Glücksspielsucht => Tagebuch => Thema gestartet von: Peter Schmidt am 22 April 2019, 12:46:22

Titel: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 22 April 2019, 12:46:22
Hi!

Ich bin Patrick. Ich bin 32 Jahre alt und pathologischer Spieler.

Zunächst mal ein danke an alle die ein Forum wie dieses hier ermöglichen, danke euch wirklich.
Ich habe mich vor meiner Anmeldung mal ca. 8 Stunden durch das Forum gelesen.
Es hat mir gleich eine ganze Reihe neuer Blickwinkel ermöglicht. Auf die Sucht, auf mich, es ist der Wahnsinn was ich hier lese, wundern sollte es einen jedoch nicht. Sucht ist zerstörerisch.

Ich versuche mich auf das nötigste zu beschränken denn ich könnte vermutlich ein Buch schreiben.

Ich fing mit 16 an ab und zu an Automaten zu spielen, ich erinnere mich das ich mit Gewinnen von 10 oder mehr Euro zufrieden war. Ich gewann relativ häufig. Ich denke ich hatte einfach Glück, die Automaten zahlten noch etwas besser und ich hörte im Plus auf wenn ich da erstmal war. Ich spielte auch online Roulette, aber selten und ich gewann auch hier öfter. Es kamen die Klassiker der Anfänge wie wohl bei vielen hier.
25 Euro Roulette rein, 800 raus.
50 Euro in den Automaten rein, 2800 raus. Ich dachte okay das kann klappen, aber sei vorsichtig. Ich zahlte Rechnungen ein paar Monate im Voraus.
Ich befasste mich mit der Mathematik hinter Glücksspiel. Mit Stochastik, dem Gesetz der Großen Zahlen, wie man Abweichungen der mathematischen Wahrscheinlichkeit bezeichnet und berechnet. Mit Strategien
wie Martingale usw. Mit Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Ich bildete mir ein den Vorteil der Bank ausgleichen zu können indem ich Abweichungen von der statistischen mathematischen Wahrscheinlichkeit erkannte und ausnutzte. So ein Blödsinn. An einem Automaten, wie lächerlich das schon klingt.

Mir war und ist im Grunde klar die Bank gewinnt langfristig.
Gewinne können eintreten aber sind nur Momentaufnahmen.
Man kann theoretisch zB. in 24h 1000 Plus machen und nie wieder spielen.
Dann hat man die 1000 im Vergleich zum Vortag mehr und kann sie behalten.
Wenn man aber 1 oder mehrere Jahre zurückrechnet ist der 1000er kein Plus. Nix ist Plus. Geld minus und Zeit minus
Man macht sozusagen eine einzige ganz lange Session die alle Spiele des Lebens aneinanderreiht und nach gewisser Zeit frisst die Bank zu viel auf, dann hat man verloren.
Will man langfristig gewinnen muss man die Seite wechseln und Glücksspiel als Bank anbieten so einfach ist das.

Ich spare mir erstmal weitere Details. Es fällt mir schwer es mir einzugestehen aber ich komme mit dem Spielen einfach nicht klar.
Ich stelle mir mal vor mein Körper ist ein Haus und mein Gehirn der Besitzer. Ich habe den Dämon Glücksspiel in mein Haus aufgenommen, ihm essen gegeben. Er ist gewachsen und stark geworden.
Er hängt da mit anderen Dämonen, aber auch mit meinen guten Eigenschaften zusammen rum. Es entwickelt in meinem Haus alles eine Art Dynamik, die guten Eigenschaften und Verhaltensweisen beeinflussen die schlechten und umgekehrt.
Mir gefällt nicht das bei mir im Haus so viele Dämonen wohnen, die machen mir die Einrichtung kaputt, sind laut, belästigen die Bewohner die Miete bezahlen, verärgern die Nachbarn, klauen mein Geld und meine Gesundheit. Sie machen mich zu Jemand anderem.
Sie machen mich zum Lügner, Sie machen mich schwach, ohnmächtig und sie werden mein Haus zerstören wenn ich sie lasse. Sie sind böse und denken nur an sich.

Ich habe nun nach 15 Jahren ungefähr 150 000 Euro verspielt. Ich könnte mir vorstellen es sind noch ein par Euro mehr.
Ich habe mal 1 Jahr alles aufgeschrieben, da war ich bei 17000 minus.

Bei mir war es meist so eine Art on off. Ich hab mal 6 Monate nicht gespielt und dann kaum dran gedacht. Bei größeren Verlusten nahm ich mehr Abstand, bei Gewinnen suchte ich eher Nähe. Denke mehr als 3000 an 1 Tag hab ich nie verspielt.

Ich hatte noch mehr Probleme und Sorgen aber ich verdiente relativ gut und war sparsam. Ich war schon einige male besonders schwach und habe mehr verspielt als ich sollte, es aber immer irgendwie gerade gebogen. Mein Job ermöglichte mir täglich kleinere Bargeldbeträge zu erwirtschaften, wenn ich also alles verzockte hatte ich Geld für essen. Rechnungen zahlte ich eher gebündelt. Wenn ich etwas gewann oder einfach nicht spielte bezahlte ich was ich konnte, Geld war mir eigentlich gar nicht so wichtig.

Überwiegend bezahlte ich eigentlich alles und verspielte den Rest.

Ich denke ich war nie ganz ganz unten. Hatte ein Zuhause.
Klar hatte ich auch mal hunger oder hab 3 Tage nur Hafer gegessen, war für mich aber nicht so schlimm.

Fakt ist ich bin spielsüchtig. Ich merke beim spielen ich bin auch nur ein Mensch, kein Computer. Meine Emotionen werfen mich aus der Bahn, ich kann nicht eiskalt spielen. Ich kann nicht damit umgehen. Ich mache aus 300 zB. 1000, aber nehme sie nicht immer mit raus. Es ist schon dumm spielen zu gehen, da fängt es ja schon an.

Ich möchte spielfrei sein, Zeit und Geld anders nutzen. In mein Glück investieren, in Freude oder um zu helfen.

Ich denke nicht, dass  ich ganz verloren bin. Aber mein Weg könnte eine Klippe hinunter führen, das kann und darf ich nicht riskieren.

Ich habe Anfang des Jahres 1x Glück gehabt und ein paar 1000 gewonnen. Ich hatte eine ungewöhnlich große Glückssträhne. Ich nutzte den Moment, nahm das Geld, brachte es zu einer vertrauenswürdigen Person und erzählte ihr wo es herkam.
Ich hielt mich zurück aber sagte ich habe ein Problem mit dem spielen. Ich sagte das Geld wäre sonst wieder weg also hebe es bitte für mich auf. Ich sagte gib mir kein Bargeld egal was ich erzähle, wenn wird das Geld überwiesen und der Empfänger wird vorher geprüft.

Ich denke 1500 habe ich seitdem von neuem Geld wieder verspielt. Man tendiert in solchen Momenten immer dazu es zu verharmlosen also sagen wir 2000.(Spitze 1x 590 an 1 Abend)

Ich hab einfach keine Lust mehr. Ich bin müde, ich habe es satt, ich muss verstehen das es sinnlos ist.
Ich merke mein Verstand möchte mich austricksen.
Ich dachte immer meine Intelligenz könnte mir helfen meine Feinde(unter anderem Glücksspiel) zu bezwingen. Ich fürchte der Haken ist das sie genauso schlau sind wie ich, denn ich habe sie aus meinem Fleisch und Blut erschaffen.

Das letzte mal gespielt habe ich am Freitag. Minus 150. Hat mir keinen Spaß gemacht. Ich hätte lieber die 150 Euro. Ist aber halt nix im Vergleich zu dem was schon drauf gegangen ist.

Bin wie ein Dummkopf 3x wegen nem 50er zur Tanke gelaufen. Beim 3. Fuffi war ich dann bei 120 aber dachte ich komme ins Plus oder beende mit minus 150 den Tag. Hatte und habe noch Geld hier aber ich wollte einfach aufhören. Es ist mir schon ab und zu mal passiert das ich mit Betrag x losgegangen bin und nach der Hälfte einfach wieder gegangen bin ohne alles zu verdrücken. Ich hatte keine Lust mehr. Ich war bereits geschlagen.
Ich denke jeder Cent den ich verspiele ist Mist. Aber gefühlt nährt sich meine Sucht von längeren Sessions und höheren Einsätzen. Wenn ich nen 50er hab ist mir das im Grunde zu wenig um anzufangen. Ich bin bestimmt auch die letzten Jahre nicht mit nem 20er oder so spielen gegangen. In einem OC bei 100% Bonus hab ich öfter mal 50 probiert aber sonst nicht. Da hab ich dann auch mal bei 300 ausgezahlt. Aber ich hab durchaus auch mal 3 Wochen nicht gespielt, hatte 1500 in Bar zuhause. Rein in die Spielbank. 2 Stunden später alles weg. Ich bin da aber auch irgendwie sonderbar gepolt ich verstehe mein Handeln da noch nicht so richtig. Ich bin auch schon mit 500 rein, mit 1500 raus und dann 4 Wochen nicht mehr spielen gegangen.

Es macht mich einfach kaputt. Ich möchte mich einfach mit schöneren Dingen beschäftigen und nicht für Automatenhersteller oder wen auch immer arbeiten gehen. Ich möchte das für mich tun. Glücksspiel macht Menschen kaputt und ich trage dazu bei. Mit meinem Geld und meiner Teilnahme an solchen spielen.

Das soll hier nicht völlig ausufern also:
Abschließend ist Glücksspiel wohl eines meiner größten Probleme das mich zerstören oder wenigstens unglücklich machen wird. Das reicht um es sein zu lassen.  Es ist wie eine Gewitterwolke selbst bei schönstem Wetter.

Ich möchte sozusagen den Spieler, den ich wohl immer in mir haben werde, kennenlernen und verstehen wie er funktioniert. Warum er mich zum spielen bewegen will und wie ich ihm seine Macht über mich entreißen kann. Ich sehe ihn nicht als Feind, mehr als Begleiter. . Er wird da sein, ich muss einfach richtig mit ihm umgehen. Das geht wohl nur indem er nie wieder die Möglichkeit bekommt zu spielen.

Ich denke hiermit habe ich erstmal einen ganz guten Anfang gemacht. Man weiß ein bisschen was über mich. Ich spiele nicht und nutze die Zeit um mehr über meine antrainierten Verhaltensweisen zu lernen und wie ich neue, bessere Strategien gegen mein Unglück entwickle.

Ich bin also im 3. Tag und wünsche allen hier gute 24h.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 22 April 2019, 15:59:19
Hi Patrick!

Herzlich willkommen!

Tja ... Du hast eine schöne Art zu schreiben. Und Du drückst aus, was ich auch selber alles erlebt habe noch vor der Zeit von Multigamer und Online-Casinos.

Was ich noch nicht sehe, das ist ein handfester Plan, wie Du den Teufel in den Keller verbannen kannst.

Bei 8 Stunden Lesen im Forum sollten doch ein paar Möglichkeiten dabei gewesen sein? :)

Bei 16 Jahren Suchtausübung bedarf es Initialtive, um Denkstrukturen und Verhaltensmuster abzulegen, die bisher immer zum Spielen führten.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 22 April 2019, 17:13:06
Hi und danke für deine Antwort.
 
Zunächst habe ich mich von meinem Gehalt abgeschnitten. Ich habe mit meiner Mutter darüber geredet und sie gebeten das Geld für mich auf ihr Konto zu überweisen(Damit ich zB. nicht einfach mit meinem Ausweis bei der Bank Geld abhole). Ich habe keine Möglichkeit bei ihr an Bargeld zu kommen. Ich hab keine Bankkarte und keine Onlinedaten. Ich habe einen Zweitjob, diesen Betrag bekomme ich wöchentlich in bar und gebe ihn ebenfalls ab(Minus meiner Ausgaben die ich vorrechne und wenn möglich mit Quittungen belege). Da sehe ich schon eine erste Gefahr.

Dann arbeite ich tatsächlich beruflich mit Bargeld. Wir reden von 3000 bis 5000 die ich jeden Abend ordnungsgemäß abrechnen muss. Bisher habe ich dieses Geld ausnahmslos auf den Cent genau abgerechnet. Ich habe es auch schon über Wochen nach der Arbeit bei der Bank eingezahlt und es hat alles gepasst. Ich kam nie auf die Idee etwas zu veruntreuen oä. Trotzdem ist das ein weiterer Risikofaktor. Ich denke am klügsten ist mir durch Strukturen garnicht erst die Möglichkeit einzuräumen zu spielen. Wie das in dem Fall konkret aussehen soll weiß ich ehrlich gesagt nicht. Da ich da ausnahmslos stabil war hab ich das auf die leichte Schulter genommen. Nicht gut. Klar da war ich immer stark aber darauf kommt es nicht an wenn ich am falschen Tag zu schwach bin ist es aus.

Ich habe bei der örtlichen Suchtberatung für Spieler angerufen. Leider ist das treffen an einem Tag den ich wenn überhaupt nur sporadisch frei bekomme. Aber mir dämmert wie das ganze funktioniert, passt dem Suchti in mir bestimmt gut. Wird sicher eine Alternative geben.

Genauso wie der Suchti in mir die 250 Euro die hier rumliegen da deponiert hat. Nachdem ich mich in letzter Zeit öfter mit Sucht beschäftigt habe wird alles ein bisschen klarer. Warum hab ich das Geld hier.....Ich brauche es hier nicht. Bestimmt kein Zufall.

Meine vorläufigen Pläne sind

A:
Mir die Möglichkeiten nehmen an Geld zu kommen(sagen wir 30 Euro und aufwärts) Ich erinnere mich nicht an eine Situation in den letzten 10 jahren in der ich mal nur 20 Euro gehabt und verspielt hab.
Die letzten 20 von 500 Ja! Wenn ich aber nur 20 hatte nicht.
B:
Mich mit Betroffen auszutauschen und
C:
Meine ehemaligen Hobbys zu reaktivieren.
Heißt in meinem Fall wieder mehr Sport zu treiben. Das tue ich bereits und mein Drang zu spielen hat zumindest nachgelassen. Sowohl von der Häufigkeit als auch von der Summe habe ich für meine Verhältnisse wenig gespielt. In diesem Jahr hab ich geschätzt 12x gespielt.

Ich sehe zu das ich vorläufig die 24h täglich packe und mich selbst genau dabei beobachte. Was löst den Drang zum spielen aus usw.

Ich bin ja noch ganz am Anfang aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Der ist bei mir sehr wackelig aber zumindest die Richtung ist die richtige. Einen tollen Tag noch an alle 😁
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 22 April 2019, 21:46:34
Ich packe gleich mal alle Karten auf den Tisch. Ich rauche bis 1 Schachtel am Tag und 0.5 bis 1g Marihuana. Ich gehe von einem Zusammenhang aller Süchte aus und mag eigentlich alles loswerden aber irgendwo muss man ja anfangen.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 23 April 2019, 07:11:00
Hi Patrick!

Viele Spieler sind polytox ...

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 23 April 2019, 09:55:12
Da bin ich nicht die Ausnahme. Ich rauche sehr viel wenn ich spiele. Marihuana immer nur abends. Auch dort hatte ich letzte Woche ein paar Tage verzichtet und muss schon sagen es ging mir besser. Ich hatte auch alle Substanzen nicht durchgängig konsumiert. Dafür andere aber damit ist schon lange Schluss das hab ich kapiert. Ich kann es schaffen mit allem aufzuhören ich muss mich nur besser aufstellen und darüber schreiben hilft.

Dann auf in Tag 4 sind ja zum Glück immer nur 24h :)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 23 April 2019, 22:55:39
Heute hab ich mir eine andere Adresse besorgt wo man ebenfalls Selbsthilfegruppen usw. findet. Ich hab morgen frei und werde mich drum kümmern. Außerdem hab ich meinen Zugriff auf Bargeld auf ein Minimum beschränkt. Morgen hab ich mir was tolles für mich selbst überlegt, da ist spielen kein Thema.

Ich hatte ja jetzt 3 Tage ein paar 100er bei mir rumliegen und muss sagen das hat mich belastet. Ich werde mir selber den Gefallen tun und das nicht wieder vorkommen lassen. Ich hab nicht gespielt aber mir ist aufgefallen wie meine Gedanken um das Geld gekreist sind. Das will ich nicht mehr.

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Ilona am 23 April 2019, 23:17:14
👍
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 23 April 2019, 23:25:36
Außerdem notiere ich mal einen Gedanken den ich hier aufgeschnappt habe. Etwas das vielleicht schon zu banal ist, aber ich hab es echt noch nie so gesehen. Es hat mir sehr geholfen. Ein User hier schrieb:

Ich kann nie wieder spielen. Aber ich finde es nicht so schlimm denn ich habe ja schon sehr viel gespielt.

Da hat er Recht. Ich hab es so nicht gesehen. Das hat irgendwie etwas bewirkt den Gedanken halte ich mal fest. Ich hatte die besten Bilder und sehr unwarscheinliche Szenarien zu Meinen Gunsten und es hat mir ganz am Ende trotzdem nicht genützt sondern geschadet, sehr sogar!
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 24 April 2019, 11:44:39
Ich habe gerade bei der Caritas bezüglich eines Erstgesprächs angerufen. Die haben Di und Do 10 bis 16 Uhr Sprechzeit. Heißt ich muss es wieder 1 Tag verlegen. Schade aber ok dann halt morgen 10 Uhr.

Ich hab mir selber mal ab morgen jeden Tag eine Schicht bis Samstag gegeben um mich zu beschäftigen. Geld kann ich sowieso gebrauchen und ich hab was zu tun.

Mein Gehalt ist mir ja bereits sicher, ich überlege wie ich mit dem Bargeld verfahre da hab ich noch nicht so den Plan.

Ich bin ehrlich da ist eine Lücke ich hab 100 bis 200 jede Woche in bar die mir jemand in die Hand drückt.

Ich hab echt nur die Idee es für den Anfang per Post an jemanden zu verschicken.

Ich kann es natürlich dort auch hinterlegen aber ich kann es dann nehmen wie ich will.

Ich denke ich hab mich selber da jetzt besser verstanden. Zumindest am Anfang möchte ich keine Summe über 30 Euro bei mir tragen oder zuhause haben.

Mir sollte etwas einfallen ich denke das Geld entspricht dem was draufgegangen ist.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: margin_call am 24 April 2019, 15:04:06
Hi Gamblingsucks88,

wieso erledigst du nach Bargelderhalt nicht direkt deinen Wocheneinkauf und / oder bringst den Rest- / Gesamtbetrag zur Bank (Einzahlungsautomat)?

Viele Grüße,
mc
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 24 April 2019, 23:42:17
Mein Tag war toll. Ich hatte dieselbe Idee. Ich bekomme eine Karte mit der ich nur Geld einzahlen kann.

Tag 5.

