Glücksspielsucht => Glücksspielsucht Allgemein => Thema gestartet von: Zockstop27 am 29 Januar 2017, 16:26:29

Titel: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 29 Januar 2017, 16:26:29
Hallo!
Ich habe mich soeben hier registriert. Das soll auch für mich selbst nochmal ein weiterer Schritt sein, um mein Vorhaben, meine Finanzen wieder in den Griff zu bekommen strikt zu verfolgen und in die Tat umzusetzen. Gelitten haben meine Finanzen vor allem unter dem irgendwann völlig unkontrollierten Glücksspiel im Online- Casino. Ich habe auch Erfahrungen im Bereich Automaten, habe aber lange nicht mehr an Automaten gespielt ( Thema Suchtverlagerung...). Ich habe hier schon viel gelesen und habe mir ein Bild gemacht. Ich habe längst für mich akzeptiert dass ich ein Problem habe und bin fest entschlossen diesen einzigen negativen Punkt in meinem Leben zu beseitigen. Ich habe eine tolle Freundin( die durchaus von meinen Problemen weiß) und habe einen Job in dem ich vernünftig verdiene. Gesund bin ich so weit ich weiss auch. Kurzum: Wenn ich nicht mehr zocke wäre alles prima. Und das möchte ich nun strikt in die Tat umsetzen. Ich würde mich freuen hier eine Heimat für dieses Anliegen zu haben, wo ich von Zeit zu Zeit beschreiben kann wie es läuft und wie es mir geht. Demnächst mehr. Gruß, Zockstop.
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 29 Januar 2017, 18:43:28
Hi und herzlich willkommen!

Zitat
Ich habe längst für mich akzeptiert dass ich ein Problem habe und bin fest entschlossen diesen einzigen negativen Punkt in meinem Leben zu beseitigen.

1. Das Problem ist wahrscheinlich aber nicht alleine das Spielen ...

2. Nimm es mir bitte nicht übel - viel zu oft habe ich schon von immenser Entschlusskraft gelesen ...
Sie ist absolut wichtig - keine Frage! Jedoch muss ihr etwas folgen, damit daraus Veränderungen erfolgen und nicht etwas Scheitern - Was ich meine sind : Taten!
Was hast Du also nun konkret vor? (nachdem Du Dich ja eingelesen hast :-) )

Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 29 Januar 2017, 20:13:24
Zu 1.:
Es gibt wirklich kein tieferliegendes Problem. Jedoch gab es diese Probleme. Die sind längst Geschichte. Möglicherweise haben diese das ganze begünstigt. Ich litt unter einer Trennung. Sehr lang und intensiv. Inklusive depressiver Phase, Gewichtsverlust usw.... das volle Programm fast ein Jahr lang. Inzwischen bin ich mit einer tollen Frau glücklicher denn je. Das Problem: Mich hatte die Spielsucht gepackt und es war ihr herzlich egal dass ich wieder glücklich bin.
Zu 2. :
- Sperre im OC
- Haushaltsbuch bereits begonnen
- in Forum angemeldet
Sollte ich einen einzigen Rückfall erleiden werde ich weitere Maßnahmen ergreifen.
Ich werde die Abstinenztage hier von Zeit zu Zeit angeben.
Ich habe heute zur Abschreckung hier schon viele Einträge gelesen, die Rückfälle dokumentieren. Ich bin mir bewusst dass ich mit meiner tollen Frau ein Geschenk des Himmels bekommen hab. Es gibt nur eines was diese Beziehung gefährden kann: Mein Gezocke. Und das werde ich nicht zulassen.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 29 Januar 2017, 20:32:38
Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum,
 
ich finde es Klasse, als "abschreckendes Beispiel" zu dienen.
Das ist leider nun einmal kein Genesungsweg, dient aber der Distanz.

2.) von Zeit zu Zeit Rückfälle hier eintragen und dann in den Massregelvollzug gehen? Klingt so an bei mir. Viele zählen einfach ihre spielabstinenten Tage, jeden Tag ein Eintrag. In der Selbsthilfegruppe haben wir Gedenkmarken: einen Willkommenschip, eine 30 Tage, eine 60 Tage, eine 90 Tage , eine 180 Tage und eine Jahresmarke und weitere darüber hinaus.
Das Gezocke nicht zulassen, die Liebe zulassen.
Ich meine: das Spielen einfach loslassen, die Liebe wird wieder offenbar. Der Kampf ist schon verloren. Wer mit dem Spielen aufhören kann, gibt den Kampf um die Liebe auf, er/sie wird geliebt.Das ist der Erste Schritt zur Genesung.

1.) die Dramarturgie einer Suchtkarriere lässt sich nicht aushungern. Sie , die Sucht holt sich ihre destruktive Zerstörungskraft. Ein Break,ein Trauma lässt sich nicht einfach im Federstreich wegwischen. Das braucht Zeit und Arbeit. Nicht nur bei Dir , sondern eventuell auch in der Partnerschaft. Dann baut sich diese hässliche Mauer - Spielsucht Stein für Stein gemeinsam ab.

Ich wünsche Dir viele positive Begebenheiten.

schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 29 Januar 2017, 23:37:25
Hi Zockstopp!

Ich danke Dir für Deine Resonanz.

Nun ...
zu 1) :
Was ist, wenn Du dieses Defizit, welches Dich zum Spielen verleitet hat, so ohne Weiteres gar nicht selbst erkennst?
OK, ich bin ja mittlerweile der Meinung, dass man dieses Defizit gar nicht unbedingt in klare Worte fassen muss - das ist nämlich zu einfach. Viele Dinge spielen da eventuell eine Rolle und erst zusammen ineinander verzahnt ergeben sie das Problem.
Daher ist für mich heute der Weg das Ziel. Auf ihm kannst Du nämlich den ein oder anderen Punkt finden und auch mit Deiner Entschlusskraft abstellen oder verbessern.

Abwarten und Tee trinken - das Ganze aussitzen nach dem Motto "Alles wird gut" - das nennen wir einfach "zocken".
Es ist ein Spielen mit uns selbst - volles Risiko - im Bewusstsein des sehr wahrscheinlichen Scheiterns.

Zitat
Sollte ich einen einzigen Rückfall erleiden werde ich weitere Maßnahmen ergreifen.

Das ist zocken!

Wenn Du jetzt meinst, ich wollte auf Dir rumtrampeln, dann irrst Du.
Mein Vater bat mich damals flehend mit Tränen in den Augen: Suche Dir Hilfe ...
Weisst Du, was ich Depp geantwortet habe? "Für mich gibt es keine Hilfe!"

Zu hunderten habe solche Deine Worte bereits gehört und wie gesagt auch selbst ausgesprochen.

Und weisst Du was? Ich habe mich geirrt!

Natürlich wusste ich, dass es da in Köln eine SHG gibt (hatte sie ein paar Jahre vorher als Alibi mißbraucht).
Und natürlich wusste ich auch, dass es da die Profis gibt: Sozialarbeiter, Therapeuten, Psychologen, Suchtberater ...
Aber für mich kam das nicht in Frage!
Es war ein Bestandteil meiner destruktiven angelernten Verhaltensweisen.

Suche Dir bitte mit den Stichpunkten: DHS Flyer 10 Gründe für den Besuch einer SHG (oder so ähnlich) eben diesen Flyer.
Darin ist alles kurz und knapp auf den Punkt gebracht.

Das Einzige, was Du gegen den Besuch einer SHG dem entgegen stellen kannst sind Deine Vorbehalte und Deine Ängste.

Die sind absolut unbegründet!

Warte also bitte nicht, bis es zu spät ist (auch für Deine Freundin!) - begebe Dich bitte umgehend in die Hand der Selbsthilfe.

Das bedeutet nicht, dass Du Deine Selbstbestimmtheit aufgibst und irgendwelchen Doktrinen folgen sollst.
Du "selbst" hast es in der Hand das anzunehmen, was Du gebrauchen kannst und das liegen zu lassen, was Du gerade nicht brauchst.
Du "selbst" trägst dafür die Verantwortung.
So funktioniert nämlich "Selbst"hilfe.

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl dort in einer Gruppe zu sitzen, die Dich genau versteht.
Dazu brauchst Du gar nichts erklären - Du wirst auch so verstanden.
Niemand wird Dich verurteilen.

In einem anderen SHF darf ich gerade wieder teilhaben an einem jungen Mann, der diesen Schritt in die Selbsthilfe gewagt hat und es alles andere als bereut.

