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An diesem heutigen Tag

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #45 am: 30 Oktober 2021, 21:47:49 »
Hallo =)

Folgende Worte von dir haben mich angesprungen:

Der Umgang mit Geld ist für mich wie das Glas für den Alkoholiker.

Dafür sage ich mal einfach danke, da hat in meinem Kopf etwas gefunkt, das werde ich mir merken.


Schönen Sonntag

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #46 am: 28 November 2021, 10:16:42 »
.. habe ich im 4 Uhr morgens mein Bett frisch bezogen. Vorher war ich noch im Bad, und habe mich gewaschen, Das Leben ändert sich halt mit der Zeit. Gerade kam die Pflegerin, und erzählte von meinem Missgeschick. Dann erklärte sie mir, 3 Tassen Kaffee zum Frühstück zu trinken, weil mein - Blutdruck etwas niedrig war, und daß sie abends 25 KM Anfahrt hätte, um mich zu besuchen. Ich bat sie, zur gegebenen Zeit anzurufen, gerade, weil ich dann in einer Videokonferenz bin.

Ich bin mit mir mehr denn im Reinen, mich weiter an Meetings zu beteiligen, dafür habe ich gute Impulse gefunden. Da ist die Arbeitgeberin, die einen spielsüchtigen Mitarbeiter hat, da ist die junge Frau, die unter ihrer Bulämie leidet. Manchmal ist es nur ein Telefonat, immer wieder suche ich nach Hinweisen, wann , wie und wo sich Hilfe finden lässt. Danke für die Anfrage in den PN, s zum Thema Telefon - und Online - Meetings. Um Anfragen anzunehmen, und um Antworten zu finden, braucht es Recherche. Mit Besserwisserei gerate ich nur in den Rückfall.

Ich habe meine Spiel - Sucht nicht at acta gelegt, nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel. Kontakte sind ein wertvolles Werkzeug für meine Genesung, und halten mich fern von meinen Süchteleien, eben den Süchten, von denen ich noch nicht abstinent bin. .

Gerade weil diese Suchttrabanten das Körperbild und die Libido beeinflussen, ist menschlicher Kontakt für mich so wichtig. Auch ist es mir wichtig, mich nicht überheblich oder minderwertig zu fühlen. Überheblichkeit, ist das ein übersteigertes Minderwertigkeitsgefühl? Das sind Fragen, die mir alleine nicht beantworten kann.

Was anderes: Gestern kam eine Nachricht von einer Dame, die mir beim Wohngeldantrag helfen will. Das ist eine Einrichtung vom Kommunalen Seniorenservice. Für mich sind diese Anträge Folgeanträge, und eigentlich Rutine, aber nun kommen eine Rentenerhöhung, Fragen zur Pflege, wie Anrechnung der Verhinderungspflege dazu, und daß sich dadurch mein Kontostand erhöht hat. Bei Geldsachen drücken mich wieder sie Sozialen Ängste, vielleicht habe ich ja gespielt, damit ich blos kein Geld habe, und mich damit rumzuquälen brauche? Die Dame bringt eine junge Kollegin mit, die sie in den Job einführen will.

Genau das ist im Kern mein innerstes Bestreben. Das, was ich reichlich geschenkt bekommen zu haben, auch weiterzugeben. Das alleine macht meine Spielfreiheit wertvoll und kostbar, dafür brauche ich nichts besonderes zu tun, eigentlich nur Augen Mund, Ohren und Herz öffnen, und es werden sich Wege auftun.

Die Pflegerin stellt in ihren Whatts App Status Bilder ihrer Familie ein. Wenn das ein Grund ist, lieber Sonntag Abend im Kreise der Lieben zu sein, dann kann ich das verstehen. Ihre Arbeit an mir und mit mir ist einwandfrei, weil sie mich auch anspornt selbstständig zu sein. Eigentlich braucht sie mich nur an die vielen Tabletten erinnern, für den Rest ist bestens vorgesorgt. :)

Danke für das Teilen
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #47 am: 30 November 2021, 20:59:27 »
... habe ich meine Zweifel gespürt, alles schaffen zu können. Nun warte ich auf meine Pflegerin, ich gebe zu, mit Sehnsucht, ach ja... ::)

Es ist alles so gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe;

ich  bin nach dem Frühstück zur Wassergymnastik gefahren, das Schwimmbad ist noch geöffnet, ab Morgen gilt G2-, und genau darüber haben wir viel gesprochen, wahrend wir uns im Becken aufwärmten. Es war ein Gefühl tiefer Verbundenheit dabei, eine Gruppe, die zueinander steht, auch wenn wir uns nur lose kennen. Ein Geschenk für mich, wie anschließend der Besuch in der Bäckerei . Allerdings, der digitale Impfpass und die Luca - App gehen leicht von der Hand.

