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Süchtigen Partner „kontrollieren“?

  • 6 Antworten
  • 522 Aufrufe
Süchtigen Partner „kontrollieren“?
« am: 10 August 2021, 15:06:14 »
Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage zum Thema Kontrolle bzw. Spionieren, wie man es eben nennen möchte.

Ich für meinen Teil bin ein einigermaßen gutgläubiger Mensch und habe grundsätzlich erstmal volles Vertrauen in das, was mein Partner mir sagt. Als sich allerdings langsam bei meinem Freund der Verdacht aufgetan hat dass er süchtig ist, habe ich angefangen seine Browserverläufe anzuschauen. Dadurch habe ich von regelmäßigen Zahlungen an ein Online-Casino erfahren, die er bisher nicht in dem Ausmaß zugegeben hatte. Das hat mich dann natürlich noch stutziger gemacht, weshalb ich dann irgendwann auf seiner Arbeit den Verlauf anschaute und gesehen habe, dass er auch dort gespielt hat.

Das ist für mich eine Grenze, die er überschritten hat. Oder?

Zusätzlich habe ich dann noch Zugang zu seinem Mail-Postfach bekommen, wo ich wiederum sehr krasse Sachen herausgefunden habe, die er mir bisher vorenthalten hat. Und hier ist auch mein Problem - Ich kann ja nicht nach etwas fragen, das ich nicht weiß. Aber nach einem Jahr Beziehung finde ich, dass man so etwas erzählen kann (Haftbefehl, Pfändungen).

Er hatte mal zu mir gesagt, dass er mir beispielsweise von eine Episode der Spielsucht vor wenigen Jahren nicht erzählen wollte, weil ich psychisch nicht stark genug dafür sei. Jedoch denke ich mir: Sei lieber zu 100% offen, anstatt mir extrem essentielle Dinge deiner Vergangenheit vorzuenthalten!

Wie seht ihr das? Habt ihr euren Partner/Partnerin auch schonmal „kontrolliert“ ? Ist das ein normales Verhalten?

Ich bin nämlich überhaupt kein kontrollsüchtiger Mensch, in meinen vorigen Beziehungen wäre ich niemals auf die Idee gekommen so etwas zu machen, da ja schließlich jeder seine Privatsphäre hat.

Liebe Grüße.

*

Offline Olli

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  • 4.603
Re: Süchtigen Partner „kontrollieren“?
« Antwort #1 am: 10 August 2021, 15:19:05 »
Brisant, brisant ...

Hallo mein/e Liebe/r!

"Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füg´ auch keinem Anderen zu!"

Du wünschst Dir Aufrichtigkeit. Du wünschst Dir offene Gespräche. Prima! Und wieso handelst Du gegen Deine eigenen Ziele?
Lebe es ihm vor und spreche ihn an. Ja, Du bist übergriffig geworden. Hattest Du Deine Gründe? Ja! Rechtfertigen diese Deine Übergriffe? Nein!

Verstehe mich bitte richtig ... ich verstehe schon, was da in Dir drin gerade los ist. Du hast Deine eigenen Ängste und siehst sie bereits zum Teil bestätigt.
Definiere klipp und klar Deine Grenzen, Deine Wünsche und Deine Ziele. Da kann eines lauten: Zeige mir Deine Kontoauszüge!
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Süchtigen Partner „kontrollieren“?
« Antwort #2 am: 10 August 2021, 18:26:12 »
https://youtu.be/wX3lAiEp-T4

Verhältnis zur Spielsucht sehr, sehr ähnlich.......wenn er nicht aufs Zocken verzichten kann und will,hast du keine Chance was zu ändern  .

Er hat ja schon nach 2 Tagen deutlich gemacht, dass er das Spiel spielen will,auch wenn du da bist. Geldsorgen scheint er momentan offensichtlich nicht zu haben,also,warum sollte er aufhören? Er verdient das Geld,du hast " nur" das Azubi Gehalt.  Nicht falsch verstehen, aber das wird seine Argumentation werden. .....aber das hinterherspionieren,was du machst,ist nicht gut.

Ich würde ihn drauf ansprechen,wenn du eh offiziell, durch die Arbeit,die du bei ihm tätigst,eh Einblicke in den Verlauf oder auf die Konten hast, das dir aufgefallen ist,wie oft er auf solchen Seiten ist und ob er das selbst nicht für bedenklich hält und du dir Sorgen machst.

