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An diesem heutigen Tag

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #45 am: 30 Oktober 2021, 21:47:49 »
Hallo =)

Folgende Worte von dir haben mich angesprungen:

Der Umgang mit Geld ist für mich wie das Glas für den Alkoholiker.

Dafür sage ich mal einfach danke, da hat in meinem Kopf etwas gefunkt, das werde ich mir merken.


Schönen Sonntag

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #46 am: 28 November 2021, 10:16:42 »
.. habe ich im 4 Uhr morgens mein Bett frisch bezogen. Vorher war ich noch im Bad, und habe mich gewaschen, Das Leben ändert sich halt mit der Zeit. Gerade kam die Pflegerin, und erzählte von meinem Missgeschick. Dann erklärte sie mir, 3 Tassen Kaffee zum Frühstück zu trinken, weil mein - Blutdruck etwas niedrig war, und daß sie abends 25 KM Anfahrt hätte, um mich zu besuchen. Ich bat sie, zur gegebenen Zeit anzurufen, gerade, weil ich dann in einer Videokonferenz bin.

Ich bin mit mir mehr denn im Reinen, mich weiter an Meetings zu beteiligen, dafür habe ich gute Impulse gefunden. Da ist die Arbeitgeberin, die einen spielsüchtigen Mitarbeiter hat, da ist die junge Frau, die unter ihrer Bulämie leidet. Manchmal ist es nur ein Telefonat, immer wieder suche ich nach Hinweisen, wann , wie und wo sich Hilfe finden lässt. Danke für die Anfrage in den PN, s zum Thema Telefon - und Online - Meetings. Um Anfragen anzunehmen, und um Antworten zu finden, braucht es Recherche. Mit Besserwisserei gerate ich nur in den Rückfall.

Ich habe meine Spiel - Sucht nicht at acta gelegt, nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel. Kontakte sind ein wertvolles Werkzeug für meine Genesung, und halten mich fern von meinen Süchteleien, eben den Süchten, von denen ich noch nicht abstinent bin. .

Gerade weil diese Suchttrabanten das Körperbild und die Libido beeinflussen, ist menschlicher Kontakt für mich so wichtig. Auch ist es mir wichtig, mich nicht überheblich oder minderwertig zu fühlen. Überheblichkeit, ist das ein übersteigertes Minderwertigkeitsgefühl? Das sind Fragen, die mir alleine nicht beantworten kann.

Was anderes: Gestern kam eine Nachricht von einer Dame, die mir beim Wohngeldantrag helfen will. Das ist eine Einrichtung vom Kommunalen Seniorenservice. Für mich sind diese Anträge Folgeanträge, und eigentlich Rutine, aber nun kommen eine Rentenerhöhung, Fragen zur Pflege, wie Anrechnung der Verhinderungspflege dazu, und daß sich dadurch mein Kontostand erhöht hat. Bei Geldsachen drücken mich wieder sie Sozialen Ängste, vielleicht habe ich ja gespielt, damit ich blos kein Geld habe, und mich damit rumzuquälen brauche? Die Dame bringt eine junge Kollegin mit, die sie in den Job einführen will.

Genau das ist im Kern mein innerstes Bestreben. Das, was ich reichlich geschenkt bekommen zu haben, auch weiterzugeben. Das alleine macht meine Spielfreiheit wertvoll und kostbar, dafür brauche ich nichts besonderes zu tun, eigentlich nur Augen Mund, Ohren und Herz öffnen, und es werden sich Wege auftun.

Die Pflegerin stellt in ihren Whatts App Status Bilder ihrer Familie ein. Wenn das ein Grund ist, lieber Sonntag Abend im Kreise der Lieben zu sein, dann kann ich das verstehen. Ihre Arbeit an mir und mit mir ist einwandfrei, weil sie mich auch anspornt selbstständig zu sein. Eigentlich braucht sie mich nur an die vielen Tabletten erinnern, für den Rest ist bestens vorgesorgt. :)

Danke für das Teilen
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #47 am: Gestern um 20:59:27 »
... habe ich meine Zweifel gespürt, alles schaffen zu können. Nun warte ich auf meine Pflegerin, ich gebe zu, mit Sehnsucht, ach ja... ::)

Es ist alles so gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe;

ich  bin nach dem Frühstück zur Wassergymnastik gefahren, das Schwimmbad ist noch geöffnet, ab Morgen gilt G2-, und genau darüber haben wir viel gesprochen, wahrend wir uns im Becken aufwärmten. Es war ein Gefühl tiefer Verbundenheit dabei, eine Gruppe, die zueinander steht, auch wenn wir uns nur lose kennen. Ein Geschenk für mich, wie anschließend der Besuch in der Bäckerei . Allerdings, der digitale Impfpass und die Luca - App gehen leicht von der Hand.

Abends war ich noch in der Selbsthilfegruppe, eigentlich unter Vorbehalt, dann aber, weil ich merkte, es geht mit mir wieder Aufwärts, die Depression verliert an Raum, also Nutze den Tag. Es war ein schönes Meeting.

Nun war sie da, ich habe von meinen pflegereevanten Themen gesprochen, der Blutsruck war etwas erhöht,
aber das muß nicht an den Tabletten lieben.