Auf die nächsten 24h
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 25 April 2019, 12:22:55
Heute hatte ich leider Pech und müsste schon früh zur Arbeit. Heißt ich konnte mich wieder nicht bei der Caritas melden.

Trotzdem läuft es bei mir super. Darum hab ich trotzdem ein Lächeln im Gesicht. Ich will es schaffen und bin im Moment zuversichtlich das das klappt.

Gestern war ich wirklich so gut drauf wie selten. Nicht das ich da spielen wollte. Ich will nie wieder spielen. Hab aber gemerkt ich hab mich so "locker" gefühlt das das durchaus ein Tag hätte werden können an dem ich gespielt hätte. Das merke ich mir.

Tag Nr 6 schaffe ich auch
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 25 April 2019, 13:12:20
Hi!

Zitat
Heute hatte ich leider Pech und müsste schon früh zur Arbeit. Heißt ich konnte mich wieder nicht bei der Caritas melden.

Ist das nicht wieder einmal eine typische Ausrede?

Ich kann meinen AG kurzfristig anrufen und um Urlaub bitten - oder ich gebe Bescheid, dass ich später erscheine.
Das Ganze funktioniert umso besser, wenn ich ein wenig Vorlauf nutze.

Werde Dir bitte Deiner Prioritäten bewusst.
Eine Arbeitsstelle ist wichtig - keine Frage! Deine Gesundheit ist aber wichtiger!

Zitat
Hab aber gemerkt ich hab mich so "locker" gefühlt das das durchaus ein Tag hätte werden können an dem ich gespielt hätte.
Bedenke bitte: Wenn Du nichts für Dich unternimmst, wirst Du irgendwann so locker drauf sein, dass Du Dich für die bisherigen spielfreien Tage mit Spielen belohnen willst.

Also zögere nicht ... tue es ...!
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Ilona am 25 April 2019, 14:19:49
Jetzt hat Olli den Troll schon wieder verpasst. Das war heute ein sehr kurzes „Vergnügen“. Danke Andreas!
LG Ilona
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 25 April 2019, 14:53:37
Och menno ...  ;D

Hat jemand Screenshots gemacht?
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 25 April 2019, 17:10:49
Für mich unternehmen? Wie meinst du das?!?

Mir selber etwas gutes tun?
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 25 April 2019, 19:17:39
Ja - indem Du endlich zur Caritas gehst und es nicht vor Dir herschiebst ... :)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 25 April 2019, 20:40:18
Achso.

Das war keine Ausrede ist halt doof gelaufen. :) Ich gehe positiv an die Sache ran ich werde mich dort melden.

Mir geht es in den letzten Tage sehr gut. Das bestärkt mich auch weiterhin nicht zu spielen. Wenn meine "Strukturen" halten kann ich es ja im Grunde auch nicht. Maximal mit 30 Euro. Sollte ich die tatsächlich auch nur irgendwann 1x verspielen würde das alles verändern, denn jetzt will ich ganz bewusst und für immer aufhören. Vorher war das nicht der Fall.
 

Gestern war echt sehr aufschlussreich. Es sind ein paar sehr schöne Dinge passiert, ich war happy. Plötzlich war ein Automat in meinem Kopf. Besser kann ich es nicht beschreiben. Es war nicht so das ich jetzt unbedingt spielen wollte oder musste oder es mir gefehlt hat. Aber das wäre der typische Tag gewesen an dem ich mal mit 200 probiert hätte was zu machen. So hat es sich angefühlt. Nicht spielen können und mich selbst genau beobachten ist sehr aufschlussreich. Würde ich auch nur um 1 Euro spielen müsste ich wieder von vorne Anfangen und da hab ich echt keine Lust drauf. Gefühlschaos, schlechte Laune, weniger Geld, hatte ich jetzt lange genug ich will nicht mehr weiter geht's.

Außerdem hab ich vielleicht mein neues Hobby gefunden in das ich deutlich sinnvoller genausoviel Zeit investieren könnte wie in Glücksspiel auch. Macht nur viel mehr Spaß und ist auch günstiger.

Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und wünsche allen viel Glück und Erfolg.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 25 April 2019, 21:03:55
Für das Protokoll. Ich nehme Hilfe an darum bin ich ja hier. Ist ja auch einfacher man muss sich ja nicht irgendwie alleine durchkämpfen. Ich geb dir trotzdem Recht. Mittags eine längere Pause und ich hätte es auch geschafft. Ich werde mir aber selber keine Vorwürfe machen ich baue mich lieber auf und ziehe mich nicht runter. Das war halt nicht so gut.  Ich will trotzdem mein Ziel erreichen. Es muss nicht perfekt laufen ich möchte nur ankommen. In meinem neuen spielfreien Leben.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: TAL am 26 April 2019, 00:48:57
Hallo Patrick,

hier hat jemand offenkundig eine Erkältung, und ich spreche da nicht von mir - das wird also eine lange (oder kurze) Nacht im Sägewerk, der Kleinfinger-Selbsttest muß warten - und ich hab dummerweise nicht frei.
Nun ja... also hab ich mal etwas gelesen hier. Du kannst schön schreiben, dem stimme ich zu. Ich habe den Donnerstagabend vor Ostern übrigens auch mit etwa 200€ auf dem Küchentisch verbracht. War noch nichtmal meins, aber das ist eine andere Geschichte - und obendrein noch völlig unnötig, der allseits befürchtete Geldautomaten-Supergau ist jedenfalls, wie ich erwartet hatte, nie eingetreten.

Wir haben uns erfolgreich ignoriert, der kleine Papierstapel und ich. Alte Gewohnheit, wir sprechen da immernoch ungern über die Tatsache, daß wir es lange vorgezogen haben, nicht miteinander alleingelassen zu werden, das war schon sowas wie eine persönliche Fehde. Einer von uns beiden konnte das ja auch gar nicht kommunizieren, und hatte da ehrlicherweise wahrscheinlich am Ende dann doch gar keine Meinung zu, und der andere redete sich gerne ein, es würde schon alles gutgehen, solange man nur bloß nicht hinsieht.

Heute geht das gut, aber das war nicht immer so 'einfach'.

Du denkst viel nach, kenne ich, mache ich auch dauernd. Dummerweise komme ich da selten zu neuen Erkenntnissen. Was heißt hier neu? Eigentlich hab ich nie was erkannt. Wie auch? Meine Langzeitdevise "Das regelt sich irgendwann von selbst" zeugte jetzt nicht so wirklich von Durchblick, aber zumindest das hab ich dann doch mal 'erkannt'... juhu... ging ja schnell...
Schlau ist was anderes...

Du möchtest den Spieler in dir verstehen? Wenn du das geschafft hast, sag mir bitte bescheid. Ich hab's nämlich aufgegeben. Andersrum? Ja... er versteht mich ganz genau, und das geht mir auf den Keks, soviel kann ich sagen, da muß er nicht auch noch selbstgefällig auf meiner Couch rumlungern, mir die Fernbedienung klauen und ständig alle Kekse wegmampfen.

Zum Glück wohnt er aber schon länger im Keller, zur Sicherheit, um bei schlechtem Fernsehprogramm oder einer leeren Kekspackung Vandalismus im Wohnzimmer zu vermeiden, der war ja auf Dauer zugegebenermaßen dann doch schon etwas ungesund. Heute kommt da nichtmal mehr Gemecker, die meiste Zeit ist es still da unten, er nimmt das mit einem stoischen Lächeln so hin. Dabei war der Umzug im Nachhinein betrachtet doch recht unsanft von meiner Seite, manchmal tut mir das schon fast leid, und gelegentlich finde ich es dann doch etwas zu ruhig. Mhh... Was ist da los? Ich hoffe, es geht ihm wenigstens gut so allein. Da bekomme ich dann mal so ein 'Um-der-Guten-Alten-Zeiten-Willen-Gefühl', immerhin waren wir ja mal sowas wie Freunde oder so ähnlich, da gehört sich sowas doch nicht, dann will ich dann plötzlich doch mal kurz die Kellertür öffnen, nur mal gucken wie's ihm so geht...
Womit wir dann hier wären:

Zitat
Für mich unternehmen? Wie meinst du das?!?

Mir selber etwas gutes tun?

Ja. Im Sinne von "Trage dafür Sorge, etwas für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden zu tun."
Bei all den Plänen und guten Vorsätzen verliert man nämlich schnell das eigentliche Ziel aus den Augen.
Der Wechsel von "Ich darf nicht mehr" zu "Ich brauche es nicht mehr" ist das eigentlich Schwierige dabei, aber genau das sollte ganz oben auf der Agenda stehen, um ein Leben mit der, und nicht gegen die, Sucht zu führen.
Ein erster Schritt wäre hier zum Beispiel ein Besuch bei der Caritas... den du gerade aufschiebst, wenn auch nicht gewollt.

Denn was ist besser für dich und mich? Unsere Energie zu verwenden, den Impuls immer wieder zu unterdrücken, oder sie zu nutzen, um daraufhinzuarbeiten, ihn gar nicht erst aufkommen zu lassen?
Ich kann mich einschränken, mich da durchquälen, doch es ändert sich so nichts. Keine Frage, mit der ach so gern erwähnten Disziplin allein kann man es auch schaffen, spielfrei zu sein, es bringt aber eine Reihe von unschönen Nebenwirkungen, sie bewirkt nur Stillstand, denn mein Denken, Handeln, all meine Reaktionen auf äußere Umstände sind nach wie vor dieselben.
Ich kann ein Lied davon singen, ich verbringe schon eine gefühlte Ewigkeit damit, mich endlich in den Griff zu bekommen... und ich spiele schon länger nicht mehr.

Wie gehe ich besser damit um? Was 'mache ich falsch'? Was tue ich, wenn es juckt, ich aber nicht kratzen darf? Gerade am Anfang ist das schwer. Das Jucken verschwindet irgendwann auch so weitestgehend, der Rest hingegen nicht... er ist aber längerfristig genau das, was mich 'anfällig' macht. Gefühlt im Regen zu stehen ohne zu wissen, was los ist, ist alles andere als schön. Nagende Zweifel, oder, wie im Beispiel von Olli, Unachtsamkeit, Selbstüberschätzung und Übermut, sind auf lange Sicht mindestens genauso gefährlich wie akuter Suchtdruck selbst. Der stete Tropfen höhlt den Stein... und igendwann öffnest du dann doch mal die Kellertür. Nur um mal nachzusehen, wir haben uns doch inzwischen vertragen, was ist also schon groß dabei nach all der Zeit...

Agieren ist besser als Reagieren. Das gilt auch, und vor allem, für den Umgang mit Suchtkrankheiten.

Zu erkennen, was 'schiefläuft' im Oberstübchen, und was man ändern muß, um sich das Durchbrechen alter (Denk- und Verhaltens-)Muster überhaupt erst zu ermöglichen, ist also enorm wichtig.
Ohne externe Hilfe ist das aber extrem schwierig, denn eine Unterhaltung mit mir selbst trägt selten wirklich Früchte... und manchmal fällt mir zu allem Überfluß auch noch der beinahe schon vergessene Witzbold da im Keller ins Wort - natürlich nur ganz leise und beiläufig, versteht sich, denn er kennt ja inzwischen seinen Platz...

...zumindest erweckt er liebend gern für mich den Eindruck...

Denn er weiß ganz genau - ich kann immer, sofern ich denn will.
Und dazu braucht er nichtmal laut zu werden.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 26 April 2019, 06:54:57
Genial!  ;D
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 26 April 2019, 11:02:09
Den Text werde ich noch ein paar mal lesen müssen 🙂. danke
Da ist wirklich viel dran, ich belüge mich selber. Das überrascht mich aber auch nicht. Ich kann es nicht mit mir selber ausmachen, da hast du auch Recht. Schließlich bin ich süchtig, meine Denkmuster entsprechen ja nicht denen eines "gesunden" Menschen.  Spieldruck habe ich im Grunde nicht, aber ich gestehe mir selber ein das liegt an den Strukturen. Bei lockeren 1000 Euro und guter Laune wette ich eher gegen mich. Ich meine, dass ich hier irgendwo gelesen habe, spielen ist ein emotionales Problem. Das sehe ich zunehmend auch so. Ich hab nicht gespielt weil ich mehr Geld haben wollte. Ich hatte schon viel mehr Geld und es ging mir auch nicht besser. Ich hätte einfach das Geld das ich verdient habe behalten können es war genug.

Also Fazit nach 1 Woche:
Ich hab mir selber die Möglichkeit genommen Geld zu verspielen. Das hab ich gut gemacht. Ich bin auch davon überzeugt, ich fühle keinen Druck sondern Erleichterung. Ich bleibe auf dem Boden und realistisch, das ist nicht mehr und nicht weniger. Spielen kann mich auch ganz leicht wieder einholen wenn ich das zulasse, das muss ich mir auch klar machen. Aber ich hab nicht dieses down wenn ich ein paar 100 los bin. Das an sich ist auch schon mal eine Erkenntnis. Ein bisschen traurig, dass man dafür so lange braucht aber ok.

Ich wünsche euch erstmal einen schönen Tag 😁

Es freut mich das ich mich hier ein bisschen austauschen kann. Das war eine gute Idee. Ich möchte an der Sache festhalten. Mir wird langsam bewusst das das ein langer Prozess wird. Wenn ich jetzt nen Monat Tage zähle und mich freue bleibt es langfristig trotzdem beim Alten. ich denke das hab ich auch verstanden.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: TAL am 26 April 2019, 21:39:54
Du brauchst dich nicht rechtfertigen, schon gar nicht vor mir.
Als ich hier letzte Nacht schrieb, tat ich das nämlich nicht ohne Grund. Ich wollte eigentlich woanders posten, blieb aber hier hängen, denn das, was ich ursprünglich schreiben wollte, hätte sich um mich selbst gedreht, um meine eigene Kellertür.
Zumindest um eine davon.
Eine, die ich vorher nichtmal als solche wahrgenommen hatte.
Ich habe mich also davon abgelenkt, mich weiter mit mir selbst unterhalten zu müssen, die leise Stimme aus dem Off wurde mir dann doch zu penetrant.
Am Ende bin ich sogar eingeschlafen, bevor ich mein eigenes Wirrwarr angehen (oder verschlimmern - wer weiß das schon) konnte. Hätte eh nicht viel gebracht.
Verschwunden ist es damit jedenfalls nicht.
So richtig erfaßt ist es auch nicht.

Aber immerhin habe ich, neben der Vermeidung von Papierstau zwischen meinen Ohren, etwas heiße Luft produziert.
Und zum Glück hat keiner bemerkt, daß ich es irgendwie ständig selbst verpasse, eine Scheibe davon für mich hierzubehalten, bevor ich es abschicke.

Ja. Strukturen und Ablenkung helfen gegen Chaos, Rastlosigkeit und Langeweile. Sie halten dumme Gedanken erstmal auf Abstand, das gehört auch zu den Dingen, die ich erstmal wieder lernen mußte:
Was mache ich jetzt stattdessen?
Es gibt nicht mehr nur die komfortable (und extrem unzureichende) 'Allroundlösung', denn im Normalfall gibt es ja mehr als eine Option, eine individuelle Lösung für jedes einzelne Problem.
Und was mache ich eigentlich gerne? Das muß ich wohl mal rausfinden....

Du hast völlig recht: Was, wenn es mir wieder besser geht? Bin ich dann 'fertig'?
Es ist gerade am Anfang nicht verkehrt, Gelegenheiten gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Währenddessen kann ich dann für den Fall vorsorgen, in dem sich vielleicht doch mal eine ergibt. Das ist wichtig, weil ich es auf lange Sicht nie werde vermeiden können.
Dazu muß sich im Kopf etwas ändern, damit achtlos liegengelassenes Geld auf dem Küchentisch keine Seifenoper in meinem Hirn mehr auslöst.

"Spielsucht ist ein emotionales Problem mit finanziellen Konsequenzen."

Hab ich auch schonmal gelesen, und genauso ist es auch.

Das mit dem Tagezählen ist bei mir übrigens genau andersrum. Ich habe erst nicht verstanden, warum viele das tun.
Inzwischen schon. Man lernt bekanntlich nie aus.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 27 April 2019, 07:34:59
Ich hab in den letzten Tagen viel zu tun gehabt. Daher reicht es nur für ein kurzes hallo☺. Ich bin nach wie vor spielfrei und fühle mich gut. Spielen fehlt mir eher nicht. Heute müsste Tag 8 sein. Ich schaffe es auch heute noch, sind ja nur 24 Stunden.

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 28 April 2019, 14:31:03
Hi an alle und schönen Sonntag. Mir geht es im Moment recht gut. Ich spiele nicht und denke auch eher nicht daran. Ich muss mal die ganze online Werbung deaktivieren. Ich bekomme andauernd Emails von irgendwelchen Casinos. Das geht mir auf die Nerven. Mir fällt es eher nicht so schwer nicht zu spielen, an den Gedanken das ich es nie wieder tun werde muss ich mich aber noch gewöhnen. Das hatte ich mir bisher nie richtig vorgenommen.

Ich muss mehr für mich tun. Mir wird langsam bewusst wie sehr ich mir durch mein Verhalten geschadet habe. Ich war(und bin, wenn auch nicht mehr so extrem) labil, hab wenig und nicht gut gegessen. Keinen Sport mehr gemacht, habe kaum Freunde getroffen usw.

Jetzt lese ich wieder mehr, ich habe auch ein paar wirtschaftliche Dinge geregelt(2 Ratenzahlungen durchbekommen und frühzeitig die Rate bezahlt). Ich möchte nicht mehr spielen.

Ich merke fast schon den Rückenwind. Ich werde jedoch genau aufpassen wo er mich vorbeifegt und wie der Himmel aussieht, nicht das es doch ein stürmisches Gewitter wird.

Das Anfang des Jahres "gesicherte" Geld hat mir ein paar Türen geöffnet und ich muss nicht bei 0 anfangen. Das war gut, die Ironie ist wohl das ich es "gewonnen" habe. Lächerlich, denn ohne Spielsucht hätte ich das 50fache.

Ich versuche sehr auf meine innere Stimme zu hören. Gibt es Momente in denen ich mir etwas schönrede das nicht schön ist?

Bis zum 01.05 hab ich noch zu tun. In den nächsten Tagen kommt mein nächstes "Gehalt" von dem kein Cent in Glücksspiel fließen kann und wird. Wenn ich 3 Monate komplett die Füße stillhalte bin ich um einiges weiter, das will ich schaffen 😊

Aber erstmal nur 24 Stunden, alles gute an Euch 😁
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 30 April 2019, 11:09:18
Ich bin weiterhin spielfrei. Spielen fehlt mir auch nicht. Ich erinnere mich nicht gestern überhaupt daran gedacht zu haben. Ich meine heute ist Tag 10. Ich gucke immer mal kurz rein, auf zum nächsten Tag:)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 02 Mai 2019, 11:55:02
Ich spiele weiterhin nicht. Ich mache mir auch nicht so den Kopf darüber. Ich habe viel zu tun, oder aber beschäftige mich gedanklich einfach mit anderen Dingen. Der Geldhahn ist und bleibt trotzdem zu. Ich passe auf das ich nicht auf die Idee komme mich an einen Automaten zu setzen. Ich bin mir eigentlich sicher das dann auch das Kopfkino wieder anfängt. Ich gucke mir auch keine Videos von Zockern oder so mehr an. Außerdem hab ich sämtliche alte Emails von irgendwelchen Casinos gelöscht und deren Newsletter deabonniert. Gesperrt hatte ich mich meines Wissens nach überall. Hab auch die meisten Zugangsdaten vergessen.