Abends war ich noch in der Selbsthilfegruppe, eigentlich unter Vorbehalt, dann aber, weil ich merkte, es geht mit mir wieder Aufwärts, die Depression verliert an Raum, also Nutze den Tag. Es war ein schönes Meeting.

Nun war sie da, ich habe von meinen pflegereevanten Themen gesprochen, der Blutsruck war etwas erhöht,
aber das muß nicht an den Tabletten lieben.

Eine Gute Nacht


Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #48 am: 01 Dezember 2021, 09:38:55 »
Hallo Andreas
Danke fürs teilen :).
Ich bin jetzt ca drei Jahre spielfrei und bin dankbar für die alten Hasen, die mir damals zur Seite gestanden haben.
Leider sind ein paar weg .. und viele neue bleiben nicht...

Mir geht es rundweg gut. Außer dass mir meine Arbeit nicht mehr so leicht von der Hand geht. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Ich würde dir eine schöne Adventszeit mit guten Begegnungen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #49 am: 01 Dezember 2021, 10:55:22 »
... habe ich mein Haushaltsbuch für Dezember eingestellt und aktualisiert. Wahrscheinlich werde ich Mittwoch - Vormittags nicht mehr beim Bäcker gegenüber dem Therapiezentrum sein können, das spart jeweils 5,00€, die iieber ausgeben würde, als mich mit G2+ rumzuschlagen. Immerhin, die Schnelltestzentren haben geöffnet, und Geduld lässt sich ja üben.

Ich weiß so auch gar nicht, ob ich in der Adventszeit in die Kirche zum Gottesdienst gehe, wohl aber gerne zu einer stillen Andacht.

Bei uns in der Marktkirche soll ein Fenster eingebaut werden, daß eideutig diabolische Züge hat, und alle Beteiligten wissen, daß der Künstler der das Fensterbild erstellt hat, der Kirche gegenüber sehr kritisch und abweisend gegenüber steht.
Warum ich vermute, daß dort ein Beziehungsklüngel auf allerhöchstem Niveau stattfindet, daß die Ex - Bischöfin mit dem Ex - Kanzler haben mag, es geht da wohl so manches mit meiner Fantasie durch.
Allerdings, wo und wie in der Politik geklüngelt wird, kann jedermann auch hier im Forum lesen leider nicht nur in einem Bagatellbereich.

Also, was will der Künstler uns damit sagen? Seine Aussage zur Sixtinischen Kapelle in Rom beruft sich auf ein Comik, daß auf eine Decke gepinselt wurde. Das ist eine fachliche Darstellung, zweifelsfrei!  Mein Vater hat nach seiner Arbeit als Graphik - Designer Wandteppiche geknüpft. Einige wurden unter Beachtung in der Marktkirche ausgestellt. Die künstlerisch Verantwortliche der Kirche wollte einen Wandteppich als Dauerleihgabe hanen. Meine Schwestern haben dieses mit Händen und Füßen abgelehnt. So ist in der Marktkirche eine kahle Wand zu sehen, und der Teppich mieft in Schwesters Keller vor sich hin. Mein Vater war halt kein Christ, er war Naturfreund, und ich weiß noch, wie er mit meiner damaligen Frau sich über das Thema Kunst und Natur gestritten hat. Darüber bin ich meiner Ex- immer nocht zutiefst dankbar. Er malte gegenstandslose Bilder, im Expressionismus, deren Inhalt das Farbenspiel untereinander war.. Ich weiß, daß er darin sein Seelenleben beschrieben hat, weil er wohl kriegsgeschädigt nicht darüber sprechen konnte. Ich weiß auch, wie mein Vater sich am Karfreitag zurückzog, um die Matthäuspassion von J.S.Bach zu hören, es war sein Weg in die Demut und sein Weg zu Gott.

