ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

Alles noch mal vorn aber ich habe keine kraft mehr

Begonnen von JamieLannister, 06 Juni 2026, 23:41:00

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Hallo miteinander,

Ich bin 34 Jahre alt und bin seit 18 Jahren spielsüchtig.

Mir geht es gerade dermaßen schlecht dass Ich mich hier angemeldet habe und Menschen brauche die mich verstehen. Ich möchte deshalb erzählen was aktuell los ist.

Ich war bis Februar 2026 bei einer Firma angestellt bis Ich gekündigt wurde. Ich war bis 1.6 freigestellt und bekam monatlich 2800€. Habe letzten Monat Ende April) davon alles bis auf den letzten Cent bei Sportwetten verloren. Als das Geld weg war habe Ich mir von meiner Familie 1000€ ausgeliehen und ebenfalls in einem Tag verspielt. Und da hatte nicht einmal der Monat angefangen.
Und nebenbei erwähnt bin Ich seit Jahren bei Oasis gesperrt. Jedoch suche Ich Wettbüros die nicht nach einem Ausweis fragen, also eben das was ein süchtiger so macht wenn er spielen möchte.
Nun ja..
Mir ging es danach so schlecht dass Ich geschworen habe nicht mehr zu spielen und mir Hilfe zu suchen.
Was mir jedoch Hoffnung gab war, dass Ich ende Mai/Anfang  Juni noch meine Abfindung bekommen sollte in höhe von 13.000€.
Das sollte einiges wieder in Ordnung bringen. Bedeutet, ich wollte mir Sachen gönnen, Schulden zahlen und es mir gut gehen lassen.
Also musste Ich den kompletten Mai warten und die Tage zählen und es war zum Kotzen! Darüber nachzudenken was Ich hätte machen können mit 3800€ und stattdessen zuhause zu sitzen und an die decke zu starren.
Und als endlich der 27 Mai kam und das Geld drauf war, war alles vergessen.
Ich habe sofort einige Schulden überwiesen die Wichtig sind so dass mir 6000€ blieben.

Aber irgendwie war mir das zu wenig, Ich wollte ja noch so vieles davon kaufen.
Ich rief einen Freund an und sagte Ihm dass Ich in die Spielothek möchte um etwas abzuschalten. Innerlich glaubte Ich mir das tatsächlich sogar. Es war eine Spielothek die nicht nach einem Ausweis fragt.

Ich kam mir unsterblich vor weil ich dachte ,,6000€ kann man ja nicht am Automaten verspielen". Es endete damit dass Ich mit 1500€ minus nachhause ging. Und das musste am Nächsten Tag wieder reingeholt werden...
Es fing also an. Vom 27.5 bis zum gestrigen Tag den 5.6 war Ich täglich, von 12 uhr mittag bis 2 Uhr nachts in der Spielothek. Dazwischen auch mal Sportwetten gespielt.
Ich konnte nicht schlafen, nicht essen, habe nicht geduscht, meine Klamotten nicht gewechselt, NICHTS!
Ich schlief 4 std mehr ging nicht. Ich lief rum wie ein Zombie..
Ich konnte an nichts mehr anderes denken! Wie mache Ich Geld, das war das einzige an was Ich denken konnte.
Als wir einmal kurz was essen gingen konnte ich kaum sitzen. Ich musste vor den Automaten. Ich musste spielen. Was anderes ging nicht. Ich war einfach ferngesteuert.

Und jetzt noch ist es wie ein Kick wenn ich an all die gewinne und bestimmt bilder denke. Oder an bestimmte geräusche.