Ich bitte Dich: Gönne Dir diese Erfahrung!

Dann kannst Du immer noch sagen: Sollte ich einen einzigen Rückfall erleiden werde ich einen Therapeuten etc. aussuchen - oder es direkt in Angriff nehmen. :-)

Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 30 Januar 2017, 13:13:48
Hallo,
erstmal Danke für euere Rückmeldungen. Wie gesagt Olli, die schwere Trennung war denk ich ein begünstigendes Ereignis das man damit verknüpfen könnte dass ich mich irgendwie verloren hab. Davor war ich nämlich sehr gewissenhaft was Finanzen anging. Auch wenn ich schon immer gern mal was riskiert hab ( so war ich schon immer vom naturell her), so war ich trotzdem immer diszipliniert. Kurzum: Es kam jeden Monat mehr rein als raus. Doch in jener Zeit war mir plötzlich alles egal. Ansonsten wüsste ich jetzt keine Ursache dafür. Richtig schlimm finde ich, dass ich auch dann weitergemacht hab als es mir wieder gut ging. Wie gesagt, ich bin überglücklich seit fast zwei Jahren und auch sonst ist alles in Butter. Leider kann ich die Zeit nicht zurückdrehen was das Geld und das Zocken betrifft. Aber ich kann die Zukunft positiv gestalten. Und das werde ich. Nichts liegt mir ferner als auch nur einen einzigen Euro in ein OC zu tragen. Ab jetzt arbeite ich für mich, für uns.
Bzgl. SHG: Ich glaube, wichtig ist der unbedingte Wille. Wenn man den nicht hat nützt auch keine SHG etwas. Mein Wille ist riesig. Dieses Forum wird mich sehr oft sehen. Eine SHG erstmal nicht. Nehmt es mir nicht übel. Ich hoffe ihr begleitet mich dennoch auf meinem Weg. Sollte ich wirklich schwach werden und auch nur einen einzigen Euro in ein OC einzahlen dann werde ich es hier ehrlich mitteilen und Konsequenzen daraus ziehen.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 30 Januar 2017, 14:18:40
Ach ja. Da gibt es noch einen kleinen Kniff den ich mir überlegt hab. Sicher kennt ihr das auch, wenn man sein Konto gar nicht mehr anschauen will weil es einem graust. Man versucht es zu verdrängen. Ich werde aber diesbezüglich täglich Konfrontationstherapie machen. Jeden Tag werd ich mir das anschauen. Und irgendwann dann meine Motivation daraus ziehen dass es besser wird. Kleinigkeiten, aber sicher hilfreich.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 30 Januar 2017, 17:45:19
Schon wieder ich ;-)
Als Kontrastprogramm und weitere Motivation hab ich grad mal einige Beiträge gelesen von Leidensgenossen, die bereits länger auf gutem Wege sind ( wie Misterhappy). Mein erstes Zwischenziel ist es, mein Girokonto wieder mit grünen Zahlen zu versehen. Das sollte bis März\ April umsetzbar sein. Ich freue mich darauf, wenn ich hier schreiben kann dass ich dieses erste Ziel erreicht hab.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 30 Januar 2017, 19:36:16
Hi Zockstopp!

Mein Schwager hat damals mit Engelszungen auf mich eingeredet ihn zur SHG zu begleiten.
Ich wollte nicht - verdammt - es nervte einfach nur.
Irgendwann bin ich mitgegangen ... zwar "nur" ca. ein dreiviertel Jahr lang - aber ich möchte diese Zeit nicht missen.

Wieso sollte ich Dir dieses Recht der eigenen Entscheidung absprechen wollen?

Nein - Du entscheidest das ganz alleine für Dich!
Und ich werde Dir dabei mit meinen Engelszungen helfen ...  ;D  ;D  ;D

Intuitiv machst Du das mit dem Konto richtig!
Dadurch motivierst Du Dich nicht nur beim Zusehen des Schrumpfens der roten Zahlen - Du wirst auch wieder die wahre Bedeutung des Geldes als gesetzliches Zahlungsmittel erkennen.
Wie wäre es mit einem Haushaltsbuch? Es gibt da einige kostenlose im Netz zu finden.

 
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 30 Januar 2017, 19:43:10
Hallo Olli, hallo an alle,
danke für deine Aufmerksamkeit. Haushaltsbuch läuft. Hab mir eine Super App runtergeladen. Die wird bereits gepflegt wie weiter oben schon beschrieben. Da ich im angelaufenen Monat noch nicht komplett spielfrei war ist es interessant zu sehen wieviel da ohne dummes Gezocke übrig geblieben wäre. Ein weiterer Ansporn.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 31 Januar 2017, 13:38:42
Hallo an alle,
ich mal wieder. Kurze Berichterstattung über mein aktuelles Befinden und Empfinden:
In meinen täglichen Gedanken steht mein kompletter Ausstieg, meine Spielabstinenz und die daraus erhoffte Besserung meiner Finanzen im Zentrum allen Denkens. Ich wache auf und mein erster Gedanke beschäftigt sich damit. Am Tag, auch oft während der Arbeit, kreisen meine Gedanken um das Thema. Und bevor ich einschlafe sind es meine letzten Gedanken. Ich denke dabei mit keinem Stück an die Verlockung des Spielens. Ich denke nur noch nach vorne, an das was kommt und welche Sorgen vielleicht bald geringer werden. Wenn mein Kopf so arbeitet kommen natürlich nicht nur schöne Gedanken auf. Oft versucht mein Kopf zu umreißen wieviel Geld sinnlos verloren ging und wo ich sein könnte wenn ich das nicht getan hätte. Das tut natürlich sehr weh, gehört aber sicherlich zum Prozess dazu. Irgendwie schaff ich es aber meist letztlich etwas Frieden zu finden mit dem Gedanken, dass ich nicht hungere, eine wundervolle Freundin habe und von jetzt an der Weg in die andere Richtung geht.
Aktuell ist die Gefahr eines Rückfalls bei mir gleich null. Nichts liegt mir ferner als noch einmal auf diese Art sinnlos Geld zu verbrennen. Ich bin mir aber auch im Klaren darüber dass ich noch ganz am Anfang stehe. Ich glaube aber dass ich gute Voraussetzungen habe es durchzuziehen. Mein Wille jedenfalls ist riesig. Danke für euer Ohr.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 31 Januar 2017, 14:39:07
Hallo Zockstop,

ein Spielstättenbetreiber in meiner Heimatstadt hatte u.a. eine Pferdezucht. Dem habe ich ein edles Rennpferd finanziert; also nix mit Luxuslimusine oder Bungalow verspielt!
Die Reue über verlorenes Geld kann wieder den Spieltrieb antriggern:

Zeit und Geld sind verspielt, unwiederbringlich, das Wertgefühl lässt sich wiederherstellen.

Heute Mittag kam ich von meiner Selbsthilfegruppe zurück. Gleich nach dem Einkaufen mein Konto und mein Haushaltsbuch gecheckt. Sofort meine Wertmarke für Freifahrt mit Schwerbehindertenausweis ans Landessozialamt überwiesen, und nun kehrt Ruhe ein.
Die liebe Sorge ums Geld habe ich nicht nur dadurch, daß ich Spieler bin, sondern auch, daß ich Frührentner auf Grund von Schwerbehinderung bin , d.h. Altersarmut. Also ist meine Spielsuchtprävention eine Hilfe, meine Finanzen zu verwalten.

Heute Vormittag konnte ich wieder zeitnahe Ziele definieren, wie eine Weiterführung meiner Zahnsanierung und eine nahestehende Gruppenreise. Bei mir geschieht das im kleinen Rahmen. Aktivität ist dabei ein ausschlaggebender Faktor.

Am Anfang meiner Genesung hatte ich nicht den Gedanken: "ich höre jetzt abrupt mit dem Spielen auf". Ich wollte nur Solidarität mit Menschen haben, die jeden Tag spielen müssen.
Durch die Selbsthilfegruppen - Foren und sicher auch durch Therapie bin ich Heute soweit, daß ich keinen akuten Spieldruck mehr verspüre. Ich habe Suchtverlagerungen, die auch Geld kosten - können, aber nicht mehr die Besessenheit meiner Spielerkarriere.

Daher ist es wichtig für mich, mir jeden Tag neu kleine Ziele zu setzen.

Schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 31 Januar 2017, 15:24:30
Hallo Andreas,
danke für deine Rückmeldung. Ja, kleine Ziele, kleine Schritte sind wohl das beste. Du kämpfst also mit deinem Auskommen auch ohne Spiel. Ich wünsche dir dass du das managen kannst, aber das tust du ja sicher schon ne längere Zeit. Bei mir ist es so, dass ich mitten in einer Finanzierung für meine Eigentumswohnung stecke. Da ich bei Konsequentem Sparkurs und meinem jetzigen Einkommen monatlich zw. mindestens 600€ bis manchmal 1000€ Überschuss erwirtschafte, hoffe ich, dass ich das Ganze trotz meinem Verhalten der vergangenen Zeit noch auf die Reihe bekomme. Bisher kam es zu keinerlei Zahlungsverzug bei den Raten. Meine Zinsbindung läuft 2021 aus. Ich versuche nun bis dahin so viel wie möglich wieder auf die Seite zu bringen. Das ist mein längerfristiges Ziel. Aber das ist Zukunftsmusik. Jetzt heisst es erstmal: Dispo beseitigen und grüne Zahlen auf dem Konto. Wenn das erreicht ist gehts mur denk ich auch im Kopf schon besser.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 31 Januar 2017, 18:30:20
Ich schon wieder. :-)
Es klingt zwar komisch und passt kaum zu meiner Situation, aber ich habe glaub ich soeben den Entschluss gefasst mir eine Freude zu machen. Spielen? Nein, natürlich nicht!! 😊. Aber ich hab gerade festgestellt dass die Finanzierung ( 0% Zins) für meinen PC ausgelaufen ist. Nun geht mein Gedanke dahin mir für diese 16€ im Monat wieder eine Freude zu machen. Als kleine Belohnung für den Beginn meines " neuen Lebens" und um mir zu zeigen was man sich für Freude machen kann mit einem Betrag der früher jeden Monat innerhalb von 20 Sekunden einfach verpufft ist. Ich hab keine Ahnung wie ihr über so etwas denkt. Sollte man sich das in meiner Situation nicht gönnen? Sollte man sich komplett an der kurzen Leine halten? Ist es kontraproduktiv? Oder gut so? Bin gespannt wie ihr das seht. Ach ja, fast vergessen. Es geht darum mich smartphonetechnisch mal wieder auf den neuesten Stand zu bringen. 16€ monatlich, 0% Zins.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 31 Januar 2017, 22:13:37
Hallo Zockstop,

natürlich gehört ein wirklich realer Belohnungsfaktor dazu. Mit geballten Fäusten in der Tasche den Alten Groll absitzen führt unweigerlich zum Rückfall.
Ich kann nicht vergessen, als ich noch neu in der Selbsthilfegruppe war und auf einem Samstag einmal in ein Bekleidungsgeschäft ging, um mir ein Oberhemd zu kaufen, das fühlte sich an wie ein Frühlingserwachen. Das war ein Gefühl, daß ich unisono mit der Vernunft alleine nicht abgelten konnte. In meiner Spielerzeit lief ich mit extrem abgetragenen Klamotten rum.
So ist es Heute in der digitalisierten Welt doch gang und gäbe, mit einem Smart-Phone unterwegs zu sein. Wie schnell lässt sich dabei z.B. ein Kontakt herstellen, zu jemanden, mit dem Du Dein Spielproblem teilen kannst, ohne vorher in eine Spielstätte zu laufen.

Viel Freude dabei
Andreas
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 01 Februar 2017, 07:10:27
Guten Morgen!

Ja - ich bin absolut dafür sich zu belohnen!
Nein - ich bin absolut dagegen sich Sachen auf Pump zu kaufen - gerade als Spieler.

Wir haben in der aktiven Zeit verlernt, Geld als gesetzliches Zahlungsmittel anzusehen.
Geld war unser Suchtmittel und die Zahlen, zumeist rot, auf dem Konto waren eben nur Zahlen.
Was machte es schon aus ein paar Hunderter zum Spielen in die Hand zu nehmen?
Es war Papier - schön bunt - und es brachte Walzen zum Drehen.

Es machte mir nie etwas aus, wenn dieses Papier zur Neige ging.
Ich hatte ein Dach über dem Kopf und ich hatte zu Essen.
Wegen allem Anderen, was ich hätte mit den Fetzen anstellen können, konnte ich mich einschränken.
"Fährst Du mit in Urlaub?" - "Nein, keine Lust ..."

Heute spare ich dieses Geld und investiere es in mein Belohnungssystem - nachhaltig!

Meine Sehstärke hatte sich verändert - also brauchte ich zwei neue Brillen - eine für nah - eine für fern ... 1100 € ...
Mein Laptop ging Samstags morgens kaputt ... Mittags installierte ich Software auf einem Neuen ... 1000 € ...
Mein Häuschen braucht noch Einiges an Investitionen. Glas-Alu-Mosaik hatte es mir angetan.
Eine Wand im Treppenaufgang - eine Brüstung im Wohnzimmer ...
Keine großen Flächen - doch Material jeweils für 1000 € ...

Habe ich es Dicke? Nein - absolut nicht!
Aber ich spare auf Ziele hin - kaufe es mir - und dann genieße ich es.

Die Lesebrille auf der Nase sitze ich vor meinem Laptop neben der Brüstung auf meiner Couch und kann Dir so auf Deine Frage antworten ...
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 01 Februar 2017, 14:10:41
Hallo,
danke für euere Antworten. Es ist schön zu hören wie sich das bei dir inzwischen gestaltet, Olli. Genau da muss und möchte ich auch hin. Und ich bin wirklich sehr überzeugt davon dass ich es schaffe. Ich weiß, das sagten hier viele. Manche werden oft rückfällig, versuchen es immer wieder ( was ja auch gut so ist !), andere verschwinden plötzlich wieder hier aus dem Forum.... ich habe viel gelesen hier. Noch zähle ich meine abstinenten Tage leise, weil mir klar ist dass es erst ein paar lächerliche Tage sind. Aber mein Wille und meine Kraft dem Spielen zu entsagen sind sehr stark. Ich beschäftige mich, wie ihr ja seht, täglich mit diesem Thema. Ich werde diese einzige negative Komponente aus meinem Leben verbannen und mir meinen Kick, wie jeder normale Mensch, davon holen wenn ich sehe wie mein Konto auf grün umschaltet und jeden Monat etwas hinzukommt. Mein Haushaltsbuch macht mir übrigens regelrecht Spaß. Es ist inzwischen schon in Fleisch und Blut übergegangen dass ich nach einer Ausgabe dort meine Eintragung mache. Es ist eine tolle App die sehr viele Statistiken bietet. Sie hat 2,49 € gekostet, aber ich glaube selten habe ich diesen Beteag sinnvoller investiert als mit dieser App ( ausser vielleicht in ein kühles Bier, das macht natürlich auch Sinn :-) ). Am 10. kommt bei mir immer mein Lohn. Darauf freue ich mich. Aber nicht weil ich mich auf Spielgeld freue, sondern weil mein Konto der 0 näher kommt. Mir ist aber klar dass das auch eine erste Nagelprobe sein wird, wie standhaft ich bin. Ich bin aber mehr als zuversichtlich.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zero80 am 01 Februar 2017, 14:33:05
Hi zockstop,

Du hast es schon richtig erkannt, der 10. Wird deine nagelprobe sein und eig wird es auch dann erst interessant.

Ich hab bis Okt ca 7 jahre nicht gezockt kann mich aber noch gut erinnern. Solange ich kein Geld hatte war alles
gut, gute Vorsätze, fest überzeugt nicht mehr zu zocken usw.
Aber ohwe es war wieder zahltag, da fängt dann das kopfkino erst wieder an. Ich war damals irgendwann fest
davon überzeugt das ich da nicht mehr von weg komme, irgendwann hab ich es dann doch geschafft und
immerhin 7 jahre durchgehalten so dass ich heute weiß das ich es auch ohne kann.

Bei dir liest sich das ganze mmn noch nicht so schlimm, da du a auch gut verdienen zu scheinst, b auch noch
nicht so lange zockst und c mehr wert auf geld zulegen scheinst.

