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BGH Urteil

Begonnen von Aloisius, 29 Februar 2024, 15:59:39

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Alles gut – war nicht als persönlicher Seitenhieb gemeint. Ich weiß natürlich nicht, was ihr außerhalb des Forums macht, wollte nur ausdrücken, dass es schade wäre, wenn das Thema GGL ganz einschläft.

Und klar: Deine Haltung zur Abstinenz ist völlig richtig. Das ist am Ende das Wichtigste – und auch die einzige ,,Torte", die wirklich satt macht.
Die Rückabwicklung ist dann höchstens der Versuch, das System an seinen eigenen Regeln zu messen, nicht mehr und nicht weniger.

Respekt also, dass du da konsequent bist. Es ist schon ein starkes Zeichen, wenn man es schafft, den Fokus nicht mehr auf die Anbieter zu richten, sondern auf sich selbst.

Das habe ich auch nicht so wahrgenommen, alles gut😌. War von mir auch zu forsch geschrieben. Sorry dafür.

So konsequent habe ich das leider auch nicht durchgezogen. Ich habe kontinuierlich gespielt, aber es waren pro Monat 50-100 €. Das kann ich verkraften, will es aber nicht schönreden. Ich habe mich ja jahrelang auf Sportwetten konditioniert und jetzt muss ich es wieder eindämmen. Und das braucht wahrscheinlich die Zeit ... die es halt braucht.

ich find's stark, dass du das so offen sagst.
Nach so vielen Jahren Gewohnheit ist das echt kein Schalter, den man einfach umlegt. Wichtig ist, dass du's erkennst und dranbleibst – das ist schon mehr, als viele schaffen.
Wenn du's Schritt für Schritt runterfährst und dabei bewusst bleibst, bist du auf einem richtig guten Weg. Und wie du sagst,der Rest braucht einfach seine Zeit, und die darf man sich auch nehmen.

Sorry, nein ... da muss ich mal zwischen ...

Wer sein Glücksspielverhalten "nur" runter fährt, der zockt schlicht weiter. Der Mensch versucht gerne so viel es eben geht, sich und auch sein Umfeld zu beherrschen. Das wird beim Thema Glücksspiel auch versucht. Doch die Erfahrung zeigt, dass das langfristig für uns nicht möglich ist. Wir "scheitern" und quälen uns bloß selbst dadurch. Wer versucht das Glücksspiel zu beherrschen, der hat bereits verloren, ohne es zu wissen. Er denkt sich: Es klappt doch ... ein Jahr schon spiele ich reduziert. Die Finanzen erholen sich und mir geht es gut dabei! Allerdings braucht es nur eine Situation, nur eine einzige, wo ich mir gestatte, dem Verlangen nachzugeben und schon ... Peng! ... Selbstvorwürfe, neue Schulden, Enttäuschung!

Bei der vollkommenen Abstinenz ist das Schwierigste schlicht das Anfangen! Dies kompromisslos! Ach, was gibt es da Horrorszenarien, was wohl alles passiert, im Oberstübchen. Und dann, der Moment der Kapitulation vor der Sucht: Schei... drauf! Ich machs´ jetzt einfach ... komme doch, was da wolle ...

Wir brauchen das Glücksspiel nicht zum Überleben! Das wird schnell klar, wenn wir abstinent sind! Bei dem, was ich da gerade geschildert habe, gibt es keine Ausnahmen!

Erst der Abstand zum Glücksspiel lässt dessen "Wichtigkeit" schrumpfen. Dann kann das normale Leben Einzug nehmen, mit seinen normalen Dosen an Glücklichmachern. Im Moment, durch die Überfütterung, wird das weniger wahrgenommen, Doch das pendelt sich schon wieder ein.

Egal, wer sich da gerade hinter seinem Usernamen verbirgt: Du schaffst das schon! Habe Vertrauen in Deine Fähigkeiten!


Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Sehe ich auch so und wollte hier kein Plädoyer für "kontrolliertes Spielen" halten. Denke aber auch das es einen Weg zu völliger Abstinenz gibt, die das absolute Ziel sein muss, und der kann mitunter für manche anders sein. Nicht im Vollrausch zu spielen und sich nicht akut selbst zu zerstören ist in meinen Augen aber schonmal ein Schritt in die richtige Richtung, man sollte sich nur nicht der Illusion hingeben, man hätte Kontrolle über sein Spielverhalten, das ist richtig.

Besonders interessant an dem Frankfurter Fall (Anwalt.de-Artikel von Mr. Nobody oben) finde ich, dass der Spieler Recht bekommen hat, obwohl er dem Kundenservice während des betreffenden Zeitraums mit einer Klage wegen illegalen Glückspiels drohte. Da heißt es: "Das Gericht sah darin jedoch keine ausreichende Kenntnis, da der Kläger plausibel darlegte, dies sei lediglich eine emotionale Äußerung im Streit mit dem Kundenservice gewesen." Dieser Fall trifft genau auch auf mich zu und hat mich davon abgehalten, eine zweite Klage gegen einen Wettanbieter für den Zeitraum nach 2020, da dieser bis heute nicht auf der Whitelist steht, zu erheben. Leider weiß ich nicht mehr genau, was ich dem Kundenservice schrieb, und habe dort auch Wetten abgeschlossen nach dem Zeitpunkt, wo ich gemäß meiner Aussage im anderer Verfahren von der Illegalität wusste. Aber vielleicht ist es für andere hier interessant. Kenntnis der Illegalität ist ja eine der großen Variablen in den Verfahren.

@Evertonian
Na ja verallgemeinern kannst das nicht.
Nehmen wir an du hast in deinem ersten Prozess angeführt dass du am 20.11.2021 von der Illegalität erfahren hast ist diese eigentlich jetzt verjährt. Wird schwierig, vor allem sollte der gleiche Richter den zweiten Prozess führen, jetzt zu behaupten dass Du meinetwegen am 6..1.23 davon erfahren hast. Kann gut gehen, muss aber nicht. Was dann passiert wäre interessant zu wissen.
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

@Roy: Ja, so meinte ich es ja, die Aussagen sollten verfahrensübergreifend richtig und konsistent sein. Es kann aber ja sein, dass jemand seit 2023 von der Illegalität wusste und davor bei mehreren Wettanbietern registriert war. Hat man nun dem Kundenservice eines dieser Wettanbieter in dieser Zeit mit Klage gedroht oder illegale Machenschaften vermutet, so ist das nicht zwingend ein Nachweis für die frühere Kenntnis der Illegalität als 2023. Dementsprechend würde eine Verjährung erst 2026 eintreten und eine Klage hätte Aussicht auf Erfolg.

Wenn man nun, angenommen das Gericht wertet es so, dass sie der Meinung sind, man hätte beim ersten mal schon von der Illegalität gewusst, Berufung einlegen möchte, geht da der Prozesskostenfinanzierer mit, hat der ein Mitspracherecht oder muss ichd as auf eigene Gefahr hin mit meinem Anwalt machen?

zum Glück gibts auch Entscheidungen, wo es dem Gericht völlig egal ist, ob dem Spieler die Illegalität bewusst war oder nicht.
wenn man meines Erachtens keinen Wald- und Wiesenanwalt hat, wird der allein anhand der zum größten Teil mehrhundertseitigen Schriftsätzen der
Glücksspielanwälte darauf hinweisen, dass einem normalen Verbraucher das gar nicht bekannt ist, was jetzt illegal ist oder nicht.

da jedoch auch der Wald- und Wiesenanwalt völlig unabhängig davon, ob er gut oder schlecht argumentiert, so oder so seine Kohle bekommt, und es im Endeffekt
ggf. günstiger ist, sich nicht zu sehr in die Materie rein zu lesen, kann es gut sein, dass man schlecht argumentiert oder nicht vorbereitet ist, vorallem, wenn man
unzählige Verfahren dieser Art betreut, wo der Spieler auf eine Art Lisa-Simpsons-Art vorsorglich einräumt, von all dem bestens gewusst zu haben, der andere nur teilweise davon was wusste,
der andere wiederum weiterhin davon ausgeht, dass das legal ist, etc.

wenn man hier mitunter mitbekommt, dass hier Schriftsätze oder sogar Urteile erst nach Aufforderung übemittelt werden, na dann Gute Nacht und viel Erfolg.

