ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

Isas Tagebuch

Begonnen von Isabell80, 14 April 2026, 10:23:35

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Von mir auch herzlichen Glückwunsch zu 12 Wochen Spielfreiheit und auch zu deinen Skills.
,,Spielteufel", Täuschalots oder wie immer sie auch heißen, sind bösartige und tückische Zeitgenossen. Sie haben ein untrügliches Gespür für Situationen, in denen ihr Wirt unaufmerksam, schwächlich und angreifbar ist oder so euphorisch, dass er sich überschätzt. Dann erscheinen sie wie aus dem Nichts und schmieren einem Honig ums Maul. Wenn man darauf nicht eingeht und ihn stattdessen z. B.  auslacht oder auslächelt, ihn kalt duscht oder sehr deutlich NEIN oder was Ähnliches sagt, verstummt er recht rasch. Er zieht seine Energie aus seinem Wirt. Gibt der Nix her, wird er schwächer und schwächer und irgendwann ist nix mehr mit ihm los.
Ich weiß das, weil ich auch mal einen bei mir wohnen hatte. Jetzt ist er schon seit Jahrzehnten ausgehungert und ein Schatten seiner selbst. In der Erfolgstabelle habe ich ihn verewigt.
Solltest du in 12 Jahren mal interessehalber hier ins Forum schauen, kann es sein, dass du sagst: Täuschalot, wer war das nochmal? Müsste ich den kennen?
Alles Gute weiterhin! Schön, dass du hier bist und deinen Weg mit uns teilst.
LG Ilona
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Ihr Lieben , danke für euren Zuspruch.

Mach dir die Sucht zum Freund und begegne ihr mit einem Lächeln.
Hm, soweit bin ich ganz klar noch nicht.
Im Gegenteil, in mir entfacht eine richtige Wut , sobald ich durchschaue , dass die Sucht am Werk ist .

Ich versuche beim nächsten Mal zu lächeln , aber hinterm Rücken zeig ich den Stinkefinger 🫣
Mehr Freundlichkeit ist grade noch nicht drin .
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Hallo Isabell

Ich gratuliere Dir auch zu Deinen 12 Wochen spielfrei.

Ich weiß aus eigener Erfahrung das es nicht einfach ist, aber Du schaffts es weiterhin spielfrei zu bleiben.

Schönen Abend Dir noch

Lg Mutze
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

Hallo zusammen 😀

Ich hatte ein ruhiges Wochenende mit viel Zeit alleine .
Mein Mann ist am Wochenende häufig beruflich eingespannt .
Diese Zeit hab ich ( auch schon vor der Spielsucht) nie wirklich sinnvoll für mich genutzt .
Ich fand es immer blöd , dass er nicht da ist und hab eigentlich immer nur darauf gewartet, dass er nach Hause kommt.
Am Anfang waren die Kinder noch klein , so dass ich in der Zeit Zuhause eingespannt war .
Inzwischen "brauchen" diese meine Aufsicht nicht mehr und ich kann mit der Zeit machen , was ich möchte .
In den letzten 3 Jahren hab ich mich zu 90% fürs Spielen  entschieden und die übrigen 10% mit Freunden verbracht .

In den letzten Wochen spüre ich da eine deutliche Veränderung.
Ich treffe mich wieder gerne mit Freunden , allerdings brauche ich das nicht ständig . Ich bin tatsächlich auch ganz gerne einfach zuhause und hab meine Ruhe.
Aber ich häng zuhause nicht mehr einfach nur rum und warte ...
Ich beschäftige mich .
Nicht , weil ich bewusst denke :" Isa , du musst was tun,
lass bloss keine Langeweile aufkommen !",sondern von "ganz alleine", quasi aus dem Bauch heraus .

Momentan hab ich durch die Krankschreibung, aber auch durchs Nicht-Spielen unglaublich viel Zeit und nutze diese , um die ein oder andere Chaosecke in unserem Haus zu beseitigen .
( Nein - wir sind keine Messies und versinken auch nicht im Riesen-Chaos !)

