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Unbegreiflich für Angehörige

  • 4 Antworten
  • 511 Aufrufe
Unbegreiflich für Angehörige
« am: 26 August 2021, 20:58:01 »
Bisher war ich nur stiller  Mitlesen.
Aber möchte mir gerade  mal Luft machen.
Habe einen Menschen kennengelernt   der spielt   wusste nicht was das bedeutet so langsam fange ich an zu begreifen was das bedeutet.
Familie,  das Leben wird unwichtig im Vordergrund steht immer die Sucht. 
Ich bin Gott sei Dank unabhängig von ihm eigene Wohnung   Job etc . Dennoch beschäftigt  es mich .
Ich habe eine Beziehung zu seiner Tochter aufgebaut. Er ist mega liebevoll, und grund einsichtig,  jedoch zerstört er alles um sich herum.
Ich reiche ihm die Hand jedoch kommt es nichts.
Er wartet nun auf das letzte Geld vom Gehalt bevor die Kündigung der Arbeit greift und der des Stroms Er hat Staatsschulden ein mega Druck und nichts desto trotz sind die Gedanken nur bei der nächsten wette und des nächsten joints.
Sorry für den langen Text.
Ich hatte bestimmt auch nicht immer ein leichtes Leben,  aber ich verstehe es  einfach alles nicht sein Leben  so zu zerstören.

*

Offline andreasg

  • *****
  • 1.557
Re: Unbegreiflich für Angehörige
« Antwort #1 am: 27 August 2021, 07:34:46 »
Hallo Emely,

Herzlich Willkommen im Forum.

Ja, mit Deinem Anliegen bist Du nicht alleine hier, und das ist gut so. Beim Lesen Deines Postings war ich zuerst erleichtert, daß Du Deine wirtschaftliche Unabhängigkeit (Wohnung und Job) behältst. Du wirst einen Schutzraum finden, und Solidaritätt. Bist Du informiert, daß Du oben rechts die Hotline anrufen kannst, eine Suchtberatund - und Familienberatungsstelle aufsuchen kannst?

Wie ein süchtiger Spieler denkt und funktioniert? Ich bin Spieler und süchtig, wenn ich das wüßte, brauchte ich mich nicht in Gruppen und Foren tummeln, doch - es gehört zu meinem Leben, weil ich in Therapie - Selbsthilfegruppen mich selber kennen lernen kann.

Ich freue mich auf Deine Beiträge, und wünsche Dir alles Gute für Deinen Weg.

schöne 24 Stunden
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: Unbegreiflich für Angehörige
« Antwort #2 am: 27 August 2021, 08:57:05 »
Hallo Andreas,

es ist schön hier so freundlich aufgenommen zu werden , danke dafür .
Ja ich bin mir bewusst , das ich die Beratungsstellen in Anspruch nehmen kann . Dies habe ich bisher zwar noch nicht getan , aber ich bin nicht abgeneigt das zeitnah zu tun .
Das ist gestern Abend auch zwischen uns besprochen worden . Begeistert war er nicht davon , aber für mich ist es wichtig , deshalb werde ich diesen Schritt auch gehen .

Es ist nicht so, als ob ich nicht sehr eingehende Erfahrungen mit Alkohlsucht gemacht habe , mein Vater war alkohlsüchtig .
Nichts desto trotz hatte ich noch nie Kontakt zu der Form von Sucht der Spielsucht .
Ich bin wirklich schokiert , denn ich hatte nicht mit solchen Ausmaßen gerechnet.
Gut, im Gegensatz zu dem was ich sonst hier so gelesen habe , gab es in der Beziehung von Anfang an keine Lügen , er hat mich nie nach Geld gefragt .
Wie gesagt egal wie lange ich darüber nachdenke ich kann es einfach nicht verstehen auch nicht wie man sich , weil man nichts mehr zu Essen hat eine Woche nur einsperrt und Paniermehl ißt.

Es tut auf jeden Fall mal gut , alles los zu werden. Seine Famile weiß über die Problematik Bescheid jedoch ist von dieser Seite keine Unterstützung zu erwarten . Mutter ist schon alt und krank , ein Bruder hat genauso extremste Baustellen und die anderen Brüder haben sich abgewandt , das Verhältnis ist zerrüttet . Durch die Tochter und unsere Beziehung konnte zumindest nach 5 Jahren Trennung ein besseres Verhältnis zur Ex Frau aufgebaut werden .
Ich weiß ich kann ihm nicht helfen , ich kann nur eine Hand reichen und zusehen und das ist verdammt schmerzvoll .

LG Emily
« Letzte Änderung: 27 August 2021, 10:00:19 von Olli »

*

Offline Olli

  • *****
  • 4.540
Re: Unbegreiflich für Angehörige
« Antwort #3 am: 27 August 2021, 10:21:32 »
Hi Emily!

Auch von mir ein herzliches Willkommen!

Wundere Dich bitte nicht, dass ich Deinen Beitrag editiert habe. Dort habe ich bloß das leere Zitat entfernt.

