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Wie komme ich aus der Spielsucht?

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Offline Neras

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #15 am: 15 September 2021, 22:20:35 »
Ich melde mich mal nach langer Abwesenheit wieder. Ich bin imner noch spielfrei seit meinem ersten Beitrag 🤗. Ausser 1x Lotto für 7 Euro, zählt das als spielsucht? Spiele alle paar Monate mal für maximal 16 Euro.

Meiner Frau konnte ich es immer noch nicht sagen.... 1. Aus Angst vor ihrer Reaktion und 2   weil ich mich schäme soviel Geld aus dem Fenster geworfen zu haben.
Fremde Hilfe außer bei euch habe ich mir keine gesucht, ich bin immer noch blauäugig und denke ich schaffe es so.

Ans spielen habe icb 1x nach einem Streit gedacht, aber keineswegs ein Verlangen danach gespürt, und 2 oder 3 mal aus Langeweile, aber das verging auch wieder nach ein paar Minuten.

Ich vermisse momentan nichts und fühle mich sehr gut. Ich hoffe das ich lange durchhalte.

Lg

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Offline Olli

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #16 am: 16 September 2021, 07:19:50 »
Hi Neras!

Schön, dass Du Dich mal wieder meldest.

Verrate mir aber bitte mal, wieso Du Dich wieder gemeldet hast? Was waren Deine Beweggründe?

Zum Thema Lotto ... ich würde es erst einmal sein lassen. Mir fehlt hier bei Dir die "Arbeit" an sich selbst.
Damit meine ich Dich selbst zu beobachten, was Deine Gedanken und Gefühle betrifft, und dies dann zu analysieren.
Was ging in Dir vor, als Du den Schein abgegeben hast und was, als Du die gezogenen Zahlen verglichen hast?
Gab es da Ähnlichkeiten zum sonstigen Glücksspielverhalten? Was wurde da in Dir ausgelöst?
Wieso hast Du den Lottoschein überhaupt abgegeben?

Scham ist doch ein Zeichen, dass Du gegen Deine eigenen Werte verstoßen hast. Wie ich hier schon mal geschrieben habe: Du weisst also, was "richtig" und was "falsch" ist. Die mit der Scham verbundenen negativen Gefühle gehen aber nicht weg, wenn Du die Scham nicht auflöst. Sie bleiben und sie behindern Dich.

Zitat
Ich vermisse momentan nichts und fühle mich sehr gut.

Willkommen auf dem OK-Plateau ...

Zitat
Ich hoffe das ich lange durchhalte.

Ich hoffe, dass Du merkst, dass das Zocken ist. Zocken mit Dir und auch mit Deiner Frau.
In diesem Satz steckt bereits der Vorsatz des Abbruches der abstinenten Phase.
Solche Gedanken kommen nun mal, wenn man "nichts" gegen seine Sucht unternimmt.
Du findest so viele Ausreden fürs Nichtstun - und kein einziges fürs Tun.
Es gibt zwar dieses Forum, in dem Du schreiben kannst, doch es ist zum einen ein niedrigschwelliges Angebot und zum anderen nutzt Du es nur recht selten.
Dein eigenes Wohlergehen geht Dir also am Pöppes vorbei ...
Es ist ja auch beruhigend irgendwann einmal sagen zu können: immerhin habe ich lange "durchgehalten".
Das ist doch "Sterben auf Raten".

Was willst Du Neras? So aus tiefstem Herzen? Was wünschst Du Dir? Was ersehnst Du Dir? Wie möchtest Du Dein Leben gestalten?
Kennst Du darauf überhaupt Antworten, mit denen Du selbst zufrieden sein kannst? Ohne, dass die Angst und die Scham ein Wörtchen mitreden?
Frage Dich, wie Du an Antworten kommen kannst. Ich rede da noch gar nicht von der Erreichung Deiner Wünsche und Ziele - nur von diesen Antworten als ersten Meilenstein.
Und was kannst Du tun, um Dir selbst dabei zu helfen? Wie funktioniert Selbstreflektion?

Komme in die Gänge, Neras ... Du schindest Zeit ...

Sage Deiner Frau doch im ersten Schritt erst einmal nur, dass Du permanent Gedanken ans Glücksspiel hast und das nicht mehr möchtest. Sage ihr, dass Du daher eine SHG aufsuchen möchtest.
Damit offenbarst Du zwar nur einen Funken der ganzen Wahrheit, doch es ist immerhin etwas und Du begibst Dich real ins Hilfesystem. Deine Defizite, die Dich haben spielen lassen, sind noch kein bisschen bearbeitet - dort hast Du die Chance sie anzugehen - bewusst und aktiv - Du - nicht die Anderen in der Gruppe - Du!

