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Glücksspielsucht => Aktuelles und Termine => Thema gestartet von: Ilona am 22 Dezember 2025, 12:14:54

Titel: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Ilona am 22 Dezember 2025, 12:14:54
Hallo zusammen,

diese Bitte um Unterstützung richtet sich an alle Onlineglücksspielerinnen und -spieler (Casino und Sportwetten). Wie ihr sicher wisst ist die Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eine Voraussetzung für die Gewährung höherer Einzahlungslimits. Bisher wurde dazu Schufa-G genutzt. Dieses Verfahren hat sich jedoch als ungeeignet erwiesen und nun muss ein neues her. Unser Verband beteiligt sich an der Diskussion hierüber und möchte gern wissen, wie ihr als Betroffene das seht?

- Wie sollte die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit konkret geprüft werden?
- Wie hoch könnte der Anteil des frei verfügbaren Einkommens sein, den man verspielen kann, ohne sich zu ruinieren?.

Habt ihr Ideen? Her damit!

Danke für eure Unterstützung.

LG Ilona
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Olli am 22 Dezember 2025, 16:36:46
Da sich niemand zu trauen scheint, antworte ich mal als ehemaliger Automatenspieler:

1. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit kann nur über Einkommensnachweise UND einer Übersicht über die Ausgaben erfolgen. Dies darf dann aber nicht von einem Glücksspielanbieter geprüft werden, sondern alleine durch die Aufsichtsbehörde. Diese darf sich ihren Aufwand gerne kostendeckend vergüten lassen vom Glücksspieler.

2. In 2022 gab es eine Statistik über Freizeitausgaben bei vierköpfigen Familien. Der Betrag lag bei ca. 270 €. Nun berücksichtigen wir mal ein wenig die Inflation und rechnen nur die zwei Erwachsenen, dann sollten 150 - 200 € pro Person durchaus ausreichend sein. Schauen wir uns einmal das Medianeinkommen in Deutschland aus dem laufenden Jahr an, so kommen wir auf 45.800 € brutto pro Jahr und somit rund 3.817 € brutto pro Momat. Für einen Single macht dies rund 2.400 € netto aus.
Miete warm schätze ich mal rund 800 €. 30 % vom Netto ist durchaus üblich. Ich selbst habe rund 700 € an Taschengeld, wobei darin auch die Nahrungsmittel enthalten sind. 80 € gehen für Sprit drauf, für Kleidung rund 100 €. Mein Internet kostet mich 85 €. Meine Altersvorsorge rund 460 €- . Bis hierher sind es nun 2.225 €. Rest verbleibend ohne Glücksspiel: 175 €. Damit sind aber Rücklagen zu bilden.
Somit kann sich ein Medianverdiener eigentlich gar kein Glücksspiel erlauben! Er müsste sich schon einen Nebenjob zulegen, um sich Glücksspiel erlauben zu dürfen UND auf einen "normalen" Lebensstandard nicht zu verzichten.
Das hier genannte Beispiel lässt sich in jedem einzelnen Betrag individualisieren. So koche ich hier und da ja gerne und von daher kommen auch schon mal höherwertige Nahrungsmittel auf den Einkaufszettel. Ich esse aber auch in unserer Kantine und gehe schon mal zum Chinesen. Selber kochen wäre da zumeist günstiger (s. 5 €-Rezepte von Rach). Dafür gibt es auf der Ausgabenseite sicherlich noch viele Positionen, die ich einfach unter den Tisch gekehrt habe.

Das Norweger Modell ist doch gar nicht so schlecht: https://en-wikipedia-org.translate.goog/wiki/Gambling_in_Norway?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=rq (Achtung: schlechte Quelle!)
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Roy1234 am 22 Dezember 2025, 20:03:16
Der Nachweis der Wirtschaftlichkeit kann nur über die monatlichen Einkünfte halbwegs definiert werden.
Ich kritisiere auch Banken. Wie läuft das ab? Die prüfen ab ob und wie viele Kredite man hat. Dazu einen Durchschnittlichen Wert an monatlichen Kosten. Ist man da drüber gibt's normalerweise keinen Kredit mehr. Normalerweise.....

Ich bin der Meinung dass geschätzt ca. 8 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens für 'Spaß' möglich sind. Und das ist sicher nicht tief angelegt. 1000 Euro sind unseriös seitens der Länder die dem zugestimmt haben. Olli hat ja eine gute Rechnung aufgestellt bei einem Einkommen das nicht die meisten haben.

Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: FührMichZumSchotter am 22 Dezember 2025, 20:24:04
Hallo,
kA was an Prüfungen steht hinter Schufa-G. KA seit wann es diese gibt.
Fakt : Als Selbständiger war es mir möglich auch nach dem 07. Oktober 2020 möglich bei Olli K + Jahreszahlen Monat für Monat mehr einzuzahlen als es das durchschnittliche Nettogehalt / Monat hergegeben hat. Von den Anbietern wurde lediglich der Geldeingang auf den diversen Konten gesehen, 1x Geschäftskonto, n x Privatkonten.
Es kam regelmäßig - mit jeder Limiterweiterung + -bestätigung - neben der Anforderung von Einkommensteuerbescheiden + Kontoauszügen zu der Frage an mich von der Sucht getriebenen :
"Kannst du dir das spielen in dem Umfang erlauben ?"
Bei ordentlicher Recherche gemäß dem was da wohl in der Lizenzerteilung vorgegeben, hätten die Anbieter sich selbst die Antwort gegen müssen :
"
Nein. Sie sind süchtig. Auch wenn es für Sie den Anschein macht auch noch finanziell gesund dazustehen, so müssen wir leider von dem Gegenteil ausgehen.
Wie kommen wir zu dieser Meinung ?
Nun, da sind die monatlichen Abbuchungen für Kreditverträge in Summe von ca. 2K.
Da sind zusätzlich die 1/4 jährlichen Überweisung an das Finanzamt für die EkSt-Vorauszahlung. Die Beträge daraus aber können nicht annähernd diese sein die zu zahlen sind um am Ende von 2 Kalenderjahren NICHT ca. 150 K EkSteuerschulden angehäuft zu haben.
"

In meinem Fall kam es anscheinend nicht zu diesen Prüfungen. Mir war es somit möglich Monat für Monat (weitere) EkSt Schulden anzuhäufen.
Im Peak waren es 170 K. Gesamtschulden mit allen Konsumentenkrediten : 280 K.
Keine Bange. Nun ca. 3,75 Jahre später voller Enthaltsamkeit, aber nunmehr auch ohne Fensterkitt (ja, den gab es gefühlt zu Essen neben Leitungswasser) bin ich fast am Ziel angelangt, bin im Frühjahr 2026 wieder frei von allen Schulden.

Hätte der Spielerschutz gegriffen, es hätte nicht kommen dürfen zu Limiterhöhungen >1 K (bei mir waren > 15 K möglich). Eine die Anbieter verpflichtende, ordentliche Prüfung hätte mE Fragen haben müssen wie
Hat der Patient (denn das war ich) den Nachweis erbracht frei von Steuerschulden zu sein ?
Summe der monatlichen Ausgaben zum Ausgleich von Krediten ?
Restlaufzeiten der Kreditverträge (noch) ?
Sind die Kreditverträge in Verbindung zu bringen mit einer Spielsucht ?
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Bobby Speedy Ewing am 22 Dezember 2025, 20:41:19
Maximal 10% vom Nettogehalt, Grundsicherungsbezieher komplett ausschließen.

10% gelten auch für Stationäre Läden. Kein Nachweis Über Gehalt, keine Karte für den Shop. Limit ist auf der Karte gespeichert.

Da wir ja nun in Deutschland richtig Digital werden ( Denke gerade an meine Krankenkassen App, wo ich immer Kopfschmerzen bekomme) sollte das ja alles kein Problem sein.
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Ilona am 26 Dezember 2025, 14:56:20
Ich danke herzlich für die vier Beiträge, bin mir aber sicher, hier gibt es noch mehr Expertinnen und Experten. Wir möchten eure Betroffenenperspektive  in die Beratung einbringen.
LG Ilona 
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Ilona am 02 Januar 2026, 18:15:27
Hallo zusammen,

jetzt kommt mal in die Hufe und macht bitte konstruktive Vorschläge? Wer sollte diese Fragen besser beurteilen können als ihr?

Was sollte z. B. geprüft werden, wenn jemand ein 10.000 € Limit haben möchte?

Wieviel Einkommen sollte er/sie monatlich haben?

Weilchen Überprüfung hätte bei euch dazu geführt, dass ihr das Limit nicht bekommen hättet?

Wie sähe der bestmögliche Schutz aus?

LG Ilona 

Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Andre12 am 02 Januar 2026, 23:16:38
Moin Ilona,

Du hast nun ein paar mal aufgerufen hier zu antworten.

Die Intension Deiner Frage ist klar.

