ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

An diesem heutigen Tag

Begonnen von andreasg, 02 Juli 2021, 10:10:11

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..... war es eigentlich ganz ruhig. Ich habe Zuhause gesessen, wartete auf einen Biorhythmus, der bis jetzt noch nicht erschienen ist, aber ich war am Balkon aktiv, mit meiner Wäsche, und als es anfing richtig heiß zu werden, saß ich aktiv 12 min auf meinem Trimmrad. Ein Zwicken im Bauch, aber sonst alles ruhig.
Die neue Pflegerin kam, ich hatte gehört, daß ihr Vater früh verstorben war, und sie konnte nicht in ihr Heimatlandreisen, da es ein Kriegsgebiet ist. Ich sah ihre Trauer im Gesicht, wollte sie fest in den Arm nehmen, in Gedanken schon, aber ich wählte die Distanz. Dann zog es mich in mein Schlafzimmer, zur Körperpfelge, aber sie wollte in der Küche nicht alleine mein Abendessen zubereiten. Also blieb ich bei ihr, und hörte einfach zu.
Eigentlich einfach - zuhören. In wie vielen Gruppentreffen habe ich zugehört? Ich kann das nicht sagen, es gibt keine Statistik darüber. Na ja, letzten Dienstag, in der Spieler SHG, und Vorgestern im Zoom - Raum für Co- abhängige, und Heute unter essgestörten Männern. Einfach nur dabei sein, ohne eigentlich meine Weisheiten auszubreiten, zält das eigentlich. Ich habe immer wieder einmal meine (Selbst) Zweifel. Als die Pflegrin traurig, aber aufrecht sich von mir verabschiedete, bat ich sie, Morgen Zeitig zu kommen, weil ich zum Pfingstfest gerne in die Kirche gehen möchte. Das versprach sie mir, daß kam eine leise Bitte: ob ich für ihren Vater beten kann? Ich hatte Tränen in den Augen, und sagte Danke, es ist auch nicht wichtig, die Hintergründe in unserer globalen Welt zu erfragen. Ich könnte ja an den Platz in meiner Heimatstadt denken, der nach einem Deutschen Dichterfürsten benannt wurde, an dem die Straßenbahn im Kreisel fährt, Imbissstuben, Handyshops, Friseursalons und 3 Spielstätten sich konzentrieren, und die Menschen aus ihrem Heimatland leben. Ja, ich habe denen, die aus der Spielhalle kamen einfach zugehört, mehr nicht, und auch nicht weniger, aber niemals werde ich das vergessen, weil mich Lebensgeschichten immer beeindrucken.

Die Eisheiligen sind vorrüber gezogen, die Kälte weicht aus den Straßengruften, der Himmer scheint blau. Morgen werden wieder Regenbogenfahnen in meiner Heimatstadt in der City wehen, es sind vielerlei Menschen unterwegs. Ich will einfach nur daran denken, daß der Regenbogen ein Zeichen ist, die Menschen untereinander zu versöhnen.

Immer Einen Tag zur Zeit
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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