Hallo Mutze!
Vielen Dank, dass Du Deine Geschichte hier teilst. Ich denke, dass sich so mancher hier in den vielen kleinen Dingen, die Du hier schön schilderst, wiederfindet. Es braucht verdammt viel Mut, solch einen Beitrag zu verfassen.
Ich musste auch an der ein oder anderen Stelle an meine Geschichte denken. So hatte ich meine ersten Erfahrungen mit einem "PC" Anfang der 80-er. Damals bekam meine Schule ihren ersten Apple II C, damit den Schülern die EDV näher gebracht werden sollte. Schnell schrieb ich mich in den Kursus ein. Dadurch bekam ich Zugang zum EDV-Raum, wo dieser Rechner stand. Im Unterricht lernten wir Basic als Programmiersprache, die wir dann in den Freistunden im EDV-Raum vertiefen sollten. Doch was haben wir stattdessen gemacht? Wir haben ein Jump and Run spiel gespielt. Mäuse gab es noch nicht, also wurde die Tastatur dazu bemüht. Alles hatte eine eigene Taste und so saßen wir zumeist mit 2 Personen vor der Tastatur und alle 20 Finger berührten je eine Taste.
Bereits seit ein paar Jahren standen überall die Arcade-Telespiele rum. Frittenbuden, Kneipen, Freibad und Geschäfte hatten die Kisten aufgestellt. Aus heutiger Sicht handelte ich damals schon pathologisch. Stundenlang sa oder Stand ich vor den Automaten. (Wie ich das hier schreibe, steigt mir der typische Freibadgeruch in die Nase ,,,

) So war es geradezu unausweichlich, dass ich den EDV-Kurs besuchte, um im Anschluss auch zu spielen.
Nachdem der Basic-Kurs abgesetzt wurde, schrieb ich mich in den Pascal-Kurs ein. Naja, immerhin habe ich heute keine Probleme damit, neue Programmiersprachen zu lernen ...

Damals, sicherlich wie bei Dir auch, erschien mir alles "normal". Auch Du wirst mir sicher zustimmen, dass das Spielen des Strategiespiels (?) sicherlich Spaß gemacht hat. War es da nicht geradezu logisch, sich mehr mit dem Spiel zu befassen? Damals in Form von "Zeiteinsatz"?
Ende der 80-er schaffte auch ich mir einen PC an. Es war ein 386 SX mit 1 MB RAM und 40 MB Festplatte. Zur damaligen Zeit ein Geschoss ...

3.500 DM hatte ich dafür ausgegeben. Von allen Seiten sammelte ich Spiele auf Disketten ... kennt die noch jemand?

Alles musste ausprobiert werden.
Nun hatte ich schon grob eine Dekade "Spiele" gespielt. Sie kosteten mich kein Geld. Allerdings baute ich ein Verhalten auf, welches mich zwangsläufig in Richtung der Geldspielautomaten drängt. Dies auch noch, da mein Vater selber in geregelten Bahnen gespielt hatte. Hey, wenn der das durfte, dann durfte ich das doch auch ... oder nicht?
Und natürlich fing das alles bei mir auch in kleinem Rahmen an. Nur ist es dabei aber nicht geblieben ...
An dieser Stelle höre ich mal auf, denn es ist ja Dein Tagebuch. Ich hoffe, ich konnte Dir verdeutlichen, dass wir auf unseren Lebenswegen ziemlich viele Gemeinsamkeiten aufweisen und vor Allem, dass sich niemand dafür schämen muss!