Glücksspielsucht => Tagebuch => Thema gestartet von: andreasg am 02 Juli 2021, 10:10:11

Titel: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 02 Juli 2021, 10:10:11
bin ich zur Überzeugung gekommen, Tagebuch zu schreiben. Ich bin Spieler, bin süchtig, ich habe Strukturelle Mängel und Soziale Ängste. Ich bin 31 Jahre - oder 68 Jahre alt, so genau weiß ich es manchmal nicht genau,
aber ich habe Gestern im stillen Kämmerlein meinen 31. Geburtstag gefeiert. Ja eigentlich bin ich ja 68, das wären 4 X 17 Jahre, und als ich 17 war, da war ich ja schon Stammgast in einer Spielhalle, und nicht dem Namen des Alters entsprechend in einer verliebten Phase. In der Spielstätte brauchte ich keine Liebe, und es war ja deshalb so harmonisch, weil ich ja in meinem Leben keine Liebe erfahren habe.. Also lieber 31! Das ist eine Primzahl, und die Folge der Primzahlen driftet immer weiter auseinander, 2,3,5,7,11, 13, 17 -respektive, 53, 59, 67, 71, 73, 79, 83 und dann. Primzahlen sind endlos, und gleichen sich dem Pi - Wert: 3,14158... der in unendlicher Zahlenkolonne weiter geführt werden kann. Demzufolge ist die Liebe endlos, die agapische Liebe kooperiert mit der erotischen Liebe - äh, hat jemand eigentlich bis hierher gelesen?

Nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel, um dem Thema des Tagebuchs näher zu rücken. Ich habe Respekt vor dem Glücksspiel, aber keine Angst mehr, dafür bin ich in meiner Selbsthilfegemeinschaft und in Foren ein aktives Mitglied. Wenn ich nicht spiele, bin ich unterwegs, versuche andere Menschen zu retten, in dem ich sie dahingehend manipuliere, ihnen "die Krise zu klauen", mich für andere verantwortlich zu zeigen, meine eigentliche Bedürfnisse zu verleugnen, und als Fazit, den Mangel an Anerkennung dadurch, meinen Groll in mich rein zu fressen. Richtig - ich bin von adipöser Gestalt, Stufe 1.
Zugegeben, ich bin gerne real unterwegs, fahre gerne mit der Eisenbahn durch die Lande, um mich auszukurieren, sammele Fotos, Eindrücke und schreibe Geschichten darüber. Auch dafür habe ich ein Forum, aber, ich traue mich gerade nicht, dort zu schreiben, und werde eine Pause einlegen, gefühlt 4 Wochen lang. Ich habe Angst, nicht verstanden zu werden, mich Kritik auszusetzen, bewertet zu werden, eben wegen meiner Schwächen, ich nenne es aber Mängel. Fazit: mein Lebenshunger treibt mich immer wieder hinaus, und ich suche Orte, an denen ich mich hinknien kann, und dankbar sein darf, Heute - diesen Tag zur Zeit - nicht spielen zu müssen.

Ach ja, zu meinem 31. Geburtstag habe ich mir einen Film geschenkt, über Brücken bauen - natürlich Eisenbahnbrücken! Es gibt aber Lieder über Brücken, und manche davon führen über wilde Wasser, und sind in Karat zu wiegen. Aber alle haben eines gemeinsam, es sind Lieder, die Trost geben können.

Es ist gut, mir anzusehen, was Ingenieure und Monteure und Bauleute bewältigt haben, um selber Mut zu finden, an mir zu arbeiten,  es braucht eben alles seine Zeit.

Liebe Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 04 Juli 2021, 09:28:12
... bin ich eher nachdenklich aufgestanden. Nach der morgentlichen Dusche und zum Frühstück kam die Chefin vom Pflegedienst, persönlich. Wir kamen ins Gespräch, und ich erzählte, daß ich ohne Engagement nur noch in der Butze sitzen würde, weil ich optisch betrachtet, nicht mehr durch die Tür passen würde. Si sah, daß der Rechner hochgefahren war, und das Thema ging um Cyber - Kriminalität. Der Verweis auf Präventionsmaßnahmen , auch bei mir im Hause der Wohnungsgenossenschaft, und die Wahrung ständiger Updates für die Sicherheit, hier im Netz, sind eine Gabe, die helfen, wach zu bleiben. Gerade dieses Forum gibt mir viel Mut und Motivation dazu. Dafür möchte ich mich bei Euch bedanken.

Die mysterielle 31 - hat nunmehr eine besondere Note bekommen, weil ich via Whatts App eine Nachricht in diesem Zusammenhang bekommen habe, das hätte ich gar nicht erwartet, auch nicht gewollt, aber mir doch gewünscht. Mein permanentes "gesehen werden wollen" bringt mich dem Ziel "mittendrin und dabei" nicht näher. Meine Vision, im Spätsommer  in die Heide zu fahren, bekommt gerade Konturen, belebt sich mit Farbe.
Ich weiß, daß ich bei Präsenzmeetings nur einen kleinen Teil dazu tragen kann, daß diese gelingen. Ich brauche mich nur auf den Weg dahin machen. Wie ist das in den einem Forum, reicht es aus Beiträge zu lesen? Die Tagebücher, vielmehr die Beiträge der Schreiber faszinieren mich gerade, und motivieren mich, es auch zu tun.

Wenn ich an das Gespräch Heute Morgen denke. Wann bin ich eigentlich berechtigt, gepflegt zu werden, wann bin ich ein Hypochonda, (wie diese Viecher auch heißen mögen) ? Sind die allseits bekannten Depressionen und ein Burn Out eine Rechtfertigung, oder habe ich immer noch Schamgefühle meiner Spielsucht gegenüber, und verstecke das unter dem Mantel der Adipoditas?  Der Wunsch, ernst genommen zu werden fängt in dem Maße an, wie ich mich selber ernst nehme. So tun, als ob die anderen das Problem sind, und der Wille, diese allein zu ändern, das entspricht nicht der Aufrichtigkeit. Als ich vor 11 Jahren mit einem Freund im Auto auf der BAB 2 bei Marienborn eine Rast einlegten und  Ich  mir lange dort das monströse prägnante Denkmal angesehen habe etwas erlebt, was ich nicht einsehen konnte, weil ich es nicht verstanden habe. Nun gut, zum 31. habe ich mir einen Film über Brücken gekauft, da ist z.B. die Hohenzollernbrücke drauf, da denke ich auch an einen lieben Forenfreund und an ein damit verbundenes tiefes Erlebnis. Brücken verbinden, und halten das Netz zusammen, aber es ist kein Netz, in dem ich gefangen bin, sondern das verbindet.

Ich brauche mich nur auf den Weg machen.

Danke für das Teilen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Wolfgang am 04 Juli 2021, 11:09:34
Hallo andreasg,

auch du machst Mut mit deinen Beiträgen. Sehr tiefsinnig und etwas melancholisch kommen sie daher. Aber immer erfrischend  authentisch und reflektiert. Ich sehe dich, obwohl ich dich nicht kenne. Deine Gedanken und Gefühle sind den meinen sehr nahe. Bewahren wir uns den Sinn für die schönen Augenblicke im Leben. Und ist auch nicht mehr alles erreichbar, in unseren Träumen und Gedanken sind wir frei.

Wolfgang
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 05 Juli 2021, 18:01:09
Danke lieber Wolfgang, ich lese Deine Beiträge, wie alle Tagebücher hier sehr gerne. Das ist für mich  oft sehr aufbauend, unf hilfreich, und bringt mir eine Neue Vitalität, für diesen Tag.

... an diesem heutigen Tag habe ich mich nachmittags , nach dem Mittagsschläfchen an den Rechner gesetzt, und in einem Account eine Mail von Payback - Paneel erhalten: Umfrage, dauert 25 min, bringt 300 Payback Punkte, wow! So etwas mache ich echt gerne, nicht alleine wegen der Punkte, es ist für mich auch eine Konzentrationsübung. Die Umfrage wurde von der Universität Bremen gestartet, häää -
Das Thema ist Freizeitgestaltung. Ich dachte spontan an die stark vermisste Wassergymnastik in der Gruppe. alles korrekt brav angekreuzt, bis zur Frage, ob ich in den letzten 12 Monaten an einem Glücksspiel teilgenommen habe. Auch diese Frage habe ich korrekt beantwortet, Ende der Umfrage, zum Trost gibt es 5 Punkte.. - Mensch Meier, bei der Uni Bremen werde ich immer leicht hellhörig, aber ich lasse den Unfug in meinen Gehirnwindungen lieber bei mir, und gehe am Mittellandkanal, oder auch an der Schachte - am Bremer Weserufer spazieren.

Mit meinem Pflegedienst komme ich immer besser zurecht, Heute noch einmal die Einkaufsliste besprochen, das schärft ja auch meinen Verstand, und so geht es langsam voran. Die Übung, Geduld mit mir selber zu haben, da brauche ich aber noch Zeit, aber nun habe ich auch am PC meine Platzhalter, mal sehen, wem ich die 5 Cent an Payback Punkten zukommen lasse? Irgend einem Straßenmusiker z.B, wenn die Innenstädte sich wieder mit Leben füllen, das ist für mich immer eine Freude.

Danke für das Teilen.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 06 Juli 2021, 12:19:25
habe ich mich über den allerprominentesten Ehrenbürger meiner Heimatstadt aufgeregt, der ein Fenster mit diabolischen Gesichtspunkten in die Hauptkirche meiner Heimatstadt bringen möchte, und alles schreit HURRA! - bis auf die Kritiker. Als mein Vater in diesen Heiligen Hallen seine Wandteppiche und Graphiken ausstelllte, wollte die Kirche einen Wandteppich als Dauerleihgabe aufhängen, aber sowohl mein Vater, als auch meine beiden Schwestern haben sich mit Händen und Füßen gegen das Opfer gewehrt, und so schaue ich, wenn ich dort einmal die verwaiste Kirchenwand ansehe, trübe drein, aber - nun hieße das den Kirchenfürsten mal ordentlich die Evangelien um die Ohren zu schlagen... Im Fundus meiner Ungelesenen Bücher ist die Bergpredigt, das für Insider.

Diese Gedanken kamen, als ich mich Heute Morgen im Badezimmerspiegel ansah, und kurz darauf kam angenehmes warmes Wasser aus dem Brausekopf der Dusche. Ich habe sehr darauf geachtet, daß ich dabei nicht ungehört ins Krächzen komme , sondern meine Singstimme einübe, sie auf den Unterbauch in hoher Tonlage und in den Schulterbereich im Basston lege. Das hat mich wieder stabilisiert, und ich habe dem entsprechend ein Morgenlied angestimmt, und mich dabei auf mich und meine Fahigkeiten besonnen.

Ja Heute: ich habe mich beim Schnelltest angemeldet, habe, als die Haushälterin da war, endlich das Protokoll eines Arbeitsmeetings geschrieben, und freue mich gerade darüber, Heute spät - Nachmittag in das Gemeindehaus der beschriebenen Kirche zu gehen, dort findet präsent unsere Spieler - Selbsthilfegruppe statt.

Danke für das Teilen syl
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 09 Juli 2021, 08:33:06
.. habe ich über Kommunalpolitiker nachgedacht, die lieber mit Eimerchen und Schaufelchen sich Traumschlösser bauen, die Huh - vom Winde verweht werden, obwohl es so viele wichtige Dinge im Leben gibt, die sich ändern lassen. Fazit: wir brauchen mehr Baumhäuser, aber das ist natürlich ein Aufruf, der mahnen soll, zum eigentlichen Leben zurückzukehren. Weiterhin will ich bedenken, daß nicht alle Menschen in einem Dorf mit über 530.000 Einwohnern leben, eigentlich aber, der besten Stadt der Welt, wenn nur die Sturheit gleichermaßen der Bodenständigkeit hier  zum urbanen Leben gehört. Morgens ein Blick in die Online - Zeitung, und daraus wird o.g. Eintrag ...

Ein anderer Blick fällt in das gebundene Meditationsbuch, und hier auf die Rubrik für Angehörige, Ich habe mir Heute erlaubt, einen Beitrag in einen Tread zu schreiben, und ich fühle mich da mehr hinein, als ich es ausdrücken kann. Vielleicht ist es so, nein es ist ein wesentlicher Teil, meines Genesungsprogramms, meine Spaziergänge am Mittellandkanal zu unternehmen, um mich dort mit meinem Inneren Kind auszusöhnen. So verrückt das auch sein mag, aber da muß ich die Traumwelt meines internen Spielplatzes verlassen, und selbstbewußt als Erwachsener Mann den kleinen Andy an die Hand nehmen, und einen Neuen gemeinsamen Weg in das Leben finden.

Die Meditation will mir helfen, nicht unglücklich zu sein, weil ich keine Liebesbeziehung habe, ich brauche mich nicht zu sehr über meine Partnerin zu kümmern, ich kann die verkrampften Hände vom Steuer nehmen, aber das funktioniert ja nur, wenn ich das in einer Gruppe erleben darf. So wünsche ich mir Heute Abend, mich in ein Zoom - Meeting einzuwählen,, um an dem Thema dran bleiben zu können. Ich habe mich wieder auf einer "unnützen Seite im Netz" bewegt, die zwar via Referenzen geschützt ist, aber das Mittel zu Zweck, die Erotikfilme sind gemeint, triggern ja nur meine Hormone in Form von Aggressionen an, das Liebes - erleben bleibt ja deutlich vor der Tür. Meine Spielsucht ist bestimmt aus einer unüberwindlich scheinenden Verlassenheit entstanden, , aber die Einsamkeit  kann ich abgeben. Ich wünsche mir hier im Forum, daß Angehörige von Spielenden Menschen, nicht aufhören sich zu engagieren, und über eine Solidaritätsgemeinschaft einen Zugang zu sich finden können.

Ich brauchte eine Zäsur, eine Pause beim Schreiben, die Pflegeschwester kam. Das Anziehen der Stützstrümpfe verlief schmerzlos, sie erzählte von dem Präsenzunterricht ihrer Tochter, und mein Blutdruck ist normal. Eine kleine Aufmerksamkeit, eine Zuwendung, aber keine Störung, nur eine Forderung an das Leben, wachsam zu sein.

Danke für das Teilen
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 13 Juli 2021, 10:17:46
.. bin ich unter die Dusche gegangen. Vorher habe ich hin und her überlegt, ob ich überhaupt duschen muß, ob es meine Pflegerin auch aushält, wenn ich nach nächtlichem Schweiß rieche, ob ich den Arztbesuch auf Morgen lege, ob es nicht sinnvoller ist, Morgen zu duschen, wenn ich Lymphdrainage habe, und der jungen Therapeutin mich ungeduscht nicht zeigen mag, dann kann ich das mit dem Arzttermin verquicken, falls mich der Doktor untersuchen möchte, oder gehe ich nach dem Impftermin zum Arzt, wenn die Nebenwirkungen von Astra oder Bio - mich niederstrecken... Die Dusche hatte überraschend zügig die richtige Temperatur. Die Gedanken wandelten sich, und erreichten das Spektrum, daß ich ja im Kirchenchor nicht singen konnte, also ob es ein Mangel an Talent, oder Konzentration ist?, denn eigentlich singe ich ja gerne, aber wenn es andere verschreckt, dann ist es besser, ich kann nicht singen, Basta! Das Wasser lief weiter angenehm, ich seifte mir den Kopf ein, und fing an, das zu tun, was ein Mann unter der Dusche eben so tut! Erst leise, krächzig, dann mit Konzentration. Ich hatte das Lied: "Morgenlicht leuchtet" alsbald auf den Lippen, nun lenkte ich meine Konzentration darauf, auf meine Positionierung der Stimme im Brust - und Bauchbereich, auf meine Atemtechnik, auf meine Innere Stabilität. Auch wenn ich die Verse durcheinander brachte, und wiederholte, dieses Lied zu singen war erfrischend für mich!

Die Pflegeschwester brachte eine neue Kollegin mit, ich saß da im Bademantel, die Dusche dauerte etwas länger, und sie erörterten sich über die Kunst, Stützstrümpfe anzuziehen. Der Gedanke war da: "Ich kann das alles ruck - zuck", besser als die da"! Darauf hin holte ich den Bratenwender aus der Schublade, um der jungen Pflegerin  ihn als probates Hilfsmittel für die Zehenkappen anzudienen. Gemeinsam sprachen wir über die Tückesn meines Blutdrucks, und meine Angst dahingehend, die Nebenwirkungen der Zweitimpfung könnten sich dort auswirken.

Nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel, das macht mich wieder demütig. Dieses ganze Gehabe von verstecktem Stolz, was dient es mir noch. Es ist letztlich mein Hochmut, wenn ich mir immer noch einbilde, ich könnte alles alleine besser meistern.

Was anderes: Gestern zur Nachtzeit habe ich eine E Mail vom Anbieter eines T - Shirt -  Gestaltungsportal erhalten, dessen Portal sei gehackt worden. Ich solle mir ein Neues Kennwort anlegen. Ich bin darauf hin im Bett geblieben, aber Heute Morgen habe ich noch im Schlafanzug mein Bankkonto gecheckt, alles in Ordnung! Ob die Sozialen Ängste eine Auswirkung meiner Spielsucht sind, ober ob meine Sozialen Ängste die Spielsucht ausgelöst haben, wer weiß das so genau?
Dreimal brauche ich noch einen Schnelltest, aber Gewissenhaftigkeit gehört zu meinem Genesungsprogramm. Anschließend geht es in die Selbsthilfegruppe.

Ich freue mich auf den Austausch, ich freue mich an diesem Tag

schöne 24 Stunden
Andreas


Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Olli am 13 Juli 2021, 11:04:32
... stand auch ich unter der Dusche. Naja, eigentlich ist das nichts Besonderes. Doch heute habe ich mich beeilt, da ich Dienstags ja ins Büro muss.
An allen anderen Tagen kommt mein Vater gegen 9 Uhr vorbei, damit ich ihm die Stützstrümpfe anziehe. Doch Dienstags soll er um 7 Uhr 20 bei mir sein, damit ich pünktlich weg komme und am Dienstort noch einen Parkplatz bekomme. Verschiebt sich die Ankunft nur um eine viertel Stunde, darf ich mir in der weiteren Umgebung einen Parkplatz suchen - wie heute dann auch.
Die vereinbarte Uhrzeit kam und sie verging. Ich setzte mich ins Auto und fuhr los ... zu meinem Vater. Er hatte eine schuldige Mine aufgesetzt, doch entschuldigt hat er sich nicht. Naja, das muss reichen ... hinterher jedenfalls hat er sich vielmals bedankt.
Tja, so ist das, wenn man einfach den Pflegedienst kündigt - von heute auf morgen - und keinen Ersatz in Petto hat. Jetzt findet er keinen, der für ihn tätig werden möchte. "Wir sind ausgebucht." "Zu weit weg ..." - der Gründe gibt es viele.
Der Grund für die Kündigung: Sein offenes Bein ... Es wurde nicht besser mit Pflegendienst und nässte oft durch. Seitdem meine Schwester und ich uns darum kümmern, ist es zugewachsen ... Zufall?
Jetzt ist der Grabstein endlich aufgestellt. Ein sehr schöner Naturstein ... "Himalaya" nennt er sich. Die Schrift ist super. Das Röschen ebenso.
Doch der Grabstein hätte 1 cm nach links gemusst. So, wie er jetzt steht, ist ein Seitenteil 2 cm länger als das Andere. Hmmm ...
Das Hauptproblem aber ... mein Vater wollte bei der Aufstellung dabei sein - und der Steinmetzt hat sich nicht daran gehalten.
Dass der Grabstein nun aus zwei senkrechten Teilen besteht, anstatt aus einem mit einer eingefrästen Nut, tut der Optik keinen Abbruch, doch so war es ja nicht vereinbart.
Die Gärtnerin, die von einem gemeinnützigen Verein geschickt wird, kommt auch immer zu einer Zeit, zu der er lieber ein Mittagsschläfchen halten möchte.
Und die Fußpflegerin vereinbart einen viel zu frühen Termin, kommt aber ne halbe Stunde zu spät.

Es braucht Gelassenheit damit umzugehen. Jedoch bin ich davon weit entfernt. Geduld, ja  ... die bringe ich gerade auf. Auch Verständnis, denn sein Leben hat ja nun mal ein einschneidendes Ereignis überschattet. Er braucht eine Aufgabe ... eine Abwechslung. Doch er unternimmt nichts ...

So kurz das Duscherlebnis heute morgen auch war, ich habe es genossen.

Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 16 Juli 2021, 07:37:09
Hallo Olli,

Danke für Dein Posting und Dein Statement. Ja, es liegt ja schon 6 Jahre zurück, daß ich den Haushalt meiner Mutter gepflegt habe, und nun bin ich zunehmend selber betroffen. Für mich gehörte immer viel Mut dazu, es war einfach notwendig, mich für die eine oder andere Sache durchzusetzen. Immerhin gab sie mir z.B. ein Knuel in die Hand, darin lagen ihre gewaschenen Wadenwickel. Es war zwecklos, meine Mutter zu überreden, beim Arzt nach Stützstrümpfen nachzufragen. So habe ich den Weg des geringsten Widerstandes gewählt, und und mich in Geduld übend, die Wickel entzerrt und aufgerollt. Mein Ansinnen, sich für alles das sich um einen Pflegedienst zu bemühen, erbrachte das gleiche Ergebnis, wie einen Menue - Bringdienst zu bestellen: Im Triumph berichtete sie, beides strikt abgewiesen zu haben. Immerhin, wenn ich mit dem Einkauf kam, schälte sie noch Kartoffeln, ich bereitet Fleisch und Gemüse, und da gab es keine Proteste. Das war dann wieder erholsam.

Gleich kommt meine Pflegedame, ich freue mich darauf, Tabletten habe ich schon eingenommen, der Oberarm drückt an der Stelle, auf der das Pflaster noch klebt, der Kreislauf ist eher matt, aber ich bin Happy, habe BioNTech gut vertragen. :)

an diesem heutigen Tag.

Liebe Grüße
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Olli am 16 Juli 2021, 08:48:27
Hi Andreas!

Tja, die Problemchen sind wohl überall gleich bei den alten Leutchen ...
Bereits als meine Mutter Ende Februar verstarb, suchten meine Geschwister Essenslieferanten heraus und fast wäre es auch zu einem Vertrag gekommen.
Doch dann ... Ruhe im Schacht ... kein Fortkommen mehr. Also versuche ich mit meinem Vater zusammen zu kochen. Doch das kann ich bei Weitem nicht jeden Tag leisten.

Am Samstag habe auch ich meine zweite Dosis BionTech erhalten. Was soll ich sagen ... habe sie super vertragen. Selbst der "dicke Arm", also das Gefühl einen Bluterguss im Arm zu haben, war dieses Mal nicht der Rede wert. Nun gelte ich in 8 Tagen als geschützt, sofern ich das Restrisiko mal außer Acht lasse.

An diesem heutigen Tag, also gerade eben bekam ich eine Nachricht, die mich sprachlos macht. Ich habe ja erst kürzlich mal geschrieben, dass ich teils mehrfach täglich Besuch von der Katze meiner Schwester erhalten habe. Sie wollte gestreichelt werden und natürlich ihr tägliches Leckerchen erhalten.
Vorgestern dann die traurige Nachricht: Sie ist im Nachbarort aufgefunden worden - überfahren. Man hat sie dort einfach an den Straßenrand gelegt.
Nun haben wir uns natürlich gefragt, wie die Katze dort hin gekommen ist, hatte sie doch hier ihr Revier und war sehr scheu.
Jetzt zur eben erhaltenen Nachricht: Meine Schwester hat beim Nachbarn in der Einfahrt ein Stück Fell und einen Zahn gefunden ...
Keiner schaut doch unter sein Auto, bevor er los fährt. Keiner überfährt extra eine Katze. Wo ist also das Problem, wenn so etwas nun mal passiert ist, zu meiner Schwester zu gehen und die traurige Nachricht zu überbringen? Ich verstehe es nicht. Stattdessen wird die Katze eingepackt ... sie wird ein paar Kilometer weit weg gebracht und dort an den Strassenrand gelegt? Welche Logik steckt dahinter? Welche Ängste?
Ich habe gestern mehrfach aus den Augenwinkeln draussen Bewegungen wahr genommen und intuitiv gedacht, dass nun Pflecki vorbei schaut, wie sie es immer tat. Doch die Realität holte mich schnell wieder ein. Der eingesetzten Freude folgte die Erkenntnis mit Traurigkeit auf dem Fuße.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Ilona am 16 Juli 2021, 09:14:34
Das tut mir leid. So eine Mieze kann einem schon richtig ans Herz wachsen. Vor allem, wenn man das -wie bei den scheuen Exemplaren- erst erobern muss.
LG Ilona
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Wolfgang am 16 Juli 2021, 16:01:31
@Andreas

Finde ich klasse, wie du mit den "Widrigkeiten" des Alltags umgehst. Du siehst die positiven Dinge und ziehst daraus deine Kraft. Ich schneide mir mal eine dicke Scheibe ab.

@Olli

Das geht mir richtig nah mit deiner/eurer Katze. Hoffentlich musste sie nicht leiden. Die Umstände sind schon sehr merkwürdig. Meine erste Katze holte ich 1998 ganz jung aus dem Tierheim. Am 01.06.2000 brachte sie Junge zur Welt. Danach ließ ich sie sterilisieren. Leider überlebte nur ein Junges, weil sie sich irgendwie darauf legte. Und dieses eine Junge wurde 19,5 Jahre alt. Am 29.11.2019 musste ich ihn einschläfern lassen. Ich werde meine Susi und meinen lieben Purzel niemals vergessen.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 18 Juli 2021, 10:11:14
.. habe ich mir nachträglich die Tagesschau von Gestern Abend angesehen. Der Grund war, daß bei Euskirchen eine Talsperre vor Brechen der Staumauer bedroht ist.. Über diese Staumauer bin ich wenigstens an zwei Freizeiten  in Ruhe und Frieden allein und in der Gruppe spazieren gegangen. Ich habe eine dicke Fotomappe darüber in meiner Sammlung. Das war in den Spätsommern 2005 und 2007 mein Erlebnis, als ich noch gut zu Fuß war, und Wandern eine Philosophie von mir war, mich von den Auswirkungen meines Suchtlebens zu befreien.
Weiter oberhalb  ,in der  Katholischen Familienbildungsstätte, da haben wir - Spielsüchtigen - unser großes Treffen, das Deutschlandtreffen der GA - Anonymen Spieler abgehalten. Eigentlich weiß ich nichts mehr von den Meetings vor Ort, habe aber noch viele Teilnehmer im Blickwinkel und in guten und dankbaren Erinnerungen. Aber die Spaziergänge um die Steinbachtalsperre sind für meine Genesung so wichtig geworden, daß ich sie fest in meinem Herzen habe. In meiner Küche  habe ich so manches Fotos von meinen Ausflügen, 2 Bilder von den Psychosomatischen Kliniken, in denen ich war: Hitzesommer 2003 und Winter 2008/09, und das Foto der Steinbachtalsperre ist denen in der Auswirkung für meine Genesung gleichwertig.

Ich hoffe, wir können uns dort in Frieden wiedersehen und neu Beginnen,
Einen Tag zur Zeit

Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 20 Juli 2021, 09:51:53
... habe ich unter der Dusche über den gestrigen Tag nachgedacht, und über das, was mir über die Leber gelaufen ist: Also Gestern: ich las die MS - Nachrichten, Flutkatastrophe  in Österreich, einen lachenden Ministerpräsidenten, Trümmerlandschaft in NRW, eine Reportage über einen Sportverein, dessen Namen ich nicht nennen möchte, wo die Sportler wie angenagelt mit blutleeren Köpfen auf der Bank saßen, dann einen Virologen, der den Klimawandel anprangerte, und zuletzt ein Doppelbett aus dem Olympiadorf in Tokio. Die meisten nachrichten habe ich blitzschnell überflogen, aber es rotiert  mir etwas im Hinterkopf.

Ich kenne das, in einer total beklemmenden, unmöglich erscheinenden Situation plötzlich zu lachen. Das ist in meiner Schulzeit passiert, und ich habe damals vom Schulrektor eine Ohrfeige bekommen, daß ich zu Boden ging. Viel später, auf einem Seminar 1997, hat mir ein bekannter Arzt und Suchttherapeut bestätigt, daß ich mich bei dem Lacher mit dem Anliegen des Pädagogen mit ihm solidarisieren wollte. Meine Psyche kann das Unverständliche nicht auf Verstandesebene nicht realisieren, und sucht nach Auswegen, um Antworten zu finden. Fazit: ich habe die Reaktion des MP;s , den Lacher, so verstanden, wie es mir fachlich erklärt wurde.

