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Mann beichtet Spielsucht

Begonnen von Aurora, 19 Januar 2026, 09:04:29

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Liebe Aurora,

du bist wirklich eine taffe Frau und ich bewundere deinen Optimismus!
Objektiv liest sich deine Geschichte für mich so:
Er spielt schon immer und du hast bereits bevor du es wusstest das Geldmanagement übernommen (als aus euch als Paar  eine Familie wurde).
Das vermeintliche Bekenntnis zur Sucht kam nicht von ihm, sondern durch deine Kontrolle der Kontoauszüge und dem darauffolgenden Erklärungsgespräch.
Erkenntnis: er hat ein Spielproblem und du verwaltest nun noch mehr die Finanzen und er kümmert sich um sein Problem, er will es alleine in den Griff bekommen ohne das irgendjemand davon erfährt.
Aus Erfahrung kann ich sagen, das stinkt zum Himmel - hört sich plump nach "weiter so" an. Das Problem lässt sich nicht durch einen Beratungstermin lösen, hinter dem Weg der Abstinenz verbirgt sich eine Menge Arbeit, der Weg ist steinig und unangenehm - ein erster Schritt wäre seine Eltern einzuweihen und zwar ER und nicht DU. Ehrlichkeit nach innen und außen ist einer der wichtigsten Schritte überhaupt, völlig unabhängig davon, welche Hilfestellungen er anläuft - sicher bleibt, alleine bzw ihr zu zweit werdet es nicht schaffen. Ein erster super Schritt von dir st, dass du diesen Beitarg hier eröffnet hast und dir Meinungen einholst - sehr gut!
Ich hoffe er wird sich auch bewegen und es bleibt nicht bei Lippenbekenntnissen.
Ich drücke die Daumen, Aurora!

aT

Zitat von: FredHH am 19 Januar 2026, 16:26:25
Moin Aurora

ersteinmal herzlich willkommen hier im Forum.

Was du schreibst liest sich sehr abgeklärt. Das klingt alles toll, aber leider zeigt die Erfahrung, dass da meist noch mehr dahintersteckt.
Wir Spieler geben meist nur das allernötigste und offensichtliche zu. Den Rest versuchen wir weiterhin zu vertuschen.
Das kann bei deinem Spieler ganz anders sein und ich wünsche es euch natürlich.

Trotzdem möchte ich sagen, dass mir das im Moment alles zu "nüchtern" klingt, so als würde die Bombe erst noch platzen.

Lieben Gruß aus dem Norden
Fred

So ähnlich wollte ich es auch schreiben, habe es dann aber gelassen. Beim Lesen dieses Austausches erahnt man irgendwie wie es weiter gehen wird..... jemand ist da, der Managed, mit trägt, sich kümmert....da ist man doch längst co abhängig ohne es zu merken. Die Beziehung längst angeknackst, Vertrauensbasis angesägt....ich wünsche das allerbeste, aber die Nadel im Heuhaufen.....
Wenn jemand nichts tut um dich zu behalten, warum kämpfst du dann um zu bleiben?

Hallo!
Auch ich bin ganz neu hier und wir stehen ganz am Anfang.
Gefühlt habe ich seine Sucht schon länger (wenn ich es jetzt so betrachte), zum Eklat ist es diese Woche gekommen. Vielleicht schreibe ich selbst auch einen Beitrag dazu, momentan hilft es mir, mich rein zu lesen.
Liebe Aurora, ich fühle dich SO SEHR und finde mich in deinem Text so wieder! Der Teil mit Kindern und Finanzen ist bei uns nicht gegeben, aber wie du es beschreibst, wie ihr es angeht usw.
Es fühlt sich fast 1:1 an wie bei mir/uns. Auch wir gehen zum ersten Beratungsgespräch und haben uns einen groben Plan aufgestellt.
Die Antworten darunter, derjenigen mit Erfahrung können einen echt entmutigen 😔
Und ja, ich bin ein sehr realistischer Mensch und sage ganz klar, was ich denke, Trotzdem hoffe ich, dass wir es rechtzeitig geschafft haben, die Notbremse zu ziehen.

Dein Satz über Härte finde ich sehr gut. Der Gedanke an Trennung zerbricht mich. Der Gedanke, alles unter einen Teppich zu kehren und so zu tun als wäre dann alles wieder gut, zerbricht mich ebenfalls.
Auch ich bin mir langfristig gesehen wichtiger.

Sorry, ich weiss gar nicht, was ich genau sagen möchte, ausser, dass ich mutig bleiben möchte und auch zuversichtlich. Und ich dich absolut verstehe!

Liebe Grüße

Liebe Noname!

Deine Worte haben mich sehr berührt. Dieses ,,zwischen Hoffen und Zerbrechen" kenne ich nur zu gut. Man steht da, will kämpfen, will glauben – und gleichzeitig spürt man, wie viel Kraft es kostet.

Du bist nicht allein mit diesen Gedanken. Wirklich nicht. Ich bin diesen Weg gegangen – mit all den Zweifeln, der Hoffnung, der Angst vor der Trennung, aber auch der Angst davor, alles einfach weiterlaufen zu lassen. Beides tut weh. Und genau das macht es so schwer.

Was ich dir sagen möchte: Dein Realismus ist keine Schwäche. Deine Zuversicht auch nicht. Und dein Wunsch, mutig zu bleiben, zeigt, wie stark du bist – selbst wenn es sich gerade nicht so anfühlt.

Dass ihr euch Hilfe sucht und einen Plan macht, ist ein wichtiger Schritt. Egal, wie es ausgeht: Du übernimmst Verantwortung für dich. Und das ist etwas sehr Wertvolles.

Bleib bei dir. Hör auf dein Bauchgefühl. Und vergiss nicht: Du darfst dich wichtig nehmen. Langfristig gesehen sowieso.

Fühl dich verstanden 🤍
Wenn jemand nichts tut um dich zu behalten, warum kämpfst du dann um zu bleiben?

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