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Glücksspielsucht => Glücksspielsucht Allgemein => Thema gestartet von: esesive am 03 Januar 2023, 13:41:36

Titel: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: esesive am 03 Januar 2023, 13:41:36
Hallo Leute,

ich bin neu hier, weil ich momentan Ratlos und am Ende bin..Ich bin 28 Jahre alt und bin seit ca 5 Jahren spielsüchtig. Bei mir verläuft die Sucht in Schüben, ich denke manchmal Monate lang nicht ans zocken (bei mir geht es um Online Casino) und dann habe ich wie aus dem nichts (aus der langeweile heraus) das verlangen zu zocken und haue mein komplettes Geld in einem Abend auf den Kopf. Wie im Wahn.. ich bin nicht mehr ich und kann nicht mehr klar denken und verliere komplett den Bezug zum Geld.

Das ist nun auch vor ca 5 Tagen wieder passiert.. Ich habe Monate lang nicht daran gedacht, und jetzt ist es wieder passiert..
Schlimmer als jemals zuvor.. Ich habe alles was vom letzten Gehalt übrig war + das neue Gehalt + Rücklastschriften getätigt insg. ca 3600€ in einer Nacht im Online Casino verzockt. Unglaublich..
Ich konnte bis jetzt nicht mal meine Miete bezahlen, weil ich keinen Cent mehr habe... Zum Glück habe ich diese Woche noch Urlaub, keine Ahnung wie ich ohne Benzin zum arbeiten kommen soll, dann noch meine ganzen monatlichen Raten, (Kredite, Autofinanzierung, Rücklastschriften usw) Die Schlinge ist komplett zuhezogen und ich weiß nicht was ich jetzt machen soll.. Kredite bekomme ich wegen meiner extrem schlechten Schufa keine..
Die einzige Person die über die Spielsucht Bescheid weiß ist meine Mutter, Ich habe aber sehr große Angst ihr etwas zu sagen weil sie mega Enttäuscht sein wird..
Ich liege den ganzen Tag nur wie gelähmt auf der Couch und verspüre diese extreme Angst.. Ich weiß echt nicht mehr weiter und finde keinen Ausweg aus dieser Situation..
Ich weiß nicht was ich noch sagen soll.. Mein Leben war vor einer Woche noch so schön.. und nun stecke ich im tiefsten Loch das ich mir vorstellen kann..

ich wollte mir das alles einfach mal von der Seele reden/schreiben, und dachte das ist dass richtige Forum dafür..
Ich wünsche euch alles gute

Lg Esesive
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Olli am 03 Januar 2023, 14:22:34
Hi und herzlich willkommen!

Du bist seit 5 Jahren spielsüchtig ... OK, was hast Du bisher dagegen getan?

Bei Dir "kommt die Sucht in Schüben" ... Nö ... sie ist permanent da, auch wenn Du kein Verlangen verspürst. Daher macht es ja gerade Sinn etwas gegen die Sucht zu unternehmen.

Du denkst manchmal monatelang nicht ans zocken ... Hatte ich auch ... habe so 20 Jahre in der Sucht gefangen verbracht.
Du bist mir also weit voraus. Du wendest Dich bereits nach 5 Jahren an ein Forum.
So ein Forum als 1. Anlaufstelle zu nutzen ist aber auch etwas "feige". Wenn es Dir zu viel werden sollte - zu bedrohlich - wie auch immer Du es nennen möchtest, dann schließt Du einfach den Läppi und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein.
Du weisst, was zu tun ist ... Du hast des Rätsels Lösung bereits präsentiert in Deinem Post. Allerdings bist Du direkt auch zu gnädig diese Hilfe auszuschlagen, weil Du Angst hast, Deine Mutter zu enttäuschen.
Bleibe bitte bei der Wahrheit - Du hast Angst vor Scham im Boden zu versinken. Du hast Angst Vorwürfe gemacht zu bekommen.
Vielleicht hast Du ja auch Angst, dass dann Erwartungen in Dich gestellt werden, die Du erfüllen "musst", wenn Du die Person in Deinem Leben behalten möchtest.

Übrigens hatte ich Dir eine PN geschrieben.
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: will am 03 Januar 2023, 14:41:10
Du hast wohl aktuell Geldprobleme, die Du selbst nicht lösen kannst, hierzu musst Du dir Hilfe holen, oder allen Leuten zumindest melden, dass du nicht in der Lage bist...