Mir kommen gerade die Tränen. Nach der REHA eines Schlaganfalls, er war 80 Jahre alt, schenkte er der Diakovre - Klinik einen Wandteppich, der dort in der Marienkapelle seinen Platz fand. Erst in dieser REHA habe ich meinen Vater kennen gelernt, und ich weiß Dinge von ihm, die er weder seinen Frauen, noch seinen Töchtern anvertrauen konnte, und natürlich wissen meine Schwestern was von ihm, das ich nicht weiß. Es fügt sich aber zusammen, wie ein Puzzle, und das sieht aus, wie ein kuterbunter Wandtepich.

Persönlich - ich kann allesfalls therapeutische Bilder malen, dafür bin ich den Kliniken dankbar, aber ich habe es gelernt, mir Bilder zu betrachten, wie es dem auch sein,
hier bin ich meines Vaters Sohn.

Puh, nicht einfach zu schreiben, aber meine Motivation wieder meine Ausflüge, meine Betrachtungen zu beschreiben, sind mehr als eine Therapieaufgabe, für mich bleibt es eine Lebensform.

Danke für das Teilen.
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #50 am: 01 Dezember 2021, 11:01:50 »
Danke Balduin für Deine Rückmeldung,

ja, wir können alle nur unseren vorgezeigten Weg gehen. Jede, jeder Süchtige kann sich aber entscheiden, welcher Weg für ihn gerade gangbar ist. Es kommt nur daraf an, welche Tür gerade offen steht, und ob ich gewappnet bin, dann im Raum meinen Platz zu finden.
Mit Präsenzmeetings wird es zur Zeit wenig gehen, und digital können wir uns nicht umarmen.
Uns gegenseitig Trost und Mut und Kraft zusprechen, auch schriftlich, das bleibt uns ,
wir müssen nur wachsam sein.

Schön von Deinen 3 spielfreien Jahren zu lesen.

Liebe Grüße
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #51 am: 06 Dezember 2021, 09:40:05 »
... denke ich über mein kleines Zoom - Meeting für Menschen mit Essstörungen nach: für mich war klar, ich werde dort alleine sitzen, und eine insgeheime Sehnsucht bekräftigte mir das auch. Also, eine Viertel Stunde eingewählt bleiben, die Literatur griffbereit halten, und ansonsten die Zeit am PC mit Bilderdateien mir versüßen.
Es erschien auf dem Monitor des Tablets ein Frauengesicht, und nach einem Hallo, fragte ich die jetzt Teilnehmende, ob wir zu zweit ein Meeting beginnen können? Das hat sie bejaht, und ich habe lediglich das Konzept unserer Gruppe erörtert, und dann haben wir ein ordentliches Meeting hingekommen. Irgendwie hätte ich sie zum Abschied gerne umarmt, konnte das aber ausdrücken, und bekam dafür Antwort. Ich weiß nicht, ob diese Frau sich wieder einwählt, oder ob ich mich Heute vielleicht in ein anderes Zoom - Meeting einwähle, ich weiß nur, es ist gerade immer noch eine schwere Zeit für mich. Eine Advent - und Weihnachtsstimmung kommt bei mir nicht auf. Nur das Lied: "Nachts wenn die Wolken schlafen gehen"... bringt mir Verständnis dafür, daß es Adventszeit ist

Schreibpause, den Terminkalender gesichtet, geordnet, muß ich jeden Tag tun, das Chaos im Kopf braucht mehr Ruhe, mehr Verstand, mehr Geduld. Ich sehe immer nur, was noch alles zu tun ist, und mache mir Vorwürfe, es nicht schaffen zu können.
Freitag war eine Dame vom Seniorenservice bei mir, den Weiterführungsantrag auf Sozialgeld zum Wohngeld auszufüllen. Die Frau ist Seniorin, 84 Jahre alt, und hatte die Ruhe weg, mich zu beruhigen, weil mir bei den immer wiederkehrenden gleichlauten Fragen und Einfüllfeldern leicht der Kragen platzt. Der Verstand sagt: die haben alles im Computer gespeichert, die recherieren mit anderen Sozialstellen, z.B. mit der Rentenkasse, die wissen viel mehr als ich , und ich soll das, was ich kaum wei0, in immer wiederkehrenden Formen in den Antrag pinseln. Das ist für mich quälend, , aber genau ein Punkt , an dem ich meine Hände ausstrecken sollte, und um Hilfe zu bitten. Nun liegt der Antrag, fast ausgefüllt am Schreibtisch, Morgen geht es mit dem zur Pflege, wegen Einsetzung des Pflegegrades.. und dann irgendwie zum Amt. An der Wohngeldstelle ist niemand zu erreichen, vielleicht ein Fußweg zum Hochhaus des Sozialamtes. Vielleicht stehen zwei kräftige Männer vor dem Eingangsportal, erklären mir geduldig, daß alles seinen Weg gehen wird, und nehmen mir damit den Umschlag und die Last ab. Der Bus, in Richtung Therapiezentrum zur Lymphdrainage hält gleich in der Nähe. Ich weiß, daß dieses Viertel um das Sozialamt von Bordellen und Spielstätten umgeben ist, und ich will mir gegenwärtig sein, wie Trigger auf mich wirken, Nur für Heute!