Denke du hast sehr gute Chancen es zu schaffen wenn du dran bleibst, aber sei gewarnt, richtig quicki wird es erst
am 10. Werden ;)

Viel Erfolg !
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 01 Februar 2017, 15:40:51
Hallo Zero,
danke für deine mahnenden Worte. Ich werde sie verinnerlichen und mir das alles hier am 10. nochmal komplett durchlesen. Zu deinen Annahmen:
Ich spiele schon länger. Problematische Ausmaße hat das ganze seit etwa 2013. Davor war es noch im Rahmen. Inzwischen beläuft sich mein Verlust auf bestimmt 40 000 €. Da waren allerdings auch einige dämliche hochriskante Börsengeschichten dabei, die sicherlich sogar den Großteil ausmachen.In den letzten Monaten und Jahren war aber das Onlinecasino mein Verhängnis. Automaten reizen mich lange schon nicht mehr. Mein Verdienst ist ok. Ich wünsche dir auch weiterhin Standhaftigkeit. Trotz deines Rückfalls. Bleib stark! Wir schaffen das!
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 01 Februar 2017, 19:09:13
Hallo Zockstop,

zu Börsengeschichten fällt mir gerade ein Typ ein, vom zur Zeit in den Nachrichten viel die Rede ist... Jener drückt den Dax gewaltig nach unten.
Börsengeschäfte sind für Spielsüchtige Spielen auf höchstem Niveau.
Natürlich gibt es seriöse Experten, aber die schreiben lieber Bücher über Wall-Street & Co um an sicheres Geld heranzukommen.
Automaten haben auch keine Wirkung mehr auf mich, obwohl ich eine Karriere als exessiver Automatenspieler hatte. Mein Schutzschild vor Online-Casinos, Sportwettseiten etc. ist besonders dieses Forum!
ZAber zurück zu den Brockern. In der Selbsthilfegruppe fanden und finden sich auch Menschen, die sich damit unglücklich gezockt haben.
Der Glauben an die Eigene Stärke, und den z.B. in Arbeitsenergie - und Freude umzusetzen ist ein möglicher Genesungsweg.

Viele Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas 
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 03 Februar 2017, 14:24:38
Hallo,
ich mal wieder. Heute bin ich eine Woche spielfrei, was allerdings noch wenig von Bedeutung ist da ich auch sonst mal Pausen hatte, die teilweise sogar länger waren. Jedenfalls hat sich an meinem festen Willen nichts geändert. Wenn ich an das Zocken denke, denke ich an überhaupt nichts positives. Aktuell fällt es mir deshalb gar nicht schwer sauber zu bleiben. Aber wie bereits erwähnt: In genau einer Woche kommt mein Lohn. Vor allem ab diesem Moment muss ich meinen Willen und meine Standhaftigkeit unter Beweis stellen.
@Andreas: Nicht dass ich Börsengeschäfte verteidigen will, aber der Dow Jones markierte letzte oder vorletzte Woche sein All Time High und auch der Dax ist nicht mehr weit davon entfernt. Trump hat eine Hausse ausgelöst. Von daher ist da deine Bemerkung nicht ganz korrekt 😉 . Das nur am Rande.
Ich wünsche allen hier einen guten Start ins Wochenende
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 03 Februar 2017, 15:28:49
Hi Zockstopp!

Wie oft habe ich das schon gelesen ... und wie oft würde ich mir da gerne die Haare raufen ...:

Zitat
In genau einer Woche kommt mein Lohn. Vor allem ab diesem Moment muss ich meinen Willen und meine Standhaftigkeit unter Beweis stellen.

Alles in mir schreit nach einem schallenden "NEIN" ...

So, wie Du es formulierst, ist es ein "Zocken".

Selbstredend darfst Du an Dir zweifeln. Selbstredend darfst Du Befürchtungen haben, die in Albträumen vorkommen ...

Und so verharrst Du da, wartend auf die Dinge, die da kommen werden?

Wie wäre es jemanden zu bitten, mit Dir ein Geldmanagement zu machen?
Dir den Druck zu nehmen spielen gehen zu KÖNNEN?

Darf ich Dir was verraten? Du darfst spielen!
Niemand hier kann es Dir verbieten.
Niemand hier wird Dich abhalten können!

Die Frage ist nur, möchtest Du spielen?

Wenn nein - und davon gehe ich aus - dann darfst Du doch "jetzt" aktiv werden, um Dich vor der großen anstehenden Gefahr zu bewahren!

Was möchtest Du Dir beweisen? Deinen Willen?
Erkläre mir bitte das Wort Wille.
Was braucht es dazu? Welche Vorstufen gibt es?
Welche Prozesse müssen durchlaufen werden?

Wenn Du mir hier nicht mit Willenskraft, Willensbildung, Entscheidungsfindung etc. auf Anhieb antworten konntest, dann weisst Du gar nichts mit diesem Wort anzufangen.
Wenn Du dies nun nicht kannst, bleibt nur die "Standhaftigkeit" übrig.
Was ist das? Kannst Du es mir ebenso auf Anhieb erklären?

Auch nicht?

So bleibt nur Eines - Dein Ego möchtest Du streicheln!

Wenn es gut geht - was hast Du "gewonnen"?

Wenn es daneben geht - was hast Du "verloren"?

Wenn Du nun beiden gegeneinander abwägst - welche der Antworten ist nachhaltiger?

Mein Freund - Spielsucht ist eine Krankheit, die uns immer begleiten wird.
Kannst Du das akzeptieren?

Ich möchte dies gerne mit einer vielleicht ein wenig ekligen Anekdote verdeutlichen:
Unter meinem linken Fuß habe ich eine Stelle, an der die Hornhaut sprießt.
Regelmäßig schleife ich sie mir mit einer Reibe ab.
Mache ich es nicht, wächst dieser Ballen und drückt beim Gehen unangenehm in den Fuß.
Ich käme gar nicht auf die Idee zu sagen: Jetzt lasse ich das Zeug einfach mal wachsen, weil ich mir was beweisen möchte:  meine Standhaftigkeit und meinen Willen!

Hey - das Ding wird mir auf jeden Fall schmerzhaft auf den Keks gehen (es gibt dagegen auch noch nicht mal eine medikamentöse oder anderweitige Therapie).
Und so kaufe ich mir lediglich die empfohlenen Einlagen, die die unvermeidliche Wucherung ein wenig hemmen sollen.

Es macht mir nichts aus das Zeug einmal die Woche runter zu schmirgeln.
Dann habe ich wieder Ruhe ...

Bitte suche Dir jemanden, der mit Dir das Geldmanagement macht.
DANN hast Du bewiesen, dass Du aktiv Eigenverantwortung übernimmst!


Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 03 Februar 2017, 18:37:56
Hallo Olli,
vielen Dank für deine Wortmeldung. Grundsätzlich denke ich folgendes:
Ich möchte nicht bezweifeln dass die Spielsucht einen immer begleitet. Natürlich akzeptiere ich das. Ich war schon immer ein Mensch, schon vom naturell her, der gerne mal was riskiert hat. Das war auch lange gar kein Problem. Ein, zweimal im Jahr mit Freunden ins Casino, Spaß haben und ein gewisses Budget dafür hernehmen, wenn weg dann weg, aber kein Problem für die Existenz. Einfach im Rahmen. Problematisch wurde es bei mir erst durch hochriskante Börsengeschichten und dann das schlimmste: onlinecasinos. Ein grosser Gewinn von 8000€ innerhalb kurzer Zeit hatte mich angefixt. Danach Chasing....
Jetzt zurück zu deinen kritischen Worten:
Ich möchte aktuell meine Eigenständigkeit noch nicht aufgeben, weil es für mich ein Teil meiner Motivation ist: Ich werde mir keinen Rückfall erlauben, weil ich dann tatsächlich drastischere Maßnahmen ergreifen würde. Bleib ich sauber, kann ich eigenständig bleiben. Auch das gehört für mich zur Zielsetzung. Und ich denke ich werde das schaffen. Ich war bis vor einiger Zeit sehr gewissenhaft was Finanzen angeht. Ich glaube daran dass ich dahin wieder kommen kann. Und das werde ich. Davon bin ich überzeugt. Aber wie gesagt: Sollte ich rückfällig werden dann würde ich weitere Maßnahmen einleiten.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 03 Februar 2017, 19:09:26
Hallo Zockstop,

als ich angefangen habe, mit dem Spielen aufzuhören , habe ich meine Finanzen selber verwaltet. Meinem damaligen Chef habe ich meine Spielsucht erst eingestanden, kurz bevor ich meinen ersten Klinikaufenthalte hatte: meine Ursprungsfamilie hat zwar verstanden, daß ich spielsüchtig wurde, = Famailiendramaturgie, aber als sie sahen, daß ich in einer Selbsthilfegruppe ging, war das Thema durch, und das Familienschauspiel lief weiter, ohne daß ich noch eine wesentliche Rolle spielte.