Eine Gute Nacht


Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #48 am: Heute um 09:38:55 »
Hallo Andreas
Danke fürs teilen :).
Ich bin jetzt ca drei Jahre spielfrei und bin dankbar für die alten Hasen, die mir damals zur Seite gestanden haben.
Leider sind ein paar weg .. und viele neue bleiben nicht...

Mir geht es rundweg gut. Außer dass mir meine Arbeit nicht mehr so leicht von der Hand geht. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Ich würde dir eine schöne Adventszeit mit guten Begegnungen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #49 am: Heute um 10:55:22 »
... habe ich mein Haushaltsbuch für Dezember eingestellt und aktualisiert. Wahrscheinlich werde ich Mittwoch - Vormittags nicht mehr beim Bäcker gegenüber dem Therapiezentrum sein können, das spart jeweils 5,00€, die iieber ausgeben würde, als mich mit G2+ rumzuschlagen. Immerhin, die Schnelltestzentren haben geöffnet, und Geduld lässt sich ja üben.

Ich weiß so auch gar nicht, ob ich in der Adventszeit in die Kirche zum Gottesdienst gehe, wohl aber gerne zu einer stillen Andacht.

Bei uns in der Marktkirche soll ein Fenster eingebaut werden, daß eideutig diabolische Züge hat, und alle Beteiligten wissen, daß der Künstler der das Fensterbild erstellt hat, der Kirche gegenüber sehr kritisch und abweisend gegenüber steht.
Warum ich vermute, daß dort ein Beziehungsklüngel auf allerhöchstem Niveau stattfindet, daß die Ex - Bischöfin mit dem Ex - Kanzler haben mag, es geht da wohl so manches mit meiner Fantasie durch.
Allerdings, wo und wie in der Politik geklüngelt wird, kann jedermann auch hier im Forum lesen leider nicht nur in einem Bagatellbereich.

Also, was will der Künstler uns damit sagen? Seine Aussage zur Sixtinischen Kapelle in Rom beruft sich auf ein Comik, daß auf eine Decke gepinselt wurde. Das ist eine fachliche Darstellung, zweifelsfrei!  Mein Vater hat nach seiner Arbeit als Graphik - Designer Wandteppiche geknüpft. Einige wurden unter Beachtung in der Marktkirche ausgestellt. Die künstlerisch Verantwortliche der Kirche wollte einen Wandteppich als Dauerleihgabe hanen. Meine Schwestern haben dieses mit Händen und Füßen abgelehnt. So ist in der Marktkirche eine kahle Wand zu sehen, und der Teppich mieft in Schwesters Keller vor sich hin. Mein Vater war halt kein Christ, er war Naturfreund, und ich weiß noch, wie er mit meiner damaligen Frau sich über das Thema Kunst und Natur gestritten hat. Darüber bin ich meiner Ex- immer nocht zutiefst dankbar. Er malte gegenstandslose Bilder, im Expressionismus, deren Inhalt das Farbenspiel untereinander war.. Ich weiß, daß er darin sein Seelenleben beschrieben hat, weil er wohl kriegsgeschädigt nicht darüber sprechen konnte. Ich weiß auch, wie mein Vater sich am Karfreitag zurückzog, um die Matthäuspassion von J.S.Bach zu hören, es war sein Weg in die Demut und sein Weg zu Gott.

Mir kommen gerade die Tränen. Nach der REHA eines Schlaganfalls, er war 80 Jahre alt, schenkte er der Diakovre - Klinik einen Wandteppich, der dort in der Marienkapelle seinen Platz fand. Erst in dieser REHA habe ich meinen Vater kennen gelernt, und ich weiß Dinge von ihm, die er weder seinen Frauen, noch seinen Töchtern anvertrauen konnte, und natürlich wissen meine Schwestern was von ihm, das ich nicht weiß. Es fügt sich aber zusammen, wie ein Puzzle, und das sieht aus, wie ein kuterbunter Wandtepich.

Persönlich - ich kann allesfalls therapeutische Bilder malen, dafür bin ich den Kliniken dankbar, aber ich habe es gelernt, mir Bilder zu betrachten, wie es dem auch sein,
hier bin ich meines Vaters Sohn.

Puh, nicht einfach zu schreiben, aber meine Motivation wieder meine Ausflüge, meine Betrachtungen zu beschreiben, sind mehr als eine Therapieaufgabe, für mich bleibt es eine Lebensform.

Danke für das Teilen.
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #50 am: Heute um 11:01:50 »
Danke Balduin für Deine Rückmeldung,

ja, wir können alle nur unseren vorgezeigten Weg gehen. Jede, jeder Süchtige kann sich aber entscheiden, welcher Weg für ihn gerade gangbar ist. Es kommt nur daraf an, welche Tür gerade offen steht, und ob ich gewappnet bin, dann im Raum meinen Platz zu finden.
Mit Präsenzmeetings wird es zur Zeit wenig gehen, und digital können wir uns nicht umarmen.
Uns gegenseitig Trost und Mut und Kraft zusprechen, auch schriftlich, das bleibt uns ,
wir müssen nur wachsam sein.

Schön von Deinen 3 spielfreien Jahren zu lesen.

Liebe Grüße
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

 

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