Dein Ur-Problem hat aber nichts mit Geld zutun, sondern ist psychologisch. Das hat was mit deiner persönlichen Lebensgeschichte zutun, wieso Du krank geworden bist.
Um Veränderungen zu schaffen musst Du bereit sein und akzeptieren und daran arbeiten.


Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: esesive am 03 Januar 2023, 15:21:28
Danke für eure schnellen Antworten :)
Was ist bisher dagegen getan haben? Ich war mal in einer SHG in der habe ich mich aber nicht wohl gefühlt, war dann nur ca 3 Monate.
Habe meiner damaligen Freundin und meiner Mutter von der Spielsucht erzählt.

Ja klar, ich habe Angst vor Scham im Boden zu versinken und vor Vorwürfen, da hast du wahrscheinlich recht.. Ich weiß nicht wie ich anfangen soll es zu sagen das es nach so langer Zeit doch wieder passieren ist..
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Olli am 03 Januar 2023, 15:44:49
Hi!

Was machst Du, wenn Du Dir einen Arm brichst? Dann gehst Du doch zum Arzt ... oder? Nehmen wir mal an, Du legst Dir ein Stöckchen an den Arm und umwickelst das Ganze mit Panzerband. Gut, das kann dann mit der Heilung funktionieren ... muss aber nicht.
Dank Rambo und sonstigen Helden wissen wir alle längst, dass Knochen erst einmal gerichtet werden müssen, damit sie wieder vernünftig zusammenwachsen können. Wenn die zwei Knochenenden aber nun nicht vernünftig aneinander stoßen, dann hast Du Dir lediglich eine neue Sollbruchstelle geschaffen und darfst Dich nicht wundern, wenn der Knochen genau dort irgendwann wieder bricht.

Wieso Du Dich in der SHG nicht wohl gefühlt hast, schreibst Du leider nicht. Ich selbst war 6 Jahre vor meiner Abstinenz mal in einer - auch über einige Monate - und ich habe mich auch nicht wohl gefühlt. Im Nachgang muss ich aber gestehen, dass dies gar nicht an der Gruppe gelegen hatte, sondern ausschließlich an mir. Ich war noch nicht so weit ... würde ich das heute beschreiben.
War es vielleicht bei Dir auch so?

Nun, Fakt ist ... Du hast da nichts zu Ende gebracht. Nun hat sich gezeigt, dass es sich wohl doch lohnen könnte, wenn Du da wieder ansetzt, wo Du aufgehörst hattest. Wenn Dir die SHG weiter nicht zusagt, dann gehe in eine Beratungsstelle und lasse Dich dort beraten, ggf. sogar therapieren.

Du musst bitte bedenken, dass Du alleine der Schlüssel zu Deinem Glück bist. Oder anders formuliert: Du weisst bereits alles, was Du für eine Genesung benötigst, es braucht Dir nur noch bewusst zu werden. Dabei unterstützt Dich die Suchthilfe liebend gerne.

Spreche mit Deiner Mutter ... Du brauchst keine Erklärungen abgeben. Du hast sie ja selbst noch nicht für Dich. Fange einfach an mit: Mama ... ich habe wieder gespielt und ich habe dabei total die Kontrolle über mich verloren. ...
Alles Andere wird sich finden ...

Ich hatte Dir ja eine persönliche Nachricht geschickt. Das Angebot steht noch und ich weite es aus auf Deine Mutter. Wenn Ihr wollt, dann können wir diese Woche noch ein Meeting machen ... habe noch Urlaub ... schicke mir einfach eine Nachricht mit einer Uhrzeit.
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: esesive am 03 Januar 2023, 18:53:09
Wieso ich mich in der SHG nicht wohlgefühlt habe ist eine gute Frage.. Ich denke es war eine Mischung aus es nicht einsehen wollen das ich auch "so einer" bin (weiß nicht wie ich es beschreiben soll, scham?) Ich war wohl auch einfach noch nicht soweit und ich glaube Einzelgespräche würden mir besser helfen..

Ich hoffe ich kann es morgen meiner Mutter erzählen, ich muss es ihr erzählen, dass weiß ich ..