Einen Freundeskreis hatte ich nicht, auch keine partnerschaftliche Beziehung, dafür ja die Spielstätten...
Mir blieb nur die Hilfe der Selbsthilfegruppe. Die ersten neun Monate habe ich weiter gespielt, in immer größer werdenden Intervallen, aber mit immer größer werdenden Schmerz.
In diesem 3/4 Jahr habe ich mir aber auch ein Rüstzeug zugelegt, um zu lernen mit Fainanzen umzugehen. Während meiner "Nassen Phase" habe ich die Gruppenkasse verwaltet, "grusel", aber, ich habe meine Schwierigkeitén immer eingebracht.
Heute führe ich eigenständig mein Haushaltsbuch, ist aber immer wieder gerne Thema in der SHG.
Das ist nun wirklich keine Empfehlung an Dich, es auch so zu probieren. Die Spielrückfälle haben mich mit riesigen Verlusrängsten, Einsamkeit, Scham, Verzweiflung belastet.
Deshalb ist der Weg, sich hier für Hilfe in eder Finanzverwaltung  in Partnerschaft, Familie, Freundeskreis zu suchen, mit einer besonderen Aufgabe, für das Vertrauen in eine Beziehungsfähigkeit verbunden.
Ich bin überzeugt, daß dieses allein mit Willensstärke -für uns - nicht zu bewältigen ist.

schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 04 Februar 2017, 09:52:40
Guten Morgen!

Ich hatte gefragt:

Zitat
Mein Freund - Spielsucht ist eine Krankheit, die uns immer begleiten wird.
Kannst Du das akzeptieren?

Deine Antwort lautet: Nein!


Das ist jetzt erst mal gar nicht so schlimm, da es einen inneren Entwicklungsprozess benötigt.

Eine der ersten Stufen lautet "kämpfen" ...

Zitat
Ich möchte aktuell meine Eigenständigkeit noch nicht aufgeben

Ich glaube nicht, dass dies der einzige Grund ist.

Wie wäre es denn mit einer anderen Betrachtungsweise?

Ein Geldmanagement sollte immer nur zeitlich befristet sein.
Es ist dazu gedacht uns einerseits vor uns selbst zu schützen - andererseits ist es aber auch dazu da, unseren Umgang mit Geld als gesetzliches Zahlungsmittel neu zu erlernen.

Den zweiten Punkt wirst Du nach Deinen Ausführungen wohl schnell wieder drin haben.
Doch beim ersten Punkt geht es um einen akuten Schutzmechanismus.
Der ist hier ja gegeben - Du hast Angst zu "versagen".

Deine Eigenständigkeit gibst Du damit nicht auf - Du holst sie Dir zurück!
Ohne Wagnis - ohne Zocken mit Deiner geistigen Gesundheit.

Mir ist durchaus bewusst, wie schwer es fällt jemanden um diesen Gefallen zu bitten.

Nun packe ich aber mal wieder meinen Beschützertrieb in die Schublade und lasse Dich gewähren, wie Du es machen möchtest ... :-)
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 06 Februar 2017, 01:28:16
Hallo,
danke für eure Beiträge. Ich möchte hier nicht wie der unverbesserliche Besserwisser wirken, aber ich möchte euch auch mal ein paar grundsätzliche Dinge über Sucht im Allgemeinen mitteilen von denen ich überzeugt bin:
Willensstärke ist das A und O.
Wenn ich mir da Beispiele aus meinem Umfeld anschaue sehe ich da Raucher die es geschafft haben aufzuhören und andere, die gescheitert sind. Die Voraussetzungen sind gleich. Zigaretten gibt's überall. Die Versuchung lauert immer. Dennoch schaffen es manche, manche aber nicht. Beim Alkohol ist es genauso. Vielleicht noch schwieriger da es beim Alkohol nicht nur "schwarz" und "weiss" gibt wie beim Rauchen entweder Raucher oder nicht.
Wenn der Wille aufzuhören stärker ist als die Verlockung wieder schwach zu werden dann schafft man es. Ist das nicht der Fall dann hat man keine Chance. Alles was ich damit sagen will: Es ist reine Kopfsache. Niemand zwingt uns zu spielen und wenn wir nicht spielen dann entstehen auch keine gefährlichen Entzugserscheinungen, anders als beim schweren Drogenmissbrauch.
Jetzt zurück zu mir:
Ich bin im Kopf an einem Punkt angelangt, wo ich weiss dass mein Leben quasi perfekt sein könnte. Es passt alles besser als je zuvor. Nur dieses Zocken verursacht Probleme und ist in der Lage alles kaputt zu machen. Seitdem ich mir das bewusst gemacht habe fühle ich mich tatsächlich schon sehr befreit, auch wenn die finanzielle Lage sich natürlich nur allmählich bessern kann. Ich verspüre keinerlei Lust auf weiteres Geldverbrennen. Ich denke täglich an mein Haushaltsbuch und es bereitet mir Freude es zu führen. Das Forum und der Austausch sind ein weiteres Puzzleteil. Vielleicht ist es mein gutes Umfeld, das ich habe, die Tatsache dass ich ansonsten sehr glücklich bin. Aber ich tue mir wirklich sehr leicht im Moment. Ich vermisse nichts. Deshalb halte ich auch nichts davon mich in der aktuellen Situation quasi finanziell selbst zu " entmündigen". Vielmehr ist es für mich wie ein kostbarer Diamant, den ich behalten darf wenn ich standhaft bleibe. Und das werde ich.  Ich weiss, es ist meine ganz eigene Herangehensweise.  Aber am Ende zählt der Erfolg, oder? ;-)
Es ist kurios, aber ich fühle mich schon massiv besser, obwohl ich prinzipiell ja quasi am Tiefpunkt bin, wenn man davon ausgeht dass es von nun an aufwärts geht.
So, zum Abschluss hoffe ich dass ihr Jungs es mir nicht übel nehmt dass ich nicht jeden Ratschlag annehme. Ich freue mich nämlich trotzdem auf den weiteren Austausch mit euch.
Bis demnächst
Gruß
Zockstop

Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 06 Februar 2017, 06:48:31
Zitat
Willensstärke ist das A und O.

Moin!

NEIN! Ist es nicht!
Erklärung s.o.

Und wenn Du Deinen eigenen Beitrag noch mal liest, da ist da doch viel mehr nur reine Willensstärke (die natürlich wichtig ist). :-)

Übrigens irrst Du ... es gibt Spieler mit Entzugserscheinungen. Ich selbst habe das auch erst nicht wahrhaben wollen, da ich sie auch nicht hatte. Habe mich da aber im Laufe der Jahre eines Besseren belehren lassen. :-)

Den Rest lasse ich mal so stehen, denn wenn es sich für Dich richtig anfühlt, dann ist es das für Dich wohl auch.
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 06 Februar 2017, 13:00:11
Heieiei,
hier wird aber ganz schön kritisch hinterfragt... :-)
Also:
Ich schrieb von " gefährlichen " Entzugserscheinungen. Ich meinte damit beispielsweise die Entzugserscheinungen eines Heroinsüchtigen, der plötzlich einen kalten Entzug macht. Das ist, meines Wissens, sogar lebensgefährlich. Natürlich wird es auch beim Spielsüchtling gewisse Entzugserscheinungen geben ( Blutdruck? Nervosität? Keine Ahnung..) aber vermutlich keine derartigen, dass derjenige aufgrund seiner Abstinenz in eine gefährliche  physisch gesundheitliche Situation kommt. Einverstanden, oder wieder falsch ? :-)

Den anderen Satz hab ich nicht ganz verstanden :
"Und wenn Du Deinen eigenen Beitrag noch mal liest, da ist da doch viel mehr nur reine Willensstärke (die natürlich wichtig ist). :-)"

Mag sein dass es bei mir nur reine Willensstärke ist, oder meintest du " viel mehr ALS reine Willensstärke" ?

Naja, wie auch immer. Heute ist Montag. Das Wochenende war schön und ich hatte keine Mühe spielfrei zu bleiben. Soviel kann ich zumindest sicher sagen. Und da weiss ich auch dass es stimmt ;-)
Euch allen einen guten Start in eine hoffentlich für alle spielfreie Woche.
Gruß
Zockstop








Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 06 Februar 2017, 13:35:05
Hi und huch!  :o

Da habe ich wohl unbedingt "körperliche" Entzugserscheinungen lesen wollen ...

