ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

Ewiger Teufelskreis.

Begonnen von RausausderHölle, 16 Dezember 2025, 12:54:39

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Liebe Community, ich bin Akademiker, arbeite im Sozialsektor, sitze derzeit an meiner Thesis. Ich bin seit 10 Jahren Glücksspielsüchtig. Ich kämpfe seit 4 Jahren gegen meine Sucht, habe immer wieder Rückfälle erlitten. Die entstandenen Schulden konnte ich immer wieder kompensieren . Rückfälle konnte ich kompensieren. Meine Resilienz hat mir dabei geholfen jedes Tief zu überwinden, jedes Mal wenn ich am Boden lag, wenn ich dachte , die Last des Glücksspiels hätte mich zermalmt, wäre über mich hinweg gefegt wie eine Naturgewalt, sodass ich es nicht mehr auf die Beine schaffe, habe ich mich wieder erhoben und weiter gemacht. Die glücklichsten Phasen meines Lebens, waren die spielfreien Phasen ! Meine eigenen Gegenmaßnahmen sind dort gescheitert, wo der Suchtdruck mir suggeriert hat, die 150€ Einzahlung könnten dein Seelenheil sein, sie könnten deine bisherige Bilanz verbessern, mit dem ,,großen Gewinn" ,widmest du dich nur noch deiner Spielfreiheit, dieses völlig absurde Denkmuster, hat mich jedes Mal erneut zum Spielen bewegt. Ich habe es nicht geschafft dieses Denkmuster zu durchbrechen, die kognitiven Mechanismen zu steuern oder zu lenken ! Auch wenn der Rückfall eingetreten ist, gelang es mir nicht, nach vollständigem Verlust der 150€ Einzahlung aufzuhören. Es fühlte sich in diesem Moment falsch an aufzuhören, um ehrlich zu sein , wiedersetzte sich mein Geist und mein Körper dagegen, ich projizierte die Illusion in mein Denken, ich würde ja mit der nächsten Einzahlung von 150 € den Verlust ausgleichen, irgendwann müsse ja das Ereignis eintreffen, auf welches ich hoffe. Diese Selbstlüge funktioniert hervorragend, wenn man irgendwann nur noch spielt um zu spielen oder besser gesagt, die Zeit der Suchtausübung zu verlängern. Dabei gilt doch : Je mehr Zeit ich der Suchtausübung einräume, desto schlimmer werden alle damit einhergehenden Probleme. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, am heutigen Tag die letzte verbleibende Lücke im System zu nutzen , ich habe mein Online Banking an meine Angehörigen abgegeben, jedoch verriet vor einigen Tagen, die Person, an jene ich das Online Banking abgegeben habe, die vertraulichen Daten , sie sind ihr herausgerutscht, zu der damaligen Zeit, habe ich darin keine Schwachstelle gesehen oder wollte sie nicht sehen ! Somit wurde dem Rückfall der Weg geebnet, ich habe auch nicht davor zurück geschreckt, dieses letzte verbleibende Schlupfloch auszunutzen, anstatt darauf aufmerksam zu machen oder es selbst zu schließen, die Bilanz dieses Rückfalls sind 1000 € Verlust , zuzüglich 350 € offene Rechnungen  ! Ich drehe mich im Kreis ! Ich will mich aus den Abgründen herausziehen, unternehme Anstrengungen, stemme mich gegen die Sucht ! Aber kann im entscheidenen Moment nicht auf meine Ressourcen zugreifen , um das allerschlimmste Übel abzuwenden ! Das ist jedoch meine Zielsetzung, ich will über die Sucht triumphieren, alle aufkommenden Gedanken daran im Keim ersticken, jeden Impuls kontrollieren können und falls er mich ins wanken bringen sollte, will ich in letzter Instanz ein entschiedenes :Nein ! Entgegen setzen können, vorallem will ich einen klaren Blick dafür entwickeln, wenn sich gefährliche Situationen ergeben, wenn sich Dinge ereignen , die die Schutzmechanismen gefährden könnten. Ich will stetig die Schutzmechanismen evaluieren , wenn potentielle Gefahren, ihre Schwachstellen offenbaren. Das ist meine Zielsetzung. Dieses Ziel habe ich bisher verfehlt , also muss ich weitere Komponenten in die Suchtbekämpfung implementieren. Gibt es hier die Möglichkeit, in die Online Selbsthilfegruppe zu schnuppern ? LG in die Community !