Ich fuhr etwas hinaus, in die Region, und aus dem Fenster des Regiobusses sah ich eine Fan - Fahne des nicht - genannten - Sportvereins. Ein kurzer Brechreiz überzog mich. Ich das gespielt, eine aufgebauschte Aversion, oder doch nur eine einfache körperliche Reaktion? Ich hatte keine Ruhe mehr auf der weiteren Fahrt, mir liefen die Tränen runter, nein, es ist kein Neid! Was um alles in Welt bringt die Presse dazu, irgendwelche Bagatellnachrichten aus der Sportszene unter den existenziellen Nachrichten unseres Weltgeschehens zu mischen? Ist das gewollte, oder gar gelenkte Staatliche Absicht? Wer hat denn Ansehen und Profit davon? Sport und Körperbewegung tut Not. Leider kann ich nicht mit Gummistiefeln Schrubber und Schippe in die Eifel fahren, meine Krankheit macht da nicht mehr mit. Ich bin jemand, der gerne vorneweg an der Basis malocht, auch wenn ich es nicht alles und nicht perfekt kann, aber - ich will verstehen , um was es dabei geht. Ich brauche dafür kein Lob und keine Anerkennung, nur rotes Blut in meinen Adern , und meinen Arxch in der Hose!  In meim Verein steht nicht sportliche Erfolg im Mittelpunkt. Da kann ich ja bekanntlicherweise nicht mit umgehen. So spielen - Niederlagen mir dann auch etwas anderes, Bedeutungsvolleres zu. Das Dabeisein, die Solidarität, in Guten wie in schweren Zeiten, und das zu tun was der Therapeut mir ins Ohr brüllte, damit ich es verstand und ferner noch verstehe: "Es reicht aus, einfach nur dabei zu sein"!

Was machen die Sportler, die Protagonisten, die nicht mehr auf der Bank festgenagelt sind, wozu werden die noch eingesetzt. Hier - im Forum findet sich eine mögliche Antwort: Das Sportwettgeschäft. Halt, es ist schon viel darüber geschrieben worden, ich brauche es nicht wiederkäuen.

Als es Abend wurde, dachte ich an Kampfsportler aus Zentral - und Westafrika, und wie sie die Betten in Tokio nutzen würden wollten? Es waren bizarre Gedanken, das gebe ich zu. Schnell wechselte ich das Programm und tätigte eine Einzahlung - für die Opfer der der Flutkatastropfe. Das hat mich wieder geerdet, und ich war in Gedanken bei den Freunden aus Nigeria, die bei uns in der Kirche Asyl gefunden haben, mit denen wir, die Gemeinde Zuneigung aufgebaut haben, und durch die ich Heute verstehen kann, welche Umstände heutzutage Menschen in Not treiben kann.

Das Leben möchte ich gewissenhaft im Ernst für mich annehmen, die Guten wie die schweren Stunden gehören dazu. Humor erträgt es alles leichter. Mein Genesungsweg darf fröhlich sein, Lachen gehört dazu, aber alles hat seine Zeit, und Zynismus findet keinen Platz mehr.

In Alter Liebe
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 22 Juli 2021, 10:34:17
... bin ich nur mühsam aus den Federn gekommen. Ich schaue aus Handy, der Straßenzeitungsverkäufer schickte eine Whatts App, mit der Nachricht, daß ein Morgenkaffee unverzichtbar sei! Vorab habe ich aber geduscht, mein Bettzeug abgezogen, Wäsche sortiert, vom Boden geholt, die Pflegeschwester bemängelte dann ihre Ungeduld, und auch davon sprang mein Turbo nicht an. Nun sitz`ich am Rechner und sortiere einiges, vielleicht auch meine Gedanken: Morgen ist Zahnarzttermin: "hat der mir schon meine Kostenrechnung für Reparatur der Protese geschickt, das einfach vergessen, oder bin ich wie gehabt befreit. Spreche ich das Morgen an, oder halte ich die Klappe, und weiß von nichts, bringt mich das um, wenn noch eine Nachforderung anliegt, und muß ich mich dann schämen, oder ist da auch eine Realität bei"? - Nur ein kleiner Zettel, mit dem Termin drauf, mehr nicht. Immerhin, die elektrische Zahnbürste hat ordentlich vibriert, das hat mich wieder belebt!

Das Kräftezehrende sind diese unendlichen Touren im Gehirn. Eigentlich , wie geschildert, nur eine Bagatelle, aber was macht mein Kopf daraus? Vertrauen kann man sich nicht herbeiträumen, es wird einem Zuteil, es gehört zum Seelenfrieden. Die Fußarbeit dahin, die muß ich selber tun. Mein Fahrrad ist in der Werkstatt, endlich! Psychotherapeut, Physiotherapeutin, und Pffegeschwestern interessiert das sehr. Was ist, wenn das Rad nicht mehr reparabel ist, wenn es geklaut wurde, oder hat der Monteur den Zettel verschwitzt, mit meiner Adresse und Telefonnummer. Was mache ich dann mit dem eingesparten Geld? - Verlustängste - oder so?

Dabei brauche ich das Fahrad dringend. Dann kann ich zu einer anderen Stadtbahnmagistrale raldeln, weil meine direkte Route im Umbau ist. Das heißt, zwischen zwei Stationen muß man zu Fuß gehen, zwischen allen Bauabsprerrungen hindurch. Für mich eigentlich trotz Mobileinschränkung kein Problem, aber: an den Straßenenden jeweils eine Spielstätte, und in der Straßenmitte, das bekannteste Bordell der Stadt. - Nein, ich möchte meine Gefühle dazu nicht noch einmal erleben, nach 31 Jahren, lieber Spielstätten im weiten Umkreis meiden.

Das Einüben von einfach gangbaren Wegen , die sicher zum Zile führen, das heißt es wieder neu zu definieren, und wieder neu anzufangen. Gleich kommt meine Haushälterin, und wenn sie da ist, wird geklönt, und auch Zeit gefunden, meinen Papierkram zu ordnen. Darauf verlasse ich mich, ohne Angst, verlassen zu werden.

Danke für das Teilen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 25 Juli 2021, 18:41:34
... bin ich zur Überzeugung gekommen, der einzige Mensch zu sein, der sich seiner Einsamkeit bewusst wird. OK, der Sonntag war auch einmal ein Tag zum Ausspannen, und sicherlich hat es auch schöne Sonntage gegenen. Aber Heute habe ich auf dem Fußweg vorm Haus auf der Straße gelegen, und mein Fahrrad über mir. Ich habe sogar vor Schreck um Hilfe gerufen, aber es war nur der Schreck. Die Fahrradkette ist abgesprungen, ich habe sie neu gespannt, dann beim Anfahren hat es Knack - gemacht, und die Nabe den Schaden. Bei mir ist es der linke Ellenbogen und der rechte Daumen, die eine Schramme abbekommen haben, der Kopf äußerlich nicht. Fazit: ich kann mich auf Morgen freuen, wieder zum Fahrradladen gegen, in Kontakt zu finden, Worte miteinander finden. Ich setzte mich erschöpft mit meinen schwarzen Fingern auf die Bank vorm Haus, das Telefon klingelte, ein Gruppenfreund war dran, die Friseurmeisterin ging mit dem Hund Gassi, und grüßte mich, ein Nachbar kam aus der Tür, setzte vernünftigerweise einen Helm auf, und knatterte mit dem Mofa davon. Die Wahrheit ist: - ich bin im Kontakt mit meinen Zeitgenossen, vielleicht manchmal unbeholfen, und da fängt es an schwierig zu werden.

Ich habe Strukturelle Mängel und Soziale Ängste und habe auch die Spielsucht in meinen Fachärztlichen Befunden. Die Einsamkeit, oder soll ich sagen, das Minderwertigkeitsgefühl schafft den Raum der Isolation, das Ausüben der Spielsucht ist die Flucht in den selbstgebauten Kerker!

Nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel.

Im Telefonat haben wir uns über Depressionen, über Häusliche Pflege und Zahnbehandlungen ausgetauscht. Wir waren beide übereinstimmend der Ansicht, daß das Spielen für uns kein gegenwärtiges Thema ist - na ja sein könnte? Gestern habe ich in meinem Web - Postfach einen Bitcom - Trojaner gefunden, und Heute auch noch einen. Da geht wieder das Thema los, auf welche unnützen Seiten ich mich rumgetrieben habe?, und das liegt sehr eng an meiner Spielsucht. Zu Bedenken gibt es, der Trojaner läuft über E - Mail Adressen eines Vereins, der lt. Satzung sich gegen die Spielsucht stellt. Also Thema Einsamkeit vergessen, ans Telefon setzten! Antwort kam prompt: ab in den Papierkorb, es kann Dir nichts passieren. Und wie sicheres Internet läuft, weiß ich ja vom Dezernat für Cyberkriminalität. Deshalb schaue ich morgens immer auf die Seiten von Mark, von Jeff und von Otto, und Online Banking auf der App, die Servicenummer habe ich ohnehin gespeichert. Das Netz ist ein e Möglichkeit der Kommunikation, aber persönliche Begegnungen berühren mich doch viel eher.

Vorgestern war ich in einem Zoom - Meeting, da kann ich einfach unter ein Dutzend Teilnehmern sitzen, und brauche nichts zu tun, einfach nur da zu sein. Für einen kleinen Toilettengang bin ich dort 5 min. raus, und als ich mich wieder einfand, habe ich einen kleinen Regelverstoß begangen, und bin damit konfrontiert worden. Darauf hin habe ich die Hand zur Entschuldigung gehoben, alles war gut, das Treffen lief richtig gut weiter, aber ... "warum muß ich denn so einen blöden Fehler machen, wo ich doch sonst so respektvoll wie möglich auftrete? Ja Hallo, die Einsamkeit, der einzige Mensch, der Fehler macht?

Ich weiß, wie sehr ich in Gemeinschaft getragen werde, nicht zaudere, in der Erkenntnis, aus Gnade meine Süchte abgeben zu dürfen, nicht nach meinem Verdienst. Natürlich habe ich jetzt den Impuls ein Arbeitsmeeting zu leiten, in dem Störungen in einem Treffen auf der Tagesordnung stehen. Einfach, weil dadurch meine Konzentration hoch bleibt, und weil ich etwas von all der Zuwendung, die ich bekomme, zurückgeben darf.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Dennis47 am 25 Juli 2021, 22:56:18
Ich will mir nicht anmaßen, dir zu sagen was richtig oder was falsch ist. Die Gedanken von dir sind ja sehr tiefgründig, vielleicht sogar das was man häufig als Depression bezeichnet.
Ich glaube aber das schlimmste was man tun kann ist das Empfinden von Minderwertigkeit. Kein Mensch ist minderwertig. Wenn das dazu sogar führt, das du dich teilweise selbst isolierst, soziale Kontakte meidest, dann erlaube ich mir zu behaupten, das diese Gedanken gerade zu dieser Einsamkeit führen, die überhaupt nicht sein müssten.
Es ist doch nahezu von großer Bedeutung, seine Sichtweise positiv zu verändern, von sich und seinem Lebensweg. Vorurteile und Sorgen, diese isolierende Denkweise, ist doch vielleicht auch der Strudel in dem man sich begibt, wodurch die Einsamkeit noch weiter geprägt wird?!
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 27 Juli 2021, 10:00:08
Hallo Dennis.,

Danke für die Antwort. Ja die Depression ist mächtig, und sie gräbt sich ein. Mir tut es gerade gut, zu lesen, daß es Menschen gibt, die mir Mut geben.
Heute will ich mein 35 Jahre altes Fahrrad zur erneuten Reparatur bringen, es ist irgendwie ein Teil meines Lebens,, und das sitzt tief in mir. Ohne den Ausgleich des Radfahrens habe ich ich jetzt kaum noch Sport zum Ausgleich. Heute Morgen habe ich. Mich auf meine Radtouren besonnen, ich fühle mich motiviert, und das belebt mich geradezu.

Heute Abend möchte ich ins Praesenzmeeting gehen, besser als online, eben  reale Begegnungen
Gestern war ich beim Pflegedienst, die waren alle sehr herzlich, und das beachte ich als Realität.

Positive Zielsetzung das ist es doch. Ich freue mich auf das Europäische Rosarium als Ausflugsziel. , das waren meine Gedanken beim Aufstehen.
Heute Morgen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 27 Juli 2021, 13:15:57
... war ich bei der Fahrradwerkstatt, und der Monteuer hat mich gleich wieder weggeschickt! Ich müsse mir einen neues Shimano - Hinterrad für 150,00 €  kaufen, und er sei sich nicht sicher, ob es zusammen passen würde. Desweiteren empfahl er mir eine Soziale Selbsthilfewerkstatt in der Nähe...  Ich schob das Rad zum Supermarkt, erledigte meinen Eikauf, hoffte, der Straßenzeitungsverkäufer stände vor der Tür, was er nicht tat, und schob das Rad mit vollem Einkaufskorb Heim. Dort schloß ich es an den Bügel, und dann weinte ich völlig hemmungslos . Ja, die Machtlosigkeit meiner Gefühle, aber sehr viel Trauer, und womöglich noch ein spezielles Kapitel meiner Lebensgeschichte. Es gibt ja Orte, an denen ich unbesorgt alles niederschreiben kann.

Später habe ich den Einkauf in mein Haushaltsbuch eingepflegt, das Konto sieht immer noch gut aus, ich habe mich gefreut, keine erpresserische Email auf meinen Accounts vorgefunden zu haben! Infolgedessen sah ich mir auf Youtube zwei Videos über Bitcom - Trojaner an  - und anschließend den Bericht über versteckte Glücksspielwerbung im Bilde. Das was mir geholfen hat, wieder Bodenhaftung zu finden, war zuletzt die klare Ansage von Ilona, Danke dafür an Dich.

Heute Abend freue ich mich auf unsere Gruppe, und denke an die Pflegeschwester, die mir Fahrrad mit Niedrigeinstieg nahelegt. Also besser, ein Portal für Fahrräder ansehen, als Bildchen im Blut - Blatt.
Das Leben will ja mit Inhalten gefüllt werden.

Danke für das Teilen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Olli am 27 Juli 2021, 14:27:07
... habe ich das erste Mal in meinem Leben Milchbohnensuppe gekocht. Legga ...
Morgen gibt es Bohnengemüse mit Speck und Zwiebeln. Die Bohnen ... frisch aus Vaters Garten.
Bei ihm im Garten steht ein Natursteingefäß, was einst als Wasserspender in einer einstigen großen Kölner Firma gestanden hat.
Es besteht aus einem Fuß und dem Becken ... 5 Mann hatten es damals schwer, diese Teile im Garten aufzustellen.
Heute wachsen dort Strauchbohnen, die man ohne sich zu bücken ernten kann.

Lieber Andreas, gerade erinnere ich mich an unseren Abschied, als ich Dich mir zur Brust genommen ... ähm nein ;) , geherzt habe.
Nur zu gerne würde ich das jetzt wiederholen.
Du hast Dein Herz am rechten Fleck ...
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 08 August 2021, 18:09:21
...geht es mir langsam wieder besser. Die Knochen machen wieder mit, die Pumpe drückt noch - gegen das Stenum - arbeitet aber normaltourig, und der Biorhythmus findet sein Chronometer wieder. Alles Elend der Welt... ich habe dazu einen Text in der Bibel gelesen, der nur an einem sehr hohen Feiertag verlesen wird, und dann wurde mir wieder einmal bewußt, daß ich nicht "Gott spielen brauche". Ich möchte mich hier nicht darüber auslassen, nur mitteilen, wie sehr ich Trost erhalten habe. Ja es geht mir besser,
Auslösr war ein Brief der Krankenkasse, die irgend welche zeitlichen Belege für meine Pflege aus dem letzten Jahr haben wollen?. Der Brief kam natürlich zum Wochenende, also zu einer Zeit, in der ich nicht anrufen und fragen kann, was die eigentlich von mir wollen? Die liebe Pflegedame war Feierabendbedürftig, und ich sinniere nun darüber warum Krankenkasse eben Krankenkasse heißt, vielleicht weil sie einen Krank macht? Vielleicht sollte ich den Angestellten dort einmal erklären, was "Soziale Ängste sind, und was diese bei mir auswirken. Allerdings könnte sich meine Adresse dann ändern: "unter der Mittellandkanalbrücke 237" Da geht es ums Geld, um Pflegeleitungen, die gut funktionieren, und um Innovationen, um Verhinderungspflege, um Termindispositionen, Antragstellungen, den MDK und mehr. Also Pflegling zu sein, ist ein Full - Time - Job, wenigstens die Pflegedusche bringt Heilung, und meine Wohnung ist wieder bewohnbar geworden. Bliebe ich in der Depression, könnte ich mein Leben nicht gestalten, nun aber Hilfe haben wollen - und Hilfe annehmen, da liegen Welten drunter. Ich dachte immer, es ist Faulheit, Bequemlichkeit, wenn ich nichts für meinen Körper und meine Wohnqualität tue. Nun wünsche ich es mir, Hilfe annehmen zu können, das heißt, die Hände ausstrecken, und um Hilfe zu bitten.

Ich habe keinen Spieldruck Heute, aber ich habe Angst davor, andere Menschen könnten Erwartungen an mich stellen, die ich nicht (mehr) erfüllen kann. Ich funktioniere eben nicht mehr wie ein Geldspielautomat: Geld einwerfen, Knöpfchen drücken, und gegen die Panzerscheibe Kloppen! Ich brauche einfach Menschen, weil ich als Mensch in Gemeinschaft zu anderen Menschen lebe, nicht nur zu überleben, sondern weil es human ist. Ich denke gerade an das Neandertal, und da war es damals auch schon so, gerade als der Höhlenbär vom Wuppertal rüberschaute, - nee Schreck, wieder der Gedanke an die Krankenkasse, hat niemand erBarmen?

Morgen haben die Geschäfte wieder auf, ich will zum Schreibwarenladen, mir Aktenordner, Registriereinlagen und Markerstifte holen. Kann ich die Kasse bitten, mir die Kosten dafür zu erstatten, oder doch eine neue Ordnerstruktur am Rechner, wenn die Speicherkapazitäten reichen, (1TB)?

Der Sonntag kann ein wirklich angenehmer Tag sein, Den Gottesdienst habe ich in Präsenzform wahrgenommen, allerdings war meine Stimme krätzig, sonst war es gut, etwas real zu erleben, und nicht nur in Konserve, und das Thema: die Zugehörigkeit auch in Situaltionen, die Abgrenzungen schaffen können, so habe ich verstanden, ja das kenne ich ja auch.

Eine Freundin brachte mir Gestern Schnittbohnen aus dem Garten mit. Es war gut, sie zu bearbeiten, und sie liegen gut im Bauch , sie vitalisieren, und das hilft dem Geiste auch auf. Eigentlich ist jetzt ein Zoom - Meeting. Ich habe Kopfhörer auf, blicke in Tablet, sehe mein Gesicht auf dem Monitor, und kann das aushalten. Doch, ich würde mich freuen, wenn jemand dazukommt, so fiele es mir wohl leichter den Blick nach vorne zu richten.

Dienstag ist wieder Präsenzmeeting, ich freue mich darauf!. Ich könnte vorher zum Pflegedienst gehen, als Vollmachtnehmerin, könnte in der Gruppe explizit über das Thema Verhindereungspflege sprechen, weil dort eine liebe Freundin Erfahrungen - und Bereitschaft hat und zeigt, und ich könnte noch mittags jemanden zum Schnittbohnenessen einladen. In ca 40 Minuten kommt die krätige Pflegerin, und dann ist alles wieder gut, einschließlich Tabletteneinnahme und Blutdruck, der ja stabil ist, wenigstens der!

Ich habe mich beim Zoom Meeting verabschiedet, und bin froh, meinen Blues hier reingeschrieben zu haben.  Ich habe keine Angst mehr vor der Nacht, die Alpträume haben nachgelassen.
Und Morgen wird die Sonne wieder aufgehen..

Nur für Heute
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 09 August 2021, 08:59:46
... geht es mir etwas leichter. Der Brief aus Wuppertal liegt auf meinem Drucker. Also einscannen, und an den Pflegedienst und an den SoVD schicken, oder mich selber auf den Weg machen. Die zweite Möglichkeit scheint mir die Beste zu sein, eben wieder in Beziehung zu gehen, Face to Face, dann gehen die Ängste und Projektionen aus dem Kopf!

Irgendwie habe ich mir schon Gedanken gemacht, was wäre wenn - ich das Pflegegeld verspielen würde, nur damit endlich RUHE in meinem krankhaften Gelddenken einkehrt. Deshalb bin ich auch meiner Selbsthilfegruppe so dankbar, zumal ich auch Antworten bekomme, die außerhalb der Spielsucht stehen, und zwar explizit mit der Häuslichen Pflege. Nun fällt die Gruppe Dienstag aus, und ich will da nicht alleine rumsitzen. Ist ja schön, wenn soviele Menschen das selbstzerstörerische Glücksspiel sein lassen können!
Ja bei mir ist es nun einmal mein Gefühlsleben, da brauche ich immer wieder Ordnung!

Tagebuch schreiben, wenn der Vulkan ausgebrochen ist, oder eine tägliche Inventur im Inneren, so wie es das Programm meiner Gruppe anregt?  Den Garten einer Freundin gießen, eine Tasse Kaffee beim Pflegedienst genießen, und eine Fahrt mit der Schwebebahn mir als Ziel setzen, weil ja eigentlich Eisenbahn & Co mein Hobby ist.

Gutes Gelingen wünsche ich uns allen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Wolke 7 am 09 August 2021, 17:55:29
Zitat
Irgendwie habe ich mir schon Gedanken gemacht, was wäre wenn - ich das Pflegegeld verspielen würde, nur damit endlich RUHE in meinem krankhaften Gelddenken einkehrt.

Hallo Andreas,

um was drehen sich deine krankhaften Geldgedanken? Um echte Geldprobleme oder weil du denkst, du hast Geldprobleme?
Bei mir ist es z.B. so,das ich eigentlich ganz gut klar komme,ich kann meine Schulden abbezahlen und ein bisschen was zurücklegen,ansonsten lebe ich sparsam und überlege genau,für was ich Geld ausgebe. Ich habe meine Pläne im Kopf,was ich mir wann neu leisten kann. Kommen außergewöhnliche, unvorhergesehene Kosten dazwischen,weil was kaputt gegangen ist,womit ich erst in 3-4 Jahren gerechnet habe,geht bei mir auch kurz das Kopfkino an. Mmh ,gehste mal kurz was in den Automaten investieren, dann kannste dir das schneller oder überhaupt neu kaufen.
Das ist eigentlich Blödsinn,denn wenn ich meine Pläne etwas anpasse,etwas flexibler reagiere ,dann krieg ich das auch hin. Die katastrophen Gedanken machen mich halt sehr nervös,daran muss ich arbeiten.

Was bei dir die Züge und Zugfahrten sind, sind bei mir die Schallplatten,aber auch CDs, dass ist u.a. mein Hobby,da kaufe ich mir gerne mal ne gebrauchte ältere Scheibe und mal eins auch ne neue. Das ist was für die Seele.

Ich hoffe ,du hast deine Geldgedanken im Griff und lässt dich nicht von ihnen zum Spielen verführen.
Struktur ist gut,meine Geldpläne und Ausgaben halte ich auch schriftlich im Handy fest.

Bleib sauber, erstmal nur für diesen heutigen Tag......

LG Wolke
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 09 August 2021, 20:39:11
Hallo Wolke,

ich habe vor ein paar Wochen eine Zahlung an Pflegegeld erhalten,  weil es nicht in Anspruch genommen wurde. Nun habe ich einen Antrag auf Verhinderungsrente gestellt. Der Grund ist wohl, daß sich meine Schwester um mich gekümmert hat, und dieses nun nicht mehr will und kann. Jetzt geht , von der Pflege aus, ein Antrag auf Verhinderungspflege an die Krankenkasse. , die will eine Freundin für mich übernehmen. Mit der Pflege und in der Antragstellung ist das auch so geregelt. Nun weiß ich nicht, bekommt meine Schwester noch Pflegegeld, bekommt es jetzt die Freundin, muß ich das zurück an diue Pflegekasse zahlen, und was wäre, wenn ich wunschgemäß es nutzen würde, meine Wohnung besser umzugestalten. Dazu will die Freundin mir helfen, und ich habe schon eine Bewilligung für den Umbau der Dusche, aber das liegt auch noch bei der Wohnungsgenossenschaft. Mir fehlt dabei einfach eine klare Struktur! Nun habe ich mich auf einigen Seiten durchgelesen, es ist kaum möglich mit dem SoVD einen Gesprächstermin zu finden, ich möchte eigentlich nur einen klaren Plan haben, wie ich mit den Geldern umgehe.
Der Pflegedienst rief mich deshalb Heute an, ich schickte das Schreiben dorthin, und der Freundin schickte ich es auch noch. Vielleicht reicht es, wenn sie dazu ferner einen Kalender führt? Wir werden es herausfinden.

Das Wesen vom Geld zu verstehen, ist und bleibt bei mir immer mit Inventurarbeit in Verbindung. Nein, ich habe keinen vordergründigen Spieldruck, nur die Angst, vor der Angst, das Geld könnte zum Spielgeld mutieren. Mir ist bewußt, daß ich gespielt habe, um tiefgründig verlieren zu wollen, und da bin ich nicht der einzige Spieler! Es war gut, eben mit der Freundin Heute über das Prozedere, und das Erkennen der Suchtkrankheit zu sprechen.

Das Schreiben bringt mir ja vor allem den Verstand wieder in Klarheit, gut ist es darüber zu teilen.
Liebe Grüße
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Wolke 7 am 09 August 2021, 21:17:17
Hey Andreas,

ok,kann ich gut verstehen, das du alles schnell geklärt haben möchtest. Vor allem ,wenn es nicht nur um das Geld geht,sondern auch ,wer jetzt für was zuständig ist. Behördengänge,Pflegedienste,Krankenkassen, ist nicht immer einfach sich da zurechtzufinden, den richtigen Ansprechpartner zu haben, der einem da etwas durch den Dschungel hilft.

In der Therapie habe wir auch übers Katastrophendenken gesprochen, dran gearbeitet.
Irgendwo hab ich noch die Übungsblätter,muss sie mal suchen ,hab die Sachen gut versteckt. Die Angst vor der Angst,was wäre wenn ,was könnte eintreffen. Ich habe mich auch immer mehr verrückt gemacht,als nötig. Sowas raubt einem Kraft und Schlaf. Ich kann es leider nicht immer in jeder Situation ablegen bzw ganz verhindern,aber ich kann ja bei jedem Problem, bei jeder Sorge wieder neu dran arbeiten. 

Ich wünsche dir ,das sich alles schnell regelt und du das Geld behalten darfst und du deine Wohnung damit nach deinen Wünschen umgestalten kannst,dann kannst du besser planen.

LG Wolke



Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 23 August 2021, 10:05:08
... bin ich endlich wieder einmal über das vergangene Wochenende dankbar. Ich brauchte diese lange Zeit in Ödnis nicht miesepeterig auszusitzen, und allenfalls meine Depries schieben.

Am Freitag Abend ist Pflegedusche, und danah ein Zoom - Meeting, das für mich viel bedeutet, geht es mir doch zentral um das Thema Co - abhängigkeit incl. Helfersyndrom. Am Samstag hbe ich einen Spaziergang durch das größte Baugebiet meiner Heimatstadt gemacht, und war froh, mich auf einen Schleichweg zu finden, der mich in eine wunderbare Baumallee brachte. Dort setzte ich mich auf eine Bank, das Telefon klingelte, ein Freund rief an, und wir hatten das Thema: "Tagebuch führen"! Der Inhalt und der Kern sollte sein: wenn ich Heißhunger bekomme, habe ich alsbald die Schnauze voll, oder kann ich auf geistige und emotionale Zuwendung zugreifen. Also, welche Ruhe und Energie gibt mir ein geplanter oder spontaner Spaziergang, was ändert sich draußen, was kann sich an mir verändern?

Gestern Abend wieder Zoom - Meeting: ich dachte, "wenn sich niemand anders einwählt, kann ich am Rechner ja nach gutdünken rumklicken, brauche mich nicht anstrengen, niemand fordert mich, niemand erwartet etwas von mir". Zwei Teilnehmerinnen wählten sich ein, und es wurde ein intensives Meeting. Es gibt Dinge, die ich nicht kontrollieren kann. Menschen , Tiere sind Subjekte, sind Persönlichkeiten, manche verweilen in der Sababurg, und träumen davon, wachgeküsst zu werden, und manche machen sich so klein, daß sie allenfalls in der Küche des Schlosses sitzen, und es unwahrscheinlich scheint, daß sie großartige Köche sind.
Einem Menschen möchte ich gerne ein Lob aussprechen, für etwas, daß er einem Dritten gegenüber hilfreich getan hat. Ich kenne die Tücke der Sucht, eine positive Einschätzung eines süchtigen Menschen kann zu einem Rückfall dessen führen. Das einzige, was ich tun kann, ist einfach nur da zu sein, so wie Gestern Abend die beiden Teilnehmerinnen an der Zoom - Konferenz. Das ist der einfachste Schritt in die Genesung. Meine frühere Erkenntnis: "in einem Meetingsraum hängen keine Spielautomaten" haben nichts an Bedeutung verloren, durch das Netzt treten weitere Gefahren auf. Es ist scher für mich, die Rechtssachen hier im Forum zu lesen, aber ich bin dankbar, daß es Menschen gibt, die das beratend und begleitend tun.

