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An diesem heutigen Tag

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #15 am: 25 Juli 2021, 18:41:34 »
... bin ich zur Überzeugung gekommen, der einzige Mensch zu sein, der sich seiner Einsamkeit bewusst wird. OK, der Sonntag war auch einmal ein Tag zum Ausspannen, und sicherlich hat es auch schöne Sonntage gegenen. Aber Heute habe ich auf dem Fußweg vorm Haus auf der Straße gelegen, und mein Fahrrad über mir. Ich habe sogar vor Schreck um Hilfe gerufen, aber es war nur der Schreck. Die Fahrradkette ist abgesprungen, ich habe sie neu gespannt, dann beim Anfahren hat es Knack - gemacht, und die Nabe den Schaden. Bei mir ist es der linke Ellenbogen und der rechte Daumen, die eine Schramme abbekommen haben, der Kopf äußerlich nicht. Fazit: ich kann mich auf Morgen freuen, wieder zum Fahrradladen gegen, in Kontakt zu finden, Worte miteinander finden. Ich setzte mich erschöpft mit meinen schwarzen Fingern auf die Bank vorm Haus, das Telefon klingelte, ein Gruppenfreund war dran, die Friseurmeisterin ging mit dem Hund Gassi, und grüßte mich, ein Nachbar kam aus der Tür, setzte vernünftigerweise einen Helm auf, und knatterte mit dem Mofa davon. Die Wahrheit ist: - ich bin im Kontakt mit meinen Zeitgenossen, vielleicht manchmal unbeholfen, und da fängt es an schwierig zu werden.

Ich habe Strukturelle Mängel und Soziale Ängste und habe auch die Spielsucht in meinen Fachärztlichen Befunden. Die Einsamkeit, oder soll ich sagen, das Minderwertigkeitsgefühl schafft den Raum der Isolation, das Ausüben der Spielsucht ist die Flucht in den selbstgebauten Kerker!

Nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel.

Im Telefonat haben wir uns über Depressionen, über Häusliche Pflege und Zahnbehandlungen ausgetauscht. Wir waren beide übereinstimmend der Ansicht, daß das Spielen für uns kein gegenwärtiges Thema ist - na ja sein könnte? Gestern habe ich in meinem Web - Postfach einen Bitcom - Trojaner gefunden, und Heute auch noch einen. Da geht wieder das Thema los, auf welche unnützen Seiten ich mich rumgetrieben habe?, und das liegt sehr eng an meiner Spielsucht. Zu Bedenken gibt es, der Trojaner läuft über E - Mail Adressen eines Vereins, der lt. Satzung sich gegen die Spielsucht stellt. Also Thema Einsamkeit vergessen, ans Telefon setzten! Antwort kam prompt: ab in den Papierkorb, es kann Dir nichts passieren. Und wie sicheres Internet läuft, weiß ich ja vom Dezernat für Cyberkriminalität. Deshalb schaue ich morgens immer auf die Seiten von Mark, von Jeff und von Otto, und Online Banking auf der App, die Servicenummer habe ich ohnehin gespeichert. Das Netz ist ein e Möglichkeit der Kommunikation, aber persönliche Begegnungen berühren mich doch viel eher.

Vorgestern war ich in einem Zoom - Meeting, da kann ich einfach unter ein Dutzend Teilnehmern sitzen, und brauche nichts zu tun, einfach nur da zu sein. Für einen kleinen Toilettengang bin ich dort 5 min. raus, und als ich mich wieder einfand, habe ich einen kleinen Regelverstoß begangen, und bin damit konfrontiert worden. Darauf hin habe ich die Hand zur Entschuldigung gehoben, alles war gut, das Treffen lief richtig gut weiter, aber ... "warum muß ich denn so einen blöden Fehler machen, wo ich doch sonst so respektvoll wie möglich auftrete? Ja Hallo, die Einsamkeit, der einzige Mensch, der Fehler macht?

