ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

Bilder sagen mehr als Worte ...

Begonnen von Olli, 04 August 2026, 18:13:44

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ZitatWenn Bilder viel sagen, muss das längst nicht der Wahrheit entsprechen

Vollkommen richtig!



Erstellt mir ChatGPT
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Isst du neuerdings jeden Tag einen Klischee-Drops zum Frühstück?

Hi KungFuPanda!

ZitatKlischee:
Ein Klischee ist eine abgenutzte, starre und stark vereinfachte Vorstellung, Redewendung oder Verhaltensweise. Es beschreibt eine Schablone im Denken, die unreflektiert übernommen wird.
(Google)

Na sicher präsentiere ich hier immer nur vereinfachte Situationen etc. Aber sie sind nicht abgenutzt. Ganz im Gegenteil. Sie sind immer wieder aktuell. Die Bilder sollen gerade zur Reflektion anregen. Sie müssen aber auf Dich z.B. gar nicht zutreffen. Wie wäre es, wenn Du auch mal ein Bild skizzierst, in dem Du ein Verhalten von Dir thematisierst? Das muss ja nicht wie bisher hier geschehen, unbedingt negativ sein. Gibt es z.B. ein Verhalten, welches nicht nur die Sucht, sondern auch z.B. Dein Arbeitsleben gepuscht hat?

Die meisten Bilder sind ja Cartoons. Der Stil und der Inhalt sind bewusst auf Übertreibung ausgerichtet, damit eben das eigentliche Thema in den Vordergrund rückt.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Ich habe keinen Account bei ChatGPT und will auch keinen anlegen.
Darum kann ich hier auch keine Cartoons posten.

Das geht vollkommen in Ordnung.
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Gelungene Montage, Olli!
Ich hadere allerdings mit der Aussage. Wahrheit ist wie sie ist, unabhängig davon wie sie interpretiert oder gesehen wird. Der Betrachter kann sie er- oder verkennen, durch seine Handlungen auch ändern. Seine Wahrnehmung allein hat auf Wahrheit jedoch keinen Einfluss.

Ein Bild von meiner wesentlichen Triebkraft würde vermutlich zeigen, wie ich versuche dem Morast der allgegenwärtigen Verschissenheit zu entkommen. Du kannst die KI ja mal fragen, wie sie Feigheit und deren Sogwirkung veranschaulichen würde. Vielleicht erübrigt sich damit jede Beschreibung.

#21
Guten Morgen!

Zu dieser Uhrzeit nennt man mich auch den Korinthenka..er ... :)

ZitatIch hadere allerdings mit der Aussage. Wahrheit ist wie sie ist, unabhängig davon wie sie interpretiert oder gesehen wird.

Nein, das sind Tatsachen! Erst eine Interpretation macht sie zur Wahrheit ... mal in aller Kürze beschrieben.

ZitatEin Bild von meiner wesentlichen Triebkraft würde vermutlich zeigen, wie ich versuche dem Morast der allgegenwärtigen Verschissenheit zu entkommen. Du kannst die KI ja mal fragen, wie sie Feigheit und deren Sogwirkung veranschaulichen würde. Vielleicht erübrigt sich damit jede Beschreibung.

Das verstehe ich jetzt leider nicht ... Wer ist feige? In welchem Zusammenhang? Was hat das eventuell mit Dir zu tun?

In der Gruppenleiterschulung kam damals das Thema mit meinem Vater auf. Es wurde daraus ein Rollenspiel gemacht. Dazu musste ich einem anderen Teilnehmer in wenigern Minuten meinen Vater schildern, damit er ihn repräsentieren konnte ... Was soll ich sagen ... es passte dann im Rollenspiel gar nicht. Ich schätze, das Gleiche würde hier auch geschehen, wenn ich für Dich dieses Bild zeichnen würde.

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

#22
Guten Morgen Olli,
hab ich dir etwa den Schlaf geraubt?