Sorry!

Ja, die kommen tatsächlich vor: Nervosität, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche, Zittern ...
Sicherlich harmlos im Vergleich mit einem kalten Heroinentzug ... für den Beteiligten sicherlich aber auch recht unangenehm.

Zitat
Und wenn Du Deinen eigenen Beitrag noch mal liest, da ist da doch viel mehr nur reine Willensstärke (die natürlich wichtig ist). :-)

Du hast Dein soziales Umfeld, in dem Du Dich gut aufgehoben fühlst. Niemand macht Dir Druck - niemand stellt belastende Forderungen an Dich.

Du siehst Dein Leben als perfekt an - bis auf das Spielen.
D.h., dass da grundsätzlich bereits eine innere Zufriedenheit existiert.

Solche Dinge sind wichtige Säulen bei einer Genesung - und sie sind nicht selbstverständlich.

Du führst Dein Haushaltsbuch mit Freude. Also machst Du Dir Deine finanzielle Lage bewusst (auch nicht selbstverständlich!). Du siehst, wie die roten Zahlen kleiner werden und freust Dich darüber.
Du hast ein Ziel - ins Plus kommen.
Dieses Ziel gibt Dir Bestätigung und Motivation.

Sie sorgen dafür, dass Du sagen kannst: Ich vermisse nichts!

Dies sind die Dinge, die genau so wichtig sind, wie ein Wille.

Ein Wille alleine reicht nicht.
Wir Spieler sind nämlich zumeist sehr willensstark.
Nur ändern sich bei uns schnell die Ziele des Willens - sprich: Er wird schnell auch mal zum Spielen und zur Suchtmittelbeschaffung genutzt. :-)


Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 06 Februar 2017, 17:04:08
Hallo Zockstop,

ich finde das alles sehr gut, was Du unternimmst,wo Deine Eckpunkte im Leben sind, Deine Ziele, wenn nur das Spielen nicht wäre!

Die Akzeptanz der Krankhait Spielsucht ist vielleicht deshalb nicht so einfach, weil eben Spielen keine körperlichen Entzugserscheinungen mit sich bringt, von Hitze-Kälteanfällen, Zittern am ganzen Körper, massive Kopfschmerzen und fürchterlichen depressiven Schüben einmal abgesehen, so meine Erinnerung an den Spielentzug.
Manchmal habe ich mir gewünscht,ich würde am Tag nach der durchgepielten Nacht das Kotzen kriegen, hat nicht funktioniert. Das was beim Alkohol klappt, die körpereigene Notbremse, beim Spielen setzt der Verstand aus.
Daß meine Willenskraft enorm war, zeigt mir ja, wie unlauter ich mein Spielgeld aufgetrieben habe. Neulich habe ich mich im Inneren gefragt, ob die Exikutive meinen Niedergang noch auf einem Speichermedium zur Verfügung hat, den unbeugsamen Willen, in Staatlicher Obhut.
Nein, ich bin nicht im Strafvollzug und auch nicht in der Psychiartrie gewesen.
Aber: ich bin nur eine Geldmünze von diesen Einrichtungen entfernt.

Es gibt Erlebnisse, die so tief in meinem Leben eingebrannt sind, daß ich sie nicht vergessen kann.
Zu meinen frühkindlichen Störungen kommen aber krass die Dinge hinzu, die ich durch Alkoholmißbrauch, Rauchen, Überessen und vor allem beim Spielen angerichtet habe.
In der Selbsthilfe geht es darum, diese Angelegenheiten zu regeln.

Hast du schon einmal eine Einladung zu einem Rendevous gehabt, die begehrenswerte Dame hat das Festmenue gerichtet, Kerzen auf dem Tisch brennen, das "kleine Schwarze2 sitzt korrekt, nur du bist nicht erschienen, weil das Glücksspiel lief...

Ich hoffe sehr, daß das nicht zutrifft, für mich ist das Kino, ein Horrorfilm parexcellent. Aber in diesem Strefen sehe ich fiktiv mein Drama:
Eine Sehnsucht nach einer Liebe, die ich mir nicht geben kann,
vor der ich meine Erwartung der Enttäuschung stelle,
um selber im Spiegelbild des Dramas als Tragischer Held zu erscheinen.

Spielsucht drückt sich in so viel mehr aus, als irgendwelches Geld in Blechkästen zu werfen, auf grüne Tische zu schmeißen oder in den Tiefen des www zu versenken.

Der Wunsch - aufrichtig ausgesprochen, in Geist, Seele und Körper brennend - ist der Motor die realen Eckwerte des Lebens in Taten umzusetzen. Aufrichtige Freude empfinden, für das was ich bin, für mein Handeln und Tun, für die Anteilnahme meiner Mitmenschen und Anteil nehmen, in guten wie in schlechten Tagen, machen jeden Schritt, der sich vom vom Spielen entfernt gangbar.

Ich war Heute Morgen beim Podologen zur Fußplege und anschließend beim Psychotherapeuten.Vielleicht komme ich deshalb jetzt auf diesen angehauchten Quark.
Wie es dem auch sei, Heute bin ich frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel.
Das macht mich gerade froh und dankbar

schöne 24 Stunden
Andreas
 
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 07 Februar 2017, 13:06:12
Hallo mal wieder,
@Andreas:
Ich kann sehr gut nachvollziehen was du schreibst. Du bist ja ein halber Philosoph! :-)
Nein, Spaß bei Seite. Zum Lachen ist das ja alles nicht. Aber du scheinst ja nun auch schon seit längerer Zeit auf einem guten Weg zu sein.
Bei mir ist das irgendwie so: in meinem Leben passt immer einiges, und anderes passt überhaupt nicht um glücklich zu sein bzw. zu werden. Lange Zeit musste ich mir um Geld keine Sorgen machen. Da lagen die Zweifel und Probleme  eher im Bereich Partnerschaft. Unglaubliche Zeiten habe ich da erlebt. Tatsächlich brachte mich eine Frau in eine wirklich ernste Lebenskrise. Da fing es dann auch an bei mir mit der Geldverbrennung. Nun habe ich seit einiger Zeit eine wirklich großartige Beziehung. Die Probleme liegen nun woanders wie ihr wisst. Das positive daran: ich hab es selbst in der Hand jetzt dafür zu sorgen dass zum ersten mal alles passt. Und daran arbeiten ich. Naja, stimmt wieder nicht ganz. Über Jahrzehnte hinweg war mein Job sehr sicher. Aktuell ist das nicht mehr ganz so. Zumindest längerfristig gesehen. Aber das ist nur ein Grund mehr, zumindest jetzt jeden Euro sinnvoll zu verwenden. Es fällt mir nach wie vor nicht schwer. Auch der krankhafte Optimismus beim Zocken, der Glaube daran man könnte wirklich gewinnen, ist inzwischen einer realistischen Einschätzung gewichen. Auch sehr hilfreich...
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 08 Februar 2017, 22:47:34
Haööo Zockstop,

der Optimismus sollte in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Wenn die Partnerschaft so gut ist, kommen Dir Verlustängste auf, die Du berdrängen-verspielen mußt? Bitte nicht, ist nur eine Projektion von mir. Das Loslassen vom süchtigen Spiel schafft ja wirklich eine neue Freiheit für die Liebe.