Danke ich habe deine Nachricht erhalten, ich werde erstmal das wichtigste durchziehen, spricht mit meiner Mutter reden, und eine Lösung für die akuten Geldprobleme suchen müssen. Ich werde mich dann melden, vielen Dank !
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Wirbelwind am 03 Januar 2023, 19:41:24
Ich weiß das Geld ein sehr Problematisches Thema ist. Du kannst wahrscheinlich fragen irgendwo ob man dir hilft;
ich würde Dir raten leih dir nix von nirgendwo und schau das du langsam den arsch an die wand bekommst.

Leihen suggeriert deinem Suchtgedächtnis die falschen Signale und das arschloch denkt dann wieder "hach, is ja wiedermal gut gegangen"

Rede mit mama und komm in die pushen, hilfe bekommst du hier reichlich wenn du es möchtest, MACHEN und laufen musst DU  ;) ;)
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Manollo am 03 Januar 2023, 20:09:15
Du bist hier richtig, wir können es nachvollziehen was du erlebst, ging uns nicht anders. Deine Geschichte erinnert hier einige an sich selbst. Ich hatte auch am 3. keine Kohle mehr, alles verzockt und wusste nicht wie ich tanken sollte usw. Auch kenne ich es leblos auf der Couch zu gammeln und tausend Gedanken zu haben und habe mich selbst gehasst. Ich habe mich sogar lautstark beleidigt. Naja, ich will dir nur sagen, das wir dich verstehen. Kohle ist weg, finde dich damit ab und versuche gar nicht es durch s spielen wieder zurückzuholen, ich garantiere dir es wird noch schlimmer werden.
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: esesive am 03 Januar 2023, 20:40:48
Danke euch.. ja ich liege seit 3 Tagen auf der Couch.. schon Kopfschmerzen von den Gedanken.. mir wird ganz anders und ganz heiß wenn ich an die kommenden Tage denke .. weiß nicht wie ich das schaffen soll. Das die Kohle weg ist damit habe ich mich abgefunden, ans zocken denke ich keine Sekunde
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Olli am 03 Januar 2023, 21:45:05
Guten Abend!

Auf der einen Seite bist Du verzweifelt und weisst nicht weiter - befindest Dich in einer Schockstarre. Auf der anderen Seite findest Du Ausreden, wieso wir uns nicht erst mal unterhalten sollten.

Also ... versprochen ... am Ende des Tages bist Du kein glücklicher Besitzer eine Brockhaus, einer Waschmaschine oder eines Staubsaugers.

Solch ein Gespräch dient dazu Dich aufzubauen und Dich zu motivieren, damit Dir die Wege einfacher fallen, die Du nun zu gehen hast.

Nun denn, wenn Du doch magst, dann melde Dich ... wenn nicht, dann eben nicht ...

Diese Woche Samstag ist Angehörigenmeeting, die Woche drauf wieder offenes Meeting für alle. Vielleicht schaust Du dann ja mal rein ...
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: TheRock am 04 Januar 2023, 03:28:52
Hallo erstmal  :)

Deine Story errinert mich teilweise an meine. Ich habe es auch genauso wie du hinbekommen mehrere Monate ohne Hilfe Abstinent zu bleiben und mir dann auch gesagt ich bin ja nicht sooo Süchtig. Kannst dir ja mal meinen Beitrag durchlesen wenn du magst bei mir waren es auch Online Casinos. Da ich nur einen einzigen Beitrag habe der vor einem Jahr gestartet wurde sieht man teilweise die Veränderung meiner Gedankengänge. Ich habe anfangs sogar die Antworten von Olli oder auch anderen Mitgliedern in diesem forum als übertrieben oder auch falsch empfunden. Ich wollte mir das nicht eingestehen. Olli hatte mir damals sogar noch geschrieben: "sieht man sich denn doch oft zwei Mal im Leben, wenn derjenige "Nichts" macht für seine Genesung." Ich habe diesen Satz irgendwo teilweise ignoriert und dachte mir nein ich kriege das schon hin. So ist es leider nicht gekommen. Ich bin auch den Weg mit dem Geld leihen gegangen und habe sogar leider gottes meine Schwester mit einem Kredit mit reingezogen. Heute denke ich mir aber hättest du mal auf Olli und die anderen Mitglieder gehört. So wie ich das für mich empfinde ist es in der Spielsucht halt leider so, dass man die Dinge die einem gesagt werden nicht akzeptieren möchte. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich das alleine hinkriege und keine hilfe benötige. Jetzt bin ich 1 Jahr später an dem Punkt dass ich mitten in meinem Studium vor einer Privatinsolvenz stehe. Das geld ist nebensache. Wird mir aber jetzt erst bewusst. Wäre mir das 1 Jahr vorher bewusst geworden dann hätte ich einiges gespart sowohl an Geld als auch an negativer Stimmunng und Energie. Es war mir nicht so ganz bewusst, dass die Mitglieder mir nur helfen wollten. Ich war auf manche kommentare sogar genervt und dachte mir warum übertreiben die denn so?