Ich weiß, wie sehr ich in Gemeinschaft getragen werde, nicht zaudere, in der Erkenntnis, aus Gnade meine Süchte abgeben zu dürfen, nicht nach meinem Verdienst. Natürlich habe ich jetzt den Impuls ein Arbeitsmeeting zu leiten, in dem Störungen in einem Treffen auf der Tagesordnung stehen. Einfach, weil dadurch meine Konzentration hoch bleibt, und weil ich etwas von all der Zuwendung, die ich bekomme, zurückgeben darf.
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #16 am: 25 Juli 2021, 22:56:18 »
Ich will mir nicht anmaßen, dir zu sagen was richtig oder was falsch ist. Die Gedanken von dir sind ja sehr tiefgründig, vielleicht sogar das was man häufig als Depression bezeichnet.
Ich glaube aber das schlimmste was man tun kann ist das Empfinden von Minderwertigkeit. Kein Mensch ist minderwertig. Wenn das dazu sogar führt, das du dich teilweise selbst isolierst, soziale Kontakte meidest, dann erlaube ich mir zu behaupten, das diese Gedanken gerade zu dieser Einsamkeit führen, die überhaupt nicht sein müssten.
Es ist doch nahezu von großer Bedeutung, seine Sichtweise positiv zu verändern, von sich und seinem Lebensweg. Vorurteile und Sorgen, diese isolierende Denkweise, ist doch vielleicht auch der Strudel in dem man sich begibt, wodurch die Einsamkeit noch weiter geprägt wird?!
« Letzte Änderung: 26 Juli 2021, 09:53:09 von Olli »

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #17 am: 27 Juli 2021, 10:00:08 »
Hallo Dennis.,

Danke für die Antwort. Ja die Depression ist mächtig, und sie gräbt sich ein. Mir tut es gerade gut, zu lesen, daß es Menschen gibt, die mir Mut geben.
Heute will ich mein 35 Jahre altes Fahrrad zur erneuten Reparatur bringen, es ist irgendwie ein Teil meines Lebens,, und das sitzt tief in mir. Ohne den Ausgleich des Radfahrens habe ich ich jetzt kaum noch Sport zum Ausgleich. Heute Morgen habe ich. Mich auf meine Radtouren besonnen, ich fühle mich motiviert, und das belebt mich geradezu.

Heute Abend möchte ich ins Praesenzmeeting gehen, besser als online, eben  reale Begegnungen
Gestern war ich beim Pflegedienst, die waren alle sehr herzlich, und das beachte ich als Realität.

Positive Zielsetzung das ist es doch. Ich freue mich auf das Europäische Rosarium als Ausflugsziel. , das waren meine Gedanken beim Aufstehen.
Heute Morgen
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #18 am: 27 Juli 2021, 13:15:57 »
... war ich bei der Fahrradwerkstatt, und der Monteuer hat mich gleich wieder weggeschickt! Ich müsse mir einen neues Shimano - Hinterrad für 150,00 €  kaufen, und er sei sich nicht sicher, ob es zusammen passen würde. Desweiteren empfahl er mir eine Soziale Selbsthilfewerkstatt in der Nähe...  Ich schob das Rad zum Supermarkt, erledigte meinen Eikauf, hoffte, der Straßenzeitungsverkäufer stände vor der Tür, was er nicht tat, und schob das Rad mit vollem Einkaufskorb Heim. Dort schloß ich es an den Bügel, und dann weinte ich völlig hemmungslos . Ja, die Machtlosigkeit meiner Gefühle, aber sehr viel Trauer, und womöglich noch ein spezielles Kapitel meiner Lebensgeschichte. Es gibt ja Orte, an denen ich unbesorgt alles niederschreiben kann.

Später habe ich den Einkauf in mein Haushaltsbuch eingepflegt, das Konto sieht immer noch gut aus, ich habe mich gefreut, keine erpresserische Email auf meinen Accounts vorgefunden zu haben! Infolgedessen sah ich mir auf Youtube zwei Videos über Bitcom - Trojaner an  - und anschließend den Bericht über versteckte Glücksspielwerbung im Bilde. Das was mir geholfen hat, wieder Bodenhaftung zu finden, war zuletzt die klare Ansage von Ilona, Danke dafür an Dich.

Heute Abend freue ich mich auf unsere Gruppe, und denke an die Pflegeschwester, die mir Fahrrad mit Niedrigeinstieg nahelegt. Also besser, ein Portal für Fahrräder ansehen, als Bildchen im Blut - Blatt.
Das Leben will ja mit Inhalten gefüllt werden.