Das OK-Plateau ist große Sch...e! Und Du weisst das auch ...
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Neras

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #17 am: 25 September 2021, 23:41:03 »
Der Grund wieso ich mich melde, auch wenn es sich blöd anhören mag, ich wollte euch mitteilen das ich immer noch spielfrei bin, auch jetzt noch und damit ein wenig Anerkennung. Auch wenn es erst ein paar Wochen sind.

Ich spiele alle paar Monate mal einen Schein, nicht wegen irgendeinem Reiz oder kick, sondern in der Hoffnung soviel zu gewinnen um mein Haus abzuzahlen.
Ich habe noch nie irgendeine Verbindung mit meiner Glücksspielsucht in Casinos mit dem Lotto spielen gebracht. Lotto habe ich nie aus Zwang zu gewinnen gespielt, ich war nie am Boden zerstört wenn ich nichts gewann, weder dachte ich beim nächsten Schein daran, das ich nun meinen letzten Einsatz wieder hole.
Ich spiele immer online den Schein und überprüfe erst ein paar Tage später obs was gibt oder nicht, also sind da so gut wie keine Emotionen beim abgeben oder kontrollieren.

Ans aufgeben denke ich doch garnicht. Es gibt auch genug Rückfalle trotz professioneller Hilfe. Solange man tief im Inneren nicht bereit ist aufzuhören, bringen die besten Ärzte und SHG nichts.
Auch wenn ihr denkt ich scheitere so irgendwann, ich werde es erstmal alleine durchziehen, ganz alleine bin ich nicht, ich habe euch mit denen ich mich austauschen kann was mit sehr sehr gut tut.

Wenn ich es meiner Frau sage, dann die ganze Warheit und nicht nur die halbe.
Ich habe die letzten Monate mir einen eigenen Auslöser geschaffen um zu spielen, nach einem Streit mit meiner Frau, auch wenns nur ein kleiner war der am nächsten Tag beseitigt war. Aber das ist die letzten male auch besser geworden und seit meinem letzten Post kann ich mich nicht daran erinnern mal ans spielen gedacht zu haben.

Und zu meiner selbstreflektion... Was ich erreichen will? Ja sowas mag ich ja garnicht zu beantworten weil es mir immer schwer fällt, das in Worte zu packen oder vielleicht weiß ich es auch garnicht.

Also wenn es um das Casino spielen geht war es früher so, ich wusste ich habe ein problem. Ich wollte nie ganz aufhören, das konnte ich mir im Leben nicht vorstellen. Ich wollte immer geregelt spielen, was heißt max 50 Euro im Monat und nicht mehr. Ich hatte immer Angst, ohne das Spielen fehlt mir was.

Heute sehe ich das komplett anders.
Ich fühle mich sehr gut bei dem Gedanken nicht zu spielen, ich habe kein Verlangen und auch keinen drang mal schnell nen slot zu drehen. Momentan kann ich mir das sehr gut vorstellen nie wieder zu spielen ohne das mir was fehlt.

Lg

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Offline Olli

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #18 am: 26 September 2021, 08:48:59 »
Hi!

Schön, dass Du Dich wieder meldest und ein wenig Deine Gedanken hier nieder schreibst.
Wenn ich Dir nun schreibe, dass es mehr Rückfälle  ohne Hilfe gibt. Dann klingt das für Dich sicher so, als würde ich Deine Aussage radikal negieren.
Tatsächlich würde ich das noch mit einigen Punkten in Deinem Beitrag machen.
Ich weiss jedoch auch, dass Scham und Schuld Dich diese Aussagen machen lassen.
Somit habe ich durchaus Verständnis dafür.
Glücksspiele, so wie wir es betreiben, ist eine Störung der Gefühlsregulation.
Überdenke Deine Aussagen also nur mal für Dich. Vor allem in Hinsicht auf Deine Spielfreiheit. Da hat sich schon etwas zum Positiven verändert, oder nicht?
Aber was ist es? Wie kannst Du das festhalten oder ausbauen?

Hier in der Gruppenleiterschulung ist mir mehrfach bewusst geworden, dass meine Erwartungen an mich selbst noch immer viel zu hoch sind.
Das wäre mir ohne diese meine Gruppe gar nicht aufgefallen.
Weniger Erwartungen - weniger Druck - mehr Lebensqualität ...

D
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Neras

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #19 am: 26 September 2021, 12:59:09 »
Das glaube ich dir das die Rückfallquote ohne professionelle Hilfe deutlich höher ist. Dennoch glaube ich fest an mich es zu schaffen. Vielleicht ist es auch nur eine Phase in der ich über das spielen so denke wie jetzt momentan. Es baut sich nämlich keine Druck oder keine Nervosität auf, wenn ich daran denke nie wieder zu spielen. Das wäre früher niemals denkbar gewesen für mich.

