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Hallo Gast
Online-Selbsthilfegruppen Glücksspielsucht
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Sie sind aus diesem Forum verbannt!

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Sie sind aus diesem Forum verbannt!
« am: 27 August 2022, 21:09:23 »
Hallo,
habe diese Seite gefunden, denn auch ich habe hohe Summen verspielt und dennoch fällt es mir schwer mir selbst eine Sucht einzugestehen. Erst vor kurzem habe ich wieder eine hohe Summe verzockt und wie immer durchforste ich das Netzt zum Thema Spielsucht, Suizidgedanken, Erfahrungen dazu, "wie bekomme ich mein Einsätze zurück" usw.

Um auf den Punkt zu kommen: habe mich hier angemeldet und mein Konto aktiviert. Wollte eigentlich meinen ersten Thread öffnen, aber die Seite informierte mich:
johndorian, Sie sind aus diesem Forum verbannt!
Dieser Ban hat kein Ablaufdatum.

Habe mich jetzt neu angemeldet mit anderen User-Namen und Email Adresse.
Gibt es dazu einen Grund? Vielleicht habe ich unwissentlich etwas falsch gemacht und würde gern vermeiden, dass das neu erstellte Konto ebenfalls gebannt wird.

Danke für die Hilfe dazu. Werde mal mit anderen Aktionen im Forum warten, bis das hier geklärt ist.

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Offline Olli

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  • 5.364
Re: Sie sind aus diesem Forum verbannt!
« Antwort #1 am: 27 August 2022, 21:21:47 »
Hi und willkommen!

Du hast in Deinem EMailAccount eine Scrubs-Figur. Diese wird gerne von Spammern genommen, um ihren Blödsinn zu verbreiten.
Habe also auf einer entsprechenden Plattform nachgesehen und Dich daher gebannt.
Da Du aber so schnell eine neue EMailadresse eingerichtet und Dich angemeldet hast, habe ich den zweiten Account erst einmal belassen, da dies für einen Spammer wieder ungewöhnlich gewesen wäre.

Ich entschuldige mich für Deinen zusätzlichen Aufwand. Wenn wir bei Spammern nicht schnell sind, kommen wir aus dem Löschen von Beiträgen nicht mehr heraus.


Erzähle doch bitte mal mehr über Dich, wenn Du magst.
Gute 24 h
Olaf
(zweitliebstes Trampeltier)

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Sie sind aus diesem Forum verbannt!
« Antwort #2 am: 27 August 2022, 22:08:39 »
Ah alles klar, danke für die Erläuterung. Erstmal großes Lob an dich Olli, habe hier schon einige Threads durchgelesen und deine Posts sind mir echt positiv aufgefallen. Immer sehr bedachte und informative Antworten.
Den Namen habe ich in der Tat wegen Scrubs gewählt, war eine Serie, die ich gern geschaut habe ^^
Und deine Entschuldigung ist super nett, und die Erklärung kann ich nachvollziehen.

Bin mitte 40 und komme aus der Umgebung Köln. Angefangen hat das Spielen schon zur Schulzeit. Generell war das Interesse an Computer und Games schon immer bei mir vorhanden. Auch das Interesse wie diese Geräte funktionieren. Habe dann auch studiert und arbeite heute in der IT. Erzähle ich weil ich glaube dass das ein wenig, zumindest bei mir, damit zu tun hatte dass ich fasziniert von Spielautomaten war und damals schon eine Art challange bei mir wuchs ala "ich gegen die Maschine". Ich weiß noch genau, dass ich damals jede Woche in eine Wurstbude neben der Schule mein Taschengeld aufgebessert habe. Das ging wirklich Monate gut. Also ich konnte regelmäßig aus 10-20 DM 50-80 DM machen. Ich würde sagen fing in der Sekundarstufe 2 an und weitete sich dann während Abitur und Studium auf Spielhallen aus. Es folgten viele heftige Verluste und auch mal seltene heftige Gewinne, die wie man kennt die Motivation wieder aufbäumen lässt. Seit einigen Jahren geht man ja gar nicht mehr in die Spielhallen, seit man an den Geräten umbuchen muss, und die Max-Gewinne eingeschränkt wurden, weil die Gesetze strenger geworden sind und es dadurch keinen Spass mehr machte.
Zwischendurch hatte ich auch Phasen in denen ich Monate oder 1 Jahr mal gar nicht gespielt habe. Aber immer kam es zurück. Anfänglich waren die 2€ bei Automaten schon extrem hoch, später wollte man immer das Max auf 2€ bei jedem Spiel mal holen. Bei den Online Slots natürlich schwer, weil da kann man dann immer höher setzen und vermeintlich auch Millionenbeträge gewinnen.

