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Interviewanfrage für ein fiktionales Filmprojekt

Begonnen von G.Borowski, 07 März 2026, 16:55:32

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Hallo, ich bin Galla, Regie- und Drehbuchstudentin an der Filmhochschule (HFF) München. Für mein Abschlussprojekt recherchiere ich zum Thema Frauen die mit Spielsucht kämpfen, und suche eine betroffene Person für ein Interview.

Wichtig: Der Film ist rein fiktional und es werden keinerlei persönlichen Daten veröffentlicht. Alle Aussagen würden anonymisiert oder pseudonymisiert in das Drehbuch einfließen. Wenn du Interesse hast, freue ich mich über eine kurze Nachricht an-
galoshka.b@gmail.com

Vielen Dank für deine Zeit,

Galla

Ich wußte gar nicht, daß man sowas studieren kann.
Man lernt offenbar nie aus.

Hallo Tal,

ja, Film kann man tatsächlich studieren. Als Nachwuchsfilmemacherin ist es mir besonders wichtig, mich mit wichtigen und sensiblen Themen wie Suchterkrankungen möglichst authentisch auseinanderzusetzen.

Ich selbst bin mit einem Elternteil aufgewachsen, das lange mit einer Sucht zu kämpfen hatte. Deshalb liegt mir das Thema sehr am Herzen und ich versuche, mich ihm mit viel Respekt und Verständnis zu nähern.

Wenn du grundsätzlich offen wärst, darüber zu sprechen oder deine Perspektive zu teilen, würde ich mich sehr freuen. Natürlich nur, wenn du dich damit wohlfühlst.

Wünsche alles gute,
Galla

Mhh... du antwortest ohne diese gewisse Überheblichkeit, die oftmals kommt, wenn man irgendwie nachfragt.
Viele Anfragende bauen außerdem gerne Schlagworte wie 'sensibel', 'respektvoll' oder 'wertungsfrei' ein, weil sie glauben, damit irgendwie Vertrauen zu erzeugen, damit sich jemand meldet. Bei dir klingt das ausnahmsweise aber so, als wäre dir dies tatsächlich bewußt.

Wirklich wohl wäre mir dabei aber trotzdem nicht, und es gäbe da auch einen 'Haken': Mein "Kampf' ist (glücklicherweise) schon länger vorbei.

Liebe*r Tal,

es freut mich sehr zu hören, dass dein Kampf schon vorbei ist. So etwas zu lesen, gibt sicher auch anderen Betroffenen Mut – und ich finde, das darf man ruhig öfter betonen, gerade weil der Fokus oft auf dem schwierigen Prozess liegt und das leicht eine hoffnungslose Perspektive erzeugt.

Falls dir trotzdem etwas einfällt – auch Kritik an meinem Verhalten im Forum – freue ich mich sehr. Mir ist es wirklich wichtig, das Thema mit Respekt und Demut zu behandeln und ein authentisches, berührendes Projekt zu entwickeln. Vielleicht auch, weil in meiner Familie ein Elternteil noch immer mit einer Suchterkrankung kämpft.

Alles Liebe
 

Ja, du hast Recht. Es ist nicht hoffnungslos, es erfordert aber kompromißloses 'Commitment'. Das ist dann eine Menge Arbeit, die sehr unangenehm sein kann.

Nein, von meiner Seite keine Kritik. Aber selbst wenn - ich wäre sicher nicht in der Position, diese zu äußern.
Nee, alles gut.

Und 'berührend' wäre bei mir doch eher schwierig. Aber ich denke, ich weiß, was du meinst.

Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg bei deinem Projekt.


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