#1
Du baust dir Schutzmechanismen auf die offensichtlich löchrig sind. Hast du mit deiner Vertrauensperson darüber gesprochen. Über all die löcher die existieren. Ich habe immer über das Handy die überweisung and den Anbieter freigegeben. Als Schutz habe ich diese Tanfreigabe an meine Vertrauensperson übergeben. Somit sieht meine Vertrauensperson jede überweisung. Damit ich nicht mit bargeld zu einem abzockladen renne habe ich mich über oasis gesperrt. Außerdem könnte ich mir Paysafe Geldwäsche karten in jedem supermarkt oder tanke kaufen und so unbemerkt bei illegalen anbietern einzahlen. Bin deswegen bei Geldwäsche-paysafe  unwiderruflich gesperrt. Ich habe auch über 10 Jahre gespielt und muss mir erst mal vertrauen aufbauen. Vertrauen hinsichtlich einer längeren (Über Jahre) spielfreiheit. Dazu hab ich mir hilfe geholt und muss aber gleichzeitig was dafür tun. Das mindeste ist offen zu sein, und zwar immer und zu jeder zeit ohne außnahme.

Hi und herzlich willkommen!

ZitatIch kämpfe seit 4 Jahren gegen meine Sucht, habe immer wieder Rückfälle erlitten.

Nun, wir alle wissen, dass Rückfälle zum Genesungsweg dazu gehören können. Was aber, wenn es eigentlich gar keine Rückfälle waren? Vielleicht hattest Du nur immer wieder Spielpausen eingelegt und dann mehrfach beendet?

Was heißt Du kämpfst gegen Deine Sucht? Was hast Du denn bisher versucht? Warst Du schon einmal in einer Beratungsstelle? Warst Du schon mal in einer SHG?

Wenn ich an meine Zeit zurückdenke, als ich in die SHG gegangen bin, "um etwas zu tun" - ohne etwas zu verändern, da habe ich nicht mit der Sucht gekämpft, es gab einen Tanz mit ihr. Mal führte sie, dann wieder ich ... Offenbarungen folgten Reueversprechen und wenn ich nebenher ein paar Kröten verdient hatte, dann war alles wieder vergessen.

Als ich aber das Handtuch geworfen hatte vor der Sucht, da fing meine Genesung an. Da war nix mehr mit Kampf oder Tanz ...
Im Grunde war es wie bei der Raucherentwöhnung. Mir war bewusst, dass es triggernde Situationen geben wird - und sie würden vorüber gehen. Das tun sie nämlich immer. Die Welt wird nicht unter gehen, wenn ich abstinent lebe. Im Gegenteil - meine Sinne können sich wieder auf sie konzentrieren.

Zur Samstagsgruppe: Natürlich kannst Du vorbei kommen. Installiere Dir vorab den kostenlosen Zoom-Client und dann sei pünktlich um 19 Ihr am Start ...
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten !

Zu Satanis : Bei mir wird die Überweisungsfreigabe
ebenfalls über eine Tan-App generiert, die Zugangsdaten sind der Vertrauensperson herausgerutscht. Ich habe mich ebenfalls bei diversen Zahlungsanbietern sperren lassen, das OC hat eine Märchenlizenz aus Übersee, ich habe innerhalb eines Monats versucht das Konto aufgrund einer Gambling Addiction auf Lebenszeit schließen zu lassen , stattdessen wurden mir Bonusangebote offeriert ! Selbst die Drohung mit dem Anwalt hat nicht zur Schließung meines Kontos geführt, das Schlupfloch kann ich nicht schließen , es wird offen bleiben , dessen bin ich mir bewusst, deshalb ist es um so wichtiger die anderen Schutzmechanismen zu überarbeiten.