@Naphetsloser
Was meinst Du mit schon beim ersten Mal?
Bei der ersten Klage? Das ist nicht allgemein zu beantworten, aber nachdem zig Urteile vom OLG kassiert wurden sollte der PKF mitgehen. Außer Du hast im Prozess irgendwas richtig blödes gesagt. Aber wie gesagt verallgemeinern kann man das nicht.
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Letztlich ist da auch Moral und Recht zu trennen, bei Bewusstsein zu spielen, das es illegal ist und dann rückfordern ist moralisch natürlich verwerflich und ein Strafbestand. Sprich der Gesetzgeber kann einem auch eine reindrücken. Andererseits sind Spielverträge trotzdem nichtig dann. Nur weil du es ,,wusstest" ist das Angebot nicht legalisiert. Wer als Anbieter Kunden aus den Ländern die eine Lizenz erfordern für die man keine hat, akzeptiert , ist einfach saudoof. Man nimmt die Rückforderungen ja fahrlässig in Kauf.

Soll natürlich kein Freibrief sein, illegal ist illegal, für Spieler wie Anbieter, aber der Anbieter wist einfach der ,,Dümmere".

Da sprichst du einen wichtigen Punkt an – Moral und Recht sind zwei verschiedene Ebenen.
Viele, die gespielt haben, wussten zwar theoretisch, dass es nicht erlaubt war, aber praktisch waren sie schon so tief drin, dass die Kontrolle längst weg war. Das ist keine bewusste Entscheidung mehr, sondern eine neurochemische Spirale aus Dopamin, Hoffnung und Gewohnheit. Genau das wissen die Anbieter – und sie kalkulieren es mit ein.

Wenn dann noch ,,Jahreszahlen" mutmaßlich alte Verluste oder DSVGO-Auskunftersuchen mit kleinen Vergleichen, Boni oder Verzichtserklärungen abgelten wollen, ist das besonders schäbig. Sie wissen, dass der Spieler abhängig ist, und nutzen genau das aus.
Das erinnert an das Drogenmilieu: Beide Seiten handeln gegen Regeln, aber der eine aus Sucht, der andere aus Berechnung.

Beide machen Fehler – nur der Anbieter weiß genau, was er tut, und der Spieler kann oft gar nicht anders.

mir kommt es mitunter vor, als sei vielen auch nicht klar, dass das Geld, das aus Klagen, usw., das Geld, das an die Anwälte, usw. geht, auch nur deswegen,wenn, fließt, weil die Glücksspielanbieter so viel Werbung betreiben und immer noch mehr als genug Kunden gewinnen, die mehr als genug Geld verspielen..

Kein Glücksspielunternehmen oder Brauererei oder Tabakkonzern kann von einem Gelegenheitsspieler / Gelegenheitstrinker / Gelegenheitsraucher auch nur ansatzweise wirtschaftlich arbeiten.

bei manchen hier denke ich wirklich, ich habe hier eine Lisa Simpsons vor mir, die immer alles richtig macht und moralisch völlig einwandfrei usw aber gut.

Völlig richtig. Wie gesagt, möchte niemand zum Spielen und rückfordern ermutigen, aber es ist nun mal so. Die Kenntnis des Spielers legitimiert NICHT den Anbieter.
Der Drogen Vergleich trifft es gut, ich darf auch kein Koks verkaufen unter dem Deckmantel meine Kunden wissen ich darfs nicht.

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