Die Jahrzehnte werfen länger werdende Schatten.  Die Angst der Sicherheit um den Arbeitsplatz ist ein gewichtiges Thema in unserer Gesellschft. Geradr Menschen um die 50 sind betroffen. Ich habe meinen langjahrigen Job 49jährig durch Insolvenz des Arbeitgebers verloren. Das hat mich nach 10 Jahren spielfreiheit fast - wieder in die Spiestätten gebracht. Damals bin ich intensivst in die Selbsthilfegruppen gegangen und habe mir dort Sponsoren gesucht. Ich habe z.B. in einer Imbissstube am Bahnhof meinen Kaffee getrunken, gequalmt wie ein Schlot und mich über die Spieler an den beiden Automaten mokiert, bis einmal eine 2 DM - Münze in der Hand hatte - und aus dem Imbiss gelaufen bin. Da habe ich länger mit einem Spieler-Freund darüber gesprochen, bis ich die Einsicht hatte, keinen Ort wissentlich zu betreten, der irgendeine Art Glücksspiel anbietet.
Zur Zeit bin ich dabei, sowohl in der Ambulanten Therapie wie auch in der SHG meine Mitmenschen nicht mehr überheblich -  aufgestzt anzusehen. Eher mich in meinen Begegnungen  auf Augenhöhe zu bewegen und lieber einmal mehr nachzufragen , als irgendetwas zu behaupten. Vielleicht ist es so, daß ich mir damit meinen Groll über meine Langzeitarbeitslosigkeit abbaue; aber wenn ich damit nicht Frieden schließe, droht sich wieder das Spielen anzuschleichen.
Jetzt habe ich doch wieder viel erzählt,
ich wünsche Dir viel Kraft und Mut

Viele Grüße
Andreas
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 09 Februar 2017, 01:52:45
Hallo Andreas,
nein, eine solche Gefahr besteht nicht. Sicher gibt es Verlustängste was meine Partnerin betrifft. Allerdings ist es so, dass mir klar ist dass nur die Spielsucht in der Lage wäre mir das kaputt zu machen. Es würde hier den Rahmen sprengen zu erklären was ich ihr zu verdanken habe und wie wir miteinander umgehen bzw. wie sie mit mir umgeht. Sie hat mich geradewegs aus der Hölle in den Himmel geholt, ich müsste ihr jeden Tag danken. Und was macht sie? Sie sagt regelmäßig vor dem Einschlafen zu mir : " Danke dass ich bei dir sein darf." Das ist sinnbildlich für unsere Beziehung. Sie ist wirklich etwas besonderes. Alleine dafür, aber natürlich auch für mich selbst werde ich stark und abstinent bleiben. Es ärgert mich nur noch dass ich nicht schon früher aus dieser Einbahnstraße in die finanzielle Unvernunft abgebogen bin. Dann wäre manches einfacher. Du, lieber Andreas , kannst stolz auf dich sein. Du hast es offenbar geschafft den Spielteufel dauerhaft ruhig zu stellen. Damit bist du Vorbild für mich. Gerade war ich mit einem Freund in der Kneipe. Dort gibt es natürlich auch Automaten. Er spielte ( er hat allerdings kein Suchtproblem), mich reizte es nicht. Ich sah nicht mal zu. Wobei Automaten mich längst nicht mehr groß reizen. Trotzdem sehr ich es als positiv an. Schließlich könnte sich das ja jetzt theoretisch wieder einschleichen wenn ich kein online Casino mehr spiele. Ich bleibe standhaft und wünsche euch das gleiche.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 10 Februar 2017, 11:18:07
Hallo allerseits,
heute ist der 10. , für mich finanziell gesehen der Monatsanfang. Heute gibt's Lohn. Für mich beginnt damit eine Nagelprobe. Ich habe nach wie vor aber keine Bedenken und werde weiterhin standhaft abstinent bleiben. Es fällt mir immernoch überraschend leicht und nach wie vor liegt mir nichts ferner als mich weiterhin durch den Dämon Glücksspiel geißeln zu lassen. Ich wünsche euch allen ein schönes und spielfreies  Wochenende.
Gruß
Zockstop 
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 10 Februar 2017, 17:05:50
Hallo Zockstop,

dake für Dein Posting gestern. Es bewegt mich und gibt mir Kraft und Mut.
Manchmal komme ich immer noch auf die Idee mich einzuigeln und das Alte Lied zu summen: "Keiner hat mich lieb". Aber im tiefsten Herzen weiß ich, daß es ein Irrtum ist.

Ich freue mich, daß Du Deinen Genesungsweg ernst nimmst. Heute ist Freitag, das war für mich früher immer mein schlimmster Tag, weil ich zum Feierabend hin, meine Einsamkeit nicht mehr ausgehalten habe. Ich habe quasi die Spielhalle für mich alleine gepachtet.
Heute gehe ich an dien Tagen wesentlich gelassener um. Ich habe eine Telefonliste aus meiner Selbsthilfegruppe, da findet sich immer jemand, mit dem ich reden kann.

Ich möchte einfach nur daran denken, daß Du, wie auch immer, nach Hause kommst und hat Dein Gehalt beisammen. Vielleicht eine kleine Ausgabe, die kaum zu Buche schlägt, einen Blumenstrauß, in etwa.

Liebe Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 12 Februar 2017, 23:00:36
Hallo,
das WE ist vorbei und es war schön. Ich habe zwar etwas Geld ausgegeben, aber ausschließlich für Dinge die es wert sind. Ich bin nach wie vor meinem Weg treu geblieben, Abstinent100%. Jeden Tag frage ich mich warum ich mir selbst mein Leben so lange so schwer gemacht habe. Das Leben ohne uferloses Geldverbrennen ist doch viel schöner. Wieviel leichter wäre es wenn ich schon ein paar Monate früher so gehandelt hätte wie ich es seit den letzten paar Wochen tue. Aber das ist jetzt nun mal so. Euch allen wünsche ich einen guten Start in die neue Woche.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 13 Februar 2017, 06:54:19
Hi Zockstopp!

Schön zu lesen ...

Zeit und Geld sind verspielt - unwiederbringlich.
Doch das Selbstwertgefühl lässt sich wieder herstellen.
(frei nach den GA)
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 13 Februar 2017, 09:15:14
Hallo Zockstop, ich freue mich für Dich u d ich erfreue mich an der Spielfreiheit.
Der Tag erscheint im vellen Sonnenlichg..
Der Groll über vertaene, verspielte Zeiten
mag an der frischen Winterluft entweichen.
So wünsche ich Dir uns einen schönen Wochenanfang.

liebe Grüße s24h
Andreas
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 20 Februar 2017, 10:40:57
Hallo,
Ich bin aktuell etwas niedergeschlagen, da durch eine grössere Autoreparatur mein Ziel für diesen Monat, den grünen Zahlen auf dem Konto näher zu kommen wohl zunichte gemacht wurde. Der Motivation ist das aktuell natürlich wenig zuträglich. Aber ich versuche meinen Plan weiterzuverfolgen. Wenn man so lange Monat für Monat minus gemacht hat dann kommt es wohl auf einen Monat auch nicht mehr an. Wahrscheinlich sollte man nicht so kurzfristig denken sondern eher langfristig.
Gruß
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Olli am 20 Februar 2017, 16:01:48
Hi!

Wahrscheinlich sollte man nicht so pessimistisch denken?  ;D

Stelle Dir doch vor, die unvorhergesehene Autoreparatur sei seit Monaten geplant.

Ohne Auto wärest Du ja erheblich eingeschränkt in Deiner Mobilität.
Nun hast Du sie machen lassen - sie musste sein - dieses Thema ist fertig - bezahlt - abgehakt!

Mein Freund - ich habe erst vor 6 Jahren mein Häuschen gebaut. Da ich nicht nachfinanzieren wollte, sind auch heute noch einige Dinge nicht erledigt.
Und so plane ich Jahr für Jahr mein Erspartes für diese Dinge einzusetzen.
Es fehlen noch: Pflasterung der Einfahrt (ca. 2000), ein Gartenhäuschen (ca. 2500), ein französischer Balkon (ca. 1000), 100 m² Putz auf Q4 bringen (ca. 1500 [?]), Treppenlochverkleidung (ca. 600), Rahmen Durchgang (ca. 200), Glas-Alu-Mosaik Garderobe (ca. 1000), elektrische Jalousie (ca. 3000), Schiebegardinen (2* ca. 1300), Aufteilung nach WEG (ca. 1000) ... ein zweiter Fernseher und diverse andere Einrichtungsgegenstände ...
Die Preise sind grobe Schätzungen ...

Ich bin kein Großverdiener. Bis ich das alles durch habe, bin ich wohl in Rente.

Doch auch mir kommen immer wieder Dinge dazwischen:
Anwalt gegen Generalunternehmer, um aus dem Vertrag zu kommen (2650), 2 Kronen (800), 2 Brillen (1100), 14 Jahre altes Auto (300, 250, 250 ...) ...

Aber auch: 2 Wände mit Glas-Alu-Mosaik verkleidet (je 1000)
20 m³ Schotter in die Einfahrt gekarrt und verdichtet (weiß nicht mehr)
Werkzeug gekauft, Farben, Tapeten ...

Irgendwann brauche ich auch mal ein neues Auto - ein Ein- oder Zweijahreswagen ...

Demnächst werde ich wohl mal ne neue Couch brauchen - das Kunstleder meiner jetzigen löst sich auf ...

Es wird also immer etwas geben, auf das ich hin arbeite finanziell - es wird auch immer wieder etwas geben, was meinen Plan etwas aus der Reihe bringt.

