Hallo , dies wird also nun mein Tagebuch!
Ich bin Isabell , 46 Jahre alt , verheiratet , 2 Töchter und seit 3 Jahren spielsüchtig .
In den letzten 3 Jahren habe ich einen Schuldenberg von ca 53000 € angehäuft .
Immer weiter gemacht , in der Hoffnung mich aus diesem Mist wieder rauszuholen , bevor es jemand merkt .
Ich brauche wohl niemandem hier erklären , dass das nicht funktioniert hat . Der grosse Sieg , der alles wieder gut gemacht hätte ( hätte er nicht , hab ich mir aber lange erfolgreich eingeredet ) ist ausgeblieben .
Das Ergebnis : Hohe Schulden , zerstörtes Selbstbewusstsein und für mich am Schlimmesten , ein unglaublich enttäuschter und verzweifelter Ehemann.
Freitag war es soweit , ich hab ihm alles erzählt.
Hatte mir das schon lange vorgenommen und dann noch immer wieder gekniffen und gedacht , ich regel das schon alleine . Alles wird gut , blablabla
Gar nichts wurde gut !
Nun ist es raus , die Erleichterung , die ich mir dadurch erhofft hatte , ist nicht eingetreten .
Er hat alles richtig gemacht , hat geschockt aber verständnisvoll reagiert .
Das lässt mich irgendwie noch schlechter fühlen .
ABER , das zeigt mir auch ganz klar , was ich nicht mehr ,nie mehr will .
Ich will ihn und mich nie mehr so sehen , ich will ihn und mich nie mehr so enttäuschen und ich will nie mehr spielen . Ich will da raus !!!
Seit Donnerstag hab ich nicht mehr gespielt. Das ist nichts , aber das ist ein erster Schritt , dem hoffentlich noch viele folgen werden .
Für nächste Woche habe ich einen Termin bei der Suchtberatung vor Ort .
Ich habe vor hier regelmässig zu schreiben und mir eure Geschichten durchzulesen .Vielleicht finde ich Tipps , die auch für mich passend sind.
Aktuell empfinde ich keinen Spieldruck , aber ich bin sicher , das wird kommen .
Und dann kommt es drauf an ..
Bis dahin will ich irgendwie Kraft sammeln und möglichst vorbereitet sein , sofern das möglich ist ...
Hallo und herzlich Willkommen!
Am Freitag hast du einen Entschluss gefasst und darüber hinaus großen Mut bewiesen. Du hast deinem Mann die Karten auf den Tisch gelegt. Das ist nicht einfach, aber anders würde es nicht funktionieren.
Zuallererst muss man der Wahrheit wieder Raum geben. Du hast jetzt den "Vorteil", dich deinem Mann gegenüber geöffnet zu haben. Das wirkt nochmal als Barriere gegen ein eventuelles "Weiter so".
Los geht`s.
Ich werde deinen Weg verfolgen und wünsche dir auf diesem alles Gute!
Liebe Grüße
Wolfgang
Hallo Isa,
guten Start für Deine Spielfreiheit!
Inwiefern hatte Dein Mann denn Verständnis?
5 Tage ist es her, dass Du um Geld gespielt hast.
Da sitzt Dir verständlicherweise noch der Schreck in den Knochen.
Wichtig ist, dass Du Dich jetzt organisierst, bevor der Schreck verebbt. Du kannst Dir ne Selbsthilfegruppe suchen, dafür ggf jemand suchen für die Kinderbetreuung. Du kannst eine Therapie beantragen, Dein Geld von jemandem einteilen lassen, Dir Sperrsoftware installieren.
Denn bald flacht Dein heute noch vehementer Wille, nie mehr zu spielen, ab - das ist 'normal'. Und dann schützen Dich die Vorkehrungsmaßnahmen.
Alles Gute
Rubbel
Hi Isa!
Herzlich willkommen!
Nimm´ bitte mal wieder die Fäuste runter. Wen willst Du da schlagen? Dich selbst?
Möchtest Du das Verständnis Deines Mannes egalisieren, indem Du Dich selbst geißelst?
Wäre es nicht auch eine Möglichkeit, dass Du Verständnis für Dich selbst aufbringst?
Vielleicht ist das jetzt noch etwas viel verlangt, doch der Tag wird kommen, an dem Du Dir selbst verzeihen kannst.
Was ist wohl falsch an dem Gedanken "nie wieder" zu spielen? Ich bezeichne so etwas als Selbstbeschiss und Lüge. Klar nutzt Du diesen Spruch zur Motivation. Da Du aber gar nicht weisst, wie Du morgen, übermorgen oder in 10 Jahren drauf bist, kannst Du gar nicht aufrichtig sagen, dass Du nie mehr spielen möchtest. Oder kannst Du die Zukunft vorhersagen?
Damit Du aber nicht mit leeren Händen dastehst ... wie wäre es mit ... "Ich werde mein Bestes geben spielfrei zu bleiben! Nur für heute!"
Heute ist ein Ziel, welches Du erreichen kannst. Heute wird sich auch groß an Deinen Lebensumständen und Deinen Einstellungen nichts ändern. Heute ist auch nur noch weniger als 12 h. Davon gehen aber noch Schlafzeit, Arbeitszeit, Fahrzeit, Einkaufen, Tanken etc. ab. Gekocht werden muss auch noch, der Tisch gedeckt und vielleicht sogar noch die Waschmaschine angestellt werden. Da bleibt an freier Zeit, die Du mit Glücksspiel verbringen könntest, nicht viel übrig.
Es gibt da eine Überzeugung in mir, die mir bisher auch nicht widerlegt werden konnte:
Die Basis für eine Genesung ist die absolute Aufrichtigkeit nach aussen und nach innen!
Damit ist jetzt nicht gemeint, dass Du mit Deiner Sucht hausieren gehen sollst oder jedem Fremden, der Dich fragt: "Wie geht es Dir!" sofort Deine ganze Lebensgeschichte erzählst. Ich meine damit so Sachen, die Du bereits angegangen bist.
Du hast Dir selbst eingestanden, dass das, was Du da bisher gemacht hast, nicht richtig war. Welche Werte Du da vernachlässigt hast, können wir gerne auch diskutieren. Auch diese unangenehmen Dinge gehören für mich zum "absolut" dazu. Dann hast Du Dich Deinem Mann offenbart. Noch verspürst Du keine Erleichterung? Das kommt noch ... :)
Denn jetzt ist da ein großer Ballast von Deinen Schultern genommen worden - durch Dich selbst: Du brauchst nicht mehr lügen!
ZitatABER , das zeigt mir auch ganz klar , was ich nicht mehr ,nie mehr will .
Ist es nicht viel interessanter, Dir zu verdeutlichen, WAS DU WILLST?
Du kennst doch sicherlich die Suggestion, wo Du an alles denken darfst, nur nicht an einen rosa Elefanten?
Was wird passieren, sobald Du diese Einschränkung hörst? Richtig, Du siehst vor Deinem inneren Auge nun einen Rosa Elefanten, der vor einem Bildschirm sitzt und Dir schreibt ... Dankeschön! :)
Genauso verhält es sich auch, wir Menschen sind nun mal so gestrickt, wenn Du an das "Nichtspielen" denkst.
Die Vergangenheit ist vergangen! Wenn Du ihr nachtrauerst, lebst Du die Vergangenheit. Sie ist nur noch für Eines gut ... um aus ihr zu lernen! Wir werden nie zu alt sein, um nicht doch noch etwas zu lernen ...
Da hinein passt nun Dein Termin bei der Suchtberatung! Hey ... schon wieder etwas, worauf Du stolz sein kannst. Oder meinst Du vielleicht, es wäre eine Selbstverständlichkeit sich vor fremden Menschen zu outen? Sich Hilfe zu gönnen?
Du brauchst keine Kraft sammeln, um dem Suchtdruck zu begegnen. Manches ist einfach ein wenig Technik, wie die Anwendung von Skills, dann gibt es die Helferlein OASIS und gamban. Bei OASIS sperrst Du Dich einfach befristet auf 99 Jahre ... und schon kannst Du nicht mehr legal spielen. Um die Illegalen auch noch abzudecken, installierst Du die Software gamban. Sie hat sich bewährt, es gibt aber auch noch andere, wie gamblock, betfilter, betblocker etc.
Dann geht es auch darum Glaubenssätze aufzulösen, wie Du es bereits angefangen hast: Der große Gewinn wird nicht kommen - und wenn doch, dann verzockst Du am Ende doch wieder alles ...
Später mehr ...
Danke für eure Denkanstösse.
@Wolfgang , danke , dass du meinen Weg verfolgen möchtest .
@Rubbel , danke auch für deine Worte .
Mit der verständnisvollen Reaktion von meinem Mann meinte ich , dass er natürlich sehr viele Fragen hatte und auch immer noch welche auftauchen ( was ja auch klar ist ) , er aber in keinem Moment laut geworden ist, oder vorwurfsvoll war , oder ungerecht .
Es hätte so viele Möglichkeiten gegeben auf so eine heftige Beiche zu reagieren , und er war einfach nur da , hat mich umarmt , hat meine Hilflosigkeit wahrgenommen .
Ich hätte auch verstanden , wenn er verbal um sich geschlagen hätte im ersten Moment .
Das hat er aber nicht .
Verständnisvoll war da vielleicht das falsche Wort .
Denn "verstanden" hat er das natürlich nicht , warum jemand soooo viel Kohle quasi zum Fenster rauswirft .
@Olli , Danke für deine ehrlichen Worte und deinen Blick auf die Dinge .
Verständnis für mich selbst ist grade noch schwierig, aber du hast Recht , dass ich daran arbeiten sollte.
Ich nehme mir vor spielfrei zu bleiben nur für heute - Von der Seite hab ich das ehrlich gesagt noch gar nicht betrachtet .
Jeden Tag eine neue Entscheidung für mich und das Leben , was ich führen möchte .
Und nicht eine , aktuell kaum tragbare, Entscheidung für immer .
Danke dafür - ich werde versuchen , dieses Mantra als Motivation zu nutzen .
Ich bin ehrlich , ich hab richtig Schiss vor dem Termin bei der Beratungsstelle.
Ja , ich hab den Termin gemacht , weil ich weiss , dass ich das alleine nicht auf Dauer schaffe .
Damit ich nicht kurz vorher einen Rückzieher mache , wird mein Mann mich zu dem Termin bringen und anschliessend wieder abholen .
Nur beim ersten Termin , danach schaff ich das sicher auch alleine...
Bin ja schon gross ... manchmal 😉
Liebe Grüsse
Hi Isa!
Wenn Du ein wenig üben möchtest, dann komme doch am Samstag in das Webmeeting. Installiere Dir den kostenlosen Zoom-Client und dann klickst du kurz vor 19 Uhr oben auf er Seite hier auf den Button "online".
Du hast sicherlich vieeeele Fragen. Quetsche uns einfach aus ...
Vor dem Termin brauchst Du aber gar keinen Bammel haben. Das Einzige, was er ist, das ist "neu". Es ist eine neue Situation für Dich. Im ersten Termin geht es erst einmal ums Kennenlernen. Das braucht seine Zeit und in den folgenden Terminen wird dann darauf aufgebaut. Du wirst viele Werkzeuge benutzen lernen und Du wirst auch Hausaufgaben bekommen. Dazu bist Du noch nicht zu groß! :)
Da ich es lange nicht mehr angebracht habe ... es gibt eine Star Trek Folge, die da lautet: Das unentdeckte Land!
Eigentlich war damit die Zukunft gemeint, doch ich als Vermesser dachte zuerst an eine Landkarte mit weißen Flecken darauf. Als ich damals abstinent wurde, da sah ich mich als diese Landkarte an und die weißen Flecken, waren mein unentdecktes Land. Also habe ich mich auf Entdeckungsreise begeben. Und wie es nun mal so ist, solch eine Entdeckungsreise endet eigentlich nie und sie bleibt trotzdem immer spannend. Hier nun darf ich Dich auf Deiner Entdeckungsreise begleiten - wir dürfen Dich begleiten!
Von Deiner Warte aus betrachtet ... Du bist nicht alleine ... jeder braucht nicht jede Erfahrung selbst zu machen und auch Du darfst Dich einfach aus diesem Pool bedienen.
Dabei wird Dir dies sicherlich das ein oder andere Mal durch den Kopf gehen:
ZitatVon der Seite hab ich das ehrlich gesagt noch gar nicht betrachtet
Ich weiss gar nicht, wie oft ich diesen Satz schon gedacht habe ...