Danke für das Teilen
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline Olli

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #19 am: 27 Juli 2021, 14:27:07 »
... habe ich das erste Mal in meinem Leben Milchbohnensuppe gekocht. Legga ...
Morgen gibt es Bohnengemüse mit Speck und Zwiebeln. Die Bohnen ... frisch aus Vaters Garten.
Bei ihm im Garten steht ein Natursteingefäß, was einst als Wasserspender in einer einstigen großen Kölner Firma gestanden hat.
Es besteht aus einem Fuß und dem Becken ... 5 Mann hatten es damals schwer, diese Teile im Garten aufzustellen.
Heute wachsen dort Strauchbohnen, die man ohne sich zu bücken ernten kann.

Lieber Andreas, gerade erinnere ich mich an unseren Abschied, als ich Dich mir zur Brust genommen ... ähm nein ;) , geherzt habe.
Nur zu gerne würde ich das jetzt wiederholen.
Du hast Dein Herz am rechten Fleck ...
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #20 am: 08 August 2021, 18:09:21 »
...geht es mir langsam wieder besser. Die Knochen machen wieder mit, die Pumpe drückt noch - gegen das Stenum - arbeitet aber normaltourig, und der Biorhythmus findet sein Chronometer wieder. Alles Elend der Welt... ich habe dazu einen Text in der Bibel gelesen, der nur an einem sehr hohen Feiertag verlesen wird, und dann wurde mir wieder einmal bewußt, daß ich nicht "Gott spielen brauche". Ich möchte mich hier nicht darüber auslassen, nur mitteilen, wie sehr ich Trost erhalten habe. Ja es geht mir besser,
Auslösr war ein Brief der Krankenkasse, die irgend welche zeitlichen Belege für meine Pflege aus dem letzten Jahr haben wollen?. Der Brief kam natürlich zum Wochenende, also zu einer Zeit, in der ich nicht anrufen und fragen kann, was die eigentlich von mir wollen? Die liebe Pflegedame war Feierabendbedürftig, und ich sinniere nun darüber warum Krankenkasse eben Krankenkasse heißt, vielleicht weil sie einen Krank macht? Vielleicht sollte ich den Angestellten dort einmal erklären, was "Soziale Ängste sind, und was diese bei mir auswirken. Allerdings könnte sich meine Adresse dann ändern: "unter der Mittellandkanalbrücke 237" Da geht es ums Geld, um Pflegeleitungen, die gut funktionieren, und um Innovationen, um Verhinderungspflege, um Termindispositionen, Antragstellungen, den MDK und mehr. Also Pflegling zu sein, ist ein Full - Time - Job, wenigstens die Pflegedusche bringt Heilung, und meine Wohnung ist wieder bewohnbar geworden. Bliebe ich in der Depression, könnte ich mein Leben nicht gestalten, nun aber Hilfe haben wollen - und Hilfe annehmen, da liegen Welten drunter. Ich dachte immer, es ist Faulheit, Bequemlichkeit, wenn ich nichts für meinen Körper und meine Wohnqualität tue. Nun wünsche ich es mir, Hilfe annehmen zu können, das heißt, die Hände ausstrecken, und um Hilfe zu bitten.

Ich habe keinen Spieldruck Heute, aber ich habe Angst davor, andere Menschen könnten Erwartungen an mich stellen, die ich nicht (mehr) erfüllen kann. Ich funktioniere eben nicht mehr wie ein Geldspielautomat: Geld einwerfen, Knöpfchen drücken, und gegen die Panzerscheibe Kloppen! Ich brauche einfach Menschen, weil ich als Mensch in Gemeinschaft zu anderen Menschen lebe, nicht nur zu überleben, sondern weil es human ist. Ich denke gerade an das Neandertal, und da war es damals auch schon so, gerade als der Höhlenbär vom Wuppertal rüberschaute, - nee Schreck, wieder der Gedanke an die Krankenkasse, hat niemand erBarmen?

Morgen haben die Geschäfte wieder auf, ich will zum Schreibwarenladen, mir Aktenordner, Registriereinlagen und Markerstifte holen. Kann ich die Kasse bitten, mir die Kosten dafür zu erstatten, oder doch eine neue Ordnerstruktur am Rechner, wenn die Speicherkapazitäten reichen, (1TB)?

