ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

An diesem heutigen Tag

Begonnen von andreasg, 02 Juli 2021, 10:10:11

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Hi,

dir auch frohe Ostern. Danke für deine Zeilen 🙂

.... habe ich gerade mein Haushaltsbuch und meinen Terminkalender gesichtet und gepflegt, Termin umverlegt, Online - Termine aussortiert und manuell notiert, eben das, was ein Rentner so am Tag alles tut.

Gestern habe ich schon am Vormittag eine Email von NDRfragt bekommen, mit meinem Meinungsbild zur Sozialen Lage in Deutschland. Mir war gleich klar, das wird wieder etwas spezielles, aber ich gehöre ja zu den 50.000+ die dabei sind, also ran an die Klamotten. Am Ende des Fragebogens war ich fertig, hatte fertig, und mei Schlußstatement besagte, daß das Thema eine Endlosschleife ist. Ich kann hier im Forum nicht das Gegenteil erkennen... So ausgenüchtert schrieb ich meine Einkaufsliste, die Pflegerin wollte mit mir zum Supermarkt, direkt nach der Krankenqymnastik. Ich empfand beides: KG und Einkauf als potentiell anstrengend, so nahm ich eine Taxe zur Therapiepraxis. Die Krankengymnastik war anstrengend, die Therapeutin lieb, und ich bekräftigte, daß mir die Anwendungen wieder auf die Beine helfen. Nun habe ich nächten Dienstag einen Termin beim Orthopäden, deshalb mußte ich den Termin bei der KG känzeln, Ausweichtermin fällt aus, weil Praxis voll ausgelastet ist. Also Knochen und Muskeln sortiert, schnell nach Hause, ca. 400 m weiter wollte ich aufs Handy schauen, wech, Taschen waren leer, Smartphone weg. Zurück zur REHA - Einrichtung. den Raum durchdorstet, auf dem WC nachgesehen, nichts. Die Rezeptionsdame erbat meine Telefonnummer, und riefe diese an. Eine Stimme meldete sich, verstand kaum Deutsch und sprach auch nicht unsere Sprache. Irdendwie gab der Angerufene das Smartphone weiter an eine Deutschsprechende, es wurde klarer, er hat das auf der Straße gefunden. Dann die Anstrengung, ihn zur Therapiepaxis zu bringen, knapp 100 vm von seinem Standhort, einer belbten Haltestelle aus. Als wir bald die Hoffnung aufgegeben haben, sagte ich mit Widerwillen, "gleich hinter dem Sportwettladen", und auf einmal war er blitzschnell da, und drückte es mir freundlich in die Hand. Ich griff zu meinem Geldbeutel, und er verwehrte das mit einem Lächeln, und ich war baff, und sehr sehr dankbar. Seine Gesichtszüge sahen aus, als wäre er Nordafrikaner, und das beeindruckte mich auch. Das Telefon klingelte mich aus meinen Gedanken herraus, die Pflegerin stand vor meiner Haustür, etwas knurrig, und ich beeilte mich, wieder schnell eine Taxe zu bestellen. Daheim drückte sie mir eine Menge Papiere in die Hand, Überweisingen, Verordnungen, Transportscheine etc. vom Hausarzt. Ihre Stimmung wurde besser, und wir gingen zuerst zum Bäcker im Supermarkt, Kaffee und Himbeertorte - (auf ihre Rechnung) , meine Einkaufsliste konnte ich nicht mehr aus der Wohnung holen, geschweige die Taschen mit Leergut. So kauften wir ein, ich nach meinem Gadächtnis, sie nach meinen bekannte Essgewohnheiten, und einen Strauß Blumen mußte auch noch her. So gegen 15:30 Uhr nahm ich mein Mittagessen ein, vor allem Kohlrabi, Pilze, Kartoffeln, und ein Würstchen, und um 16:00 Uhr ging es in den Nachbarschaftstreffpukt, dort gab es frischen Kaffee, und zum Glück Gute Unterhaltung.
Zum Abend bin ich auf das Bett gefallen, fand von woherauchimmer eine Blueray über "Einsenbahn in den Rocky Mountains", und das begeisterte mich so sehr, daß ich wieder hellwach wurde.

Was hat das für eine Moral? Gibt es nicht Fantasien, eher Ängste, manchmal sogar Groll, die die Beziehungsfähigkeit lähmen, gar zerstören, und wie sieht die Realität aus? Mein Motto: so nahe an der Wahrheit zu sein und zu leben, ich sage es mir täglich, bewirkt etwas. Nein, mit Dünkeln, mit Projektionen, Ressertiments lebt es sich beschwerlich. Es waren freundlich Gesichter, die mir diesen, nunmehr gestigen Tag geschenkt haben.

Von Herzen Dankeschön
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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