Das Schöne daran ... nur durch die Änderung des Blickwinkels wird etwas nicht automatisch "falsch". Mein Glücksspielverhalten war nicht falsch ... es erfüllte einen Zweck. Psychologen beschreiben die Ausübung der Sucht als einen Versuch der Selbstheilung. Ich selbst sage immer: Ich habe eine Dienstleistung bestellt und bezahlt!
Die Dienstleistung bestand aus: Beständigkeit und Zuverlässigkeit - der Automat war immer für mich da - und er war überall anzutreffen. Bestätigung - "Freude schöner Götterfunken" wurde nur geblechträllert, wenn ich das Risiko eingegangen bin und dann auch noch erfolgreich war. Zeitvertreib - ich habe die Zeit vertrieben, in der ich sonst meinen eigenen Gedanken ausgesetzt war. Freude, Ärger, Hass und Euphorie - ich wollte mich fühlen und das am besten extrem. Endorphinausschüttung - wenn man sonst keine Drogen zu sich nimmt ... ;)
Es fällt mir sicher noch das ein oder andere ein, wenn ich mich weiter damit beschäftige. Die soll es nur einen Ansatz geben nach der ultimativen Frage, die Dir sicherlich auf der Seele brennt, dem WARUM?!
Hallo Isabell
Ich habe meinem Mann auch nach einer gewissen Zeit gestanden das ich viel Geld verspielt hatte, er hat bei mir nicht so verständnisvoll reagiert wie bei dir.
Er war stinke sauer auf mich und hat mir gesagt, wenn ich es noch mal mache, dann würde er sich trennen.
Und wie es bei einem Süchtigen nun mal ist bin ich Rückfällig geworden und habe wieder viel Geld verspielt und Schulden aufgebaut.
Du hast natürlich Glück wenn Dein Mann dich begleitet und ich hoffe Ihr könnt darüber reden.
Ich drücke Dir die Daumen und hoffe für Dich das Du Spielfrei bist und bleibst.
Dies erstmal von mir
Lg Mutze
Hier ein Gruss aus der Mittagspause 😊
@Olli - sehr gerne nehme ich euch mit auf meine persönliche Entdeckungreise !!
Alleine war ich noch nie gerne unterwegs ...
Beim Zoomtreffen am Samstag werde ich am Start sein , danke für den Hinweis !
@Mutze , die Reaktion deines Mannes ist hart , aber nachvollziehbar leider .
Ich bin ehrlich , ich weiss nicht , wie ich reagiert hätte , wenn die Geschichte andersherum gelaufen wäre und mein Mann mir diese Sache hätte beichten müssen .
Ich bin wirklich dankbar , dass er so viel mit mir bespricht , hinterfragt und sich auch im Netz informiert , wie es jetzt am besten weitergehen kann.
So , die Arbeit wartet ... Ich melde mich später sicher nochmal .
So , für heute ist Feierabend .
Ein recht voll gepackter Tag mit Arbeit , Haushalt , Vorstandstreffen geht zuende und irgendwie fühlt sich grad alles komisch / falsch an .
Dinge zu machen, die ich immer gemacht habe , als wäre nichts gewesen .
Als wäre nicht gerade alles zusammengebrochen.
Die Fassade nach aussen aufrecht halten ? Ist das richtig oder falsch ?
Wie offen sollte ich mit meiner Situation umgehen ?
Natürlich ist das kein Thema für jeden und überall .
Aber macht es evtl Sinn mehr Leute einzuweihen , auch als Schutz , dass die mich irgendwie mit im Blick haben ?
Oder ist das eher zu viel Druck , wenn ich mich ständig "beobachtet" fühle ?
Das sind Dinge , die ich jetzt nicht sofort entscheiden muss , aber es beschäftigt mich in jeder Begegnung .
Ein schwieriges, und auch sehr kontroverses Thema.
Nur der Partner? Familie? Freunde? Ein generell offener Umgang? Jeder zieht die Grenze da anders.
Ich denke, wie weit man mit der 'Offenheit' geht, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Du mußt wissen, wo es dir hilft, weil du weißt, daß jemand drauf achtet; und wo es für dich zur unangenehmen Belastung wird, weil du das Gefühl bekommst, unter Beobachtung zu stehen.
Also richtig, das solltest du dir gründlich überlegen.
Denn wie du ja bereits sagtest... man möchte auch nicht das Gefühl haben, sich ständig rechtfertigen zu müssen, selbst wenn das nicht bewußt geschieht.
Meiner Meinung nach ist etwas 'Fassade' in so einem Fall okay. Die meisten Menschen geht das nichts an. Und es ist ja nun auch nicht so, daß ich die Frage "Bist du spielsüchtig?" jemals fälschlicherweise mit Nein beantwortet hätte.
Denn sie ist mir ganz einfach noch nie gestellt worden.
Warum also sollte ich das ändern wollen?
Aber das mußt du ja auch nocht sofort entscheiden.
Guten Morgen Isa!
Ja, das Leben geht weiter, auch ohne Suchtausübung ... Ist das nicht schön?
Was ist die Fassade eigentlich? Die Dinge, die Du da aufzählst, um ggf. einfach nur zu funktionieren? Oder ist die Fassade doch eher die Glücksspielsucht mit ihrem Verheimlichen, den Lügen, den Gedanken rund um die Geldbeschaffung, dem Freuschaufeln von Zeit fürs Spielen, die Vorfreude, die auch schon nichts weiteres als Zocken ist, das Zocken selbst?
Wer bist Du von alldem wirklich? Und was ist Schein?
Offenbare Dich den Menschen, denen Du am Herzen liegst und umgekehrt. Es geht dabei nicht nur um Dich, sondern auch um sie. Hast Du Dir schon einmal bei einem von ihnen Geld geliehen? Oder haben sie mal etwas bezahlt, weil Du gerade klamm warst? Selbst wenn dem bisher nicht so gewesen ist, so könnte es in Zukunft sein, sollte das mit der Abstinenz nicht so klappen, wie Du Dir das vorstellst. Die Sucht ist progressiv, sie schreitet voran, wenn ihr nicht Einhalt geboten wird.
Damals war ich in einem Dartverein und wir spielten einmal im Monat Mann gegen Mann, Waren wir 14 oder 17 zu der Zeit? Ich weiss es nicht mehr. Eine Freundin hatte gerade den Psychologischen Berater gemacht und sie wollte ihr frisches Wissen anwenden. Und so fragte sie nach, da ihr aufgefallen war, dass ich nicht mehr spielte. Vorher lief der Automat in der Kneipe immer mit. Wir setzten uns an einen Tisch und wor unterhielten uns. Einer nach dem Anderen kam dazu und auf einmal dartete niemand mehr. Alle hatten sich zu uns gesetzt und lauschten unseren Worten.
Niemand hatte sich getraut mich vorher anzusprechen, als ich noch spielte. Niemand wollte in meinen höchstpersönlichen Bereich eintreten und ggf. eine unangenehme Situation hervorrufen. Bei Einigen war daher Erleichterung in ihren Gesichtern zu lesen. Ob das wegen mir war? Oder ihren eigenen Gedanken? Es war nicht wichtig, denn sie waren in diesem Augenblick da.
Wir Menschen leben in unserem eigenen kleinen Universum. Normalerweise überschneiden sie sich, sodass eine soziale Gruppe auch funktionieren kann. Ein Süchtiger reduziert aber diese Überschneodungen und merkt dabei oft selbst nicht, dass er sich von der Realität der Anderen entfernt hat. Glaubst Du denn wirklich, dass Dein Glücksspielverhalten sich nicht auch generell auf Dein Verhalten ausgewirkt hat? Kamst Du nicht schon mal zu spät zu einem Termin, weil "die Serie" Vorrang gehabt hat? Hast Du deswegen gelogen?
Ich lebe alleine, doch was würde geschehen, wenn ich doch noch den Deckel zu meinem Pott finde?
Ich würde definitiv Auskunft darüber erteilen, dass ich lange Zeit gespielt habe. Mein Deckel soll selbst entscheiden, ob sie eine Beziehung mit einem Spieler eingehen möchte, selbst wenn dieser langjährig spielfrei ist. Es ist meine Aufgabe und auch meine Pflicht, diese Informationen herauszugeben. Ich brauche mich meiner Sucht nicht zu schämen. Oder würdest Du Dich schämen, wenn Du Dir ein Bein brichst? Ich schäme mich auch nicht, dass ich ein Schieler bin. Gut, die Bänder sind mal gekürzt worden, sodass man mir nur noch bei Müdigkeit mein Schielen ansieht. Wie oft muss ich meine Freunde fragen, ob sie mir den Flight beimm Darten wieder aufstecken möchten, weil ich es einfach nicht sehe, ob der Schaft gerade offen oder zu ist. Es ärgert mich, dass ich das nicht sehe, aber schämen tue ich mich nicht deswegen.
Guten Morgen,
heute startet der Tag entspannt , weil ich Donnerstags immer erst später zur Arbeit muss .
Eine ganze spielfreie Woche liegt hinter mir und erlaube mir auch heute spielfrei zu sein .
Tal , danke für deine Sicht auf die Dinge . Ich lass das erstmal alles noch ein bisschen sacken und entscheide dann , mit wem ich darüber sprechen mag .
Mein Mann hat seine Eltern eingeweiht und er wird auch mit seinen besten Freunden darüber sprechen . Das ist gut , er muss ja auch mit jemandem reden können , der nicht direkt betroffen ist .
Olli , mir gefällt , wie du schreibst und denkst . Egal , was ich hier bisher von dir gelesen habe , es war immer ein Denkanstoss für mich dabei .
Ich erkenne langsam , dass das Thema Spielsucht noch viel grösser ist , als ich je gedacht hätte .
Es ist nicht nur das Spielen , die Lügen , das verlorene Geld .
Es ist so viel mehr .
Warum ist es so weit gekommen ?
Was hat mich dahin gebracht ? Was hat mir in meinem Leben gefehlt , oder welche Lücke habe ich mit dem Spielen versucht zu Schliessen ?
Und aktuell fast noch wichtiger , wie schliesse ich jetzt die riesige Lücke , die durch das "nicht mehr spielen" entstanden ist ?
Ich empfinde bisher keinen Spieldruck , aber da ist immer wieder der Gedanke, dass jetzt ein Moment wäre , in dem ich eigentlich gespielt hätte .
Jetzt zum Beispiel , mein Mann ist zur Arbeit , die Mädels zur Schule / Ausbildung . Ich bin mit dem Hund alleine zuhause und es steht nichts an . Das wäre ein absolut typischer Moment mich für 1-2 Std dem Spielen zu widmen .
Diese Zeit muss neu gefüllt werden .
Gerne mit etwas Schönem 😅
Aber auch die gefühlte innere Leere muss neu gefüllt werden .
Das wird kein Spaziergang .
Aber das möchte ich Schritt für Schritt angehen .
Die Angst vor meinem Termin am Dienstag bei der Suchtberatung ist weniger geworden .Ich freue mich fast ein bisschen , weil auch das ein klitzekleiner Schritt auf dem Weg in mein besseres Leben sein wird .
Euch allen einen schönen Tag
Hallo Isabell,
schön, daß Du den Tag genießen, gewinnen magst. Beim Lesen kam ein Gedanke in mir auf: Schrebergärtnern! Des sichere und probate Weg suchtkranker Menschen! Will jetzt nicht meine Erfahrung damit teilen, aber ich habe vier real vorhandene Anhaltspunkte gefunden:
1. der treue Kamerad, der seinen Ausgang verlangt, und Dir eine Hunderunde an der frischen Luft verordnet. Gerade der Buzug zu Haustieren bietet eine starke emotionale Bindung.
2. die Frage nach dem "wieso, warum, welhalb". es ist blöde, daß die Antworten manchmal später kommen, oder auch gerade dann, wenn es nicht erwartet wird. Die Fragen wegzudrücken könnte belastend für das Selbstbild sein. Was hilft, ist das Schreiben, und bei mir geht das nicht einfach tabellarisch, ich halte mir immer wieder meine Lebensgeschichte vor Augen. Heute weiß ich, daß ich keine andere Chance hatte, ich mußte spielsüchtig werden, aber in der Erkenntnis derer bin ich auch Heute stabil spielfrei.
3. Die Töchter sind in der Schule, in der Ausbildung, vielleicht noch in der Pubertät? Ich interpretiere einmal, sie brauchen jetzt gerade eine starkes Elternbindung, auch wenn sie ihr Leben jetzt autark gestalten mögen. Ein pragmatischer Gedanke ist, gemeinsam die Schularbeiten, gemeinsam die Chgancen im Berufsleben durchzugehen, eben eine stabile Mutter zu sein.