Gestern Vormittag blieb ich Zuhause, hatte immer wieder Arien und Chöre einer Klassischen Oper im Ohr, und sang diese oft einfach auch mit. Gerade im Tenor war das prickeln, aber dann wollte ich mir die ganze Oper auf Youtube anhören. Das wurde ein Vollbad für mein Gefühlsleben, und es darf sein, daß ich mal kräftig durchgerührt bin, Taschentücher verbrauche, und dadurch aktiv am Leben teilnehmen mag.

Danke für das Teilen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 25 August 2021, 08:05:22
...  habe ich in den Nachrichten gelesen, dß ein 80 jähriger Musiker aus London gestorben ist. Es erschüttert mich geradezu , denn eigentlich gelten die Musiker seiner Kapelle als unsterblich, bis auf den, der im Swimming - Pool tot rumschwamm. Es sind Geschehnisse, aber auch Geschichten, die mich in meiner Zeit begleiteten, als i mein unbekanntes kleines ich , sich zum Mann entwickeln wollte, und es nur latent im Unterbewußten schaffte. Im Jahr 1967 habe ich mir in einem Schallplattengeschäft eine Single von meinem eigentlich nicht vorhandenen Taschengeld gekauft, und so wie ich die Groschen zusammenkramte, muß es mir wichtig gewesen sein. Der Schallplattenladen war an dem Platz, an dem zwei Jahre vorher die Queen und ihr Prinzgemahl im offenen Mercedes 600 Pullmann an der jubelnden Menge vorbeifuhr. und ich mein Fähnlein schwenkte. Nie habe ich herausgefunden, was auf der Single die A - Seite und die B - Seite war, es waren beide Songs, die meinen Nerv trafen. Das stillere ruhige Lied lernte ich auswendig,, auch wenn ich ja eigentlich kein Englisch kann, lediglich ein paar Liedtexte haben mich je interessiert.  besonders hat mir gerade das taktangebende Schlagzeug gefallen. Im Jahr 1990 durfte ich es dann live im Niedersachsenstadion erleben, ich bin gerade zu der Zeit spielfrei geworden!

Ich schreibe Tagebuch, weil das Älter werden mir zu schaffen macht. Gleich kommt die Pflegerin, und ich habe auf youtube das Lied mir angehört:

there is no time to lost, i heart her say,
catch your dreams before will slip away,
dying all the time,
lost your dreams before will lost your mind,
like's aint unkind?

Good bye Charly, R.I.P.


Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Balduin am 25 August 2021, 10:57:35
Moin Andreas, freue mich immer, von dir zu lesen. Zu meiner Zeit gab's noch Preisbindung für Singles, ich glaube 6 mark. Und 18 für LP. Das war ne Menge Geld und da musste schon mal auf Weihnachten gewartet werden.
Ich musste mir mit meiner Brüder ein Zimmer teilen, der war älter und hatte die Hoheit über das was gespielt wurde.
So habe erst sehr spät einen eigenen musikgeschmack entwickelt. Meine erste Platte war dann Reinhard Mey.,.. "es gibt keine Maikäfer mehr...."
Habe einen schönen Tag und viele Grüße
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 27 August 2021, 12:39:06
Hallo Balduin,

Danke für die Antwort, tut gerade gut. Ja die Maikäfer, nicht die aus Pommern, sondern aus der Ostheide, veranstalten immer am 1. Mai ein Maikäfertreffien, und das in einer Stadt, in de VWN für "Bulli" steht. Zweimal war ich jetzt nicht dabei, aber das Lied von Reinhard Mai passt schon gut. Die Zeit verändert viel, Vertrautes geht vorbei.


Gestern habe ich 1 1/2 Stunden im Wartezimmer gesessen, erst ntv auf dem Monitor geguckt, bis ich nicht mehr wußte, wer da Bundesgesundheitsminister und wer Chef der Eisenbahn Gewerkschaft war. Gut war, mich den Arzthelferinnen zu zeigen, und 2 Becher Wasser halfen auch, als die Verlassenheitsaenste zu Kopf stiegen. Der Doktor sah überarbeitet aus, ich freute mich, ihn wieder zu sehen. Die Ultraschalluntersuchung und seinen Bericht dazu habe ich genossen. Beim Aufstehen von der Liege schwindelte mir, und der Arzt mahnte zu Ruhe und Bedacht.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Balduin am 27 August 2021, 13:28:43
Bei uns fährt immer ein alter T1 durch die Gegend, vom Maikäfertreffen habe ich schon gehört.

Hatte mich längere Zeit mit einer Frau (29) - also 25 Jahre jünger als ich, unterhalten. Wir kamen auf das Thema Auto und auf die Frage, welche Autos sie mag, sagte sie: Oldtimer.

Ok, ich dachte sofort an einen Mercedes aus den 50 Jahren oder einen Karman Ghia. Hab sie dann gefragt, welches Modell sie besonders gut findet. Dann kam: "Golf II"
Oh? Das sind jetzt Oldimer? Jetzt wurde mir klar, dass ich selbst schon der Oldtimer bin :-)
Bin aber gesund und habe durch den Spielsucht-Stopp wieder ganz viel Freude im Leben. Mir geht's richtig gut, mit viel Unterstützung des Forums.

Deshalb bleiben hoffentlich die "alten Hasen", wie du dem Forum noch lange erhalten.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 30 August 2021, 22:07:32
... bin ich mir, bewußt geworden, es ist nicht die, größte Katastrophe, wenn der Computer kaputt ist. Vermutlich h die Graphik und Netzwerktreiber, nach dem der Rechner nicht ordnungsgemäß runtergefahren ist. Der, Kopf brummt: Freund fragen, zur Reparatur, oder Onkel Conrad fragen, oder, doch lieber aus Hamburg, neee nicht aus Seattle! Der Alte ist 8 Jahre alt, wurde mit Windows 7 bestückt und mit 10 am Leben gehalten. letztes Jahr seine Virenkrankheit überwunden irgendwie hänge ich an ihm.

Aber, statt abends rumzusurfen, bin ich Heute durch die Lande gebraut, es war regnerisch so habe ich den Ausflug abgekürzt. Daheim keine Fotos eingepflegt, keinen Bericht geschrieben, geht auch nicht, weil mein anderes Forum verfliXterweise  noch nicht auskuriert ist. Da bleibt ein Ansporn, eine Vision, tätig zu werden.

Heute Abend war ich mit dem Tablet in einem intensiven Zoom Meeting, morgen geht es in Präsenz. Das heißt, mir einen neuen Plan über meine Finanzen zu machen, der alte ist ja im Dunklen.

Nicht einfach, vom PC aufs Tablet umzusteigen, es fördert Geduld, vielleicht Asiatische Gelassenheit. Ich sollte mal Herrn XI Jingping anrufen, eben einen netten freundlichen Menschen der sich mit Computern auskennt,
Immerhin habe ich aus Trotz auf dem Smartphone ein Klassisches Konzert angehört es gibt eben viele gangbare strukturierte Wege.

Gute Nacht
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Wolke 7 am 01 September 2021, 05:46:21
An diesem heutigen Tag .......hast du Geburtstag, lieber Andreas und ich wünsche dir alles Liebe und Gute. Ich hoffe,du hast einen schönen Tag und kannst ihn genießen.

LG Wolke
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Wolfgang am 01 September 2021, 05:46:40
Hallo Andreas,

die allerbesten Wünsche zu deinem heutigen Geburtstag!

"Jedes Alter hat seine Vergnügungen,
 seinen Geist und seine Sitten"

(Nicolas Boileau)
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Olli am 01 September 2021, 06:12:53
Guten Morgen Andreas!

Auch von mir die allerbesten Wünsche zu Deinem Geburtstag!
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Ilona am 01 September 2021, 07:26:08
Lieber Andreas,

herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und alles Gute für das neue Lebensjahr auch von mir.

Liebe Grüße
Ilona

Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Marieclaire am 01 September 2021, 10:33:32
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 02 September 2021, 09:02:31
Guten Morgen ihr Lieben, und Herzlichen Dank für die Glückwünsche.
Es war ein sehr schöner Tag mit Besuch im Sanitaetshaus und der Physiotherapie, und Zeit zum Genießen. Abends bei meiner Schwester mit leckeren Essen rundeten den Geburtstag ab.

Liebe Grüße Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 09 Oktober 2021, 09:50:47
Guten Morgen ihr Lieben,

Ich sitze in der Küche, und warte auf die Pflegerin. Der Druck auf den Schienen einen unterstützt die  Ungeduld. Wenn ich mir die Stützstruempfe selber anziehen kann, geht der Schmerz dahin, ein neuer wächst im Herzen.
Ich warte auf jemanden, der mir Zuwendung gibt, und das Warten erzeugt Zweifel. Es tut Not, mich auf meinen Weg zu besinnen. Eigentlich wollte ich vom GA Deutschlandtreffen berichten, das habe ich seit einer Woche in den Knochen, mehr noch im Herzen.

Heute Morgen dachte ich darüber nach, ob ich genügend an meiner Spielabstinenz gearbeitet habe, nun aber im Gewissen des Treffens, daß es Zeit ist, Ruhe zu bewahren, und nach dem Ausschau zu halten, was gerade wirklich passiert, ohne, daß ich die Macht darüber habe.
Kann man Macht über die Liebe gewinnen?
Das sei mir fern. Also den Verstand walten zu lassen.

Die Botschaft des Deutschlandtreffens für mich ist: in Bewegung zu bleiben, und immer wieder eine kleine Pause zur Besinnung einlegen, um dadurch genießen zu können, und genießbar zu werden.

Nun war Sie  da, viel Sorgfalt für die Beine, und die Myozinkardiographie, na ja, das Herz klopft sanft, der Blutdruck ist iO.
Zum Abschied sagte mir die Pflegerin, ich sollte spazieren gehen
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Liebe Grüße
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 18 Oktober 2021, 10:11:17
... habe ich dieses Forum wieder in die Leseleiste gelegt, und mein Loggin gespeichert. Zur Zeit ein Full - Time - Job - die Sicherheit.
Darüber könnte ch bald ein Buch schreiben: "warten auf Window 11"  - oder so?

Nein, mein zentrales Thema ist das Älterwerden, und der Mangel an Motivationen,
ich denke, daruber brauche ich einen klaren Kopf.

Die Sonne scheint, ich mag nun spazieren gehen.

Liebe Grüße
Andreas
Titel: Andreas
Beitrag von: andreasg am 20 Oktober 2021, 10:07:17
"Einem nachten Mann kann man nicht in die Tasche greifen"!

Diesen Ausspruch unterlegte der SoVD mit der Graphik eines älteren Herrn, der nur mit einem Handtuch bekleidet war, aber mir überraschen sehr ähnlich war. Der Sozialverband wurde daraufhin scharf angegriffen, gerade wegen der Freizügigkeit, die Probleme aber siind ja bei Weitem noch nicht aus der Welt geschafft.

Mein Pflegegrad und mein Schwerbehindertengrad geben mir einen sozialen Rückhalt, und ich habe im Augenblick viel Geld auf dem Konto, und führe gewissenhaft mein Haushaltsbuch. Ja, ich gönne mir auch mal etwas, z.B. einen Besuch in einem bürgerlichen Speiselokal, oder wie zuletzt frische Bett - und Unterwäsche.
Ich lege eben zur Zeit viel Wert auf Körperpflege, ich fühle mich nicht mehr so abstoßend, und halte es aus berührt zu werden,

Geistig - Seelisch - Körperlich.

Heute Morgen kam die Pflegrin: nach Tabletten sehen, Stützstrümpfe anziehen, Blutdruck messen. Ich öffnete ihr die Tür, Tablettenmenagerie in der Hand, und mit einem Bademantel bekleidet. Beim Blutdruckmessen legte ich meine linke Schulter und den Arm frei. Sie sah, daß ich nichts anderes anhatte, und beschwerte sich über meine Nacktheit, auch wenn der Bademantel unten geschlossen blieb. Ich entschuldigte mich für mein Auftreten, und dann dachte ich: "für jeden Schexß mich zu entsculdigen, ist das gerecht? Beim Abschied an der Tür wirkte die Pflegerin so aufgeräumt wie immer, aber dann brach es heraus: "noch einen Patienten (Stöhn)"!

Durch meine Arbeit zum Thema "Wiedergutmachung habe ich qualvoll gelernt, nicht alles auf mich beruhen zu lassen. Wenn ich mein Gefühl nicht benenne, bleibe ich in meiner Beziehungsstörung, der Co - Abhängigkeit. Gleich werde ich die Chefin des Pflegedienstes anrufen, womöglich lädt diese mich zum Kaffe im Büro ein, worüber ich mich freuen würde.

Ich habe nur den Wunsch, aufrichtig über das zu sprechen, was mir am Herzen liegt, will meinen alten Zorn, meine Flucht aus der Angst, aus Ressertiments nicht mitnehmen, ich will nur verstehen. Es ist ein sehr sensibles Thema, gerade für mich, denn ich leide immer noch an den Folgen meiner Selbstverletzungen durch die Suchtausübung.

Der Gedanke, ich könne ja Morgen früh, der Pflegerin mit weit geöffnetem Trenchcoad in der Haustür begegnen, das ist die überspitze Fantasie, aber  ich habe der Dame schon ausgelegt, daß ich morgens viel Zeit brauche, nehme nur mal die Schuckbeschwerden bei der Tabletteneinnahme, und daß sie dann Zeit mitbringen möge, wenn ich mich noch ankleiden muß. Bis dahin aber sollte der Kaffee durchgelaufen sein, denn o Wunder, sie , die Pflegerin hatte sich wirklich einmal Zeit genommen, bei mir einen Becher Kaffee zu trinken. Das rührt mich gerade an, und macht mich auch wieder dankbar.

Danke für das Teilen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 22 Oktober 2021, 09:16:25
Heute Nacht hatte ich einen Traum : ich war in der, Firma, da wurde ein besonderes Elektronisches Gerät zur, Weiterleitung geliefert. Der Bote verlangte zusätzlich zur, Quittung von mir eine Buergschaft zum Zweck der  Akkredierung. Das lehnte ich entschieden ab, eben weil Geldangelegenheiten meine Sozialen Ängste anfachen können. Die neben mir stehende Auszubildende willigte aber ein, und legte ihre Personalien dazu offen..Mit der Fragestellung, ob sie wirklich ihr Leben für die Firma hergibt, und sich selber verleugnet, wachte ich auf. Nicht Schweiß gebadet, nur mit der Erkenntnis, daß ich ja in Rente bin, und keine HV für den Betrieb habe. Immer wieder habe ich die Träume von der Firma, auch wenn die Insolvenz 21 Jahre zurück liegt.

Heute Morgen habe ich bewußt einen zweiten Becher und Zucker auf den Frühstückstisch gestellt, das macht mir das gepflegt werden leichter. Schade eigentlich, daß die Pflegerin nur ihren Kaffee weg ringen wollte, aber sie war wieder gut drauf, und die Strümpfe waren ruckzuck angezogen.

Alles hat seine Stunde

Liebe Grüße
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 23 Oktober 2021, 09:24:27
... warte ich auf die Pflege! Es soll ein junger Mann kommen, nur - wann kommt er?
Gestern Abend mußte ich schon länger auf die Pflegerin warten, und es war unangenehm, weil Freitag Abend eben mehr zu pflegen ist, und ich mich im Grunde auch darauf freue, - gepflegt zu werden.

So waren denn meine Gedanken Heute Morgen , bevor ich ins Bad ging:

Das Pflegepersonal ist im Streß, wegen Überarbeitung , schlechter Bezahlung etc.
Die Pfleglinge sind in der Einsamkeit und Langeweile gefangen, und das fühlt sich an wie Eingesperrt, und bereitet  Streß.
Demnach treffen zwei Personengruppen aufeinander, die Beide im Streß vereint sind, aber gegensätzliche Motivationen haben:

Eine Gruppe ist aktiv, und verlangt nach Ruhe und Entspannung,
die andere Gruppe fühlt die Unterforderung, und wünscht sich Animation.

Daher bin ich hingegangen, mich darauf vorzubereiten, daß das Pflegepersonal doch noch kommt, das vorbereite, was ich noch tun kann, und das ist dann wieder ein Antrieb , für mich, meinen Geist, die Seele und den Körper soweit eigenständig zu sorgen, wie ich in der Lage bin.Wenn ich Termine habe, und sei es ein Ausflug mit der Bahn, dann kann ich das anmelden, brauche aber Kontakt zum Pflegenden. Also will ich den Pfleger erst einmal kennen lernen, und das bitte - in einem ordentlichen Umfeld. Es ist noch Kaffee in der Kanne, ein sauberer Becher steht auf dem Küchentisch, der andere ist zum Frühstück leergetrunken.

Nun war der Pfleger da, alles ganz easy, Blutdruck in Ordnung Abends will er sich telefonisch melden.

Mein Resüme ist: Die Pflege hilft mir bei der Schlechtwetterlage in meinem Kopf. Ich fühle mich mehr und mehr von meinen Depressionen befreit. Schreiben ist eh ein Werkzeug für die Genesung.

schöne 24 Stunden
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 24 Oktober 2021, 10:07:35
... habe ich gelesen, daß ein Portrait über den netten Herrn XI Jingping nicht vorgelesen darf, das geht ja auch nicht, weil es die Wirtschaftslobby  so will.
Cannabis soll liberalisiert werden, eine Möglichkeit, legal meinen Balkon zu schmecken.
Ja, die Nacht war kurz, aber ich habe gut geschlafen, 5 1/2 Stunden, aber ohne Alp und Harndrang.
Die Sehnsucht nach dem Weltuntergang 2050 schwindet nach dem Kaffeegenuss.

 Nun kann ich mich auf den Weg zur Kirche machen, ich bin ja im entsprechenden Seniorenalter.
Nein, ich will kein Engel sein, aber sonst Falle ich in die Trostlosigkeit des Sonntags.
Der Computer hilft da auch nicht weiter, denn es kann zum Schlafmangel komme.
Ein schönes Wochenende
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 27 Oktober 2021, 10:37:51
habe ich zuerst Beiträge im Forum gelesen, habe gemerkt, daß ich Antworten weiß, ob gut und richtig, oder eher voll daneben, aber doch fühle ich mich aufmerksam, und das hält mich munter und gibt mir positive Energie.

Ja, wenn ich könnte: ich würde gerne nach Münchwies fahren, habe viele gute Statements gehört, - und: ICH WILL HIER RAUS!

Was aber ein Ziel ist, ist das Mansfelder Land, ich habe schon nach Unterkünften gesucht, ausgewählte Hotels, und ich bin doch Jugendeinrichtungen gewöhnt.
Gestern war Meeting, es war gut noch einmal einen Rückblick auf das GA - Deutschlandtreffen zu nehmen, und ich denke, diese Erkenntnis dort im Rundbrief niederzuschreiben. Ich schreibe hier nur ein, es war eine Einrichtung mit kleinen Zimmern, zu enger Dusche, zu weichen Matratzen, gut ausgewogenem frischen  Essen und ein großartiges Gefühl der Annahme und des Verstehens.

IEs war, glaube ich mein 17. Deutschlandtreffen, und ich bereue die Jahre, an denen ich nicht teilnehmen konnte, wie letztes Jahr in Bad Münstereifel - Ebernburg. Da war meine Herzbehandlung & Corona - Einschränkungen, also da kann ich nur später wieder hinfahren!

Gestern, nach dem Gruppentreffen habe ich kurz an das Spielen an einem meiner "Lieblingsautomaten" gedacht. Das war der Anno 1984 - 1985, ich weiß es, weil ich damals vor der Kiste, meinen letzten Rausch vom Alkohol hatte ... Aber, dß nach 36 Jahren diese Erinnerung, das Blinken, der Risikoleiter, das Druckgefühl im Daumen, daß das alles noch abrufbar ist? Ich ging über die Leine, und nicht an der Leine, ließ mich also nicht an der Nase rumführen, den Willen anderer zu entsprechen, sondern die Brücke über die Leine, in Hannovers Altstadt. Über Brücken gehen, Menschen sich verbinden, sich verstehen. Solche Sätze lösen positive Energien aus.

Durch mein Bewußtsein, nun älter werden, und die Akzeptanz dessen, kann ich es nun auch annehmen, daß ich die Einstellung in einer Pflegestufe habe.
Heute Morgen fragte ich die Pflegerin, wer für mich einen schweren Einkauf besorgen könnte, ob ich im Büro fragen soll? Der Hintergedanke: "nicht fragen, selber tun, sich bloß keine Schwäche geben"? Wenn ich mit einem Sack Kartoffeln die Straße langgehe, bleibe ich öfters stehen, und denke: "habe ich die "Schaufensterkrankheit" Das Herz braucht nunmehr Ruhe und keine Belastungen durch Überforderung. Die Pflegerin verlangte die Einkaufsliste, sie sah sich die Positionen durch, und wir einigten uns auf Freitag Morgen. Dann, nach einer Zögerung fragte ich sie, ob sie Vorkasse wünsche? Sie bat darum, und dann kam der "alte Spieler" der seinen Geiz nicht verbergen kann . Einfach Geld aus der Börse nehmen, es ihr in die Hand geben, und Vertrauen. Den möglich fälligen Betrag hatte ich noch in der Börse, aber es rauszurücken, brauchte wieder eine Blitzinventur. Ich glaube, da sitzt mir immer noch ein Spielteufelchen im Nacken, auch wenn ich nach außen hin seriös auftreten wollte. Das sind dumpfe Gefühle, die in mir schmoren, weil ich durch mein altes Suchtverhalten inspiriert denke, ich müßte mich schämen. - Komisch ist nur, daß die Pflegerin sich fröhlich singend von mir verabschiedete. Es muß wohl alles gut sein, so wie es ist, und ich brauche mir keine Sorgen zu machen.

Nun geht es gleich zur Lymphdrainage, und vorher zur Bank, Geld ist ja noch genügend bis reichlich vorhanden, und am Nachmittag bin ich im Nachbarschaftstreff.. Ich freue mich auf diese Einladung.

Liebe Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 28 Oktober 2021, 09:43:11
... habe ich in der Praxis des Kardiologen angerufen, und mich entschuldigt, daß ich den Termin zum EKG Vorgestern verbaselt habe. Doppelte Kalenderführung reicht anscheinend nicht, wenn der Kopf nicht richtig mehr mitmacht. Eigentlich habe ich nur ein Gefühl dafür, wieder auf Tour gehen zu wollen.

Gestern Abend hat mir die Pflegerin - privat - die Haare geschnitten, den Bart gestutzt, Kopf gewaschen, und sich dabei 1 Stunde Zeit genommen. Das war sehr schön, aber immer noch meine Reserviertheit, wenn ich Zuwendungen erhalte. Ich habe letztendlich an das Trinkgeld gedacht, es ist ja privat, die Pflegechefin hat mir das vermittelt, ob ich knapsen , oder großzügig sein soll oder knauserig, und ich weiß genau, ich bin süchtig, der Umgang mit Geld ist für mich wie das Glas für den Alkoholiker. Also habe ich mir eine Rückfrage gestartet, ob es genannte Betrag angemessen sei? Sie war erfreut, beachtete noch in meinem Zimmer Fotos , die ich bei der "Fete la Musik" zum Sommeranfang 2019 aufgenommen habe, und ich erzählte davon, und wie sehr mir dieser Abend wichtig ist. Auch auf dem Musikfest geht es um Begegnungen und Beziehungen, es ist keine Fassade, es bewegt Geist, Körper und Seele.

Heute Vormittag ist Gedächtnistraining im Kreise von zumeist Senioren. Das ist so erheiternd, daß es beinahe einer Zweckentfremdung geichkommt. Aber eingedenk verstreuter Arzttermine habe ich ja eine Legitimation, daran teilzunehmen.

Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Peter Schmidt am 30 Oktober 2021, 21:47:49
Hallo =)

Folgende Worte von dir haben mich angesprungen:

Der Umgang mit Geld ist für mich wie das Glas für den Alkoholiker.

Dafür sage ich mal einfach danke, da hat in meinem Kopf etwas gefunkt, das werde ich mir merken.


Schönen Sonntag
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 28 November 2021, 10:16:42
.. habe ich im 4 Uhr morgens mein Bett frisch bezogen. Vorher war ich noch im Bad, und habe mich gewaschen, Das Leben ändert sich halt mit der Zeit. Gerade kam die Pflegerin, und erzählte von meinem Missgeschick. Dann erklärte sie mir, 3 Tassen Kaffee zum Frühstück zu trinken, weil mein - Blutdruck etwas niedrig war, und daß sie abends 25 KM Anfahrt hätte, um mich zu besuchen. Ich bat sie, zur gegebenen Zeit anzurufen, gerade, weil ich dann in einer Videokonferenz bin.

Ich bin mit mir mehr denn im Reinen, mich weiter an Meetings zu beteiligen, dafür habe ich gute Impulse gefunden. Da ist die Arbeitgeberin, die einen spielsüchtigen Mitarbeiter hat, da ist die junge Frau, die unter ihrer Bulämie leidet. Manchmal ist es nur ein Telefonat, immer wieder suche ich nach Hinweisen, wann , wie und wo sich Hilfe finden lässt. Danke für die Anfrage in den PN, s zum Thema Telefon - und Online - Meetings. Um Anfragen anzunehmen, und um Antworten zu finden, braucht es Recherche. Mit Besserwisserei gerate ich nur in den Rückfall.

Ich habe meine Spiel - Sucht nicht at acta gelegt, nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel. Kontakte sind ein wertvolles Werkzeug für meine Genesung, und halten mich fern von meinen Süchteleien, eben den Süchten, von denen ich noch nicht abstinent bin. .

Gerade weil diese Suchttrabanten das Körperbild und die Libido beeinflussen, ist menschlicher Kontakt für mich so wichtig. Auch ist es mir wichtig, mich nicht überheblich oder minderwertig zu fühlen. Überheblichkeit, ist das ein übersteigertes Minderwertigkeitsgefühl? Das sind Fragen, die mir alleine nicht beantworten kann.

Was anderes: Gestern kam eine Nachricht von einer Dame, die mir beim Wohngeldantrag helfen will. Das ist eine Einrichtung vom Kommunalen Seniorenservice. Für mich sind diese Anträge Folgeanträge, und eigentlich Rutine, aber nun kommen eine Rentenerhöhung, Fragen zur Pflege, wie Anrechnung der Verhinderungspflege dazu, und daß sich dadurch mein Kontostand erhöht hat. Bei Geldsachen drücken mich wieder sie Sozialen Ängste, vielleicht habe ich ja gespielt, damit ich blos kein Geld habe, und mich damit rumzuquälen brauche? Die Dame bringt eine junge Kollegin mit, die sie in den Job einführen will.

Genau das ist im Kern mein innerstes Bestreben. Das, was ich reichlich geschenkt bekommen zu haben, auch weiterzugeben. Das alleine macht meine Spielfreiheit wertvoll und kostbar, dafür brauche ich nichts besonderes zu tun, eigentlich nur Augen Mund, Ohren und Herz öffnen, und es werden sich Wege auftun.

Die Pflegerin stellt in ihren Whatts App Status Bilder ihrer Familie ein. Wenn das ein Grund ist, lieber Sonntag Abend im Kreise der Lieben zu sein, dann kann ich das verstehen. Ihre Arbeit an mir und mit mir ist einwandfrei, weil sie mich auch anspornt selbstständig zu sein. Eigentlich braucht sie mich nur an die vielen Tabletten erinnern, für den Rest ist bestens vorgesorgt. :)

Danke für das Teilen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 30 November 2021, 20:59:27
... habe ich meine Zweifel gespürt, alles schaffen zu können. Nun warte ich auf meine Pflegerin, ich gebe zu, mit Sehnsucht, ach ja... ::)

Es ist alles so gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe;

ich  bin nach dem Frühstück zur Wassergymnastik gefahren, das Schwimmbad ist noch geöffnet, ab Morgen gilt G2-, und genau darüber haben wir viel gesprochen, wahrend wir uns im Becken aufwärmten. Es war ein Gefühl tiefer Verbundenheit dabei, eine Gruppe, die zueinander steht, auch wenn wir uns nur lose kennen. Ein Geschenk für mich, wie anschließend der Besuch in der Bäckerei . Allerdings, der digitale Impfpass und die Luca - App gehen leicht von der Hand.

Abends war ich noch in der Selbsthilfegruppe, eigentlich unter Vorbehalt, dann aber, weil ich merkte, es geht mit mir wieder Aufwärts, die Depression verliert an Raum, also Nutze den Tag. Es war ein schönes Meeting.

Nun war sie da, ich habe von meinen pflegereevanten Themen gesprochen, der Blutsruck war etwas erhöht,
aber das muß nicht an den Tabletten lieben.

Eine Gute Nacht


Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Balduin am 01 Dezember 2021, 09:38:55
Hallo Andreas
Danke fürs teilen :).
Ich bin jetzt ca drei Jahre spielfrei und bin dankbar für die alten Hasen, die mir damals zur Seite gestanden haben.
Leider sind ein paar weg .. und viele neue bleiben nicht...