Die Pflegering gestern Abend war sehr fürsorglich. Ist es ihr Beruf, ist es ihre Berufung? ich bin mehr davon überzeugt, daß sie nicht näher an mich heran treten will, auch wenn sie sich für meine Urspungsfamilie interessieren möchte. Sie hat mich aber Gestern Abend dahin gebracht, ich quittiere nur, ihrem Gesichtsausdruck entsprechend, daß sie fast sprachlos wurde. Ich frage mich - was wird Heiligabend werden. Gut, ich werde alleine in meiner Wohnung sitzen, und wenn ich den Fernseher einschalte, kann ich nur hoffen, daß nicht Frau Ex - Bischöfin auf der Mattscheibe erscheint, man kann Glauben nicht einem Menschen aufdrücken, Glauben wird gegeben. So in Gedanken bin ich Heute Morgen aufgewacht, und habe an einen armen Schriftsteller, einen Poeten im Paris des 19. Jahrhunderts gedacht, der noch keine Selbstverlage, geschweige Amazon kannte, und vor Verzweiflung un Kälte seine Manuskripte in den Ofen warf, auf daß es warm werden würde. Da klopte es an seiner Tur eine frierende junge Frau stand davor, bat um Licht für ihre Kerze, er nahm ihre Hand, und fing an zu singen. - Ich glaube, das wird mein wirklichkeitsgetreues Weihnachtslied, jedenfalls singt es gerade tief in meinem Herzen, auch wenn ich nicht Luziano Pavarotti heiße.

In diesem Sinne  8) . .
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #52 am: 07 Dezember 2021, 09:30:37 »
... plane ich zum Pflegedienst zu fahren. Dort bekomme ich immer einen Becher Kaffee  :)
Ich habe meinen Fortführungsantrag auf Wohngeld fast fertig, es fehlt noch der Bescheid vom MDK über die Einsetzung der Pflegestufe. Des weiteren habe ich noch Fragen zur Verhinderungspflege, weil die Krankenkasse die Sozialbehörden informiert?
Heute Morgen habe ich schon meinen Kontostand gecheckt, und dias Haushaltsbuch ist vorsorglich geführt. Ich brauche mir eigentlich keine Sorgen machen. Natürlich weiß ich auch, daß ich auch hier in der Wahrheit bleiben muß, aber ich kann mir ja die Wahrheit nicht alleine erzählen, sie wird mir ja nahe gebracht. Ich weiß nur, wenn der Verdacht auf Sozialbetrug besteht, bin ich extrem gefährdet. Das war schon einmal so , als ich beim Grundsicherungs- Amt nach der Befreiung von der Rundfunkgebühr nachgefragt habe. Da hat die Rentenversicherung der Wohngeldstelle Informationen über den Besuch beim Amt für Grundsicherungen geliefert. Und das ist der Grund, warum mich diese Anträge so furchtbar nerven. Die Behörden wissen weitaus mehr über mich, als ich von mir weiß. Im Jahr 1983 haben wir in der Firma über Orson Wells Buch "1984"  diskutiert, und einvernehmlich festgestellt, daß sein Werk schon lange von der Realität überrollt wurde. Nun haben wir das Jahr 2021, und der Gute Geist heißt Jeff, Mark, oder als Pseudonym "Oasis" , Fazit: Ich werde mich Heute auf meine Spielfreiheit besinnen, und nach diesen Wegen habe ich noch einen vorgezogenen Termin der Lymphdrainage. Ich will dort entspannen, und nach meiner inneren Wahrheit forschen, auch wenn der Schlaf schneller ist. ;)


Bis denne
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline Edu

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  • Alles wird gut!
. An diesem heutigen Tag
« Antwort #53 am: 07 Dezember 2021, 17:10:57 »
Ciao Andreas, hab's gefunden.:)
« Letzte Änderung: 07 Dezember 2021, 20:23:23 von Olli »

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #54 am: 08 Dezember 2021, 09:55:04 »
Hallo Edu,

Herzlich Willkommen auch bei uns hier im Forum. Ich freue mich, daß Du dabei bist.
Wenn Du magst, dann auch von mir eine Einladung, Die hier (nicht nur in der Rubrik Tagebuch) einzubringen.