4. das allerwichtigste, die anhaltende Ruhe im Herzen! Einfach einmal Pause machen, Entspannung suchen, und in ihr die Wahrheit und Frieden in sich selbst zu finden, ein gutes Buch zu lesen, eine schöne Musik anhören, draußen die Natur genießen, was alles an erbaulichem Dir gegeben wird.
Das wünsche ich Dir
Andreas
Hi Isa!
Ja, ich möchte gerne einen Kontrapunkt zu den zumeist düsteren Gedanken der Spieler setzen. Auch möchte ich informieren, was ich im Laufe der Zeit alles so aufgeschnappt habe. Es "erklärt" so Vieles ...
Wenn ich an meine Zeit zurückdenke VOR meiner Abstinenzentscheidung, da konnte ich mir nicht vorstellen ohne Glücksspiel zu sein. Was sollte ich die ganze Zeit wohl tun, die ich bisher mit Dingen rumd ums Glücksspiel verbracht habe. Dieses Loch, welches sich da auftat, war bodenlos.
Doch dem entgegen stand ein Widerwille weiter zu machen wie bisher. Viele Monate habe ich mit mir gerungen und habe weiter gemacht. Doch als ich an einem Tag fast wieder mein ganzes Gehalt verspielt hatte, da hatte ich die Nase gestrichen voll. Punkt 0 Uhr, ich war gerade aus der Halle gekommen, stand ich vor der Tür und schaute auf die Uhr, entschied ich mich spielfrei zu werden. Wie? Keine Ahnung! Was ist mit dem Loch? Schnurzpiepeegal!
Zwei Monate später berichtete ich meinem Vater, dass ich nun spielfrei sei ... und flog raus, weil er gedacht hatte, ich wäre schon längst spielfrei. Zwei Wochen später war ich wieder daheim.
Aber was geschah mit dem Loch? Es füllt sich mit ... "Alltag" ... mit "Leben" ... :)
Was Du hier beschrieben hast, das kenne ich als "Langeweile". Ich bin in einer Handwerkerfamilie aufgewachsen. Mein Vater hat immer im Akkord gearbeitet. So bekam ist den Wert eingetrichtert: Wer etwas werden möchte, der muss die Fingerchen gehen lassen!
Also packte ich meine Zeit voll ... nur eben war nichts dabei, bei dem Langeweile aufgekommen wäre.
Stress im Alltag, Stress in mehrern Nebenjobs, auch beim eigenen Vater, Stress im Tambourcorps ... habe ich versucht auszugleichen mit Stress im Glücksspiel.
Mittlerweile weiss ich aber mit Langeweile umzugehen ... dem Moment, wo ich mit mir selbst konfrontiert werde! Langeweile ist nichts Schlechtes. Also fülle Deine Zeit mit Dingen, die Dir Spaß machen, oder genieße Deine eigene Gesellschaft! :)
Guten Morgen
Andreasg , danke für deinen Input . Das werde ich mir alles durch den Kopf gehen lassen .
Besonders der 4.Punkt , die anhaltende Ruhe im Herzen bewegt etwas in mir.
Davon bin ich grade noch meilenweit entfernt , aber da möchte ich gern hinkommen .
Olli , ja die Langeweile macht sich breit . Dabei würde ich gar nicht sagen , dass ich nicht durch meinen normalen Alltag ausgelastet bin . Ich denke ich muss lernen , die kurzen Auszeiten zwischendrin wieder zu geniessen , statt sie ( wie aktuell ) als Gefahr zu empfinden .
Heute Morgen haben mein Mann und ich einen Termin bei der Bank bzgl einer eventuellen Umschuldung . Das wird sicher kein einfaches Gespräch, aber ich muss mich der Situation stellen.
Der restliche Tag wird ruhig , wir bekommen heute Abend Besuch von 2 befreundeten Pärchen .
Wir haben einen Hitster-Abend geplant , das wird bestimmt ein guter Abend .
Euch allen einen guten Start ins Wochenende 😊
Kleine Planänderung für heute .
Grad kam ein Anruf von der Bank , unser Berater ist krank und der Termin wird auf Dienstag verschoben .
Das heisst für mich , bis heute Abend hab ich nichts vor ...
Ein paar Vorbereitungen für heute Abend , aber ansonsten einfach nichts ...
Schnapp mir jetzt erstmal den Hund und geh vor die Tür
Guten Morgen
Gestern war ein schöner Tag , ich hab den ganzen Tag mit putzen , einkaufen, kochen und dann mit unseren Freunden verbracht . Wir haben bis ~ 2 Uhr nachts gequatscht und Hitster gespielt .
Heute Vormittag treff ich mich mit einer Freundin , für den restlichen Tag hab ich mir vorgenommen ein bisschen zu entspannen und vielleicht ein Buch zu lesen.
Schönen Samstag euch allen
Guten Morgen!
Den gestrigen Tag hab ich gut verbracht.
Es kam keine Langeweile auf , zumindest nicht so , dass ich das Gefühl hatte , spielen zu " müssen ".
Am Abend habe ich an dem Zoomtreffen teilgenommen , das hat mir gut getan und hat mir ein bisschen meine eigenen Vorurteile vor Augen geführt.
Denn bei dem Gedanken an eine SHG , schlich sich zuvor ein absurder Gedanke in meinen Kopf .
"Da sind bestimmt nur komische Leute , da pass ich bestimmt gar nicht hin ."
Keine Ahnung, wo das herkam .
1.) Egal wer da ist , ich pass dahin , denn wir haben ja alle das gleiche Problem.
2.) Da waren natürlich keine komischen Leute . Warum auch ??
Wo kommen diese Vorurteile her , frag ich mich .
Während die anderen Teilnehmer kurz ihre Geschichten erzählt haben , hab ich mich dabei erwischt , dass ich dachte .
"Krass - wie kann es denn so weit kommen ?"
Um dann 2 Sekunden später zu erkennen "Isa , genauso war es doch bei dir selbst auch."
Das hat mir der Abend auf jeden Fall schonmal gebracht , ich habe nochmal realisiert , in welcher Situation ich bin .
Ich bin nicht der Zuschauer dieser Szene, sondern einer der Hauptdarsteller.
Auch einige andere Blickwinkel zum Überdenken konnte ich mitnehmen.
Im Anschluss war ich völlig geplättet , so dass ich schon früh den Feierabend eingeläutet habe und ohne typisches Samstag-Abend-Fernsehprogramm ins Bett gegangen bin.
Heute steht ein Familiensonntag an .
Sonntag ist bei uns der Tag , wo alle zuhause sind .
Wir frühstücken spät , damit alle dabei sind ( auch die , die am Abend zuvor noch laaaange unterwegs waren ) Unsere Mädels sind schon im Party-Alter 🥳
Ansonsten gibt es noch keine konkreten Pläne für heute . Mal schauen , was der Tag so bringt .
Wünsche euch allen einen entspannten Sonntag
Im Rahmen der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert warfen französische Landarbeiter Holzschuhe aus Protest in ihre Maschinen. Schon Spock berichtete im 22. Jahrhundert ... wird berichten? ... wird berichtet haben? ... immer diese Zeitparadoxien ... davon. Der Holzschuh heißt im Französischen Sabo.
So schlich sich der Saboteur in unsere Sprache ein für jemanden, der uns behindert etwas zu tun und Zerstörung bringt.
Innere Saboteure gibt es aber auch genug. Sie gaukeln uns oft etwas vor, nutzen Scham und Schuld und kämpfen auch mit weiteren Mitteln, um uns von dem abzuhalten, was wir uns doch eigentlich wünschen. Sie verhindern auch wichtige Erkenntnisse, die uns weiterbringen können.
Gut, dass sie nicht immer das Sagen haben ...
:)
So , der Sonntag geht dem Ende entgegen.
Es war ein schöner , entspannter Tag mit viel Familienzeit und einer großen Hunderunde .
Sollte genug Kraft gesammelt haben für morgen , da steht Arbeiten an von 7:30 - 19:30 ...
Hab mich heute noch belesen zum Thema "innere Saboteure" .
Ein wirklich interessanteste Thema , ich konnte einiges über mich lernen , nicht nur im Bereich der Spielsucht .
Danke Olli für den Gedankenanstoß !
Gute Nacht und morgen allen einen entspannten Start in die neue Woche 🍀
Geschafft - ein anstrengender Tag ist überstanden 😅
Vorteil : keine Zeit für dumme Gedanken
Wir lassen den Abend auf dem Sofa ausklingen ...
Morgen wird es etwas ruhiger , allerdings steht am Nachmittag mein erster Termin bei der Suchtberatung an.
Ganz langsam zieht bei uns der normale Alltag wieder ein .
Seit meiner "Beichte" drehte sich fast jedes Gespräch um die Spielsucht , die entstandenen Schulden, die Frage wie es jetzt weitergehen soll , was wir jetzt in Zukunft anders / besser machen wollen...
So langsam führen wir aber auch wieder Gespräche , die nichts mit alledem zu tun haben und das tut mir gut .
Ich weiss , dass wir noch viele Schritte gehen müssen und das Thema jetzt nicht einfach beiseite schieben können, das werden wir aber auch nicht .
Dennoch freue ich mich über jeden unbeschwerten Moment, den wir erleben .
Über jeden Moment , der nicht komplett überschattet wird .
Gute Nacht
Feierabend 😊
Heute war alles in allem ein guter Tag.
Ich hatte meinen ersten Termin bei der Suchtberatung.
Die Dame dort war sehr sympathisch und ich habe mich direkt gut aufgehoben gefühlt .
Wir hatten ein gutes Gespräch und sind von einem Thema zum anderen gehüpft.Die Stunde ist wie im Flug vergangen und wir haben direkt einen weiteren Termin in ca 2 Wochen vereinbart.
Sie hat mir ein paar mögliche Therapiewege (ambulant/stationär) aufgezeigt , entscheiden muss ich das aber jetzt noch nicht , sondern erst im Laufe der nächsten 3 Gespräche.
Im ersten Moment habe ich die stationäre Therapie ( Reha ) direkt ausgeschlossen , nachdem ich es aber jetzt ein bisschen sacken lassen konnte , halte ich es für keine schlechte Idee.
Ein paar Wochen komplett raus und sich selbst in den Fokus setzen , kann mich sicher einen grossen Schritt nach vorne bringen , auch auf der Suche nach dem grossen WARUM ...
Aber ein Schritt nach dem anderen ...
Gute Nacht
Liebe Isabell,
du bist scheinbar eine Frau der Tat. Oder ,,wieder" eine Frau der Tat. Danke, dass du uns an deiner Entwicklung teilhaben lässt.
Alles Gute weiterhin!
LG Ilona
Hi Isa!
Schön, dass Du mit diesem positiven Gefühl aus dem Gespräch gegangen bist und uns auch daran teilhaben lässt. Ja, Du musst nichts übers Knie brechen und wenn Du Fragen hast, dann quetsche die Beraterin und uns einfach aus.
Hallöle ,
Danke Ilona und Olli für euren Zuspruch .
Eine Frau der Tat - das klingt gut in meinen Ohren.
Vor vielen Jahren , als ich so 11 oder 12 Jahre alt war , war ich Messdienerin in unserer kleinen Gemeinde.
Ich kann mich an die meisten Treffen nicht mehr wirklich erinnern , aber eine Stunde hat sich eingebrannt.
Die Stunde hatte das Thema :
Das , was ich bin , bin ich ganz .
Es ging damals darum , regelmässig zu den Stunden zu kommen und auch am Sonntag um 8:00 bereit zu sein , als Messdiener in der Kirche zu sitzen .
Wer sich entscheidet ein Messdiener zu sein , der sollte es ganz sein und nicht nur an den Tagen , wo es ihm gerade gut auskommt .
Es ging auch um die verschiedenen Rollen , die man zu der Zeit erfüllen musste.
Ich war nicht nur Isa , sondern auch : Tochter , Freundin, Schülerin usw ...und jedes einzelne davon sollte ich ganz sein .
Wir bekamen damals alle einen kleinen Nagel , den wir in unsere Tasche stecken sollten und immer wenn wir uns zufällig daran pieksten , sollten wir uns ins Gedächtnis rufen : Das , was ich bin , bin ich ganz .
Ich habe diesen Nagel lange mit mir herumgetragen und oft an diesen Satz gedacht .
Noch heute kommt er mir ab und zu in den Sinn , z.B. wenn ich bei der Arbeit bin und merke , dass ich recht unmotiviert nur das nötigste mache bzw es mir zu leicht mache .
