viele Handys und auch viele Sim-Karten dazu. Man verliert regelrecht den überblick bei welcher nummer er zu erreichen ist... Habt ihr eine "logische" erklärung warum man als Spielsüchtiger so viele Handys/Sim-Karten braucht? Er ist vor kurzem regelrecht ausgerastet, weil niemand 10€ auf das eine Handy von seinen 3 Handys aufgeladet wollte. (Sein Konto/gehalt wird seit kurzem von anderen kontrolliert.)

Danke für die Antworten!

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Offline dieda

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Re: Bruder: wozu so viele Sim-karten und Handys
« Antwort #1 am: 25 Mai 2021, 21:45:39 »
Guten Abend, schön, dass du her gefunden hast.
Ich befürchte, dass mit den vielen Nummern ist eine ganz andere Geschichte.
Andere Geschäfte, Verfolgungswahn? Es gibt viele Möglichkeiten.
Aber online spielen kann ich überall mit WLAN völlig egal, ob Guthaben oder nicht.
Gruß

Re: Bruder: wozu so viele Sim-karten und Handys
« Antwort #2 am: 26 Mai 2021, 09:30:38 »
Guten Abend, schön, dass du her gefunden hast.
Ich befürchte, dass mit den vielen Nummern ist eine ganz andere Geschichte.
Andere Geschäfte, Verfolgungswahn? Es gibt viele Möglichkeiten.
Aber online spielen kann ich überall mit WLAN völlig egal, ob Guthaben oder nicht.
Gruß

Danke für den Hinweis!

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Offline Olli

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  • 4.199
Re: Bruder: wozu so viele Sim-karten und Handys
« Antwort #3 am: 26 Mai 2021, 09:41:53 »
Guten Morgen!

Zitat
Aber online spielen kann ich überall mit WLAN völlig egal, ob Guthaben oder nicht.

Ja, ja ... wenn denn ein WLAN vorhanden ist, auf welchen er zugreifen kann. Hat er keinen Zugang, dann bleibt das Handy. Da verlangt der Provider dann aber auch einen Obulus für seine Dienstleistung.

Hi Ahnungslos2021!

Auch von mir ein herzliches Willkommen!

Wir können hier nur spekulieren, was Deinen Bruder bewegt hat auszurasten, bzw. warum er so viele Handys hat.

Zudem hat sich nicht Dein Bruder hier angmeldet, sondern Du. Dich bewegt das Ganze mit Deinem Bruder. Du machst Dir Sorgen.
Magst Du nicht mal ein wenig mehr von Dir und Deinem Bruder erzählen? Vielleicht können wir Dir und damit Deiner Familie ein paar Anregungen liefern, wie Deinem Bruder (und damit auch Dir) geholfen werden kann?
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Bruder: wozu so viele Sim-karten und Handys
« Antwort #4 am: 26 Mai 2021, 10:53:07 »
Gerne erzähle ich hier die Situation. Über Tipps/Anregungen würde ich mich freuen.
Vorab: vieles wovon ich hier erzähle habe ich nicht aus erster Hand; es sind Infos, die ich über meine Mutter bekomme. Mein (Spielsüchtiger) Bruder hat den Kontakt zu den Geschwistern (ich Inklusive) abgebrochen, weil "er kann uns nicht ins Gesicht schauen" (Er schämt sich wohl).

Er (ich früher auch) hatte ein Problem mit Cannabis, bis seine Lungen kollabiert sind und er länger im Krakenhaus stationiert war. Seitdem hat er Tabak und Cannabis komplett abgesetzt. Im Job lief es bei ihn dann auch gut und er wurde auch öfters befördert. Durch die Beförderungen ist -vermute ich- auch der Stress hochgegangen. Dies und einige (krasse) Fehlentscheidungen, die er begangen hat, führten dazu, dass man ihn nahegelegt hat zu kündigen. Dies tat er auch. Nun war er in der Arbeitslosigkeit und in Coronazeit. Laut seiner Aussage fing das Zocken in dieser Zeit an. Alles was er an Geld hatte, wurde Online verzockt; Miete wurde nicht mehr bezahlt, so dass er ausziehen musste und bei seiner Freundin einzog, dort zahlte er, obwohl anders vereinbart, auch keine Miete. Mittlerweile hat er mehrere Tausend Euro schulden bei der Freundin.

Meine Mutter hat ihn schon immer finanziell unterstützt, wenn er es gebraucht hat. Für den Cannabiskonsum früher hat er schon irgendwelche Geschichten erzählt, wodurch er Geld von meiner Mutter bekam. Es kamen mit der Zeit sicher mehrere 10-Tausend Euro zusammen. Natürlich hat er versucht seitdem er Spielsüchtig ist, Geld von meiner Mutter zu bekommen. Zum Glück hat  unsere Mutter uns -die Geschwister- involviert und wir konnten sie davon abringen Geld zu überweisen. (Diesmal hat unser Mutter die Geschichten nicht mehr geglaubt). Leider ist unsere Mutter 2 mal „schwach“ geworden und hat ihn doch Geld überwiesen. Seitdem hat unsere Mutter die TAN-codes abgegeben, so dass sie nicht mehr überweisen kann.

Zu mir: ich war sicherlich nicht der „Musterbruder“; ich hab ihn schon viel in seiner Kindheit geärgert und er hat sicher darunter gelitten. Aber irgendwann wurden wir beide Erwachsen, so dass es auch eine „Waffenruhe“ gab. Die Beziehung war dann „Höflich“; wir sahen uns bei den Familienfeiern, aber eine absolut „Innige“ Beziehung war es nicht. Seit seiner Sucht ist der Kontakt nahe 0. Die Geburt meiner Tochter hat er z.B. gar nicht mitbekommen.

Folgende Einstellung habe ich gerade:
-Er weiss, dass er mich anrufen kann, wenn er es möchte. (Ich renne ihn nicht hinterher). Wenn er kein Kontakt möchte, weil er sich schämt, dann ist das seine Entscheidung.
-Ich spreche viel mit meiner Mutter, und sage ihr Hauptsächlich, dass er sich Hilfe suchen muss. Evtl. muss er tiefer fallen (Z.B. wenn er aus der Wohnung der Freundin rausfliegt), damit er „ernsthaft“ Hilfe sucht. Ihm Geld zu senden hilft nicht.

Was ich nicht ganz verstehe: sowohl mit der Freundin als auch mit der Mutter scheint es so, als würde er immer nur so viel erzählen, wie es nötig ist. Seine Welt scheint mir eine Welt voller Geheimnissen und Lügen. Wieso er nicht gerade gegenüber der Freundin/Mutter alles „offen“ legen kann, ist mir ein Rätsel.

 

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