Hi Dirk!
Herzlich willkommen!
Zunächst einmal: Habe Geduld mit Dir! Ich meine erkennen zu können, dass Du nun alles sofort und hier und jetzt erledigt haben willst.
Genesung braucht ihre Zeit. Du wirst den Rest Deines Lebens mit der Sucht in Dir verbringen. Das ist aber gar nicht schlimm, denn Du hast gestern etwas Wichtiges gelernt, was Du bisher verdrängt hast: Es gibt Wichtigeres als die Suchtausübung! Das macht das Leben mit der Sucht und ohne Auslebung irgendwann sogar recht einfach. Trotzdem müssen wir Achtsamkeit entwickeln, denn unser Suchtgedächtnis bleibt weiter aktiv und der Schritt zum nächsten Spiel ist gar nicht so groß.
Wenn Deine Frau es wieder zulässt, dann drücke sie mal sanft von mir. Auch wenn Du momentan das Gefühl hast, dass sie Dir etwas wegnehmen möchte, was Dir so viel gibt (tief in Dir drin), so hat sie Dir ganz klar IHRE Grenzen aufgezeigt! Das ist nicht selbstverständlich.
Was wäre wohl geschehen, wenn sie Dich in Watte gepackt hätte? Hättest Du betblocker installiert? Dich an digisucht gewandt? Hier geschrieben? Deine Frau, die Du sicherlich liebst, ist Dir "sicher" gewesen, als Du Dich entschieden hattest zu zocken und Dich zu verschulden. Sie war in einem gewissen Maße eine gefühlte Selbstverständlichkeit.
Mit welchen Argumenten hast Du Dir selbst Dein Verhalten rechtfertigt? Es war ja mein Geld? So habe ich damals argumentiert. Oder wie wäre es damit: Ich mache so viel für Andere ... das Glücksspiel habe ich mir verdient, es gehört alleine mir! Niemand darf es mir nehmen?
Du wirst sehen, dass wir viele solcher kognitiven Verzerrungen haben. Das Gute daran ... sie lassen sich auflösen! Auch hier braucht es etwas Zeit um sie erst einmal zu erkennen und dann auch noch aufzulösen. Doch es ist machbar.
Ich musste ihr natürlich beichten das ich ca. 35K Schulden durch das Spielen habe.
Wenn ich das jetzt richtig deute, dann hast Du selbst schonungslos alles auf den Tisch gelegt? Respekt! Das war dann richtig! Weißt Du, Scham und Schuld machen sich hier bei diesem Thema gerne breit und verhindern das Offenlegen der gesamten Wahrheit. Doch Lügen haben die Eigenschaft, dass weiter gelogen werden muss, damit sie aufrecht erhalten werden. Das kostet Zeit und Kraft. Beides kannst Du besser in Deine Genesung stecken.
Auch Deine Frau sollte sich über Deine Sucht informieren. So steht ja gerade das lange angehaltene Lügen bei ihr auf der Agenda. Klar ist das geschehen. Doch ist es geschehen, um ihr zu schaden? Waren die Lügen persönlich? Sollte sie die Lügen als Affrond gegen sich selbst betrachten?
Du oder/und sie bist/seid gerne eingeladen am Samstagsmeeting teilzunehmen. Oben gibt es einen Link zu einem Thread, in dem alles beschrieben wird, falls ihr teilnehmen möchtet. Einfacher ausgedrückt: kostenlosen Zoom-Client installieren, am Samstag um 19 Uhr auf den Link in meiner Signatur klicken. Am Besten aber einfach vorher mal testen, ob das mit Headset usw. klappt.