Mir geht es rundweg gut. Außer dass mir meine Arbeit nicht mehr so leicht von der Hand geht. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Ich würde dir eine schöne Adventszeit mit guten Begegnungen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 01 Dezember 2021, 10:55:22
... habe ich mein Haushaltsbuch für Dezember eingestellt und aktualisiert. Wahrscheinlich werde ich Mittwoch - Vormittags nicht mehr beim Bäcker gegenüber dem Therapiezentrum sein können, das spart jeweils 5,00€, die iieber ausgeben würde, als mich mit G2+ rumzuschlagen. Immerhin, die Schnelltestzentren haben geöffnet, und Geduld lässt sich ja üben.

Ich weiß so auch gar nicht, ob ich in der Adventszeit in die Kirche zum Gottesdienst gehe, wohl aber gerne zu einer stillen Andacht.

Bei uns in der Marktkirche soll ein Fenster eingebaut werden, daß eideutig diabolische Züge hat, und alle Beteiligten wissen, daß der Künstler der das Fensterbild erstellt hat, der Kirche gegenüber sehr kritisch und abweisend gegenüber steht.
Warum ich vermute, daß dort ein Beziehungsklüngel auf allerhöchstem Niveau stattfindet, daß die Ex - Bischöfin mit dem Ex - Kanzler haben mag, es geht da wohl so manches mit meiner Fantasie durch.
Allerdings, wo und wie in der Politik geklüngelt wird, kann jedermann auch hier im Forum lesen leider nicht nur in einem Bagatellbereich.

Also, was will der Künstler uns damit sagen? Seine Aussage zur Sixtinischen Kapelle in Rom beruft sich auf ein Comik, daß auf eine Decke gepinselt wurde. Das ist eine fachliche Darstellung, zweifelsfrei!  Mein Vater hat nach seiner Arbeit als Graphik - Designer Wandteppiche geknüpft. Einige wurden unter Beachtung in der Marktkirche ausgestellt. Die künstlerisch Verantwortliche der Kirche wollte einen Wandteppich als Dauerleihgabe hanen. Meine Schwestern haben dieses mit Händen und Füßen abgelehnt. So ist in der Marktkirche eine kahle Wand zu sehen, und der Teppich mieft in Schwesters Keller vor sich hin. Mein Vater war halt kein Christ, er war Naturfreund, und ich weiß noch, wie er mit meiner damaligen Frau sich über das Thema Kunst und Natur gestritten hat. Darüber bin ich meiner Ex- immer nocht zutiefst dankbar. Er malte gegenstandslose Bilder, im Expressionismus, deren Inhalt das Farbenspiel untereinander war.. Ich weiß, daß er darin sein Seelenleben beschrieben hat, weil er wohl kriegsgeschädigt nicht darüber sprechen konnte. Ich weiß auch, wie mein Vater sich am Karfreitag zurückzog, um die Matthäuspassion von J.S.Bach zu hören, es war sein Weg in die Demut und sein Weg zu Gott.

Mir kommen gerade die Tränen. Nach der REHA eines Schlaganfalls, er war 80 Jahre alt, schenkte er der Diakovre - Klinik einen Wandteppich, der dort in der Marienkapelle seinen Platz fand. Erst in dieser REHA habe ich meinen Vater kennen gelernt, und ich weiß Dinge von ihm, die er weder seinen Frauen, noch seinen Töchtern anvertrauen konnte, und natürlich wissen meine Schwestern was von ihm, das ich nicht weiß. Es fügt sich aber zusammen, wie ein Puzzle, und das sieht aus, wie ein kuterbunter Wandtepich.

Persönlich - ich kann allesfalls therapeutische Bilder malen, dafür bin ich den Kliniken dankbar, aber ich habe es gelernt, mir Bilder zu betrachten, wie es dem auch sein,
hier bin ich meines Vaters Sohn.

Puh, nicht einfach zu schreiben, aber meine Motivation wieder meine Ausflüge, meine Betrachtungen zu beschreiben, sind mehr als eine Therapieaufgabe, für mich bleibt es eine Lebensform.

Danke für das Teilen.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 01 Dezember 2021, 11:01:50
Danke Balduin für Deine Rückmeldung,

ja, wir können alle nur unseren vorgezeigten Weg gehen. Jede, jeder Süchtige kann sich aber entscheiden, welcher Weg für ihn gerade gangbar ist. Es kommt nur daraf an, welche Tür gerade offen steht, und ob ich gewappnet bin, dann im Raum meinen Platz zu finden.
Mit Präsenzmeetings wird es zur Zeit wenig gehen, und digital können wir uns nicht umarmen.
Uns gegenseitig Trost und Mut und Kraft zusprechen, auch schriftlich, das bleibt uns ,
wir müssen nur wachsam sein.

Schön von Deinen 3 spielfreien Jahren zu lesen.

Liebe Grüße
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 06 Dezember 2021, 09:40:05
... denke ich über mein kleines Zoom - Meeting für Menschen mit Essstörungen nach: für mich war klar, ich werde dort alleine sitzen, und eine insgeheime Sehnsucht bekräftigte mir das auch. Also, eine Viertel Stunde eingewählt bleiben, die Literatur griffbereit halten, und ansonsten die Zeit am PC mit Bilderdateien mir versüßen.
Es erschien auf dem Monitor des Tablets ein Frauengesicht, und nach einem Hallo, fragte ich die jetzt Teilnehmende, ob wir zu zweit ein Meeting beginnen können? Das hat sie bejaht, und ich habe lediglich das Konzept unserer Gruppe erörtert, und dann haben wir ein ordentliches Meeting hingekommen. Irgendwie hätte ich sie zum Abschied gerne umarmt, konnte das aber ausdrücken, und bekam dafür Antwort. Ich weiß nicht, ob diese Frau sich wieder einwählt, oder ob ich mich Heute vielleicht in ein anderes Zoom - Meeting einwähle, ich weiß nur, es ist gerade immer noch eine schwere Zeit für mich. Eine Advent - und Weihnachtsstimmung kommt bei mir nicht auf. Nur das Lied: "Nachts wenn die Wolken schlafen gehen"... bringt mir Verständnis dafür, daß es Adventszeit ist

Schreibpause, den Terminkalender gesichtet, geordnet, muß ich jeden Tag tun, das Chaos im Kopf braucht mehr Ruhe, mehr Verstand, mehr Geduld. Ich sehe immer nur, was noch alles zu tun ist, und mache mir Vorwürfe, es nicht schaffen zu können.
Freitag war eine Dame vom Seniorenservice bei mir, den Weiterführungsantrag auf Sozialgeld zum Wohngeld auszufüllen. Die Frau ist Seniorin, 84 Jahre alt, und hatte die Ruhe weg, mich zu beruhigen, weil mir bei den immer wiederkehrenden gleichlauten Fragen und Einfüllfeldern leicht der Kragen platzt. Der Verstand sagt: die haben alles im Computer gespeichert, die recherieren mit anderen Sozialstellen, z.B. mit der Rentenkasse, die wissen viel mehr als ich , und ich soll das, was ich kaum wei0, in immer wiederkehrenden Formen in den Antrag pinseln. Das ist für mich quälend, , aber genau ein Punkt , an dem ich meine Hände ausstrecken sollte, und um Hilfe zu bitten. Nun liegt der Antrag, fast ausgefüllt am Schreibtisch, Morgen geht es mit dem zur Pflege, wegen Einsetzung des Pflegegrades.. und dann irgendwie zum Amt. An der Wohngeldstelle ist niemand zu erreichen, vielleicht ein Fußweg zum Hochhaus des Sozialamtes. Vielleicht stehen zwei kräftige Männer vor dem Eingangsportal, erklären mir geduldig, daß alles seinen Weg gehen wird, und nehmen mir damit den Umschlag und die Last ab. Der Bus, in Richtung Therapiezentrum zur Lymphdrainage hält gleich in der Nähe. Ich weiß, daß dieses Viertel um das Sozialamt von Bordellen und Spielstätten umgeben ist, und ich will mir gegenwärtig sein, wie Trigger auf mich wirken, Nur für Heute!

Die Pflegering gestern Abend war sehr fürsorglich. Ist es ihr Beruf, ist es ihre Berufung? ich bin mehr davon überzeugt, daß sie nicht näher an mich heran treten will, auch wenn sie sich für meine Urspungsfamilie interessieren möchte. Sie hat mich aber Gestern Abend dahin gebracht, ich quittiere nur, ihrem Gesichtsausdruck entsprechend, daß sie fast sprachlos wurde. Ich frage mich - was wird Heiligabend werden. Gut, ich werde alleine in meiner Wohnung sitzen, und wenn ich den Fernseher einschalte, kann ich nur hoffen, daß nicht Frau Ex - Bischöfin auf der Mattscheibe erscheint, man kann Glauben nicht einem Menschen aufdrücken, Glauben wird gegeben. So in Gedanken bin ich Heute Morgen aufgewacht, und habe an einen armen Schriftsteller, einen Poeten im Paris des 19. Jahrhunderts gedacht, der noch keine Selbstverlage, geschweige Amazon kannte, und vor Verzweiflung un Kälte seine Manuskripte in den Ofen warf, auf daß es warm werden würde. Da klopte es an seiner Tur eine frierende junge Frau stand davor, bat um Licht für ihre Kerze, er nahm ihre Hand, und fing an zu singen. - Ich glaube, das wird mein wirklichkeitsgetreues Weihnachtslied, jedenfalls singt es gerade tief in meinem Herzen, auch wenn ich nicht Luziano Pavarotti heiße.

In diesem Sinne  8) . .
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 07 Dezember 2021, 09:30:37
... plane ich zum Pflegedienst zu fahren. Dort bekomme ich immer einen Becher Kaffee  :)
Ich habe meinen Fortführungsantrag auf Wohngeld fast fertig, es fehlt noch der Bescheid vom MDK über die Einsetzung der Pflegestufe. Des weiteren habe ich noch Fragen zur Verhinderungspflege, weil die Krankenkasse die Sozialbehörden informiert?
Heute Morgen habe ich schon meinen Kontostand gecheckt, und dias Haushaltsbuch ist vorsorglich geführt. Ich brauche mir eigentlich keine Sorgen machen. Natürlich weiß ich auch, daß ich auch hier in der Wahrheit bleiben muß, aber ich kann mir ja die Wahrheit nicht alleine erzählen, sie wird mir ja nahe gebracht. Ich weiß nur, wenn der Verdacht auf Sozialbetrug besteht, bin ich extrem gefährdet. Das war schon einmal so , als ich beim Grundsicherungs- Amt nach der Befreiung von der Rundfunkgebühr nachgefragt habe. Da hat die Rentenversicherung der Wohngeldstelle Informationen über den Besuch beim Amt für Grundsicherungen geliefert. Und das ist der Grund, warum mich diese Anträge so furchtbar nerven. Die Behörden wissen weitaus mehr über mich, als ich von mir weiß. Im Jahr 1983 haben wir in der Firma über Orson Wells Buch "1984"  diskutiert, und einvernehmlich festgestellt, daß sein Werk schon lange von der Realität überrollt wurde. Nun haben wir das Jahr 2021, und der Gute Geist heißt Jeff, Mark, oder als Pseudonym "Oasis" , Fazit: Ich werde mich Heute auf meine Spielfreiheit besinnen, und nach diesen Wegen habe ich noch einen vorgezogenen Termin der Lymphdrainage. Ich will dort entspannen, und nach meiner inneren Wahrheit forschen, auch wenn der Schlaf schneller ist. ;)


Bis denne
Titel: . An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Edu am 07 Dezember 2021, 17:10:57
Ciao Andreas, hab's gefunden.:)
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 08 Dezember 2021, 09:55:04
Hallo Edu,

Herzlich Willkommen auch bei uns hier im Forum. Ich freue mich, daß Du dabei bist.
Wenn Du magst, dann auch von mir eine Einladung, Die hier (nicht nur in der Rubrik Tagebuch) einzubringen.

Liebe Grüße
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 08 Dezember 2021, 10:35:19
Heute Morgen, nachdem die Pflegerin geganen war, erwog ich , eine 3 stellige Telefonnummer anzurufen, um mir dort ein rotes Auto mit zwei freundlichen Herrn im Gelb - grünen Overall zu bringen, um mich in das Landeskrankenhaus zu bringen. Irgendeiner muß ja einmal alles verstehen, und ich will es nur noch verstehen, kann es aber nicht mehr. In unserer Stadt haben wir eine Neurochirogische Klinik mit Weltruf, also dort anrufen: "bitte Kopf abschrauben, die Festplatte defragmentieren, konfigurieren und wieder auf den Hals schrauben. Ansonsten bleibt mir nur der Weg über das Kuckucksnest zu fliegen.

Die Pflegerin kam mit einer medizinischen Maske, forderte mich aber auf, für Morgen eine FFP 2 Maske zu tragen. Ich erwähnte, nur noch eine zu haben, wolle aber in die Drogerie gehen... Beim Frühstück las ich (leider) wieder in der online - Zeitung. Den Mitarbeitern der Testzentren ist von Amtes wegen eine Mittagszeit von einer Stunde zu gönnen, die Impfwilligen müssen dann eben 60 Minuten länger in der Schlange warten. Was fange ich jetzt mit meinem Zeugnis vom Hausarzt an, daß ich vom Tragen einer Maske befreit bin? Darf ich in der Öffentlichkeit überhaupt noch Husten, darf ich nocht Atemnot kriegen, oder soll ich noncharlant meine Herz - Nieren Tablette ins Klo schmeißen? Den Arzt kann ich nicht fragen, der hat keine Mittagpause, allenfalls eine Spritze in der Hand. Ich hoffe aber,, den Doktor am 19. Januar wohl wiederzufinden, auch wenn er dann seine Spritze in meinen Oberarm steckt.

Das Thema Gelassenheit: Gestern war ich in beim Pflegedienst, ich brauchte nur einen Bescheid für das Sozialamt, Wohngeldstelle, für meine Pflegebedürftigkeit, mit Einstellung in die Pflegestufe II. Die Oberschwester hat den ganzen langen Antrag durchgelesen, aus meinem Pflegeordner das Dokument geholt, alles kopiert, alles unmaskiert, und alles in einem wahnsinnigen Streß.
Immerhin, ich kann akzeptieren, daß ich meine Sozialen Ängste nicht beiseite wischen kann, sondern daß sie ein Werkstück für meine Genesung sind, daß ich eine Entscheidung gefällt habe, Hilfe anzunehmen. Der Erfolg war,  mich  zwar noch Heute Morgen selbstverletztend  verbal zu b beschimpfen , das tut mir leid, aber ich nehme es dann wieder mit Humor.

Morgen kommt die Haushälterin wieder. Sie, oder ihre Kinder sind krank, ich denke, ich kenne von ihr die , besser den Auslöser. In der Zeitung lese ich aber nicht die Berichte über Schule , aber schon einmal über Kinderpsychologie....

Vor 13 Jahren war ich bei allerschönstem Winterwetter in einer Psychosomatischen Klinik, auf eigene Wunsch, ohne Reisebegleitung. Es ist, als wäre es Gestern und weil die Klinik im Allgäu liegt, schaute ich mir eine Seite von der Nebelhornbahn an. Die wurde, oder wird erneuert, wie alles sich immer wieder erneuert.
Das Nebelhorn ist der höchste Berg, auf dem ich jemals gestanden habe, in 2.224 Meter Höhe  und mit den MitpatientiInnen den Schneewalzer gesungen und getanzt. habe.

In der ausufernden Sammlung meiner ungelesenen Bücher ist eines, das erzählt von einer Geschichte auf dem Berg. Eigentlich kenne ich diese Geschichte ziemlich gut, aber, man soll sie immer wieder lesen. Alleine der Satz: "Sorget nicht für euer Leben" , ist wie erquickendes Wasser, nach dem meine Seele schreit.

Ich werde mich auf den Wg machen, mit oder ohne Tüte vorm Mund. Was soll s Heute Abend kann ich mich in ein Zoom - Meeting einwählen, das ist dann völlig frei und unmaskiert. vielleicht eine Herzensangelegenheit.

In diesem Sinne

Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 10 Dezember 2021, 10:00:23
... bin ich aufgewacht mit der Einschätzung, daß es doch eine Routine ist, sein Gebiss zur Reparatur zum Zahnarzt zu bringen. Dann kommt natürlich ein Antrag für Kostenvorbescheid. Heute beim Durchsehen der Banküberweisungen habe ich die Abbuchung der Krankenkasse für die Befreiung von der Zuzahlung gesichtet. Das gilt natürlich nicht für den Zahnersatz, auch nicht für einen Anteil am Schilddrüsenmedikament = 0,51 € Nein, ich will wirklich nicht alles geschenkt bekommen, aber das Ausmaß der Bürokratie regt mich immer noch auf. Der Gedanke, ein dicker Umschlag von mir, mit Antrag, geht durch die Etagen des Sozialamtes, und ich aber nicht mit ihm, beunruhigt mich doch. Mir ist es lieber, den Wohngeldantrag von Angesicht zu Angesicht zu überreichen, aber eingedenk Corona geht es nicht. Die morgentliche Pflegerin kommt mit FFP " Maske und verlangt von mir ja auch eine. Heute klingelte ihr Telefon, und sie sprach im Mümmelton mit ihrer Chefin. Jene möchte ich auch noch anrufen, und mich nach der vertraglich festgelegten Haushaltshilfe, und deren Fortführung erkundigen. Gestern kam der Objektbetreuer der Wohnungsgenossenschaft, begutachtete die Wand an der Duschkabine zur Befestigung eines Klapphockers, und holte sein Paket bei mir ab, das ich an der Tür für ihn angenommen habe. Kann es se4in, wenn ich nachts von meinem früreren Arbeitsplatz träume, daß dieses ein Sehnsuchtstraum ist?

Ich habe mir wieder Adventslieder auf Youtube angesehen unf gehört. Das ist mein Ausgleich, und belebt die Erinnerung daran, daß es Zeiten gab, an denen ich mich auf Weihnachten freute. Da bin ich über den Weihnachtsmarkt gegangen, das hat vor allem seine Geschichten aus meiner Kindheit, und so sehe ich Heute noch Weihnachtsmärkte. Gut zu sehen, wie "Glüchweinmärkte" sich zur Zeit nicht entfalten können. Vielleicht komme ich noch zu einem Rundgang, nehme dann aber die Bergpredigt mit, um mich mit dieser Lektüre in der Marktkirche einzufinden, solange Gott dort noch Platz findet.

Ich fragte mich Gestern warum ich hier meinen Blues einstelle, ist doch ein Glücksspielsuchtforum: Ich kenne die Adventszeit auch son, daß ich auf der Sparkasse einen von meiner Mutter geklauten Scheck einlöste, vom Geld einen Rollkragenpullover kaufte, und leider gefielt jener ihr nicht bei der Bescherung.
Von der Firma gab es das Weihnachtsgeld in einem Umschlag, im Verbund mit einer Weihnachtskarte. Ich saß in der Halle, Umschlag auf, und Schein für Schein wanderte hinaus, und ich schämte mich dafür, vielleicht das erste Mal ein Bewußtsein für Scham und auch für Angst?

Als Junge bin ich über den Weihnachtsmarkt gegangen, hatte vom Taschengeld noch 50 Pfennige übrig, bin zur Losbude gegangen, und gewann - eine gefrorene Ente. Ich fragte mich damals als vielleicht 12 jähriger, ob ich Zuhause Ärger bekommen könnte, weil ich mein Geld für ein Los ausgegeben habe. Es stellte sich aber heraus, daß meine Eltern kein Geld mehr hatte, um am 4. Advent eine Mahlzeit für Sonntag zu bezahlen. Damals habe ich eine Anerkennung erhalten, die ich nicht haben wollte, mir war das eigentlich nur peinlich, und ich habe mir damals gewünscht, in einem gut situiertem Haushalt aufzuwachsen.

Vielleicht sagt mein Rundgang in meine Vergangenheit, mir das Leben wie ein Kind zu betrachten, auch wenn ich als alter Hirte mit meinen Säuen an Heiligabend in die Kirche streunere. Es soll Krippen geben, bei denen ich so dargestellt bin, da bin ich aber auch nicht alleine.

Danke für das Teilen
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Balduin am 10 Dezember 2021, 10:52:44
Hallo Andreas,

deine Geschichte mit der gefrorenen Ente hat in mir Erinnerungen geweckt. An Weihnachtsmärkte in unserer Stadt kann ich mich nicht erinnern. Ich weiß aber noch, wie wir in der Ausbildung einen Ausflug zum Christkindlmarkt nach Nürnberg gemacht haben. Das war ja legendär. Aber letztlich auch nix besonderes. Fünf Stunden pro Strecke im Bus gesessen... Aufrengend war es nur, weil ich eine andere Auszubildende toll fand und mich in ihrer Nähe herumgedrückt habe.

In unserer Kirchengemeinden gab es regelmäßig "Groschenkirmiss", da musste man mit z. B . mit 10Pfennigstücken auf Süßigkeiten werfen und wenn es darauf liegen blieb, war es ein Gewinn. Dort habe ich als KInd bei einer anderen Bude mal ein vollautomatisches Feuerwehrauto gewonnen, dass mit Riesenlärm durch die Wohnung gedonnert ist und nach Berührungen mit Widerstand zurückgesetzt ist und  die Richtung gewechselt hat (made in Taiwan). Als Jugendlicher habe ich dann mal auf so einer Kirchengemeindenkirmes beim würfeln goldfarbene Löffen und Steakbesteck gewonnen - davon hab ich immer noch Reste in Benutzung. Geschämt habe ich mich nie. Wir hatten nicht viel Geld, waren aber immer ganz gut versorgt. Zu Weihnachten hat mir mein Vater immer Geld gegeben, damit ich ihm etwas kaufen konnte (eine Packung Zigaretten und eine Flasche Bier ::)

Gewinnspiele auf Jahrmärkten waren für mich immer ein Jahreshighlight. Mein Vater hat mir im hohen Alter berichtet, wie bereits in den Fünfziger Jahren bei Straßentombolas betrogen wurde. Auswärtige Besucher bekamen einen Loseimer mit fast nur Nieten hingehalten und die bekannten Anwohner einen Eimer mit mehr Gewinnen. Bei der Zoolotterie wurde der Hauptgewinn immer erst am letzten Tag zugemischt, weil immer alle fragten, ob der Hauptgewinn noch drin war.

Viele Grüße
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 15 Dezember 2021, 09:21:39
Hallo Balduin,

Danke für Deine Rückmeldung und von Deinen Erfahrungen bei Jahrmarktspielen. Das ist alles schon interessant, welches Spektrum die Spielsucht einnehmen kann.

Liebe Grüße
Andreas


Heute habe ich im Bad ein eiskaltes Winterlied gesungen. Ich werde später darüber schreiben  ;)
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 16 Dezember 2021, 10:22:31
... habe ich mir das Lied: "Es ist mitten im Winter ... " angehört, eine Live Aufnahme aus Hamburg, der Stadt, in der ich meine Niederlage vor dem Spielen eingestehen durfte.
 Was für ein Gefühl, die Augen sind noch nicht trocken, aber ich glaube Heute mehr denn je, daß es dabei um die Liebe geht, die keine Liebe ist.

Es ist faktisch Winter, graues Wetter, es ist Advent, und ich habe Angst vor Weihnachten. Die letzten Jahre war der Heiligabend der Horror für mich, bis auf den, an dem ich in der Pauli - Kirchengemeine in Bremen an einem Spieler - Treffen teilnehmen durfte. An diesem Abend habe ich es aber auch verstehen müssen, daß nicht alle Menschen friedlich bleiben können, wenn es um die Liebe geht. Die Liebe ist wie ein tiefer See, das hat hat schon der alte Paule auf seinen Reisen beschrieben, und vielleicht ein See, in dem sich nachts die Sterne spiegeln, und das Nordlicht einen grünen Schleier sendet.
Darüber habe ich meiner damaligen Frau eine Geschichte geschrieben, nach meinem Lieblings - Adventlied. Ich mag mich nicht brüsten, aber das Schreiben dieser Geschichte, besser eines Gedichts, brachte mir eine Ruhe, einen Frieden , eine Dankbarkeit kam in mir auf.

In den 1980er Jahren, als der nun auf youtube eingestelle  Song die Hitparaden stürmte, hätte ich am liebsten das Radio aus dem Fenster geschmissen, wie Unerträglich ist es, kein - Mädchen bei sich zu wissen, die dich mit klaren Worten vom Spielen abhält. Der Schmerz entlädt sich in die Aggression, die Faust haut auf die Panzerrscheibe des Spielautomaten, der mir blöderweise kein Spelgld leihen wollte, damit ich den Schmerz der Einsamkeit verspielnen konnte.

Eine Liebe, die keine Liebe ist, ist eine Abhängigkeit. Im Hitzesommer 2003 las ich in der Klinik das Buch "Keine Angst vor der Nähe", von Anne Wilson Scheaf, ich habe das Buch später dutzendweise verschenkt. Wenn meine Sehnsucht in ein Leiden fällt, dann sieche ich dahin, entferne mich aus dem realen Leben, und Siechen heißt übertragen: Sucht. Die Begierde, einen geliebten Menschen in seiner Nähe zu wissen, ihm alle Liebe zu geben, damit ich von ihm die Liebe bekomme, nach der ich mich so sehne. Aber, das Aushalten, das Annehmen, ein geliebter Mensch zu sein, erscheint unmöglich, die Selbstverletzung hat so viel Raum eingenommen, und ein Spieler überstrapaziert damit sein Gehirn.

Ich entscheide mich, sorgsam mit mir umzugehen, um Vertrauen zu erlenen und vielleicht zu be - greifen, damit die Liebe mich ergreifen kann.

Es gibt Dinge, die ich nicht kann: kontrolliert Spielen, darum bin ich hier, und ich kann nicht singen. Doch - im Bad habe ich einen Freiraum, dort singe ich meine Lieder, das Wasser plätschert aus der Dusche. Heute bekomme ich einen Klappsitz in die Duschkabine geschraubt, dann lassen sich dort  ungeniert Adventslieder singen. Wenn es ein Spiel ist, sich vorzustellen, ich könnte auf der Bühne stehen, eine wunderbare Band würde mich begleiten, das Puplikum schwingt vor Begeisterung, wäre ich dann in der Liebe? Der Therapeut setzt mich schlicht und einfach in die Sitzreihe, dabei sein, das reicht aus, um in der Liebe zu bleiben.
Gleich muß ich in den Nachbarschaftstreffe, zum Klönen bei Kaffee und Kuchen, oder so. Was soll ich dort? Was kann ich denn dort vorführen, was kann ich beweisen, welche Fähigkeiten heben mich ins rechte Licht?

Ich habe den Wusch, einem jungen Mann, der offensichtlich sein Leben verspielt, die Ohren langzuziehen, und ihm die Spielfreiheit einzubläuen! Auch dieser Mensch seht sich nach einer Partnerschaft, er liebt Kinder, es ist musisch sehr begabt. Nein , ihm nicht die Ohren langziehen, ihm keine Streicheleinheiten geben, aber bitte eine Richtschnur, einen roten Faden , den er für sein Leben gestalten kann. Ich habe nicht die Macht darüber, ihn vom Spielen fernzuhalten, ich kann Nur für Heute mich einen Tag zur Zeit vom Glücksspiel fernhalten. Dafür brauche ich keine Heldentaten, keinen großartigen Wohlstand, sondern machmal reicht eine kleine Kammer, in der ich einfach singen kann, auch wenn es nicht so schön ist wie beim jungen Mann, oder dem Rocksänger in der Hansestadt Hamburg! 

Meine schönste Weihnacht als Erwachsener Mensch habe ich in der Klinik im Allgäuu, 2008 erlebt. Damals hatte ich den Wusch, das Patientenkomitee leiten zu dürfen, also wenn Mitpatienten von ihren Vor - und Rückfällen erzählten, wenn Konfrontationen ausgespochen wurden, das alles im Beisein von Therapeuten. Also, ich saß bildlich gesehen auf dem Thron, konnte (endlich) einmal zeigen, was in mir steckt, konnte in der Zusammensetzung den Vermittler zwischen Therapeuten und Patienten geben, aber das war genau nicht mein Therapieplan.

Daran will ich denken, wenn ich den jungen Mann wieder treffe, eine Konfrontation in der Liebe, alleine durch loslassen  vielleicht an einem stillen See, aber kein Casino - am See.

Komm rüber
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Wolke 7 am 16 Dezember 2021, 11:18:38
Zitat
Was kann ich denn dort vorführen, was kann ich beweisen, welche Fähigkeiten heben mich ins rechte Licht?

Deine Herzlichkeit, deine Empathie und Hilfsbereitschaft, deine Erfahrungen für junge Spielsüchtige im Umgang mit der Sucht. Ausserdem kannst du sehr gut schreiben . Deine Singkünste sind wahrscheinlich auch sehr viel besser als du denkst.
Ich sing immer im Auto mit und jeder kann mich da sehen,aber nicht hören ;D

LG Wolke
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 19 Dezember 2021, 10:36:45
Danke lieber Wolke, es tut gerade gut, Deinen Kommentar zu lesen.