Eine Interpretation kann nur viel oder wenig Wahrheitsgehalt haben. Je korrekter sie die Tatsachen sieht, desto mehr entspricht sie der Wahrheit. Wenn Wahrheit erst durch Wahrnehmung entstünde, würde es unterschiedliche und sogar gegensätzliche Wahrheiten geben. Hätten dann die Autoritäten ein Problem, die meinen es gebe nur eine Wahrheit, oder Derjenige, der sich die passende Wahrheit aussuchen muss?
Wiederum würde es ohne Interpretation keine Wahrheit geben, womit sich auch nicht beurteilen ließe, inwiefern sie wahr ist. Die Verkörperung deines Vaters könnte daher durchaus wahrheitsgemäß gewesen sein. Sie entsprach nur nicht deiner Interpretation.

Leider bin ich beim Malen ziemlich talentfrei und habe mich bisher auch nicht mit ChatGPT auseinandergesetzt. Daher meine Anfrage an dich.
Mit allgegenwärtiger Feigheit meine ich die verbreitete Unterwürfigkeit gegenüber Mißständen. Zur Rechtfertigung von Befangenheiten wird gern die Richtigkeit offensichtlichen Irrsinns unterstellt und damit eine Duldungskultur betrieben, in der der Korinthenka..er zum Außenseiter wird.
Dann darf man sich auch nicht wundern, warum beispielsweise ein Suchtkranker keine Chance hat, die Ursachen seiner Sucht anzugehen. Er kann nur Symptome bekämpfen, also seine Persönlichkeit.
Wenn jeder an den eigenen Schwächen schuld ist, müssten alle Mörder frei rumlaufen. Schließlich hätten ihre Opfer sich ja panzern oder zumindest davonlaufen können. Demzufolge gehört verboten, was menschliche Schwächen nutzt, denen sich die potenziellen Opfer aufgrund der Rahmenbedingungen nicht entziehen können. Wer nicht ausreichend über das Suchtpotenzial des ihm Angebotenen in Kenntnis gesetzt wurde und den ihn befreundeten Dealer nicht enttäuschen will, braucht Schutz. Wer aus Naivität meint, dass Glücksspiel ja nur ein Spiel ist, nicht etwa Psychoterror, braucht rechtzeitig Aufklärung. "Glücksspiel kann süchtig machen" setzt voraus, dass man weiß, was Sucht überhaupt ist. Wie soll man das aber ohne Selbstversuch lernen, wenn die Gesellschaft Süchte verherrlicht oder tabuisiert?
Daraus ergibt sich die angesprochene Sogwirkung der Feigheit gegenüber den Mißständen. Sucht ist eben ein Selbstläufer.

Mahlzeit ... ach ne, noch zu früh ...

ZitatWenn Wahrheit erst durch Wahrnehmung entstünde, würde es unterschiedliche und sogar gegensätzliche Wahrheiten geben

Genauso ist es! Tatsachen sind unumstößlich, Wahrheiten beruhen auf Interpretationen! Daher basiert ja auch das Sprichwort, dass die Wahrheit im Auge des Betrachters liegt.

Im Moment sehen wir besonders im politischen Geschehen, dass viele Wahrheiten als ultimativ gestreut werden. Doch wenn wir einmal dahinter schauen, werden gerne Tatsachen einfach mal so weggelassen oder sogar negiert. Leider werden Wahrheiten da gerne zur Propaganda.

ZitatMit allgegenwärtiger Feigheit meine ich die verbreitete Unterwürfigkeit gegenüber Mißständen.

Ich erkenne dies aber als normales menschliches Verhalten an. Erst wenn es wirklich an die eigene Substanz geht, wird Widerstand aufgebaut.
Es gibt aber auch Menschen, die proaktiv aktiv werden, siehe der FAGS und z.B. das Bündnis gegen Sportwettenwerbung.

ZitatDann darf man sich auch nicht wundern, warum beispielsweise ein Suchtkranker keine Chance hat, die Ursachen seiner Sucht anzugehen. Er kann nur Symptome bekämpfen, also seine Persönlichkeit.