Liebe Grüße
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #55 am: 08 Dezember 2021, 10:35:19 »
Heute Morgen, nachdem die Pflegerin geganen war, erwog ich , eine 3 stellige Telefonnummer anzurufen, um mir dort ein rotes Auto mit zwei freundlichen Herrn im Gelb - grünen Overall zu bringen, um mich in das Landeskrankenhaus zu bringen. Irgendeiner muß ja einmal alles verstehen, und ich will es nur noch verstehen, kann es aber nicht mehr. In unserer Stadt haben wir eine Neurochirogische Klinik mit Weltruf, also dort anrufen: "bitte Kopf abschrauben, die Festplatte defragmentieren, konfigurieren und wieder auf den Hals schrauben. Ansonsten bleibt mir nur der Weg über das Kuckucksnest zu fliegen.

Die Pflegerin kam mit einer medizinischen Maske, forderte mich aber auf, für Morgen eine FFP 2 Maske zu tragen. Ich erwähnte, nur noch eine zu haben, wolle aber in die Drogerie gehen... Beim Frühstück las ich (leider) wieder in der online - Zeitung. Den Mitarbeitern der Testzentren ist von Amtes wegen eine Mittagszeit von einer Stunde zu gönnen, die Impfwilligen müssen dann eben 60 Minuten länger in der Schlange warten. Was fange ich jetzt mit meinem Zeugnis vom Hausarzt an, daß ich vom Tragen einer Maske befreit bin? Darf ich in der Öffentlichkeit überhaupt noch Husten, darf ich nocht Atemnot kriegen, oder soll ich noncharlant meine Herz - Nieren Tablette ins Klo schmeißen? Den Arzt kann ich nicht fragen, der hat keine Mittagpause, allenfalls eine Spritze in der Hand. Ich hoffe aber,, den Doktor am 19. Januar wohl wiederzufinden, auch wenn er dann seine Spritze in meinen Oberarm steckt.

Das Thema Gelassenheit: Gestern war ich in beim Pflegedienst, ich brauchte nur einen Bescheid für das Sozialamt, Wohngeldstelle, für meine Pflegebedürftigkeit, mit Einstellung in die Pflegestufe II. Die Oberschwester hat den ganzen langen Antrag durchgelesen, aus meinem Pflegeordner das Dokument geholt, alles kopiert, alles unmaskiert, und alles in einem wahnsinnigen Streß.
Immerhin, ich kann akzeptieren, daß ich meine Sozialen Ängste nicht beiseite wischen kann, sondern daß sie ein Werkstück für meine Genesung sind, daß ich eine Entscheidung gefällt habe, Hilfe anzunehmen. Der Erfolg war,  mich  zwar noch Heute Morgen selbstverletztend  verbal zu b beschimpfen , das tut mir leid, aber ich nehme es dann wieder mit Humor.

Morgen kommt die Haushälterin wieder. Sie, oder ihre Kinder sind krank, ich denke, ich kenne von ihr die , besser den Auslöser. In der Zeitung lese ich aber nicht die Berichte über Schule , aber schon einmal über Kinderpsychologie....

Vor 13 Jahren war ich bei allerschönstem Winterwetter in einer Psychosomatischen Klinik, auf eigene Wunsch, ohne Reisebegleitung. Es ist, als wäre es Gestern und weil die Klinik im Allgäu liegt, schaute ich mir eine Seite von der Nebelhornbahn an. Die wurde, oder wird erneuert, wie alles sich immer wieder erneuert.
Das Nebelhorn ist der höchste Berg, auf dem ich jemals gestanden habe, in 2.224 Meter Höhe  und mit den MitpatientiInnen den Schneewalzer gesungen und getanzt. habe.

In der ausufernden Sammlung meiner ungelesenen Bücher ist eines, das erzählt von einer Geschichte auf dem Berg. Eigentlich kenne ich diese Geschichte ziemlich gut, aber, man soll sie immer wieder lesen. Alleine der Satz: "Sorget nicht für euer Leben" , ist wie erquickendes Wasser, nach dem meine Seele schreit.