Dann hilft mir der Satz schnell wieder in die Spur : Isa , du bist jetzt 8 Std hier als Physiotherapeutin und das , was du bist , bist du ganz .
Der Gedanke hilft mir , mich zu fokussieren und mein Bestes zu geben .
Die letzten 2-3 Jahre war ich eine spielende Spielsüchtige .
Ganz !
Jetzt möchte ich eine nicht spielende Spielsüchtige sein .
Ganz !
Denn das , was ich bin , bin ich ganz .
Oder für Olli :
Ich möchte mir erlauben spielfrei zu sein für heute .
Denn heute bin ich eine nicht spielende Spielsüchtige.
Ganz !
Um das zu erreichen , muss ich diese Schritte gehen , muss und will ich eine Frau der Tat sein .
Denn das , was ich bin , bin ich ganz !
Schönen Feierabend euch allen - ich muss noch ein bisschen was im Haushalt machen , bevor ich mich aufs Sofa legen kann .
Moin
Heute war es dann nach mehreren Verschiebungen tatsächlich soweit !
Unser Banktermin stand an. Leider ist unser Bankberater immer noch erkrankt und der Termin musste mit einer seiner Kolleginnen stattfinden .
Das hat mich im Vorfeld schon wahnsinnig gestresst .
Die von mir gemachten Schulden sind mir unfassbar peinlich und jetzt noch mit einer fremden Person darüber zu sprechen hat mich sehr nervös und unsicher gemacht.
Nützt ja aber alles nicht , die aktuellen Raten meiner Kreditkarten etc. sind nicht tragbar für uns - wir müssen umschulden .
Also bin ich mit schwitzigen Händen , Magenschmerzen und zittriger Stimme in den Termin gegangen, mit meinem Mann an meiner Seite.
Lange Rede - kurzer Sinn , wir konnten eine gute Lösung für uns finden und zum allerersten Mal seit meiner Beichte bei meinem Mann , empfinde ich Erleichterung .
Die ganze Zeit war da diese Angst in mir , dass die Bank nicht mitspielt .
Was dann ?
Aber , die Bank gibt uns das Geld und ich sehe einen klaren Weg vor mir .
Alles weitere übernimmt mein Mann , d.h. ich habe keinen Zugriff auf das Geld und er kümmert sich darum , dass es da ankommt , wo es hingehört .
Es fühlt sich für mich noch sehr komisch an , dass alles aus der Hand zu geben , aber aktuell ist das der richtige Weg.
Wieder ein Schritt weiter ...
So , ich mach mich jetzt fertig - gleich geht's zur Arbeit .
Hallo Isa,
meinen Glückwunsch für Euren gemeinsamen Weg. Was mich besonders freut, daß Du Deine Gefühle erkennst, und diese auch beschreibst. Das ist ja ein so wesentlicher Aspekt auf dem Genesungsweg.
Und dann das Vertrauen, es kann dort sich einpflanzen, wo alle früher beschriebene Ängst, Ressertimens etc. gefangen waren.
Alles aus der Hand geben? Du hast jetzt eine reale Aufgabe, das Positive in Deinem Leben zu erkennen, und da Dein Leben draus zu formen. Das ist wirklich ein handfestes Geschenk.
schgöne 24 Stunden
Andreas
Hallo Isa,
mich hat deine Aussage "Nützt ja aber alles nicht" sehr gefreut. Sie spiegelt für mich auch deine Kraft und Entschlossenheit wider.
Natürlich wäre es auch möglich gewesen, den Kopf in den Sand zu stecken. Und genau das machst du eben nicht, klasse!
Schritt für Schritt
LG, Babs
Ja, ja ... erst Bammel und dann Erleichterung!
Isa: Du hast die Situation gemeistert, weil Du ins Handeln gekommen bist!
Guten Morgen
Zitat von: andreasg am 23 April 2026, 12:55:36Du hast jetzt eine reale Aufgabe, das Positive in Deinem Leben zu erkennen, und da Dein Leben draus zu formen. Das ist wirklich ein handfestes Geschenk.
Das Positive in meinem Leben erkennen und mein Leben daraus formen - das bringt es wirklich gut auf den Punkt .
Danke Andreas
Danke Babs für deine lieben Worte !
Danke Olli , dass du so regelmässig hier vorbeischaust.
Ich freu mich immer über Reaktionen von euch allen in meinem Tagebuch . Der Zuspruch tut mir unglaublich gut !
Und beim Lesen in anderen Tagebüchern hab ich gesehen , dass es hier und da auch mal Kritik oder ein vorsichtiges auf den Weg zurückschubsen gibt.
Das beruhigt mich .
Sollte ich auf dem Holzweg sein , wird mich einer von euch drauf hinweisen !
Heute hab ich nur einen kurzen Arbeitstag, aber es stehen noch einige andere Aufgaben auf der To-Do-Liste.
Euch allen einen guten Start ins Wochenende
Isi!
Großen Respekt für deine Ehrlichkeit in der Familie! Wir alle kennen diese schwere Aufgabe und gefühlt können wir diese erst meistern wenn wir kurz vor dem "es geht nichts mehr" stehen. Super! Achja, du hast einen sehr tollen Mann der dich unterstützt! Weiter so!
Liebe Grüße ;)
Wochenende 🥳
Jan , herzlich willkommen in meinem Tagebuch .
Du hast absolut Recht , ich habe einen wirklich tollen Mann .
Das wusste ich auch schon die letzten 24 Jahre , aber in der aktuellen Situation kommt das nochmal deutlich stärker zur Geltung !
Dafür bin ich ehrlich dankbar .
16 Tage spielfrei !
16 Tage ohne Lügen !
16 Tage neues Leben!
Hallo Isabell,
liest sich gut. Weiter so!
Gruß
Wolfgang
"Sehr" gut würde es sich so lesen:
Zitat16 Tage spielfrei !
16 Tage ohne Lügen Ehrlichkeit!
16 Tage neues Leben!
:)
Guten Morgen ☀️
Scherben
Fang den Tag von heute nicht mit den Scherben von gestern an. Der Tag von gestern, alle Tage und alle Jahre von früher sind vorbei, begraben in der Zeit.
An ihnen kannst du nichts mehr ändern!
Hat es Scherben gegeben?
Schlepp sie nicht mit dir herum! Denn sie verletzen
dich Tag für Tag, und zum Schluss kannst du nicht mehr leben.
Es gibt Scherben, die wirst du los, wenn du sie in Gottes Hand legst.
Es gibt Scherben, die kannst du heilen, wenn du
ehrlich vergibst. Und es gibt Scherben, die du mit aller Liebe nicht heilen kannst.
Die musst du liegen lassen!
(Phil Bosmans)
Diese Worte von Phil Bosmans kamen mir heute Nacht in den Sinn.
Es war eine schlaflose Nacht von vielen.
Als ich noch gespielt habe , habe ich das nächtliche Gedankenkarussel durchs Spielen gestoppt .
Mitten in der Nacht hab ich gespielt , um mich von den Sorgen , die durchs Spielen entstanden sind , abzulenken .
Seit 18 Tagen bin ich spielfrei und muss mich meinen Gedanken stellen .
Tagsüber gelingt mir das gut , ich gehe mit meinem Mann ins Gespräch, wir tauschen uns aus , aber nachts bin ich mit meinen Gedanken alleine .
Da prasseln die Selbstvorwürfe knallhart auf mich ein .
Die dauernde Frage nach dem Warum ?
Das Gefühl der Schuld.
Nur wegen mir , sind wir in dieser Situation .
Nur wegen mir , werden wir uns deutlich einschränken müssen .
Nur wegen mir ...
Aber bringt mich das weiter ?
Bringt uns das weiter ?
Nein !
Fange den Tag von heute nicht mit den Scherben von gestern an !
Es gibt Scherben , die kannst du heilen , wenn du ehrlich vergibst .
Mir selbst vergeben , das wird dauern , aber das ist eine reale Aufgabe für mich .
Einen schönen Sonntag wünsch ich euch
Der Sonntag ist geschafft - endlich !
Meistens ist der Sonntag bei uns ein Familientag , heute waren aber alle verplant und ich war nach dem Frühstück bis ca 16:00 alleine zuhause .
Das war absoluter Mist !
Ich wusste einfach nichts mit mir anzufangen .
Hunderunde - ok
Empfohlenen Podcast hören - ok
Ein Buch lesen - ok
Alles war "nur ok" , nichts war auch nur halb so spannend wie spielen !
Ich weiss gar nicht , wie ich das erklären soll .
Ich hatte keinen Spieldruck , ich hatte keine Sekunde den Gedanken , dass ich jetzt spielen will oder muss , aber mich konnte heute nichts so erfüllen , wie es das Spielen an solchen Tagen sonst getan hat .
Erschreckend !
Ich bin froh , dass morgen Montag ist und ich in meinem Alltag gut eingespannt bin .
Und ich brauche in Zukunft einen Plan für solche Tage .
Es kann ja nicht sein , dass man mich nicht mehr alleine lassen kann.
Gute Nacht
Neuer Tag , neues Glück !
Heute war , wie zu erwarten, ein deutlich besserer Tag als gestern.
Ich war arbeiten und damit sinnvoll beschäftigt !
Der Durchhänger gestern ist vermutlich damit zu erklären , dass es der erste Tag , seit meiner "Beichte" war , an dem ich nichts mehr zu tun hatte .
Die Beichte liegt jetzt ca 20 Tage zurück und die ersten Tage danach war ich mit der Gefühlsachterbahn in mir komplett ausgelastet.
Danach hatte ich einen Plan für meine nächsten Schritte im Kopf.
- Suchthilfe kontaktieren
- Schuldenübersicht erstellen
- Banktermin ausmachen
- Infos im Netz zusammensuchen
- uswusw
Inzwischen habe ich alles organisiert und auf den Weg gebracht .
Gefühlt war dann gestern der erste Tag , an dem ich nichts aktiv gegen die Sucht unternommen habe .
Das hat mich unruhig werden lassen.
Das Gefühl von "untätig sein" hat sich breit gemacht ...
Nach dem Motto : Wie soll das klappen , wenn du nichts machst ??
Hab versucht irgendwas für mich zu machen , aber nichts davon hat sich richtig oder gut angefühlt .
In der Online SHG hatte man mir schon gesagt, dass es normal ist , dass sich nichts so "aufregend" anfühlt wie das Spielen und dass sich das auf Dauer wieder legen wird .
Bis dahin muss ich Dinge finden , die sich gut für mich anfühlen .
Vor allem , wenn ich alleine bin .
Und ich muss lernen mich und meine Gedanken auszuhalten.
Guten Start in die Woche !
Da bin ich wieder !
Heute war ein ausgefüllter Tag , mit vielen kleinen Dingen , die ich gerne mache !
Erst ein kurzer Arbeitstag, dann war ich als Mama-Taxi eingespannt .
Ich musste noch ein kleines Geschenk besorgen , sowas mache ich immer sehr gerne.
Heute Abend sind wir bei einem Grillabend , zu dem jeder etwas mitbringen soll.
Also hab ich einen Laugenkranz gebacken und ein paar Dips besorgt !
Alles in allem ein guter Tag , den ich dann beim Grillabend gut ausklingen lassen kann / werde .
Das Wetter spielt auf jeden Fall mit ☀️
Schönen Abend
21 Tage spielfrei und mir wird von Tag zu Tag bewusster , was ich mir/uns mit dem Spielen genommen habe .
In den ersten Tagen der Realisation, hab ich immer "nur" an das verlorene Geld und die damit verbundenen Konsequenzen für die nächsten Jahre(Kredit abbezahlen und das Geld an anderer Stelle einsparen) und an das verlorene Vertrauen meines Mannes gedacht .
Ja , das sind 2 grosse Themen meiner Spielsucht .
Aber ich erkenne immer mehr , dass das längst nicht alle Themen sind .
Als ich die ersten Tage hier mitgelesen habe , dachte ich oft :
1)Meine Freunde habe ich nie belogen wegen der Spielsucht, weil ich mir von denen kein Geld geliehen habe oder ähnliches .
2) Meine Kinder haben unter meinem Spielen nicht gelitten.
3) Unser Familienleben lief die ganze Zeit normal weiter.
4)Auf meine Arbeit hat das Spielen keinen Einfluss genommen.
usw usw
Immer mehr wird mir klar , dass das so nicht stimmt .
1)Ich habe meine Freunde nicht wegen Geld belogen , aber ich habe Verabredungen abgesagt / verschoben mit vorgeschobenen Gründen , weil ich keine Nerven für soziale Kontakte hatte.