Uuuaaahhh .... Sorry, mir lief da gerade ein Schauer über den Rücken. :)
Also ... eine Sucht kann nicht geheilt werden, man kann nur von ihr genesen. Das geht nicht, indem man irgendwas "bekämpft". Es erfordert eine Krankheitseinsicht und -akzeptanz. Dann kann man die Themen, die zur Sucht geführt haben, angehen.
Was ist die Persönlichkeit ... nun, es sind alles die Dinge, die einen Menschen ausmachen ... individuell machen. Doch was sage ich da immer? Wir sind mehr als unsere Sucht!
Das Gute ist, dass eine Persönlichkeit aber nicht starr ist. Sie kann sich entwickeln.
Ich habe, wenn mir dies erst einmal bewusst ist, die Möglichkeit mein Denken und Handeln dauerhaft zu beeinflussen. Das mache ich aber doch nicht, um mich zu schädigen, sondern weil ich mir denke, dass dies mir gut tun wird. Wenn Du das Wort kämpfen hier anbringen möchtest, dann nicht gegen die Persönlichkeit, sondern FÜR die Persönlichkeit.
Dein Zitat zeugt aber davon, dass Du das Stillegen der Sucht mit Verlust verbindest. Kann das sein? Dann betreibst Du aber weiterhin die Selbstzerstörung, denn dann kämpfst Du eigentlich gegen die Genesung.
Hattest Du nicht die bipolare Störung zusätzlich? Dann, nicht dass ich davon wirklich Ahnung hätte, erscheint es mir oft so, dass Menschen mit diesen Störungen ihre Sucht instrumentalisieren.
Die "Ruhe", der "innere Frieden" die/den sie im Spiel finden, wiegt die ganzen negativen Begleiterscheinungen der Sucht in keinster Weise auf. Oft wird dann mit einem Genesungsversuch gegen die monetären Folgen angegangen. Das ist aber der logisch falsche Grund für eine Genesung. Geld war mir zumindest früher absolut schnuppe. Schulden waren Zahlen auf einem Stück Papier und hatte in meinem Denken nur wenig Platz.

ZitatWenn jeder an den eigenen Schwächen schuld ist, müssten alle Mörder frei rumlaufen. Schließlich hätten ihre Opfer sich ja panzern oder zumindest davonlaufen können.

Tatsächlich wurden gerade zwei Vergewaltiger freigesprochen, die Tat gab es auf Video zu bestaunen, da das Opfer sich nicht ausreichend gewehrt hatte. Schockstarre war den Richtern wohl nicht bekannt.

Nun, jeder Mensch hat Schwächen. Das ist normal. Alleine deswegen kann man hier das Wort Schuld gar nicht ansetzen. Wer ist schuld, wenn ich im Umgang mit z.B. emotionelen Situationen nicht geübt bin, weil ich 1. eine solche Erfahrung noch nicht gemacht hatte und 2. mir solche Erfahrungen auch nicht vermittelt wurden?
Wenn ich das aber weiß und nichts dagegen unternehme, dann trage ich "Anteile" daran, wie eine Freundin immer sagt. Und da gehören auch komorbide Störungen dazu, die man größtenteils medikamentös abschwächen kann.

Hilft wirklich eine Fokussierung auf die Schuldfrage irgendein Problem?

Ausnahmen bestätigen die Regel! Daher bin ich bei Dir ab dem Wort "Deshalb ..." im weiteren Beitrag.
Die Glücksspielinstustrie arbeitet seit Jahrzehnten erfolgreich daran, das Suchtpotential zu leugnen und es gleichzeitig zu erhöhen. Da hilft es dem "Sucht-Nachwuchs" die Glücksspieljoints vor die Nase gehalten bekommt und einerseits die Benutzung als Bestandteil des üblichen gesellschaftlichen Verhaltens dargelegt wird und dann eine Warnung ausgesprochen wird, die doch niemand hören möchte (s. Bilder auf den Zigarettenschachteln).
In meinen Augen gehört Onlineglücksspiel absolut verboten!

Zitatbraucht rechtzeitig Aufklärung.
Wie wäre es denn, wenn Du mal die Schulen in Deiner Umgebung abklapperst und Aufklärungsarbeit betreibst?