Der Sonntag kann ein wirklich angenehmer Tag sein, Den Gottesdienst habe ich in Präsenzform wahrgenommen, allerdings war meine Stimme krätzig, sonst war es gut, etwas real zu erleben, und nicht nur in Konserve, und das Thema: die Zugehörigkeit auch in Situaltionen, die Abgrenzungen schaffen können, so habe ich verstanden, ja das kenne ich ja auch.

Eine Freundin brachte mir Gestern Schnittbohnen aus dem Garten mit. Es war gut, sie zu bearbeiten, und sie liegen gut im Bauch , sie vitalisieren, und das hilft dem Geiste auch auf. Eigentlich ist jetzt ein Zoom - Meeting. Ich habe Kopfhörer auf, blicke in Tablet, sehe mein Gesicht auf dem Monitor, und kann das aushalten. Doch, ich würde mich freuen, wenn jemand dazukommt, so fiele es mir wohl leichter den Blick nach vorne zu richten.

Dienstag ist wieder Präsenzmeeting, ich freue mich darauf!. Ich könnte vorher zum Pflegedienst gehen, als Vollmachtnehmerin, könnte in der Gruppe explizit über das Thema Verhindereungspflege sprechen, weil dort eine liebe Freundin Erfahrungen - und Bereitschaft hat und zeigt, und ich könnte noch mittags jemanden zum Schnittbohnenessen einladen. In ca 40 Minuten kommt die krätige Pflegerin, und dann ist alles wieder gut, einschließlich Tabletteneinnahme und Blutdruck, der ja stabil ist, wenigstens der!

Ich habe mich beim Zoom Meeting verabschiedet, und bin froh, meinen Blues hier reingeschrieben zu haben.  Ich habe keine Angst mehr vor der Nacht, die Alpträume haben nachgelassen.
Und Morgen wird die Sonne wieder aufgehen..

Nur für Heute
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #21 am: 09 August 2021, 08:59:46 »
... geht es mir etwas leichter. Der Brief aus Wuppertal liegt auf meinem Drucker. Also einscannen, und an den Pflegedienst und an den SoVD schicken, oder mich selber auf den Weg machen. Die zweite Möglichkeit scheint mir die Beste zu sein, eben wieder in Beziehung zu gehen, Face to Face, dann gehen die Ängste und Projektionen aus dem Kopf!

Irgendwie habe ich mir schon Gedanken gemacht, was wäre wenn - ich das Pflegegeld verspielen würde, nur damit endlich RUHE in meinem krankhaften Gelddenken einkehrt. Deshalb bin ich auch meiner Selbsthilfegruppe so dankbar, zumal ich auch Antworten bekomme, die außerhalb der Spielsucht stehen, und zwar explizit mit der Häuslichen Pflege. Nun fällt die Gruppe Dienstag aus, und ich will da nicht alleine rumsitzen. Ist ja schön, wenn soviele Menschen das selbstzerstörerische Glücksspiel sein lassen können!
Ja bei mir ist es nun einmal mein Gefühlsleben, da brauche ich immer wieder Ordnung!

Tagebuch schreiben, wenn der Vulkan ausgebrochen ist, oder eine tägliche Inventur im Inneren, so wie es das Programm meiner Gruppe anregt?  Den Garten einer Freundin gießen, eine Tasse Kaffee beim Pflegedienst genießen, und eine Fahrt mit der Schwebebahn mir als Ziel setzen, weil ja eigentlich Eisenbahn & Co mein Hobby ist.

Gutes Gelingen wünsche ich uns allen
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #22 am: 09 August 2021, 17:55:29 »
Zitat
Irgendwie habe ich mir schon Gedanken gemacht, was wäre wenn - ich das Pflegegeld verspielen würde, nur damit endlich RUHE in meinem krankhaften Gelddenken einkehrt.

Hallo Andreas,

um was drehen sich deine krankhaften Geldgedanken? Um echte Geldprobleme oder weil du denkst, du hast Geldprobleme?
Bei mir ist es z.B. so,das ich eigentlich ganz gut klar komme,ich kann meine Schulden abbezahlen und ein bisschen was zurücklegen,ansonsten lebe ich sparsam und überlege genau,für was ich Geld ausgebe. Ich habe meine Pläne im Kopf,was ich mir wann neu leisten kann. Kommen außergewöhnliche, unvorhergesehene Kosten dazwischen,weil was kaputt gegangen ist,womit ich erst in 3-4 Jahren gerechnet habe,geht bei mir auch kurz das Kopfkino an. Mmh ,gehste mal kurz was in den Automaten investieren, dann kannste dir das schneller oder überhaupt neu kaufen.
Das ist eigentlich Blödsinn,denn wenn ich meine Pläne etwas anpasse,etwas flexibler reagiere ,dann krieg ich das auch hin. Die katastrophen Gedanken machen mich halt sehr nervös,daran muss ich arbeiten.