Ich werde mich auf den Wg machen, mit oder ohne Tüte vorm Mund. Was soll s Heute Abend kann ich mich in ein Zoom - Meeting einwählen, das ist dann völlig frei und unmaskiert. vielleicht eine Herzensangelegenheit.

In diesem Sinne

Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #56 am: 10 Dezember 2021, 10:00:23 »
... bin ich aufgewacht mit der Einschätzung, daß es doch eine Routine ist, sein Gebiss zur Reparatur zum Zahnarzt zu bringen. Dann kommt natürlich ein Antrag für Kostenvorbescheid. Heute beim Durchsehen der Banküberweisungen habe ich die Abbuchung der Krankenkasse für die Befreiung von der Zuzahlung gesichtet. Das gilt natürlich nicht für den Zahnersatz, auch nicht für einen Anteil am Schilddrüsenmedikament = 0,51 € Nein, ich will wirklich nicht alles geschenkt bekommen, aber das Ausmaß der Bürokratie regt mich immer noch auf. Der Gedanke, ein dicker Umschlag von mir, mit Antrag, geht durch die Etagen des Sozialamtes, und ich aber nicht mit ihm, beunruhigt mich doch. Mir ist es lieber, den Wohngeldantrag von Angesicht zu Angesicht zu überreichen, aber eingedenk Corona geht es nicht. Die morgentliche Pflegerin kommt mit FFP " Maske und verlangt von mir ja auch eine. Heute klingelte ihr Telefon, und sie sprach im Mümmelton mit ihrer Chefin. Jene möchte ich auch noch anrufen, und mich nach der vertraglich festgelegten Haushaltshilfe, und deren Fortführung erkundigen. Gestern kam der Objektbetreuer der Wohnungsgenossenschaft, begutachtete die Wand an der Duschkabine zur Befestigung eines Klapphockers, und holte sein Paket bei mir ab, das ich an der Tür für ihn angenommen habe. Kann es se4in, wenn ich nachts von meinem früreren Arbeitsplatz träume, daß dieses ein Sehnsuchtstraum ist?

Ich habe mir wieder Adventslieder auf Youtube angesehen unf gehört. Das ist mein Ausgleich, und belebt die Erinnerung daran, daß es Zeiten gab, an denen ich mich auf Weihnachten freute. Da bin ich über den Weihnachtsmarkt gegangen, das hat vor allem seine Geschichten aus meiner Kindheit, und so sehe ich Heute noch Weihnachtsmärkte. Gut zu sehen, wie "Glüchweinmärkte" sich zur Zeit nicht entfalten können. Vielleicht komme ich noch zu einem Rundgang, nehme dann aber die Bergpredigt mit, um mich mit dieser Lektüre in der Marktkirche einzufinden, solange Gott dort noch Platz findet.

Ich fragte mich Gestern warum ich hier meinen Blues einstelle, ist doch ein Glücksspielsuchtforum: Ich kenne die Adventszeit auch son, daß ich auf der Sparkasse einen von meiner Mutter geklauten Scheck einlöste, vom Geld einen Rollkragenpullover kaufte, und leider gefielt jener ihr nicht bei der Bescherung.
Von der Firma gab es das Weihnachtsgeld in einem Umschlag, im Verbund mit einer Weihnachtskarte. Ich saß in der Halle, Umschlag auf, und Schein für Schein wanderte hinaus, und ich schämte mich dafür, vielleicht das erste Mal ein Bewußtsein für Scham und auch für Angst?

Als Junge bin ich über den Weihnachtsmarkt gegangen, hatte vom Taschengeld noch 50 Pfennige übrig, bin zur Losbude gegangen, und gewann - eine gefrorene Ente. Ich fragte mich damals als vielleicht 12 jähriger, ob ich Zuhause Ärger bekommen könnte, weil ich mein Geld für ein Los ausgegeben habe. Es stellte sich aber heraus, daß meine Eltern kein Geld mehr hatte, um am 4. Advent eine Mahlzeit für Sonntag zu bezahlen. Damals habe ich eine Anerkennung erhalten, die ich nicht haben wollte, mir war das eigentlich nur peinlich, und ich habe mir damals gewünscht, in einem gut situiertem Haushalt aufzuwachsen.

Vielleicht sagt mein Rundgang in meine Vergangenheit, mir das Leben wie ein Kind zu betrachten, auch wenn ich als alter Hirte mit meinen Säuen an Heiligabend in die Kirche streunere. Es soll Krippen geben, bei denen ich so dargestellt bin, da bin ich aber auch nicht alleine.