Ich werde mich wieder melden und wünsche gute 24 Stunden
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 05 Mai 2019, 10:11:23
Hey und Hallo an alle,

Ich spiele weiterhin nicht. Ich staune was im Moment so los ist, mir geht es echt gut. Denke nur selten an Glücksspiel, ich habe aber auch viel zu tun. Verdiene ein bisschen mehr Geld und sehe zu das ich das meiste spare. Ich wünsche euch allen einen tollen Sonntag 🤗
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 09 Mai 2019, 13:53:31
Ich bin weiterhin spielfrei. ☺

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 09 Mai 2019, 13:55:49
Cool  ;)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 10 Mai 2019, 14:16:12
Hey an Alle,
Ich bin weiterhin spielfrei. Momentan ändert sich in meinem Leben einiges, ich hab weder Zeit und noch wichtiger keine Lust zu spielen. Das hat mir sowieso nur Ärger eingebracht. Ich bleibe weiterhin sehr vorsichtig. Ich gucke weiterhin öfter mal bei euch rein.
Viel Glück für Alle
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 23 Mai 2019, 12:49:25
Hi an alle,

ich dachte ich mache mal ein kurzes Update. Ich bin jetzt ziemlich genau 1 Monat spielfrei. Es fühlt sich gut an, ich merke aber schon ein wenig wie mir der Umgang mit Geld gefehlt hat. Man verliert völlig den Bezug, plötzlich sind für mich 10 Euro eher viel, vorher waren 300 garnix. Ich habe noch einen Job angenommen und bin erstaunt was zusammenkommt wenn man bewusst sparsam mit seinem Geld umgeht, selbst wenn man nicht so viel verdient.
Ich wünsche euch allen einen schönen Tag und lasse von mir hören.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 15 August 2019, 20:58:02
Hallo an alle!
Ich dachte ich lasse mal wieder von mir hören. Da ich zu 100 Prozent ehrlich sein möchte erstmal die schlechten Nachrichten. Ich bin nicht spielfrei geblieben. Ich habe maximal 15 mal Geld in Höhe von 50 bis 150 Euro beim Zocken eingesetzt, ich weiß es nicht genau und habe deswegen mit 15x sehr hoch gegriffen. Ich habe davon ein paar Sessions im Plus beendet, ein paar mit einem kleinen Minus. Bei ein paar hatte ich nach kurzer Zeit ein schlechtes Gewissen und habe es gelassen. 2 oder 3 mal hab ich mit dem ersten 10er 40 oder mehr gemacht und bin wieder gegangen. 2 oder 3x Totalverlust. Ich gehe einfach nicht weiter drauf ein. Insgesamt sollte es sogar ein kleines Plus sein.
Mir ist im Grunde klar geworden wie sinnfrei das ganze für mich ist und  bleiben wird.
Mir geht es wesentlich besser, ich treibe wieder Sport, ich verdiene mehr Geld, habe Schulden bezahlen können und trotzdem noch 4000 Euro angespart.  Ich schreibe heute hier einfach weil ich mir klarmachen möchte wie gut es mir im jetzigen Moment geht und das spielen das ganz schnell wieder ändern kann. Spielen geht für mich einfach garnicht mehr. Ich hab zwar gespielt, bin aber viel weiter davon weggerückt. Wenn ich drüber nachdenke das ich echt mal die 4k die ich mir jetzt hart erarbeitet habe in den Automaten gehauen habe wird mir schlecht. Ich habe im Moment die Möglichkeit an das Geld zu kommen aber in meiner Gefühlswelt hat sich einfach etwas verändert.
Ich danke euch für eure Zeit und dieses Forum. Ich werde wohl hier und da mal reinschauen. Ich bin einfach froh drüber wie es mir geht und was ich geschafft habe. Ich war nicht abstinent, das war nicht so gut. Ich hab aber viel richtig gemacht und führe mir hiermit vor Augen, dass Spielen für mich einfach Mist ist und ich ohne kann und es mir ohne einfach auch viel besser geht. Ich hab neue Klamotten, 4k gespart und 2 dicke Brocken lösen können die mich auch Geld gekostet haben. Das hätte ich nicht gehabt wenn ich (öfter oder um mehr Geld) gespielt hätte.
Ich wollte einfach für mich festhalten wie gut es gerade läuft und das spielen für mich nach wie vor gefährlich ist und immer bleiben wird. Manchmal geht einfach nicht, ich hab dann wieder Automaten im Kopf und die möchte ich da einfach nicht mehr haben. So ist es viel günstiger und ruhiger =).
Ich beginne heute einfach wieder mal meinen Tag 1 obwohl es schon länger her ist das ich mal spielen war. Sollte ich mal wieder auf die blöde Idee kommen zu zocken melde ich mich hier wieder.
Ich hab verstanden das Spielen mir einfach 0 Spaß macht. Es geht um Geld und da ist alles andere als spielen viel sinnvoller =)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Dennis47 am 16 August 2019, 05:19:03
Hallo an alle!
Ich dachte ich lasse mal wieder von mir hören. Da ich zu 100 Prozent ehrlich sein möchte erstmal die schlechten Nachrichten. Ich bin nicht spielfrei geblieben. Ich habe maximal 15 mal Geld in Höhe von 50 bis 150 Euro beim Zocken eingesetzt, ich weiß es nicht genau und habe deswegen mit 15x sehr hoch gegriffen. Ich habe davon ein paar Sessions im Plus beendet, ein paar mit einem kleinen Minus. Bei ein paar hatte ich nach kurzer Zeit ein schlechtes Gewissen und habe es gelassen. 2 oder 3 mal hab ich mit dem ersten 10er 40 oder mehr gemacht und bin wieder gegangen. 2 oder 3x Totalverlust. Ich gehe einfach nicht weiter drauf ein. Insgesamt sollte es sogar ein kleines Plus sein.
Mir ist im Grunde klar geworden wie sinnfrei das ganze für mich ist und  bleiben wird.
Mir geht es wesentlich besser, ich treibe wieder Sport, ich verdiene mehr Geld, habe Schulden bezahlen können und trotzdem noch 4000 Euro angespart.  Ich schreibe heute hier einfach weil ich mir klarmachen möchte wie gut es mir im jetzigen Moment geht und das spielen das ganz schnell wieder ändern kann. Spielen geht für mich einfach garnicht mehr. Ich hab zwar gespielt, bin aber viel weiter davon weggerückt. Wenn ich drüber nachdenke das ich echt mal die 4k die ich mir jetzt hart erarbeitet habe in den Automaten gehauen habe wird mir schlecht. Ich habe im Moment die Möglichkeit an das Geld zu kommen aber in meiner Gefühlswelt hat sich einfach etwas verändert.
Ich danke euch für eure Zeit und dieses Forum. Ich werde wohl hier und da mal reinschauen. Ich bin einfach froh drüber wie es mir geht und was ich geschafft habe. Ich war nicht abstinent, das war nicht so gut. Ich hab aber viel richtig gemacht und führe mir hiermit vor Augen, dass Spielen für mich einfach Mist ist und ich ohne kann und es mir ohne einfach auch viel besser geht. Ich hab neue Klamotten, 4k gespart und 2 dicke Brocken lösen können die mich auch Geld gekostet haben. Das hätte ich nicht gehabt wenn ich (öfter oder um mehr Geld) gespielt hätte.
Ich wollte einfach für mich festhalten wie gut es gerade läuft und das spielen für mich nach wie vor gefährlich ist und immer bleiben wird. Manchmal geht einfach nicht, ich hab dann wieder Automaten im Kopf und die möchte ich da einfach nicht mehr haben. So ist es viel günstiger und ruhiger =).
Ich beginne heute einfach wieder mal meinen Tag 1 obwohl es schon länger her ist das ich mal spielen war. Sollte ich mal wieder auf die blöde Idee kommen zu zocken melde ich mich hier wieder.
Ich hab verstanden das Spielen mir einfach 0 Spaß macht. Es geht um Geld und da ist alles andere als spielen viel sinnvoller =)

Ich bin zwar kein Psychologe, aber dein Beitrag ist der Sinnbild dessen, was man mit extrem deutlichem Widerspruch in sich selbst bezeichnen kann
Damit meine ich nicht deinen erwähnten Rückfall ansich, sondern wie du ihn und das Resultat darauß beschreibst
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 16 August 2019, 06:31:47
Hi!

Vielen Dank für Dein Update!

Zitat
Ich danke euch für eure Zeit und dieses Forum

Wieso?
Was bringt Dir dieses Forum?
Wie fühlst Du Dich, wenn Du hier liest?
Wie fühlst Du Dich, wenn Du hier schreibst?

Du kannst Deine Spielsucht nicht mir Logik angehen. Sie basiert auf einer Störung der Gefühlsregulation.
Also beschäftige Dich bitte mit Deiner Gefühlsebene.

Im kleinen Rahmen machst Du es ja auch schon.
Du beobachtest Dich beim Spielen. Du beobachtest Dich in Deinen Spielpausen.

Und was ist mit Deiner Vergangenheit? Wieso hast Du etwas mehr als einmal die Woche gespielt?
Was zwingt Dich immer wieder zurück in die Selbstzerstörung?

Im Grunde bist Du im Moment abbivalent - hin und her gerissen.
Wäre dies nicht der richtige Moment, um Dir die Hilfe vor Ort zu suchen, die die Waagschale nachhaltig zur Abstinenz ausschlagen lässt?
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 16 August 2019, 10:19:52
Ich kann hier einfach sozusagen ein Foto in Form einer Umschreibung meiner Gefühlswelt festhalten und mich daran erinnern was ich will bzw. was ich nicht will. Ich habe auch verstanden, dass jeder Moment der richtige wäre mir Hilfe vor Ort zu suchen. Man ist eigentlich doof wenn man es nicht tut. Ich wäre dann vermutlich einfach weiter. Ich bin mal ganz ehrlich, mein eigener Text liest sich, als könnte das alles wieder in die Hose gehen. Klingt wie ein neuer Anfang, hier und da mal einen 50er und etwas gewinnen bla bla und dann kommt der Moment wo man hinfällt und das Geld ist weg. Ich habe einfach das Geld halten können,  mehr ist nicht wirklich passiert. Ich hab es ja an mir selbst gemerkt, man ist Spieler egal ob man nur nen 50er setzt oder 1 mal im Monat spielt.
Ich gebe dir einfach mal Recht, das ganze ist widersprüchlich. In meinem Kopf haut etwas nicht hin, spielen und beschreiben wie toll es einem ohne spielen geht grenzt ja schon an Wahnsinn.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: taro am 16 August 2019, 11:55:43
Moin Gamblingsucks,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Neben den hier so beliebten eindimensionalen Betrachtungen ist dein Bericht einer der wenigen der der Sucht etwas auf den Grund geht.

Als ich überlebt hatte und mit dem spielen aufgehört hatte ging es mir schnell besser. Irgendwann stellte ich mir die Frage ob ich wirklich spielsüchtig sei, oder ob ich nur eine Zeit hatte wo ich es etwas übertrieben habe. Wenn ich mit 1000 DM ins Casino gehe und nur 100 DM eintausche und dann gehe wenn das Geld weg oder verdoppelt ist. Das ging mir nicht aus den Kopf und ich musste es ausprobieren.
Ich probierte es aus und ich ging mit einem kleinen Gewinn raus, von Kontrollverlust konnte keine Rede sein. Der Spieler in mir hatte mir bewiesen das ich kein Spieler bin.

14 Tage später war der Kontrollverlust wieder da, die Frage war also beantwortet.

Das Gehirnkino ist ja gerade das, was die Sucht ausmacht. Mit Vernunft und guten Worten ist dem nicht beizukommen.

Immer wieder interessant das einige hier wirklich wegen 800 € ein CB machen. 3 Jahre tägliches Gehirnkino inklisive. Aber das kann man halt nicht in Euro beziffern.

Taro
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 16 August 2019, 21:42:35
Ich gebe dir Recht. Es ist alles Blödsinn. Es wird mich einfach wieder einholen. Alles wird wieder Gewohnheit und wie vor einigen Monaten. Irgendwann kostet mich das alles wieder Geld und Nerven. Es gab Zeiten da hatte ich nur Geld um zu spielen. Man muss sich mal vor Augen führen wie verrückt das ist. Ich setze mein Geld immer komplett ein und habe eine negative Gewinnerwartung.
Ich spiele nicht mehr, das erste mal nach der Abstinenz hätte ich mir schon sparen können. Zack wieder 15x Zocken gewesen.
Außerdem hab ich kapiert das da noch mehr ist. Das finde ich aber nie raus wenn ich mich im Kreis drehe. Ich bin weiter als vorher aber noch ist alles wackelig. Ich danke euch für eure Zeit. Ich denke am WE mal etwas nach und melde mich dann wieder.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Dennis47 am 17 August 2019, 05:15:48
Ich entschuldige mich erstmal vorab für meine recht plumpe Nachricht gestern, da hatte ich im Gegensatz zu jetzt auch nur deine eine Nachricht gelesen ohne mir den gesamten Beitragsverlauf durchzulesen.

Wann enstehen bei dir eigentlich diese Gedanken, zocken zu gehen? Du spielst ja nach meiner Auffassung in realen Casinos und nicht online, oder? Du schriebst vom Konsum von Betäubungsmittel wie Mariuhana? Regelmäßig? Mit möglichem Mischkonsum/weiteren (getrennten) Konsum von z.b. Alkohol oder anderen Substanzen? Oft sind das, wie auch bei mir damals, verharmloste Hauptursachen die nunmal den Kontrollverlust begünstigen oder das sogar erst möglich machen. In Verbindung mit Langeweile / ungenutzter Freizeitbeschäftigung oft ein Schlüssel zur "Ach komm, fürn Zwanni kann ich es mal versuchen". Nach geplanten 1-2 Std geht man dann im blödesten Fall nach 5-6 Std nach Hause, aber auch nur weil man alles verloren hat. Freizeit ausgefüllt und Geldbeutel ausgedünnt. Erkenntnisse die dann aber auch oft erst am Ende kommen.

(Sollten die Fragen dir zu persönlich sein, musst du natürlich nicht antworten. Du kannst es auch gerne per privater Nachricht machen)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 17 August 2019, 09:42:03
Ich danke dir erstmal. Es ist mir nicht zu persönlich. Ich spiele nahezu ausschließlich offline. Als ich häufiger und mit höheren Einsätzen gespielt habe eher online. Ich habe gestern zumindest etwas nachdenken können. Ich meine beobachtet zu haben, dass ich eine "spontane Spiellaune" entwickle ,wenn ich zB. sehr gute Nachrichten bekomme. Aber auch wenn ich auf jemanden besonders sauer war oder dergleichen. An einem Sonntag an dem ich frei hatte auch öfter mal.

Ich rauche ungefähr 15 Zigaretten am Tag und rauche 1 (vielleicht einen 2. am Samstag Abend oder so) Joint mit so 0.3g. Nur abends, fast immer alleine, nur diesen einen. Ich trinke gar keinen Alohol. Keine harten Drogen. Ab und zu 25mg Ephidrin wenn ich morgens garnicht klarkomme(1 oder 2 mal die Woche). Ich war lange Zeit Leistungssportler und trainiere wieder ordentlich und ernähre mich vernünftig. Ich neige immer zum extremen. Spielen, Sport, eigentlich in allem. Die Zeit die ich vorher verspielt habe nutze ich jetzt um mehr zu arbeiten und zu trainieren.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 17 August 2019, 15:10:19
Hi!

Zitat
Ich meine beobachtet zu haben, dass ich eine "spontane Spiellaune" entwickle ,wenn ich zB. sehr gute Nachrichten bekomme. Aber auch wenn ich auf jemanden besonders sauer war oder dergleichen

Ich spielte, wenn es mir gut ging.
Ich spielte, wenn es mir schlecht ging.
Ich spielte, wenn ich Geld zur Verfügung hatte.
Ich ging aber auch nur zuschauen, wenn dem nicht so war.

Manchmal spielte ich mit dem Spielen. Kam ich mit dem Auto oder Fahrrad bis an eine bestimmte Stelle, bis die Ampel umschlug, ging ich spielen.
Wenn sie es nicht tat, dann ging ich erst recht spielen.

Dass ich spielen ging war dabei nicht das Problem. Dass ich mit dem Spielen etwas mir Unbekanntes kompensierte, wusste ich nicht und wollte es auch nicht wissen.
Es interessierte mich nicht, da ich immer nur die Extremen suchte.

Willkommen also im Club ... :)

Da hilft es aber nicht das gleiche Verhalten in eine andere Tätigkeit zu projizieren.

Zitat
An einem Sonntag an dem ich frei hatte auch öfter mal.

Das spricht für Langeweile ... sich nicht selbst aushalten zu können.
Ist dem so, dann ist derjenige nicht eins mit sich - mag sich nicht.
Dann steigen Ängste auf und/oder die Kritik und/oder Zweifel an sich selbst werden selbstredend als unangenehm empfunden.

Nun greifen die Automatismen der Sucht. Langjährig gebildete und gepflegte Synapsen sorgen für Abkürzungen zu Denkweisen und Handlungen, die wir mit einem besseren Gefühl assoziieren - dem Glückspiel oder auch anderen Drogen.

Dieser kleine Abriss zeigt, dass es wichtig ist sich bewusst zu werden, wer man eigentlich ist.

Also: Wie siehst Du Dich? Was magst Du an Dir? Was magst Du nicht? Wieso stört es Dich? Würdest Du bei jemanden mit dem gleichen Problem sagen: Ist doch halb so wild? Wenn ja, warum dann bei Dir nicht?
Welche Erwartungen, die Du an Dich stellst, sind wirklich Deine eigenen?
Was sind Deine Ziele? Welche hast Du bisher erreicht?

Und und und ...

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 17 August 2019, 19:36:55
In deinem Text erkenne ich mich hier und da wieder. Sport kam schon vor dem Glücksspiel. Sport begleitet mich seit ich 13 bin. Ich habe immer in irgendeinem Verein gespielt oder trainiert und auch wärend ich gespielt habe trotzdem Sport gemacht, nur halt weniger intensiv. Ich habe mit absoluter Sicherheit viel mehr trainiert als ich Zeit am Automaten verschwendet habe. Jetzt arbeite ich mehr und fülle meine Freitzeit wieder vermehrt mit Sport, habe ein paar alte Freundschaften reaktiviert und versucht mich selber besser zu beobachten.
Hast du die Fragen gestellt damit ich sie dir beantworte? Oder sollte ich das nur für mich tun?