... habe ich eben laut, sehr laut - im Badezimmer gesungen, und mußte hinterher viel Wasser wegwischen, aber das liegt ja mehr am Duschstuhl, als an meiner überschäumenden Vitalität.
Der 4. Advent ist für mich etwas besonderes, aber auch schwer zu erklären. An diesem Sonntag kann ich mich damit auseinandersetzen, warum ich mir so gerne Marienbilder in vielen Kirchen, daheim und andernorts anschaue, und mir Zeit für die Bildbetrachtung nehme. Es kann sein, daß ich in den Bildnissen etwas suche, das ich bei meiner Mutter nicht gefunden habe. Es ist, wie gesagt, eine lange und sehr komplizierte Geschichte.

Meine Bildbetrachtungen sind ja für mich anregend, wenn ich mich in dem Bild wiederfinde, und es nicht hinterfragen brauche. Nehme an, ich würde durch den Louvre geschoben werden, und könnte einen Blick auf die Mona Lisa richten, und Mona Lisa sieht mich auf ihre Art und Weise an, und das in der schiebenden Menschenmasse, das hieße, meine Sehnsucht gesehen, und erkannt zu werden fände Bestätigung. Aber ist es nicht besser, dann noch einmal in den Raum, zu kommen, mich von Turisten anschieben zu lassen, nur weil ich nicht glaube, daß Mona Lisa mich auch wirklich erkennt? Die vielen anderen großartigen Gemälde im Louve würden keine Rolle mehr spielen.

In der Kirche gibt es viele Motive, die Religion auszudrücken. Meine Stimmung ist eher dazu geneigt, es einfach zu halten, und die Glitzerwelt draußen zu lassen. Gerade weil ich einen solch fragilen Glauben habe.  In diesem Glauben ist Religion eher untergeordnet. Ich kann, und konnte ihn, den Glauben nur gewinnen, weil ich fast mein Leben verloren habe. Da ist der Weg zu einer heilsamen Energiequelle eine Wegweisung für mich. Meine fürchterlichen Selbstzweifel können genetisch sein, oder durch die Erziehung in einer dyfunktionalen Familie, oder durch die Zeit im Kinderheim, und doch haben alle Ereignisse eine Vision: Ich kann zurückkehren, zu dem Ort, an dem ich mich wohlfühe und angenommen werde.

Gestern war ich mit meiner Schwester, den Neffen und deren Angehörigen beim Bowling. Eine Großnichte wurde wegen Erkältung ausgeschossen, Mutter und Kind verließen nach eingehender Betrachtung der Situation das Kegelzentrum. Mich hat es eher bedrückt, habe mich aber doch dann entschlossen, zu bleiben. Vielleicht war es auch gut so, und wir sind doch alle locker geblieben. Aber ich habe an meinem Plan festgehalten, abends in meine Videokonnferenz zu gehen. Mein Neffe, der Kindesvater schaut mich an und fragt: "ich denke, du wolltest diese Aufgaben endlich angeben"? Da habe ich ein wenig rumgedruckst, aber ihm das Versprechen gegeben, ihn und seine Familie in einer anderen Stadt, 120 km entfernt suchen zu wollen.

Dort in der Nähe gibt es eine Kirche, die Heiligabend speziell für Obdachlose Menschen offen ist, und in einem Nebenraum fand einmal am Heiligabend ein  Meeting meiner Selbsthilfegemeinschaft statt. Der Besuch dort ist für mich unvergessen, und da glaube ich, entsteht etwas, was ich nicht verstehe, aber mich dazu bringt es zu beschreiben, so wie ich ein Bild beschreiben möchte.  Manchmal kommt mir durch Zweifel der Gedanke, es möge doch alles bald vorüber gehen, aber die Zeiten ändern sich . Mein Spielgeld lege ich symbolisch in den Opferstock,

und dann fange ich einfach wieder neu an.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 01 Januar 2022, 10:06:27
... bin ich um 6: 25 Uhr aufgestanden, Tabletten genommen, Frühstück bereitet, und mich wieder hingelegt. Die Pflegerin kam um 8: 35 Uhr, quälte sich mit meinen Strümpfen rum , die Arme. Und als der Blutdruck gemessen war, holte sie ihr Smartphone raus und zeigte mir Fotos von der Weihnacht in Polen. Wenn das mein Prolog für 2022 ist, dann kann es nur ein Gutes Jahr werden.

Gestern Abend habe ich - natürlich - "die Neunte" gehört, mit dem Chicago - Symphonie - Orchester, ja, die Stadt ist für mich immer noch ein Traumziel! In der Realität habe ich am Rechner gesessen, mir einen Fotokalender zusammengesetzt, und Fotos von der Elbe, von den Städten, Landschaften, Schiffen dazu verwendet, immer akkurat auf den Monat zugeschnitten. Das zusammen mit dem "Andante molte e contabile" des langsamen Symphonischen Satzes hat meine Gefühle wieder unter Dampf gesetzt, und  es wirkte wirklich befreiend, Schmerz und Freude liegen so oft beieinander. Es ist ein so entspanntes Gefühl, am Flußufer zu stehen, das Wasser ziehen zu lassen, und nur die Wellen zu hören.  Die Elbe ist so vielfältig, so vital, und auch fat gemächlich ruhig.
Eingedenk der Musik suchte ich in der Wikipedia nach dem "Theater am Kärntnertor". Es sah auf den Zeichnungen so unscheinbar aus, am Rad der Wiener Altstadt. Als der Komponist sein Werk uraufgeführt hat, herrsche Totenstille im Saal, alles ist still. Irgendjemand hat ihn an den Schultern genommen, ihn dem Publikum zugewandt, und er konnte sehen, daß er stehende Ovationen für sein Werk erhielt.

Es gibt Einschränkungen im Leben, es gibt Indekationen, die es nicht ermöglichen, sich als "normaler" Mensch zu fühlen. Ist die "Nicht geliebte Liebe" ein Merkmal, oder wird mir dann eine Hand auf die Schulter gelegt,, die Zuvertrauen spendet? Bei mir ist nichts "in Ordnung, wenn nur das Chaos nicht wäre"! Das Chaos ist meine Indekation, ist mein Mangel. Ei9nfach einmal Fotos sichten, ob Abends am Rechner mit Musik, oder Morgens , wenn die Pflegerin Zeit findet. Die Erinnerungen bleiben lebendig, und wer weiß, ob es irgendwann Aufnahmen von der Oder, dem Bug, der Weichsel in meinem Fundus gibt.

Ein schönes Neues Jahr
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 04 Januar 2022, 11:30:35
... bin ich morgens nach der ersten Portion Tabletteneinnahme wieder ins Bett, und habe geträumt, ich wäre als Maßnahme des JobCenters in einem Halb - staatlichen Betrieb, für ein Bewährungspraktikum. Dort bekam ich 2 Stück Papier und sollte dafür einen Vorgang anlegen, und diesen weiterverfolgen. Mehr wurde mir nicht gesagt, ich las es durch, aber das stand nichts drauf. Ich wollte den Bürovorsteher fragen, was ich tun sollte, aber der hatte den Rechner runtergehahren, verabschiedete sich, ich saß alleine da, konnte nicht weg, wegen Angst vor Sanktionen des JobCenters. Da kam doch der Bürochef wieder, legte mir offen, den Rechner hochzufahren, ich sollte dort nach Belieben surfen... Ich wachte auf - aber, hören diese Träume niemals mehr auf???

Ich bin in Rente, also wach bleiben, und da liebt noch ein Protokoll in Kladde auf meinem Drucker, das will eingetippt werden. Ich für das Öffentlichkeitsteam meiner anderen Selbsthilfegemeinschaft.. Ja Advent und Weihnachten, ich bin da einigermassen gut durchgekommen, bloß daß ich Heiligabend "einen Moralischen" hatte, und mich in den Armen der Pflegerin wiederfand. Andrere sind es nicht. Gestern habe ich eine Whatts App bekommen,, das Thema war: Rückfall - Ausleben der Spielsucht. Natürlich habe ich gleich darauf geantwortet. Aber -

- die Quintessenz ist, daß wer noch irgend etwas dem Spielen abgewinnen kann, der soll getrost weiterspielen, und sich nicht aufhalten lassen. Wem hilft es, sich helfen zu lassen, der sich nicht helfen lassen kann. So in etwa, mit der Seniorin am Zebrastreifen, die von jungen Mann am Arm genommen wird, über die Straße an hupenden Autos vorbei, über die Straße geleitet wird, und am Ende ausspricht, daß sie garnicht über die Straße gehen wollte. Was bringt Hilfe, wenn sie nicht angenommen, sondern verworfen wird? Die - der Helfende leidet, der Schmerz des nicht - gesehen - nicht beachtet werdens kommt hoch, und trifft es mit hoher Wucht. Die helfende Hand wird zum Opfer, der Mensch dahinter wird nicht für voll genommen, verpöhnt, verlacht?

Gerade gucke ich aus dem Fenster, da sehe ich eine ältere Dame, die permanent damit beschäftigt ist, den Müll vom Fußweg zu fegen, den Vorgarten zu harken, die Tonnen zu richten. Wir mögen uns beide, und wir haben beide für das Müll wegräumen ein gemeinsames Argument: die Körperbewegung dabei, die uns fit hält. Ob sich andere darüber ärgern oder freuen, bleibt unberührt.

Also bei den beiden Zockern, die vorm Casino stehen, der eine in der Unterhose, der andere Nackt ist es so: der Nackte Mann fragt den anderen: "Wieso hat Du eine Unterhose an"?, Sagt der Andere: "Ja, ich will doch nicht die Kontrolle über das Glücksspiel verlieren"!  Nein - es geht ja nicht um das Übertrumpfen, sondern um die Einsicht.

Als ich mein letztes Spiel hat, hat mich das 42,00 DM gekostet, Jemand , ein Bekannter aus der Gruppe stellte sich zu mir, ich spürte meine Angespanntheit, wie sehr ich gnervt war, und fand das kliene rote Knöpfchen oben an dem Daddelkasten, ich war nicht mehr alleine in meinem Schmerz.

Wie tief ich durch das Spielen traumatisiert bin, immer noch, ich weiß es nicht. Der Freund, der mir den og. Witz vermittelte, hat von mir mehrmals eine Forderung gestellt: meine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Eine davon steht , wenn ich mich recht erinnere im Forum, unter dem Register: "Persönliches" , aber das Leben wandelt sich ja permanent.

Kindheitstraumata schlafen tagsüber und werden nachts agil, Mobbing am Arbeitsplatz, eine Politik, die ihre Wähler denunziert, und nun noch ein Kampf ums Überleben, bei dem auch Sperren von Spielstätten in der Argunentation liegt. Wer braucht eigentlich noch Spielhallen? Ich gestehe, ich weiß es nicht, nein -  ich weiß nur eines: als ich auf dem Rücken lag, und mit den Beinen zappelte, als ich mich dem Spielen entzog, da habe ich Antworten bekommen.

Heute Abend ist Präsenzmeeting, mit Desinfektion, Abstandregelung, und Maulkorb beim Zutritt. Das Meditationsbuch der Co Abhängigen werde ich aber auch mitbringen. Die Welt steht uns offen, wenn wir spielfrei bleiben.

Einen Tag zur Zeit
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 05 Januar 2022, 00:43:28
... zur Guten Nacht noch eine Notiz.: Die Email mit dem Protokoll ist rausgegangen,

Windows 11 ist installiert, nun hoffe ich , daß Ransom & Spyware Rücksicht auf meinen Schlaf nehmen. Der Virenscanner funktioniert einwandfrei.

Gute Nacht
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 07 Januar 2022, 10:18:00
... habe ich meine Weihnachtsdeko weggeräumt, und ihr incl. Engel den Platz im Küchenschrank unten zugewiesen. Es hat mich dieses Mal auch traurig gestimmt. Dann sah ich auf den fast leeren Tisch, und da lag und liegt das Buch über die Bergpredigt.
Ich stellte mir die Frage: Welcher Mensch hat das Buch in einem entfernten Stadtteil in den offenen Bücherschrank gestellt, und wieso hatte ich an diesem Tag vor dem Therapiezentrum Zeit zum Stöbern gefunden?

Ich habe zum Glück mich diese Weihnacht inhaltlich auseinandersetzen, und mein Wunsch bleibt:

Die Damen und Herren im Talar und in Würden sollten die Bergpredigt mal lesen, - und ich möchte gerne dabei sein! Ich denke, ich schreibe einfach einmal eine Email an die Pastorin meiner Kirchengemeinde, und lasse mich über die Antwort überraschen.

Schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 09 Januar 2022, 11:29:47
... denke ich an das stillgelegte Forum: spielsucht.net, in dem ich im Jahr 2008 (?) eine Konfrontation mit dem User "Ziegenbock" hatte. Es ging im Kern um das Gleichnis "Pharisäer und Zöllner" , also um Scheinheiligkeit. Das beschäftigt mich wieder:
also , ich bin, als ich mir meiner Spielsucht bewußt geworden bin, wieder in die Kirche gegangen, (aus der ich heraus Konfirmiert wurde), ich habe regelmäßig an den Gottesdiensten teilgenommen, bin im Kirchenchor gewesen, dort Messen, Requien und Motetten gesungen, ich habe die Kirchenzeitung verteilt, habe das Kirchencafè bestellt, Fotos für einen Spendenaufruf  geschossen, alles in dem Bewußtsein, es hilft mir stabil spielfrei zu werden, und auch zu bleiben.".
Wenn ich an das Ausleben meiner Sucht denke, dann bin ich in Spelunken im Rotlichtviertel abgesoffen, habe fetttriefenden halbgammeligen Fraß, manchmal aus der Tonne, in mich hineingestopft, und ferner Spielstätten als Spielhölle definiert. Über Alkohol und Fettsucht kann ich leichter schreiben, als über meine Spielsucht, und deren Ausmassen und Wirkungen. In zwei dieser drei Süchte bin ich strafbar geworden, alo die Frage: "hat dein Guter Ruf unter der Spielsucht gelitten", hat ein klares JA!

Und nun die Kirche, alles wunderschön, ein gutbürgerliches Leben, und ich im Glanz des Schwarzen Anzugs auf dem Podium, ein Lob Gottes zu singen. Ich bin Spieler, und ich bin süchtig. Wenn ich im Chor singe, habe ich den Anspruch, als Bass - Solo Interpret aufzutreten, , das verlangt meine Traumwelt als Spieler von mir. Der Kaffee, den ich koche, muß kräftig sein, soll er doch meine Stärke und Vitalität ausdrücken. Und daß mein Name als Fotograf im Spendenbrief erschien: Ehre, wem Ehre gebührt.

Mein Gesang Heute ist grauenhaft, reicht gerade noch für die Duschkabine, in der Kirche werde ich nicht mehr beachtet, nur die alte Vorsteherin verlangt, daß ich ihr nicht zu Nahe komme, dias Kirchenblatt ist online gestellt, und das Kirchencafé geschlossen.
Der Organist orgelt auf der restaurierten Orgel, ich sehe das Bild seiner Hände auf der Tastatur vor mir, es war die beste Aufnahme, als ich ihn an meinem Geburtstag auf der Empore ablichtete. Es war eine Erfahrung für mich, an meinem Geburtstag zu diesem Tag, nicht mehr alleine bleiben zu müssen.
Für das Kirchencafé habe ich eine Helferin. Die Freundin hat einen Behindertenstatus, wie auch ich, und sie war früher in der Gastronomie tätig. Die spricht mich an, offen, und fragt wann es wieder losgeht, damit sie die Tische eindecken kann. Das wäre, das ist im Augenblick, die einzige Perspektibve, weiter Mitglied der Kirche zu sein.

Die Mahnung von User "Ziegenbock" sagt mir aber: schau Dir die andere Seite an: Ich sehe mein persönliches Krippenbild. Wenn ich es mir anschaue, dann ist es so, wie es war, als ich das erste Mal in eine Selbsthilfegruppe kam. Das ist ein Bild in mir, fest eingebrannt. Wenn ich Heute an Meetings, aller drei Suchtrichtungen gehe, dann denke ich daran, wie es war, als ich  am 31.08.1989 die Tür öffnete, und die Frage stellte: "Bin ich hier richtig"?

Heute im Bad, es war dieses Bild: mich einfach nur in einen Gebetsraum eizufinden, nichts zu tun, nur das eine: in Frieden mit sich selber und der Welt, so wie die Welt sich mir gegenüber auch gerade zeigt.
Meiner Geschiedenen - habe ich in einem Brief eine kurze Nachricht meiner Insperation gegeben, Bezug auf einen wunderschönen Rosengarten, für dessen (teuren) Besuch sie mir das Eintrittsgeld geschenkt hat. Das Geld liegt wohlverwahrt, die Zeit wird kommen, die Sehnsucht ist da, vielleicht einfach auch zu der "Goldenen Aue" zu fahren.. Mich einfach nur vor den Wundern hinknien, dankbar zu sein, und zu staunen.

Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 17 Januar 2022, 10:38:15
... bin ch wieder mit meinen Finanzen beschäftigt. Immerhin: Niemand hat mein Bankkonto gehackt, die Miete und die Eisenbahn - DVD sind bezahlt, der kleine Jeff schickt mir noch ein Datenübertragungskabel aus seiner großen Garage, ein neuer Duschkopf mußte her, damit der Kof fernner frisch bleibt. Das Geld vom Wohngeldamt und von der Pflegekasse ist noch in Bearbeitung, das habe ich mit der Pflegeleitung abgestimmt, die Überzahlung meiner Medikamende wird von dort geregelt, denn ich bin ja befreit von Zuzahlungen. Zum guten Schuß noch eine Abbuchung: eine zugegeben kleine Spende an den Fachverband, die mich erinnern soll, daß ein spielfreies Jahr 2021 hinter mir liebt, und ein hoffnungsvolles Jahr 2022 auf mich wartet.

Das macht mich gerade Dankbar.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 19 Januar 2022, 09:43:47
.. soll ich meine Booster - Spritze bekommen, der Termin ist für 11:45 Uhr notiert. Letzte Woch bat ich die Arzthelferin um eine Terminbestätigung. Sie sagte, die Apotheke hat nicht genügend Impfstoff geliefert. Trotz aller Bemühungen und Komplikationen muß ich mich, gegen meinen Willen, zu der Corona - Pandemie mit Nachrichten überhäufen lassen.
Ich bin Herzrisikopatient, durch eine Angina pectoris, gehöre mithin zur Risikogruppe und ich bin 100% Schwerbehindert, Merkzeichen "G". Sollte ich trotz meiner "Qualifikation" Heute nicht geimpft werden, werde ich mit den Querdenkern sazieren gehen! Denen werde ich es zeigen, die mir die so wichtige Imfung verweigern, und den ganzen Billigsprit in den Armmuskel rammen, der nicht der Vorsorge, oder gar der Heillung dienst.
Die Arzthelferin kann sich schon einmal warm anziehen, gerade wenn sie sich vor den Arzt stellt, wie einst Hagen von Thronje vor der brennenden Etzelburg.!

Das Gehirnkino martert mich wieder. Ich staune, daß ich ruhig blieb, als die Pflegerin Heute Morgen anrückte, und alles hat funktioniert., Tabletten sind eingenommen, die Kopfhaut eingecremt, der Blutdruck gemessen, und die Strümpfe sitzen perfekt. Zum Frühstück habe ich den Rechner hochgefahren. Kein Wohngeld, kein Geld der Verhinderungspflege sind eingegangen, aber der Emal - Account hat auch keinen Bitcom - Trojaner mehr, seit einer Woche!

Die Geduld: wenn sie doch schneller wäre, als meine Gedanken und meine Gefühle. Wohngeldamt und Pflegekasse haben meine Anträge vorliegen, die Pflege hat sie überarbeitet, der Psychologe mahnte mich Gestern zur Sorgfalt im Umgang mit den Spritzen, und lieber den Hausarzt sachlich fragen, was jetzt der Status Quo ist, als meinen Mangel an Zuwendung heraus zu plärren.

Freitag kommt die Pastorin zu einem Gesrpäch in meine frugale Küchenstube. Was ist mir wichtig dabei? Ich sehe mir die Menschen via Zoom an, sich in ihren Süchten verlieren, mir fehlt die Präsenz. Zugegeben, ich habe ja auch banale Gründe, ein Meeting zu versäumen, nehme die Lymphtherapie, die ich wegen möglicher Impfung vorgezogen habe. Ich sehe aber auch die Kirche, das Gebetshaus, daß mehr von Gottesdienstleitenden als von  - Besuchern besetzt ist. An Heilig Abend kann es wohl anders gewesen sein. Wenn eine Kirchengemeinde, (nicht meine) sich den Teufel an die Fenster malt , und einem Gott huldigt, der sich als Pathologischer Narziß zeigt, ist dann mein Gehirn überstrapaziert.. Ich habe in einem Fotoalbum ein Paradebild von mir, auf dem ich mit einem übergestülpten Kartoffelsack und DEMO - Schild vorm Arbeitsamt stehe. Daran will ich denken. Früher habe ich für das Recht auf Arbeit gekämpt, Heute für eine Spritze, und meine Spielbstinenz.

Mein aufrichtiger Wunsch: einen Ort zu finden, an dem ich in Ruhe und Frieden danken kann. Dafür brauche ich ein G2 in meinem Impfpass, denn dafür bracht es eine Eisenbahnfahrt. Ich sehe meine realen Ziele vor mir, die weiterführende Arbeit an mir selber, auch in der Stille einer "offenen Kirche" Dann werde ich auch unbesorgt mich wieder dort einfinden können, wo ich Erfahrung, Kraft und Hoffnung in Gemeinschaft teilen kann. Gestern kam eine Einladung dazu, für ein großes Präsenzmeeting an Himmelfahrt, dahin will ich schauen.

Sorget nicht für Morgen ...
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 19 Januar 2022, 18:51:34
Es hat natürlich alles gut geklappt, und es ging alles Blitzschnell. Eben habe ich per QR meinen digitalen Impfausweis neu gescannt, und es fühlt sich alles gut an. Ich war eigenlich nur nach dem Mittagsschläfchen etwas benommen, die Arzthelferin mahnte: "Immer alles in der Ruhe!!

Das ist somit mein Tagesmotto.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 21 Januar 2022, 18:08:35
... war kurz beschrieben die Pastorin zu Besuch. Ich war relativ gelassen, wußte, was mein Kern gerade ist, und dahin dahin ging die seelsorgerische Hand.
Ich mag es jetzt nicht in allen Details auslegen,
sas Gesräch war wirklich sehr zufrieden stellend.

Ich habe nunmehr wieder eine kleine gewisse Reiselust,
einfach wieder etwas erleben.

Danke von Herzenh
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 22 Januar 2022, 10:26:55
... habe ich mir auf meinfoto.de einen Trinkbecher gestaltet, und das Produkt gleich bestellt. Es ist eine Antwort auf das Seelsorgerische Gespräch Gestern Vormittag.

Ich will sagen: die Botschaft ist, Glaubenssachen nicht hinaus zu posaunen, sondern im Herzen zu bewahren.

Also ich argumentiere entweder so:

"Ich bin spielfrei, und nun kriegt ihr mal den Arxch hoch, es auch zu schaffen"

oder ich gehe in die Stille:

"Ich bin Dankbar Heute spielfrei sein zu dürfen, und wünsche mir, in  dieser gewonnene Zuversicht umsorgt Leben zu können".

Das Gut, die Spielfreiheit, kann ich nur erhalten, indem ich sie mit anderen ebenso Betroffenen Menschen teile.
Warum es reicht, einfach nur dabei zu sein, können mir Ärzte, Therapeuten, Seelsorger in die Ohren brüllen, nur wenn ich dem auch vertraue, bin ich bereit.für ein Neues Vertrauen.

Einen Tag zur Zeit. :) ;) 8)

Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 26 Januar 2022, 09:39:40
.... wird es so langsam friedlich - in mir. Ich habe mir ja einen neuen Trinkbecher bei meinfoto.de bestellt, mit einer Anregung, mich nicht über alles aufzuregen, also auch nicht, wenn meinen Mitmenschen ein Splitter im Auge plagt. Die Konsequenz daraus liegt ja im Baumarkt in Balkenform bereit!

Es reicht aus, wenn ich mich um meine Angelegenheiten kümmere. Wenn gleich ein gelb/rot/schwarz gekleideter Mensch an meiner Haustür klingelt, wie begegne ich ihm? Darf er aus dem Becher, wenn er ihn mitbringt, in Ruhe einen Kaffee trinken? - Gewiß, denn ich wünsche mir ja eine Wohnstube der Kommunikation und des Beisammenseins. Durch die Pflege lerne ich ja , mein Heim gemütlich zu gestalten.

Der Becher ist wirklich wie beschrieben angekommen. Mittags sehe ich mir oft Videos auf youtube an , letztens im Logistikbereich (blauIweiß) , und ich bin zwar noch traurig, daß ich meinen Beruf als Spiditionskaufmann nicht mehr ausüben kann, oder in Vergangenheit - ausüben konnte, das Herzblut aber ist mir dennoch geblieben.

Menschen auf Augehöhe zu begegnen, das ist so einfach, sich aber zu positionieren überflüssig .

Einst trug der Sohn des Zimmermanns seinen Balken auch nicht den Berg hoch, bevor er sich setzte ... Gut, daß ich mit der Pastorin über dieses Thema gesprochen habe.

Nun aber zur Fußpflege, aber das ist ein anderes Thema

Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 05 Februar 2022, 09:47:17
... beschäftigt mich etwas, daß schon 1 1/2 Jahre zurückliegt: Ich war in der Herzkatheterklinik der Medizinischen Hochschule, und hatte dort einen stationären Termin zur Pulmolarvenenisolation. Der behandelnde Oberarzt erwähnte in der Besprechung, daß erst eine Magenuntersuchung, und danach der Eingriff erfolgen sollte. Es war ein heißer Tag Mitte August 2000. Ich lag verschlaucht und verstöpselt im Zimmer. Ich mußte nüchtern bleiben, kein Trinken und Essen war erlaubt. Irgendwann, als ich schon am Verzweifeln war, kamen die Behandler, gaben mir ein direktes Schlafmittel, und später wachte ich auch wieder auf. Mir wurde mitgeteilt daß die Pulmolaren später dran waren, also warten, warten, warten. - Es tat sich nichts, Gar nichts. Doch plötzlich ging die Tür auf, eine Schwester erschien, und fragte freundlich, ob alles in Ordnung wäre? Ich war nicht freundlich, gebe ich zu. Wenn ich wütend bin, teile ich das auch mit, bin aber immer bedacht, keinen Zorn und schon gar keinen Groll mit einzubauen. Eigentlich ging es mir ja gut, aber das Warten bedeutet für mich , daß die frühkindlichen Störungen, des Alleingewerden lassens, der Arwertungen, der Verwerfung hochkommen. Das konnte ich in aller Ruhe reflektiren. Ich hatte auch lediglich Hunger und Durst, und es war Spätnachmittag, und über 30 Grad warm. Die Stationsärztin eilte persönlich mit einem reich beladenen Tablet herbei, und brachte das Gewünschte. Dann erklärte sie mir den Sachverhalt: Die Magengeschwüre & Co sind zu belastend, und müssen medikamentös vorab behandelt werden, bevor  die Herz - Lungen - Vene behandelt werden kann. Bei der Visite der Ärzte an meinem Krankenbett war ich wohl noch im Schlafzyklus. Vor der Nacht kam die Schwester rein, hielt mir einen bitterbösen Vortrag über Anstand und Benehmen, und versorgte mich alsdann. Ich blieb ruhig, Durst gestillt und satt. Am nächten Morgen kam eine andere Schwester, baute sich vor mir auf, die Hände in die Hüfte gestemmt, und kämpfte so damit, mir die Schwere und Würde ihres Beruffs beizubringen. Es fehlte lediglich nur noch die gelbe Schnur unter der rechten Schulter, Veteranen wissen, was ich meine.

Soweit die Vorgeschichte:

Ich frage mich nun immer wieder , warum ich mich gegen diese Ansagen, die ohne praktisch nachvollziebren Argumenten auf mich einprasselten, mir stillschweigend gefallen ließ. Habe ich nicht für mich gesorgt? Hege ich noch Rachegefühle? Bin ich immer noch der Versager, der Trottel? Die Ärztin gab mir ja die Antworten, die ich mir wünschte, es war also alles in bester Ordnung, für mich war das Thema durch, als ich Antwort und Abendbrot erhilt.
Gestern war ich in einem Zoom - Meeting für Co - abhängige Menschen. Eine ähnliche Situation wurde beschrieben, auch mit der Auswirkung, der Fäuste in der Hüfte. Ich dachte an mein Helfersyndrum, und wie es mir erging, wenn meine Kandidaten für Hilgeempfang nicht parierten. Das Helfersyndrum erlebe ich ja nun als extrem egoistisch, welange ja quasi Aufwertungen von denen, die am Boden liegen, nur damit ich im hellen Lichte stehen kann. . Ich nenne es , mein Spiel mit den Menschen, meine allerschlimmste Sucht!

Warum Heute dieser Spiegel?