Was bei dir die Züge und Zugfahrten sind, sind bei mir die Schallplatten,aber auch CDs, dass ist u.a. mein Hobby,da kaufe ich mir gerne mal ne gebrauchte ältere Scheibe und mal eins auch ne neue. Das ist was für die Seele.

Ich hoffe ,du hast deine Geldgedanken im Griff und lässt dich nicht von ihnen zum Spielen verführen.
Struktur ist gut,meine Geldpläne und Ausgaben halte ich auch schriftlich im Handy fest.

Bleib sauber, erstmal nur für diesen heutigen Tag......

LG Wolke

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #23 am: 09 August 2021, 20:39:11 »
Hallo Wolke,

ich habe vor ein paar Wochen eine Zahlung an Pflegegeld erhalten,  weil es nicht in Anspruch genommen wurde. Nun habe ich einen Antrag auf Verhinderungsrente gestellt. Der Grund ist wohl, daß sich meine Schwester um mich gekümmert hat, und dieses nun nicht mehr will und kann. Jetzt geht , von der Pflege aus, ein Antrag auf Verhinderungspflege an die Krankenkasse. , die will eine Freundin für mich übernehmen. Mit der Pflege und in der Antragstellung ist das auch so geregelt. Nun weiß ich nicht, bekommt meine Schwester noch Pflegegeld, bekommt es jetzt die Freundin, muß ich das zurück an diue Pflegekasse zahlen, und was wäre, wenn ich wunschgemäß es nutzen würde, meine Wohnung besser umzugestalten. Dazu will die Freundin mir helfen, und ich habe schon eine Bewilligung für den Umbau der Dusche, aber das liegt auch noch bei der Wohnungsgenossenschaft. Mir fehlt dabei einfach eine klare Struktur! Nun habe ich mich auf einigen Seiten durchgelesen, es ist kaum möglich mit dem SoVD einen Gesprächstermin zu finden, ich möchte eigentlich nur einen klaren Plan haben, wie ich mit den Geldern umgehe.
Der Pflegedienst rief mich deshalb Heute an, ich schickte das Schreiben dorthin, und der Freundin schickte ich es auch noch. Vielleicht reicht es, wenn sie dazu ferner einen Kalender führt? Wir werden es herausfinden.

Das Wesen vom Geld zu verstehen, ist und bleibt bei mir immer mit Inventurarbeit in Verbindung. Nein, ich habe keinen vordergründigen Spieldruck, nur die Angst, vor der Angst, das Geld könnte zum Spielgeld mutieren. Mir ist bewußt, daß ich gespielt habe, um tiefgründig verlieren zu wollen, und da bin ich nicht der einzige Spieler! Es war gut, eben mit der Freundin Heute über das Prozedere, und das Erkennen der Suchtkrankheit zu sprechen.

Das Schreiben bringt mir ja vor allem den Verstand wieder in Klarheit, gut ist es darüber zu teilen.
Liebe Grüße
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #24 am: 09 August 2021, 21:17:17 »
Hey Andreas,

ok,kann ich gut verstehen, das du alles schnell geklärt haben möchtest. Vor allem ,wenn es nicht nur um das Geld geht,sondern auch ,wer jetzt für was zuständig ist. Behördengänge,Pflegedienste,Krankenkassen, ist nicht immer einfach sich da zurechtzufinden, den richtigen Ansprechpartner zu haben, der einem da etwas durch den Dschungel hilft.

In der Therapie habe wir auch übers Katastrophendenken gesprochen, dran gearbeitet.
Irgendwo hab ich noch die Übungsblätter,muss sie mal suchen ,hab die Sachen gut versteckt. Die Angst vor der Angst,was wäre wenn ,was könnte eintreffen. Ich habe mich auch immer mehr verrückt gemacht,als nötig. Sowas raubt einem Kraft und Schlaf. Ich kann es leider nicht immer in jeder Situation ablegen bzw ganz verhindern,aber ich kann ja bei jedem Problem, bei jeder Sorge wieder neu dran arbeiten. 