Mir wird klar das mich meine "Rückfälle" ausgebremst haben. Ich stehe aber nicht, ich bin nur langsamer. Die Richtung ist aber(noch!) die Richtige.

Mir wird auch wieder bewusst wie wichtig Abstinenz für mich ist. So wie es die letzten Wochen lief geht es ganz sicher schief. Ich möchte nicht mehr spielen, welch ein Blödsinn es dann trotzdem zu tun. Ich hab einfach den Automaten im Kopf wieder angemacht. Nicht im Dauerbetrieb aber er ist an.

Ich bin stärker geworden. Ich lasse das gezocke wieder ganz sein und melde mich mal lieber hier und da wieder.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 17 August 2019, 19:56:59
Hi!

Sehr gute Vorsätze ... :)

Die Fragen kannst Du gerne nur für Dich beantworten.
Vielleicht erkennt sich aber ja jemand in Deinen Worten wieder, wenn Du sie hier kund tust?
Entscheide einfach selbst ... :)

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 17 August 2019, 20:53:48
Okay gut. Ich bin heute zerstört =). Ich muss ehrlich gesagt auch ein bisschen nachdenken. Ich beantworte die Fragen gern. Vielleicht lassen die Antworten bis morgen auf sich warten. Ich meine langsam immer mehr zu verstehen. Die Chemie in meinem Kopf spielt Spielchen mit mir, ich spiele dann Spielchen am Automaten. Ich brauche das nicht, mir fehlt etwas, irgendetwas stimmt nicht.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 18 August 2019, 12:11:53
Also dann:
Wie siehst du dich?
Ich bin ein junger, großer, kräftiger intelligenter "Mann". Ein richtiger Mann würde ich nicht sagen, ich weiß nicht wie ich das genau definieren sollte. Ich bin körperlich belastbar und habe das Potential alles zu schaffen was ich will, alles. Ich entscheide mich nur für nichts richtig und endgültig, es ist immer ein hin- und her und darum gelingt "weniger" und "weniger gut".

Was magst du an dir?
Eigentlich eine Menge =) ich bin klug, habe einen athletischen Körper, mich mag gefühlt fast jeder den ich so kenne, ich bin gern gesehen, umgänglich, habe Humor, ich hänge fast jeden ab wenn es um Zahlenverständnis geht. Ich bin tierlieb, pünktlich, zuverlässig. Ich hab Wirkung auf Frauen, das schmeichelt mir sehr.

Was magst du nicht?
Ich bin manchmal überheblich, arrogant, anmaßend, verplant, ich rechne mir manchmal Sachen kaputt, bin manchmal inkonsequent. Vielleicht am meisten nervt, dass ich meine Fähigkeiten bzw. meine Intelligenz nicht konsequent nutze um mir meine Wünsche und Träume zu erfüllen sondern manchmal für "Blödsinn". Ich weiß nicht was ich will, ich möchte mir scheinbar möglichst viele Optionen offen halten. Dadurch lege ich mich aber auch nie richtig Fest und "schwimme" irgendwie immer.

Warum magst du das nicht?
Ich denke das ist recht offensichtlich. Es sind Eigenschaften die mich bremsen, mir das Leben erschweren. Kapazitäten in meinem Kopf werden an Denkmuster gebunden die mich nicht weiterbringen. Wie so nervige Schleifen denen ich dann wieder entkommen muss. Manchmal hüpfe ich dann halt nur in die Nächste usw. Ich denke mich quasi manchmal tot. Ich spekuliere viel, interpretiere Dinge in etwas herein, dass eigentlich garnicht wichtig genug ist ist usw.

Was würdest du zu einer Person sagen die die gleichen Probleme hat wie du?
Vermutlich das es clever von ihr war mir die ganze Wahrheit zu erzählen. Ich würde ihr aufzeigen das Zocken ihr langfristig alles nehmen kann, nicht nur Materielle, alles. Ich würde ihr sagen das ich ihr nur empfehlen kann damit für immer aufzuhören weil es fast alles schlechte gebündelt in einem Kasten voller Lärm und bunter Bildchen ist. Bei 1 Joint würde ich empfehlen wenigstens täglichen Konsum einzustellen um nicht zu viel Gewöhnung in die Sache reinzubringen, ab und zu wäre es aber mMn. ok.

Warum bei dir selbst nicht?
Ich kann für mich frei entscheiden ob ich mir schaden möchte oder nicht. Ich selbst trage die Verantwortung für mein Handeln. Wenn ich mir selber schade muss ich das ja nicht, ich will es ja scheinbar.
 Die Frage ist gut, die Antwort nicht =)

Die Frage nach den Erwartungen an mich kann ich eigentlich nur auslassen. Ich erwarte das ich zu meinem Wort stehe und Verlass auf mich ist. Wenn ich sage ich tue xy oder helfe z mache ich das, sonst sollte ich die Klappe halten.

Meine Ziele:
Ganz einfach. Ich hab keine, oder zu viele, oder viel zu oft einfach wieder andere. Goethe sagte mal: Schau auf dein Ziel, denn da liegt Freude. Da hab ich wohl auch noch Arbeit vor mir.

Ich musste mich echt zurückhalten aber sonst wäre es ein Roman geworden. Ich dachte ich fange einfach an🤔
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: andreasg am 18 August 2019, 13:13:27
Hallo Gambling

ich habe Deine Antworten gelesen, und nun frage ich mich, wie siehst Du eigentlich aus: Sportlich Athletisch, ok, das hast Du beschrieben, und das Du den Wunsch hast weiter Sport zu treiben, mit oder ohne Joint.
Was macht denn da die Droge; setzt sie Dir etwa eine Maske auf? Ist Superman nicht verletzlich, wenn er an dem grünen Zeug seiner Kindheit schnuppert?

Du hast offen über Dich geschrieben, so wie ich es lese. Die Frage bleibt: Kannst Du den Text jemanden von Angesicht zu Angesicht vorlesen, der versteht, was Spielsucht, also - das nicht gelebte Leben - zu kennen?

Keine Angst, daraus entspinnt sich kein Roman, aber möglicherweise hört Dir jemand einmal zu, und dann entwickelt sich ein Dialog, eine Empathie, oder auch noch mehr.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg
Andreas
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 18 August 2019, 14:01:30
Eher das Gegenteil ist der Fall, "Superman" wird durch Glücksspiel und Drogen verletzlich.



Marihuana, Glücksspiel und auch Zigaretten sind dann wohl mein Kryptonit. Superman ist aber so schlau und meidet es, ich gebe es mir sogar. Ich plane auch meine Ernährung durch, nur diese 3 Sachen gehen mir übel auf den Sack und sind der Stein den ich hinter mir her ziehe. Ich esse kein Fastfood, trinke nur Wasser und ich denke keine Sau würde mir eine Spielsucht oder Drogensucht ansehen. Ich hab mir das ausgesucht. Jetzt sitze ich mit 31 da und frage mich warum. Noch besser ist aber eigentlich die Frage warum immernoch oder auch immer wieder. Ich hatte die Idee alles mit einem Urlaub zu verbinden und(wieder)hinter mir zu lassen. Ganz wichtig ist dann aber es konsequent für immer zu lassen, bis ich sterbe halt. Ich habe nicht durchgängig geraucht ,nicht durchgängig gekifft und auch nicht durchgängig gespielt(das ist schwer zu definieren). Das Muster ist eigentlich dasselbe wie beim Zocken. On und Off.  Ich lasse etwas sein das mir schadet aber kapiere irgendwie nicht warum ich dann irgendwann wieder anfange. Ich weiß auch in den jeweils abstinenten Phasen ging es mir besser, ist ja auch logisch. Ich bin komisch, ich weiß was gut ist und was mir gut tut aber mache etwas anderes.

Um die Frage zu beantworten:
Ja ich würde es jemandem vorlesen. Warum auch nicht. Ich habe meine Stärken und Schwächen auch schon mit anderen Leuten analysiert, Menschen die mir nahe stehen und gutes für mich wollen. Ich meine das Problem erkannt zu haben. Viele von denen haben halt keine Ahnung was Spiel-oder Drogensucht praktisch bedeuten. Es ist einfach für einen Außenstehenden schwer nachzuvollziehen wie man 5000 Schulden haben kann und dann 2000 verzockt. Der sagt sich: Spiel doch einfach nicht. Erledigt. Ich hab mal in der Spielbank einen größeren Betrag gewonnen und mich mit dem Taxi nach Hause fahren lassen und dem Taxifahrer alles erzählt. Spielverhalten etc. Sein Tipp war: Bring das Geld doch einfach zur Bank da ist es sicher. Ich denke ihr versteht was ich meine =)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 06 März 2020, 20:47:42
Hi an alle,

Ich wollte gern einfach mal wieder etwas in mein Tagebuch eintragen. Zunächst mal vorweg und wie immer zu 100 Prozent ehrlich:

Ich habe auch diesmal wieder gespielt. Ich habe mein Verhalten beibehalten und jede "Session" notiert. Das letzte mal bin ich vor ungefähr 3 Wochen in eine Spielhalle gegangen und habe 60 Euro auf 200 hochgespielt und diese dann verloren. Fazit:

Hat mir keinen Spaß gemacht. Ich hatte noch Geld dabei aber ich bin einfach gegangen.

Ich gehe mal nicht ins Detail aber ich dürfte seit meinem letzten Eintrag einen eher niedrigen 3 stelligen Betrag verspielt haben. Ich habe an keinem der Tage Spaß am spielen gehabt, war aber auch nicht sauer. Ich hatte weder viel verloren noch alles an Geld verspielt das ich dabei hatte. Ich hab einfach keine Lust mehr. Vor kurzem habe ich auch das Kiffen eingestellt. Ich trainiere wieder regelmäßig. Mir geht es besser und ich habe verstanden, dass ich mit Glücksspiel, wie auch mit dem kiffen nie klarkommen werde.

Das ist für mich eigentlich völlig ok. Ich arbeite weiter an mir und verfolge weiterhin das Ziel, weder wieder zu spielen noch zu kiffen.

Mit "ein bisschen" komme ich nicht klar, es macht mir keinen Spaß, es ist teuer, ich isoliere mich sozial und ich würde gerne auch mal wieder etwas richtig machen. Bleibt also Abstinenz. Der Gedanke nie wieder zu spielen oder zu kiffen gefällt mir jetzt in dem Moment sehr gut.

Ich formuliere als Ziel Spielfreiheit und auch frei von THC zu sein und zu bleiben.

Alles gute an jeden Kämpfer hier, es wird sich lohnen. So weit bin ich dann doch schon gekommen.

Wenn ich heute drüber nachdenke wie ich manchmal einfach 2000 verbrannt habe wird mir echt übel.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 06 März 2020, 22:58:43
Außerdem habe ich mir gerade meinen ganzen Fred nochmals durchgelesen. Ich weiß nicht so Recht. Klingt etwas befremdlich und auch verrückt.

Da ich gerade parallel die nächste Sucht bekämpfe(nicht das ich den Kampf gegen die Spielsucht hinter mir habe) ist mir das ganze hier dann doch auch dort eine Hilfe. Ich schreibe mal keinen Roman und würde im Grunde gerne ab heute einfach jemals wieder Marihuana rauchen noch jemals wieder zocken.

Sieht aus, als hätte ich in der letzten Dekade meines Lebens sehr viel falsch gemacht.

Da ich mir immer selber tolle Geschichten erzähle formuliere ich es einfach mal ganz konkret:

Ab heute 50 Tage kein Gras und kein gezocke.

Generell keine Handyspiele oder so, da hab ich auch schon ins Klo gegriffen.

Ich kann die Geschichte ja mal abrunden:

Ich hab letztes Jahr ein paar mal  gekokst und auch Alkohol getrunken. Das erste mal Kokain nach 7 oder 8 Jahren. War nichtmal gut(beides). Die Idee als solche war einfach kacke.

Ich bin irgendwie anfällig für alles was meinen Kopf irgendwie zum Kribbeln bringt.

Ich weiß auch nicht so Recht warum ich annehme, dass mir irgendetwas davon etwas bringen könnte. Ich meine, ich hab das ja alles schon oft getan, lange sein lassen,  aber auch missbraucht. Ich habe keine Ahnung warum ich das tue, echt merkwürdig.

Ich denke ich schreibe einfach wieder öfter mal hier rein wenn das ok ist.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: RagexD am 06 März 2020, 23:13:10
Wieso solltest du immer wieder rückfällig werden, wenn es von vorn herein keinen Spaß macht? Sei nicht 100% ehrlich, sondern 150%. Natürlich macht das zocken erstmal Spaß. Es ist ein tolles Gefühl für den Moment. Genau in der Welt, die du so lange geliebt hast. Weil unser Kopf teilweise so denkt, vielleicht auch sehr sehr unterbewusst, kommt der Gedanke "mal wieder spielen" erst zustande. Zumindest ist das bei mir so. Ich sitze hier grade auf arbeit und weiß, da is noch n 1000er den ich fix einzahlen könnte, 10min oder 1h spaß und nichtmehr nachdenken. Spaß haben. Aber ich will nicht. Jedes mal wenn ich anfange so zu denken komme ich hier ins Forum und lese etwas oder ggf. Schreibe auch.
LG
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 07 März 2020, 08:43:24
Ich sehe ja schon wie widersprüchlich das ganze ist. Gerade nachdem ich alles noch einmal gelesen habe. Ich will einfach nur abstinent bleiben. =)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Ilona am 07 März 2020, 09:06:00
Guten Morgen,
hast du schon mal darüber nachgedacht, kleinere Schritte zu machen? Damit kommt man erfahrungsgemäß sicherer ans Ziel.
Du könntest dir z. B. sagen: Heute zocke und kiffe ich nicht! Es ist einfach leichter, es für einen Tag zu schaffen, als das ganze Leben. Alles Gute!
LG Ilona
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 07 März 2020, 09:46:35
Hi Peter!

Wenn bloß diese Ambivalenz nicht wäre - nicht wahr?
Du weisst, dass es Dir besser geht, wenn Du keine Drogen konsummierst und kein Glückspiel betreibst.
Also entscheidest Du Dich die Finger davon zu lassen.
Doch irgendwe geht das nicht auf und Du verfällst immer wieder in alte Muster.
Danach ist dann wieder davor - Sucht ist Kacke, macht gar keinen Spaß.

So grüßt täglich das Murmeltier.

Du hast so viele Fragezeichen, die Du Dir nicht beantworten kannst.
Aber irgendwie interessieren Dich die Antworten auch nicht wirklich. Sehe ich das richtig?
Dann müsstest Du nämlich Deine Komfortzone verlassen.
So ist das Übel, welches man kennt, doch angenehmer, als die Entdeckung des Unbekannten.

Ich denke, dass Du Dir professionelle Hilfe gönnen solltest.
Was hast Du denn zu verlieren? Du kannst nur Vorteile für Dich erfahren.

Ich persönlich glaube nicht, dass Du das Hamsterrad alleine verlassen kannst.
Dazu ist Deine Vita zur sehr geprägt durch die verschiedenen Süchte.

Du hast mal irgendwann etwas geschrieben, wo Du Dich nicht als "Mann" fühlst.
Wenn wir mal die Geschlechterrollen weg lassen, dann geht es sinngemäß um den "eigenverantwortlichen Menschen".
Wo ist das Problem Dir Hilfe zu suchen, wenn Du ein solcher doch eigentlich sein möchtest?

Wie war das doch gleich? Das Geheimnis des Erfolges ist "Tun".
Worauf wartest Du also?
Ich denke, wenn Du es erst einmal zulässt, dann bekommst Du das auch gebacken.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 08 März 2020, 08:57:11
Hey,

es freut mich mal wieder von euch zu lesen.

Ich werde eure Ratschläge gern einmal annehmen. Meine bisherigen Versuche von xyz wegzukommen sind offensichtlich gescheitert.

Da ich mich laut Einsteins Definition wahnsinnig verhalte, werde ich etwas neues versuchen müssen.

Ich kann den ganzen Quatsch auch noch x mal wiederholen, das scheint mir aber sinnlos, ist anstrengend und nervenaufreibend.

Ich werde erneut meine grauen Zellen anstrengen und gucken wie ich mich jetzt aufstelle.

Ich halte euch mal auf dem laufenden und sage danke für eure Zeit und eure Ratschläge.

Sollte sich, positiv wie negativ, etwas verändern werde ich es hier notieren.

Allen erstmal ein schönes Wochenende =)
 
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Ilona am 08 März 2020, 10:03:51
Hi Peter,
schön dass du dich wieder meldest. Das ist eine wichtige Erkenntnis: Wege, die nicht zum Ziel führen, werden nicht dadurch besser, dass man die Wege immer wieder geht.
Du willst jetzt scheinbar einen anderen Weg benutzen, weißt aber noch nicht welchen. Ob deine grauen Zellen da helfen, weiß ich auch nicht. Geh doch einfach mal in eine andere Richtung los als sonst. Probier doch mal einen der Wege, die andere erfolgreich gegangen sind. Und berichte hier darüber in einer Art Tagebuch. Du könntest deinen Weg reflektieren -bringt er dich näher ans Ziel- und bekommst Rückmeldung von den anderen. Überleg doch mal, ob das eine Option wäre. Alles Gute! 
LG Ilona
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 21 Oktober 2020, 11:29:51
Huhu,
Ich melde mich mal nach einem "Rückfall" zurück. Nach ca. 20 Sessions bin ich nach einer Auszahlung gestern laut meinem Konto ungefähr bei +-200 Euro. Ich hätte gestern bis zu 700 Euro mehr nehmen können, hab ich aber nicht. Das ärgert mich ein bisschen aber ist halt nicht zu ändern. 1000 hab ich ausgezahlt.

Ich erinnerte mich an mein Tagebuch hier. In meinem Leben hat sich einiges verbessert, ich habe einiges an Schulden abgezahlt, eine tolle neue Freundin, eine neue Wohnung und ich habe mehr Sport gemacht. Ich wollte mir das hier mal vor Augen führen. Ich hab zB. vor einigen Tagen 375 Euro auf dem Handy auf einem Feld im Regen verspielt, kann ja eigentlich nicht mein Ernst sein.

Ich nehme mich vermutlich einfach selber zu wichtig.

Alles andere läuft gut, ich habe viele Schulden abbezahlen können. Gute 8000 seit meiner letzten Anmeldung schätze ich.

Ich merke einfach wie mich das ganze versucht wieder einzufangen. Ich habe ja nicht unverhältnismäßig gespielt aber dem eigentlichen Plan nicht zu spielen entspricht das halt nicht. Ich werde mein Tagebuch hier noch einmal lesen und vielleicht noch 1-2 Einträge machen.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Wolke am 21 Oktober 2020, 19:32:46
Zitat
Ich habe ja nicht unverhältnismäßig gespielt

Zitat
Ich hätte gestern bis zu 700 Euro mehr nehmen können, hab ich aber nicht. Das ärgert mich ein bisschen aber ist halt nicht zu ändern.