Und so bleibt mir nur das Üben von Geduld.
Unterm Strich aber komme ich meinen Zielen immer näher.
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 20 Februar 2017, 16:47:59
Hallo Zockstop,

wofür brauchst Du ein Auto:
für die Berufsausübung, Fahrt zum Arbeitsplatz;
für Wege zum Einkaufen, Transport sperreiger Gerätschaften;
für Reisen, Ausflüge - mit der Partnerin;
als Hobby?

Wofür brauchtest Du das Spielen?

Es gibt Unterschiede der Geldausgabe, hier wohl einer umsichtigen Finanzierung.

Mein Fahrrad schmort im Keller - seit dem Spätsommer. Die Lenkerhaltung ist lose, die Gangschaltung muß nachgestellt werden, Beleuchtung wäre auch wieder sinnvoll. Das steht nächsten Monat auf meiner Agenda, vielleicht auch nur Zug um Zug und das wichtigste zuerst.
In neun Tagen wird mein ewiger Dispo abgestzt , die Schwarze "0" ist nah!

Ich wünsche Dir eine gute Zeit.
Liebe Grüße
Andreas
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zockstop27 am 21 Februar 2017, 14:27:52
Hallo und Danke für eure Rückmeldung.
Ich habe unlängst mal drüber nachgedacht wie lange mir eigentlich schon bewusst ist, zumindest unterbewusst, dass ich ein echtes Problem habe in Bezug auf mein Spielverhalten. Eigentlich schon sehr lange. Auch muss ich mir eingestehen dass ich mir eigentlich schon sehr oft geschworen habe kein Geld mehr so sinnlos zu verschleudern. Die Versuche waren aber meist halbherzig. Bis ich mich nun richtig am Riemen gerissen habe und mich auch hier angemeldet habe. Kennt ihr das eigentlich auch, dieses immer wiederkehrende Szenario, das miese Gefühl wenn man wieder mal verzockt hat und selbst nicht versteht warum man das tut? Wenn man sich dann schwört es nicht wieder zu tun? Man leidet Tage und Nächte, schläft schlecht und rutscht mental in ein Loch. Dann folgt die Besserung, man fühlt sich besser obwohl sich eigentlich finanziell nichts zum Guten verändert hat und irgendwann beginnt es dann von vorne. Schwer nachzuvollziehen wenn man das versucht von aussen zu betrachten. Man fragt sich auch warum es anderen Menschen gelingt damit kein Problem zu haben obwohl sie vielleicht auch hin und wieder mal ihr Glück versuchen, mal ein Casino besuchen oder ähnliches. Aber genau das macht wohl den Unterschied aus. Beim Rauchen kenne ich es ja auch. Ich rauche nicht, war noch nie Raucher. Dennoch habe ich manchmal zum Spaß, sei es auf einer Party oder einfach aus Jux an Silvester mal eine gepafft, manchmal auch 5 oder 6. Nie hatte ich aber am nächsten Tag den Drang weiterzumachen. So ähnlich muss das wohl auch sein. In den letzten Tagen habe ich mir mal sehr bewusst gemacht was ich da angerichtet habe, wie leicht ich es finanziell eigentlich haben könnte. Ich muss zugeben dass mich das sehr heruntergeladen hat. Es ist wie das Aufwachen aus einem bösen Traum. Ich bin eigentlich kein dummer Mensch, habe im Leben vieles relativ gut gemeistert und gelte auch als verlässlich und cleverer Mensch. Wie konnte ich so dumm sein? Fakt ist nur, ich lebe noch, habe eine wunderbare Freundin, bin aktuell in der Lage meine Situation Monat für Monat zu verbessern wenn ich standhaft bleibe. Daran versuche ich mich nun hochzuziehen. Ich weiss, ich klinge heute nicht so positiv wie sonst. Aber wahrscheinlich ist der Weg aus dieser Situation, aus dieser Sucht, keine gerade Straße sondern ein Feldweg mit vielen Bergen und Tälern. Im Moment bin ich in einem Tal. Aber ich fahre weiter.
Danke für euer Ohr.
Zockstop
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: andreasg am 21 Februar 2017, 16:49:02
Hallo Zockstop,

ich kann Heute durch den verqualmten Eingang des Hauptbahnhofs gehen. Einfach Luft anhalten - und durch. Gestern habe ich den rückwärtigen Ausgang genommen: rechts befindet sich meine ehemalige Stammhalle, links die Bahnhofsmission. Meine Augen habe ich statisch nach Links gestellt. Die Angst vor der Nähe zum Glücksspiel. Mein Therapeut sagt: "wenn Sie neutral und unbeeindruckt in einer Spielstätte sitzen könnten, wären Sie genesen. Wenn ich in einem Speiselokal bin, wo Alkohol ausgeschenkt wird, kann ich aber brauche ich nicht ein Glas zum Menue trinken.
Wenn ich einmal tief in mein Innerstes schaue , in aller Ruhe, dann bekomme ich eine Dankbarkeit für meine Spielfreiheit, die schwerlich in Worte fassen kann. So schwindet auch die Reue über meine Spielerkarriere.
Die Intelligenz kann das Gefühl der Machtlosigkeit dem Spielen gegenüber austricksen. "Ich habe doch genug Verstand, um nicht hilflos dastehen zu müssen" - ich bin schlauer als ....
Erst das Eingeständnis der Krankheit - Spielsucht gibt mir immer wieder neu ein Gefühl dafür, daß ich Hilfe annehmen kann. Daher freue ich mich, daß Du eine verständnisvolle Partnerin an Deiner Seite hast.

Liebe Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zero80 am 21 Februar 2017, 21:28:49
Hi zockstop,

Muss hier oli mal recht geben (ausnahmsweise  ;D  ;) )

Bei mir war es damals vor 10 jahren so crass das ich mehr wie einmal ohne sprit stehen geblieben bin, total bekloppt.
Damals war einer in der spielo jd tag. 1800 im monat verdient. Ur alten kadett gefahren total durchgerostet, auto in
werkstatt vorm 1. Am 1. Lohn bekommen - verzockt. Dann seine Schwester angepumpt sie ihm tausend geliehen für
das auto - verzockt.
die karre stand dAnn zwei Monate dort bis er es holen war.

Von daher sei wie oli schon sagt froh dein Geld darin investiert zu haben und auch darüber nie soweit gefallen zu sein, der
fall geht nämlich immer noch weiter u weiter wo du denkst du bist schon lange am boden.

Mit diesem langfristig denken fällt mir auch schwer und habe darüber vor kurzem gelesen das hier bei uns im kopf ein
Hardwaredefekt wohl vorliegt.
Die haben wohl in studien mit süchtigen festgestellt das die meisten der süchtigen wenn ich dir anbiete dir heute 500€ zu
schenken oder 1000€ in einem Jahr die 500 sofort nehmen würden obwohl man in einem jahr 100% mehr hätte und ich muss
sagen ich würde auch eher die 500 sofort nehmen.

Mit dem mies und abgezockt fühlen und garnicht nachvollziehen können warum man das wieder gemacht hat kennt wohl
jd von uns. Und mit dumm hat das null zu tun.
Als ich jetzt nach jahren paar rückfälle hatte habe ich das mal viel bewusster wahrgenommen. Es ist immer gleich, man denkt 20
Kann ich versuchen, in 5 min sind dje aber weg da hatte ich manchmal meinen kaffee noch nichtma also denkt man nen
fuffi geht auch und dann geht das erstmal so weiter bis man in einen Bereich kommt wo man sein Geld wider zurück will
und ich konnte bei mir beobachten das ich wie in Trance war.
ich wusste das es falsch war und das ganz bewusst und dennoch bin ich ständig zum Geldautomaten-spielo gelaufen weil man
unterbewusst sich einredet das man wenn nur ein gutes Bild kommt sein Geld wieder hat und dann sofort abhauen würde was
man aber wenn dieses bild kommt eh ni ht macht.
Titel: Re: Neu hier
Beitrag von: Zero80 am 21 Februar 2017, 21:34:54
Wenn man dann paar tage später seinen kto auszug ansieht und 5-6 ma 50€ alle 10min abgehoben hat
am ende dann noch 2 ma 80 und ganz am schluss dann doch noch den rest auf einmal fragt man sich was
einen da geritten hat und kann es nicht mehr nachvollziehen.

Psychologisch finde ich das schon faszinierend wie diese automaten programmiert sind und wie man immer
wieder darauf reinfallt.  ::)