Aber mal im ernst, wie soll das beantwortet werden ?

Es gibt keinen Betrag der als süchtiger Mensch festzulegen ist.

Es gibt auch keinen Betrag der im Verhältnis mit dem Einkommen zu setzen ist, damit der Spieler "geschützt werden kann.

Jeder der ein bisschen was von der Sucht versteht, weiß dieses doch auch.

Bekannt ist doch, hat der Süchtige genug Geld, hat er erstmal auch kein offensichtliches Suchtproblem.

Für einen süchtigen Spieler ist 5 Euro im Spiel zu viel, für den Alkoholiker ist ein Tropfen zu viel.

Was soll also eine Regulierung mit dem Einkommen dem Spielsüchtigen helfen, bzw wie ?


Ich halte das für schwierig. Wir alle wissen doch, das die süchtigen weitaus mehr verspielen, als Ihre laufenden Kosten es zu lassen.
Was nützt mir also das frei verfügbare Einkommen auf dem Papier?

Für alle die nicht spielsüchtig sind, braucht es keine Regulierung, denn die werden nicht so "bekloppt" sein, wie ich als Spieler.

Die Frage zu beantworten, was darf verspielt werden, um nicht süchtig zu werden ist nicht zu beantworten.


Vielleicht tun sich deswegen auch viele schwer Dir zu antworten.


Wenn Du mich fragst als Spieler. Der zu verspielende Betrag ist gleich null, egal wie hoch mein frei verfügbares Einkommen auch ist, 1000€ 10000€ oder 1000000€



Es gibt keine extern auferlegte frei verfügbare Summe.

Wenn ich als Spieler nicht aufhören kann, selbst keine Verantwortung für mich übernehmen kann, wird es auch keine Regulierung schaffen.

Mir erschließt es sich nicht, wie das überhaupt funktionieren soll. Noch deutlicher, wie viel darf sich ein Heroinsüchtiger in die Vene spritzen ?

Alles rational betrachtet, alle  Dinge die die Sucht mit sich bringt, außer Acht gelassen, alle Casinos auf dem illegalen Markt vergessend, wenn da eine Zahl stehen soll.

5 % von der frei verfügbaren Summe. Das ist dann ein Betrag, wo viele gleich die Interesse ans Spiel verlieren, zumindest die, die noch nicht in der Sucht sind.
Wie ? 6 Monate Nachweis erbringen durch lückenlose Kontoauszüge. ( Gehaltskonto ) Bei Krediten muss das auch erbracht werden.

Vielleicht kann die sich immer mehr verbreitende Spielsucht eingedämmt werden oder es gibt einen Zulauf der dunklen Casinos,  wer weiß das schon.

Aber Spieler reguliert spielen zu lassen, ohne dass sie sich in den Ruin treiben, sehe ich nicht. Das wäre nur ein ausbluten der Spieler, ein wegschieben des Problems.
Wenn das funktionieren würde, dann gibt es keine Pi mehr wegen Spielsucht, alle bekommen ihr Geld und der Spieler, was ist mit dem eigentlich ?

Ich habe selbst über 30 Jahre reguliert gespielt ( Kredit etc auch alles aufgenommen ) aber immer so, dass mein Kartenhaus nicht zusammen viel.
Dann wäre ich ja aufgeflogen. Nun gut, ein paar Partnerschaften hat es mich gekostet und einiges mehr. Aber ich habe wenigstens reguliert ( nach meinen Regeln ) gespielt.
( Etwas Ironie ist schon dabei)

So sehe ich das, es muss nicht richtig sein, aber das ist meine Einschätzung.



Lieben Gruß

André



Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Ilona am 03 Januar 2026, 00:27:36
Lieber André,

danke für deinen Beitrag. Dein Vorschlag ist notiert.

Zum Hintergrund: die Regeln sind für die Glücksspiel-Anbieter gedacht. Sie sollen verpflichtet werden zu prüfen, ob ihre Kunden sich Einzahlungen von über 1.000 € im Monat leisten können. Ich persönlich halte diese Summe schon für viel zu hoch. Wer hat ein ,,Hobby", das 1.000 € im Monat kostet? Selbst die allerteuerste Muckibude in München kostet nicht so viel. Und wer als Normalverdiener solche Summen verzockt, hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein Problem.