Danke für das Teilen
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #57 am: 10 Dezember 2021, 10:52:44 »
Hallo Andreas,

deine Geschichte mit der gefrorenen Ente hat in mir Erinnerungen geweckt. An Weihnachtsmärkte in unserer Stadt kann ich mich nicht erinnern. Ich weiß aber noch, wie wir in der Ausbildung einen Ausflug zum Christkindlmarkt nach Nürnberg gemacht haben. Das war ja legendär. Aber letztlich auch nix besonderes. Fünf Stunden pro Strecke im Bus gesessen... Aufrengend war es nur, weil ich eine andere Auszubildende toll fand und mich in ihrer Nähe herumgedrückt habe.

In unserer Kirchengemeinden gab es regelmäßig "Groschenkirmiss", da musste man mit z. B . mit 10Pfennigstücken auf Süßigkeiten werfen und wenn es darauf liegen blieb, war es ein Gewinn. Dort habe ich als KInd bei einer anderen Bude mal ein vollautomatisches Feuerwehrauto gewonnen, dass mit Riesenlärm durch die Wohnung gedonnert ist und nach Berührungen mit Widerstand zurückgesetzt ist und  die Richtung gewechselt hat (made in Taiwan). Als Jugendlicher habe ich dann mal auf so einer Kirchengemeindenkirmes beim würfeln goldfarbene Löffen und Steakbesteck gewonnen - davon hab ich immer noch Reste in Benutzung. Geschämt habe ich mich nie. Wir hatten nicht viel Geld, waren aber immer ganz gut versorgt. Zu Weihnachten hat mir mein Vater immer Geld gegeben, damit ich ihm etwas kaufen konnte (eine Packung Zigaretten und eine Flasche Bier ::)

Gewinnspiele auf Jahrmärkten waren für mich immer ein Jahreshighlight. Mein Vater hat mir im hohen Alter berichtet, wie bereits in den Fünfziger Jahren bei Straßentombolas betrogen wurde. Auswärtige Besucher bekamen einen Loseimer mit fast nur Nieten hingehalten und die bekannten Anwohner einen Eimer mit mehr Gewinnen. Bei der Zoolotterie wurde der Hauptgewinn immer erst am letzten Tag zugemischt, weil immer alle fragten, ob der Hauptgewinn noch drin war.

Viele Grüße

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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #58 am: 15 Dezember 2021, 09:21:39 »
Hallo Balduin,

Danke für Deine Rückmeldung und von Deinen Erfahrungen bei Jahrmarktspielen. Das ist alles schon interessant, welches Spektrum die Spielsucht einnehmen kann.

Liebe Grüße
Andreas


Heute habe ich im Bad ein eiskaltes Winterlied gesungen. Ich werde später darüber schreiben  ;)
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Offline andreasg

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Re: An diesem heutigen Tag
« Antwort #59 am: 16 Dezember 2021, 10:22:31 »
... habe ich mir das Lied: "Es ist mitten im Winter ... " angehört, eine Live Aufnahme aus Hamburg, der Stadt, in der ich meine Niederlage vor dem Spielen eingestehen durfte.
 Was für ein Gefühl, die Augen sind noch nicht trocken, aber ich glaube Heute mehr denn je, daß es dabei um die Liebe geht, die keine Liebe ist.

Es ist faktisch Winter, graues Wetter, es ist Advent, und ich habe Angst vor Weihnachten. Die letzten Jahre war der Heiligabend der Horror für mich, bis auf den, an dem ich in der Pauli - Kirchengemeine in Bremen an einem Spieler - Treffen teilnehmen durfte. An diesem Abend habe ich es aber auch verstehen müssen, daß nicht alle Menschen friedlich bleiben können, wenn es um die Liebe geht. Die Liebe ist wie ein tiefer See, das hat hat schon der alte Paule auf seinen Reisen beschrieben, und vielleicht ein See, in dem sich nachts die Sterne spiegeln, und das Nordlicht einen grünen Schleier sendet.
Darüber habe ich meiner damaligen Frau eine Geschichte geschrieben, nach meinem Lieblings - Adventlied. Ich mag mich nicht brüsten, aber das Schreiben dieser Geschichte, besser eines Gedichts, brachte mir eine Ruhe, einen Frieden , eine Dankbarkeit kam in mir auf.