Ich wünsche dir Viel Erfolg auf deinem Weg.
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Wolke 7 am 04 Januar 2023, 05:50:26
Moin,

sprich mit deiner Mutter und mit dem besten Freund ,vertrau dich ihnen an.
Geh zu einer Suchtberatung,die helfen dir ,dass mit den Finanzen zu sortieren . Du hast Einzelgespräche und kannst später in die SHG gehen.

Sprich die Banken,den Vermieter ,den Stromanbieter usw an,dass du grad nicht zahlen kannst und einigt euch auf eine Ratenzahlung oder so .
Wenn du da mit niemandem sprichst ,fliegst du schnell aus der Wohnung raus.
Such dir einen Nebenjob für ein einige Zeit,bis du finanziell wieder mehr Luft hast.

Aber vor allem mach die ersten Schritte, such dir Hilfe,es gibt da viele Möglichkeiten, aber du musst ins Handeln kommen ,schnell. 

LG Wolke
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: esesive am 04 Januar 2023, 14:21:41
Hallo Leute, danke für eure Antwort.. ihr gebt mir viel Kraft..
Ich habe mir deinen Beitrag durchgelesen @Therock und ja ich habe mich beim lesen sehr oft selbst erkannt.. Es ist wirklich verrückt und so extrem komplex ich möchte mir auch helfen lassen..
Ich werde nun meinen ganzen Mut zusammennehmen und meiner Mutter von meinem Rückfall erzählen.. Ich habe sie schon gefragt ob sie später Zeit hat.. ich habe aber ein extrem mulmiges Gefühl und empfinde Angst und schäme mich extrem ..

Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Wirbelwind am 04 Januar 2023, 15:25:41
Zitat von: esesive am 04 Januar 2023, 14:21:41

Ich werde nun meinen ganzen Mut zusammennehmen und meiner Mutter von meinem Rückfall erzählen.. ich habe aber ein extrem mulmiges Gefühl und empfinde Angst und schäme mich extrem ..

Klingt hart aber ist so, DAS gehört nunmal dazu wenn man Scheisse gebaut hat.
Nun liegt es an Dir das zu überwinden mit VOLLER Ehrlichkeit deiner mutter gegenüber.
Da ich Olli ziemlich gut einschätzen kann, kann ich fast blindlings behaupten das er DIR ziemlich viel Zeit und Möglichkeiten eingeräumt hat mit Ihm zu reden.
An DEINER Stelle würde ich nicht etwaige gründe finden wann du wie wo weshalb nicht kannst sondern würde SEIN ANGEBOT annehmen, das währe ein erster schritt in die richtige Richtung DEINE scham zu überwinden, was hast du verlieren ?

Olli ist ein fremder Mensch für dich der dir lediglich seine Hilfe anbietet, sagst du ihm geh mir nich auf die nerven oder brichst ab weils dir zu viel wird, Ja mein gott davon geht die welt nicht unter das kann er schon ab :) ...

Nichtsdestotrotz ist dann selbstverständlich irgendwann eines Tages mal eine entschuldigung fällig...

Handlung - Konsequenz

Viiiiiiiiel schlimmer ist es wenn man in eine Shg geht -von denen es nun nicht unbedingt viele gibt wie sand am meer- und man geht dort nicht mehr hin weil man sich nicht wohl fühlt, meiner Meinung nach sollte man da schon etwas stabiler sein bevor man dort hin geht. DAS sind reele Menschen und die halten einem knallhart den Spiegel vors Gesicht - ob mman will oder nicht... Sicherlich tun wir hier nichts anderes, nichtsdestotrotz hat man hier viel mehr persönlichen Abstand und kann doch etwas mehr Rücksicht auf sein gegenüber nehmen.

