ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

31.12.2025 Ein Tag der Veränderung

Begonnen von Kayser, 30 Dezember 2025, 08:29:36

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7 Tage Spielfrei. Immerhin etwas! Jedoch bleibt für mich da ein fader Beigeschmack, denn 7 Tage Spielfrei war ich jeden Monat, zumindest immer dann wenn ich Pleite gewesen bin. Der Monatswechsel wird da schon eher etwas zu feiern sein, wenn das Gehalt kommt und von mir nicht in den gierigen Drachen namens Spielcasino geworfen wird.

Zur hiesigen SHG am Montag war ich nicht gewesen, habe aber jedoch bereits mit dem Gruppenleiter gesprochen und habe den nächsten Termin am 19.01 fest für mich eingetragen.
Jedoch bin ich sehr nervös, als introvertierter Mensch rede ich generell nicht gerne vor anderen Menschen, aber dann noch vor 9-10 fremde Menschen?!
Aber ich weiß das ich mich auch aus dieser Komfortzone ,,zwingen" muss und auch werde.


Sonst bin ich täglich im Forum unterwegs, lese viel und speichere mir einiges ab.
Besonders den Rückfallgeschichten messe ich eine hohe Bedeutung bei, da es mir doch zeigt das die Gefahr stets Omnipräsent ist.

#16
Hi,

Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg. Du kannst es schaffen, vermutlich so wie Jeder es schaffen kann. Manchmal ist es einem nicht bewusst, wieviel Aufwand man eigentlich betreibt um etwas aufrecht zu erhalten.

Als ich noch viel gezockt hatte musste ich im Grunde ständig Geld besorgen, rumlügen und hatte fast den ganzen Tag Spielekopfkino, egal ob ich gewonnen oder verloren hab. Wenn ich mal mein ganzes Gehalt an 1 Tag verspielt hatte wollte ich am nächsten Tag auch nicht mehr spielen aber das bedeutet vermutlich nichts, hätte ich 3000 auf dem Konto gesehen, egal woher, wäre ich wieder losgegangen.

Ich hätte auch "einfach" spazieren gehen können, das wäre viel günstiger und gesünder gewesen. Also nur vielleicht:

Mit etwas schädlichem aufhören wird schon cool sein aber vermutlich sollte man sein Verhalten auch verändern also:

Womit fange ich neu an? Ich werde mehr Zeit haben wenn ich nicht spiele und dann auch weniger daran denke. "Nicht Spielen" ist ja keine Tätigkeit, ich tue weniger als vorher und wenn ich wirklich bisher den ganzen Tag nur gezockt oder daran gedacht habe werde ich eine Alternative brauchen 🤔😅

Hey Peter,
Vielen Dank für deine Antwort und du hast vollkommen recht!
Es ist ähnlich wie mit dem Rauchen aufzuhören! Man merkt erst wieviel Zeit man investiert hat, wenn man es nicht mehr macht (wobei ich zumindest dafür noch nicht bereit bin, also das mit dem Rauchen).
Durch das Spielen und generell die viele Zeit am Handy habe ich mich eigentliches Hobby vollkommen brach liegen lassen: Lesen!
Es klingt schräg, aber es ist das einzige Hobby was ich seit meiner Kindheit konsequent und mit Zufriedenheit gerne gemacht habe, was sich aber seit langer Zeit praktisch kaum noch in meinem Leben befindet.
Dies ist mein erstes Ziel: Die ,,Leere" des Nicht-Spielens sinnvoll auszufüllen

Eine anstrengende Arbeitswoche liegt hinter mir und eine Erkältung kommt belohnend hinzu 😊
Und bereits der 17. Tag spielfrei. Ansonsten gibt es eigentlich nicht vieles zu berichten.
Ich verfahre weiter nach dem Motto: Ein Tag nach dem anderen

Heute ist der 22. Spielfrei Tag! Mir geht es super damit! Ich freue mich über jeden einzelnen!
Weiterhin besuche ich das Online Meeting Samstags und habe es fest in meinen Wochenablauf integriert! Die SHG vor Ort konnte ich leider aufgrund meiner Arbeit noch nicht besuchen, sodass ich überlege mir noch eine weitere online SHG zu suchen, die mitten in der Woche liegt.

