Glücksspielsucht => Glücksspielsucht Allgemein => Thema gestartet von: sebinski82@gmail.com am 17 August 2022, 10:01:07
-
Hallo Zusammen, leider hatte ich in diesem Sommer einen Zweiten Rückfall. Der letzte lag schon zwei Jahre zurück.
Meine Frau hatte damals schon angekündigt mich bei einem weiteren Rückfall zu verlassen. Irgendwie war mir das ja bewusst aber die Sucht
war diesmal dermaßen Stark, das es mir schlicht egal war.
Als ich es dann gebeichtet hatte, war sie kaum zu bremsen, sprach von Ausziehen, Haus verkaufen usw....
die ersten Tage bin ich wie ein geprügelter Hund durch die Gegend gelaufen, bin ständig zusammengebrochen.
Warum, Warum?
Am selben Tag noch habe ich die Suchtberatung angerufen und direkt alles in die Wege geleitet in Therapie zu kommen (hätte ich vor zwei Jahren schon machen müssen)
Ich gebe zuhause gerade alles, auch weil mir vieles klarer geworden ist was ich die letzten Jahre versäumt habe.
Mehr Haushalt machen, besser auf das Geld achten, mehr als Familie Unternehmen und und und.
Manchmal bekomme ich ein Lächeln geschenkt, und das bedeutet mir einfach alles.
Hoffentlich verlässt sie mich nicht und ich bekomme eine letzte Chance.
-
Moin,
Herzlich Willkommen hier im Forum.
Irgendwie war mir das ja bewusst aber die Sucht
war diesmal dermaßen Stark, das es mir schlicht egal war.
Ist was vorgefallen, dass der Druck nach 2 Jahren Spielfreiheit plötzlich so stark wurde,dass nix geholfen hat ? Hast du dem Druck entgegen gewirkt oder hast du ihn sich einfach aufbauen lassen?
Hast du dir vor 2 Jahren auch schon Hilfe gesucht oder ist es jetzt das erste mal? Wenn ja,zeig deiner Frau, was du gerade alles unternimmst. Du musst das alles aber auch ehrlich meinen und für dich machen. Die Angst des Verlassenwerdens war ein guter Anstoßes und du bist dadurch ins Handeln gekommen, aber das muss anhalten, weil du für dich gesund werden möchtest.
Ihr solltet mal in Ruhe reden. Was die Sucht mit dir macht,was du fühlst und was deine Frau fühlt und welche Ängste sie hat. Vielleicht nimmst du sie mal zu einem Beratungsgespräch mit.
Weißt du noch ,wie du zur Spielsucht gekommen bist? Was du damit kompensiert,verdrängt oder war es aus Geldgründen oder Spass?
Wie geht's dir heute? Wie ist das Verhältnis grad zu deiner Frau? Vielleicht habt ihr schon geredet?
LG Wolke
-
Hi, vor 6 Jahren war es der Tod unseres ungeborenen Sohn der es damals Ausgelöst hat. Beim Spielen konnte ich halt abschalten und musste nicht darüber nachdenken...klassisch verdrängt eben.
Vor zwei Jahren habe ich mir keine Hilfe gesucht, dachte ich bekomme das so schon hin (extrem Naiv) .
Rückblickend betrachtet muss es der Stress auf der Arbeit gewesen sein. Ich stand oft im Fokus einer Kündigung die aber immer abgewendet werden konnte, weil es teilweise auch nicht haltbare vorwürfe waren.
Die damit verbundene Existenz Angst ( Gerade ein Haus gekauft, kleines Kind zuhause...) hat mich wohl wieder zu dem Scheiß gebracht.
-
Hi und willkommen!
hätte ich vor zwei Jahren schon machen müssen
Vor zwei Jahren habe ich mir keine Hilfe gesucht, dachte ich bekomme das so schon hin (extrem Naiv) .
Ja, Du hättest das vor 2 Jahren schon machen "können" und sicherlich hast Du Deine Sucht auch extrem unterschätzt.
Und nun? Verfallen wir jetzt in Selbstvorwürfen und setzen uns eine Dornenkrone auf, bevor wir uns selbst kreuzigen?
Was hast Du JETZT gemacht? Du kümmerst Dich um eine Therapie und da gibt es bei Dir, so wie ich das lese, absolut kein wenn und kein aber.
Es gibt kein zurück, weil Du es so willst! Du hast Deine Prioritäten neu sortiert und da steht das Spiel und alles. was damit zusammen hängt, verdammt weit unten.
Das das auch so bleibt, lernst Du in der Therapie.
Die damit verbundene Existenz Angst ( Gerade ein Haus gekauft, kleines Kind zuhause...) hat mich wohl wieder zu dem Scheiß gebracht.
Bespreche solche Themen mit Deiner Frau. Wenn Du Lust und Laune hast, dann suche Dir noch eine SHG und bespreche solche Sachen da.
Nichts ist auf Dauer so selbstverletzend, als alles mit sich alleine ausmachen zu wollen!
Ich gebe zuhause gerade alles, auch weil mir vieles klarer geworden ist was ich die letzten Jahre versäumt habe.
Mehr Haushalt machen, besser auf das Geld achten, mehr als Familie Unternehmen und und und.
Manchmal bekomme ich ein Lächeln geschenkt, und das bedeutet mir einfach alles.
Junge, Junge ... ;) Du weisst, worauf es ankommt ... da wird mir wohlig ums Herz ... :)
Gebe wenn möglich die Dinge, die mit Geld zu tun haben, an Deine Frau ab. Geld = Suchtmittel --> kein Bezug zum gesetzlichen Zahlungsmittel
Das wirst Du Dir erst wieder entrainieren müssen. Jetzt im Moment, wo die Stimmung ja auch belanstend ist, könnte ein Geldzugriff schnell zu einem weiteren Rückfall führen. Ist der Zuhgriff nicht vorhanden, dann dann wird Dich das Geld auch weniger triggern.
-
Hey,
das tut mir sehr leid mit deinem Sohn. Hast du bzw habt ihr den Tod eures Kindes aufgearbeitet ,mit einem Therapeuten oder habt ihr das so unter euch ausgemacht und geredet? Könntest du dir vorstellen ,dass das immer noch in dir arbeitet und du da in der Trauer feststeckst?
LG Wolke