Weil bereits ein riesiges Chaos in meinem Kopf herrschte.
Weil die Verabredungen nicht so spannend sein konnten , wie ein Abend mit meinem Spiel .
2) Letzte Tage sass ich am Handy und hab hier im Forum gelesen.
Meine ältere Tochter kam leise angeschlichen und fragte fast vorsichtig :
Hast du kurz Zeit ?
Ich hab direkt das Handy zur Seite gelegt "Klar hab ich Zeit , was ist los ?
Ihre Antwort hat mir beinahe den Boden weggezogen .
"Hätte ja sein können , dass du erst noch zuende spielen musst"
Himmel - wie oft haben die beiden diesen Satz wohl von mir gehört :
Warte kurz , ich muss das Spiel noch eben zuende machen .
Ich habe immer überall gespielt .
Jeder konnte das sehen , nur niemand ausser mir wusste , dass es um Geld geht .Also , wenn ich sage , dass meine Kinder darunter nicht gelitten haben, dann ist das einfach eine Lüge .
Weil ich die Wahrheit nicht sehen wollte .
3) Wie soll ein normales Familienleben stattfinden , wenn ich jede freie Minute zum Spielen nutze ?
Auch das ist also eine Lüge !!
4)Ich möchte behaupten , dass ich meine Arbeit gut mache .
Dennoch habe ich auch dort in der Pause gespielt , wir machen versetzt Pause , so dass ich alleine im Raum bin .
Auch zwischen 2 Hausbesuchen habe ich ein paar Minuten gefunden , um im Auto vor der Haustür des Patienten 2-3 Spuele zu machen.
Wenn man da mal eben 300-400 € verloren hat , oder ganz selten mit nem ordentlichen Plus aus der Pause geht , macht das natürlich was mit einem .
Da brauch ich mir nicht vormachen , dass das keinen Einfluss auf meine Stimmung und Arbeitsweise direkt im Anschluss hatte .
Und das sind nur ein paar Bereiche von ganz vielen !
Das Spielen hat Einfluss auf ALLE meine Lebensbereiche !
Es tut mir weh , das einzugestehen .
Aber alles andere wäre eine erneute Lüge und davon gab es in den letzten Jahren schon deutlich zu viele.
Es ist unglaublich , wie viel Stunden ich mit dem Spielen verbracht habe.
Ich hab morgens , vorm Aufstehen, oft schon die ersten Runden gezockt.
Dann ging es zur Arbeit, wie schon geschrieben habe ich in der Mittagspause weitergespielt .
Nach Feierabend bin ich nach Hause gefahren und hab mir zur Belohnung nach dem anstrengenden Arbeitstag erstmal nen halbes Stündchen Spielen erlaubt.
Dann hab ich meinen Haushalt erledigt und während das Essen im Ofen oder auf dem Herd stand , war auch schon das Handy in der Hand für ein erneutes Spiel.
Nach dem gemeinsamen Abendessen , bin ich in meinen Jogging geschlüpft und bin zum gemütlichen Teil aufs Sofa umgezogen .Während ich dort mit meinem Mann Fernseh geschaut habe, habe ich gezockt.
Bis wir dann ins Bett gegangen sind .
Oft hat mein Mann sich beschwert , dass ich zu viel am Handy sei , ich hab mich immer rausgeredet .
Ich sei ja schliesslich eine Frau und wäre dadurch Multitasking-Fähig .
Ich bekomm also trotz Handy in der Hand alles mit um mich herum .
Was für ein Schwachsinn.
Wenn ich nachts wach geworden bin und nicht mehr schlafen konnte , hab ich gespielt .Manchmal stundenlang.Nicht selten war ich am nächsten Tag völlig gerädert ...
Die schlaflosen Nächte wurden mehr .
Ich weiss nicht , ob ich gespielt habe , weil ich nicht schlafen konnte ,oder , ob ich nicht schlafen konnte , weil ich gespielt habe .
Auch meine Wahrnehmung vom Geld hat sich komplett verschoben .
Ich hab für die Spielerei mehrere Kreditkarten beantragt .
Wenn das Limit einer Karte ausgereizt war , hab ich mir eine neue besorgt , in der festen Annahme , dass ich jetzt ja gewinnen würde und dann könnte ich beide Karten ausgleichen...
Wenn überraschend eine Email kam mit "Sehr geehrte Frau Isa, wir haben ihren Kreditrahmen erhöht , ab nächstem Monat stehen Ihnen 2000€ mehr zur Verfügung , dann hat sich das angefühlt , als würden diese 2000€ mir gehören.
Als wär das ein reales Guthaben und nicht weitere 2000€ Schulden.
Während ich am Anfang mit mir gehadert habe 20€ in das Spiel einzuzahlen, waren irgendwann 1000€ gar kein Thema für mich .
Das hat sich gar nicht real angefühlt.
Manchmal hab ich binnen 2 Stunden bis zu 3000€ verspielt , immer wieder eingezahlt , um den Verlust wieder reinzuholen .
Das hat sich in dem Moment nach Peanuts angefühlt ...
2 Stunden später beim Shoppen waren mir aber 50€ für eine neue Hose zu viel .
In meinem Kopf hat diese Sucht jeden normalen Gedanken zerstört und ich frage mich , wann sich das normalisiert...
Ich bin so in meinem Lügengerüst gefangen , ich erwische mich ständig bei kleinen Lügen , die jetzt überhaupt nicht mehr "nötig" sind !!
Ich ruder dann direkt zurück und entschuldige mich - wann hört das auf ?
Wann wird Ehrlichkeit wieder Normalität für mich ??
Wann wird das Leben wieder Normalität für mich ??
Liebe Isa,
ja, der Nebel lichtet sich.
Ich hatte am Anfang ebenfalls eine Erkenntnis nach der nächsten. Und auch jetzt, nach knapp 8 Monaten Spielfreiheit, wird mir immer wieder Neues bewusst. Nun jedoch meistens nicht mehr so schmerzhaft, eher heilsam, zukunftsgerichtet.
Fühl dich gedrückt, Babs
Hi Isa!
Heute ist ein guter Tag auch einmal auf das Gute zu schauen:
Seitdem Du Dich geoutet hast, hast Du wieder Zeit für Deine Freunde!
Du hast Zeit Deinen Kindern wieder die Mutter zu sein, die Du sein willst und die sie sich wünschen.
Du kannst sie Dir schnappen und sie um Verzeihung bitten und versprechen, aufmerksamer für ihre Bedürfnisse zu sein.
Was Du unter "Das Familienleben lief die ganze Zeit normal weiter" verstehst, kann ich auch anders interpretieren ... Du bist trotz Sucht auch Deinen Verpflichtungen nachgekommen. Hast Du nicht auch Deinen Teil des Haushalts erledigt? Den Kindern bei den Hausaufgaben geholfen? Ihnen irgend etwas beigebracht, und wenn es nur das Halten eines kleinen scharfen Messers ist? (Meine kleine Nichte hatte ich gefragt, ob sie schon mal mit solch einem scharfen Messer geholfen hatte. "Ja, Onkel, schon oft ..." Als ich nach ein paar Minuten hinschaute, da lag der Zeigefinger auf der scharfen Seite, während sie versuchte, mit der stumpfen Seite irgendwas zu schneiden ... #vor Graus schüttel#)
Als Du spielfrei geworden bist, hast Du Dich geoutet. Du hast alles offen auf den Tisch gelegt. Du warst bei der Suchtberatung und und und ...
Vergesse bitte nie: DU BIST MEHR ALS DEINE SUCHT! ... Viel viel mehr ...
Dir fällt nun auf, dass Du gegen viele Werte verstoßen hast. War dies mit Vorsatz? Oder hast Du Dir nicht selbst etwas vorgemacht, um Dich selbst und unbewusst Deine Sucht zu schützen?
Was doch viel wichtiger als die Vergangenheit ist, ist die Chance es ab heute besser zu machen. Da bist Du doch schon mittendrin ...
Lerne aus der Vergangenheit - ansonsten belasse sie da, wo sie hingehört - hinter Dir ... :)
Hallo Isabell,
ein toller Eintrag von dir.
Ich habe mich beim lesen deiner Zeilen direkt in die damalige Spielzeit zurückversetzt gefühlt. Einziger Unterschied, ich habe auf Arbeit nicht gespielt. Allerdings auch nur, weil ich es nicht konnte.
Ansonsten sind die von dir geschilderten Gedanken und Erfahrungen den meinen sehr ähnlich.
"Du hast wieder eine Laune heute" bekam ich oft zu hören. "Hast du wieder gespielt, oder was"?
Das hat mich so genervt...
Glückwunsch zu 3 Wochen Spielfreiheit! Du bist auf einem guten Weg.
Liebe Grüße
Wolfgang
Danke Babs, Olli und Wolfgang für eure aufbauenden Worte .
Die kamen genau zur richtigen Zeit !
Im Moment ist es echt ein Auf und Ab in meiner Gefühlswelt , gefangen zwischen "Stolz, dass ich es jetzt besser mache" und "Scham, dass es jemals soweit gekommen ist ".
Ich glaube beides ist in Ordnung.
Es ist ja nunmal nicht von heute auf morgen alles gut .
Es war ja auch nicht von gestern auf heute alles schlecht .
Schritt für Schritt komm ich da wieder raus !
Hallo Isa,
bei "Sherben" fällt mir ein, ich habe ein Kalaidoskop, das habe ich mir einmal auf dem Weihnachtsmarkt an einem Stand für "Soziales Basteln" gekauft, und eine Gruppenfreundin hat diesen Stand betreut.
Das ist wirklich fantastisch, und so heißt die Merke auch, denn wenn da hineinsehe, erscheint kein Scherbenhaufen mehr, sondern viele dezent farbige Edelsteine, die in Bewegung sich um eine innere Mitte bewegen.
Es regt die Fantasie und die Kreativität an, und ist ein schönes Geschenk an mich selber geworden.
Mit der Widergutmachung ist es so: Wir müssen bei den Menschen, denen wir offensichtlich Schaden angerichtet haben, direkt Wiedergumachungen leisten, bei Menschen, denen wir indikerk Schaden angerichtet haben, sollten wir diese bedenken, und Menschen und Verfehlungen, die in der Ferne des Vergessens lieben, dollten wir vorerst schweigen.
Wenn wir direkt Wiedegutmachungen geleistet haben, fücken diejenigen in den Fukus, die wir indirekt geschädigt haben, und weiter ferner diegenigen, die wir nicht vergessen wollen.
Nur, wir brauchen viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen dazu, daß wir sie nicht erneut verletzten. Das heißt, wir müssen primär Frieden mit uns selber finden.
Einen schönen Maifeiertag
Andreas
Zitat von: Olli am 29 April 2026, 20:39:38Vergesse bitte nie: DU BIST MEHR ALS DEINE SUCHT! ... Viel viel mehr ...
Dir fällt nun auf, dass Du gegen viele Werte verstoßen hast. War dies mit Vorsatz? Oder hast Du Dir nicht selbst etwas vorgemacht, um Dich selbst und unbewusst Deine Sucht zu schützen?
Was doch viel wichtiger als die Vergangenheit ist, ist die Chance es ab heute besser zu machen. Da bist Du doch schon mittendrin ...
Guten Morgen !
Du hast Recht Olli , mir wird jetzt erst so wirklich bewusst, wie sehr ich gegen meinen eigenen moralischen Kompass geschossen habe .
Das erschreckt mich total , würde ich mich doch eigentlich für einen guten Menschen halten - aber ich nutze die Chance,es jetzt besser zu machen und näher mich meinem "gesunden Ich" mit funktionierendem Wertesystem wieder an.
Zitat von: Babs am 29 April 2026, 18:55:33Ich hatte am Anfang ebenfalls eine Erkenntnis nach der nächsten. Und auch jetzt, nach knapp 8 Monaten Spielfreiheit, wird mir immer wieder Neues bewusst. Nun jedoch meistens nicht mehr so schmerzhaft, eher heilsam, zukunftsgerichtet.
Liebe Babs , das macht mir wirklich Hoffnung !
Ich bin noch in der sehr schmerzhaften Phase der Erkenntnis. Es tut mir gut zu wissen , dass sich das in etwas heilsames wandeln wird.
Zitat von: andreasg am 01 Mai 2026, 13:12:37Das heißt, wir müssen primär Frieden mit uns selber finden.
Andreas
Lieber Andreas , die Vorstellung meine
"Scherben" als farbige Edelsteine in einem Kaleidoskop zu betrachten , bewegt etwas in mir.