Wenn Du jetzt eh zu Hause rumgammelst, das Forum ist voll mit Tagebüchern, fang an Sie zu lesen und Du wirst feststellen das Du absolut nicht damit alleine bist und mir ist nebenbei noch eingefallen Du kannst auch zum Arzt gehen und Dich krank schreiben lassen denn DAS bist Du. Das wäre der ALLERERSTE schritt in die Richtung los zu laufen um DEIN Leben in die Hand zu nehmen und los zu laufen
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Olli am 04 Januar 2023, 18:46:48
ZitatViiiiiiiiel schlimmer ist es wenn man in eine Shg geht -von denen es nun nicht unbedingt viele gibt wie sand am meer- und man geht dort nicht mehr hin weil man sich nicht wohl fühlt, meiner Meinung nach sollte man da schon etwas stabiler sein bevor man dort hin geht. DAS sind reele Menschen und die halten einem knallhart den Spiegel vors Gesicht - ob mman will oder nicht...

Da verbringe ich mal einen Tag im Keller ... ne ... nicht zum lachen, zum anstreichen meines Hobbyraumes ... :)

Deine Erfahrung scheint da ja nicht die Beste zu sein. Gott sei dank habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht. Da muss man nicht erst stabil sein, um in eine SHG zu gehen. Es geht ja gerade darum seine Stabilität wieder zu erlangen. Und ja, es kann sein, dass man sich erst mal noch nicht so wohl in der Gruppe fühlt. Die Anderen kennen sich bereits oft länger und wissen, wie wer tickt. Als noch Außenstehender kann einem das befremdlich vorkommen. Man selbst ist "der Neue". Für einen selbst ist das alles neu und man muss erst einmal die Regeln kennen lernen.
Die Beziehung in der Gruppe, zu der man sofort dazu gehört, muss aufgebaut werden. Dazu erzählen "die Alten" von sich.
Ach je, was sind die Jungs damals auf mich ein gegangen. Ja, zugegeben, es war etwas viel an Informationen. Doch eine SHG besucht man nicht nur einmal, sondern regelmäßig - mindestens ein Jahr lang. Da ist es normal, wenn man sich "Hausaufgaben" mit nach Hause nimmt.
Wer aufrecht an sich arbeiten möchte, der verarbeitet in der Woche bis zum nächsten Meeting noch einiges von dem Gesagten.
Und hey ... es gibt keine Rangordnung in der Gruppe - jeder hat das Recht und auch die Pflicht zu äußern, was nicht schmeckt.
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: esesive am 19 November 2025, 03:36:49
Knapp 3 Jahre später.. selber Thread/Post, selbes Ich, selber Kontrollverlust... mehr will und kann ich gerade auch nicht schreiben.
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Olli am 19 November 2025, 06:01:25
Hmmm ... welches Verhalten sehe ich denn da ... sich verkriechen, sich bemitleiden, sich in seinen negativen Gefühlen suhlen?

Nein, mache das nicht, dabei verliert doch nur einer ... Du selbst ... also raus mit der Sprache ...

Was ist denn von damals an alles so passiert? Hattest Du Dich Deiner Mutter offenbart? Wenn nicht, war das der Grund, weshalb Du nicht mehr wiedergekommen bist?

Vielleicht ist es Dir nicht bewusst: Wir stellen keinerlei Erwartungen an Dich. Du bist erwachsen und kannst machen, was immer Du willst.

Beim Zocken helfe ich Dir natürlich nicht. Darunter fällt auch das Selbstbemitleiden. Doch beim spielfrei werden und bleiben, da lässt sich doch sicher was machen. Also los, die wichtigste Medizin jetzt ist Reden ... :)
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Brezel12 am 19 November 2025, 09:35:32
Das tut mir natürlich leid. Wenn du drei Jahre der Abstinenz hinter dir hast, dann weißt du ja selbst, welche Maßnahmen es jetzt zu ergreifen gilt.
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: andreasg am 19 November 2025, 09:53:41
Hallo,

wir Spielsüchtigen müssen uns immer wieder mahnen und eingedenk sein, daß wir an einer fortschreitenden Krankheit leiden.
Wir können die Spielsucht nicht mit unseren Verstandeskräften kontollieren,
aber es lassen sich Werkzeuge und gangbare Wege finden,
ihr, der Sucht, etwas entgegen zu setzen.