Zu Olli : Steile These, aber notwenig den Finger in die Wunde zu legen. Ich habe über 1,5 Jahre Spielfreiheit errreicht, dann Rückfälle erlitten 2-3 Monate Abstinenz, um erneut Rückfälle zu erleiden, ich war bei einer Suchtberatungsstelle sowie der angegliederten Selbsthilfegruppe, nach 4 Sitzungen habe ich dort die Segel gestrichen. Ich habe mir Bücher gekauft, eine Menge wissen angeeignet, mein Daten zum Online Banking abgegeben , diverse Sperrungen vorgenommen z.B bei Oasis und allen anderen Anbietern mit Fantasielizenz aus Übersee , bis auf den einen besagten( falls ihr Ideen habt, wie ich die noch durchsetzen kann, bin offen dafür !)..habe ein offenes, als auch zugleich konfrontatives Gespräch mit meinen Angehörigen und meiner Partnerin geführt, diverse Anlaufstellen in Erfahrung gebracht, diverses Infomaterial unter die Lupe genommen, habe mich viel mit Dr. Tobias Hayer beschäftigt .


Zitathabe mich viel mit Dr. Tobias Hayer beschäftigt

Und da ist Deine Frau nicht eifersüchtig gew... ach Moment, Du meinst Tobias von der Uni Bremen? :) Ja, ich durfte ihn schon mehrfach live erleben. Er ist sehr engagiert und auch immer wieder in den Medien präsent.

4 Mal in eine SHG gehen, ist nicht genug.  Stelle Dir mal vor, Du gehst auf eine stationäre Therapie. Da brauchst Du bestimmt 4 Wochen, um Dich dort einzufinden und richtig mitzumachen. Bei 4 Mal SHG kennst Du die Leute noch nicht mal richtig. Weisst nicht, wie der ein oder andere Spruch zu interpretieren ist. Weshalb bist Du denn da wieder weg gegangen? Hast Du nicht verstanden, was die Anderen berichteten? Wolltest Du es nicht verstehen? (Die Sucht ist nun mal ne Bitch ...)

Ja, es ist prima, dass Du Dich viel belesen hast. Doch so ein Buch geht nicht speziell auf Dich ein. Und Du selbst pickst Dir im Normalfall auch nur die Rosinchen raus.

Als umsonst möchte ich diesen ganzen Aufwand jetzt trotzdem nicht bezeichnen. Auf all die Erfahrungen und das Wissen kannst Du ja jetzt vielleicht erfolgreich zurückgreifen?! In der SHG gilt ja auch: Wir nehmen uns das, was wir gerade gebrauchen können, den Rest lassen wir liegen!
Dabei darf dann nicht nur jemand anders sich bedienen, man selbst kann sich zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder bedienen. Manchmal fallen un der Gruppe eben Dinge, für die wir noch nicht bereit sind.