Es ist schön zu lesen, dass Ihr zwei über die Problematik reden könnt. Dass er sich dabei jedoch unwohl fühlt, ist nicht verwunderlich.
Das Problem wird einfach sein, dass er selbst gar nicht weiß, wieso er sich dem Glücksspiel und auch den Drogen zugewandt hat.
Er wird auch nicht wissen, wie er da wieder raus kommt, noch wieso er überhaupt das Glücksspiel sein lassen sollte.
Das Glücksspiel hat nun mal eine Funktion - zumeist um irgend ein Defizit zu kompensieren. Dies ist eigentlich ein "natürliches" Verhalten und hilft Lebenssituationen zu meistern. Beim Glücksspiel jedoch ist es ein selbstschädigendes Verhalten.

Er weiß zudem, dass seine Sucht gegen Normen und Werte verstößt. Gegen die seiner Ex ... gegen die seiner Brüder ... und auch gegen Deine. Wer weiss schon, wo er noch Konsequenzen aus seinem Verhalten erfahren durfte ... Rührt der Jobverlust vielleicht auch daher?
Er verstößt aber auch gegen seine eigenen Werte, denn sonst würde er sich nicht unwohl fühlen.
Mache ihm in aller Ruhe klar, dass es einen Weg aus der Sucht gibt. Wir können sie zum Stillstand bringen.
Wir verändern uns dabei, keine Frage. Auch dies könnte einer seiner Ängste sein, die ihn bisher blockieren sich Hilfe zu suchen.
Doch wir lassen ja nur die Veränderungen zu, die wir selbst auch wollen und die sich gut anfühlen. Wir verändern uns zu dem, der wir eigentlich sein wollen.

Hui ... von "Spaghettidiäten" habe ich schon gehört ... mehrfach ... doch mit Paniermehl?

Zitat
Ich weiß ich kann ihm nicht helfen , ich kann nur eine Hand reichen und zusehen und das ist verdammt schmerzvoll .
Und Du musst auf Dich selbst aufpassen! Das ist viel wichtiger!
Du bist bereits jetzt in einem emotionalen Verhältnis zu ihm. Wenn Du merkst, dass die Schmerzen zu dolle werden, dann musst Du ihm auch Deine Grenzen verdeutlichen und er sich daran halten muss. So lange er in der Sucht steckt, wird er seine immer weiter fallen lassen. Für ihn ist das fast unmerklich.
Wenn Du hier nicht aufpasst, machst Du das Gleiche und steckst mehr und mehr für ihn zurück und landest schlussendlich in der Coabhängigkeit.
Eine Gefahr, die auf Grund Deiner eigenen Familiengeschichte nicht unerheblich ist.
Daher greife den Vorschlag ruhig auf und mache einen Termin für Dich bei der Suchtberatung.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Unbegreiflich für Angehörige
« Antwort #4 am: 27 August 2021, 12:41:01 »
 Hallo Olli ,

auch dir danke für die freundliche Aufnahme hier .  ;)
ja mit den Beiträgen hatte ich am Anfang ein bisschen streit , gut das du das leere zitat gelöscht hast , ich habe es nicht gesehen , sorry .

und ja ich finde es auch sehr schön das ich mit ihm darüber reden kann , dies war von Anfang an so kennengelernt habe ich ihn vor drei Jahren auf der Arbeit es war mein Arbeitskollege , plötzich war er weg offizielle Version Krankheitsbedingt . Im Oktober letzten Jahres wurde er dann wieder eingestellt , in einer anderen position , dadurch hatten wir auch mehr kontakt als zuvor , alle Kollegen wissen , das nicht unbedingt alles okay bei ihm ist , durch seine stets ruhige und liebenswürdige Art ist er bei allen sehr gern gesehen. Alle haben es auf die Trennung / Scheidung und damit verbundenen Sorge eines Vaters sein Kind nicht oft genung sehen zu dürfen . Da ich nach einer 14 Beziehung in der Trennungsphase mich befand kochte ich für ihn mit was ich mit zur Arbeit nahm so hat alles begonnen . Es ist jetzt also erst 10 Monate her.

vor zwei wochen habe ich schon mal ganz verzweifelt zuhause gesessen und ich glaube zwei Stunden mit der Telefonseelsorge gesprochen . Ich musste einfach jemand neutralen haben . Der Rat war denken Sie an sich und gehen sie in den Wald , hat nur nicht geholfen .

Ich denke auch , gerade mit meiner vorgeschichte , dass ich sehr labil bin und echt aufpassen muss .

Ich suche gerade nach Lösungen und dem richtigen Weg . Mit meiner besten Freundin kann ich nicht mehr darüber reden , sie hat kein verständis für diese Art der Sucht. Aber das kann ich verstehen , da Sie eine gescheiterte Beziehung hintersich hat in der der Partner Drogen nahm , hieraus ist ein Kind enstanden , was mittlerweile 13 ist und schwerst magersüchtig . Aber hier läuft alles in guten Bahnen . Betreuung durch Ärzte Phychologen etc...

ich werde gleich nochmal ein kurzes Gespräch mit ihm haben , wegen gestern Abend , deshalb mache ich nun Mittag.

Vielen Dank für eure Tipps und einfach mal fürs zuhören

LG Emily

 

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