Du hast die Wahl, das Werkzeug "Schreiben" hier zu nutzen, eingedenk Deines Titels lege ich Dir aber auch gerne das Hilfeangebot  - = oben rechts zu Herzen, einfach anrufen, Kontakt zu pflegen ist auch ein Werkzeug.

schöne 24 Stunden
Andreas
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Wolfgang am 19 November 2025, 11:28:33
Ähnlich wie ein Quartalstrinker, welcher auch für eine begrenzte Zeit exzessiv trinkt, berichtest du von einem finanziellen Absturz aus Gründen der Spielsucht.
Die Länge der Zeit zwischen den Abstürzen mag in beiden Fällen unterschiedlich sein, aber sie sollte nicht als abstinent bezeichnet werden. Es ist nur eine Pause, welche bezeichnend für diese Krankheit ist. Die Bezeichnung "Abstinent" suggeriert eine Heilung. Man beansprucht es gern als Selbstschutz. In Wahrheit verniedlicht man das Problem und der nächste Rückfall zeigt - es ist eine Krankheit und sie besteht fort.

Abstinent leben bedeutet Aufarbeitung. Mit sich selbst und der Krankheit auseinandersetzen und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Hier zu schreiben - und da hat Olli völlig recht - reicht nicht aus. Wird es einem zu stressig, klappt man den Laptop zu. So geschehen im Januar 2023, als wir leider nichts mehr über dein weiteres Vorgehen erfuhren.

Knapp 3 Jahre später grüßt erneut das Murmeltier. Es liegt jetzt allein an dir, ob du dieser Endlosschleife entkommen willst. Die Entscheidung in dieser Sache muss von dir kommen.
Reicht dir eine längere Pause, oder strebst du deine Genesung an? Und zwar auch dann, wenn der Leidensdruck wieder nachlässt.

Die besten Wünsche
Wolfgang
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Roy1234 am 19 November 2025, 12:16:15
Interessant ist vor allem ob Du in den drei Jahren komplett abgestürzt bist oder jetzt nach langer Zeit wieder rückfällig wurdest.

Lass Dir helfen sonst wird es nicht besser.

LG Roy
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Rubbel am 19 November 2025, 14:25:20
Hallo auch von mir,
ich kenne das mit der Selbsthilegruppe: Bevor ich dahin ging, habe ich zuerst lange gezögert. Tausend Gedanken tanzten durch meinen Kopf: wird mich jemand kennen, gibt es da überhaupt auch Frauen?
Muss ich Angst haben, weil die evtl. aggressiv sind? Oder sind die nett? Was sind das überhaupt für Leute? Ohje! Selbsthilfegruppe... vielleicht schwätzen die auch völligen Unsinn, mit dem ich nix anfangen kann?
Nach dem 2. Mal, das ich da war, war mir die SHG schon wichtig geworden, und ich fühlte mich dazugehörig.
Das dazu.

3 Freundinnen wussten von meinem Suchtverhalten und haben mir kurzfristig aus der Misere geholfen.

Therapie und Psychoanalyse hab ich zusätzlich gemacht, weil ich voll Schiss hatte vor diesen Rückfällen, diesen Momenten, die ich nicht kontrollieren konnte und die mir so zugesetzt hatten, Schiss vor diesem Anteil in mir. Sogar um einen Betreuer fürs Finanzielle hab ich mich gekümmert. Alles erst mit Scham, dann mit Dankbarkeit und Stolz.

Und das war mir wichtig! Und das ist das, was ich Dir wünsche.
Öffne Dich für Hilfe. Und wenn Du meinst, dass die in der Gruppe dann zu viel von Dir wissen, dann sag' Dir, dass die OCs viel mehr wissen: Deine Daten!!! Dann kannst Du entspannen vor der Gruppe.
Ich war nie in einem OC, nur in Spielotheken und dem staatl. Spielcasino ... dafür bin ich allerdings im Jan 2026 schon 6 Jahre abstinent und hab zwar die Erinnerung an die schweren Zeiten, aber null Interesse am Glücksspiel.
Früher dachte ich mal, der Alltag würde öde ohne Spiel - aber er ist viel angenehmer ohne!
Jede/r gewinnt, wenn er/sie nicht zockt. Lebenszeit, Entspanntheit, Konzentration, Selbstwertgefühl, Offenheit und Ehrlichkeit, und und und ...
(Früher hätte ich gedacht bei diesem Satz: jaja, klar, und dann gehe ich ins Kloster ... heute gebe ich Dir das mit als hoffentlich Stütze.)
Aus ALLEN Antworten  kannst Du Hilfsbereitschaft lesen, denn wir alle kennen diese ätzenden Situationen wie die, in der DU jetzt steckst.
Mach dem ein Ende - und nimm alle Hilfe an.