ZitatWie soll man das aber ohne Selbstversuch lernen, wenn die Gesellschaft Süchte verherrlicht oder tabuisiert?
S. meine gerade gestellte Frage ...
Wir haben in der Schule damals alle möglichen Drogen durchgesprochen. Ich hatte dagegen ein Bollwerk errichtet. Die Glücksspielsucht wurde damals nicht thematisiert ... also gab es bei mir da auch kein Bollwerk

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Kindheitserinnerungen eines Glücksspielers:



Erstellt mit ChatGPT
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

#25
Olli,
demnach gibt es unterschiedliche Wahrheiten über Wahrheit. Der Plural macht den Unterschied.

Verbreitete Feigheit mag normal sein. Dennoch sollte man die daraus resultierende Duldungskultur einschließlich ihrer Normativen infrage stellen. Wenn der Trend abgründig ist, beruht die Normalität auf Mitläufertum, nicht auf Passivität.
Sich dem Mainstream entgegenzustellen, ist Selbstaufopferung. Massen halten sich Märtyrer idR zu ihrer Selbstbestätigung als abschreckende Beispiele. Auch wenn der Geopferte sich für etwas besseres halten mag, seine Individualität ist die Bedrohung, nicht sein Leitbild.

Heilung resultiert ziemlich häufig aus Bekämpfung. Man bekämpft zunächst Tumore, um Krebskranke zu retten. Man bekämpft Terroristen, um Angsthasen zu retten. Warum sollte man nicht Glücksspielanbieter und Drogendealer bekämpfen, um Süchtige zu retten? Aber Fehler im Immunsystem sind die Ursachen für Krebs, nicht Tumore. Gesellschaftliche Mißstände sind die Ursachen für Sucht, nicht Drogen. Zunächst muss irgendwo die Abwärtsspirale geknackt werden, um den Trend zu stoppen. Dann kann man zur Heilung übergehen. Schadensbehebung ist zweitrangig. Du würdest bestimmt auch zuerst das Wasser abdrehen und danach aufwischen.
Süchtige sollte man therapieren, sobald keine neuen hinzu kommen, und der Suchtkranke sollte für eine neue Persönlichkeit gegen die alte kämpfen. Aber erst nachdem er die Ursachen seiner Sucht bekämpft hat. Seine Schwäche ist das Einfallstor, nicht der Eindringling. Mir ist deshalb unverständlich, warum er Türen und Fenster verrammeln soll, nur damit die Verursacher ein Haus weiter ziehen.

Insofern ist die Schuldfrage durchaus essentiell. Wenn jemand nie schwimmen gelernt hat und ertrinkt, weil man ihn ins Wasser stößt, wie wir es hier schonmal hatten, befreit das den Schubser nicht von seiner Schuld. Wenn der jedoch zu Rücksichtslosigkeit erzogen wurde, weil ein Überangebot an Juristen beschäftigt werden muss, sollte auch die Schuldfrage weiter oben ansetzen.
Darüber zu streiten, inwiefern der Nichtschwimmer selber schuld war, ist ein Freispruch für die wahren Verursacher. Damit heilt man nichts, im Gegenteil. Und Vergewaltigungsopfern eine Mitschuld zu geben, weil sie keine Medikamente gegen ihre Hinfälligkeit nehmen, ist, mit Verlaub und Gruß an deine Freundin, ziemlich daneben

Somit frage ich hier mal provokant: Wozu gibt es Lehrer und was unterrichten diese, wenn zur Aufklärung und Mahnung Fremdvorträge nötig sind?


Ja. Sucht ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die vermeintlich modernen, profitorientierten Strukturen und Mechanismen gab es immer schon, nur heute ist die Reichweite größer. Es ist einfacher geworden, seine Zielgruppe zu erreichen - und mit Zugang zu den richtigen Mitteln auch einfacher geworden, "Informationen" zu streuen, die dem eigenen Interesse Auftrieb verleihen.
Das alles bestreitet hier wahrscheinlich niemand.

Aber was bringt dieses Wissen mir als Einzelperson? Inwiefern hilft mir das, mein eigenes Leben in den Griff zu bekommen?

Ich kann jetzt weiterspielen, bis sich jemand findet, der sich dem heroisch entgegenstellt. Ich kann warten, bis die Gesellschaft endlich aufwacht.
Aber dann sterbe ich sehr wahrscheinlich als Spieler.