Gestern war eine Dame vom MDK bei mir zu Besuch. Es ging um eine Beurteilung meines Pflegedienstes. Dazu bin ich willkürlich ausgelost worden, wie nett! Die Pflegedisponentin meinte, ich solle alúf alles Fragen mit ja antworten. "Na warte" erwiderte ich ihr, (wir duzen uns) Und es kam, wie es kommen mußte. Sie, die Disponentin verplapperte sich dei der Intimpflege, und dann - sprang ich rüber zur Pflegedusche. Die Gutachterin jubelte, als ich von der Intensivdusche erzählte geradezu. (Ein kleiner Blick auf mein anderes Furum, als ich hart kritisiert wurde, als ich die Pflegedusche in Anspruch nahm), sie ist Heute für mich der Highligth, und hilft mir nicht nur körperlich, auch aus der Depression.

Die Nähe von Menschen auszuhalten, und mich dabei nicht zu verlieren, das ist reale Arbeit für mich, immer einen Tag zur Zeit. Mit positiver Zuwendung umzugehen, ist Schwerarbeit, ich muß - ja dann aufhören zu kämpfen. Ich glaube nicht, mich vervorgetan zu haben, um die Beurteilung des Plegedienstes zu manipulieren, sondern fühle, daß ich bei mir bleiben konnte. Die Gutachterin war zufrieden, und ich auch.

Mein alter Pastor hat mir einmal das Wort "Befriedigend" ausgelegt. Ein Wort daß Frieden beinhaltet, und Zufriedenheit schafft.

So wurden ja auch an meinem 68. Geburtstag 2020 zur Feier des Tages, meine Pulmolaren vereist. Heute habe ich keine auffälligen Herzrhythmusstörungen mehr, und die MHH - Herzkatheterklinik ruft von Zeit zu Zeit an, ob alles in Ordnung wäre. Darüber freue ich mich wirklich sehr.

DANKE.


An Wochenende kommen Pflegerinnen oft später, mache mir Sorgen, also gleich anrufen, nicht wegen der Strümpfe, sondern wegen Blutdruck - eben Herzensangelegenheiten

Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 10 Februar 2022, 09:08:19
... hat gerade das Telefon geklingelt: Hallo, "Microsoft - Sicherheits - Firma", eine junge weibliche Stimme mit Akzent. Eigentlich bin ich darauf innerlich vorbereitet, doch nun zögerte ich erst einmal. Dann doch gleich den Hörer auflegen, bevor noch der Verstand einsetzt. Es gibt eben Dinge, die sich nicht mit Intelligenz regeln lassen, sondern der Stimmung seiner Gefühle.

Das wichtigste hier ist Prävention, und noch einmal Prävention, der Geist will geübt sein. Um 11:00 Uhr haben wir Gedächtnistraining im Genossenschafts - Treffpunkt. Dort kann ich Herrschaften treffen, die von "Enkeln, Wasserwerkern und Polizisten" angerufen werden. Auch wenn mein Name noch in keiner Relevanz zu meinem Alter steht, habe ich einen Pflegegrad, der Umgang mit Geld erfordert. Deshalb, und wegen anderem war ich Gestern bei der Pflegestation. Das Alleinsein ergibt keine Sicherheit.

In diesem Sinne viele Grüße nach Antalya und La Valetta, - oh' wie schön ist Panama  8) :o :-\
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 11 Februar 2022, 09:39:19
... bin ich knatschig aufgewacht. Gut ins Bad zu gehen, und sich frisch zu machen, die Zähne muß ich gleich noch putzen.
Trotzdem - ich habe an den Blues gedacht, den ich hier in mein Tagebuch eigeschrieben habe, und das klingt immer noch nach Weltuntergang:

Also: der Lieblingsehrenbürger meiner Heimatstadt hat einen Job im Aufsichtsrat eines Russischen Gaskonzerns inne. Er kritisiert offen die Politiker der Ukraine, als Aggessoren, und seine Anhänger hören sich das alle huldvoll an.
Es ist doch nur allzu rechtens , wenn er als großzügiger Mäzen eines Kirchenfensters auftritt.  Gottlob gehört er nicht der niederen Kaste unserer Gesellschaft an, die unter der Armutsgrenze leben. Daß dieses hier 16,1 Mio Menschen betrifft, ist ja sein Hauptverdiest, - was soll das alles: Im Bad habe ich mir symbolisch versucht, den Balken aus dem Auge zu ziehen. Nein, ich möchte nicht geil darauf sein, in der Zeitung zu stehen, ich plane aber , in der Passionszeit auf den hinteren Kirchenbänken Platz zu nehmen, weil Passion - und Diät halten, - bei mir ja nicht funktioniert! Also auch ich suche nach etwas, mich und meinen Genius irgendwie auszudrücken, ich will ja gesehen, wahrgenommen, wertgeschätzt werden. Mich demnach in die letzte Reihe zu setzen, kann ja dann auch den Wunsch nach Abstinenz beinhalten. Ein Blick zurück in die Spielstätte: als mir eine 100er einlief, bin ich aufgestanden, habe Freudentänze veranstaltet, war eben endlich mal jemand, der auf der Gewinnerseite stand. Vor 3 Tagen habe ich einem Freund von der Scham erzählt, beim Spielen entdeckt zu werden, also wenn mich jemand aus meinem Bekanntenkreis am Automaten gesehen hat, sofern ich nicht schon so einsam war, um überhaupt mit anderen Menschen zu reflektieren.

Wenn ich morgens an den Rechner gehe, ist zuerst Onlinebanking dran. Ich habe derzeit so viel Geld auf dem Konto, wie zuvor noch nie in meinem Leben, und der Papierkram der Behörden sagt: Es ist in Ordnung so. Ich brauche ja immer wieder Menschen, mit denen ich mich über finanzielle Dinge austauschen kann. Bei aller gegebenen Korrektheit gehöre ich nun nicht mehr den 161 00 000  Menschen an, die früher die unteren 10 000 genannt wurden. Die Zeiten ändern sich halt.

Ich denke an den Obdachlosen, der auch im Winter kurzärmlig mit Sandalen durch die Innenstadt zieht. Habe ihm schon einmal Geld in die Hand gedrückt. Symbolisch wünschte ich mir, es wären belegte Brötchen. Ich will meinen Blickwinkel von meinem Stolz abwenden, und mir diesen blöden Balken aus dem Auge ziehen lassen.


Nur du alleine schaffst es, aber du schaffst es nicht alleine  ;)
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 27 Februar 2022, 10:09:35
.... denke ich über manches nach, und habe noch mein Frühstück zwischen den Zähnen, und ich will daheim am Gottesdienst teilnehmen. Aber Gestern war ich wieder unterwegs, wahscheinlich aus dem Grunde, weil ausnahmsweise einmal die Sonne schien, und andernseits, weil ich mich nicht in Sachen Weltgeschehen und Depression verliere.

Hier bei uns wird gerade darüber diskutiert, unserem Lieblingsehrenbürger die Erhrenbürgerwürde zu entziehen. Daß jener auch wirtschaftlich umdenken muß, liegt an den Zeichen der Zeit. Als ich noch Langzeitarbeitsloser war, wen hat das gejuckt, daß ich Hartzt IV - Betroffener wurde? Ich sitze hier, sortiere irgendwie meine Beine, die Athritis nimmt fürchterlich zu, und ich muß nächte Woche viele Ärzte besuchen. Die Arztpraxen haben ihre Telefone ja nur noch auf Papier oder auf der Homepage angegeben, sonst ist ja nicht mehr zu verwenden, es sei denn, die Musik in der Warteschleife entspannt. Also, wenn ich in der Warteschlange der Patienten an der Arztrezeption stehe, und mich irgendwo vor Schmerz und Leid festhalten muß, ist das dann so, wie in der Schlange beim JobCenter , als der erwähnte Lieblingsehrenbürger mir das Recht auf Arbeit verweigerte?

Alter Groll kann zu Auseinandersetztungen führen, und wenn diese keinen Boden haben, zu Persönlichkeitsstörungen, und diese wieder in Traumwelten hinein. Dank Dir, Tagebuch kann ich explitiert darüber schreiben, wie großartig ich noch die Welt verändern kann! Es funktioniert, wenn ich den König auf seinem Planeten ansehe, der über die Sterne herrscht. Der Kleine Prinz hat sich jedenfalls schnell davon gemacht, kam zum Trinker und dann zum Eitlen... Danach hat er sich ja auf seine Rose besonnen, eben auf das Wesentliche, daß dem Herzen verborgen bleibt. (Antoine de Saint Exupery)

Ich bin müde nach Hause gekommen, Gestern Abend, vom Bahnhof aus die Taxe genommen, ich wollte effektiv vor der Pflegerin daheim sein, und so geschah es auch. Danach hatte ich mein Online - Männer - Meeting, wie jetzt jeden Samstag Abend, (tut mir Leid für Olli, mich nicht aufteilen zu können), und ich habe etwas sehr Wertvolles über die Konstillation zwischen Spielsucht und Esssucht erfahren. Aber als Antwort habe ich dann mir selber sagen können: jedes Treffen in der Selbstfilfe ist für mich ein Weg aus meiner Störung, aus meinem unverarbeiteten Groll, ist ein Weg des Friedens, und wägt so tief, wie das Herz eines geliebten Kindes.

Ein Blick auf die Uhr, mir noch die Zähne schruppen, der Kopf ist gewachen, die Gedanken werden durch die frische Luft und Vitamin D klarer, nur mein Computer quält sich noch mit seinem Virenschutzprogramm. Der Support sagt: "Neuinstallation",
vielleicht sollte ich auch einmal innehalten und umdenken, eine Pause kann den Verstand schärfen.

Danke
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 04 März 2022, 09:26:18
... bin ich hin und her gerissen, weiß nicht so wohl was ich will, und ob ich überhaupt etwas Sinnvolles anfangen will. Ich könnte hinaus fahren, fotographieren, Fotosammlung zusammen stellen. Ich denke an den einen Kalender am Küchenschrak: Rechts ein großer blitzblank renovierter Raddampfer, rechts eine hoch aufragende Kirche mit zwei Türmen, und in der Mitte ein kam zu erkennender Fluß. Ein Fluß, der durch die Mitte Europas fließt, und sich als mächtiger Strom ins wilde Meer ergießt. Ein Fluß, der Sehnsüchte weckt, und immer wieder neue Ziele aufzeigt. Leider gibt es auf dem Weg - per Eisenbahn - einige Baustellen, so eine wichtige Brücke, die gesperrt ist, wegen Renovierungsarbeiten. Nur Samstag hat dort in der Stadt angekommen, das Eisenbahnmuseum auf, und ich bin neugiering dorthin zu kommen, weil ich ja etwas im Leben kennen lernen will.

Gestern habe ich einen Mitarbeiter vom Support der Anti - Viren - Firma angerufen. Er hat mir per Fernübertragung das Programm neu auf meinen Rechner installiert. Das hat mir Sorge gemacht, und das sagte ich ihm aus. Ich schaute während des Vorgangs auf seine Web - Adressen, und er schickte mir eine Bestätigung, die ich im Postfach des Anbieters ablegte. Ich habe immer noch Schiß vor Hacker - Angriffen. Die Attacken liegen zwei Jahre zurück, aber, die Bedenken beziehen sich auf Gespräche mit der Kripo/ Cyberkriminalität. Da war es kein Wunder, daß die Staatsanwaltschaft mir mitteilte, daß mein Strafantrag verworfen wurde, weil die Angreifer nicht zu ermitteln sind. Der Beamte meinte, die Konsorten sitzen in Kirsigstan, also Zentralasien. Ich bedankte mich abschlißend bei dem Admin, und sagte ihm eine sehr gute Rezession zu.

Irgendwo im Forum habe ich einmal gelesen, daß Fußballspiele der 2. Liga in Kasachstan manipuliert werden, zugunsten der Wettmafia, ich habe mal im Fernsehen eine Reportage gesehen, wie in Macao eine Jugendmannschaft aus Südostniedersachsenr mit ein paar Hundert € - Scheinen geködert wurden. Wie unermesslich groß ist Asien? Wenn in der Rumänischen Provinz Spezialisten damit beschäftigt sind, Westeuropäische Rechner zu hacken, um diese Objekte dann der Russen - Mafia anzubieten, dann wundere ich mich eigentlich gar nicht mehr. Ach ja, das Forum: viel Hin und Her mit Abbuchungen und Rückbuchengen, nein, ich will es nicht werten, keinen Anwalt arbeitslos machen, denn Hilfe tut Not!

Blöd ist eben nur, daß wir hier die Spielsucht nicht verworfen werden können, Im Gegenteil, wenn sie nicht behandelt wird, wird es so gefährlich, als wenn man mit Kanonen auf Atomkraftwerke schießt. Es gibt in der Spielsucht keine Gewinner., der Spieler kann nur verlieren, weil er verlieren muß,

Was ich mir wünsche, ist mehr Solidarität. Ich bin in einer kleinen Selbsthilfegruppe. Wir wollen für Menschen dasein, die noch unter der Spielsucht leiden, das ist unsere Hauptaufgabe. Wenn wir die Aktivitäten der Sportwett - und Casino - Betreiber verfolgen, verlieren wir wieder einmal, wie gehabt.. Dieses Mal wohl Empathie, die Zeit, den Raum für Begegnungen, das Annehmen, Verstehen. Das jetzt jeden Tag zu tun, ist eine gewählte Passion von mir, 90 Tage, 90 Meetings. aber was mir wichtig ist, ich will nicht das Chaus um mich herum ändern, ich will nur verstehen, ich will diesen einen Tag, der mir bleibt spielfrei genießen, und keine Scham vor Gestern mehr haben, und keine Angst, was der morgige Tag mir bringen wird.

Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel, und es fühlt sich an, als wäre ich in einer friedvollen Welt.

Danke
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 05 März 2022, 09:41:48
... habe ich das Wort "Waffenruhe" gelesen. Es gibt mir ein Stück Frieden zurück. Ich habe online in der Zeitung gelesen, Berichte vom Rundfunk, bin auf Spendenaufrufe gekommen (wieviel Geld habe ich an einem Abend dumpf in eine Blechkiste geschmissen, und tschüss) - wieviel bringt es, wenn ich nur einen kleinen Betrag spende? Es gibt mir Frieden zurück. Schritt für Schritt,

Ich plane, mich gleich, in 45 min. in ein Arbeitsmeeting einzuwählen, in meiner Selbsthilfegemeinschaft. Da freue ich mich alle Quartal wieder drauf, habe (vor Corona - Pandemie) mich ca. 180 km auf den Weg gemacht, um da präsent teilzunehmen, und Heute per Zoom.
Heute Morgen habe ich die Einladung gelesen, das Thema ist "Bereitschaft". Ich bin 69 Jahre alt, bin XX Jahre spielfrei, bin 100% Schwerbehindert, und habe "meine 5 Silbersäcke erwirtschaftet". Wenn ich mich auf mein "Faulbett" zurücklehen, bin ich schon in der Sucht angekommen. Es geht darum, den Tag mit Leben zu füllen, weil die Nacht zuvor mir die Endergie durch guten erquickenden Schlaf gegeben hat.

Auf meinen Küchenschränken habe ich meditative Texte angepinnt, die oben stehenden, erzählen von einem Bergspaziergang, und einem abendlichen Weg in ein Hotel. Zu erstem bin ich in der Zeile: "Schaut die Lilien auf dem Felde, sie arbeiten nicht, sie spiennen auch nicht" - und es macht mich wieder neugierig, wie diese überleben können. Die Lilie soll ja die Blume der Liebe sein ?

Ich habe mich sehr, sehr lange mit dem Thema "Pathologischer Narzissmus auseinander setzten müssen, ich habe bei mir geschaut, mich getraut, mich im wertfrei im Spiegel zu betrachten, habe Augenhöhe zu anderen Menschen gefunden, brauche niemnden mehr wertend in Schubladen stecken, sondern sie als meinen gegebenen Zeitgenossen zu betrachten. Natürlich gibt es Menschen, die das Schicksal härter getroffen hat als mich, leider. Das Verstehen, das Annehmen, das Akzeptieren, bildet wieder die Grundlage zum für mich schwersten Wort der Welt: "Loslassen"

Als Gestern in den Nachrichten berichtet wurde, daß in der Hauptkirche meiner Heimatstadt ein umstrittenes Kirchenfenster nicht installiert wird, habe ich allerdings in der Menge laut und vernehmich "Gott sei Dank" gesagt. Darauf habe ich gewartet, gehofft, und Danke liebes Tagebuch, daß Du das, mich - ausgehalten hast.

Nun aber schnell Zähneputzen, im Zoom kann ich ja in die Kamera lächeln.. ;D
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 10 März 2022, 09:41:37
.... war die Nacht wieder von so manchem kleinen Gang unterbrochen, aber immerhin, nachdem die Geschäfte erledigt waren, fiel ich wieder in Schlaf, der Grübelzwang blieb draußen vor.

Ich träumte, ich wäre an einem großen Bahnhof in Süddeutschland, alles proppenvoll und schon spätabends, hatte im Zugabteil einen Platz gefunden, um dann festzustellen, daß ich im falschen Zug saß, und Eile geboten wäre, den richtigen zu nehmen. Ich floh aus dem Abteil, ließ mein Jakett am Haken hängen, suchte auf der Rolltreppe nach meinem Ticket, mußte aber unbedingt den Zug nach Hannover. Im Abteil sah ich noch einmal in meiner Tasche nach, vergeblich. Der Zug fuhr a, die Zugbegleiterin rückte an, sprach mich freundlich an, aber sie wollte das Ticket nicht sehen, "Dann wird sie dafür wiederkommen", und dann erinnerte ich mich an meinen Schwerbehindertenausweis, in der Hosentasche. Damit könnte ich mich legitimieren , ein Ticket nachzukaufen, ohne den Verdacht der Schwarzfahrerei zu erwecken. Die Zugbegleiterin kam wieder, wieder ein paar nette Worte, keinen Fahrschein vorgelegt, und auf einmal war ich am heimischen Hauptbahnhof.

Die Pflegerin meine Heute Morgen, nach dem Blutdtruck messen, ich sollte mehr gelassen bleiben, mir nicht wieder Streß machen zu müssen. eben, weil der SIS Wert ziemlich hoch war.

Ich muß meiner Ex - einen Brief schreiben,
ich muß Gruppenfreundin anrufen, wegen Neuanschaffung von Küchengeräten,
ich muß Gruppenfreund anrufen, wegen Kauf und Aufbau eines Bockspringbetts,
ich muß Wassergymnastikfreundin anrufen, wegen mittelschwerer Athrhose,
ich muß Freund anrufen, ob er noch lebt? (vielleicht liest er diese Zeilen)?
Ich muß noch die Zähne putzen, und dann zum Gedächtnistraining gehen, bevor ich das vergesse,

An einem Küchenstuhl hängt ein Einkaufsbeutel mit der der Ansicht eines Turms, daneben die Buchstaben SAW. Ich weiß, es gibt noch gangbare Wege für mich, und solange noch Strom durch die Leitungen fließt, kann ich bereit sein, das auch zu nutzen. Alternativ kann ich die Buchstaben HBS einsetzten, auf den Weg dorthin gibt es zwei Türme, viel freies Feld, und 10 km  später wird eine Kleinstadt erreicht, die aber eine Straßenbahnlinie hat, und so steht es geschrieben, daß Schwerbehinderte dort gratis fahren dürfen.

Liebe Grüße und Träume von Frieden
Andreas

Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 11 März 2022, 10:00:06
.... denke ich darüber nach, welche hoch attraktive Weltstadt den allerschlimmsten Hauptbahnhof hat? OK, da hab' ich auch schon nach einer durchzechten Nacht auf der Bank der Gleisanlage meinen Rausch ausgeschlafen, der Stadt habe ich ein Kapitel meiner Lebensgeschichte gewidmet, in dieser Stadt habe ich vor meiner Spielsucht kapituliert, und aus dieser Stadt habe beziehe ich meine Klamotten und auch mein Computer kommt daher, oder aus einer Kleinstadt in Sachsen - Anhalt?

Es passiert gerade vieles, und viele Menschen sind unterwegs, manche kommen am Messebahnhof - Laatzen an, und niemand zweifelt daran: Wir schaffen das! Was bleibt uns sonst übrig? Die Apokalypse, naja, auch wenn des siebente Siegel schon aufgebrochen ist? Eine Offenbarung ist das gerade nicht, aber wir können uns auf den Weg machen. Wie der Ehrenbürger meiner bescheidenen Messestadt, der in eine andere Weltstadt reiste, nur um ein nettes Gespräch mit seinem alten Freund zu führen.

Miteinander reden bringt viel, oft sind es nur kleine Gegensätze. Es gibt leider manche Projektionen im Kopf, die böse Scheinwelten erzeugen können. Was hilft wirklich? Es gilt doch zu gucken, ob in manchen Differenzen es Kompromisse gibt, Es ist doch ratsam zu schauen, was ferner die Folgen von Veränderungen sein können, wenn wir sie gemeinsam betrachten, und jede, jeder seine Qualitäten, seine Fähigkeiten einbringt, um Erfolge, also Fortschritt zu bewirken. Die Traumwelt indeß verlangt nach Perfektion, nur blöd, weil Perfektionismus aus übersteigertem Stolz, sprich Egoismus geboren wurde.

Ach ja, die Spielsucht: Es wäre schön, wenn ich - sie abstellen könnte, wenn ich die Wege und Mittel dazu hätte, aber ich habe diese nicht! Ich kann mir nur Mittel und Wege suchen, um Einen Tag zur Zeit nicht zu Spielen, also sitze ich jetzt hier bei Sonnenschein am Rechner, weiß nicht was, warum ich schreibe, aber es hilft dem Kopf, wieder zur Ruhe zu kommen.

Ja, ich habe noch Wünsche in meinem Leben, Bahnhöfe zu finden, die Lust aufs Reisen machen, Bahnhöfe, die sich ändern, weil Menschen sie bevölkern, weil Menschen Ziele pflegen, um Leben zu können. Ich denke an eine Kleinstadt im Ostharz, mit einem fast zusammengebrochenen Schuppen im Hintergrund des Bahnhofs. Wenn dort eine "Ludmilla" durchbraust, denke ich, geht die Welt unter, aber das Dach bewegt sich nicht, vielleicht hat es seinen Tiefpunkt erreicht.

Bahnhöfe lassen sich wieder aufbauen, Lokomotiven bewegen Züge, die Menschen eineinander näher bringen, leider öfters in Verzweiflung, aber auch um Frieden zu finden. Ich habe noch Ziele, konkret denke ich an die Vierlande, am steten Fluß meiner Sehnsucht, ein steter Weg meiner Genesung, ein Weg mit so vielen wunderbaren Begegnungen,

Muß ich nicht in alle Richtungen sehen, umsichtig sein, wenn ich den Weg der Gensung einschlagen will? Ich brauche noch nicht einmal ein Gutmensch sein, dieses Ziel brächte einen Narzissmus mit sich, nur in diesem Spiegelkabinett fühle ich mich nicht wohl.

Gerade klingelte das Telefon: 003....? Vielleicht die "Microsoft - Service - Firma? Wie verhalte ich mich nach Präventionsveranstaltungen? Bin ich immer noch kleingläubig, will ich es imer noch besser wissen? Meine Erfahrung sagt mir ja gerade, daß ich den Verbrechern, hier den Hackern, ins Netzt gegangen bin. Also was kann ich tun? Einfach gelassen bleiben, , am Beispiel, den Hörer gar nicht erst aufnehmen, es geht ja nicht um Pflichterfüllung, es geht ja darum Freude und Freunde für das Leben zu finden und zu beherzigen.

Zu Gestern:

Der Brief an meine Ex - Frau ist geschrieben und ich habe ihn in den Briefkasten gelegt,
ein Treffen mit der Freundin im Elektrofachgeschäft ist vereinbart,
3 Anrufe konnte ich nicht erledigen, keine Angst, ich habe kein Call - Center in Antallia,
und die Zähne lassen mein Lächeln wieder durchscheinen.

Ich wünsche allen einen friedlichen heutigen Tag, frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel

Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 13 März 2022, 10:41:34

Nur eines: Der Tag, an dem ich vor meiner Spielsucht kapituliert habe: es war Samstag Mittag, ich war in einem Botanischen Garten, dh. ich habe mich dort wiedergefunden, nachdem einige Zeit ich keine Bewußtseinsfähigkeit mehr hatte. Also, ich wußte nur, daß ich panische Angst vor einem Rückfall hatte, wohl nicht gespielt hatte, auf einer Bank saß und hemmungslos weinte. Ich bin dann aufgestanden, durch einen historisch ehrwürdigen Park spaziert, hatte vorher an einer Telefonzelle versucht, jemanden aus meiner Selbsthilfegruppe anzurufen, vergeblich, Händys gab es damals noch nicht, und es war Bilderbuchwetter. Ich erreichte einen sehr großen Fluß ....


... erfreue ich mich an meinen für dieses Jahr zusammen gestellten Kalenders. Es zeit Motive an einem großen Fluß,, der manche dramatische und auch schöne Geschichte schrieb. Das Kalenderblatt für März zeigt einen Schaufelraddampfer, auf trockener Wiese aufgebockt, dahinter die Silluette eines mächtigen Doms, und dazwischen kann das Wasser des Flusses nur erahnt werden. Dort auf der alten Eisenbahnbrücke zu stehen, und sich ins Bewußtsein rufen, daß an den Ufern des Flusses die Welt in Ost - und West geteilt wurde. Leider eine bittere Realität, die aber bis Heute nachwirkt.

Da ist ein kleiner murmelnder Bach, der in einen der großen Europäischen Ströme mündet, eigentlich bedeutungslos, aber - ein dorthin zugereister Musiker ging dort gerne spazieren, nahm die Laute, das Plätschern auf, bewahrte es in seinem Hirn, und asl er sein Gehör verlor, und ertaubte, komponierte er seinem Gehör ein Abschiedslied: "andante molto mosso", vielleicht noch der Hinweis, der Vater des Musikers war ein alkoholkranker Geigenspieler, der diesen seinen Sohn habtod schlug, als er eine Klaviervorführung vermasselte, mit der der Vater sich profitieren wollte, und seinen Alkoholkonsum finanzieren wollte, Zugegeben, auch hier geht meine Sehnsucht hin, dort spazieren zu gehen.
Dann ist da noch ein noch größerer Strom, ein noch größerer Dom, und dort im Kirchenraum habe ich folgendes erlebt: ich ging zu einem Kerzenaltar, der funkelte vor lauter Lichtern, vor mir einer Gruppe schwarz gekleideter Frauen, die sich umdrehten, ich bekam meinen Schrecken, der mich in eine Totenstarre zu bringen scheint, zitterte innerlich , und sah in das Gesicht einer Ordensschwester, ich weiß es immer noch nicht, nie habe ich ein schöneres Gesicht gesehen, als von dieser Ordensschwester, exotisch und voller Liebe. Ich habe und kann meine Zeit als Heimkind einer Katholischen Einrichtung nicht vergessen, aber in diesen insteren Tunnel hat klar und deutlich ein Licht geschienen.
Später fuhr ich über die meist befahrene Eisenbahnbrücke Deutschlands, ich bin ja Eisenbahnfan, und wünsche mir, Brückenbauer zu sein, nahm in einer Kleinen Stadt an einem Grillabend teil, und ging nächsten Tag an einem kleinen Bach mit dem Freund spazieren, der an diesem Tag Geburtstag hatte, und das ist kein Gesülze,

Eigentlich wollte ich "Die Bürgschaft von F.Schiller hier einbringen, aber Vorsicht, ich habe sie auswendig gelernt. :P

... und glaube an Liebe und Treue!

Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 15 März 2022, 09:20:11
.... bin Heute meinem Psychomenschen. Wie verquicken sich Athrose und Seelenseben, miteinander,
welche Gedanken pflege ich , wenn ich im stillen Kämmerlein kolikartige Schmerzen habe?

Lieber über das Thema "Pathologischer Narzißmuß" debattieren,

nee dem Wladimir wünsche ich nicht diese Kämpfe auf dem Bello, sondern wie allen anderen auch:

Einen friedvollen Tag
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 16 März 2022, 10:18:22
.... nein, Gestern habe ich gelesen, daß unser "Lieblingsehrenbürger" meiner Heimatstadt seine Ehrenbürgerwürde zurück gegeben hat. Mein Weg Gestern Nachmiitag führte vom Elektrohändler , wo ich mir einen neuen Herd und einen neuen Kühlschrank kaufte, zu unserem Gruppenraum, nahe der Marktkirche. Ich dacchte, noch fix in die Kirche zu gehen, eine Kerze anzuzünden, aber die Kirchentür war geschlossen. In meinem Nachbarschaftstreff habe ich gehört, daß auf dem linken Türflügel ein Panzer abgebildet ist, und intuitiv schaue ich mir dies Relief immer wieder hat. Die rechte Seite bleibt den frommen Symbolen vorbehalten...

Also die Kerze: habe ich immer noch Groll und Zorn gegen einen Menschen, den ich eigentlich gar nicht kenne, der lediglich mir durch eine missratene Agenda 2005 verboten hat, wieder in Arbeit zu kommen, und sich anstatt dessen mit billiger Polemik das Thema abgehakt hat. Warum eigentlich? Als Arbeitsloser konnte ich so viel Lernen, was mir auf meinem Arbeitsplatz als Kaufmännischer Sacharbeiter nicht möglich gewesen wäre..