Aus den Fehlern der Vergangenheit am Ende etwas Gutes/Schönes entstehen zu lassen ,ist eine schöne Vorstellung .
Mit dem Thema Wiedergutmachung habe ich mich schon beschäftigt, nachdem ich in der Online -SHG das 12 Schritte Programm erhalten habe .
Beschäftigt heisst in diesem Fall , dass ich darüber nachgedacht habe .
Alles Schritt für Schritt .
Du schreibst , wir müssen primär Frieden mit uns selber finden .
Das fällt mir momentan noch sehr schwer.
Aber ich arbeite daran !
Guten Morgen und einen schönen Sonntag!
Ein (in grossen Teilen) schönes langes Wochenende liegt hinter mir .
Am Freitag Mittag hatte ich Besuch von einer Freundin und Nachmittags habe ich entspannt (ohne Handy!) im Garten gelegen und ein bisschen gelesen .
Ohne Handy erwähne ich , weil zur Spielsucht bei mir auch gehörte , mein Handy immer und überall dabei zu haben .
Auf der einen Seite , damit ich immer spielbereit bin und auf der anderen Seite, damit mein Handy mich nicht verrät.
Nicht , dass mein Handy irgendwo liegt und mein Mann zufällig einen Blick drauf wirft und dabei irgendwas auffälliges entdeckt .
Ich hatte immer Angst , dass ich auffliege .
Sobald mein Mann mein Handy in der Hand hatte , zog sich in mir alles zusammen .
Gestern war ich mit einer Freundin zum Frühstück verabredet, wir sind mit den Fahrrädern in die Stadt gefahren ( ich kann mich gar nicht erinnern , wann ich das zum letzten Mal gemacht habe - ich nehme immer das Auto 😅) und haben uns ein tolles Frühstück gegönnt .
Abends war ich zu einer Silberhochzeit eingeladen .
Die Reden des Silberpaars und deren Töchter haben mich zu Tränen gerührt.
Liebe , Vertrauen , Ehrlichkeit, Fels in der Brandung , immer füreinander dasein - alle Punkte , die ich bei uns ins Wanken gebracht habe , wurden mir nochmal vor Augen geführt .
Die Stimmung auf der Party war gut , dennoch hab ich es nicht lange ausgehalten.Irgendwie empfinde ich alles als furchtbar anstrengend .
Ich vermute mal , dass es daran liegt , dass in meinem Kopf gerade so viele andere Dinge passieren .
Um 23 Uhr war ich zuhause , mein Mann war noch unterwegs und die Mädels schliefen bereits .
Das war das erste Mal , dass ich richtig mit mir kämpfen musste, nicht zu spielen.
Plötzlich ist mir ein altes Handy eingefallen , dass ich dazu nutzen könnte .
Bin dann eiskalt duschen gegangen und habe im Anschluss auch dieses vergessene Handy sperren lassen .
Danach bin ich komplett erschlagen eingeschlafen .
Nun liege ich wach im Bett am Sonntagmorgen.
Alle schlafen noch !
Das wäre mein typischer Spielmoment .
Ich habe keinen Spieldrang , dennoch kam der Spielgedanke in mir kurz hoch , einfach aus Gewohnheit.
Ich brauche neue Gewohnheiten .
In den letzten , inzwischen 25 Tagen , lese ich dann häufig hier im Forum .
Das tut mir gut und gibt mir das Gefühl, nicht alleine zu sein .
Auf Dauer möchte ich da aber andere Dinge für mich finden .
Weg vom Handy - rein ins Leben :)
Das Forum wird mich aber sicher noch lange begleiten .
Toll , dass es sowas gibt !
Euch allen einen schönen Sonntag !
Schaue gleich mal ins FAGS-online-Cafe ... um 11 Uhr geht es los ... es wird bestimmt interessant!
Danke für den Hinweis Olli - war dabei 👍🏼
Liebe Isa,
du sprichst mir aus der Seele:
"Weg vom Handy - rein ins Leben"
Mein Medienkonsum, ob analog oder digital, war und ist für mich oft noch eine Flucht aus der Realität, mit der ich mir Zeit für Anderes, Gutes nehme.
Ich bin dabei, neue Gewohnheiten aufzubauen. So fahre ich jetzt z.B. sehr viele Strecken mit dem Fahrrad und mache mindestens dreimal die Woche leichtes Handeltraining. Außerdem verzichte auf ein permanentes Checken der Nachrichten. Ich arbeite ja nicht beim BND und habe keine Notwendigkeit, aktuellst Bescheid zu wissen ;-)
LG, Babs
Liebe Babs ,
deine neuen Gewohnheiten finde ich super.
Mehr Bewegung im Alltag würde mir definitiv auch nicht schaden .
Die letzten Wochen bin ich sehr nah an der Süßigkeitenschublade gebaut ;)
Das Gewicht war bei mir schon immer ein bisschen zu viel , die letzen Wochen stieg es leider noch weiter an - aber ich trau mir grad nicht zu , das "auch noch" parallel in Angriff zu nehmen...
Das Wochenende neigt sich dem Ende entgegen.
Eine volle Woche steht vor der Tür - nächsten Freitag hab ich meinen 2.Termin bei der Suchtberatung .
Während ich vor dem ersten Termin richtig Schiss hatte , freu ich mich diesmal auf den Austausch .
In den 2 Wochen ist so viel passiert .
Ich bin weiterhin spielfrei.
Wir haben die Schuldenlage geklärt .
Wir führen wieder normale Gespräche, die nichts mit dem Thema Spielsucht zu tun haben und wir lachen wieder , ohne abrupt abzubrechen, weil es gefühlt grad keinen Grund zum Lachen gibt .
Ein Hauch von Alltag zieht bei uns wieder ein und das fühlt sich vertraut und gut an .
Nur meine Alleine-Freizeit ist noch verdammt wackelig ...
Aber auch das wird besser werden.
Irgendwann
Gute Nacht
ZitatDas Gewicht war bei mir schon immer ein bisschen zu viel , die letzen Wochen stieg es leider noch weiter an - aber ich trau mir grad nicht zu , das "auch noch" parallel in Angriff zu nehmen...
Hi Isa!
Wenn Du wirklich etwas dran tun müchtest, dann mache es jetzt. Mehr Schmacht als die jetzige gibt es nicht. Du schlägst also zwei Fliegen mit einer Klappe.
Ah Olli , jetzt hast du mir meine Ausrede genommen 😉
Die kam mir doch eigentlich ganz gelegen ...
Du hast mal wieder Recht !
Ich geh das jetzt an !
Schönen Wochenstart !!
Rauchst Du?
Trinkst Du?
Kiffst Du?
...
Vielleicht schaffen wir ja sogar "sieben auf einen Streich"? :)
Guten Morgen und ebenso einen schönen Wochenstart! :)
Keiner zwingt Dich zu irgendwas ...
Rauchen ❌
Trinken ❌
Kiffen ❌
Ich hätte aber noch "Fluchen im Auto" im Repertoire meiner schlechten Angewohnheiten 😅
Aber nee , das lass ich mir nicht nehmen , man gönnt sich ja sonst nichts 😉
Olli , niemand zwingt mich , aber wenn nicht jetzt , wann dann ??
Ich stell eh grad alles einmal auf den Kopf , da fügt sich so eine Ernährungsumstellung und ein bisschen Bewegung ( hab ich das wirklich geschrieben ? Ich hasse Sport !!) ganz gut ein !
Hallo Isabell,
es freut mich sehr, wenn dir mein Tagebuch auf deinem Weg ein klein wenig hilft.
Ich staune ehrlich gesagt selbst, das es bald 5 Jahre werden.
Wie du sicher gelesen hast, habe auch ich von einem für mich interessanten Tagebuch profitiert.
Und bald bin ich auch Schuldenfrei. Seit Jahrzehnten konnte ich das nicht mehr sagen. Ich musste das ganze nochmal etwas strecken, sonst wäre ich schon eher damit fertig gewesen.
Am Anfang scheint alles schwer erreichbar. Aber wenn man diesen Punkt überwunden hat, dann kommen die selbst gesteckten Ziele von ganz allein auf einen zu.
Folgende Erfahrung möchte ich mit dir noch teilen.
Ging es mir besonders schlecht oder auch besonders gut, dann meldete sich gern einmal der Suchtteufel. Das wird aber mit der Zeit weniger. In größeren Abständen kommt das aber auch heutzutage noch vor.
Aber der hat uns genug Ärger und Leid eingebrockt. Das müssen wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen.
Du bist auf einem guten Weg. Mach weiter so!!!
Irgendwann profitiert jemand von deinem Tagebuch ;)
Liebe Grüße
Wolfgang
Guten Morgen
Die Vorstellung , dass irgendwann jemand von meinem Tagebuch profitieren kann , motiviert mich sehr .
Ja , der Suchtteufel , ich habe ihn schon kennengelernt in den letzten Wochen.
Gestern kam er noch kurz zu Besuch ...
Ich hab kurz unser Konto gecheckt und da war es , das grosse Plus durch die Auszahlung unseres Kredits .
Das Geld wird natürlich jetzt direkt überall dahin überwiesen , wo es hingehört , ABER mein Suchtteufel hatte ernsthaft andere Pläne !
"Nimm dir ein bisschen davon , vielleicht gewinnst du schon die ersten Raten und erleichterst euch die Zeit"
Ich hab mich erfolgreich dagegen gewehrt und jetzt auch erstmal gar keinen Zugriff mehr aufs Konto .
Ich dachte nicht , dass das nötig sein wird , aber der Suchtteufel hat mich eines besseren belehrt .
Hallo Isa,
Herzlichen Glückwunsch, daß Du standhalten konntest, und nicht dem Suchtteufel auf den Leim gegangen bist!
Was Du in Deinem Tagebuch aufgezeigt hat, ist, daß gut strukturierte Vorarbeit, und VERTRAUEN einen Grund in Dirlegen, der eben stärker ist, als das Suchtpalaber.
Btte denke daran, je länger wir uns vom zwanghaften Glücksspiel fernhalten, desto rascher wird unsere Genesung voranschreiten.
Liebe Grße
Andreas
Hi Isa!
Da sind sie ... die von Dir verschlossenen Scheunentore! Dazu hast Du vorab noch der Versuchung widerstanden.
ZitatIch dachte nicht , dass das nötig sein wird , ...
Im Moment ist doch egal, was "nötig" erscheint. Wichtig ist doch, dass es Dir hilft.
Schaue einmal selbst, wie viel Stolz da nun in Deinen Zeilen steckt. Zu Recht! :)
Hier in meinen Tagebuch zu schreiben und in den anderen Tagebüchern zu lesen tut mir gut .
Hier sind so viele beeindruckende Menschen versammelt , die sich gegenseitig motivieren , aufbauen , trösten , Mut zusprechen und ab und zu auch Kritik aussprechen .
Ich bin wirklich froh , dass ich das Forum für mich entdeckt habe !
Morgen bin ich 4 Wochen spielfrei - niemals hätte ich das vor 5 Wochen für möglich gehalten .
Der Schritt mit meinem Mann zu reden ,war meine Rettung .
Ich bin mir sicher , dass ich ohne dieses Gespräch noch immer in der gleichen Abwärtsspirale gefangen wäre .
Gute Nacht 😴
Hatte ich schon erwähnt , dass ich heute 4 Wochen spielfrei bin ?
Zur Feier des Tages hab ich meinen nervigen Suchtteufel getauft .
Sir Täuschalot
Was ein kleiner Penner !!
Nachdem ich mir heute Morgen in meiner
Playoff-App Tag 28 abgehakt habe , kam er direkt aus seinem Loch gekrochen .
"Schau mal , wenn du 4 Wochen ohne kannst , dann bist du vielleicht gar nicht richtig süchtig und hast es nur in letzter Zeit etwas übertrieben ?!?"
"Zur Belohnung könntest du ja ein kleines Spiel machen , natürlich nur mit kleinem Einsatz"
Meine Antwort war ähnlich geflucht , wie sonst nur beim Autofahren.
Zum Glück musste ich zügig zur Arbeit und meine Mittagspause verbringe ich jetzt "mit euch"!
Sir Täuschalot hat sich nach heute Morgen erstmal verkrümelt !
Gut so !
Heute Abend geh nach langer Zeit mal wieder zu einem Gitarrentreff , mal schauen , was ich da noch so hinbekomme😅
Schönen Tag euch !
Mahlzeit!
Ist der Gitarrentreff so eine Art Antiaggressionstraining? Beim Lesen Deines Beitrages flammte direkt ein Bild eines Musikers in meinem Geiste auf, der auf der Bühne seine Gitarre zertrümmerte ...