Hallo Peter,

du redest dir das Spielen schön,entschuldigst es......gespielt ist gespielt,ob um Spielgeld oder viel Geld,ob gewonnen oder verloren oder nur Filmchen geguckt......

Zitat
Ich werde mein Tagebuch hier noch einmal lesen und vielleicht noch 1-2 Einträge machen.

Und dann? Biste weg und spielst weiter? Was hast du bisher gegen die Sucht aktiv gemacht? Ich fürchte du hast keine professionelle Hilfe gesucht,du befürchtest aber selber,dass dich das Ganze wieder einfängt. Liebst du deine Freundin,dein zockerfreies Leben? Dann werde aktiv gegen die Sucht. Du hast so viele Schulden schon abbezahlt,wirf das nicht einfach so Session für Session weg.
Lass dich nicht hängen.....kämpfe,mach die Sucht platt und genieße das schöne Leben ohne Sucht,mit deinem eigenen Geld und deiner Freundin.

SHGs finden in größeren Räumen mit Mundschutz statt,Corona zählt nicht als Ausrede.

LG Wolke

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Dennis47 am 21 Oktober 2020, 19:40:28
Huhu,
Ich melde mich mal nach einem "Rückfall" zurück. Nach ca. 20 Sessions bin ich nach einer Auszahlung gestern laut meinem Konto ungefähr bei +-200 Euro. Ich hätte gestern bis zu 700 Euro mehr nehmen können, hab ich aber nicht. Das ärgert mich ein bisschen aber ist halt nicht zu ändern. 1000 hab ich ausgezahlt.

Ich erinnerte mich an mein Tagebuch hier. In meinem Leben hat sich einiges verbessert, ich habe einiges an Schulden abgezahlt, eine tolle neue Freundin, eine neue Wohnung und ich habe mehr Sport gemacht. Ich wollte mir das hier mal vor Augen führen. Ich hab zB. vor einigen Tagen 375 Euro auf dem Handy auf einem Feld im Regen verspielt, kann ja eigentlich nicht mein Ernst sein.

Ich nehme mich vermutlich einfach selber zu wichtig.

Alles andere läuft gut, ich habe viele Schulden abbezahlen können. Gute 8000 seit meiner letzten Anmeldung schätze ich.

Ich merke einfach wie mich das ganze versucht wieder einzufangen. Ich habe ja nicht unverhältnismäßig gespielt aber dem eigentlichen Plan nicht zu spielen entspricht das halt nicht. Ich werde mein Tagebuch hier noch einmal lesen und vielleicht noch 1-2 Einträge machen.

Aus welchen Gründen zahlst du denn eigentlich weiterhin Geld in Online Casino´s ein? Trotz positiven Lebensumstände? Obwohl du noch immer Schulden nach und nach tilgen musst?
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 22 Oktober 2020, 09:19:32
Einfache aber gute Frage. Es ist sinnlos, ich hab erstmal keine Antwort. Fakt ist , ich hab mir wirtschaftlich nicht geschadet, mir geht es besser und trotzdem dachte ich:

Schreib mal lieber wieder einen Eintrag in dein Tagebuch.

Ich guck da bunte Bildchen weil mir irgendwas fehlt oder so.  Meist spiele ich mit ca. 150 Euro und zahle Beträge +700 aus. Macht halt auch keinen Sinn. Hab auch echt genau notiert wieviel ich gespielt/ausgezahlt habe:

60 Euro minus insgesamt, wobei ich vor wenigen Tagen 1000 aus 150 gemacht habe, sonst wären es minus 1060. Würde mich aber auch nicht jucken, wieder zu spielen ist rückblickend einfach nicht so toll gewesen, auch ohne minus.

Eine andere Sache ist mir auch aufgefallen. An den 2-3 Tagen an denen ich gespielt habe war meine Stimmung eine andere. Auch meiner Freundin gegenüber war ich anders. Sie fragte ob alles ok ist etc. Ich war jetzt kein Arsch zu ihr sondern eher abwesend/nachdenklich/introvertiert aber das hat mir zu denken gegeben. Da leidet sie ja dann darunter. Das geht nicht, dann kann ich keine Beziehung führen wenn ich da nicht klar komme....

Achso und danke einmal an die Leute die dieses Forum betreiben...
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Somewhere87 am 23 Oktober 2020, 21:43:04
Hi!

Ich hab deinen Thread mal überflogen und irgendwie wirken deine Einträge für mich so, als würdest du dir damit Absolution erteilen wollen.

Spielen ist im Nachgang bei dir dann "doch nicht so toll". Warum tust du es dann?

Dass du dich wirklich um dich kümmerst und dir Hilfe holst scheint ja nicht der Fall zu sein?!

Was willst du denn wirklich, so richtig wirklich? Aufhören? Abstinent sein?
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 23 Oktober 2020, 22:02:58
Zitat
ich hab erstmal keine Antwort.

Ich schließe mich da somewhere an. Suche nach einer Antwort, egal wie sie ausfällt. Überprüfe einfach mal, was Dir so wirklich wichtig ist. Da gibt es ein hochtrabendes Wort für : Inventur des Inneren. So schwierig, wie es kingt, ist es aber nicht. Schaffe Dir selbst ein Bewusstsein für Deine Bedürfnisse, Deine Ziele und was Dir sonst noch so einfällt.
Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Unser Leben besteht aus tagtäglichen Veränderungen, auch wenn sie uns manchmal gar nicht auffallen.  So kann ja heute etwas falsch sein und morgen schon richtig.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 03 November 2020, 19:57:27
Ich vermute mein Spielverhalten sieht im Grunde aus wie mein restliiches Leben auch  Ich weiß einfach nicht was ich eigentlich will. Ich bin offensichtlich auch nicht so klug wie ich dachte oder verhalte mich zumindest nicht dementsprechend.

Ich lese mir mein Tagebuch nochmal komplett durch und überlege dann, ob ich es weiterführe und welchen Sinn das haben soll. Ab und zu zu notieren, dass ich X gewonnen oder Y verloren habe dürfte nicht sinnvoll sein, das sehe ich auch an meinen Abrechnungen.

Ich verstehe mich selbst einfach nicht gut genug....

Ich lsse von mir hören....=)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 04 November 2020, 11:40:37
Ich habe mein komplettes Tagebuch erneut gelesen und stelle fest:

Was ich da treibe bringt so nichts. Alles zu notieren war schon sinnvoll und hilfreich aber ich bin im Grunde nicht weitergekommen.

Einzig die schlechte Laune aufgrund größerer Verluste blieb aus. Einfach weil ich in letzter Zeit keine großen Beträge verloren habe.

Ich habe mich nur besser beobachten können und Verluste minimiert, mehr ist nicht passiert.

Ich mache immer wieder das gleiche...... ::)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 04 November 2020, 13:53:17
Hi Patrick!

Ich denke, was Du hier durchlebst, kennt so mancher.
Du kannst Dich nicht zu einer konsequenten Abstinenz durchringen.

Wir hatten schon mal das Thema ganz kurz: Viele Spieler sind polytox.
Die verschiedenen Süchte teilen sich verschiedenste Merkmale. Daher wird von den Profis angeraten gleich alle auf einmal anzugehen.
Das klingt im ersten Moment, als sollte man als Anfänger gleich den Mount Everest besteigen.
Tatsächlich beeinflussen Nikotin und Mariuhana ja auch Dein körpereigenes Belohnungssystem. Die Synapsen werden weiterhin mit Dopamin etc.  überreizt und schreien nach weiteren Endorphinen. Sie haben also keine Chance auf Deinen einstigen normalen Level zu kommen, an den Du Dich wieder gewöhnen möchtest.
Da ist es logisch, dass Du den Versuchungen des Glückspiels nicht wiederstehen kannst.
Aber - Du drehst Dich dadurch im Kreis, wie Du ja selbst gemerkt hast.

Trotzdem hast Du durch Deine Einschränkungen in der Suchtausübung doch gemerkt, dass es Dir unterm Strich eigentlich besser geht. Die negativen Gefühle danach wurden weniger, weil Du weniger gespielt hast. Du konntest Schulden tilgen und fühltest Dich wohl dabei - warst stolz auf Dich!
Und was nun, wenn Du diesen entgültigen Schnitt nun machen würdest? Würden die positiven Erfahrungen nicht noch verstärkt?

Wie war das noch mit der Beratungsstelle? Warst Du da? Hast Du regelmäßge Beratungen?

Weisst Du, was eben mein erster Gedanke war nach dem Lesen Deiner Beiträge? :
Mein Gott, der Patrick liest sich ja ganz schön niedergeschlagen. Nicht, dass zu den Süchten nicht jetzt auch noch eine Depression dazu kommt ...

Passe auf Dich auf, Patrick und handele ...

Ich habe ca. 20 Jahre lang gespielt. Die letzten Jahre habe ich mich aber nicht getraut den Absprung anzugehen.
Als ich es dann getan habe, war es, und ich weiss, dass das nicht selbstverständlich ist ... sowas von einfach.
Ich habe es nie auch nur eine Sekunde bereut!

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 09 November 2020, 18:52:21
Der Beitrag von Olli trifft es im Grunde schon ganz gut. Danke dir dafür. Die Idee mit den Depressionen ist auch nicht so weit hergeholt.

Ich komme zufällig auch aus dem Handel und werde daher mal "Inventur" aufgreifen. Heißt einfach gesagt ich mache folgendes:

Ich führe in meinem Laden eine Inventur auf Drogen durch und wundere mich über das Ergebnis. Dann wieder Drogen rein, nochmal zählen und das Ergebnis ist wieder ein anderes usw.

Bei einem Computer würde man das Mainboard laufen lassen und dann alle Komponenten nach und nach anschließen und gucken wann das Ding nicht mehr läuft. Das sollte ich auch tun nur weiß ich:

Die Bauteile Drogen, Glücksspiel, Unzufriedenheit etc. pp. muss ich sowieso ausbauen wenn der Rechner gut und schnell laufen soll. Mit Ihnen läuft er höchstens mäßig und geht viel schneller kaputt. Exakt das mache ich gerade jeden Tag....

Ich gehe mal in mich und gucke was ich aus dem Tagebuch hier mache. Danke jedenfalls für eure Antworten. Ich habe im Grunde dieselbe Vermutung wie Olli auch:

Ich muss von Zeitpunkt X an nicht mehr Rauchen, Kiffen und Zocken, in diesem Zustand ausharren und gucken wie ich darauf reagiere. Alles andere dürfte Zeitverschwendung sein. Das was ich halt bisher getan habe.. 

Um deine Frage zu beantworten:

Ich war natürlich in keiner Beratungsstelle oder dergleichen. Ich denke das war klar aber deswegen muss ich die Frage ja nicht ignorieren, sorry....
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 09 November 2020, 22:51:32
Hi Peter!

Alles gut ... wollte die Idee mit der Suchtberatung nur noch mal in Erinnerung rufen ... :)

Kürzlich, da Du das Wort erwähnst, komme ich wieder drauf, habe ich mir einen Kurzbeitrag auf YT über Unzufriedenheit angehört.
Mal sehen, was ich da noch zusammenkratzen kann. Er war sehr motivierend und ganz allgemein verfasst. Trotzdem habe ich mich darin während meiner Abspungzeit wieder gefunden.
Unzufriedenheit ist ein negatives - ein unangenehmes Gefühl. Sie schleicht sich ein und wird zunächst gar nicht mal wahr genommen. Dann fängt sie an zu wachsen und raubt mehr und mehr Lebensfreude.
Jahre bevor ich aufgehört habe, fing es genau so bei mir an. Damals ärgerte ich mich über die Automaten und realisierte gar nicht, dass die nur als Platzhalter für meine Person standen.
Das kam aber mehr und mehr durch. Trotzdem machte ich weiter - ich kannte es ja nicht anders und irgendwie wollte ich ja auch, dass mir das Glückspielen Spaß machte.
Irgendwann aber saß ich am Automaten und da war nichts mehr an. Das Einzige, was ich noch verspürte, war der Stress, den ich von einem Automaten zum Anderen hetzend hatte.

Im Beitrag hieß es, dass die Ursachen für die Unzufriedenheit oft einfacher zu beseitigen oder zumindest abzuschwächen ist, das der Schein es erst einmal wirken lässt.
Doch wie das nun mal so ist, ist es einfacher und es bedeutet auch keinen Aufwand das weiter zu betreiben, was man kennt, als Neues auszuprobieren, was man nicht kennt.
Aus meiner Sicht kann ich das auch nur bestätigen. Doch da war noch mehr: Wie sollte mein Leben denn aussehen ohne Automaten? Ich kannte ja jetzt nichts Anderes mehr, was mir derart Befriedigung verschafft hatte - wenigstens kurzzeitig. Da war also ein Gefühl im Spiel - Angst.

Wieso halte ich aber an etwas so derart fest, was mir schadet? Wenn ich die Unzufriedenheit erkenne, folgert doch zwangsläufig, dass ich ihr auf die Spur kommen muss.
Aus welchem Lebensbereich kommt sie? Wie wirkt sie sich aus? Erst im nächsten Schritt kann ich überlegen, was ich selbst ändern kann. Bis hierher habe ich ausschließlich gedankliche Arbeit betrieben. Ist das denn wirklich schon zu viel verlangt? Ehrliche Antwort - ja, das war es für mich! Denn irgendwie kam ich immer zu dem Schluss, dass ich unzulänglich bin.
Da ich mein Leben lang diese Rolle aber in der Familie innhielt, wollte ich nicht zu diesem Schluss kommen - es war ja dann die Bestätigung der Rolle.

Unzufriedenheit lässt sich durch nachdenken aber nicht auflösen. Ja, sie lässt sich erkennen, auf diese Art und Weise - das ist aber auch schon alles.
Wenn ich die Unzufriedenheit eliminieren möchte, dann muss ich ins Handeln kommen.
Damals habe ich versucht es allen Recht zu machen. Ich möchte es gar nicht mehr aufzählen, wie ich durch Fleiss, Stress und enormen Kraftaufwand versucht habe meine Rolle in der Familie zu ändern. Manchmal mag es ja reichen die äußeren Ursachen auf diese Art anzugehen. Ich wurde hier aber zum Ja-Sager. Es reichte eben nicht. Ich setzte meine Bedürfnisse in den Hintergrund. Ich schadete mir selbst. Im Grunde war ich fremdbestimmt!
Also musste ich doch über mich nachdenken. Ich musste erst einmal akzeptieren, dass ich so wie ich bin und so, wie ich mich selbst sehen wollte, gut bin.
Ich musste weg von dem Perfektionismus hin zur Akzeptanz meiner Fehler.

Das wusste ich damals alles noch nicht und trotzdem kam ich ins Handeln - ich spielte nicht mehr. Das war der allererste Schritt, der unwahrscheinlich viel Überwindung gekostet hat.
Diese Form der Überwindung habe ich bis heute beim Aufgeben des Rauchens leider noch nicht gefunden.
Ein paar Wochen später nach meiner Abstinenzentscheidung sickerte denn doch bei mir durch, dass ich mehr machen muss und sollte.
Wo sollte ich also frei über mich reden können? Unter Gleichgesinnten, war mir ganz schnell klar. Ein wenig Überredungskunst meines Schwagers und schon war ich dort.
Da sich meine Einstellung zu meinen Fehlern mittlerweile geändert hatte, war es auf einmal gar nicht mehr so schwer mich auf den Prüfstand zu stellen. Es ging darum mich in kleinen Schritten auszuprobieren.  Einen Schritt machen - und schauen, was passiert. Nächsten Schritt machen - wieder schauen, was passiert.
Mein Ziel ist immer noch die Zufriedenheit im Jetzt - was kümmern mich da meine Fehler von gestern, wenn ich diese heute nicht mehr mache?
Wie wurde es im Beitrag gesagt: Ich muss bereit sein für meine Lebensfreude auch einzustehen!
Das bedingt aber auch, dass ich mir meine Wertigkeit betrachte. Wie ernst und wie wichtig nehme ich mich eigentlich selbst?
Erst kürzlich sprach jemand davon, dass in den Foren nur noch Hobbypsychologen rumlaufen würden. Diese Person wehrt aber alles ab, was zu einer dauerhaften Abstinenz führt.
Er hat seinen Wert noch nicht eingesehen - schlicht und ergreifend ...
Wenn ich unzufrieden bin, dann muss ich meine Komfortzone des Bekannten verlassen - sonst ändert sich ja nichts. Schönes Beispiel hier ist Dein Rechner, den Du da beschrebst.

Unzufriedenheit kommt auch häufig durch Überforderung. Wenn z.B. der Job zu stressig ist, dann muss ich schauen, ob ich Teile davon nicht abgeben oder irgend etwas verändern kann.
Oft funktioniert das auch in kleinen Schritten, es muss nicht gleich die Aufgabe des Jobs bedeuten.
Überforderung ist mit Stress verbunden. Bei all meinen Aktivitäten damals, Job, Nebenjob, Vater in der Firma helfen Tag und Nacht, Vorstandsposten im Tambourcorps mit freiwilligen weiteren Aufgaben, lebte ich für diesen Stress. Den fand ich dann auch im Glückspiel.

Die krasseste Veränderung kam dann vor 7 Jahren, als es zur Trennung von meinen Eltern kam. Es hat mich unwahrscheinlich geschmerzt, doch es war das Beste, was ich machen konnte.

Oh jeh ... die paar Punkte aus dem Beitrag habe ich aber gaaaaaaaanz schön ausgeschmückt ... :) Man möge mir verzeihen ... ;)


 

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 13 Januar 2021, 14:13:43
Heute mal wieder ein Eintrag:

Ich hab mich erstmal wieder gefangen. Seit dem 15.11 habe ich 2x an fast aufeinanderfolgenden Tagen gespielt:

1x 350+
1x 175+


Keine Ahnung ob und wie ich das jetzt bewerten soll. Ich denke ich lasse es einfach. Merkwürdig nur, dass ich 2x ins Plus kam und echt auch ausgezahlt habe.

Die neuen Glücksspielgesetze im Onlinebreich "vermiesen" mir meine Art zu spielen ohnehin. Ironischwerweise ist das wohl besser so.

Ansonsten habe ich eine neue Freundin, den Spaß am Kochen wiedergefunden, meine alte Verletzung heilt langsam aus und ich mache wieder mehr Sport.

Ich sch.... jetzt mal auf das bisschen gedaddel und gucke wieder nach vorne, so läuft es eigentlich ganz gut.

