Manchmal lese ich hier eure Geschichten und habe das Gefühl, meine eigene Vergangenheit zu lesen.
Dieses Warten.
Dieses Hoffen.
Dieses ständige Gefühl, auf einem Pulverfass zu sitzen.
Die Lügen. Die Versprechen. Die Rückfälle.
Und immer wieder dieser Gedanke: Vielleicht wird diesmal alles anders.
Viele von euch stehen noch ganz am Anfang dieses Weges. Manche sind mitten im Chaos. Manche haben gerade erst begriffen, dass sie in einer Co-Abhängigkeit stecken. Und viele von euch fühlen sich müde, verletzt, wütend oder einfach nur leer.
Ich möchte euch etwas sagen, was ich selbst lange nicht geglaubt habe:
Ihr seid unglaublich stark.
Nicht, weil ihr alles aushaltet.
Nicht, weil ihr immer wieder verzeiht.
Sondern weil ihr trotz allem immer wieder aufsteht, nachdenkt, reflektiert und nach einem Ausweg sucht.
Ich war viele Jahre in genau so einer Beziehung. Ich kenne das Gefühl, sich klein zu fühlen. Wertlos. Als würde man selbst irgendwo auf der Strecke bleiben, während sich alles nur noch um die Sucht dreht.
Heute stehe ich an einem anderen Punkt in meinem Leben.
Und ich kann euch sagen: Es gibt ein Leben außerhalb dieses Kreislaufs.
Ein Leben mit Ruhe.
Mit klaren Gedanken.
Mit einem Nervensystem, das nicht mehr ständig im Alarmmodus ist.
Der Weg dahin ist nicht leicht. Man geht ihn Schritt für Schritt. Man zweifelt. Man hat Angst. Man trauert um die Beziehung, die man sich so sehr gewünscht hat.
Aber irgendwo auf diesem Weg kommt ein Moment, in dem ihr merkt:
Ich darf auch für mich selbst da sein.
Ich darf mich schützen.
Ich darf ein Leben führen, das sich gut anfühlt.
Und dieser Moment verändert alles.
Wenn ihr also gerade das Gefühl habt, ihr seid schwach oder ihr habt versagt – dann glaubt mir bitte: Das stimmt nicht.
Ihr seid Frauen (Männer, usw.)
mit einem riesigen Herzen.
Mit Loyalität, Mitgefühl und unglaublicher Stärke.
Und egal, wo ihr gerade steht:
Es ist möglich, wieder zu euch selbst zurückzufinden.
Ich wünsche euch Mut.
Ich wünsche euch Klarheit.
Und vor allem wünsche ich euch, dass ihr euch selbst irgendwann wieder genauso wichtig nehmt wie den Menschen, den ihr so lange retten wolltet.
Ihr seid nicht allein. ❤️
Hallo Ansh!
Ich war jetzt richtig fasziniert von deinem geschriebenen. Ich habe es gleich ein zweites Mal gelesen. Warum?
Ich bin kein angesprochenes Mitglied, jedoch passen diese Worte auch komplett auf meine Situation.
Als ich vor Jahren das 'geliebte' Glücksspiel hinter mir gelassen habe war das keine leichte Situation.
Doch mit etwas Abstand kam eigentlich genau das was du hier so positiv umschreibst. Klarheit im Kopf, glücklich, sich bewusst etwas gönnen und das alles ohne die von Dir trefflich beschriebenen Nebenwirkungen.
Ich wünsche Dir eine schöne Zeit und allen anderen dass sie das richtige tun um wie du auch wieder frei Leben können.
LG Roy
Nicht vergessen ... am ersten Sonntag im Mai geht es im FAGS-online-Café um die lieben Angehörigen!
Also traut Euch und schaut vorbei! Beteiligt Euch an Diskussionen, stellt Fragen!
Was hier fehlt sind Themen wie man eigentlich nach der Trennung mit Gaslighting, Emotionale Manipulation und nachträglichem Bindungsstress umgeht.
Ich denke mal dass es hier nicht so viele Erfahrungswerte gibt. Mach doch dazu einen Thread auf. Nur so angemerkt auch wenn ich dazu nichts beitragen könnte.
Ich unterstütze Roys Antrag! :)
ZitatGaslighting ist eine Form subtiler psychischer Gewalt, bei der Opfer gezielt manipuliert werden, um an ihrer eigenen Wahrnehmung, Erinnerung und Verstand zu zweifeln. Täter verdrehen Fakten, leugnen Geschehenes und nutzen Lügen, um Kontrolle auszuüben, was oft zu Selbstzweifeln, Isolation und Depressionen
(Zitat aus "Bayern gegen Gewalt")