Konsequenzen? Gibt es nicht. Kann ich alles verspielen? Nein, unmöglich.
Ich spiele und mache Geld. Das wars.
So gestern am Ende habe ich alles verspielt. Ich ging sogar nochmal zur Bank und Widersprach Lastschrift zahlungen um an die letzten 200€ ranzukommen. Und als die weg waren, saß Ich da.
Die Wahrheit, die Realität, die Konsequenzen kamen mit einem Schlag zurück. Es fiel wie ein Vorhang vor meinen augen..
ich konnte es nicht fassen WIE KONNTE ICH 6000€ VERSPIELEN?? WIE?
Ich habe 30 Tage zuhause gesessen ohne Geld ohne nichts und für was??? Damit ich 6000€ verspiele? Wie konnte mir das passieren? Ich fass es immer noch nicht...
Ich sitze hier und jetzt und bin fassungslos. Ich weiss nicht weiter, nichts. Ich hätte es doch wissen müssen wie dumm konnte ich sein. Wie süchtig, wie krank bin ich???

Ich fühle mich wie ein versager, wie ein Mensch der nichts wert ist. Der kein sinn mehr in so einem Leben sieht. Was für ein Sinn hat so ein Leben?
Ich hätte so vieles mache können mit 6000€ und nun? Ist es weg. Nichts habe ich damit gemacht. Nichts
Ich bekomme Nun am 29.6 mein Arbeitslosengeld von 1700€ davon muss ich schonmal die Hälfte abgeben weil ich diese Sachen Ende Mai nicht bezahlt habe.
Ich habe die Schnauze voll.
Ich könnte platzen, Bäume ausreißen. So fühle ich mich. Ich möchte wieder zurück an dem Tag als mein Geld kam. Aber ich weiss das es nicht geht. Es zerreisst mich. Jetzt muss ich wieder die Tage zählen, kann nichts machen außer zu sitzen.
Ich bin gebrandmarkt als ein Kranker als ein süchtiger. Wie soll man so einen menschen ernst nehmen? Respektieren?
Ich sehe menschen die 25 Sind und ein Auto habe , gespart haben. Weil die nicht Krank sind.
Ich wünschte mir Ich hätte sowas wie Glücksspiel nie kennengelernt..
Was ist das für eine Sucht das einem erst Ruhe gibt wenn man Pleite ist. Nichts mehr hat. Was für ein Teufelszeug ist das.

Noch als kleine info: ich war auch mal in einer St. Therapie und war einige Jahre spielfrei. Bis es letztes Jahr wieder los ging und das heftiger denn je..

Ich werde Montag bei der Caritas anrufen und einen Termin vereinbaren. Aber ich weiß dass Ich wieder eine Intensive Therapie brauche.
Aber wenn ich dran denke wie schwer dieser weg damals war und was ich alles auf mich nehmen musste kriege ich angst.






#1
Hallo und herzlich willkommen!

Oh, ja ... ich kann mich auch an diese Zeiten noch erinnern, auch wenn es lange her ist. Erst als alles verspielt war, kehrte ich in die reale Welt zurück. Das Geld vom Sparbuch, vom Bausparvertrag, einem Kredit ... alles verspielt. Das Gefühl ferngesteuert zu sein hatte ich nicht. Mir war bewusst, dass ich all die Entscheidungen zum Spielen getroffen hatte. Und doch konnte ich mich dem nicht erwehren. Vorher ... währenddessen ... durchlebte ich die Hochs und Tiefs. Die Glücklichmacher durchströmten mich und zerstreuten die Gedanken, die mich eigentlich hätten aufhalten sollen.
Und nach dem Spiel? Da folgte der Katzenjammer. Es folgten die Selbstvorwürfe. Doch ... war es nicht auch eine Verlängerung des Spiels? Ob positive Gefühle oder negative war doch vollkommen egal. Ich steigerte mich ins Fühlen!

Wieso eigentlich? Heute sehe ich es so, dass ich nie wirklich gelernt hatte mit meinen Gefühlen umzugehen. Durchleben wollte ich wenigstens die, die ich auch klar benennen konnte. Dies wenn möglich noch immer extrem.

Du hast bereits eine Therapie hinter Dir. Sie hatte gewirkt, sonst hättest Du nicht einige Jahre Abstinenz, also Erfolg, hinter Dir. Du weißt, was zu tun ist und Du wirst es auch durchziehen.
Und Du wirst Dich auch weiterhin nach dem Warum fragen. Nur anders ... nicht mit Selbstvorwürfen, die Dich als dumm und Versager betiteln wollen. Du wirst den Sachen auf den Grund gehen, weil das nun mal proaktiv ist. Es sorgt dafür, dass Du Dich künftig vielleicht nicht mehr in Spielhallen herumtreibst.