Nun bin ich wieder an dem Punkt, wo ich die Nase voll habe. Aufhören möchte ich definitiv. Nebenbei hat mich die Frage beschäftigt wie realistisch dieses Chargeback Thema einzustufen ist. Ich bin da sehr skeptisch gegenüber, aber wäre ja nett ein Teil der Summe zurück zu bekommen.
Immerhin hatte ich schon einige Lebenskrisen gehabt und konnte mich immer durchboxen. Mein letztes positives "Lebensprojekt" in dem Sinne war mit dem Rauchen aufzuhören und bin seit Sept 2017 rauchfrei. War auch mega schwer, da ich im Jungedalter angefangen habe, aber das konnte ich ebenfalls meistern.

Naja genug von mir an einem Samstag Abend. Ich werde bestimmt in Kürze noch einen Thread zum Thema Chargeback, Therapie usw. aufmachen, aber wenn es noch Fragen gibt, gerne stellen :)
« Letzte Änderung: 28 August 2022, 00:38:50 von vicmackey »

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Offline Olli

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Re: Sie sind aus diesem Forum verbannt!
« Antwort #3 am: 28 August 2022, 07:34:13 »
Guten Morgen!

Ui ... das wird schwer ... Also, das meine ich für mich, Dir das, was nun folgt, so rüber zu bringen, dass Dich das nicht abstößt ...

Zwei Dinge ... Zeugen verändern ihre Erinnerungen, je mehr Zeit vergeht. Auch wir sind Zeugen, Zeitzeugen unserer eigenen Geschichte. Wir verändern unsere Erinnerungen also auch. Zum Anderen lebt eine Sucht von dem Gedanken sie durch eigene Kompetenzen zu beherrschen.

Nun schreibst Du, dass Du aus der Wurstbude immer mit Profit heraus gegangen bist. Da sage ich Dir: das stimmt so nicht! Du wirst garantiert Erfolge gehabt haben, doch nicht immer. Unser Gehirn behält das vermeindlich Gute und löscht das Schlechte, um wieder mehr Platz für das Gute zu haben.

So befindest Du Dich in einer Abwärtsspirale. Du erhälst Bestätigung - wo eigentlich gar keine ist ... Das brennt sich aber ein, dort im Oberstübchen.

Ja, es gab damals auch Automaten, die Programmierfehler besaßen und die man über Tastenkombinationen beeinflussen konnte. Doch das waren Ausnahmen und die Fehler wurden schnell behoben. Es gab sogar Urteile, wo die Spieler letztlich vom Vorwurf des Betruges freigesprochen worden sind.

Wurstbude ... Games ... die Wörter lösen Assoziationen bei mir aus. Ich hatte tatsächlich als kleiner Junge eines der ersten Telespiele. Da konnte man Tennis, Squasch und andere Lichtpunktspiele spielen. Bei uns machte ein Plattenladen auf, den ich fast täglich besuchte als kleiner Fetz. Da gab es nämlich auch ein Telespiel im hinteren Bereich. Im Freibad folgte alsbald ein weiteres Telespiel und in der besseren Frittenbude, da beziehe ich mich auf die Qualität der Mahlzeiten, gab es auch bald eines. Hier war sogar Platz für einen Geldspielautomaten. Wenn ich mich recht entsinne, warf ich hier dann pünktlich mit 18 Lenzen meine erste Mark hinein.
Bei den mesten Telespielen stand ich in der Rangliste meist ganz oben. Bei einem Spiel konnte ich stundenlang mit einem Credit spielen, man musste Geldsäcke in einem Bergwerk einsammeln.
Wenn ich heute so reflektiere ... was habe ich da für eine Zeit versemmelt ... unfassbar ...
Damals machte ich die Erfahrung ... die Bestätigungen, die ich dort erfuhr, wurden mir von meinen Eltern nicht gegönnt. Also ließ ich mich nicht beirren, weder an den Telespielen, noch später beim Thema Glücksspiel. Dass meine Eltern intuitiv sahen, dass ich mir schadete mit meinem Verhalten, kam mir erst Jahre später in den Sinn ... viele Jahre später ...