In den 1980er Jahren, als der nun auf youtube eingestelle  Song die Hitparaden stürmte, hätte ich am liebsten das Radio aus dem Fenster geschmissen, wie Unerträglich ist es, kein - Mädchen bei sich zu wissen, die dich mit klaren Worten vom Spielen abhält. Der Schmerz entlädt sich in die Aggression, die Faust haut auf die Panzerrscheibe des Spielautomaten, der mir blöderweise kein Spelgld leihen wollte, damit ich den Schmerz der Einsamkeit verspielnen konnte.

Eine Liebe, die keine Liebe ist, ist eine Abhängigkeit. Im Hitzesommer 2003 las ich in der Klinik das Buch "Keine Angst vor der Nähe", von Anne Wilson Scheaf, ich habe das Buch später dutzendweise verschenkt. Wenn meine Sehnsucht in ein Leiden fällt, dann sieche ich dahin, entferne mich aus dem realen Leben, und Siechen heißt übertragen: Sucht. Die Begierde, einen geliebten Menschen in seiner Nähe zu wissen, ihm alle Liebe zu geben, damit ich von ihm die Liebe bekomme, nach der ich mich so sehne. Aber, das Aushalten, das Annehmen, ein geliebter Mensch zu sein, erscheint unmöglich, die Selbstverletzung hat so viel Raum eingenommen, und ein Spieler überstrapaziert damit sein Gehirn.

Ich entscheide mich, sorgsam mit mir umzugehen, um Vertrauen zu erlenen und vielleicht zu be - greifen, damit die Liebe mich ergreifen kann.

Es gibt Dinge, die ich nicht kann: kontrolliert Spielen, darum bin ich hier, und ich kann nicht singen. Doch - im Bad habe ich einen Freiraum, dort singe ich meine Lieder, das Wasser plätschert aus der Dusche. Heute bekomme ich einen Klappsitz in die Duschkabine geschraubt, dann lassen sich dort  ungeniert Adventslieder singen. Wenn es ein Spiel ist, sich vorzustellen, ich könnte auf der Bühne stehen, eine wunderbare Band würde mich begleiten, das Puplikum schwingt vor Begeisterung, wäre ich dann in der Liebe? Der Therapeut setzt mich schlicht und einfach in die Sitzreihe, dabei sein, das reicht aus, um in der Liebe zu bleiben.
Gleich muß ich in den Nachbarschaftstreffe, zum Klönen bei Kaffee und Kuchen, oder so. Was soll ich dort? Was kann ich denn dort vorführen, was kann ich beweisen, welche Fähigkeiten heben mich ins rechte Licht?

Ich habe den Wusch, einem jungen Mann, der offensichtlich sein Leben verspielt, die Ohren langzuziehen, und ihm die Spielfreiheit einzubläuen! Auch dieser Mensch seht sich nach einer Partnerschaft, er liebt Kinder, es ist musisch sehr begabt. Nein , ihm nicht die Ohren langziehen, ihm keine Streicheleinheiten geben, aber bitte eine Richtschnur, einen roten Faden , den er für sein Leben gestalten kann. Ich habe nicht die Macht darüber, ihn vom Spielen fernzuhalten, ich kann Nur für Heute mich einen Tag zur Zeit vom Glücksspiel fernhalten. Dafür brauche ich keine Heldentaten, keinen großartigen Wohlstand, sondern machmal reicht eine kleine Kammer, in der ich einfach singen kann, auch wenn es nicht so schön ist wie beim jungen Mann, oder dem Rocksänger in der Hansestadt Hamburg! 

Meine schönste Weihnacht als Erwachsener Mensch habe ich in der Klinik im Allgäuu, 2008 erlebt. Damals hatte ich den Wusch, das Patientenkomitee leiten zu dürfen, also wenn Mitpatienten von ihren Vor - und Rückfällen erzählten, wenn Konfrontationen ausgespochen wurden, das alles im Beisein von Therapeuten. Also, ich saß bildlich gesehen auf dem Thron, konnte (endlich) einmal zeigen, was in mir steckt, konnte in der Zusammensetzung den Vermittler zwischen Therapeuten und Patienten geben, aber das war genau nicht mein Therapieplan.

Daran will ich denken, wenn ich den jungen Mann wieder treffe, eine Konfrontation in der Liebe, alleine durch loslassen  vielleicht an einem stillen See, aber kein Casino - am See.

Komm rüber
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