Du wirst wieder lernen, auf Dich zu achten, wie Du es doch so lange getan hast. Du wirst wieder innerliche Bollwerke gegen das Spiel errichten, um frühzeitig intervenieren zu können. Du weißt ja, je früher Du gegensteuern kannst, desto einfacher ist eben dieses Gegensteuern.

Du quälst Dich gerade, was Du alles Besseres mit dem Geld hättest anfangen können? Nun, zwei Aspekte: 1. Du hast eine Dienstleistung abgefragt und Du hast sie erhalten! 2. Was hättest Du denn mit dem Geld anfangen können? Was würdest Du tun, wenn Du einen Esel hättest der Golddukaten kacken würde? Würdest Du dann aufhören mit Spielen? Oder würdest Du nicht eher die Spielesession niemals enden lassen wollen?

Das Geld ... es ist nicht weg, es hat jetzt nur ein anderer. Doch Geld befindet sich in einem Kreislauf. Du wirst es also wieder ansammeln können, um es im Anschluss wieder ausgeben zu können.

Oben auf der Seite hier gibt es die Schaltfläche "Meldestelle Spielerschutz". Lese Dich dort mal ein. Wenn Du magst, dann fülle die Daten dort aus. Gestern im Onlinemeeting kam zur Sprache, dass es gerade wohl in Berlin sehr viele Spielhallen etc. geben würde, die Schindluder mit dem Sperrsystem betreiben würden. Dort wäre es wohl kein Problem mit fremden Ausweisen Automaten freizuschalten.
Spieler, die weiter ihrer Sucht frönen möchten, werden sich wohl kaum die Spielwiese für ihre Sucht umgraben wollen. Doch Spieler, die spielfrei werden möchten, die können auch aktiv etwas dafür tun, dass eben diese Spielwiesen verschwinden! Es ist kein Kavaliersdelikt, den Spielerschutz auszuhebeln, um sich selbst zu bereichern. Dieses Verhalten ist niederträchtig und gehört gestoppt.
Fülle die Daten also aus und schaue mal, was Ilona da erreichen kann.

Zum Schluss noch einmal: Kopf hoch! Es ist schade um das Geld, keine Frage, doch es ist auch kein Weltuntergang, dass es nun nicht mehr bei Dir ist. Dein Leben geht weiter und Du bestimmst, wie das sein wird!
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hallo Jamie ,
man liest deine Verzweiflung deutlich raus.
Wie geht es dir inzwischen ?
Konntest du mit jemandem darüber reden ?

Wie lief das Telefonat mit der Caritas ?
Wünsche dir ganz viel Kraft auf deinem Weg !
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Hallo Jamie ,