VG Rubbel
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: esesive am 20 November 2025, 14:28:33
Soo nun auch nochmal Hallo von mir..
Erstmals wollte ich euch neine allgemeine Lage in den letzten 3 Jahren schilden.
Also ich habe alles meiner Mutter erzählt damals sie war erstmals mega sauer und geschockt. dann aber schnell hat sie sich beruhigt und hat verstanden.
Meine Längjährige Beziehung ging trotzdem zu ende. 

Dann war ich ca 3-4 Monate abstinenz dann nur der Teufel weiß habe ich es an einem Abend wieder gemacht.. eingezahlt wie verrückt und voll im Wahn. Doch Plötzlich ein RIESEN Gewinn knapp 20.000€ gewonnen. Ich hab sofort aufgehört  ubd mir alles auszahlen gelassen. Das hat auch alles gut geklappt.
Ich konnte endlich aufgesessene Rechnungen bezahlen.. Habe mir einen kleinen Traum erfüllt und zwar ein E-Bike. Ich hatte Plötzlich keine Sorgen mehr ums Geld bzw maximal so viele sorgen wie "Normale" Menschen.
Das ganze habe ich auch wirklich lange durchgehalten (dachte ich) Ich dachte ich bin geheilt, dachte meine Sucht bestände nur darin meinen Verlusten nachzurennen.. Ich habe gewonnen dachte ich... Ich dachte wirklich ich habe Glücksspielsucht besiegt..    ohje ohje   ....

Dann.... dann kam Dezember letzten Jahres. Ich wurde wegen einer Nervenkrankheit 5 Monate krankgeschrieben. Ich denke die findigen Füchse zwischen euch wissen schon das es jetzt gleich einen gewaltigen Knall gibt....
UUnd der knall kam. Anfangs noch ja nur 20€ einzahlungen mehr nicht... 3 Stunden später wurde nichts mehr unter 300€ eingezahlt...
Das Ende vom Lied war..... Miete nicht bezahlt, versicherungen nicht bezahlt einfach alles was man hätte zahlen müssen wurde nicht bezahlt und das was sich Lastschrift automatisch abzieht hab ich mir mit einem klick über die APP wieder auf mein Konto gezogen und natürlich verzockt

Und seit dem Vorfall bin ich eigentlich wieder voll drin... Ich hatte seit dem mal Pausen, klar.. so 3 maximal 4 Wochen spielfrei und dann kommt die Alte leier des dumnmen SUCHTKOPFs "Komm nur ein 30er das verkrafte ich.... denke ihr wisst was dann passsiert ist.. Jap alles was man irgendwie hätte einzahlen können hab ich eingezahlt.

Und das ging die letzten Monate immmer so im Takt weiter, mal war es besser manchmal sogar gut, dann wieder extrem beschissen.


Kommen wir zu HEUTE. Also die letzten 2 Tage habe ich damit verbracht meinen Verlusten hinterherzu laufen wie ein loser natürlich nie ansatzweiße geklappt. Wirklich  Nüchtern war ich dabei auch eigentlich fast nie  (damit mein ich nicht nur Alhohol)
NAja ich ziehe mitte Dezember nach Trier. Mit keiner Kohle mit nichts. 1 und 1/2 Gehälter würde ich theoretisch nich bekommen.. aber naja Ein Umzug der nervig anstrengend und belastend kommt mir da gerade mit meiner Spielsucht depri nicht so recht.....

Ich lasse das nun einfach mal so stehen und belasse es dabei.
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Ilona am 20 November 2025, 15:02:39
Hallo,
du hast Glück im Unglück. In Trier gibt es eine Glücksspielsuchtberatung, die könntest du doch schon mal telefonisch kontaktieren: https://www.die-tuer-trier.de/index.php/angebote-mobil/suchtberatung-mobil/glueckspielsucht-mobil

LG Ilona
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Olli am 20 November 2025, 15:27:21
Hi!