Jeder kennt vermutlich die Aufgaben im Haushalt , die man immer wieder hintenanstellt .
Keller , Abstellraum, Garage, Kleiderschrank, usw usw

Ich hab das Gefühl, dass sich dadurch , dass sich das Chaos in meinem Kopf ordnet , plötzlich auch das drumherum ordnet.
Es fühlt sich auf jeden Fall total befreiend an .

Hab mir heute meinen Kleiderschrank vorgenommen und 2 Säcke Altkleider gefüllt .
Platz für Neues - wenn denn dann die ersten Kilos gepurzelt sind .

Morgen hab ich den 1.Termin bei der Ernährungsberatung .
Seit ich das weiss , läuft es schon ein bisschen besser mit der Ernährung 😂

So , allen einen guten Wochenstart !

Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Seit einiger Zeit beschäftigt mich etwas, das ich einfach mal aussprechen möchte.

Hier im Forum sind überwiegend Männer unterwegs. In meinen Selbsthilfegruppen( online und auch vor Ort)  bin ich sogar die einzige Frau. Das macht manchmal etwas mit mir. Nicht, weil ich mich ausgeschlossen fühle, sondern weil ich mich oft frage, ob Frauen ihre Glücksspielsucht vielleicht ganz anders erleben.

Ich sehe natürlich im Austausch viele Übereinstimmungen , aber mir fehlt irgendwas .
Ich glaube es ist tatsächlich einfach der engere Austausch mit anderen betroffenen Frauen.
In der Suchtberatung hab ich ein Heftchen bekommen mit dem Titel "Frauen spielen anders" und das trifft es ganz gut !
Die Basis ist die Gleiche , wir sind im Spiel gefangen , wir rennen dem verlorenen Geld hinterher , wir sind spielsüchtig , wir schämen uns , wir verschieben unsere Werte , wir verändern uns .
Aber die emotionale Seite unterscheidet sich dann doch ...

Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Isa,
könntest du mal kurz zusammenfassen, welche Hilfe du bisher aus dem Freundes- und Familienkreis erhalten hast, um von der Spielsucht loszukommen? Hat sich mal jemand die Zeit genommen, die wahren Ursachen deiner Sucht auszugraben oder bist du das schwarze Schaf geblieben? Was meinst du, unterscheidet dich von Anderen?

Hallo Loser , ich bin nicht das schwarze Schaf der Familie und war es auch nie.
Alle , denen wir von meiner Spielsucht erzählt haben , stehen mir zur Seite.
Die Ursachen meiner Spielsucht lege ich selbst mit Hilfe einer Therapeutin Schritt für Schritt frei .
Ob man da jemals alle Ursachen rausfindet , weiss ich nicht .
Wenn ich mir auf diesem Weg Hilfe von meiner Familie wünsche , bekomme ich diese .
Aber das war nicht der Punkt meines letzten Eintrags hier.
Es wird mich keiner aus meiner Familie in Sachen Spielsucht jemals so gut verstehen können , wie ein anderer Spieler oder eine andere Spielerin .
Und ich glaube , dass mir vor allem der Austausch mit anderen Spielerinnen fehlt .

Wobei ich damit nicht den bereits vorhandenen Austausch mit Spielern klein reden möchte .
Auch der tut mir sehr gut und auch dafür bin ich sehr dankbar .
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hallo Isa,

"Frauen spielen anders",  ich habe es im Kopf, daß in Hannover eine solche Gruppe von "Spielfrei-Leben.ev" einmal gegründet wurde, und daß es wieder Interesse gibt, diese Gruppe zu beleben. Leider kann ich dazu nicht mitreden  ::)

Ich habe ja eine Adipoditas,, und bin in einer Gemeinschaft von Essgestörten aller Grundstörungsarten, und ich bin ja ein Mann. Oft genug war und bin ich der Einzige, aber ich fühle mich dennoch integriert.

Wenn z.B. das Thema "Fraulichkeit" angesagt ist, dann sitze ich da, und höre aufmerksam zu und schweige.