Darf ich fragen,wie groß der Altersunterschied zwischen euch ist? Und ihr seid erst 1 Jahr zusammen?

LG Wolke

Re: Süchtigen Partner „kontrollieren“?
« Antwort #3 am: 12 August 2021, 00:00:10 »
Hi Wolke,

unser Altersunterschied ist relativ groß, er ist 24 Jahre älter als ich.

Ihr habt vollkommen Recht damit zu sagen dass es falsch ist ihn zu kontrollieren. Es ist auch gar nicht so als hätte ich etwas anderes hören wollen.
Am Montag habe ich einen Termin bei einer Suchtberatungsstelle und dann werde ich mir mein weiteres Vorgehen durch den Kopf gehen lassen.

Stand jetzt ist einfach dass er mir rhetorisch meilenweit überlegen ist und ich ihm nicht ins Gewissen reden kann.

Ich werde eben Wege finden müssen, damit umzugehen, wenn ich weiter mit ihm zusammen sein möchte.

Liebe Grüße

Re: Süchtigen Partner „kontrollieren“?
« Antwort #4 am: 12 August 2021, 06:07:18 »
Zitat
unser Altersunterschied ist relativ groß, er ist 24 Jahre älter als ich.

Zitat
Stand jetzt ist einfach dass er mir rhetorisch meilenweit überlegen ist und ich ihm nicht ins Gewissen reden kann.

Moin Germanboy,

ja,das hatte ich mir schon gedacht.....es ist aber der richtige Weg,wie du ihn grad einschlagen willst,dass du dir erstmal Hilfe von Profis suchst. Du darfst nicht Co Abhängig werden. Finanzielle Schwierigkeiten wirst du durch deinen Freund (erstmal) wohl nicht bekommen ,aber diese Lüge und Zockerei belastet diw Beziehung enorm. Ein bisschen ist das so,als wenn der Partner fremd gehen würde und gegen die Affäre Spielsucht hat man keine Chance.

Du musst dir klar werden, ob du gegen die Affäre den Kampf aufnehmen möchtest,ob du die Kraft dafür hast. Oder ob du die Affäre akzeptierst,eine Beziehung zu dritt habt oder du die Beziehung beenden möchtest.

Denn solange er nicht einsieht, dass er ein Suchtproblem hat,wird er mit dem Zocken nicht aufhören. Da hast du dann keine Chance und er wird sich auch keine Hilfe suchen.

Sprich mit den Profis und überlege dir,was du möchtest,was das beste für dich ist.

LG Wolke




*

Offline Olli

  • *****
  • 4.603
Re: Süchtigen Partner „kontrollieren“?
« Antwort #5 am: 12 August 2021, 07:53:38 »
Guten Morgen!

Super, dass Du zur Suchtberatungsstelle gehen möchtest.

Zitat
Stand jetzt ist einfach dass er mir rhetorisch meilenweit überlegen ist und ich ihm nicht ins Gewissen reden kann.

Das war bisher so ...
Du musst Dir einfach klar werden, was Deine eigenen Ziele und wo Deine Grenzen sind. Die sind auch in einer Partnerschaft schlicht indiskutabel. Hoffnungen und Wünsche hingegen kannst Du anpassen für die Gemeinschaft. Wer gegen seine Ziele und Grenzen verstoßen lässt, der verspürt neagtive Gefühle. Das ist aber nicht Sinn und Zweck einer Partnerschaft.
 
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Süchtigen Partner „kontrollieren“?
« Antwort #6 am: 12 August 2021, 09:20:36 »
Heya Germanboy,
du könntest ihn fragen, ob er sich immer noch für süchtig hält und ob er bereit ist dir zu erzählen, wie oft er spielt und wieviel Geld er dabei durchschnittlich verliert. Und betonen, dass du dabei nicht angelogen werden möchtest.
Vielleicht regt das einen Denkprozess an.
Der Weg in die Abstinenz erst auf den ersten Blick der anstrengendere, er muss sich mit den Ursachen und den Folgeerscheinungen seiner Sucht auseinandersetzen. Das erfordert eigenes Engagement.
Viele Grüße

 

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