In der letzten Zeit gab es ja einige Gerichtsurteile, in denen es darum ging, dass Anbieter nicht gründlich genug geprüft hatten, ob die Spieler ausreichend solvent waren. Die verspielten Beträge mussten in der Folge zurückgezahlt werden. Es geht hier um Einzahlungen von bis zu 10.000 bzw. bis zu 30.000 € im Monat. Es soll nun eine Lösung gefunden werden, die mehr Spielerschutz bietet als das bisher der Fall ist.
Wir können als Verband eine Stellungnahme abgeben und dazu hätten wir gern eure Meinungen.

Interessant ist ja auch die Frage, ob ich als Spieler bereit bin, einem Glücksspielanbieter meine finanziellen Verhältnisse zu offenbaren. Hm! Oder sollte die Überprüfung eher durch eine unabhängige Stelle erfolgen?
LG Ilona 
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Olli am 03 Januar 2026, 08:40:07
Hi Andre!

Auch wenn ich Deinen Ausführungen grundlegend folge, so hat sie doch auch einen Gedankenfehler:

ZitatFür alle die nicht spielsüchtig sind, braucht es keine Regulierung, denn die werden nicht so "bekloppt" sein, wie ich als Spieler.

Die Glücksspielsucht ist eine Gewöhnung an das Glücksspiel. Es nimmt im Laufe der Zeit immer mehr Raum im Leben eines Menschen, der eben Glücksspiel betreibt, ein. Welche Defizite diese Sucht zusätzlich fördern, sei hier einmal außer Frage gestellt. Wahrscheinlich tauchen viele Defizite auch erst durch das Glücksspiel auf.

Also müssen im Sinne des Spielerschutzes, wie Ilona es andeutete, die Gewöhnungsphasen reduziert werden. Eine Möglichkeit ist die Festsetzung eines maximal zu verspielenden Betrages im Monat, eine weitere, den Zugang zur Erhöhung dieses Betrages zu regulieren.

Letztlich, so mein Eindruck. soll aber ein Bürokratiemonster gefüttert werden, damit es weiter wachsen kann. Ich gebe ein wenig und ich bekomme ein wenig, ist hier m.E. fehl am Platze. Wir müssen an die Kernpunkte heran und diese lösen. Und damit verweise ich auf meinen ersten Beitrag in diesem Thread.
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Zukunft am 03 Januar 2026, 10:52:25
Hallo,

ich halte eine Prüfung anhand des Einkommensteuerbescheids für sinnvoll. Das Limit sollte dann prozentual an das zu versteuernde Einkommen angepasst werden. Das Limit soll jährlich durch erneute Vorlage des Bescheids daran angepasst werden. Im Monat der Limiterhöhung soll das Einkommen nochmals durch Einkommensnachweise (Lohnabrechung, Kontoauszüge,...) geprüft werden.

Es sollte eine externe Stelle überprüfen.
Ich schlage dafür das Regierungspräsidium Darmstadt vor. Mit OASIS und Lugas
sollte das umsetzbar sein.

Dadurch wird verhindert, dass größere Summen aus Erbschaften/Schenkungen, Krediten, illegalen Aktivitäten, Fremdgeld verspielt wird.

Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Zukunft am 03 Januar 2026, 11:16:14
Als Ergänzung:

Anstatt des fixen 1.000€ Limits sollte das fixe Limit stark heruntergesetzt werden.
Eventuell Anpassung an Bürgergeldsatz. Aktuell 563€. Alles darüber sollte mit einem Einkommensteuerbescheid nachgewiesen werden.
Ein Abruf der Einkommensteuerdaten ist im Übrigen zumindest theoretisch automatisiert durch das RP Darmstadt mit den Finanzbehörden möglich. Eine Zustimmung zum Abruf der eigenen Daten von den Finanzbehörden sollte der Antragsteller jedoch aufgrund von Datenschutz, Steuergeheimnis erteilen. (Steuer-ID, Steuernummer) 
Der Abruf schützt vor möglichen Fälschungen durch den Spieler.
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Eddy am 03 Januar 2026, 13:37:57
Vom zu versteuernden Einkommen sieht die Person aber nur einen Bruchteil, hier muss auf Basis des Nettoeinkommens angesetzt werden. Das haben die Anbieter auch gerne gemacht, einfach x-k Brutto eingetragen. Ich würde grundsätzlich 20% vom Netto veranschlagen, ggf. Erhöhung von 10-15% nur bei entsprechenden Gehaltsstufen. Die 1000€ sind aufjedenfall weit weg von normal, das sind fast 50% eines Durchschnittsgehalts ,welches glaube bei ca. 2400€ netto liegt.
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Rubbel am 03 Januar 2026, 14:04:16
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit der Festlegung eine weitere Legalisierung aller Glücksspielvarianten stattfinden soll. Dann sollten 'Verbrauchende' ihre Verluste allerdings auch steuerlich absetzen können  ;D
Mir fällt zu  den Limits kaum noch was ein ... 1000 Euro und mehr?
Ich  möchte die Nutznießer im einzelnen wissen und wie sie sich den Kuchen/die Sahnetorte aufteilen.
Wer, der es sich leisten könnte (meist die, die es sich beileibe nicht leisten können), beharrt darauf, so viel Geld in den Sand zu setzen? Keinem sind 1000 Euro ein 'Klacks', und im übrigen heißt das ja die Bereitschaft, 1000 Euro zu versemmeln, ohne zu murren. Natürlich mindestens, natürlich monatlich.