Früher habe ich meine Spieler . SHG als "Männergruppe" deklariert, wenn ich Außenstehenden von den Gruppenbesuchen oberflächlich erzählt habe, und ich weiß für mich auch, wie wichtig das ist.

Wir haben ja hier schon viele Spielerinnen begrüßen können, und ich wünsche Dir, daß Dein Ziel ein Zusammentreffen ermöglichen wird.

Liebe Grüße

Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

#144
Hallo Isa,
welches Ursachen hat deine Therapeutin denn bisher aufgedeckt, und welchen Beistand, von Geduld abgesehen, leistet dir dein Freundes- und Familienkreis?
Ich bin deshalb so hartnäckig, weil Spieler den Ruf haben, unzugänglich zu sein, obwohl sie selbst kaum mehr erwarten, als dass ihnen mal ein tiefgehendes Gespräch ermöglicht wird. Hast du schonmal gesagt bekommen, dass man mit dir nicht reden kann?
Verdrängung und Bagatellisierung sind nach meiner Erfahrung gängige Trigger, und das Paradox liegt darin, dass ausgerechnet Spieler vieles zu ernst nehmen und daher nicht begreifen, wie Andere sich mit Small Talk, Ignoranz und Ablenkung über die Runden retten können.
M. E. sind Spieler im Grunde Entdecker, derer man sich entledigt hat, weil sie zu viel wissen wollen. Es ist für den Status Quo sehr praktisch, seine Kritiker als Spieler zu diskreditieren, womit Spielen vor allem der Selektion dient.


Hi Isa,

und wieder einmal kann ich dich gut verstehen. Auch ich bin überzeugt dass Frauen "anders" spielen. Es gibt soviele Lebensentwürfe, -verläufe wie Menschen. Bei Frauen gibt es jedoch mehr, die sich eher mit meinem decken.

Ich hatte mir Ende letzten Jahres extra eine virtuelle FrauenSHgruppe gesucht. Da ich allerdings die einzige Glücksspielsüchtige war, hat es dann doch nicht wirklich gepasst.

Im Moment verfolge ich das nicht weiter.

Und: Danke an alle hier Aktiven! Ich lerne von jeder/m.

LG




Olli und Andreas : Danke

Loser :
Tatsächlich hat mir bisher niemand gesagt , dass man mit mir nicht reden kann .
Ich würde auch sagen , dass ich das sogar ziemlich gut kann , solange es nicht um mich , bzw. meine Probleme geht.
Ich bin  laut meinen Freunden ein toller Zuhörer und guter Ratgeber.
Meine Freunde und Familie sind das ebenfalls , ich hatte es nur lange nicht mehr in Anspruch genommen .

Welcher Beistand wird mir geleistet ?
Da kann ich ja nun nur von denen sprechen , die "eingeweiht" sind .
Alle fragen sehr regelmässig, wie es mir geht und ob sie etwas für mich tun können im Allgemeinen, oder auch etwas , was mir die Anstinenz erleichtern würde.
Sie haben auch gefragt , ob sie durch ihr Verhalten zu meiner Spielsucht beigetragen haben.
Alle haben sich gemeinsam zum Thema Spielsucht informiert .

Am engsten begleitet mich natürlich mein Mann.
Er hat alles übernommen , was für mich grade schwierig ist und mit mir gemeinsam die Scheunentore geschlossen.
Er hat mich zu meinen ersten Terminen gebracht , weil ich ein kleiner Schisser war .
Wir hatten inzwischen auch gemeinsame Gespräche bei der Suchtberatung .
Er begleitet mich durch alle Phasen meiner Gefühlsachterbahn und hat mir in der Zeit nicht ein einziges Mal das Gefühl gegeben ,zu viel zu sein .
Natürlich läuft nicht alles perfekt , das braucht Zeit .
Während der letzten 3 Jahre hab ich mein Spiel auf die erste Stelle gestellt und ihn hintenan.
Das ist nicht von heute auf morgen überstanden .Ich habe sein Vertrauen komplett missbraucht.
Das baut sich nur sehr langsam wieder auf .
Wir arbeiten gemeinsam daran , durch viele Gespräche, gemeinsame Zeit, Ehrlichkeit ...