Ich danke Olli an der Stelle für seinen Beitrag. Ich werde nicht im einzelnen auf alles eingehen aber ich würde behaupten wir sind uns in vielen Dingen ähnlich, du bist einfach weiter als ich. Ich gehe mal einen Schritt nach dem anderen. Ich sollte vielleicht auch nicht einfach vor dem Glücksspiel fliehen, sondern auch gucken wo ich hingehe, warum und wie ich es dann schaffe lächelnd an jedem Geldspielgerät vorbeizugehen. Vorbeigehen gelingt mir sehr häufig aber offensichtlich nicht immer. Da man auch 8500 an einem Tag locker wegdrückt(die ich jetzt inzwischen angespart habe) bleibe ich vorsichtig und lasse mein Geld dort wo es sicher ist.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Dennis47 am 13 Januar 2021, 20:50:57
Heute mal wieder ein Eintrag:

Ich hab mich erstmal wieder gefangen. Seit dem 15.11 habe ich 2x an fast aufeinanderfolgenden Tagen gespielt:

1x 350+
1x 175+


Keine Ahnung ob und wie ich das jetzt bewerten soll. Ich denke ich lasse es einfach. Merkwürdig nur, dass ich 2x ins Plus kam und echt auch ausgezahlt habe.

Bewerte es besser erst gar nicht, vor allem nicht mit einem positiven Gefühl etwas gewonnen zu haben und es vielleicht gefühlt bewusster; mit einem subjektiv beurteilten neuen kontrollierten Verstand gehandhabt zu haben.  Denn auch wenn du da anscheinend sofort ausgezahlt hast:
Das ist kein Erfolg und wird wie wir doch alle wissen vor allem langfristig nie einer sein.

Diese Erfolge triggern einen doch wieder nur auf kurz oder Lang, man redet sich ein nun willensfähiger sein aber jede neue Einzahlung die folgen wird solltest du dir in Zukunft gut überlegen. Denn der Gedanke, nun alles zu beherrschen, ist fatal und widerspricht jeder Willensfähigkeit/Kontrollfähigkeit. Jede neue Einzahlung, auch die zuletzt mit inbegriffen, wären in Zukunft der direkte Beweis dafür, das du dies eben nicht beherrschen kannst und das Problem nicht begriffen und verstanden hast. Begründe es dir zudem bloß niemals selbst, also deinem Gewissen damit, das du ja nun 2 mal Profit gemacht hast und es dir direkt ausgezahlt hast. Das rechtfertigt kein neuen Versuch sein Glück und Geld erneut zu riskieren sowie auch nicht das Risiko was du für diesen "Profit" eingegangen bist.

Casinos sind weder eine vernünftige Freizeitbeschäftigung noch dienen sie dazu, Profit zu generieren.

Eine neue Freundin, die zurückgewonnene Sichtweise auf die Beschäftigungen die dir Spaß machen (Kochen), sind doch ein guter Baustein um sich und sein Leben wieder in ordentliche wirtschaftliche und vor allem glückliche Bahnen zu lenken.

Ich wünsche dir dabei viel Kraft und Erfolg!
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 14 Januar 2021, 09:39:28
Vielen Dank für deine Antwort. Nachdem ich heute überraschend gut geschlafen und bei einer Tasse Kaffee darüber nachgedacht habe nehme ich dann doch mal vorsichtig eine Bewertung vor:

Ich bin 2 weitere Male auf die Schnauze gefallen. Ich hatte einfach nur Glück und habe dabei jeweils kleine Geldbeträge gefunden. Der Preis dafür waren ein paar kleine Schürfwunden in Form von Gedanken an gezocke usw.
Ich hab ausgezahlt, weil ich dann doch währenddessen gemerkt habe, dass ich da Mist baue und ich sowieso nicht mehr als die paar Euro Gewinne. Meine gesparten 8500 Euro habe ich nur, weil ich( fast) nicht gespielt habe, vorher hatte ich garnichts.

Nicht spielen > spielen  ::)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 02 März 2021, 22:04:36
Heute mal wieder ein Eintrag:

Hab ich seit meinem letzten Eintrag gespielt?
Ja

Wieviel?
Insgesamt ca. -1000 an bis zu 10 Spieltagen.

Warum hab ich das gemacht?
Vermutlich weil ich süchtig bin, etwas besseres fällt mir nicht ein.

Noch etwas?

Ich habe mein Paysafekonto sperren lassen. Jetzt habe ich kein Onlinebanking mehr und kann mein Bargeld nicht mehr in PSC eintauschen bzw. wäre das sinnlos.

Rückblickend wollte ich spielen und hab mir das Geld bewusst besorgt.(600)

Dann war ich "drin" und hab in ca. 1 Woche 2x200 zusätzlich rausgehauen und dann dachte ich einfach:
Es reicht/war angepisst/dachte das wäre vernünftig mein Konto zu sperren.

Das war vor 3 Tagen.

Mal gucken wie es so weitergeht aber im Moment kann ich nicht spielen ob ich will oder nicht.



Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 03 März 2021, 05:44:19
Hi Peter!

Zitat
Warum hab ich das gemacht?
Vermutlich weil ich süchtig bin, etwas besseres fällt mir nicht ein.

Du weisst schon, dass die Antwort zu einfach ist, nicht wahr? :)

Versuche es mal mit Deinen Gefühlen. Was hat Dich angespornt spielen zu wollen? Was ging in Dir vor, als Du spieltest? Und wieso hast Du Dein Online-Banking nun gesperrt? Wie fühlt sich dies jetzt an?

Ich finde es übrigens super, dass Du hier von dem Rückfall berichtest. Das ist ungemein wichtig. Du brauchst das nicht im stillen Kämmerlein mit Dir alleine aus zu machen. Rückfälle gehören nun mal dazu. OK, keiner möchte gerne hinfallen. Doch bietet das nicht gerade die Chance zu schauen, wieso dies geschehen ist? Jetzt, wo die Erinnerungen noch frisch sind? Rückfälle können zu mehr Klarheit führen und helfen somit bei der Genesung.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 03 März 2021, 11:33:55
Hi =)

Du hast wie so oft Recht. Ich mache mich nicht mehr fertig, das bringt nichts. Was jetzt ein "Rückfall' ist war vorher ganz normal und hieß einfach zocken. Da wollte ich nichts verändern, war mir quasi egal. Jetzt ist das nicht mehr so.  ???

Ich bin beim spielen wie in einer Blase. Ich dattel da rum und wenn ich ins Plus komme dann komme ich mir toll vor. Wenn das nicht klappt macht es auch keinen Spaß.

Wenn ich anfange ist es noch "spannend". Zunehmend schleicht sich dann aber Langeweile ein und ich merke:

Naja es ist halt dieselbe kacke wie immer, was hast du erwartet. =)

Ich werte auch beim zocken die Zahlen aus:

Wieviel hast du Plus? Wieviel ist das in Prozenten vom Gesamtbetrag? Wie lange hat das gedauert? Wieviele Freispiele in unterschiedlichen Spielen hast du parallel gesammelt? Welche spielst du ab? Triffst du gleich wieder welche mit höherem Einsatz?

Gefühle beschreiben fällt mir sehr schwer. Wenn mich jemand fragt wie es mir geht sage ich immer:

Gut danke und selbst?

Meist weil ich einfach nicht drüber nachgedacht habe/dem anderen kein Ohr abkauen möchte.

Ich las hier:

Spielen ist ein emotionales Problem mit wirtschaftlichen Folgen.

So ist es. Ich will 1000 gewinnen(zB.), aber ich kaufe davon ja nichts. Es ist also Unsinn, das Geld ist in dem Fall nur irgendwie Suchtmittel?!?. Egal ob ich 200 oder 200 000 hab. Nur 0 ist schlecht weil dann kann ich nicht spielen. Es geht nicht um Geld, ich will dann spielen. Warum muss ich wohl echt noch herausfinden. Klar ich will gewinnen aber wieviel? Und warum wenn ich ja doch nichts davon kaufe?

Es geht nicht um Geld. Wenn ich Geld will muss ich mehr einnehmen als ausgeben und fertig. In etwas mit langfristiger negativer Gewinnerwartung investieren kann nur dem Betreiber etwas bringen. Nämlich das was ich verliere. Ich hoffe, er lacht =)

Onlinebanking habe ich schon ca. 1 Jahr nicht mehr, ich habe jetzt nur zusätzlich mein Paysafekonto sperren lassen um auch nicht mehr mit Bargeld spielen zu können. Ich habe nach wie vor ungefähr 8000 Euro bei einer Vertrauensperson angespart, dieses Jahr hatte ich nur auch mal Weihnachtsgeschenke gekauft(500?) und 1000 verspielt, darum ist es nicht mehr Geld geworden.



Die Sperrung des Paysafekontos fühlt sich langsam gut an, weil ich mein Geld jetzt behalten bzw. gegen Waren und Dienstleistungen eintauschen kann. So ist es ja auch gedacht.

Ich glaub ich spiele heute den 4. Tag nicht?

Es fällt mir nicht schwer, ich spiele ja nur manchmal bzw. dann Phasenweise öfter.

Einzig nie wieder um einen Euro spielen zu können/wollen ist ein merkwürdiges Gefühl. Da muss ich wohl hin, ein bisschen ab und zu geht einfach nicht.


Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 03 März 2021, 14:46:20
Hi!

Zitat
Einzig nie wieder um einen Euro spielen zu können/wollen ist ein merkwürdiges Gefühl. Da muss ich wohl hin, ein bisschen ab und zu geht einfach nicht.

Das war genau mein Weg damals. Als ich da eine Minute nach Mitternacht aus der Halle heraus trat, da wusste ich: Das geht so nicht weiter!
Ich bin auch der Überzeugung, dass ich all das Erlente wieder Stück für Stück beiseite schieben würde - also in all die alten Muster zurück verfallen würde, wenn ich auch nur ein einziges Mal wieder spielen würde. Eine gewisse Stimme in mir würde das zwar verneinen, würde eine Weile abwarten, sie würde mich dann aber mehr und mehr wieder dem Glückspiel näher bringen.
Es gab da vor ein paar Jahren eine Situation, die ich hier auch schon mal nieder geschrieben habe. Der damalige Wirt unserer Dartkneipe hatte sich einen Bildschirm an die Wand gehangen und spielte dort im Internet Poker. Ich saß an der Theke, als seine Skatfreunde herein kamen. Für ihn war es vollkommen logisch mich zu fragen, ob ich das Turnier nicht weiter spielen wolle da er nun lieber Skat um Runden spielen wollte.
Ich habe noch nie Poker gespielt und doch sah ich sofort die Gefahr. Also verneinte ich und musste dies auch mehrfach wiederholen, da er sein Startgeld unnütz verfallen sah.
Hätte ich hier nachgegeben, dann hätte ich eine mir selbst auferlegte Grenze überschritten. Tja ... und wenn eine fällt, dann folgen ihr auch weitere.
Je frühzeitiger ich intervenieren kann, desdo leichter fällt es mir.

Zitat
Gefühle beschreiben fällt mir sehr schwer.
Das lässt sich lernen. Bei mir war es ja genau so. Was heisst war ... mir fällt es immer noch schwer. Doch ich versuche es und was soll ich sagen ... es ist einfach besser, als alles in sich hinein zu fressen oder es gedanklich an Seite zu wischen - es kommt ja doch zurück.
Übrigens habe ich selbst Kathrin von der Chatberatung vor zwei Tagen kontaktiert, weil mir etwas auf dem Herzen lag. Was habe ich gezweifelt ... Ist Dies richtig oder doch eher Jenes? Ich habe sie gebeten, mich da durch zu leiten, damit ich Klarheit bekomme.
Das Herzstück hat mir ein paar Fragen gestellt und ich habe versucht offen und ehrlich zu antworten. Wohlweislich ... es ging nicht darum, was sie davon hielt ... es ging ganz alleine um mich. Über eine Stunde hat es gedauert, bis ich eine Entscheidung getroffen hatte. Ob sie in anderer Augen richtig oder falsch war, ist unerheblich.
Ich fühle mich nun mit meiner Entscheidung im Reinen. Die Zweifel sind weg.Ich habe auch dementsprechend gehandelt.
Vielleicht versuchst Du es ja auch einmal? Spreche das Thema "über Gefühle sprechen" einfach mal an im Chat oder, wenn Du Dich traust, am Beratungstelefon.
Weisst Du, was dabei so schön ist? Du kannst nix falsch machen ... einfach gar nix ...
Und gerade deswegen fühlst Du Dich im Anschluss auch besser ... weil Du Dir bewiesen hast, dass Du sehr wohl über Gefühle reden kannst - wenn Du Dich einlässt - das ist natürlich Voraussetzung. Und dann kannst Du das üben in Deinem "normalen" Leben. Immer gerade so viel, wie Du Dich traust, wie es angemessen erscheint oder oder oder ...
Es bringt Dich nicht nur anderen Menschen näher, sondern auch Dir selbst kommst Du damit näher.
Boa ... ob die Landeskoordinierungsstelle Glückspielsucht NRW noch einen Werbebeauftragten sucht für ihre Beratungsangebote? :) ;) ;)

Zitat
Was jetzt ein "Rückfall' ist war vorher ganz normal und hieß einfach zocken. Da wollte ich nichts verändern, war mir quasi egal. Jetzt ist das nicht mehr so. 
Ist das nicht ein wunderschöner und befriedigender Gedanke? Und jetzt formuliere mal den letzten Teil um. Es kommt mir vor, als wolltest Du es nicht direkt aussprechen:
Ich will etwas verändern! - Fühlt sich das nicht noch besser an? Und dann die Veränderungen selbst, die schon geschehen sind ... an der Spitze Deine eigene Einstellung!
Früher habe ich selbst nie daran geglaubt ... bis ich es dann getan habe. Einfach so, als ob man den ersten Domiostein anstößt und der Rest fällt von ganz alleine ...

So, jetzt ist aber genug für heute, sonst finde ich gar kein Ende mehr ... ;)

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Somewhere87 am 03 März 2021, 15:46:45
Einzig nie wieder um einen Euro spielen zu können/wollen ist ein merkwürdiges Gefühl. Da muss ich wohl hin, ein bisschen ab und zu geht einfach nicht.

Ohja, das kenne ich. Habe mich nach ewigem hin und her dann doch bei der nationalen Sperrdatenbank eingetragen und bin nun für alle offiziellen Glücksspiele gesperrt.

Ich habe viel mit meiner Frau und anderen wichtigen Personen darüber gesprochen und mich gefragt: "Warum will ich denn überhaupt mal wieder was verspielen?"
Wegen dem tollen Gefühl? Nein. Wegen dem Spaß? Nein. Ja warum denn dann? Und ich habe keine ehrliche Antwort gefunden.

Weißt du, was Zocken, Alkohol und Zigaretten gemeinsam haben? Die Firmen stellen es als normal dar. Als würde es dazugehören. Als würde es ohne nicht gehen.
Im Zuge des neuen Glücksspielvertrages wurde ja sogar erwähnt, dass die Bevölkerung einen natürlichen Spieltrieb hat. Da haben die Lobbyisten gute Arbeit geleistet.

Klar ist mal ein Bier nichts tragisches und mal 5 Euro gewettet, aber es muss nicht sein. Es ist absolut nicht notwendig. Weder du, noch ich, noch sonst wer braucht das.
Es ist ein Weg ohne Ziel.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 03 März 2021, 19:46:44
Ich danke euch für eure Worte.

Ich hörte letztens folgenden Spruch:

Nicht Perfektion sondern Wachstum

Das würde ich mir gern auf die Fahne schreiben. Ich möchte alles immer sofort und auf einmal. Ich will ans Ziel und sprinte los, das Ziel ist aber 20km weit weg.

Dann noch etwas:

Ich bin müde. Müde diese ganze Sucht aufrecht zu erhalten. Ich muss viel tun um meine Sucht zu erhalten und ich hab zunehmend einfach keine Lust mehr bzw. möchte keine Energie mehr investieren.

Es ist zu verrückt. Ich kaufe Kaffee im Angebot, viel auf einmal, punkte 10fach bei Payback um Abends 400 wegzudrücken und frage mich ernsthaft ob und warum es mir nicht gut geht. Keine weiteren Fragen =)

Die von Olli beschriebene "Eigendynamik" ist mir auch aufgefallen. Ich verändere meine Einstellung zum Spielen wärenddessen, unmittelbar davor und auch danach. Es verändert meine Gedanken, das gefällt mir nicht.

Ich melde mich auf jeden Fall ab und zu.

Mir geht es schon besser. Ich hätte um mehr Geld spielen können. Ich hätte auch heute spielen können wenn ich wollte. Auch morgen. Ich will aber einfach nicht. Das ist scheinbar nur nicht immer so. ::)

Am besten finde ich wohl einen Weg wie ich das zu jeder Zeit an jedem Tag denke und dann ist auch irgendwie alles gut =)



Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 15 März 2021, 20:31:40
Heute mal wieder ein Eintrag:

Hab ich seit meinem letzten Eintrag gespielt?
Nein

War das gut?
Ja

Heute also der 15. spielfreie Tag.

Mir geht es ansonsten nicht besonders gut, durch spielen dürfte das aber nicht besser werden. Also alles ok soweit.

Ich hab mal hier und da nachgedacht, vielleicht findet das hier Platz:

Ich kann alle 30 Sekunden meines Lebens über 1 Cent frei verfügen. Meine Rechnungen sind dann bezahlt. Das entspricht 1,20/Stunde oder einfach 864 Euro im Monat. Es schwankt ein wenig aber grob haut es hin. Davon zahle ich aktuell auch weiter Schulden ab.

Ich habe mir noch nie in meinem Leben etwas für mehr als 1500 Euro gekauft. Das war mein Fahrrad, das hab ich auch noch.

Ich habe aber schonmal 6500 Euro Strafe für etwas gezahlt, das ich nicht verbrochen habe.

Als Unternehmer habe ich mal in 1 guten Jahr 121 000 Euro Steuern gezahlt und genau nichts dafür bekommen.

Ich glaube langsam auch meine Gedankengänge sind eher ungesund. Ich definiere mich über Geld, davon hab ich aber keins (bis auf ca. 8000). Wie auch wenn man es verspielt. Ich fühle mich aber auch nicht besser wenn ich mehr habe.

Es bleibt alles ein großes Durcheinander...

Sollte ich meine Einnahmen/Ausgaben genauer notieren? Ich weiß es nicht, ich vermute aber es würde helfen.

Auch wenn ich hier und da in den letzten 1-2 Jahren etwas Geld verloren habe ist das mit früheren Zeiten nicht zu vergleichen und das Geld wird mehr obwohl ich mehr ausgebe.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Somewhere87 am 15 März 2021, 21:56:55
Hi Peter.

Wieso definierst du dich denn über Geld?

Wie wäre die Definition von dir selbst, wenn du a) gar kein Geld, also wirklich 0 hättest und b) 50 Millionen Euro hättest?
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Aciric am 15 März 2021, 23:19:26
Heute mal wieder ein Eintrag:

Hab ich seit meinem letzten Eintrag gespielt?
Nein

War das gut?
Ja

Vielen Dank für deinen Post - darf ich mir das als Mantra klauen?
Ab morgen werde ich mit folgendem aufstehen:
Habe ich gestern gespielt? Nein!
War das gut? Ja!
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 17 März 2021, 11:20:30
Heute also Tag 16

Hi,

Du kannst das natürlich für dich verwenden. In einem solchen Fall bin ich für Diebstahl =).