Krass auch, nahezu beleidigend: jedem Piesepampel nachzuweisen, wieviel Geld aufs Konto kommt.
Wer das macht, für den sind die Ampeln schon dauerrot.
Für mich ist das eine Scheinheiligkeit.
Treiben wir es doch auf die Spitze: Auf jedem Gehaltsauszug sollte dann stehen
"Das ausgewiesene Nettoeinkommen berechtigt den Arbeitnehmer am Glücksspiel mit einem Einsatz von monatlich XY Euro europaweit teilzunehmen." Zuständige Aufsichtsbehörde: XX

Aufsichtsbehörden sind immer gut (Ironie).
Arbeitsbeschaffungsmaßnamen. Dafür: Keine Erzieher, keine Lehrer, keine Pflege, keine Bildungseinrichtungen, keine Krankenhäuser oder Kostenübernahmen der Krankenversicherungen, keine Integrationsbemühungen, etc. etc.

Beitrag stand zunächst im falschen Thread
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Ilona am 03 Januar 2026, 17:00:14
Ich verstehe, was du meinst Rubbel und stimme dir zu, dass 1.000 € Limit im Monat zu hoch angesetzt ist. Das haben auch alle Suchtverbände in der Anhörung zum GlüStV zum Ausdruck gebracht. Gehört wurde aber nicht auf uns. Das Argument für die höheren Summen ist immer die Furcht vor der Abwanderung der Spieler in den illegalen Markt.

In diesem Fall ist es aber so, dass es nicht um eine weitere Liberalisierung geht. Die bisherige Regelung (Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit durch Schufa-G) ist von Zivilgerichten als nicht ausreichend angesehen worden. Viele Spieler - auch einige aus dem Forum- hatten geklagt und Recht bekommen.

Nun muss eine andere Regelung zur Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für diejenigen her, die mehr als 1.000 € im Monat verspielen wollen. Das sind irgendwelche Überreiche und problematische und süchtige Zocker. Auch hier sind nicht wenige, die durch höhere Einsätze versucht haben, Verluste auszugleichen.
Es soll also eine Lösung her, die den Reichen ermöglicht ihre Kohle zu verzocken und gleichzeitig diejenigen so weit wie möglich zu schützen, die davor sind abzustürzen bzw. bei schon süchtigen Spielern, den Schaden zu minimieren. So ist jedenfalls meine Interpretation.

Wenn's nach mir ginge, sollte man die Reichen eher überzeugen, was Vernünftiges mit ihrer Kohle anzustellen. Ich hätte da Spendentipps auf Lager. Aber: hier geht's in der Tat um Vorschläge für eine Verbesserung der Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
Dass es dazu kommt, haben wir denjenigen zu verdanken, die geklagt haben, weil sie weit über ihre Verhältnisse spielen konnten bzw. weil die Anbieter ihr Problem scheinbar ausgenutzt haben.
LG Ilona
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Rubbel am 03 Januar 2026, 17:54:40
Liebe Ilona,

ich denke mal, dass es um eine Aktualisierung des Glücksspielstaatsvertrages geht (o.ä.)
Zusammen sitzen und aushandeln werden ... Anbieter, Anwälte, Beamte, Verbraucher-Schutzverbände, Parteiabgeordnete? ... so was wie Protokollführende - wer noch? Wie ist die prozentuale Aufteilung, wie die Stimmengewichtung? Paritätisch?
Es ist ja ein gesellschaftspolitisches Problem (Thema).
Daher meine Frage: Wie wird die Sahnetorte aufgeteilt (die Verlustsumme der Spieler)?
Kann das einfach erklärt werden oder wird es hier schon nebulös?