Meine Antwort lautet schlicht und einfach: Ich bin kein "fauler Sack" und ich bin kein "Sozialschmarotzer", und ich bin kein Ehrenbürger, ich komme eben von "Op dat fiedele Dörp", das ist der Stolz meines Lebens, der Ort, an dem ich geboren bin, mit dem ich verwurzelt bin, ob sich dieser Ort in einerm Bereich von Kiesteichen, in einem "Ehrenhof, oder nur in der Kapelle darin spielgelt, das Freizeitheim mir Nahe liegt, wie das Seniorenzentrum, dort zu sein erdet mich

Ist Stlz eine Form von Überheblichkeit, oder ist Stolz ein Festung, die das tiefe Innere im Herzen bewahrt?

Die Antwort lässt sich finden. Nun aber los, die Physiotherapeuten wollen mich wieder quälen, da brauchts keinen "Pathologischen Narzissmus" für,

Das Leben darf auch Spaß machen.

Laß krachen, Lanister  8)
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 18 März 2022, 10:37:35
... bin ich ziemlich genervt,  habe aber meinen Pott Kaffee vor mir, und glotze nicht mehr sinnentleert auf den Bildschirm. Heute stehen ja noch einige Dinge an, die erledigt werden wollen. Am meisten freue ich mich auf die Pflegedusche, und wenn ich ann nicht entspannt einschlummere, auf das Zoom - Meetings abends, eben mit Menschen, die es lernen wollen, in harmonischen Beziehungen zu leben.
Jedenfalls klingelte das Telefon, ich war gerade dabei, Kühlschrank und Herd frei zu räumen, zwischendurch noch Haferflocken anzurühren, den Kaffee noch im Hinterkopf, da klingelte das Telefon, die Eletrofuhrleute sind gleich da, die Pflegerin noch nicht zu sehen. 0 min später, es klingelt, die Pflegerin, draußen hält ein Lieferwagen, ich sagte der Pflegerin, wir müssen ins Schlafzimmer, da die Küche gleich der Eletrrowirtschaft dient. Es klingelt wieder, schnaufend kommen die Fuhrleute hoch, und fragen gleich, ob der Kühlschrank abgetaut ist? Die Pflegerin war mit den Zehenkappen und den Fersen der Stützstrümpfe im Kampfeinsatz, und ich verwies auf das Kaufgespräch: Kühlschrank bitte am Montag abholen! Die Blutdruckmessung geschah im Rhesessel in meinem Wohn - Schlafraum : 145/ 85 , na ja, Tabletten hatte ich ja schon geschluckt, der eine Techniker wollte gleich den neuen Herd an die Stelle des alten stellen, ich verwies erst freundlich auf den gut 20 Jahre währenden Schmutz, es sagte, er hätte keine Zeit. Die Pflegerin überflog kurz die gewünschte Einkaufsliste, leider konnte ich die Vorabzahlung mit ihr nicht mehr regeln... sie entschwand und versäumte dadurch, daß ich meine Stimme anhob. Der Fuhrmann gönnte uns 5 Minuten Pause, und ich staunte, wie viele Rühllöffel sich im Verborgenen hielten! Dann zeigte mir der Mann am Herd zwei Rechnungen, welche wohl für mich wäre? Ich entschied mich für die günstigere, und dunkle Wolken taten sich in meiner vollgestellten Küche auf. Die Jungs hatten definitiv den falschen Herd hochgeschlepp, also zurück marsch - marsch. Merke: Eile mit Weile, das Telefon klingelte, ich ging nicht ran, konnte später je zurück wählen. Darauf hin erhielt ich die korrekte Rechnung, holte meine Scheckkarte raus, das ging reibungslos, fuhr den Rechner hoch, sah daß mein Konto sehr gut aussah, genoß Kaffee und Flocken, versuchte den Elektroladen anzurufen, vergeblich, das Telefon kklingelte wieder: Die Gemeindesekträrin der Kirche fragte ob sie mir den Schlüssel für das Gemeindehaus bringen könnte, Sonntag habe ich Kaffeekochdienst! Ob ich es schaffe, meine Helferinnen, die ich ja wegen Schwerbehinderung brauche, telefonisch zu erreichen? Aber die Sache mit den Babysachen für die Ukraine , ich müßte mich gleich auf den Weg machen, brauche ja noch Geld für die Pflegerin, andernseits wollte ich schauen, ob ich den Filter für die Waschmaschine leeren kann. Das Problem und dessen Behebung habe ich in einem Video gesehen. Die Frage ist nur, komme ich so weit runter, um an das Abflußrohr der Waschmaschine zu gelangen? Immerhin habe ich noch Bodenwischtücher, - richtig, wir müssen wieder Vorräte anlegen.

Vielleicht hätte ich mir den ganzen Blues hier ersparen können, wenn nur die Fuhrleite zur vereinbarten Stunde erschieen wären, mein Mangel an Struktur wird wieder in mir wach. Darin findet sich die Laune, etwas zynisch, aber das Schreiben hilft. Das Älterwerden hat nicht nur seine Schattenseiten. Das Lenen macht auch Spaß, als Rennt - ner

Jetzt noch die Pötte auf dem Balkon schruppen, oder im Schwabenland nachfragen, ob es dort günstige gibt.

Bis denne  :) 8)
 
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Olli am 18 März 2022, 11:05:50
Ich hätte da ein paar größere Tonblumenpötte für draussen, doch es braucht um die 5 h Fahrt bis zu Dir.
Und dann die Spritpreise ... :)
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Ilona am 18 März 2022, 11:29:33
Lieber Andreas,

Manno, da hast da schon einiges erlebt heute morgen. für den Rest des Tages ist dann wohl Entspannung angesagt.!

LG Ilona
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Wolke 7 am 30 März 2022, 18:03:23
........dachte ich an unseren Hamburger Jung hier,als ich dieses Lied hörte.... .

https://youtu.be/IN21QWak4lA

LG Wolke
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 01 April 2022, 10:44:28
Hallo ihr Lieben,

es geht mir den Umständen nach besser. Gerade mein linkes Bein äußert sich sehr vielfältig: mal ein wenig taub, dann drückender, später stechender Schmerz, Kribbeln, Taubheit. Ich fürchte, daß das im Ersatztteillager schon recherciert wird, wenn ich den Orthopäden recht verstanden habe. Aber - gleich meine Bettwäsche auf den Boden bringen, das ist gut für die Durchblutung!

Lieber Olaf,

die Pötte in allen Ehren. Wenn Du nach Hannover finden magst, dann wäre das eine Option. Aber alles hat seine Zeit, und jeder Tag hat seine Stunden. Ich bin ja immer noch am Umräumen. Heute sah ich mir Chefsessel vom "Schuppen Haldensleben", an, 150 KG + Traglast, mit Einschlafautomatik. Na ja, ich liege Coronabedingt noch - unter der Höchstgrenze, aber wenn ich die Lebensmittelpreise anschaue, jedenfalls habe ich noch Haferflocken und Hafermich mit Blaubeerjoghurt. Also alles völlig lecker.

"men sana in corpere sano."
 8) ;D
Nun habe ich meinen Computer genug geärgert, das Haushaltsbuch ist geführt, die Emails sind gescheckt, so wie der Otto - Katalog.

Der Schneefall hat nachgelassen, ich werde meine Beine dann wohl noch auf Trab bringen.

Liebe Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Ambivalenzforscher am 05 April 2022, 11:26:22
Lieber Andreas,
habe gerad einige deiner Tagebucheinträge gelesen und bin teils sehr gerührt. Du schreibst mit Herz, das fühle ich in deinen Worten. Danke dass du mit uns einen Teil deiner Lebensgeschichte teilst.

Alles Liebe
Chris
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 08 April 2022, 09:09:53
Hallo Chris,

Von Herzen Dank für Deine Rückmeldung. Ich freue mich, daß Du m ein Tagebuch liest, und etwas für Dich mitnehmen kannst.

Liebe Grüße
Andreas
I
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 08 April 2022, 09:55:21
... habe ich einen Anruf vom Pflegedienst erhalten, ich sollte den Hausarzt aufsuchen, meine Kranken - Ersatzkassenkarte durch den Scanner jagen lassen, und das bis spätestens Montag besorgen. Ich habe gleich beim Doktor angerufen, und weil ich noch Hautreme brauche, die auch bestellt. Die Frau vom Arzt meinte, ich solle mit dem Anliegen zum Hautarzt gehen, und ich erwiderte, daß der Hausarzt, ihr Mann, mir die Weiterbehandlung mit der Salbe nahegelegt hat, und ich die beim Hausarzt per Rezept bestellen könnte. Ich wurde etwas lauter, und lagte der Arztgattin, ich wollte nicht 1 1/2 Jahre warten, bis ich einen Folgetermin beim Hautarzt habe, wegen Hautkrebsuntersuchung, d.h. wenn ich beim Pflegedienst einen Termiin zum Hautarzt anmelde, hätte ich Chancen, den auch zeitnah zu bekommen. Das Medikament, also die Salbe, könne auch per Privatrezept bestellt werden, so der Hautarzt, aber, da ich ja eine Befreiung von der Zuzahlung habe, sehe ich das auch nicht ein. - Wollen die Bürokraten in Wuppertal sich neue Paläste bauen, nee, völlig egal, ich mag nur nachts nicht auf einem blutigen Kopfkissen rumliegen!

Es ist Aprilwetter, ich habe akuten Bewegungsmangel, eigentlich wußte ich... habe Gestern nach Tagesfahrtoptionen nach Sachsen recherchiert, weiß aber nicht, ob vor oder hinter Niederdodeleben Bäume auf den Gleisen liegen? Dann , bei dunklen Wolken, dachte ich daran, mir auf meinfoto.de schon profilatkisch einen Kalender mit dem Thema "Ostharz" zu erstellen, zur Zeit (2022) glänzt das Wasser der Elbe an Tollerort auf dem Kalender. Einfach wieder konkret etwas konstruktives tun!.
 Ich warte gerade auf einen  Chefsessel, den  ich mir aus Hamburg - Bramfeld  bestellt habe. Vielleicht hat das Kalenderblatt mich motiviert? Egal, am 07. Mai 2023 muß ich früh nach Hamburg, ein Arbeitsmeeting der GA , Region Nord.
Ich weiß ja, daß Meetinngs in einer Selbsthilfegruppe es bringen, aber Arbeitsmeetings bringen Genesung. Also nur zu, und nach 2 1/4 Jahren Abstinenz von meiner Lieblingsstadt freue ich mich auch wirklich darauf!

Ja, wenn ich etwas um die Ohren habe, geht es mir gut, dann werde ich kreativ und lebendig, und wenn es nur der Schorf an der Schläfe ist, andernseits könnte ich ja auch gemeinerweise den Begriff: "mittelschwere Arthose" erwähnen. Frau Arztgattin geht zum selben Orthopäden wie ich auch...Als "genesener" Spieler sei mir Groll und Zorn ferne, als Therapieerfahrener weiß ich, daß meine Wut mich auch konstruktiv beleben kann. Noch ein Massagegerät in den Mund stecken, (aus Karlsruhe), ach ja:

Das Rentnerleben, wie angenehm lässt es sich darüber plaudern.
Ich habe in den Bestelldaten nicht lesen, ob der Chefsessel eine Schlafautomatik hat? Aber, irgendwie kann ich ja mal eine ruhige Stunde finden.

Jeden Tag eine Klaviersonate hören das ist mein Konzept. Das Brahmshaus in Hamburg habe ich ja schon besucht, nach Bonn, da muß ich noch mal hin.

Die kleinen Ziele sind es, die den Weg bereiten, und wir gehen ihn nicht alleine.

In dieser Hoffnung
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 10 April 2022, 10:38:01
... bin ich ausgeschlafener. Das Schmerzmittel wirkt, und ich möchte gleich zur Kirche radeln. Ist genau noch die strecke, die ich passabel bewältigen kann.

Ich bin in Gedanken bei Suchtmitteln, also so in etwa: "Was macht der Staat, denn das Glücksspiel existenzzerstörerisch wirkt. Sollte nach GG für Freiheit und Eigenverantwortung für das Glücksspiel gestritten werden, oder ähnlich , wie die Impfplicht, die Menschen durch Spritze in den Arm, vor der Spielsucht geheilt werden? Ich durfte es ja persönlich erleben, daß ich meine Spielabstinenz in allerhöchster Not nur durch Hingabe, also nach dem Ausbruch des Schreies, für mein Leben, erhalten habe..

Wenn ich auf meinem Balkon 5 blättrige Grünpflanzen , mit eigenwilligem Geruch züchten wollte, stände alsbald das SEK bis an die Zähne bewaffnet, vor der Tür. . Das gibt dann ja auch Schutz, in der Exicutive, aber auch vor der Exicutive?

Jede Sucht, die das größte Schamgefühl erzeugt, ist die peinlichste, die gefährlichste Sucht überhaupt.

Ich bin polisüchtig, aber es gibt nur eine Scht, bei der ich mich frei von anderen Meinungen und Dünkeln hinkien und danken, kann diesen einen heutigen Tag in Abstinenz Leben zu dürfen.

DAch ja, ich will ja gleich losradeln, die Gonarthrose drückt auf die Knie, aber Bewegung tut Not.

Jetzt ist die Woche, in der ich innerlich zur Einkehr finden mag, aber es geschieht nur, wenn sich Geist, Seele und Körper bewegen. :)

Nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glückssiel,

one day at the Time.

Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 22 April 2022, 09:42:40
... bin ich nicht allzu panisch, nach dem Lesen der Nachrichten im Web. Account. Es geht ja eben um mein Motto: Einen Tag zur Zeit leben. Mein Fußpfleger meinte Mittwoch zu mir, ich sollte mal wieder nach Hamburg fahren. OK, wenn das der Podologie hilft. Na gut, ich gucke in meinen Terminkalender, am 21.Mai 2022 muß ich ja schon nach Hamburg, es sei denn, unsere Erde hat aufgehört zu existieren, das siebente Siegel ist zerbrochen, die Apokalypse nimmt ihren Weg.

Meine gängigen Meditationsbücher heißen:
"Für Heute, "Stimmen der Genesung, "In diesem Moment" und "Einen Tag zur Zeit".

Nun gilt es, danach zu leben, Im M;ai habe ich ein Arbeitsmeeting, das mich durch Pflichterfüllung in die schöne Stadt treibt, früher war es die Sucht, aber immer - die Sehnsucht. Gestern habe ich Fotos gesichtet. Ein Bild, es zeigt eine Ansicht aus dem Eisbrecher "Stettin" im Museumshafen Ovelgönne, mit Blick über die Elbe nach Altenwerder hin, links groß die Verladekräne und sonst ein weiter Fluß... Die Stimmung, die folgte hat mich fast niedergeschlagen, und ich bin damit direkt auf die Seite: meinfoto.de gegangen, und habe mir das Bild als Aufdruck für eine Kuscheldecke bestellt.

Es geht aber nicht darum, die Decke über den Kopf zu ziehen, und wie die 3 Affen: "nichts hören, nichts sehen, nichts sagen", sondern es gibt ja Argumente, die mich und vielleicht auch andere Menschen in das Leben zurück holen können.
Ich nenne einmal ein Buch, in einen blauen Umschlag gelegt und vertrieben, daß das Blau des Himmels verbildlichen soll. . Muß man religiös sein, oder kann man Agnostiker sein, um es zu lesen können, und verstehen zu können?

Persönlich gesehen habe ich in der Adventszeit noch darüber nachdgedacht, aus der Kirche auszutreten, was selbst in meiner Zockerzeit mir als Frevel erschienen wäre, aber den die Pfaffen , nein keinen Groll, keinen Zorn mehr pflegn. Ich rutsche immer wieder in meine Hartz IV Zeit ab, mit den blöden "Bewährungspraktikums" anstatt dem Recht auf Arbeit.
Nun bin ich ja Rentner, habe noch kleine ehrenamtliche Tätigkeiten, freue mich wieder darauf, das Kirchencafé bedienen zu können, und am breit werdenden Strom den Himmel frei betrachten zu können, und nach der Urheberschaft eines blau gebundenen Buches meine Erkenntnisse wiederzugeben, und das auch wieder in Präsenz!,

Einen Tag zur Zeit
Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 28 April 2022, 10:55:58
An diesem heutigen Tag,



ich versuche einmal , mein Tagebuch hierher zu bewegen, wohl möglich, weil dieses hier mein Leittread ist, und ich mir ziemlich sicher bin, keine Begeisterung für meine kleinen Ausflüge erhaschen zu wollen, sondern diese nur dazu nutze, um zu Leben, und mich des Lebens zu erfreuen.

Daß, und wenn Wunderwerke geschehen, es liegt nicht in meiner Hand, sonst wäre es jetzt hier gerade etwas friedlicher, oder?



Ich bin dem Spielen und meiner Destruktivität gegenüber machtlos, und ich brauche das Werkzeug "Schreiben" , um mir eine Tagesstruktur zu bewahren.



Aber was, wenn ich keine Ziele mehr habe?



Vor ein paar Jahren bin ich im Sommer in eine Kleinstadt in die Altmark gefahren, habe dort meine Fotos gemacht, und wahrscheinlich auch meine Eindrücke festgehalten. Am kuriosesten fand ich einen alten Wasserturm, nähe Bahnhof, auf dem großflächig Werbung für ein Café aufgemalt war.

Nun denn, wenn ich Fotos mir auf den PC ziehe, dann gehe ich mit der betriebseigenen Software , also dem Fotoprogramm darüber, das entspannt mich, und ich werde friedlich und freue mich darüber. Dann habe ich mal eine Anzeige für Fotogestaltung (auf Kissen, Decken, Tassen, Taschen , Kalender etc. gelesen, mich gleich eingeloggt, und losgelegt. Zugegeben, meine Wohnung ist dadurch wesentlich farbiger geworden, und der Wasserturm - wurde auf eine Einkaufstasche gedruckt, und mir gelefert. Ich dachte daran, diese einer Nachbarin zu schenken, die aus der Kleinstadt in der Altmark stammt, mag sie sich doch an ihren Rollator hängen. Ich weiß, die Dame kauft für viele Menschen hier in der Straße ein, ist aber selber schwer krank, und lässt sich in ihrem Handeln und Tun nicht beeinflussen. Sie hat ein "loses Mundwerk", und das kommt im Nachbarschaftstreff gut an. Also wenn es ihr Freude macht, dann noch - von Herzen - einen Beutel dazu, dort bei ihr , ist er besser aufgehoben, als auf der Lehne meines Küchenstuhls.

Die liebe Frau schwärmte für Baumkuchen , aber explizit aus ihrer alten Heimatstadt, in der Altmark, ich hörte gut zu, und ich kann zuhören, (wurde mir von einem Geistlichen gesagt).

Samstag war Schönwetter, , ich war zerrissen, gerade, weil der Zielort des Regio - Espresses: "Hamburg HbF" hieß, und ich quasi immer überlege, die große Hansestadt anzusteuern. Aber, auf halber Strecke raus, umgestiegen, dort, in der kleinen Hansestadt angekommen, und am Wasseurm vorbei, mir den Weg in die Altstadt gesucht. Ich habe dabei mein Tempo verloren, immer wieder Halt, immer wieder fantastische Bilder vor der Linse, und RUHE...

Nach einer gewärmten Baguette am Rathausplatz, bin ich durch das Gewirr der Altstadtgassen gegangen, immer wieder innehaltend, denn jeder Schritt tut mir weh, dank Ischias. Daann kam das Café, eine Frau putze die Fenster blank. Um die Ecke rum war der Verkauf außer Haus. Ich ging hinein, , und bis die Verkäuferin erschien, war meine Nase so mit Duft erfüllt, es war wie in einem Blütenmeer. (Früher habe ich so gut wie keinen Geruchsinn gehabt, nun kann ich schon über Wohlgeruch und Gestank unterscheiden) Ich war der einzige Kunde, und wünschte mir in diesem Moment, die zu beschenkende Nachbarin wäre bei mir, dann... ich halte das Alleinsein kaum noch aus.



Montag war Märchenstunde bei uns im Nachbarschaftstreff. "Das kalte Herz" wurde gelesen. Ich denke dabei an einen verstorbenen Freund, der den Schwarzwald über alles liebte, und seine Bericht über das Gebirge, an dieses Märchen anlehnte.

Mit wenigen knappen Worten überreichte ich der Kaffeekocherin den nun mit Baumkuchen gefüllten Fotobeutel. Ich Reaktion brachte mir Beachtung und sehr viel Wertschätzung bei. Si sagte, ich hätte sie sprachlos gemacht. Aber bei der Frage nach Geld, kam ein deutliches NEIN von mir!



Ich kann immer noch keine klaren Zusammenhänge erkennen, ich hoffe nicht manipulativ aufgetreten zu sein, irgendwen zu nötigen, mich großartig darzustellen, zu prahlen, und um Affaire zu buhlen. Ich bin die ganze Palette der Destruktivität rauf - und ruter marschiert, aber - ich glaube wirklich, es einfach aus Lebensfreue heraus getan zu haben.



Ich plane noch eine kleine Fahrt, an den Osten Niedersachsens, zur Altmark hin, dort hat die Märchenleserin ihre Kindheit verbracht. In der Nähe befindet sich eine Fabrik für Metallverarbeitung. Wie ich nun eine Stellage mit Spezialrohren mit 1.100 KG in einen Einkaufsbeutel bekomme, weiß ich noch nicht, aber jedes Ziel bietet etwas besonderes, wenn ich mir die Zeit nehme, um das Staunen zu lernen.



Danke für das Teilen

Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 01 Mai 2022, 17:24:25
... bin ich wieder einmal mit meinen ollen Selbstzweifeln beschäftigt. Soll ich , oder soll ich nicht, reicht es nicht, die Decke über den Kopf zu ziehen, und die Welt sich selber zu überlassen.

Was mache ich mit dem spielsüchtigen Freund, der auf Whatts App von einem Rückfall schreibt, daß er wieder gespielt hat?

Ich kann erzählen, daß Spielsucht eine Geistige, Seelische Krankheit ist, die zum Herz - Kreislauf versagen, oder zum Suizid führen kann.
Die Selbsthilfegruppe ist stärker, als die Erwartung in einen Spielgewinn,
Ich kann mich entscheiden, meinen Weg sorgenfrei und im Vertrauen auf meine Vernunft zu gehen.

Es gibt möglichkeiten , zu schreiben, egal wie, mit Bleistift auf Papier bei Kerzenschein, oder hier im Forum,
ich kann auf Deutsch, Kurdisch, Arabisch schreiben, nur eines ist wichtig: es muß vom Herzen kommen,
Es gibt vertrauenswürdige Menschen, die das Geschriebene mit mir lesen,
ich bin nicht mehr alleine, und kann meinen Groll und meine Ängste loslassen, die mich in die Vergangenheit geprägt hatten.

So brauche ich keine Angst mehr zu haben, auf die Menschen zuzugehen, denen ich Schaden zugefügt habe, ich brauche dabei nichts mehr zu erwarten, weil sich Spielschulden bekannlich nicht zurück gewinnen lassen.
Ich kann mein Tagebuch schreiben, raus gehen, die Natur genießen, Sport und Entspannung  ausüben und geschehen lassen,
und betroffenen Spielern erzählen, es gibt einen Genesungsweg.

Das sind doch völlig einfache Schritte, die nicht nur mir geholfen haben, es funktioniert ja auch auf Türkisch, Polnisch, Englisch usw.

Gleich will ich mich in ein Zoom - Meeting einwählen, und kann erzählen, daß ich zum Kaffee nicht allesn Süßkram auffresse, der in der Schublade lauert, weil die Finger gerade die Tastatur bearbeiten.

Wenn ich in meiner Sucht bliebe, wäre mein Mund verstopft das Gehirn verfettet, der Magen übersäuert. Also schreibe ich, bevor ich darüber nachdenke, was Binge - Eating bedeutet. (Kommt aus Amerika) .

Also kann ich dem Freund erzählen, das Ausüben der Spielsucht schützt vor zwanghatem Essverhalten? Nee, als ich gezockt habe, gab es unisono Fast - Food. Den könnte ich mir Heute , auch ohne Glücksspiel kaum noch leisten.

Meine eine Pflegerin ist Kurdin, mir der spreche ich über mein - unser Essverhalten. Das ist spannend. ich würde den Freund gerne zu Mittag einladen, wenn er vielleicht dafür meine Fenster putzt, denn er ist sehr geschickt und gewandt, aber das Spielen blockiert die Begegnungen. Ich brauche einen sichereb Schutzraum vor dem Glücksspiel, und habe es lernen müssen, mich von Menschen, die noch Spielen fernzuhalten.

Ich kann dem Spieler, dem Freund nur sagen: er möge weiterspielen, bis er tot über dem Zaun liegt, oder einfach von dem Spieler erzählen, , der im Juli 1990 mit dem Intercity in Hamburg - Altona einfuhr, der wußte daß an beiden Hauptausgängen Spielhallen waren, und in beiden Hallen war sein Lieblingskasten. - Im Botanischen Garten Klein - Flottbek bin ich wieder zu mir gekommen. ein irrsinniger Schmerz bis zur Bewußtlosigkeit, dann unter Tränen konnte mein Leben beginnen.

Ich habe mich damals dem Glücksspiel entzogen.

Ich lese gerade hier Lebensgeschichten. Bitte, wenn ihr das hier lest, schreibt es auf, es ist so kostbar, und es ist immer wieder ein Spiegel.

Gerade rief noch die Freundin von der Esssuchtgruppe an, wollte sich entschuldigen. Egal, ich weiß, daß ich micht jetzt gleich an das Zoomen mache.

Nur für Heute
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 09 Mai 2022, 09:48:47
Heute Morgen war ich im Gesiste in einer Stadt, in der man folgendes machen kann: vom Flughafen aus mit dem Taxi in die überfüllte City fahren, ein Hotelzimmer in der 35. Etage buchen, durch die einzig geschwungene Straße der City schlendern, mit dem Fahrstuhl auf die Aussichtsterrasse eines monströsen Hochhauses fahren, in ein Museum der Modern Art gehen, und dort schauen, ob sexistische Kunst ausgestellt wird, mich zur Central Station bewegen, und mit einem berühmten Zug Richtung Nordwest davonbrausen.
Naja, einmal die 7. Avenue langschlendern, ob dort Mädels auf nen Job warten, auf der 59.Bridge nach einer Sehnsucht nach Ferne und Weite nachsinnen, die 110 th lang spazieren, schauen, ob es zwischen den Menschen noch Mauern gibt, um mich schlußendlich zur Subway zu bewegen, in U - Bahnzug den Streckenplan verfolgen, um damit den Strand zu erreichren, den die Warrier sich als Ziel erwählten.

Da sind so viele Träume dabei, die sich nicht (mehr) realisieren lassen, aber auch Träume, die in Musik gefasst wurden. Was bleibt mir, außer meiner Traurigkeit, im Bewußtsein, nicht der sein zu können, der ich gerne wäre. Was sagte der Herr, der Position zu den Grenzen zwischen den Menschen kommentierte:

"I had a dream" .

In diesem Sinne
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 10 Mai 2022, 10:58:00
... Gestern - bin ich im Nachbarschaftstreff gewesen. Jeden Montag Nachmittag ist Märchenstunde. Gestern wurde der Schluß von Wilhelm Hauff s "Das steinerne Herz" gelesen.

Märchenstunde, das heißt, ich sitze in dem Dämmer des Nachmittagschlafs im Raum, halte mich mit 2 - 3 Bechern Kaffee wach, und aktiviere meine Kaumuskulatur, eingedenk der Keksschale auf dem Tisch. Der Kaffee war gut, aber mit dem Kekseessen wollte auf einmal nicht meht funktionieren. Ich schaute zum Fenster raus, das lekte mich nicht ab, ich griff in die Hosentasche, blöd - kein Taschentuch, ich hielt die Hand vor Augen, wollte nicht gesehen werden, und unter keinen Umständen den Raum verlassen.
(Ich möchte nicht über Textpassagen schreiben),
ich dachte aber an einen verstorbenen Freund, der den Schwarzwald liebte, und Texte zu diesem Märchen in einem Rundbrief schrieb. Velleicht war das sein Erbe, seine Hinterlassenschaft. Ich denke daran, als wir einmal eineinander geraten sind, und ich nicht verstanden habe, wie sehr er sich um einen Freund sorgt, den er lieb gewonnen hatte. An diesem Wochenende erlebte ich den Freund, sich verbal selbstverletzend.. Es war im Spätsommer 2008. Ich habe damals nicht eingegriffen, habe ich sich selber beleidigend zugehört.
Was kann ich noch tun, was sagt mir das Märchen Heute.. Es gibt vier Buchstaben:

H A L T
Hungry, Angry, Losed, Tired, ,

Ich dachte auch noch an meine Geschiedene Frau, der Tag, als ich sie mit dem Peitschenstiel umgebracht habe, - aus Geiz - oder aus Groll, oder einer Liebe, die keine Liebe ist?