Ich wünsche dir ,das sich alles schnell regelt und du das Geld behalten darfst und du deine Wohnung damit nach deinen Wünschen umgestalten kannst,dann kannst du besser planen.

LG Wolke




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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #25 am: 23 August 2021, 10:05:08 »
... bin ich endlich wieder einmal über das vergangene Wochenende dankbar. Ich brauchte diese lange Zeit in Ödnis nicht miesepeterig auszusitzen, und allenfalls meine Depries schieben.

Am Freitag Abend ist Pflegedusche, und danah ein Zoom - Meeting, das für mich viel bedeutet, geht es mir doch zentral um das Thema Co - abhängigkeit incl. Helfersyndrom. Am Samstag hbe ich einen Spaziergang durch das größte Baugebiet meiner Heimatstadt gemacht, und war froh, mich auf einen Schleichweg zu finden, der mich in eine wunderbare Baumallee brachte. Dort setzte ich mich auf eine Bank, das Telefon klingelte, ein Freund rief an, und wir hatten das Thema: "Tagebuch führen"! Der Inhalt und der Kern sollte sein: wenn ich Heißhunger bekomme, habe ich alsbald die Schnauze voll, oder kann ich auf geistige und emotionale Zuwendung zugreifen. Also, welche Ruhe und Energie gibt mir ein geplanter oder spontaner Spaziergang, was ändert sich draußen, was kann sich an mir verändern?

Gestern Abend wieder Zoom - Meeting: ich dachte, "wenn sich niemand anders einwählt, kann ich am Rechner ja nach gutdünken rumklicken, brauche mich nicht anstrengen, niemand fordert mich, niemand erwartet etwas von mir". Zwei Teilnehmerinnen wählten sich ein, und es wurde ein intensives Meeting. Es gibt Dinge, die ich nicht kontrollieren kann. Menschen , Tiere sind Subjekte, sind Persönlichkeiten, manche verweilen in der Sababurg, und träumen davon, wachgeküsst zu werden, und manche machen sich so klein, daß sie allenfalls in der Küche des Schlosses sitzen, und es unwahrscheinlich scheint, daß sie großartige Köche sind.
Einem Menschen möchte ich gerne ein Lob aussprechen, für etwas, daß er einem Dritten gegenüber hilfreich getan hat. Ich kenne die Tücke der Sucht, eine positive Einschätzung eines süchtigen Menschen kann zu einem Rückfall dessen führen. Das einzige, was ich tun kann, ist einfach nur da zu sein, so wie Gestern Abend die beiden Teilnehmerinnen an der Zoom - Konferenz. Das ist der einfachste Schritt in die Genesung. Meine frühere Erkenntnis: "in einem Meetingsraum hängen keine Spielautomaten" haben nichts an Bedeutung verloren, durch das Netzt treten weitere Gefahren auf. Es ist scher für mich, die Rechtssachen hier im Forum zu lesen, aber ich bin dankbar, daß es Menschen gibt, die das beratend und begleitend tun.

Gestern Vormittag blieb ich Zuhause, hatte immer wieder Arien und Chöre einer Klassischen Oper im Ohr, und sang diese oft einfach auch mit. Gerade im Tenor war das prickeln, aber dann wollte ich mir die ganze Oper auf Youtube anhören. Das wurde ein Vollbad für mein Gefühlsleben, und es darf sein, daß ich mal kräftig durchgerührt bin, Taschentücher verbrauche, und dadurch aktiv am Leben teilnehmen mag.