Wie vermehrt sich eigentlich Sir Täuschalot? Per Luftübertragung? Per Kontakt? Sind er und seine Brüder und Schwestern gar physikalisch miteinander verschränkt? Dass eine Zecke auf ein Blatt klettert und dort einen seiner Arme ausstreckt, um von seinem zukünftigen Wirt im "Vorbeigehen" abgestreift zu werden, erscheint mir weniger eine bewusste Handlung zu sein, als dass dieses Verhalten in den Genen verankert sein muss. Auch der Lachs wäre doch schön blöde, zu seiner Geburtsstätte zurück zu kehren, wenn er wüsste, dass er dann stirbt. Woher kommt also diese immense Häufigkeit der von Dir geschilderten Gedanken bei so unterschiedlichen Menschen?
Sir Täuschalot hat keine Ausdauer. Er ist kein Marathonläufer. Eher kann man ihn als Guerillakrieger bezeichnen. Vielleicht als so eine Art Anti-Rambo? Er versteckt sich, trällert seine Arien und ist genauso schnell wieder verschwunden, wie er gekommen ist.
Und Du ... Du hast diese Situation gemeistert! Schon 28 * 24 h! Danke, dass Du mich daran erinnerst, die Tabellen zu aktualisieren ... :)
Hallo Isa,
das ist echt interessant: Der "Entzug" scheint bei vielen nach dem gleichen Muster abzulaufen.
Ich finde, dass es ein Entzug ist. Ich entziehe dem auf bestimmte Situationen oder Emotionen antrainierten Verhalten die Möglichkeit, ausgeübt zu werden.
Nach ca. drei Wochen des Nicht-Spielens hatte ich auch den Gedanken, nur ein problematisches Spielverhalten zu haben. Ich habe mir dann die Kriterien eines Suchtverhaltens angeschaut und ganz schnell kapiert, dass es nicht nur problematisch war.
Mittlerweile, und ich hoffe dass es so bleibt, will ich mich in keinster Weise selbst mehr in Versuchung führen.
Eher suche ich wie geschrieben Gewohnheiten, die mir körperlich und seelisch gut tun, ich will das alte Verhaltensmuster quasi abtrainieren.
In diesem Sinne viel Spaß beim Gitarrentreff!
Babs
Guten Morgen!
Sir Täuschalot hat sich nicht blicken lassen , mein Anschiss hat ihm wohl erstmal gereicht.
Die Gitarrenrunde hat Spass gemacht .
Nein , kein Anti-Agressionstraining, obwohl das auch eine interessante Idee wäre .
Es ist einfach nur eine gemütliche Runde , in der 1-2 h gespielt und gesungen wird .
Nicht besonders gut , aber es macht Spass.
Ich war lange nicht dabei , wurde aber gestern herzlich wieder aufgenommen .
Hab mich gestern Abend noch bei meinem früheren Gitarrenlehrer gemeldet und gefragt , ob er noch ein Plätzchen für mich frei hat und auch da hab ich Glück gehabt .
Ab nächster Woche Freitag darf ich auch da 1 mal in der Woche wieder dabei sein 😊
Das sind Sachen , für die ich ich mir lange keine Zeit mehr genommen habe und ich freu mich drauf !
Olli , gute Frage wie sich dieser Täuschalot vermehrt ...
Ich bin auch erstaunt , wie viele davon sich hier tümmeln .
Babs , ich empfinde es auch definitiv als Entzug .
Tatsächlich zwischendurch auch mit körperlichen Symptomen.
Schwitzige Hände, Herzrasen usw .
Hattest du das auch ?
Hallo Isa,
es freut mich, dass du das Gitarrenspiel wieder für dich entdeckt hast. Ich bin soo froh nach vielen Anläufen letztes Jahr einen Chor gefunden zu haben, der zu mir passt. Und es gefällt mir auch wirklich 1.000 Mal besser als ins Kästchen zu glotzen.
Körperliche Entzugserscheinungen hatte ich nicht stark ausgeprägt. Schlecht geschlafen habe ich allerdings schon. Das ist jetzt aber eigentlich auch nicht besser, hängt evtl eher mit dem Alter zusammen.
Mental war es schon eher hart. Ich musste mir sehr oft das Mantra "Es geht vorbei! Es geht vorbei!" aufsagen. Und es ging auch wirklich vorbei.
Ich hatte das Glück, den Ton fast immer ausgestellt zu haben. Der hat mich genervt. Und so war ich nicht mit allen Sinnen drinnen gehangen.
Alles Gute und weitere schöne Momente,
Babs
Hoch die Hände - Wochenende 🥳
Ich hatte einen ruhigen Vormittag bei der Arbeit , weil ich von 2 Patienten versetzt wurde , so hatte ich genug Zeit den liegengebliebenen Bürokram zu erledigen und ein bisschen mit den Kolleginnen zu quatschen .
Heute Nachmittag hab ich meinen 2.Termin bei der Suchtberatung und heute Abend geh ich mit 3 Freundinnen essen .
Ein entspannter Start ins Wochenende 😅
Hallo Isa, das ist nicht so schön, wenn PatientInnen nicht zum Termin erscheinen. Aber leider geschieht das bei mir ja auch manchmal, z.B. als die Industriemesse in der Stadt war, der ÖPNV in der Stadt streikte, das Therapiezentrim ca. 8 km entfernt ist, und es permanent keine freien Taxen in der Stadt gab. Ein Anruf = 3 Stunden vor dem Termin, nun aber keine Forderung wegen Versäumnis an mich, da muß wohl jemand fußläufiges eingesprungen sein für mich. Versetzt heiß wohl, sich nicht um die Absage des Termins zu kümmern?
Guten Appetit Heute Abend :)
Andreas
Guten Morgen
Andreas , genau richtig , versetzt heisst , dass der Termin nicht abgesagt wurde .
Das ist für uns als Praxis natürlich immer ärgerlich , da der Termin nicht neu besetzt werden kann.
Wir haben die Regel , dass Termine 24h vorher abgesagt werden müssen , andernfalls fällt eine Ausfallgebühr an.
Wir haben aber auch viele Stammpatienten, die unsere Praxis schon seit Jahren besuchen , wenn da mal ausnahmsweise ein Termin vergessen wird, schicken wir keine Rechnung.
Auch wenn knapp vorher noch abgesagt wird , entscheiden wir von Fall zu Fall ob eine Ausfallrechnung angebracht ist .
Wie in fast allen Praxen, haben wir eine lange Warteliste , so dass Termine die mindestens 2 Stunden vorher abgesagt wurden , in der Regel problemlos neu belegt werden können .
Bei uns läuft es so , dass bei Nichtbelegung des Termins, der behandelnde Therapeut am Ende entscheidet , ob eine Ausfallrechnung erstellt wird .
Ich entscheide mich in 95% der Fälle gegen solch eine Rechnung und trag mir dann lieber eine Pause oder Bürozeit ein .
Wenn sich aber ein Patient sehr unzuverlässig zeigt und regelmässig nicht erscheint , zu spät erscheint ,kurz vor knapp absagt ohne gute Begründung usw , dann führt einfach kein Weg an einer Rechnung vorbei .
Der Start ins Wochenende war wirklich schön .
Mein Termin bei der Suchtberatung war entspannt .
Wir haben über alles mögliche gequatscht und ich habe einen Rehaantrag mit nach Hause bekommen .
Noch ist die Entscheidung nicht gefallen , aber der Gedanke ein paar Wochen rauszukommen und intensiv an mir zu arbeiten , ohne die alltäglichen Verpflichtungen, fühlt sich immer besser an .
Das Abendessen mit meinen Freundinnen war ebenfalls entspannt .
Das Essen war super und wir haben viel gelacht .
Ich habe solche Abende auch in den letzten Jahren gehabt , aber gestern hatte ich seit langer Zeit keinen Druck , den Abend früher zu beenden .
Mir war gar nicht bewusst , dass der Drang nach Hause zu kommen ,auch so sehr mit der Spielsucht verknüpft war.
Gestern jedenfalls war ich innerlich total tiefenentspannt und konnte mich fallen lassen .
Ein wirklich gutes Gefühl!
Heute Morgen/Vormittag hab ich frei und werde mich ein bisschen um den Haushalt kümmern 😅
Heute Nachmittag bin ich mit meinem Chor bei einer Planwagenfahrt mit anschliessendem Restaurantbesuch.
Der Treffpunkt ist ca 8km entfernt , ich werde mit dem Fahrrad hinfahren und mein Mann holt mich dann am Abend mit seinem Fahrrad wieder ab .
Ich bin ja ein kleiner Schisser und trau mich nicht , alleine im Dunkeln zurückzufahren .
Ich habe mir überlegt hier solche Sachen offen zu schreiben.
Wenn mich dadurch irgendjemand aus meinem privaten Umfeld erkennt , ist das in Ordnung für mich .
Wer hier mitliest , sitzt vermutlich eh im selben Boot .
Guten Morgen und allen Mamis einen schönen Muttertag !!
Gestern war toll !
Wir hatten viel Spass, haben gelacht , gesungen , gequatscht und uns bis mitten in der Nacht einen tollen Tag gemacht 😊
Ich hab es total genossen und , wie auch schon am Abend davor , keinen Drang verspürt vorzeitig nach Hause gehen zu müssen .
Ich glaube ich habe Glück , dass ich "nur" ca 3 Jahre gespielt habe .
In der Zeit hab ich mich selbst immer mehr verloren , aber es fällt mir im Moment nicht schwer mich wiederzufinden .Ich denke , dass mir dabei zu Gute kommt , dass es eben "nur" diese 3 Jahre waren und nicht mein halbes Leben .
Wenn ich hier manchmal lese, dass sehr junge Menschen schon spielen, oder viele den Einstieg ins Spiel schon im Kindesalter /Jugenfalter erlebt haben , dann will ich mir gar nicht ausmalen , welch riesigen Einfluss das auf das ganze Leben hat .
In dem Alter ist man eh oft auf der Suche nach sich selbst, findet sich während der jahrelangen Spielzeit vermutlich nie und muss danach komplett neu starten .
Da muss man sich nicht nur wiederfinden , sondern quasi komplett neu erfinden .
Ich will zurück zu der Person von vor 3 Jahren , aber mir ist auch bewusst , dass das nicht das Endergebnis sein kann , denn mein Ich vor 3 Jahren , war ja anscheinend auch schon auf der Flucht vor etwas , sonst wäre Sir Täuschalot wohl nicht bei mir eingezogen .
Schritt für Schritt... wer sich 3 Jahre verliert , findet sich nicht in 4 Wochen komplett wieder .
Das ist okay .
Allen einen schönen Sonntag, die Sonne scheint bei uns - wir werden heute eine kleine Cabrio-Spritztour machen .
Unsere Tochter hat sich etwas über Kleinanzeigen gekauft - 60 km entfernt .
So verbinden wir das Angenehme mit dem Nützlichen .
Mahlzeit 🥘
Das Wochenende ging viel zu schnell vorbei 😅
Heute steht nicht viel bei mir an.
Hab einen langen Arbeitstag und für den Feierabend hab ich mir vorgenommen laufen zu gehen.
Hab mir einen Laufplan ausgedruckt "Laufen statt Schnaufen" .
In 10 Wochen vom Sportmuffel zum Läufer .
Laut Plan sollte ich nun 3x/Woche laufen gehen .
Heute ist Tag 1
Ich werde berichten ...
Hallo Isa,
auch mit dem Laufen war es bei mir ähnlich. Ich habe kurz nach meinem letzten Spiel angefangen, für einen 6 km Lauf zu trainieren. Das Training hat hat mir mental echt gut getan.
Allerdings waren meine Knie nach dem Lauf erstmal total im Eimer.
Im Nachhinein kein Wunder: Ich hatte abgetragene Treggingschuhe benutzt.
Jetzt besitze ich Laufschuhe und es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Knie sind allerdings leider immer noch nicht schmerzfrei.
LG und viel Spaß, Babs
Hab's heute Abend tatsächlich durchgezogen und mein erstes Lauftraining absolviert.
Kurz hab ich über die Anschaffung eines Sauerstoffzeltes nachgedacht 🫣
Da liegt auf jeden Fall einiges an Arbeit vor mir .
Aber zumindest kann ich jetzt bestimmt gut schlafen 😅
Hallo Babs, oh ja , die richtigen Schuhe sind mit Sicherheit sehr wichtig.
Von einem 6km-Lauf bin ich meilenweit entfernt, toll , dass du das geschafft hast !