Ich weiß selbst das der Tag irgendwann kommen kann, an dem ich aus Langeweile oder Frustration spielen werde, nur sehe ich das zurzeit überhaupt nicht so.
Ich kann mir auch gut vorstellen das ich besser Abstinent bleiben kann, mit professioneller Hilfe, nur wehrt sich da noch was in mir, mir diese zu suchen.
Ich weiß auch leider nicht so recht den Grund dafür. Ist es die Angst zuzugeben versagt zu haben? Möglich.

Ich weiß nur so wie ich es gerade handhabe fühlt es sich richtig an.

Lg

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Offline Olli

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #20 am: 26 September 2021, 16:36:58 »
Hi Neras!

Zitat
Ich kann mir auch gut vorstellen das ich besser Abstinent bleiben kann, mit professioneller Hilfe, nur wehrt sich da noch was in mir, mir diese zu suchen.

Genau das meinte ich mit Scham und Schuld. Zunächst einmal: Egal ob Deine Entscheidung weiter steht oder doch noch fällt: Es ist und bleibt Deine Entscheidung!

Genau dieser von Dir genannte Punkt ist eine der Kernthemen bei der Gensung. Es ist wichtig ihn anzupacken. Da er aber mit negativen Gefühlen behaftet ist, beschäftigen wir uns auch ungerne damit.
Dadurch geht er aber nicht weg. Erst andere Sichtweisen vermögen dies zu ändern. Die Anderen in einer Gruppe kennen diese Gefühle nämlich auch. Und es gibt immer welche, die diesen Ballast von sich geworfen haben und schildern können, wie sie dies erreicht haben.

Darf ich Dich fragen, was Du gedacht und gefühlt hast, als Du diesen Satz geschrieben hast?
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
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Offline Neras

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #21 am: 27 September 2021, 12:27:04 »
Das ist eine gute Frage....ich habe das gedacht was ich geschrieben habe😉

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Offline Olli

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #22 am: 27 September 2021, 12:50:44 »
Weisst Du, was das Wichtigste in einer SHG ist? Es sind die Pausen, in denen niemand etwas sagt. Da rattert nur so das Oberstübchen. Ich mache dann mal Pause ... wegen der zweiten Hälfte der Frage ... ;)
Gute 24 h
Olaf

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Offline Neras

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #23 am: 28 September 2021, 08:37:08 »
So blöd es sich anhören mag, die Frage ist schwerer zu beantworten als die Fragen der Meisterprüfung letztes Jahr 🙄

Was genau ich gefühlt habe während des Schreibens kann ich nicht sagen, ich fühle mich aber im gesamten "freier". Mich belastet das ganze nicht mehr so, als ich noch spielte.
Lg

Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #24 am: 28 September 2021, 09:23:27 »
Moin Neras,

Fragen über Gefühle,sind immer sehr schwer zu beantworten.  Aber so lernst du viel über dich selbst.
 
Wir bekamen früher in der Gruppe zwischendurch mal Bilder gezeigt.....da wurden 30- 40 Karten in die Mitte gelegt und jeder sollte sich 2 aussuchen und anhand dieser Karten beschreiben , wie er sich gerade fühlt....auf die Sucht,das ganze Leben bezogen oder einfach nur auf den Moment.  Das war immer sehr interessant ,vor allem wenn man das nach einem Jahr nochmal gemacht hat. Und jeder hat wirklich immer eine kleine Geschichte dazu erzählt.  Die anderen durften danach auch Fragen stellen,wenn es welche gab.

Schade,dass das jetzt hier nicht geht......ich würde die gerne auch eine Auswahl an Bildern geben,damit du damit besser deine Gefühle beschreiben kannst.

Zitat
Ich weiß auch leider nicht so recht den Grund dafür. Ist es die Angst zuzugeben versagt zu haben? Möglich.

Das Gefühl Angst kennen wir alle. Aber Angst davor Hilfe anzunehmen, brauchst du nicht zu haben. Und die Sucht ist eine Krankheit......die kommt schleichend,wir merken es nicht und sie lässt uns auch nicht mehr so einfach los. Du hast nicht versagt,weil du süchtig geworden bist ,du hast auch nicht versagt,wenn du einen Rückfall hast. Das kannste mal schnell aus deinem Kopf streichen.