Zitat
Es folgten viele heftige Verluste und auch mal seltene heftige Gewinne, die wie man kennt die Motivation wieder aufbäumen lässt. Seit einigen Jahren geht man ja gar nicht mehr in die Spielhallen, seit man an den Geräten umbuchen muss,

Interessant ... vorher und auch nach dem Zitat benutzt Du die Ich-Form. Wieso nutzt Du hier so oft "man"?

Zitat
Zwischendurch hatte ich auch Phasen in denen ich Monate oder 1 Jahr mal gar nicht gespielt habe. Aber immer kam es zurück.
Das war bei mir genau so. Ich übertrieb es, wurde erwischt, schwor Besserung und riss mich zusammen. Dadurch hatte ich dann immer wieder die Chance schöne Reisen zu machen. Da ich aber innerlich immer nur Spielpausen einlegen wollte, der Wunsch nach Abstinenz also gar nicht existent war, fing ich dann auch immer irgendwann wieder an zu spielen.
Das änderte sich aber rigoros mit leider erst 39 Jahren. Seitdem bin ich auch spielfrei. Das ist etwas, was ich wirklich kontrollieren kann.

Zitat
Anfänglich waren die 2€ bei Automaten schon extrem hoch, später wollte man immer das Max auf 2€ bei jedem Spiel mal holen. Bei den Online Slots natürlich schwer, weil da kann man dann immer höher setzen und vermeintlich auch Millionenbeträge gewinnen.

Da ist es wieder, dieses "man". Inhaltlich bestätigst Du hier, dass das Glücksspiel auch bei Dir progressiv ist, zumindest was den Geldeinsatz betrifft.
Der letzte Satz, vermutlich mit Ironie geschrieben, bestätigt wieder das Kontrollbedürfnis eines Glücksspielers.
"man kann gewinnen" ... hier ist "man" der aktive Part. Müsste es nicht eher heissen: "man lässt den Spieler gewinnen" ?
Der Automat mit seiner Software erkennt nicht die Person, die vor dem Automaten sitzt. Die hat auch keinen Einfluss auf die Gewinnausschüttungen. Da mag die Software durchaus mittlerweile auf Verhaltensweisen reagieren - aber nie auf die Person selbst.
Ob Du Person A oder Person B vor den Automaten setzt - wenn die Software sagt: "jetzt einen Gewinn ausschütten", dann ist das einfach so. Weder A noch B können das sogar verhindern.
Ein kanadischer Streamer behauptet immer, dass es auf die Microsekunde ankommt, wenn man den Startknopf bedient. Was für ein Bullshit ... es suggeriert nur eine Beeinflussbarkeit der spielenden Person auf den Automaten.
Wenn nun ein Spieler regelmäßig spielt, dann löscht das Gehirn all die Verluste und behält dann nur die Gewinnszenen in Erinnerung.
Was folgt sind dann Gedanken wie: "Ich habe es geschafft" - "ich habe ein Händchen gehabt" - es entstehen vermeindliche Kompetenzen - die gar keine sind.

Was ich aber definitiv weiss - jeder hat die Kompetenzen spielfrei zu werden bereits in sich - sie müssen nur bewusst gemacht und abgerufen werden!

Gute 24 h
Olaf
(zweitliebstes Trampeltier)

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
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