Ich versuche es mal etwas genauer. Ich definiere mich nicht unbedingt über das Geld das ich habe:

Ich gehe arbeiten. Dafür schuldet mir mein Chef Lohn. Ich brauche Geld um es gegen Waren und Dienstleistungen einzutauschen. Ich brauche eine Wohnung, Essen, ein paar Schuhe in denen ich laufen kann etc. Wenn ich also 1500 netto verdiene ist das erstmal die Gegenleistung für meine Arbeit für 1 Monat. Verdiene ich 1700 netto mache ich doch etwas "besser" als wenn ich nur 1500 bekomme? Natürlich nur wirtschaftlich, aber die Zahl ist größer und hat somit erstmal mehr Potential. Wenn ich nun von diesen 1500 nur 700 brauche habe ich 800 "über". So messe ich quasi meinen wirtschaftlichen Erfolg. Wie viel kann ich holen und mit wie wenig komme ich aus. Soweit vielleicht noch ok. Bisher habe ich aber jetzt öfter diese 800 weggedrückt und gehofft daraus 2000 zu machen. Das klappt durchaus mal, ist aber langfristig Blödsinn. Wissen wir hoffentlich alle.

Ich bin aber an dem Punkt irgendwie ausgehebelt. Was mache ich jetzt mit dem Geld? In die Ecke legen ist eher sinnlos weil Inflation etc.

Ich habe schon angefangen Geld in meine Beziehung zu investieren. Ich gehe zB. einkaufen, ersetze etwas das kaputt ist etc.

Das reicht mir aber alles nicht. Ich finde den Gedanken gruselig Geld zu verdienen um es dann monatlich komplett wieder auszugeben. Das widerstrebt mir irgendwie. Vielleicht macht mit mein Job dafür auch zu wenig Spaß.

Um auf die Frage zu Antworten:

Wenn ich heute genau 0 Euro hätte würde ich wie so oft anfangen Geld zu erwirtschaften. Ich hatte schon oft in meinem Leben 0, das ist erstmal nichts neues. Ich stehe auf und hole neues Geld. Hat jedes mal geklappt.

Wenn ich 50 000 000 hätte würde ich wohl meiner Vertrauensperson 49 990 000 geben und erstmal gucken wie gut ich mit 10 000 klarkomme, irgendwie so. Ich wäre aber Derselbe. Würde auch meinen Job erstmal behalten weil ich die Befürchtung hätte nicht gut klarzukommen. Ich hatte mal Einkommen und habe fast nichts dafür getan. Das ist mir eher nicht gut bekommen.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Born4Nothing am 17 März 2021, 11:59:12
Zitat
Wenn ich 50 000 000 hätte würde ich wohl meiner Vertrauensperson 49 990 000 geben und erstmal gucken wie gut ich mit 10 000 klarkomme, irgendwie so. Ich wäre aber Derselbe.

Ein Trugschluss - Geld verändert einen Menschen - meist zum Negativen - es gab sehr viele die einfach nicht mit der Summe umgehen können. Je mehr Geld man besitzt desto mehr gibt man auch aus und befindet man sich dann noch in der Spielsucht kannst du gar nicht so schnell schauen wie schnell du 50Mio durchbringst denn die Einsätze werden immer höher weil man ja genug Geld hast und verliert man mal 1Mio dabei - egal - man hat ja noch 49Mio über - das geht so lange bis nichts mehr da ist....und das geht leider sehr schnell.

Hab ich am eigenen Leib erleben müssen wie schnell es gehen kann - gut, nicht mit 50MIO aber ich denke es macht keinen Unterschied ob nun 50mio oder 1mio...

Keiner sagt das du alles Geld was du verdienst ausgeben sollst - aber wie wäre es mit Leben - mit Geld wird man nicht glücklich - es beruhigt nur - mehr aber auch nicht.

--> https://www.forum-gluecksspielsucht.de/forum/index.php/topic,4849.msg43476.html#msg43476
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Auskuriert1 am 17 März 2021, 13:10:11
Zitat

Keiner sagt das du alles Geld was du verdienst ausgeben sollst - aber wie wäre es mit Leben - mit Geld wird man nicht glücklich - es beruhigt nur - mehr aber auch nicht.

Also mich macht Geld - indirekt - Glücklich, vor allem wenn ich damit gutes tun, träume meiner Kinder, meiner Frau oder damit auch eigene träume verwirklichen kann.
Allerdings hat Geld bei mir - im Gegensatz zu damals als ich noch spielte keine Priorität mehr.
Vor allem nachdem sich herausgestellt hat, dass alles worauf es im Leben wirklich ankommt, eh kein Geld nötig ist. 


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Sehr schön Peter das du bei Tag 16 angekommen bist - und mal das du abgesehen das es in deinem Beitrag um viele Zahlen geht,
hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht, wieviel Geld du für dieses tolle, -und für Dich sehr wahrscheinlich sehr befriedigendes Ergebnis nötig war?

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Somewhere87 am 17 März 2021, 13:17:47
Ich bin aber an dem Punkt irgendwie ausgehebelt. Was mache ich jetzt mit dem Geld? In die Ecke legen ist eher sinnlos weil Inflation etc.

Wieso musst du denn was mit dem Geld machen? Hast du den inneren drang es unbedingt auszugeben?

Ich habe mir z.B. einen ETF Sparplan angelegt. Da geht mtl. immer die gleiche Summe drauf und so vermehrt es sich. Wenn alles gut läuft, habe ich in 20-30 Jahren soviel, dass ich mir dann finanziell keinerlei Sorgen mehr machen muss.
Wenn es nicht gut läuft, ist meine Familie abgesichert.

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 17 März 2021, 14:54:42
Vermutlich hat Born Recht und Geld verändert Menschen, mich auch. Das jemand gleich mit 50mio um die Ecke kommt scheint mir übertrieben. Den Geldberg kann sich hier sicher kaum jemand vorstellen, es sagt sich halt sehr leicht (passt natürlich auch zu Spielern wie uns). Ich muss Geld nicht unbedingt ausgeben aber es ist ja nunmal zum tauschen gegen Dinge und Leistungen da. Wenn ich es spare, habe ich die Möglichkeit, es später jemandem zu geben der mir dafür etwas gibt oder etwas dafür tut. Geld wird anders als zb. Äpfel nicht schlecht, das dürfte eine der Grundideen sein. Es ist halt ein Tauschmittel aber mehr nicht. Geld alleine ist nichts. Ich stand mal mit 200 Euro durstig im Wald, da hat mir das Geld nichts genutzt.

Viel schlimmer ist eigentlich, dass ich es "zweckentfremde". Ich tausche es gegen blinken und hoffen an einem Gerät. Das Gerät als solches zu betreiben ist eher günstig. Mich also an einem Gerät 600 Euro verspielen zu lassen ist für den Betreiber sicher ganz toll, für mich aber nicht.

Man sieht auch, dass mein Umgang und auch Gedanken über Geld nicht so produktiv sind(vermute ich). Wie auch, ich hab es bisher immer falsch gemacht, warum sollte ich etwas davon verstehen =).

Ich weiß auch nicht wo mein Beitrag jetzt hinführen soll aber vielleicht ist das auch ganicht so wichtig.

Abschließend zu der Frage was es mich gekostet hat "hierhin" zu kommen:

Ich denke ich bin sowas wie ein Quartalsspieler. Vermutlich gibt es das. Ich spielte entweder 1x im Monat oder auch 1 Monat lang jeden 2. Tag aber nur selten durchgängig und durchaus auch mal Monatelang nicht. Ich finde ich habe nichts geleistet sondern nur versucht mein Verhalten zu reflektieren und herauszufinden was ich da überhaupt mache. Das sind im Moment einfach 16 spielfreie Tage, nicht mehr und nicht weniger.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Born4Nothing am 17 März 2021, 16:31:22
Wenn du deine Beträge nochmal liest, und du wirklich reflektierst, dann sollte dir doch etwas sofort ins Auge springen.

--> 99% dreht sich in deinen Postings einzig um das "liebe" Geld....

Ist das nicht erschreckend?
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 17 März 2021, 17:34:27
Erschrocken bin ich nicht. Ich gebe dir aber Recht.  :-\
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 17 März 2021, 18:40:17
Hi!

Wer vor einem Gelsdegen mit Geld umgehen konnte, der kann es auch nachher.
Wer vor dem Geldsegen nicht mit Geld umgehen konnte, der wird es auch nachher nicht können.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Auskuriert1 am 17 März 2021, 20:19:49
Abschließend zu der Frage was es mich gekostet hat "hierhin" zu kommen
Ich könnte es dir sagen, aber du kannst auch in deinen Eröffnungsbeitrag von 2019 lesen ;)

Ich denke ich bin sowas wie ein Quartalsspieler. Vermutlich gibt es das. Ich spielte entweder 1x im Monat oder auch 1 Monat lang jeden 2. Tag aber nur selten durchgängig und durchaus auch mal Monatelang nicht. Ich finde ich habe nichts geleistet sondern nur versucht mein Verhalten zu reflektieren und herauszufinden was ich da überhaupt mache. Das sind im Moment einfach 16 spielfreie Tage, nicht mehr und nicht weniger.
Vielleicht würdest du gerne ein Quartalsspieler sein, allerdings nachdem ich heute deine ganzen Beiträge überflogen habe, ähm nein das bist du definitiv nicht.
Bist eher jemand der sich verdammt gut reflektieren kann, allerdings ähnlich wie damals eine Schallplatte mit n Kratzer -wenn die Nadel nicht manuell angeschubst wird, immer wieder die gleiche Laier.
Zweitens scheinst du nicht wirklich klarzusehen bzw. eventuell möchtest du das auch nicht? und du redest/schreibst von Gewinne (ich beziehe das mal auf die letzten 2 Jahre).
Vielleicht solltest du deine 150.000k als Grundlage für deine Verluste nehmen -und davon kannst du deine paar läppische Gewinne aus jüngster Zeit abziehen...dann wärst du wieder in der Realität angekommen, wenigstens was deine "Gewinne" bzw. Verluste betrifft.

Vielleicht solltest du auch mal etwas anders ansetzten -und im Gegensatz zu vielen anderen Sachen die dir im Leben (eventuell) leicht gefallen sind,
ist Spielfrei kein Geschenk welches aus den Himmel oder dir irgendwann in den Schoss fällt, sondern wird nur Erfolg haben wenn du es dir ohne Wenn und Aber als ZIEL setzt.

16 Spielfreie Tage sind für dich im Moment einfach 16 spielfreie Tage, nicht mehr und nicht weniger (Deine Worte).
Nun gut, was ist aber wenn ich dir sage das Spielfrei erst dann anfängt, wenn du den ersten zweiten dritten Suchtdruck widerstehen kannst, klingt das für dich nach eine Herausforderung? 

Und bitte meinen Beitrag nicht als Kritik werten, ich weiß selbst das es nicht einfach ist, sich aus einer Sucht zu lösen.
Aber ich weiß das es durchaus möglich ist!
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 18 März 2021, 09:31:39
Hi,

offen gesagt fand ich Beitrag gut, Kritik oder nicht, danke.

"Quartalsspielen" war eher auf meine Art zu spielen bezogen. Ich verzocke eher in 1 Woche im Monat 300 als jeden Tag nen 10er, so war das gemeint. Sind trotzdem 300.  Das ist nicht milder oder besser, ich wollte es nur mal so sagen. Da fängt das Spiel vermutlich schon an. Ich mache mich mal an Tag 17 und hole nicht zu weit aus und melde mich wieder =)

Vielleicht reflektiere ich auch recht viel oder gar gut aber nehme Kritik nicht so gut an weil ich mich für so toll halte. Klingt jetzt nicht schön aber ich versuche halt ehrlich zu sein =)

Die 150k Grundlage ist besser, geb ich dir Recht....ich hab die ersten Monate hier und da gewonnen, dann nie wieder.....
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 24 März 2021, 12:20:36
Hi,
Ich möchte mein Tagebuch nicht überfluten aber ich würde gerne einfach mal eintragen:

Ich spiele weiterhin nicht. Ich hab mich außerdem verzählt. Kommt jetzt nicht so sehr drauf an aber der 1. spielfreie Tag war definitiv ein Sonntag. Heute ist also der 25. Spielfreie Tag, der 28.02 ist Tag 1 gewesen.

Der Beitrag von Auskuriert war echt gut und hat mich im positiven etwas geschüttelt, danke.

Ansonsten sind mir ein paar gute Sachen passiert, daher sollte ich mal nicht rumjammern und gucken was ich draus mache.

Ich dachte ich kann gut "rechnen" und komme nichtmal auf die richtige Anzahl spielfreie Tage, das verrät schon einiges.

Ein Optimist würde wohl sagen:

Ich habe es geschafft von 5 Tagen 7 nicht zu spielen, das soll mal erstmal Jemand nachmachen =)

Ansonsten wäre für mich eigentlich heute der perfekte Tag um zu spielen. Ich hab fast 1000 Euro hier, meine Freundin hat Nachtschicht und ich hab 2,3 gute Nachrichten erhalten. Da würde ich normalerweise mit hoher Wahrscheinlichkeit spielen.

Mache ich das?
Nein

Warum?
Ich will nicht. Klar ich hab auch alles mögliche gesperrt und Casinos sind zu etc. aber wenn ich einen Weg finden wollte würde ich den schon irgendwie entdecken aber ich will heute nicht =)


Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Ilona am 24 März 2021, 16:53:39
Lieber Peter,

du musst gar nicht begründen, warum du nicht spielst. NEIN reicht! Evtl. sogar laut ausgesprochen. Deine Entscheidung steht. Warum diskutieren? Oder wirst du gerade schwach?

LG Ilona
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 24 März 2021, 19:12:27
Guter Einwand, danke =)

Ich werde heute auf keinen Fall schwach, Keine Chance. ;D
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 24 März 2021, 20:28:38
Hi Peter!

Zitat
Ich hab fast 1000 Euro hier,

Hättest Du mit Dir diskutiert, wenn das Geld irgendwo läge, wo es vor Deinem direkten Zugriff geschützt wäre?
Die Verfügbarkeit des Suchtmittels regt meist erst die inneren Diskussionen an.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 25 März 2021, 18:09:58
Ich gebe dir Recht. Ich werde mal 1x/Woche Bargeld abschöpfen und einer Vertrauenperson geben. Sicher ist sicher =)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 25 März 2021, 19:59:57
 :)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 08 April 2021, 13:44:31
Ein kurzer Eintrag:

Weiterhin spielfrei, heute müsste Tag 40 sein. Ich verfasse zeitnahe mal noch einen Betrag. Nicht spielen geht vorerst ohne Probleme klar. Ich hatte schon öfter mal zeitweise nicht gespielt, daher bleibe ich besser mal aufmerksam.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 16 April 2021, 11:47:16
Heute also Tag 48:

Es ist alles ok.

Ich rede zu viel von Geld. Klar es ist wichtig aber ich übertreibe.

2 Jahre führe ich hier schon ein Tagebuch. Darauf hatte ein User mich aufmerksam gemacht. Klar waren das keine 2 Jahre Abstinenz, aber ich konnte mein Spielverhalten besser beobachten und habe auch weniger/komtrollierter gespielt und damit auch weniger verspielt.

Wie geht es weiter?

Stück für Stück würde ich sagen. Nach 48 Tagen wäre es sehr schade wieder bei 1 anzufangen weil ich 200 oder gar mehr probiere hochzuspielen.


Ich schreibe hier heute rein, weil auch heute ein Tag gewesen wäre, an dem ich gespielt hätte. Mache ich aber nicht und das dürfte auch das richtige sein. Der Tag heute war teuer genug, aber wenigstens hat es etwas gebracht und ich hab das Geld dafür weil es nicht im Automaten gelandet ist, super =)





Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Helga5 am 17 April 2021, 20:18:06
Super Peter das du Nein gesagt hast! Ich bin mittlerweile auch ca. so lange wie du komplett spielfrei. Und auch bei mir kommt der Suchteufel mehr und mehr zum Vorschein...Ich sage aber wie du NEIN!!!!

Ich will diese elende Gefühl danach nicht mehr haben, das macht mich stark! Wir schaffen das und wir bleiben dran!!!!!
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 25 April 2021, 12:36:05
Heute mal wieder ein Eintrag:

Hab ich seit meinem letzten Eintrag gespielt?

Klingt erstmal doof aber ich würde mit ja antworten wollen.

Ich habe mir wie viele hier Videos von Zockern im Netz angesehen. Das Thema kam hier schon öfter mal auf. Ich habe versucht mich dabei zu beobachten. Natürlich auch den Spieler selbst. Ich wette, ich habe beim spielen auch oft Gedankengänge wie diese Spieler. Teilweise hat das garnichts mit der Realität zu tun. Es ist teilweise erschreckend, aber auch faszinierend. Interessanter wird es aber nicht.

Mein Fazit:

Ich fühle mich dabei ähnlich wie beim Spielen auch. Das kostet mich zwar erstmal kein Geld, (vorerst!) dürfte aber keine gute Idee sein.

Ich will nicht sagen, dass es mich zum spielen animiert hat.  Es hält mich aber gefühlt "warm", ist also mmn. keine gute Idee. Das möchte ich auch nicht mehr.

Ich werde mich nicht unter Druck setzen und mir da irgendetwas verbieten. Ich wollte aber mal festhalten, dass das nicht gut ist und kein Dauerzustand werden soll.

Ansonsten ist heute der 65. spielfreie Tag.

Ich übernehme hier und da etwas mehr Verantwortung. Ich habe einen kleinen Hund um den ich mich ab und zu kümmere. Ich gehe mit ihm raus, geb ihm essen und so. Ich koche auch mehr und inzwischen wieder etwas besser.

Außerdem habe ich etwas mehr frei als vorher. Ich denke mal mich gemütlich den 100 Tagen annähern klingt gut. Gestern war Tag 64. 64 ist das Quadrat von 8, ein Schachbrett hat 64 Felder und es ist 2 hoch 6. Mein N64 hatte 64 Bit und man trifft generell bei Computerbauteilen oft auf 64. Als Binärcode wäre das 1000000.