Du kannst die Sucht so bekämpfen, wie du es möchtest, ob mit oder Hilfe von Freunden und Familie, ob mit oder ohne Hürden einbauen ,OASIS  Sperrvertrag oder Skills anwenden, ob mit oder ohne Therapeuten, SHG oder Klinik.
Pass nur auf dich auf,achte auf dich und deine Gefühle, auf Veränderungen, Launen,Spieldruck,Hintertürchen (wenn du heimlich Geld beiseite schaffst usw).....wenn da was mit dir passiert, was du alleine nicht händeln kannst,dann nimm bitte Hilfe an,in welcher Form auch immer. Und dieses Annehmen von Hilfe ist kein Versagen. Es zeigt Stärke.....du zeigst der Sucht deinen starken Willen ,das du sie mit allen Mitteln besiegen möchtest. Und ohne diese scheiß Sucht,fühlst du auch wieder mehr !!

LG Wolke

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Offline Olli

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #25 am: 28 September 2021, 09:34:34 »
Hi!

Ich kann Wolkes Worte nur unterstreichen ...

Das mit den Postkarten haben wir auch in der Schulung gemacht. Zusätzlich haben wir "Lebenskarten" benutzt mit kleinen illustierten Sätzen oder Satzanfängen.
Da findet sich immer für Jeden etwas, was ihn berührt und worüber es etwas zu berichten gibt.
Die Karten habe ich für das Samstags-Meeting schon mal eingescannt und muss sie nun nur noch ein wenig bearbeiten, damit wir sie nutzen können.

Zitat
So blöd es sich anhören mag, die Frage ist schwerer zu beantworten als die Fragen der Meisterprüfung letztes Jahr 🙄
Aber hallo ... natürlich ist das schwer und es ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es wird aber einfacher, wenn wir es üben. :)

Du musst Deine Versuche auch nicht hier posten. Es reicht erst einmal vollkommen, wenn Du sie für Dich startest.



Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
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Offline Neras

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #26 am: 28 September 2021, 22:44:02 »
Danke Wolke😊

@Olli
Welche Versuche? Stehe ich auf dem Schlauch?

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Offline Olli

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #27 am: 29 September 2021, 06:01:41 »
Moin!

Ich meinte die Versuche Deine Gefühle in Worte zu fassen.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Neras

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Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #28 am: 01 Oktober 2021, 13:31:35 »

Hallo zusammen...
So ich habe einen kleinen Schritt nach vorne gewagt, ich habe meiner Frau alles erzählt.
Beigestert war sie nicht, aber sie hat es besser aufgefasst als erwartet. Sie sagte sie ist mehr sauer darüber, das ich Angst hatte es ihr zu erzählen.

Ich fühle mich wieder ein Stück weit besser, da diese Belastung, das verheimlichen vor meiner Frau nun auch weg ist. Es war zwar von Tag zu Tag immer weniger schlimm geworden, aber es war doch immer in meinem Hinterkopf.

Mal sehen ob ich nicht doch noch professionelle Hilfe in Anspruch nehme, um noch sicherer zu werden. Ich bin immer noch der Meinung in Casinos keinen Cent mehr zu investieren.

Lg

Re: Wie komme ich aus der Spielsucht?
« Antwort #29 am: 09 Oktober 2021, 15:54:51 »
Hallo Neras,
Glückwunsch, dass du es deine Frau erzählen konntest.
Super dass Sie auch beisteht.
Ich rate Dir allerdings unbedingt professionelle Hilfe zu holen.
Wieso? Weil jetzt fühlst Du Dich gut. Du hast Deine Seele wieder freifemacht.
Bei mir war das nämlich bei ersten mal auch so. Dann habe ich gedacht, dass ich es geschafft habe. Ich hatte auch keine Gedanken mehr an Spielen gehabt.
Dann nach einem Jahr passierte was und habe wieder angefangen. Natürlich erstmal wenig vlt. 20 € danach 100€ und soweiter.
Da ich es meinem Mann nicht erzählen wollte. (er war sicher bin Geheilt)
Ich wollte danach nur mein verspielte Geld zurückholen, vergeblich.
Jetzt bin ich am Ende.
Ich habe ihn verraten, bestohlen, belogen.
Ich habe gedacht wenn er es erfährt obwohl "geheilt bin"  zerstöre ich komplett seine Welt.
Genau wie DU wollte ich Ihn nicht verletzten, ich wollte alles alleine wieder hinbiegen.
Jetzt hat er es rausgefunden, nach mehr als ein Jahr Versteckspiel. Jetzt habe ich wirklich Angst alles kaputt gemacht zuhaben.
Hätte ich ihn bloß gebeten meine Finanzen zu übernehmen, mich zu kontrollieren!
Aber ich war zu stolz und wollte selber nicht wahrhaben, dass sowas bei mir passieren kann.
Ich hoffe du schaffst es!
Aber ich rate Dir Sie nie wieder anzulügen. Wenn Du spielen möchtest rede mit jemandem.
Alles gute

 

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