Ich hasse mich, wenn ich mich ertappe, daß ich mich über andere Menschen stelle, wenn ich mehr Schein als Sein haben möchte, und wenn ich das nicht erreichen kann, dann brülle ich meine Lebensangst heraus. Am liebsten im Wals, es kann gerne der Deiter oder der Ostharz sein, ich muß mich ja nur auf den Weg machen.

Sonntag habe ich meiner Geschiedenen - einen Brief geschrieben. Sie ist in Trauer, weil ihr Bruder verstorben ist, und teilt mir ihre Trauer mit. Nach unserer Scheigung war ich froh, als ich hörte, daß sie sich Hilfe und Zuwendung von ihrem Bruder, einen Facharzt wünscht, und diese auch bekommen hat. Ich konnte ihr einen Kondulezbrief schreiben, das var nach Weihnachten. Ich habe von ihr nun Antworten erhalten, und so schreiben wir uns wieder. Diese Kältemauer , ist sie durchbrochen?

Was würde ich dem Freund - hoch über dem Feldberg - erzählen. "mich hat die Stelle im Märchen gepackt, als der Peter seine Frau mit der Peitsche getötet hat, aus Habsucht, ober Bösartigkeit, oder weil er nur ein Herz aus Stein hatte"?  "Ich habe Dich, E. damals in Not gesehen, und ich dabe da gestanden, wie ein Felsbrocken, weil ich Angst hatte, die zu konfrontieren, konstruktiv, wie ich es in der Klinik gelernt hatte.

"Ich brauche nicht perfekt zu sein, und ich nehme mich an, in meiner Stärke"!

Warum sehe ich da immer noch imaginäre Risikoleitern vor mir? Gestern irgendwo im Fernsehen, eine Melodie aus den 1980er Jahren: "Major Tom, völlig losgelöst" ich habe sofort den Automaten vor mir gesehen, der diese Muslk gedudelt hat,
aber die Aussage des Liedes:
https://www.youtube.com/watch?v=Q_iW4AgFxsI

Hier probiere ich das Netz aus, in einem Link, solange der Hass das Internet nicht blockiert. .

Die Antworten auf meine Fragen kann ich mir selber ofn nicht alleine sagen, sie werden mir von anderen gegeben. Auch - wenn ich mich gerade "linkisch verhalte, zu blöde dafür bin, wenn ich nur als Taugenichts durch die Welt laufe, und ... dahin gehen soll, wo ich hingehöre".

Irgendwo ist hier eine Baustelle, ist Lärm, es rumpelt in mir. Das Telefon klingelte. Ein Freund kommt Heute Nachmittag vorbei. Nach Fußbodenbelägen schauen, damit ich nicht ins Stolpern gerate. Danach fahren wir gemeinsam in das Meeting. Ich freue mich schon darauf, die Pflegerin weiß bescheid, ich bin nicht mehr alleine.

Heute Morgen im Bad habe ich über einen Halbsatz sinniuert: "Sorget nicht für euer Leben" Ich habe einen Wunschkandidaten, mit dem ich darüber sprechen möchte, er ist Akademiker und "Meister" seines Faches. . Ach was, bei Kaffee und Keks wird sich schon jemand finden, ich brauche mir da keine Sorgen mehr machen.

One Day at the Time
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 13 Mai 2022, 10:08:21
.... kam meine Pflegerin zum Frühstück. Nach der Behandlung klingelte ihr Telefon, und sie führte das Gespräch in Polnischer Sprache. Es klang gut und positiv, und nach dem Telefonat erklärte sie mir den persönlichen Zusammenhang des Telefonats. Wir kamen zu dem Thema: Verständigung zwischen Polen und Deutschen im Grenzbereich. , über historische Grenzen, Völkerwanderung, über Vertreibung und Flucht, aber auch den gegenseitigen Verständnis. Dabei habe ich Worte gebraucht, die in unserer Gesellschaft polemisch gebraucht wurden....

Jetzt ist das Schamgefühl da.

Ich setzte mich gerade intensiv mit meiner Co - abhängigkeit zusammen. Diese ist die Wurzel meiner Spielsucht, und der Motor für mein Überessen. Ich bin in eine Gesellschaft georen, in der Vorurteile und Dünkel an der Tagesordnung waren, daß ich zB. in meinem dörflichen Stadtteil in meiner Kindheit einer unverständlich Aggession gegenüberstand, die ich nicht verstanden habe. Dieses Nichtverstehen (wollen) schürt Vorurteile und Dünkel.
So habe ich ihr, der Pflegerin zwei Schimpfwörter über Menschen genannt, die jeweil der Deutschen wie auch der Polnischen Nation zugedacht waren.
Später im Berufsleben, ich hatte einen Chef, der rechtspolemisch war, und dieses auch durchblicken lies, mußte ich mir immer wieder abgedroschene Parlen anhören. Mein Schweigen, und mein verständnisloses Lachen, (ic habe eigentlich nur über die Blödheit der Vorurteilsnehmer gelacht), haben mich aber in die Co - abhängigkeit getrieben.

13 Jahre vor meiner Geburt, auf den Tag genau, hat mir ein Pathologischer Narziß und Massenmörder eine Minute meines Geburtstags geklaut, nur eine Minute von 24 Stunden, eine Minute, an dem das Böse gesiegt hat. Es war morgens um 5: 45 Uhr. Wenn ich um diese Zeit früh wach bin, höre ich mir die Mondscheinsonate an, weil eben der Komponist derer keine Despoten und Tyrannen duldete!

Heute Abend ist ein Zoom - Meeting für Co - Abhängige. Ich weiß nicht, wie viele Meetings von Sucht - Selbsthilfegruppen ich in den 33 Jahren nach meinem völligen Zusammenbruch mit der Spielsucht besucht habe. Es werden wohl Tausende gewesen sein. immer Einen Tag zur Zeit. Es gibt Meetings, die haben sich ins Herz eingebrannt: Wir saßen zu zweit im Raum, hatten kein Thema, guckten uns an, da ging die Tür auf, ein Menn kam hinein, und teilte uns englischsprachig mit, daß er aus Polen stammte. Wir haben unsere Meetingsstruktur darauf hin so geändert, daß wir uns mit Schulenglisch , Händen und Füßen verständigen konnten, und die 1 !/2 Stunden gingen im Fluge dahin. Zum Glück haben wir von einem Freund erhahren, daß wir in Hannover eine polnischsprachiges Alkoholikermeeting haben, eben in dem Stadtteil, in dem ich aufgewachsen bin. Diese Adresse konnten wir dem Gast, oder doch Freund mit auf den Weg geben.

Wenn im fernen Rußland ein kleiner Diktator am Tag des Sieges so niedergeschlagen daherkommt, dann wirkt der Stachel der gestohlenen Minute, die um 5:45 Uhr bis Heute in seinem Land und in seinem Herzen. Heute ist ein guter Tag, die Sonne scheint, mal hinter einer Wolkendecke, machmal in ihrem vollen Glanz, aber sie scheint Heute 24 Stunden lang.

Und in schlafloserer Nacht einfach Sonata N'14 "moonligth" anhören,
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 24 Mai 2022, 10:29:38
.... habe ich leidlich feststellen dürfen, wie supertoll und fit ich eigentlich bin. Gestern Vormittag habe ich in mein anderes Forum, in dem ich meine Reiseberichte kundtue, einen ziemlich intensiven Beitrag geschrieben, die Zeit verrann, es war fast Mittag. Da dachte ich: Geh noch hinaus, fahr 'ne Runde mit der Bahn in die Stadt. Am Rotlichtviertel bin ich ausgestiegen, bin in einen Sexshop gegangen, habe nach einem Film (paartauglich) geschaut, und bin mit dem in der Tasche unbesorgt raus gegangen. Alles gut und schön, die Sonne schien. Da sprach mich ein Mensch in einem parkenden Auto an, ob ich eine Frau hätte: Ja? - "wo kommst Du denn gerade her, weiß das Deine Frau"? , war die Antwort. Ich dachte es war ein Flachs, dann meine der Beifahrer: "Ich kenne Deine Frau".. da sagte ich kurz: "Ist ja alles gut" und entfernte mich Richtung Stadtbahn. Erst da wurde mir Mulmig. Ich war ja im Rotlichtviertel gelandet, und das hat nun einmal viele Spielstätten, Bordelle, Spelunken, und hier am Patz direkt daneben, eine der bekanntesten Rockerkneipen Deutschlands. Unwillkürlich habe ich mir gedacht:" wenn die Angels" vor der Tür stehen würden, hätten die beiden Typen mich nicht angequarkt. Ich habe mir noch an der Stadtbahnhaltestelle überlegt, die Polizei anzurufen, aber meine Erfahrungen in Sachen Cyberkriminalität... Ich habe ja immerhin viel Prävention erfahren, bin also dabei aus dem Plot des Krimis ausgestiegen.

Nein, ich bin kein Opfer. Ich bin meinen Gedanken und Gefühlen machtlos, ich bin ein süchtiger Mensch. Sollte es sich hier um einen Erpressungsversuch gehandelt haben, konnte ich mich jedenfalls abgrenzen, ohne mich in der Angst gefangen zu fühlen. Die Schamgefühle kamen denn auch später ....

Ich möchte das Wort "paartauglich" hier nicht explizit erörtern. Es ist wohl das Zertifikat für die höchste Ästhetik in dem Genre. Wir haben auf unserem Polizeirevier eine junge Kontaktbeamtin. Ich habe sie als sehr aufgeschlossen erlebt, vielleicht ist das ein Weg mir das noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen, oder den Kriminaldauerdienst, Ich will aber nicht Hilfspolizist sein, ich will nur verstehen.

Nur für Heute
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 24 Mai 2022, 10:50:26
... habe ich das Polizeirevier angesprochen. Der Beamte sprach von "Schabernack" , weil keine konkrete Bedrohung vorlag. Ich sollte die Straße, und ich meine das Viertel meiden, weil es dort auch tagsüber keine Sichheit mehr gibt.

Ja, die Wahrheit sagt man sich nicht selber, sie wird einem gesagt.
Meine Selbsthilfegruppe trifft sich nur einen Katzensprung von dem Rotlichtviertel. Das habe ich im Bewußtsein, einen "friedlichen" Weg zu finden.


In Bezug auf aktuelle Leidensgeschichten hier im Forum: Vor über 30 Jahren hat es selbst in der Schein - und Unterwelt noch Charme und Lebensfreude gegeben, Wie hier jemand einmal schrieb: "zu dieser Zeit hat das Spielen noch Spaß gemacht. Die Flucht in die Online - Spielsucht wirkt hier aber gerade extrem abschreckend.

Es tut gerade gut, es hier niederzuschreiben.

Danke
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 29 Mai 2022, 09:51:38
..... habe ich gerade an die Stadtbahnlinie 5 gedacht, die über die Brück die Station "Am Magnitor" anfährt, und von der ich ein wunderbares Kalenderblatt habe, und ich dort vom Platz aus, auch Fotos von der "%" gemacht habe. Das ist eine reale Geschichte, die so weitergeht, daß ich die Straße zum Wasserturm weitergegangen bin, die Heute eine Gedenkstätte für Opfer der Nazi - Diktatur ist, , ein Ort, an dem ich still wurde, und dann anschließend zum DRK - Heim fuhr, und eine Gruppe Menschen sah, die sich auf dem Hof zusammen taten, um dort im Heim ein Meeting auszurichten. Mein Leben verläuft in vielen Bahnen, einige Wege gangbar, und führen zum Ziel, andere sind Holzwege, und führen in die Irre. Was würde es mir bedeuten, wenn ich in ein Museum für Kameras gehe, in einer Zeit, in der das Smart - Phone allgegenwärtig knipsbereit ist. Wie sah meine erste Fotokamerera aus? Einfach nur eine Frage, und nur von einem kleinen Spazierweg aufgeschnappt.

Was wäre , wenn ich mich als 99 jähriger Gruppensprecher auf den Weg machen würde, um Meetings in anderen Städten zu besuchen, und dabei meine eigene Gruppe zu vertreten? Diese Frage ging mir Heute Morgen durch den Kopf, sie beschäftigt mich geradezu. Es ist dann besser, das Thema, vor allem dem Roten Faden der Geschichte - zu finden. Heute bin ich ja erst 69 Jahre alt, also noch jung und frisch, (autsch mein Bein - der Ischias drückt doch), werde gleich zu meiner Kirchengemeine eilen, um dort Tee und Kaffee zu kochen. Vileicht kommt ja jemand zum Gottesdienst, und wenn, vielleicht sogar jemand den Weg ins Kirchencaf'e?


Heute Nachmittag ist ein Arbeitsmeeting meiner Esssuchtgruppe via Zoom. Es geht um die Frage, ob wir wieder in Präsenz gehen wollen? , (bei uns Stadtbahnlinie 17, Calenberger Esplanade) . Jedenfalls bin ich dort am 03.06.2022 don der STEP - der Drogenberatungsstelle zu einer Feer eingeladen worden, ich weiß ja, wie schön es ist, wenn jemand dazu kommt, und ich weiß auch, daß ich Polio - süchtig bin, und dieses auch offen bekenne.

Ich Danke der FAGS für alle Mühe und Zuwendung, die ich ja auch hier im Forum erhalte, ich würde mich freuen, wenn ich eine Zusage zum Interview der "ü60 - Spieler bekomme, das ist z.B. etwas, was mir der Schlüssel des Leitfadens meiner Geschichte ist. Noch brummt sie im Kopf, aber, das Motto heißt ja: "Gib es weiter".

schöne 24 Stunden

Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: Ilona am 29 Mai 2022, 12:28:46
Lieber Andreas,
wir haben keinen Einfluss auf die Wahl der Interviewpartner. Ich weiß auch gar nicht, ob das noch läuft. Frag doch am besten nochmal nach.
LG Ilona
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 30 Mai 2022, 12:36:02
Danke Ilona, für die Antwort. Ich habe einen Rückruf aus Bremen erhalten, und bin gespannt, was daraus wird.

Liebe Grüße Andreas
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 30 Mai 2022, 12:38:39
.... habe ich mich hingesetzt und den Rundbrief an meine Gesmeinschaft geschrieben. Ich bin wie immer  - danach angespannt, eben "meine ollen Selbstzweifel", aber auch froh, Gedanken und Gefühle zu Papier gebracht zu haben.

schöne 24 Stunden
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 01 Juni 2022, 10:11:11
Habe ich besonders über die Wechselwirkungen von Anti - Depressiva und Placebo nachgedacht. Ein wirklich Abebdfüllendes Thema, wäre ich nicht unter die Dusche gegangen, und hätte gesungen: (Er weckt mich alle Morgen, EG 452) Das Bewußtsein, ich tue etwas, was ich eigentlich nicht kann, aber außer mir 7 999 999 999 Menschen, läßt mich nicht verzweifeln, das Badezimmer ist für mich und meinen Körper ja besonders ein Schutzraum!.

Nun tue ich Dinge, die so unerlässlich sind: Terminkalender für den Juni aktualisieren, Haushaltsbuch für den Juni 2022 erstellen, Wäsche waschen, auf dem Balkon aufhängen, zur Physiotherapie gehen. Nur eben nicht im Trott, sondern im Bewußtsein, daß ja jeder Tag seine Plage hat...

Ja, es ist wichtig, sich auf den Weg zu machen, dem Rummel zu entfliehen, aber die Aufmerksamkeit für diejenigen, die es nicht so gut haben wie ich , zu bewahren, und meine Augen auf das Wesentliche zu richten.
Manches gelingt, ohne mich anzustrengen, aber wenn ich mich sehr abmühe, wird oft nichts daraus.

Ich denke an meine SHG, und bin dankbar für das Meeting Gestern Abend..
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 02 Juni 2022, 23:05:39
... bin ich trotz allen meinen Beschwerlichkeiten besser drauf, als zuvor. Ich denke das viele Mineralwasser hilft meinem Kopf wieder zum Funktionieren. 

Gestenr hatte ich ja den Termin beim Podologen verbaselt, Morgen hole ich nachträglich das LZE - Gerät vom Kardiologen ab, Kalenderfunktionen und Merkzettel alleine helfen nicht weiter, ich muß im Bewußtsein bei der Sache sein.

Gedächtnistraining ist für mich zu einem festen Bestanteil meines Lebens geworden, aber die Gelassenheit, zu verstehen, daß das so ist, wie es ist, das braucht noch Zeit. 3 X am Tag Novalgin - Tabletten (den Waschzettel habe ich in der Bahn gelesen) , soll mich daran mahnen:.

"Was machste denn den janzen Tach als Rentner."?

Mit Hilfe des Fotoanbieters mir einen Kalender erstellen, mit weitreichendem Notizraum..Als Fotomotive würfe ich entweder den Ostharz oder das Weserbergland wählen, es gibt ja auch gite positiove Erinnerungen.
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 06 Juni 2022, 09:44:08
... habe ich einen Text in meinem Meditationsbuch entdeckt, den ich einer Freundin zuschreibe, über die ich mich geärgert habe, und beabsichtige, ihr diesen zuzuschreiben:


Zugegeben, auf dem Text liegt ein Copyright, da will ich nicht eins nach den anderen ins Forum stellen. Die Wahrheit aber ist, ich habe mir in letzter Zeit viele Bücher gekauft, und nun liegen diese hier überall herum!
Heute kann ich mir meine Medienabhängigkeit eingestehen. Wieviel kostbare Zeit hat der Virus aus dem Juli 2019 gekostet, und wie viel Geld dazu? Also , wenn ich 3 Sicherheitschecks am Tag durchführe, das ist do völlig normal, denke ich?
Ich bin immer noch davon überzeugt, daß die Hacker von Russland aus agieren, natürlich auch in Mittel - Ostasien, aber in welche Hände das Geld, die Bitcoms wandern?

Realitäten erkennen, mein eigenes Ich wertschätzen, darum lese ich im Meditationsbuch. Immerhin, ich kann noch lesen. Aber ich schaffe es nicht mehr, ein Buch von vorne bis Hinten durchzulesen, das, was früher Gang und gäbe war. Die Nachrichten im Netzt agieren in einem Tempo, daß March 1 noch überflügelt. Da kann dann auch schon mal ein Russischer General bei drauf gehen, denn es schafft leider keinen Frieden.

Zum Glück lese ich gerade Lebensgeschichten von Suchtkranken, und diese lese ich via Zoom online, (leider) Samstag Abends, wir, die Gruppe mußten einen Konsenz finden, will ich das, oder opfere ich mich wieder für eine Aufgabe? Ich habe die Absicht, weiter online in der Gruppe zu lesen, und das nächste Buch beinhaltet: Körperbild, Beziehungen, Sexualität. Ich bin neugierig, ob und wie sich das im Benehmen einer Gruppe anfühlt, werde aber zuerst die Absicht der Gruppe kundtun, bevor ich meine Idee genial finde.

Am 03.06.2022 hatte ich eine Einladung der STEP, die Drogenberatung in Hannver feierte ihren 50. Geburtstag. Es war wirklich sehr interessant und Aufschlußreich. Gerade der Abgleich: Drogenprävention in den 1970 er Jahren und im Heute, Der Motor war die Gier nach Rausch, das wurde mehrfach bescheinigt.
Es fanden nach einem kleinen Imbiß Gesprächsgruppen bereit. Eine Gruppe hatte das Thema: "Spielsucht und Migration" , besonders für Menschen aus dem Russisch - sprachigen Raum zum Thema, aber - ich war Inhaltlich bei den Ambivalenzen der Digitalisierung. .

Mithin ist alles für mich eine bewegte Woche zuende gegangen, will sehen, wie die jetzige Woche wird,

Einen Tag zur Zeit



Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 10 Juni 2022, 18:52:16
.... nein Gestern war ich verzweifelt. Ja, ich wollte alle meine Probleme auf einmal lösen, war aber überfordert, als die Haushälterin mich ins Auto packte, und wir beie zum Discounter fuhren, und der Wochenendeinkauf war größtenteils erledigt! Dann gab sie mir ein Kochrezept auf, ich fing an mein Essen zuzubereiten, habe Gestern und Heute lecker Hähnchenschnitzel an Pilzen und Zwiebeln in Sahnesausse mit Reis gegessen, und die letzte Portion ins Gefrierfach getan. Sie hat sich über das obligatorische Foto des fertigen Menues auf Whatts App gefreut.

Ich halte es schwerlich aus, wenn jemand gut zu mir ist. Dann kommt die Angst wieder hoch: "was will dieser Mensch von mir, was erwartet er von mir, was ist wenn ich es nicht erfüllen kann"? Diese alten kettenklirrenden Sklaven, immer wieder gerne auf Schritt und Tritt dabei. Ich rief den Physiotherapeuten an, und bekannte, daß ich meinen Orthopäden geärgert habe, und er mir dafür ein Rezept ausgestellt hatte, damit ich einmal real den Schmerz spüre, nach dem ich mich ja so tief sehe. Das heißt, wenn der Therapeut Beine Knie, Füße biegt, dann tut es richtig weh, und - wir lachen beide darüber schallend. Das erleichtert so sehr, mich wieder in der Lebensfreude zu erleben, auch wenn manches wehtut.
Später rief ich die Pflegedisponentin an, teile ein Lob an die Haushälterin mit, und erbat mir von ihr einen Fixen Termin beim Augenarzt. Das geht normalerweise bei ihr sehr schnell. Aber, - der Termin mußte Onlie gebucht werden, und sie hatte Schwierigkeiten mit dem Menue. Zum Schluß die Erleichterung, der 04. Juli 2022, aber sie meinte, ich wäre doch in der Online Welt erfahrener! ähhh ?

Das Thema: ich kann meine Meditationen nicht nehr lesen, ich strenge mich an, die Augen schmerzen, Entzündungen treten auf.  Also bleibt mir nichts anderes übrig, und ist ja meinem Alter nach angemessen. Möglich, daß ich durch das Lesen der Meditationen nicht weiser werde, aber mit Brille könnte ein interlektueller Touch erreicht werden.

Das Leben geht vorran, ich freue mich auf meine Pflegedusche, und dann ins Bett - Eisenbahnvideo gucken, das geht noch... :D
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 15 Juni 2022, 10:48:18
.... der 3. Weltkrieg ist im Gange, und da kommen immer irgendwelche Schoten in den Nachrichtensendungen, die absolut nicht Lebensrelevant sind. "Wer hat wann was gesagt, und welches Urteil fällt das Gericht dazu. Der Kampf um die "Goldene Banane" ist im vollen Gange, und die Spendenbereitschaft für die Ukraine nimmt ab...

Zum Glück ist ja das Ahrtal wieder saniert, den Menschen in der Eifel geht es gutund wenn jetzt die Hitzewelle kommt, und die Taiga brennt, was juckt es den Moschus - Ochsen?

Gestern war Therapiestunde, irgendwie habe ich diese genossen. Ich möchte mich wirklich auf das Wesentliche beziehen. Vielleicht hilft mir das Versprechen:

"Glück stellt sich ein, wenn ich mit mir in Frieden lebe".

Kann man für 9 Euro nach Euskirchen fahren, um dort in der Nähe an der Steinbachtalsperre spazieren zu gehen? Für mich - ein spiritueller wichtiger Weg, ein Ort an dem ich Frieden und Genesung erfahren habe. Es brauchte kräftige Hände, Schweiß und viel Mut, die Staumauer zu bewahren, aber, wenn ich jetzt an der Küchenwand das Foto des Stausees anschaue, (Aufnahme im September 2007) dann werde ich friedlich, denke an die Menschen , die unter Naturgewalten und Kriegsgewalten leisen, denke an mein "erstes Spielgeld", frage nicht mehr nach Selbstverständlichkeiten, sondern nach Wegweisern.

Es ist gut, daß ich mit Menschen aus Osteuropa in Kontakt bin, daß wir Zeit zum Reden, zum Austausch finden.

Dafür brauche ich nur die Tür und das Herz öffnen.

Einen Tag zur Zeit
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 21 Juni 2022, 10:49:55
.... habe ich feststellen müssen, daß meine Waage womöglich unter Hysterie leidet. Si ist gerade so inkonsequent, wie ich auch, und eiert lieber rum. Also: mein Haushaltsbuch habe ich Heute geschrieben, das erleichtert mir ja den Tag, nun das 6 min Tagebuch wiederfinden, und einen Essplan schreiben. Das braucht dann allerdings auch Excel . Kenntnisse, weil ja verschiedene Tabellen miteinander verbunden werden wollen. Also zuerst die Einkaufsplanung, die Einkaufsliste. dann die "wenn,dann,sonst" Formel aus dem Lehrbuch ausgraben, um Fett - und zuckerhaltige Lenensmittel zu absorbieren. Ob das Verzeichnis des Stuhlgangs in der Pflegemappe bleibt, sollte erwoogen werden, , oder diese Tabelle importieren? Die Beweglichkeit will auch ermessen werden, nur vorher muß der Krankengymnastiker in Gute Laune versetzt werden... Auf jeden Fall ist es eine lohnende Massnahme, die ja zeitweilig den Naschzwang zum stoppen bringt.
Menschen mit Adipoditas haben in der Allgemeinheit zu 98% "schlechte Essgewohnheiten", oder "einen Mangel an Willenskraft", aber von den 2 % , die offiziell betroffen sind, akzeptieren die meisten Protagonisten dieses durchweg. Ist das ein Ausdruck von Hysterie?

Der Vergleich mit der Spielsucht dazu: 98% aller Spielhallenbesucher haben ein normals Spielverhalten, 2 % sind Pathologische Glücksspielsüchtige, so ein Herr Paul G, aus E, dessen Firma Marktführerin der Glücksspielindustrie ist. Das Fazit: Die zentrale Marge von 96% tendiert zu denen, die unter der Glücksspielsucht leiden. Hysterie oder Realität, was unternimmt die Wahrhaftigkeit. Ich möchte hier, in diesem Absatz, lediglich auf dieses Forum verweisen, Korrekturen sind Herzlich Willkommen.

Da ich in einer Region mit 1,2 Mio Menschen lebe, mußten demnach 24.000 adipös sein, und - von den 500.000 Spielsüchtigen im Land mit 83.240.000 Menschen, ergibt eine Quote von: 0,6 %, dH. in meiner Region = 7.200 Spielsüchtige Menschen geben. Davon sind ja 2 % Pathologisch.. = 144 Probanten.  . Hurra, ich bin beides. Irgendwo in meinem Papiermulsch liegt ein Brief von Zensus, ja das Pflegen des Terminkalenders braucht auch eine Verquickung in der Excel - Tabelle!

Heute habe ich eine Nachricht über Whatts - App geschrieben, (damit es alle wissen) , daß ich Heute in das Meeting meiner Selbsthilfegruppe kommen möchte, ob ich dort die anderen 143 begrüßen kann? Eher wohl nicht, die Nebenwirkungen von Corona...


Und Anschließend , ich habe den aufrichtigen Wunsch, auf die "Fete la Musique" , zu gehen. Die Pflegerin fing Heute Morgen in meiner Küche an zu tanzen, das nennt man Animation!  :)

In diesem Sinne

 >:( weiß jemand, wie viele Spielstätten es in Hannover, Garbsen, Langenhagen, Wedemark, Burgwedel, Isernhagen, Burgdorf - Uetze (!), Lehrte, Sehnde, Laatzen, Hemmingen, Pattensen, Springe, Wennigsen, Ronnenberg, Gehrden, Barsinghausen, Wunstorf, Neustadt (NRÜ), Seelze es geben mag  :P  Oasis vielleicht?

aber, jede Woche eröffnet ein angesagtes Burger - Lokal, das ist dann ja ein Trost , aber zuerst Hören und Tanzen  8)
Titel: Re: An diesem heutigen Tag
Beitrag von: andreasg am 24 Juni 2022, 14:26:50
.... bin ich tanzend um den Küchentisch gelaufen. Die Schrittfolge des Musikstückes kenne ich nicht mehr, aber der Rhythmus liegt mir immer noch im Blut. Ob das gut für meine Athrose ist?

Heute ist es 19 Jahre her, daß ich meinen zweiten Klinikaufenthalt in der Psychosomatik antrat, wie ich Heute noch denke - das härteste und das schönste Vierteljahr meines Lebens.

Nachts um 1 Uhr fuhr der Zug in Hannover Hbf ab, in Augsburg in den Regioexpress, in Ulm , den Regioexpress, und dann , kurz vor 9 Uhr zwischen 2 Städten im unteren Allgäu mußte ich raus. Meine Zigarettenschachteln waren leer, was soll ich mit einem nutzlosen Feuerzeug? Der Klinikbus kam alsbald, und ich bekam einen Rauchsponsor zur Seite gestellt. Nach 14 Tagen war der Rauchdruck verflogen. Das war das Äußere. Tief in mir hat sich aber alles geändert, das ist mein Gedenken. Ich habe Heimweh nach der Iller, Heimweh nach grünen Wäldern und Kühen auf der Weide, Heimweh nach Konfrontationen und Umarmungen. Das alles bei durchgehend 35 Grad C.

Nun steh ich wackelig am Tisch, habe dazu den Irischen Reisesegen gehört, und ich bin dankbar für das Geschenk meines Lebens und für 19 Jahre Rauchabstinenz.

Es lebe die Struktur