Trete ich aufn Schlauch, wenn ich dafür bin, dass die Verluste der Spieler steuerlich absetzbar sein sollen?
Würde das nicht schon mal dazu animieren, die staatliche Einflussnahme und die Rechtsprechung anders anzugehen? Es ist wahrscheinlich keine humanistische Geste des Staates, Einfluss zu nehmen, sondern eine Frage des Profits als Teil der 'Mainplayer' in diesem 'Spiel'.
Absetzbare Verluste = Mangel an Steuereinnahmen. SO dachte ich.

Das gilt dann ja auch für Großverdiener, die 20.000 in ner Woche verballern möchten, was ich besser nicht kommentiere :)
Und warum die Angst um diese Leute und dass sie abwandern in den Schwarzmarkt?
Ist  der immer noch nicht ausgemacht, identifiziert? Lahmgelegt? Und wenn nicht - dann soll diese Klientel doch dahin - mir egal, deren Entscheidung. Spenden ... ja, das ist wohl weniger deren Steckenpferd.

Du schreibst: hier geht's in der Tat um Vorschläge für eine Verbesserung der Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
... Das geht ja gar nicht generell. Nur höchstens mit meinem 2. Vorschlag, dem Gehaltsnachweis für jeden, auf dem steht, dass er oder sie aufgrund des Nettoverdienstes für das Glücksspiel Summe X ohne einen finanziellen Ruin zu erleiden ausgeben kann.
Was eine Farce ist. DAS zöge erst recht superviele Klagen nach sich.
(Manchmal wäre es auch wünschenswert, wenn sich IQ, EQ und Geldverwaltung irgendwie die Waage hielten 8) )
Der Job, den Du machst, ist schwer! Sich innerhalb eines starren Systems mit dessen Mitteln um Veränderungen zu bemühen. Kannst Du da mit spielerinteressen-vertrauten Anwälten wie 'Red.' rechnen?
Und wer ist da eigentlich sonst noch sozial engagiert - außer den Grünen?
Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: FredHH am 06 Januar 2026, 08:15:14
Moin,

obwohl so ein Limit ja eher in Richtung "kontrolliertes" Spielen geht ( nur bis zum Limit ), halte ich es dennoch in Maßen für sinnvoll.
Natürlich wird es nicht die Masse der Spieler nun zum Aufhören bewegen, aber eine kleine Atempause kann jemanden wachrütteln und vor größerem Schaden kurzzeitig bewahren.
Die Höhe zu bestimmen ist vermutlich nicht sinnvoll möglich, da es auf die individuelle finanzielle Lage des Einzelnen ankommt.
Besser wären kombinierte Alternativen. Zum Beispiel ein geringes Limit und bei Überschreitung gibt es eine "Gesprächspflicht", damit man wieder weiterspielen "darf".
Ist aber auch problematisch hier in die WIrtschaft bzw. die Rechte des Einzelnen so massiv einzugreifen.

Die wirkliche Unterstützung bei Spielsüchtigen liegt vermutlich deutlich mehr in der (Sucht)-Hilfe / Selbsthilfe.

Den Rest hat André bereits gut erklärt.



Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Mr. Nobody am 09 Januar 2026, 15:39:50
Hi Ilona, ich weiß nicht, ob das Thema noch relevant ist, aber ich werfe auch mal paar Worte in die Runde.


Die Leistungsfähigkeit müsste in meinen Augen über eine Delta-Rechnung realisiert werden, die einen aussagekräftigen Zulauf oder Ablauf über Zeitraum X aufzeigt. Wenn man mein Konto betrachtet hätte, würde man sehen, dass ich über die monatliche Statistik massive Ausgaben hatte, dem aber nur Lohn und Kredite/Kleinkredite entgegenstanden. Es wäre sofort ersichtlich gewesen, dass diese Linie abwärts verläuft. Kein normaler Mensch häuft Geld an und verbrennt auf einmal jeden Monat Tausende von Euros. Hier wird es wahrscheinlich auch am deutlichsten, ob Spielsüchtige, die vor allem finanziell noch gesund sind, ein Problem haben. Habe ich 20.000 € ohne Kredite angespart, oder mit Kredit, würde ich einen Teufel tun, auf einmal Tausende Euros zu verbrennen und meinen Barbestand so massiv in kürzester Zeit zu minimieren.

Titel: Re: Expertinnen- und Expertenumfrage "Limit"
Beitrag von: Ilona am 09 Januar 2026, 18:34:04
Danke für die Beiträge. Die Anfrage ist noch aktuell!
LG Ilona