Möchtest Du denn weiter so machen wie bisher? Ein paar Wochen spielfrei sein und Dir dann wieder einen Riemen mit drangehangenem Gewicht (Kopfkino: 007-Film lässt grüßen :) ) selbst über die Genitalien ziehen?

Bist Du überhaupt bereit, Dich mit Dir selbst auseinander zu setzen? Es war nicht dieser eine Abend, als Du wieder eingezahlt hattest. Es war der Suchtanteil in Dir, den niemand im Zaun hält, dem niemand sagt: Lev Jung, Du Schwaadlappe, halt ens die Schnüss! (Für Imis frei übersetzt: Lieber Junge, Du Dummschwätzer, halte mal das Maul!) :)

Du glaubst, das kannst Du nicht? Natürlich kannst Du das! Du brauchst aber etwas Anleitung ... andere Sichtweisen, von denen du Dir das raussuchst, was Dir gefällt. "Dumm" ... "Looser" ... "Du schaffst das sowieso nicht!" ... sollten doch langsam mal der Vergangenheit angehören ... oder nicht?
Wenn Du wieder stolz auf Dich sein möchtest, dann gehe in die Suchtberatung, eine SHG, komme in unser Webmeeting ... egal was ... fange an! Das Forum alleine kann und wird auch nicht reichen!

Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Rubbel am 20 November 2025, 17:49:58
Hallo auch von mir noch mal, Esesive :) (schwieriger Name  ;D )

Du bist sauer, enttäuscht und genervt. (vielleicht schämst Du Dich sogar.)
Das alles verstehe ich.
Du hast Dich hier gemeldet mit Deinen Sorgen und Problemen, und das ist gut und richtig so.
Also wolltest oder willst Du Rat und/oder Hilfe.
Leider, das weißt Du, ist Dein Geld weg. Du wirst es nicht zurück bekommen. Garantiert nicht.

Zu lernen, Dich selbst zu schützen vor weiteren Verlusten, zu lernen, nicht mehr hereinzufallen auf die Verlockungen dieser Mafia-Bande/Onlinecasinos oder sonstige Glücksspielanbieter, ist jetzt superwichtig.
Das weißt Du doch auch.
Natürlich will niemand zu früh aufgeben - Spieler/innen wollen wenigstens ihren Einsatz zurück.
Deshalb verstehe ich Dich, ich war auch schon so sauer manchmal, dass ich das erzwingen wollte, aber wie bei allen Anderen hat das nur mehr Schulden gebracht.
Ich wollte mir auch lange "keine schlauen Sprüche" anhören. Auch da verstehe ich Dich.
Aber ehrlich gesagt: Du MUSST das stoppen. Für Deine Gesundheit, Deine Zukunft und Deine finanzielle Situation. Stolz hin oder her, Wut bis zum platzen ... es hilft nichts, Du musst den Verlust akzeptieren.
Die Glücksspielanbieter leben von den Spielern, sie verdienen riesige Summen und sind reich, kennen kein fair play und keine Gnade. Du wirst sie weder zufällig noch aus Gerechtigkeit jemals besiegen. Dein Stolz interessiert die auch nicht.

Jetzt haben Dich einige Menschen angeschrieben, manche zweimal.
Warum - Du kannst das ruhig ehrlich schreiben - hast Du Dich hier geoutet? Wolltest Du auch Chargeback versuchen? Du wolltest doch nicht nur erzählen ---- Du hattest eine Hoffnung damit, oder?
Welche?
Überleg doch noch mal. Wie soll es weitergehen?

Viele Grüße, Rubbel

Die erste Überlegung:
Bisher waren viele Leute schon im Samstags-Meeting. Sie schreiben, dass es ihnen gefällt und gut  tut.
Die zweite Überlegung:
Halte Dich an Ilona für das Praktische.

Welche Überlegungen hast DU?
Titel: Re: Schlimmster Rückfall meines Lebens
Beitrag von: Ilona am 14 Februar 2026, 12:47:03
Hey Esevie?
melde dich doch mal! Es sollen ja nicht wieder drei Jahre vergehen. Hier wissen einige, wie das geht mit dem Aufhören. Die geben das auch gern weiter.
Bis bald. LG Ilona