Natürlich will ich nicht euch, und erst recht nicht mit, verschweigen das der Gedanke an all das verlorene Geld in mir lodert, aber die Flamme wird bereits kleiner! Irgendwann wird sie nur noch ein Glühen und noch weiter in der Ferne hoffentlich endlich verloschen sein.
Ich mache mir immer und immer wieder bewusst das dieses Geld unwiderruflich verloren ist und niemals mit weiteren Einsätzen zurückerlangt werden kann. Das hilft mir innerlich enorm.
Um das Ganze etwas zu kompensieren, springe ich ab und zu auf der Arbeit ein um Überstunden zum Auszahlen zu generieren. Aber alles in einem gesunden Maße um meine Sucht nicht auf andere Weise zu kompensieren.

Also alles in allem: Ich bin aktuell wirklich zufrieden 😃

Hi Kayser!

Der Gedanke an das verlorene Geld hält auch an der Vergangenheit fest. Im Grunde sagt er Dir übersetzt: Ich will spielen!
Das ist OK so und Du brauchst diesem Gedanken auch nicht weiter folgen. Er wird weniger werden und im Laufe der Zeit wird sich das wandeln in ein echtes Bedauern. Es wird nicht lange andauern, da es müßig ist sich weiter damit zu beschäftigen, da die Vergangenheit ja nun mal unabänderlich ist und Du in der Gegenwart nun alles richtig machst.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Der 33. spielfreie Tag nähert sich dem Ende! Es fühlt sich fantastisch an. Ebenso hat die Geldstrategie, die ich mit meiner Frau entwickelt habe, funktioniert.
Leider war ich jedoch durch die Arbeit so eingespannt und in meinem Frei ausgelaugt, das ich an keiner SHG mehr teilnehmen konnte. Ich habe diese schlichtweg verschlafen. Natürlich weiß ich das es ein freiwilliges Angebot ist, dennoch habe ich dahingehend ein schlechtes Gewissen mir gegenüber selber, obwohl ich nicht rückfällig geworden bin!
Aber dennoch: Alles in allem bin ich bereits froh über diese Fortschritte!
Ich bezahle, bis auf meine Fixkosten, möglichst alles in Bar damit ich wieder ein richtiges Bezug zu Geld entwickeln und es vor allem wertschätzen kann! Eine Wertschätzung gegenüber meiner Arbeit, die ich Monat für Monat leiste und oftmals die Toilette heruntergespült habe.

Heute war ich, ein kleines Beispiel am Rande, für 80€ Kleidung einkaufen. Nichts besonderes, nichts wildes. Doch als ich bezahlt habe wurde mir wieder bewusst wie oft ich auf so kleine Freuden aufgrund meiner Spielerei verzichtet habe.
Wenn ich mich das nächste Mal hier lese sind bereits wieder ein paar Tage geschafft 😃

Hallo Kayser,

Herzlichen Glückwunsch zu 32 Tagen und Heute in Spielabstinenz. Das ist schon ein Schritt, um sich Distanz zu der Sucht aufzubaun,; Klassisch sind ja 90 Tage, aber immer einen Tag zur Zeit.

Deine Parabel mit der Hose kann ich so nachvollziehen. Es ist immer noch in meinem Gedächtnis, als ich in der SHG angekommen war, in ein Bekleidungshaus ging, und mir von meinem Geld eine Herrenoberhemd kaufte. Den Wert des Geldes wiederzuentdecken, heißt es nicht auch den Wert seines Lebens zurückzugewinnen?

Ich wünsche Dir weiterhin eine Gute und entspannte Zeit.

schöne 24 Stunden

Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Hi Kayser!

Wer spielfrei sein möchte und seine spielfreien Tage noch ein wenig weiterzählen möchte :) , der muss lernen auf sich zu achten.
Wenn Deine Arbeit Dich so seher eingenommen hat, dass Du zu kaputt warst in die SHG zu gehen, dann muss sich etwas ändern. Zu allererst muss ... vervollständige dies bitte selbst ...