Zum Problem der Sperrung bei unerlaubten Anbietern empfehle ich immer Gamban. Es kostet keine 3 € im Monat und hält Dich davon ab auf schädliche Seiten zu gehen. Natürlich musst Du es auf allen Medien installieren, mit denen Du ins Netz gehst. Deine Frau kann unregelmäßige Checks machen, ob Du es geschafft hast, die Software auszuhebeln. Schließe direkt für ein Jahr ab, dann hast Du Ruhe.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Zu Gamban, das Passwort sollte eine zweite Person vergeben.
Zu Übersee, ja mit Drohungen per E-Mail kommt man nicht weiter. Vor drei Jahren hat sich da noch kein PKF ran getraut und es blieb bei einer Rückzahlungsaufforderung über den Anwaltlichen Brief. Allerdings wurde ich daraufhin innerhalb von 10 Tagen vom OC gesperrt. Zuvor bekam ich bzgl Sperrauftrag auch nur Bonus Angebote. Ich muss diesen unseriösen Menschen im Nachhinein fast dankbar sein. Sie brachten mich zum recherchieren und öffneten mir dadurch die Augen dass dies alles illegal war. Seitdem bin ich spielfrei ohne einen einzigen Rückfall.
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Ich habe den Kampf gegen die Sperrung aufgegeben, ich werde mir Gamban installieren, habe 20-30 Emails geschrieben, immer das selbe ernüchternde Ergebnis. Dem Irrtum des Anspruchs auf Rückzahlung , bin ich auch schon hinterher gejagt, Gesetzeslage ist eindeutig, gibt viele Präzedenzfälle , noch viel mehr PKF , keine Chance ,bei einer Schadensumme um die 3000€ , oder eben 4000€ in Übersee, wirst du als unwirtschaftlicher Fall abgestempelt. Habe es bei 6 Anbietern versucht, habe Datenschutzauskünfte von den OCs angefordert u.s.w . Darin werde ich keine Hoffnungen mehr setzen. Konzentriere mich stattdessen auf die Thesis und die parallele Werkstudentenstelle. Respekt für deine Spielfreiheit , einhergehend mit dem Schlüsselereignis . Ich werde mein Ticket auch bald einlösen , vom Wartesaal zum großen Glück, in die dauerhafte Glückseligkeit ,durch Spielfreiheit.

Zu Olli, ich habe wenig Anküpfungspunkte gefunden, Gruppe bestand zu 99% aus Automatenspielern, die in ihrem Automaten die ,,ideale Geliebte " gesehen haben. Die haben den Automaten personifiziert. Ich habe niemals Personifizierungen vorgenommen, konnte damit nichts anfangen. Bin dem großen Geld hinterher gejagt, saß im Wartesaal zum großen Glück, dann hätte ich den Job kündigen können, den ich parallel zum Studium hatte, um die Lebenshaltungskosten+Studiengebühren zu finanzieren, dann hätte ich mich nur noch aufs Studium konzentrieren können. Diese gedankliche ,, Exitstrategie", hat sich als Katalysator auf den Suchtdruck ausgewirkt. Als Anschauungsmaterial wurden in der SHG Videos herangezogen , die ich bis dahin schon auswendig kannte, dementsprechend konnte ich wenig für mich mitnehmen. Ich hatte ja auf neue Impulse gehofft, die ich in der SHG nicht wahrnehmen konnte . Schlussfolgerung, habe dort die Segel gestrichen und mich spezifisch mit dem befasst, was mir Wissenzuwachs ermöglichte. Durchdenke derzeit  ein Tagebuch zu führen, um alle aufkeimenden Suchtimpulse schriftlich zu reflektieren . LG in die Community.

Mache das ruhig mit dem Tagebuch. Dort kannst Du dann jederzeit nachlesen, wenn Dir danach ist. Du wirst auch Deine Entwicklung betrachten können, die sich normalerweise durch viele kleine unmerkliche Schritte fortbewegt.

Ja, Du wirst in einer SHG immer mal wieder Themen haben, die Dich nicht interessieren. Was ist aber z.B. mit Aberglauben rund um die Sucht? Was ist mit kognitiven Verzerrungen? Wie machen sich Affirmationen bemerkbar? Was für falsche Glaubenssätze hast Du Dir angeeignet? Es gibt so viel Interessantes ... und um es zu erleben, musst Du nun mal in die Gruppe ... :)

Viel von dem, was uns weiter bringt, ist aber nicht das Wissen selbst, sondern das Fühlen derselben.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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