Danke für das Teilen
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #26 am: 25 August 2021, 08:05:22 »
...  habe ich in den Nachrichten gelesen, dß ein 80 jähriger Musiker aus London gestorben ist. Es erschüttert mich geradezu , denn eigentlich gelten die Musiker seiner Kapelle als unsterblich, bis auf den, der im Swimming - Pool tot rumschwamm. Es sind Geschehnisse, aber auch Geschichten, die mich in meiner Zeit begleiteten, als i mein unbekanntes kleines ich , sich zum Mann entwickeln wollte, und es nur latent im Unterbewußten schaffte. Im Jahr 1967 habe ich mir in einem Schallplattengeschäft eine Single von meinem eigentlich nicht vorhandenen Taschengeld gekauft, und so wie ich die Groschen zusammenkramte, muß es mir wichtig gewesen sein. Der Schallplattenladen war an dem Platz, an dem zwei Jahre vorher die Queen und ihr Prinzgemahl im offenen Mercedes 600 Pullmann an der jubelnden Menge vorbeifuhr. und ich mein Fähnlein schwenkte. Nie habe ich herausgefunden, was auf der Single die A - Seite und die B - Seite war, es waren beide Songs, die meinen Nerv trafen. Das stillere ruhige Lied lernte ich auswendig,, auch wenn ich ja eigentlich kein Englisch kann, lediglich ein paar Liedtexte haben mich je interessiert.  besonders hat mir gerade das taktangebende Schlagzeug gefallen. Im Jahr 1990 durfte ich es dann live im Niedersachsenstadion erleben, ich bin gerade zu der Zeit spielfrei geworden!

Ich schreibe Tagebuch, weil das Älter werden mir zu schaffen macht. Gleich kommt die Pflegerin, und ich habe auf youtube das Lied mir angehört:

there is no time to lost, i heart her say,
catch your dreams before will slip away,
dying all the time,
lost your dreams before will lost your mind,
like's aint unkind?

Good bye Charly, R.I.P.


Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #27 am: 25 August 2021, 10:57:35 »
Moin Andreas, freue mich immer, von dir zu lesen. Zu meiner Zeit gab's noch Preisbindung für Singles, ich glaube 6 mark. Und 18 für LP. Das war ne Menge Geld und da musste schon mal auf Weihnachten gewartet werden.
Ich musste mir mit meiner Brüder ein Zimmer teilen, der war älter und hatte die Hoheit über das was gespielt wurde.
So habe erst sehr spät einen eigenen musikgeschmack entwickelt. Meine erste Platte war dann Reinhard Mey.,.. "es gibt keine Maikäfer mehr...."
Habe einen schönen Tag und viele Grüße

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #28 am: 27 August 2021, 12:39:06 »
Hallo Balduin,

Danke für die Antwort, tut gerade gut. Ja die Maikäfer, nicht die aus Pommern, sondern aus der Ostheide, veranstalten immer am 1. Mai ein Maikäfertreffien, und das in einer Stadt, in de VWN für "Bulli" steht. Zweimal war ich jetzt nicht dabei, aber das Lied von Reinhard Mai passt schon gut. Die Zeit verändert viel, Vertrautes geht vorbei.


Gestern habe ich 1 1/2 Stunden im Wartezimmer gesessen, erst ntv auf dem Monitor geguckt, bis ich nicht mehr wußte, wer da Bundesgesundheitsminister und wer Chef der Eisenbahn Gewerkschaft war. Gut war, mich den Arzthelferinnen zu zeigen, und 2 Becher Wasser halfen auch, als die Verlassenheitsaenste zu Kopf stiegen. Der Doktor sah überarbeitet aus, ich freute mich, ihn wieder zu sehen. Die Ultraschalluntersuchung und seinen Bericht dazu habe ich genossen. Beim Aufstehen von der Liege schwindelte mir, und der Arzt mahnte zu Ruhe und Bedacht.
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #29 am: 27 August 2021, 13:28:43 »
Bei uns fährt immer ein alter T1 durch die Gegend, vom Maikäfertreffen habe ich schon gehört.

Hatte mich längere Zeit mit einer Frau (29) - also 25 Jahre jünger als ich, unterhalten. Wir kamen auf das Thema Auto und auf die Frage, welche Autos sie mag, sagte sie: Oldtimer.

Ok, ich dachte sofort an einen Mercedes aus den 50 Jahren oder einen Karman Ghia. Hab sie dann gefragt, welches Modell sie besonders gut findet. Dann kam: "Golf II"
Oh? Das sind jetzt Oldimer? Jetzt wurde mir klar, dass ich selbst schon der Oldtimer bin :-)
Bin aber gesund und habe durch den Spielsucht-Stopp wieder ganz viel Freude im Leben. Mir geht's richtig gut, mit viel Unterstützung des Forums.

Deshalb bleiben hoffentlich die "alten Hasen", wie du dem Forum noch lange erhalten.
« Letzte Änderung: 27 August 2021, 13:30:15 von Balduin »

 

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