Meine Therapeutin und ich verfolgen mehrere Ansätze .
Da gibt es ein traumatisches Ereignis aus meiner Kindheit , von dem ich dachte , dass ich es längst verarbeitet hätte .

Dann gibt es den Tod meines Vaters kurz vor der Entbindung meiner ersten Tochter .
Dann hatten/haben wir grosse Probleme mit unserer psychisch kranken Tochter , über die wir lange nicht mit anderen gesprochen haben .

Und zu guter letzt besteht noch die Verdachtsdiagnose AD(H)S.
Die Diagnostik steht noch aus .

Das sind die Dinge ,mit denen wir uns gerade beschäftigen.
Ich steh da aber noch komplett am Anfang.Das sind alles noch die allerersten Schritte , ich bin erst seit 12 Wochen spielfrei und kümmere mich auch erst seitdem um all diese Dinge.
Da darf ich keine Wunder erwarten.
Und dennoch fühlt sich manche Veränderung bereits wie ein kleines Wunder an .


Zu deinem letzten Abschnitt :
Ich habe in keinster Weise das Gefühl , dass mich irgendjemand als Spieler diskreditierten möchte .

Ich bin ein Spieler !
ABER ich erlaube mir auch heute spielfrei zu sein.







Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Danke Babs auch für deinen Beitrag .
Das bestätigt mein Gefühl nochmal .


Ich hoffe , dass das hier jedem klar ist , dennoch schreibe ich es sicherheitshalber noch einmal !
Ich bin natürlich auch JEDEM hier dankbar - egal ob Mann oder Frau !
Dieses Forum hat mir bereits sehr viel gebracht und ist ein fester Bestandteil für mich in den letzten Wochen geworden.

Ich möchte niemanden von euch / keinen eurer Beiträge hier missen .
Ich würde mir nur zusätzlich noch ein paar weibliche Unterstützer wünschen .
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Hallo Isabell,

ich kann zum Thema nicht viel beitragen. Aber du scheinst nicht die erste zu sein die sich über mögliche Unterschiede Gedanken macht.

https://www.forum-gluecksspielsucht.de/forum/index.php/topic,4790.0.html


Hallo Isabell

Ich muss Dir sagen das ich eine weibliche Person bin, und auch spielsüchtig.

In meinem Tagebuch habe ich auch schon viel geschrieben, wie es Anfing und was ich bisher dagegen unternommen habe.

In meiner SHG war ich auch die einizigste Frau und blieb es auch. Am Anfang kam ich mir richtig komisch vor, sodass ich auf eine weibliche Gruppe gestoßen war und habe diese Ausprobiert.

Habe aber schon sehr schnell bemerkt das die weibliche Gruppe dann doch nichts für mich ist, weil da auch andere Süchte wie zum Beispiel Alkohol und Drogen bei waren.

Bin dann wieder zu der Männer SHG rüber die sich dann aber mit der Zeit immer mehr und mehr ins nichts auflöste. Es wurden immer weniger Leute sodass ich am Ende nachher alleine da saß.

Habe mich dann bei der SHG abgemeldet und man sagte mir wenn ich wieder Interesse hätte könne ich mich jederzeit melden.


Ich glaube da werde ich mal wieder nachfragen wie es zur Zeit aussieht und ob wieder mehr Leute da sind.



Der einzige Vorteil den Du mir gegenüber hast, ist, das Du jemanden an Deiner Seite hast aus Deiner Familie. Dein Mann unterstützt Dich wo er nur kann. Und das finde ich klasse.  Nimm jede erdenkliche Hilfe an die Du bekommen kannst. Sie stärkt Dich noch zusätzlich dabei spielfrei zu bleiben.

Mein Mann möchte von all dem lieber nichts wissen. Er möchte auch nicht mit mir darüber reden.

Ich drücke Dir ganz doll die Daumen und Gratuliere Dir heute zu Deiner Schnapszahl 88

Lg Mutze

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

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