Herzlich Willkommen im Forum,

erst einmal ist es gut, daß Du Dich zeigst, und Deine Gefühle nicht verschweigst. Diese Gefühle sind womöglich der Spielsucht untertan, und Deine ureigenen Gefühle finden keinen Raum mehr. Es fühlt sich an wie Atemnot, durch das Gefangensein in der Sucht?
Ich bin kein Suchtberater, kein Schuldenberater, nur Mitglied in einer Genossenschaftsbank, zu der ich meine Kontakte pflege, wenn ich die heutigen Zahlungsmethoden nicht verstehe.
Im August 2000 bin ich arbeitslos geworden, durch Insolvenz des Arbeitgebers. Im Vorfeld bin ich von der Juniorchefin, und ihmen Mann, dem Geschäfsführer gemobbt worden, denn die konnten mich nicht betriebsbedingt kündigen, weil ich 23 Jahre in der Firma war, und eine hohe Abfindung anstände. Zu dem Zeitpunkt war ich 10 Jahre spielfrei, und genau mit der Kündigung in der Hand, nach dem Besuch des Arbeitamtes, (ich habe mich schon vorab um eine Fortbildung in der EDV beworben), alles soweit gut, bekam ich massiv Spieldruck. Ich habe auf mein Sparbuch geschielt, mir eine LmaA - Stimmung aufgebaut, und irgendwann stand ich in einer Kaffeebar mit einem 2 DM - Stück vor dem Spielautomaten. Ich bin mit dem Zwickel in der Hand weggelaufen, einfach nur weg, und habe dann geheult wie ein Schloßhund. ca. 7 Wochen später war ich bei einem großen Treffen meiner Selbsthilfegemeinschaft. Es war für mich total chaotisch, ich war verletzt, und verletzbar, aber ich habe das ausgehalten. In meiner Legende war es das wichtigste Treffen dieser Art auf meinem Genesungsweg.
Das Spielen ist noch immer im Kopf, dafür pflege ich mein Tagebuch, bin dankbar dafür, es hier im Forum nutzen zu dürfen, aber ich habe keinen Spieldruck mehr. Heute bin ich der Meinung, daß ich rein "als Belohnung" spielen gehen wollte, aber die Freiheit geschieht nu einmal durch real empfundener Liebe.

Du warst in Stationärer Therapie, Du bist 34 Jahre jung, stehst vor einem Schwerbenhaufen? Vielleicht brauchst Du jetzt wirklich eine Auszeit, es wieder zu lernen, Dein Leben zu leben, Deine Talente, Deine Leidenschaften - ohne Leiden einzusetzten, sprich doch einfach direkt mit Deinem Arzt darüber.
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Hallo JamieLannister,

interessante Wahl deines alter egos hier...Jamie Lannister ist einer von den ganz speziellen Charakteren in GoT.

Wie geht es dir?
Melde dich mal wieder kurz zu Wort.
Dein letzter und einziger Eintrag hier klang verzweifelt.

Aber one step after the other. Das Geld ist weg. Du bist süchtig. Mit Sicherheit bis ans Ende deines wunderbaren Lebens.

Damit es wunderbar wird, fügst du die Abstinenz ein.

Ich kenne das Gefühl, wieder mal alles verspielt zu haben, noch sehr gut. Es ist gerade mal 17 Tage her. Und ob es 1.000, 100 oder 13.000 Euro waren, am Ende macht es keinen Unterschied. In meiner SHG gestern hat ein Teilnehmer erzählt, dass er 78.000 Euro auf einmal "gewonnen" hat. Allerdings waren sie in kurzer Zeit vollkommen in der Luft verpufft und er hat 100.000 Euro verspielt. Aber selbst das ist egal. Es geht darum, glaube ich als Newbie hier, die Sucht anzuerkennen und weniger dem Geld nachzutrauern, sondern die Liebe zum Leben wiederzufinden. Wie, ist völlig individuell. Das ist die Geschichte, die jeder und jede hier selbst schreiben muss!

Alles alles Liebe, dear Member of the House Lannister,
und meld dich mal verdammt,
Markus

 
La vita e bella...

Hey, ich seh grad zufällig , dass du online bist .
Trau dich und schreib doch mal , wie es bei dir weitergingen ist in den letzten Wochen.
Alles rauszulassen , kann verdammt gut tun .

Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Ich befürchte er ist noch nicht so weit.
Es ist auch nicht so einfach, wie wir wissen, es richtig zu wollen und auch alles notwendige dafür zu tun.
Löcher schließen, Hose runter etc ist unbequem und teils endgültig.
Ich habe auch in meinem Haus alle Türen verschweißt aber an einem Kellerfenster keine Sicherung gehabt. Das Ergebnis war eine einzige Katastrophe.

Melde dich mal junger Mann, Scham braucht dich gerade hier nicht bremsen. Wir kennen es doch alle.

Gruß Roy
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

Hallo JamieLannister,

ich bin jemand der nicht viel schreibt im Forum, bzw. kaum. Aber ich wünsche dir alles gute und das du bald spielfrei bist.

Ich habe damals auch still mitgelesen ohne zu antworten, es ist total ok.

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