Oder ich fange bei mir selbst an.
Dann kann mir die Gesellschaft egal sein... so egoistisch das auch klingt.

Zuerst die Ursachen bekämpfen muss nicht heißen, mit der Schadensbehebung so lange zu warten, bis sich nichts mehr rührt. Für den Anfang genügt eine Trendwende.
Allerdings ist es zielführender, überhaupt erstmal wieder Kampfgeist zu erlangen, anstatt sich mit Selbstkasteiung vor den Ursachen zu verkriechen. Wenn Egoismus dabei hilfreich ist, nur zu! Dass man als Spieler stirbt, steht längst fest. Deshalb muss man aber nicht auch als Opfer sterben.
Auf die Gesellschaft braucht man dabei nicht zu hoffen. Die ist nur die Waage, nicht das Zünglein.

#28
Wogegen willst du überhaupt kämpfen? Gegen die Ignoranz? Gegen das System?

Eine Trendwende wird jedenfalls nicht passieren. Dazu steckt vielzu viel Geld und Einfluss dahinter. Und es gibt eine lukrative Nachfrage. Wir sind das beste Beispiel dafür. Der marode Staat will auch ein Stück von diesem fetten Kuchen, da konmt die gute Lobbyarbeit gerade recht. Denn so kann man guten Gewissens so tun als gäbe es gar keine negativen Seiten.
Da kann man sich jetzt stundenlang drüber aufregen. Zu recht. Das ist eine Riesensauerei.

Aber verurteilt mich das jetzt zu einem Opferdasein in Untätigkeit?

Nein. Sicher nicht. Aber diese Position ist doch schon sehr bequem wenn einem die einzige echte Alternative zu anstrengend ist um sie ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Denn egal in wieviele schlaue Worte man es verpackt - es ist und bleibt eine Ausrede.

Verhalten und Verhältnis.
Eine Veränderung der Umstände hilft mir nicht viel, wenn ich selbst nichts ändere.



Ich habe dahingehend andere Erfahrungen. Auch wenn einige Big Player recht dominant erscheinen, ist das System doch ziemlich ausgewogen. Das hat zur Folge, dass der Einzelne mehr Einfluss hat, als er sich selbst zuspricht. Er muss zwar an der richtigen Stelle ansetzen, was nicht auf Anhieb gelingen wird, kann mit Konsequenz und Beharrlichkeit aber auch viel bewirken.
Bekämpfen muss er im Grunde nur seine Ergebenheit. Starrsinn ist das Gegenteil von Intelligenz. Er sollte sich also nicht in die Passivität drängen lassen und altbackener Logik verfallen, sondern möglichst viele Optionen zumindest im Kopf mal durchspielen, nach Außen hin artikulieren können, wodurch er in Bedrängnis geraten ist und wie er aus seiner Festgefahrenheit herauszufinden gedenkt. Mitunter öffnen sich damit Türen, die nicht mal vorhanden zu sein schienen, weil das Umfeld viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, als sich ihm in den Weg zu stellen. Die selbe Ignoranz, die ihn absaufen lassen hat, ermöglicht auch seine Eigenwilligkeit.
Außerdem sollte er dabei mit Überraschungen und Alternativen rechnen. Die Veränderung wird nicht nach Plan laufen, dennoch in seinem Sinne sein und eine gewisse Eigendynamik erlangen.
Menschen sind im Wesen so universell, dass sie eigentlich gar nicht verlieren können, ohne darauf gedrillt zu werden. Zeltcamping ist m. E. ein gutes Beispiel dafür, wie wenig es braucht, um Mensch zu sein, und wie weit man von seinen gewohnten Verhältnissen zumindest vorübergehend Abstand nehmen kann, ohne etwas zu vermissen. Andere gehen auf Pilgerfahrt und verkaufen oder verschenken anschließend alles, weil sie erst dadurch erkannt haben, in welch schicken Mief sie sich eingeigelt hatten, um einem System gerecht zu werden, dem es vor allem um Dominanz geht.
Der Sucht verfällt doch eigentlich nur, wer eh fehlplatziert ist. Wieso sollte der sich nicht woanders eher Zuhause fühlen als in seinen gewohnten Umständen?

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