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Zitat von: Olli am 03 Februar 2026, 11:50:29
Wenn Deine Arbeit Dich so seher eingenommen hat, dass Du zu kaputt warst in die SHG zu gehen, dann muss sich etwas ändern. Zu allererst muss ... vervollständige dies bitte selbst ...


Zitat von: andreasg am 03 Februar 2026, 10:22:46
Den Wert des Geldes wiederzuentdecken, heißt es nicht auch den Wert seines Lebens zurückzugewinnen?

Ich wünsche Dir weiterhin eine Gute und entspannte Zeit.

schöne 24 Stunden

Andreas


@Olli Das passiert von Zeit zu Zeit. Ich arbeite als Dauernachtwache in der stationären Altenpflege, manchmal gelingt es mir nicht meinen Rhytmus umzustellen und das kommt dann dabei heraus
😉

@Andreas Da hast du vollkommen recht. Es ist ein schönes Gefühl etwas wiederzuentdecken, was man bereits verloren geglaubt hat (und in der aktiven Spielphase war das bewusste Empfinden für die harte Währung tatsächlich weg)


Heute ist bereits Tag 50! Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht 😊

Heute sind es 60 Tage!
Eine schöne Zahl! Glatte 2 Monate, in denen ich mich finanziell und auch zeitlich wieder frei fühle!
Aber dennoch trage ich irgendwie eine gewissen Unzufriedenheit mit mir herum. Noch kann ich sie nicht fassen, nicht erklären...

Hallo Kayser,

60 Tage Spielfreiheit, alles Gute für Dich,

ich denke gerade über Unzufriedenheit hilft Geduld, daran mangelt es ja permanent in der (Spiel)sucht,
und wenn wir uns diese aneignen können, werden wir ohne viel Zutun Vertrauen, gerne in die Innere Stärke, zurückgewinnen.

Dann reift der Abend zu einem Guten lebenswerten Tag

Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Hi Kayser!

Ich bin da voll bei Andreas ... habe Geduld mit Dir! Denke daran, dass sich Dein Körper auf die normale Endorphindoses umgewöhnt. Schreibe Dir mal eine Liste, wie viele Rituale Du beim Spielen ausgeübt hast. Nun ist all diese Zeit frei geworden und die will wieder gefüllt werden. Womit füllst Du sie?

Ich kannte da mal jemanden, der sah immer nur das Negative. Ihm habe ich erst kürzlich nahe gelegt eine kleine Liste von 5 Punkten jeden Abend aufzustellen über Dinge, die gut waren an diesem Tag! Dabei ist der Gedanke klein zu denken. Du brauchst nicht den Welthunger besiegen, aber jemandem z.B. aus einer Einfahrt herauslassen, indem Du selbst den nachfolgenden Verkehr blockierst.
Denke an das Lächeln der Bäckereifachverkäuferin, weil Du mir ihr gescherzt hast. So etwas in der Art ...

Spreche mit Deiner Frau ... realisiert sie vielleicht, in welchen Situationen Du Unzufriedenheit ausstrahlst?
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hi Kayser,
wie die beiden vor mir geschrieben haben ist's eigentlich normal unzufrieden zu sein. 60 Tage sind toll, aber vermutlich gegen deine Zeit als Zocker relativ wenig.
Du warst beim spielen auch nicht nach 60 Tagen in der tiefsten Abhängigkeit, auch das hat Zeit gebraucht sich aufzubauen.
Bei mir sind's demnächst 40 Monate ohne diesen Mist und das ist endgeil wie die jungen so sagen.😁
Aber auch jetzt, im Stadium in dem ich alles wieder klar sehe und andere Ziele habe gibt's immer wieder Tage wo ich mich frage, wie zum Teufel konnte ich so lange völlig jeder persönlichen Natur so abstürzen?!?
Und so richtig bin ich noch nicht dahinter gekommen. Allerdings belastet mich dieser Gedankengang nicht mehr. Es war wie es war und rückwärts ändern geht nicht. Also alle Energie in die Zukunft weil die kann ich beeinflussen.

Alles Gute
Roy
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

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