Heute ist kein so guter Tag, 65 kann man nur durch 5 teilen, sonst weiß ich mit der Zahl nichts anzufangen. 65 ist doof. Immerhin ist 65 durch 5 13. Es gibt Freitag den 13 und ein 13. Gehalt aber das ist nicht viel. Vielleicht fällt jemandem noch etwas ein. Lustige Sichtweise eigentlich, ich glaube ich betrachte meine Tage so öfter mal....
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 25 April 2021, 14:45:46
65 lässt sich auch durch 1 teilen. Wenn 1 immer nur für das heute steht, dann hast Du 65 Mal im Heute nicht gespielt.
Das klingt eindeutig besser als 64, 63 , 62, 61 ... oder, Gott behüte, "Ich habe gespielt!".
Dabei sagt nicht eine der Zahlen etwas über das Morgen voraus. Sie beziehen sich ausschließlich auf die unveränderliche Vergangenheit.
Die 1 - das Heute - verlangt ihre Aufmerksamkeit. Sie verlangt Achtsamkeit, auch in der Nutzung irgendwelcher Zockerstreams.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 25 April 2021, 16:18:44
Ich habe nicht nur 65x im heute nicht gespielt, ich habe sogar 65x in Folge im Heute nicht gespielt. Ich habe wohl einen Lauf. ;D

Glücklicherweise verliere ich zunehmend das Interesse daran Leute beim spielen zu beobachten. Streams habe ich mir auch nicht angesehen, also nichts was live gewesen wäre. 2 Stunden halte ich das nicht durch, hier und da habe ich Videos von 20-30 Minuten Länge angesehen und was soll ich sagen:

Das ist das was ich auch tat und nicht mehr tun möchte.

Zitate:

"Ich habe den Slot zerstört"

Nach einigen 100 Minus....
Der Slot ist dabei dich zu zerstören und es läuft nur für ihn gut, für dich nicht.

"Ich werde mal nicht zu riskant spielen und nur auf 10 Euro drehen, es sind schon 1200 weg"

Ist das nicht schon riskant genug gewesen?!?

"Hey 70 Euro plus ist nicht schlecht"

nach 600 Minus...


Das passt einfach alles nicht....

Ich bin einem Youtuber "gefolgt" und habe nach und nach seine Videos angesehen und er verändert auch seine Art zu reden und zu spielen zunehmend. Das aber nur zum negativen und das passiert mit mir beim zocken auch, bin ich im Grunde sicher. Ich wette ihm geht es zunehmend schlechter, was eher schade ist.

Ich lasse von mir hören und bleibe vorsichtig. =)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: andreasg am 25 April 2021, 17:24:52
Hallo Peter,

ich habe Online anderen Blödsinn gemacht, als irgendwelche Slots zu setzen, aber immerhin, bei mir hat die Computerwerkstatt profitiert, Windows 10 mußte neu aufgesetzt werden.

Ja, einmal kam ich in meine Stamm - Halle, und an "meinen" Geräten saß eine Dame vom "Gewerbe", es war richtig - im Rotlichtviertel. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre ich froh gewesen, wenn sie mir Platz machen würde, als daß ich mein Geld ihr geben würde. Viel später habe ich das bereut, ich wäre günstiger davon gekommen.

Ja das eine, die Libido, und das zweite , das Spielen hat nicht funktioniert. Als ich im Hitzesommer 2019 in einen Bahnhofskiosk ging, um eine Flasche Sprudel zu holen, sah ich, daß eine ältere Frau, wie gebannt auf den Spielautomaten starrte, der wohl in Bewegung war. Dieser starre Blick erschreckte mich so sehr, weil ich mich darin eentdeckte, eben das Wesentliche im Leben vergessen zu wollen.

Seit der Reparatur meines Rechners sehe ich mir nachts keine "unnützen Seiten" mehr an, der Virenscanner meckert auch nicht mehr. Und es ist wie eine Befreiung für mich. Ich sehe die Welt draußen mit anderen Augen, ich gehe mehr auf die Menschen zu, kann meine Ohren, den Mund , das Herz mehr öffnen, und ich staune, wie viel besser ich mit Geld umgehen kann. Die Sozialen Ängste nehmen ab.

Ich bin Spieler und süchtig, und ich habe viele Süchte, wohl auch eine Medienabhängigkeit. Aber es ist besser vorm Bahnhof ein lecker Eis zu essen, wie damals 2019, statt im Kiosk mit Spielbetrieb mich in die Starre zu glotzen.
Ach ja, auf YT gibt es so viele schöne Eisenbahnfilme, das macht mir gerade in dieser trostlosen Zeit viel Freude.

schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 26 April 2021, 13:01:32
Danke dir =)

Ich kenne diese leeren Gesichter. Ich drückte oft gern nur die "Freispiele" bei 3 Scattern und ließ die Geräte so lange laufen bis die Spiele kamen. In der Zeit sah ich mich oft in der entsprechenden Halle um:

Wie ist sie aufgebaut und wie verhalten sich die Spieler an den Geräten und untereinander.

Ich sah etwas, das nicht das Leben sein konnte. So manches Mal hat mich das wirklich dazu bewegt, mit dem letzten 100er nach Hause zu gehen und ihn nicht auch noch zu verspielen.

Das möchte ich nicht mehr, ich denke ich sah oft genug auch so aus.

Tag 66 war bisher schön, mal gucken wie es weitergeht =)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 02 Mai 2021, 17:32:52
Heute dürfte Tag 72 sein.

Mir geht es nicht besonders gut. Ich kann jetzt aber hoffen, dass ich kapiert habe, dass es mir mit gezocke einfach nur noch schlechter gehen würde oder ich die Zeit mit Slots "überspiele" oder so.

Fakt ist um Kohle zocken bringt mir nichts, plus oder minus oder was auch immer.

Warum es mir nicht gut geht?

Weiß ich garnicht. Leider kenne ich das auch schon lange, das ist nicht neu.

Wenigstens ist es Tag 72, ich hab nicht gezockt und mir kein einziges Video mit irgendwelchen Spielern auf Youtube oder so angesehen, nichts. Das ist ja schonmal etwas.

Ich hab auch ganz ok gegessen, Sport gemacht, viel geschlafen aber heute ist irgendwie alles Müll, egal was ich mache.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 02 Mai 2021, 17:52:07
Hi Peter!

Naja ... so Tage haben wir doch alle mal hier und da. Schaue jetzt mal auf die Uhr, es ist gar kein voller Tag mehr. 6 Stunden noch und dann ist er rum.
Anders herum gerechnet hast Du bereits 18 h dieses Tages überstanden, ohne den Rettungswagen rufen zu müssen.

Hast Du mal überprüfen lassen, ob da vielleicht eine Störung dahinter steckt? Dann ließe sich das vielleicht behandeln?

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 02 Mai 2021, 18:02:47
Hi =)

Nein das habe ich nicht. Ich war nie bei einem Psychologen oder dergleichen. Ich will jetzt einfach nur nicht zu weit ausholen aber ich denke schon irgendetwas stimmt nicht.

Ich kenne das Gefühl schon lange. Es ist als wenn eine große dunkle Wolke über einem schwebt und man kann nicht weg, egal was man tut.

Manchmal verschwindet sie einfach, manchmal bleibt sie etwas länger. Vielleicht auch nur ein scheiß Tag, sowas kann ja mal passieren.

Hauptsache ich spiele weiterhin nicht, das macht alles schlimmer.
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 09 Mai 2021, 16:03:22
Heute müsste Tag 79 sein. Ich behalte alles mal so bei wie es ist, einfach weil es ja scheinbar funktioniert. Ich habe eher viel Geld hier aber ich habe ehrlich und aufrichtig keine Lust damit zu spielen bzw. es zu verspielen.

2 Szenarien gibt es wenn ich mich jetzt entscheide wieder zu spielen:

Ich gewinne. Das wäre nicht gut weil mich dem spielen nur wieder annähern würde.

Ich verliere. Dann hab ich verloren, wer will das schon. Vielleicht Gewicht aber kein Geld =)

Ich hab jetzt seit langem mal wieder eine 5-Stellige Summe angespart. Als ich viel gespielt habe ging es eher schnell von 10 000 auf 0 zu kommen. Ohne zu spielen von 0 auf 10 000 ist schon etwas anderes. Aber:

Auch das ist nicht so wichtig, es ist nur Geld.

Ich habe ein Loch in meinem Schuh und meine Couch hab ich auch geschrottet, da renne ich jetzt nicht los und gucke Bildchen sondern verhalte mich mal wie ein ganz normaler Mensch und ersetze kaputte Dinge die auch wirklich nötig sind.

Langsam schleicht sich in mein Verhalten Gewohnheit ein. Ich habe keine Lust zu zocken. Ich gucke mir auch keine Videos von zockern oder so mehr an.

2 Regeln habe ich mir aufgestellt:

Ich spiele nicht mehr.
Ich bleibe vorsichtig.

So weit wie jetzt war ich schon oft. Zeit mal in eine Liga aufzusteigen in der ich noch nicht war.

Ich spaziere mal entspannt bis Tag 100 und gucke dann was ich mache. Es gibt aber keine Lockerungen und auch kein Onlinebanking und nichts, warum auch. Im Zweifel hab ich nie wieder Onlinebanking, was solls. Wenn es mir nur ohne besser geht würde ich das sogar begrüßen.....

Ich führe außerdem ein Haushaltsbuch, aber erst seit gut 1 Woche.....

Edit:
Heute ist dann Tag 89. Ich spiele nicht, gucke mir keine Zockervideos an etc. Ich habe nichts verändert und eigentlich läuft es gut. Mein "Privatvermögen" steigt weiter an, ich führe weiterhin ein Haushaltsbuch und bin eher überrascht, wieviel Geld ich zur Verfügung habe. Der Spieler in mir hat diese Strukturen wahrscheinlich so aufgebaut und die sind halt noch da, ich verspiele das Geld nur nicht mehr. Ich habe mich nach vielen möglichen Projekten umgesehen um mein Geld, wie ich finde, sinnvoll zu verwenden und ich werde wohl langsam anfangen hier Geld zu investieren, einfach weil das im Gegensatz zum Spielen etwas sinnvoller zu sein scheint.

Ich vermute am meisten hilft mir, dass ich einfach nicht  spielen kann. Ich habe alles zugebaut und das Geld, dass hier nach wie vor rumliegt triggert mich nicht (mehr). Ich sehe zu, dass keine zu dicke Matte hier rumliegt und dann passt das, ich hab einfach keine Lust zu spielen. Genaugenommen hätte ich das vielleicht, mir sind aber einfach die Konsequenzen zunehmend bewusst und ich will einfach nicht mehr =)

Ich halte mich an meine 2 Regeln und schreibe ab und zu hier rein, dieses Tagebuch ist ja quasi mein einziger roter Faden. =)

Dann habe ich mir gerade mein ganzes Tagebuch ein weiteres Mal durchgelesen und fasse zusammen:

Ich mache das Richtige. Jeden Tag 1 Tag nicht spielen ist das Richtige.

Ich meine auch, eine Lüge von mir selbst aufgedeckt zu haben. Ich schrieb folgendes öfter und habe es auch so gemeint:

Ich will nicht spielen. Ich glaube "leider" das ist Blödsinn. Ich will spielen, ich bin Spieler, natürlich will ich spielen. Interessanter ist vielleicht:

Was ist dir noch wichtig und warum bist du bereit, auf gezocke zu verzichten, obwohl du eigentlich Lust drauf hast? Was gibt dir zocken? Hilft es dir andere Dinge zu realisieren oder hält es dich davon ab? Wovon lenkt es dich ab? Was willst du eigentlich wirklich wenn du spielst? Warum machst du das?

Ich hab auch öfter mal Lust auf ein Steak aber esse nur manchmal eines. Wenn das Tier aber ohne Ende gequält wird, wäre es dann nicht richtig kein Steak mehr zu essen obwohl ich ab und zu Bock auf eines hätte? Ist es mir das wert, dass das Tier auf widerliche Weise geschlachtet wird damit ich mein "Steakbedürfnis" stillen kann oder sollte ich einfach meine Steakvorliebe überdenken?

Ich spiele gern. Das wird auch mindestens vorerst so bleiben, ich mache mir besser nichts vor. Ich kann aber nicht damit umgehen und es schadet mir. Das sieht man an den 8 Seiten meines Tagebuchs über 2 Jahre mehr als gut.

Kann ich heute also darauf verzichten?

Ja, gerne sogar.



Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 24 Mai 2021, 10:48:46
Heute ist also der 94. spielfreie Tag.

Ich war jetzt 2 Tage sehr krank und habe viel hier im Forum gelesen.

Ich möchte gerne auch weiterhin nicht spielen. Darum schreibe ich jetzt doch wieder ab und zu hier rein.

Warum?

Es fällt mir nicht schwer mal einen Monat nicht zu spielen. Auch diese 3 Monate waren voll ok. Aber:

Irgendwann (das passiert gefühlt bei vielen hier) wird man lockerer oder verliert das Ziel aus den Augen und zack:

Geld verspielt

Dabei scheint die Summe nicht so wichtig zu sein. Es geht darum, dass viele dann die Entscheidung treffen, es wieder zu versuchen. Durchaus unbewusst aber es zeichnet sich ab, dass etwas passieren könnte und bei vielen tut es das auch. Bei mir tat es das auch. Ich habe jetzt in den 2 letzten Jahren im Vergleich zu vorher wenig gespielt/verspielt aber ich habe gespielt. Ich hätte es aber auch gepackt garnicht zu spielen. Man denkt an einem (sinnbildlich) besonders sonnigem oder besonders regnerischem Tag:

Ach komm versuchst du es nochmal. Du hast X Monate nicht gespielt, hast ein paar 100 oder ein paar 1000 gespart, es tut dir also nicht weh. Außerdem kannst du ja gewinnen. Du hörst dann wieder auf und hast noch mehr Geld und du hast "den Automaten geschlagen". Da kommt man sich dann als Spieler besonders toll vor finde ich.

Es tut aber dann danach immer weh, sehr sogar, aber halt erst danach.....

Dann geht der ganze Müll wieder von vorne los. Ich habe da wirklich keine Lust drauf.

"Auch ein Dummkopf pflegt manchmal nachzudenken, aber immer erst nach der Dummheit!"

Ich packe die 100 Tage. Dann würde ich gerne ganz vorsichtig und entspannt gucken wie ich weiter verfahre.  Ich möchte erstmal:

Eine 4 stellte Anzahl spielfreier Tage erreichen. Das entspricht ca. 3 Jahren.

Das kann ich schaffen. Ich muss ja immer nur heute nicht spielen.

Ich hab weiterhin kein Onlinebanking und ganz ehrlich:

Mir egal, brauche ich nicht.

Ich hatte die ganze Zeit Geld hier und ich arbeite auch beruflich mit Geld. Ich hab also sowieso den ganzen Tag Geld um mich herum, das kann ich erstmal nicht vermeiden.

Das beste ist eigentlich:

Ich kann ehrlich und aufrichtig behaupten, dass ich nicht zocken möchte. Ich hab Geld, ich hab genug frei, ich bin auch clever und spiele sowieso wenn ich will, ich drücke eine Taste bei der Arbeit und hab 500 in der Hand die ich verdrücken kann und keine Sau merkt es aber ich will es nicht.

Es scheint das wichtigste zu sein:

Ich will nicht spielen. Niemand kann mich zwingen. Mir egal ob ich Geld habe, Streit mit jemandem, an einer Spielhalle vorbeilaufe, Werbung im Fernsehen mit Automaten sehe, meine Kollegin mir erzählt wieviel sie gewonnen hat (auf dem Weg zum Chef um sich einen Vorschuss zu holen ::)) oder was auch immer.

Ich bleibe bei meinen 2 Regeln und lasse von mir hören aber ich will das nicht mehr und ich muss es auch nicht tun.

Zunehmend beginne ich mir auch Fragen zu stellen die mich vorher nicht interessiert haben. Sie sind aber interessant, das doofe gezocke die ganze Zeit war es einfach nicht.

Sorry für die Tapete aber ich spiele nicht und mein Tagebuch scheint mir ja zu helfen also schreibe ich lieber als Geld zu verbrennen, dürfte ja das richtige sein =)

Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Olli am 24 Mai 2021, 17:36:47
Hi!

Das ist es ... :)

Und? Sind die Fragen oder die Antworten unangenehm? Oder wirken sie eher interessant? Nach mehr? :)

Ach ja ... noch ne Kleinigkeit:

Zitat
Ich möchte gerne auch weiterhin nicht spielen.

Ich möchte gerne auch weiterhin abstinent bleiben! - klingt das nicht besser? So rein ohne Negation? :)
Titel: Re: Name ist Programm
Beitrag von: Peter Schmidt am 24 Mai 2021, 19:45:56
Ja das klingt es. 8)

Ich habe viel über deine Worte nachdenken müssen:

Du hast von einer "Abstinenzentscheidung" gesprochen. Das hat sich bei mir schon verfestigt. Ich hab es jetzt nicht so formuliert aber so habe ich es gemeint:

Ich möchte gerne abstinent bleiben. Nicht für immer, aber wenigstens für heute =)

Besagte Fragen sind nicht unangenehm. Sie spiegeln vermutlich einfach das normale Leben wieder und ich kann versuchen sie zu beantworten und an ihnen wachsen oder ich kann mich vor einen Automaten setzen und lasse das Portemonnaie eines anderen wachsen.

Viele dieser Fragen zeigen mir, dass ich mich in meinem Leben schon sehr früh für Zahlen und auch für Glücksspiel interessiert habe. Ich hab schon als kleiner Junge um 50 Cent gewürfelt, war auf Klassenfahrt der beste im Pokern und ich kam mir echt cool vor als ich mit 18 zur Bank ging und meine aus dem Ausland zugesandten Bargeldchecks bei der Bank eintauschte. Ich wusste auch was "martingale" ist bevor ich gespielt habe. Ich habe mich bewusst entschieden zu spielen und jetzt nach vielen Jahren stelle ich fest:

Ok das ist kacke, mach mal was anderes und probiere den Mist bitte nicht nochmal, hatten wir schon  minimum 500x. Das ist Wahnsinn, das geht nicht.

Eines meiner Vorbilder hat auch (vermulich süchtig) gespielt. Mit diesem kann ich leider nicht mehr darüber reden, er ist letztes Jahr verstorben.

Abstinenz dürfte erstmal die Grundlage für alles sein. Wenn ich nie wieder spiele, mich aber auch nicht weiterentwickle wäre das wohl eher schade aber 100% besser als da so ein Kopfkino wegen XYZ Geld/bunte Lampen/was auch immer zu veranstalten.

Ich dachte immer so:

Wenn du 10k gewinnst ist das schon gut.

Jetzt habe ich die 10k auch so. Ich tue also mal einfach so als hätte ich sie gerade gewonnen und weißt du was ich feststelle?

Es ändert nichts.

Also geht es nicht um Geld und ich brauche auch nicht spielen. Außerdem hab ich die 10k nur weil ich nicht spiele....

Bleibt also die Frage was ich jetzt mache.....jedenfalls nicht zocken =)

Ach noch etwas:
Ich führe weiterhin Haushaltsbuch. Hat echt geklappt. Ich will da wirklich keinen Eintrag über zocken sehen. Nichtmal ein Plus, garnichts. Klingt doof aber ich würde sagen jeder Grund nicht zu spielen ist ein guter Grund, auch wenn es eine solche Winzigkeit ist.