Ich hoffe deine Knie beruhigen sich auch noch .
Machst du irgendwas dafür ? Krankengymnastik oder Ähnliches ?
Gute Nacht!
Hallo ihr Lieben,
das Wunder der Genesung geschieht ja immer in kleinen Schritten. Allein wichtig ist es, sich auf den Weg zu machen, und dabei das Leistungsdenken auszuschalten.
Das Laufen als eine Form der Meditation, und ruhig erst einmal Innehalten, durchatmen, und - das schreibt hier jemand, dessen Laufleistungen darin bestanden, schnell zur Haltestelle lufen, weil die Stadtbahn schon gleich ankam.
Ich wünsche viel Freude am Laufsport, und immer nach vorne schauen..
Andreas
Immer nach vorne schauen - das hört sich viel einfacher an , als es ist.
Aber du hast Recht Andreas , das Leben läuft nunmal vorwärts und Zurückspulen gibt es nicht .
Auch wenn ich mir das immer wieder wünsche .
Einfach die Zeit zurückdrehen und eine anderen Weg gehen , als den , den ich gegangen bin .
Das würde uns so viele Sorgen ersparen .
Aber so läuft das Leben nunmal nicht !
Also schau ich jetzt , dass ich alles dafür gebe , dass ich in 1,2 oder 3 Jahren gar nicht mehr den Wunsch habe zurückzuspulen .
Ich mach mich jetzt auf den richtigen Weg und schaue dabei nach vorne !
Allerdings mit Muskelkater von gestern 🤣
Mittagspause 😅
Die verbringe ich gerne mit euch .
Leider haben wir in der Praxis versetzt Pause , so dass man meistens niemanden zum Quatschen hat .
Schade , dass hier in diesem Bereich des Forums so wenig los ist .
Der Austausch zwischen denen , die schon länger spielfrei sind und denen, die noch am Anfang stehen , kommt fast ein bisschen kurz im Vergleich zu dem Teil des Forums , wo man sich darüber austauscht , wie man sein verspieltes Geld evtl. einklagen kann.
Ich hab schon ein bisschen gegoogelt, ob es da noch andere Forem gibt ,aber für mich noch nichts passendes gefunden.
Noch 5 Std bis zum Feierabend ...
Hallo Isa,
schön, daß Du hier im Forum bist, und mit uns teilen magst.
Ja das Thema, daß Duansprichst ist nicht neu, es wurde hier ja schon mehrmals kontrovers geführt,
nun denke ich aber daran, mich so einzubringen wie ich mich fühle, und was mir gerade wichtig ist, im Bezug auf meine Genesung. Dieses Thema ist nach Jahrzehnten noch nicht abgeschlossen, ich bin nur eine Geldmünze von meinem nächsten Rückfall entfernt.
Ich lese gerne Dein Tagebuch, das gibt mir Mut, hier auch weiter zu machen, und ich bin gerade Heute auch froh, hier ein Online - Tagebuch führen zu dürfen.
Liebe Grüße
Andreas
Hallo Isa,
stark, dass du das Laufen durchziehst!
Mein Fokus liegt gerade auf dem Fahrradfahren und der Gymnastik gegen Kniearthrose. Insofern bin ich in "Behandlung". In vier Wochen wäre wieder ein kurzer Lauf, für den ich mich bereits vor einem Jahr angemeldet hatte. Im Moment sehe ich mich da allerdings nicht. Das Ticket ist übertragbar ;-) Hauptsache: In Bewegung bleiben, in welcher Form auch immer.
Irgendwo hast du geschrieben, dass du zu deinem Ich vor drei Jahren zurück willst und dann aber auch nicht, da ja irgendwas nicht gestimmt hat. Das hat mich zum Nachdenken angeregt.
Ich will zu meinem Ich vor drei Jahren definitiv nicht zurück. Dann würde ich all die schönen Sachen, die mein Leben jetzt bereichern, nicht machen: Chor, bewusste Ernährung, Nachrichten-Begrenzung, Bewegung, gute Momente erkennen und genießen, etc.
Das Leben ist ein Fluss. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
Ich wünsche dir einen schönen Tag,
Babs
Andreas , ich freu mich immer , wenn ich hier in meinem oder auch in deinem Tagebuch von dir lese.
Es hat was beruhigendes für mich , hier immer wieder Mal von den gleichen Menschen zu lesen und auch ein kleines bisschen an deren Alltag teilhaben zu können.
Einfach wahrzunehmen , dass man diesen Weg hier nicht alleine geht ,tut mir gut .
Babs , gut , dass du den Knieproblemen aktiv entgegenwirkst !
Du hast Recht , auch ich will im Grunde nicht zu meinem Ich von vor 3 Jahren zurück .
Das war nur ein erster oberflächlicher Gedanke, als ich mich gefragt habe , was ich jetzt ändern möchte .
Da stand natürlich an 1.Stelle , dass ich eben nicht mehr spielen möchte .
Also hab ich an die Zeit gedacht , vor meiner Spielsucht .
Das war vor 3 Jahren .
Da lief von aussen betrachtet alles ziemlich gut .
Wir waren finanziell ganz gut aufgestellt , ich hatte den Haushalt , Job und Kinder "im Griff" , hab mich regelmässig mit Freunden getroffen und bin meinen Hobbies nachgegangen .
Als ich hier gestartet bin ,war mein Ziel diesen Zustand wiederzuerlangen .
Mit ein bisschen Abstand , sehe ich das aber heute schon viel klarer .
Da , vor 3 Jahren , war schon längst nicht mehr alles in Ordnung.
Nach aussen ja , ich hab halt irgendwie funktioniert, aber in mir drinnen herrschte schon absolutes Chaos .
Es gab Probleme , die ich nach aussen hin nicht wahrhaben wollte .
Wir hatten private Sorgen und hatten uns dazu entscheiden , diese mit niemandem zu teilen , sondern nur für uns im stillen Kämmerlein zu besprechen .
Im Rückblick war das ein Fehler , aber nachher ist man ja bekanntlich immer schlauer .
Die Spielsucht schlich sich genau da in mein Leben , als ich gefühlt nichts mehr unter Kontrolle hatte .
Es war eine Flucht aus den Sorgen und das Gefühl, zumindest eine Sache kontrollieren zu können .
Ich bin inzwischen seit 5 Wochen spielfrei und ich setze mich intensiv mit mir und dem Thema Sucht auseinander.
Jeden Tag werden mir neue Dinge bewusst und jeden Tag lerne ich dazu .
Ich lese viel zum Thema Selbstfindung und ich habe mir einen Online -Therapieplatz ergattern können , um die Wartezeit auf einen Rehaplatz und / oder Therapieplatz zu überbrücken.
Die Sorgen und Probleme von vor 3 Jahren sind nicht weg , sie haben sich verändert , sind aber weiterhin nicht gelöst .
Nicht alles lässt sich lösen .
Ich muss daran arbeiten , auch mit unlösbaren Problemem umzugehen
und lösbare Dinge anzugehen .
Das ist kein Weg , den man auch nur annähernd in 5 Wochen gehen kann .
Das wird eine Lebensaufgabe .
Aber ich fühle mich bereit für diese Aufgabe .
Ich kann gar nicht glauben , was sich in diesen 5 Wochen schon verändert hat in meinem Denken und Handeln.
Kurz noch zu heute :
Wir hatten einen entspannten Feiertag .
Ich hab nach sehr langer Zeit mal meine
Notenblätter sortiert und fast 2 Stunden mit abheften, kopieren ,beschriften usw verbracht .
Abends waren wir griechisch essen und haben den Tag vorm Fernseher ausklingen lassen.
Wir haben morgen leider keinen freien Brückentag , daher schellt der Wecker um 6:30.
Gute Nacht 😴
Liebe Isabell80,
Erstmal Glückwunsch, dass du seit 5 Wochen spielfrei bist! Ich glaube jeder hier kann nachvollziehen, was das bedeutet! Krass!
Magst du vllt. Sharen, was genau du zum Thema "Sucht" liest?
Bringt den anderen bestimmt auch was :).
Vg und bleib Spielfrei!
Hi Isabell,
das war eine sehr gute Ausführung die recht klar und durchdacht wirkt.
Ich denke Du bist auf dem genau richtigen Weg wenn Du es so geradlinig durchziehst.
Vorteil könnte schon sein dass die 'nur' drei Jahre aktiven Spielens überschaubar sind. Das erinnern an das davor und deren Analyse ist natürlich einfacher als bei mir im ca 25 Jahre Rückblick. Es ist aber sehr wichtig in sich zu hören denn auch bei Dir war vor dem Anfang unmöglich alles gut. Sei es in der Arbeit oder im privaten Umfeld, oft hat man das Gefühl es läuft ganz gut obwohl innerlich eine verborgene Unzufriedenheit herrscht.
Zu Hause läuft in einer längeren Beziehung irgendwann nach Schema F. Es gibt Einigkeit und trotzdem fehlt irgendetwas.
Es gibt hier zig Möglichkeiten was das warum angeht.
Ich für meinen Teil habe vor über 3,5 Jahren den Entschluss gefasst nicht mehr zu spielen. Das lesen anderer Schicksale hier im Forum war ein wichtiger Teil, aber vor allem Stand das wie und warum ich mich so lange auf diese Konstrukte eingelassen habe. Ich habe darüber genauso viel gelesen und recherchiert, habe mir eine Liste erstellt mit all den Vor- und Nachteilen in dieser Zeit. Und im Laufe der Zeit kam bei mir im Kopf langsam wieder Klarheit zurück. Ich habe mich innerlich nicht beschimpft und gejammert sondern den Blick nach vorne gelegt.
Sobald das 'neue' Leben wieder spürbar wird, Gedanken klarer werden und alles schöne wahrgenommen werden kann wird alles leichter.
Weiter so Isabell, du bist auf dem richtigen Weg 👍👍
Hallo Isa, Danke für Deine direkte Rückmeldung. Es jeht mir in vielen Bereichen latent besser, eben - der Weg der kleinen Schritte, der ja in der Genesung von jedweiler Sucht der sicherste und beste ist. So wohl auch in der Neurologie und Orthopädie?
Heute Morgen habe ich mein Gesangbuch vorgeholt, und das Himmelfahrtslied in fast allen Strophen gesungen, und bin mir dabei bewußt geworden, daß ich krätzze. Also habe ich meine Körperhaltung korregiert, mich aufrecht hingesetzt, den Bauch gehoben, und in die Schultern geatmet. So kam mein sonorer Bass weitaus besser zur Geltung, und so fand ich auch eine Dankbarkeit, daß ich ja früher im Chor gesungen habe.
Daher freue ich mich, daß ich das in der Krankengymnastik wieder ins Bewußtsein bekomme.
Liebe Grüße
Andreas
Na hier ist ja was los ! 😊
Willkommen in meinem Tagebuch , schön von euch zu lesen .
Spiel.Spieler, danke für deine Worte .
Ich hab mir tatsächlich in der örtlichen Bücherrei alles geliehen , was ich zum Thema finden konnte und die meisten Bücher nur quergelesen , bis ich was passendes für mich gefunden habe.
Für mich ist das Thema Eskapismus dabei besonders interessant.
Roy123 , erstmal Glückwunsch zu 3,5 Jahren Spielfreiheit !
Toll , dass du auch nach so langer Zeit hier noch deine Erfahrungen teilst.
Danke dafür !
Andreas , ich hab schon ein paar Mal von dir gelesen , dass du gerne singst .
Wer singt, hat keine Angst: Gerald Hüther erforscht das Gehirn und hat dabei festgestellt: Du kannst nicht gleichzeitig singen und Angst haben. Unser Gehirn kann das nicht beides auf einmal.
Wusstest du das ?
Ich liebe es zu singen, alleine oder auch in einer Gruppe .
Es bringt einen immer auf andere Gedanken.
Gestern war ich nach meinem Arbeitstag und Gitarrenunterricht so fertig , dass ich ausser kochen , essen und schlafen nichts mehr geschafft habe.
Heute hab ich es ruhig angehen lassen , war nur kurz einkaufen und bin gleich noch mit einer Freundin verabredet .
In den letzten Tagen strengt mich alles an .
Mal eben einkaufen , schnell die Wäsche machen , alles ist irgendwie "zu viel".
Vor allem ungeplante Dinge werfen mich schnell aus der Bahn .
Alles muss strukturiert und nach Plan ablaufen , ansonsten fühl ich mich schnell überfordert .
Auch bin ich viel emotionaler als sonst.
Vielleicht liegt es daran , dass ich schlechten Gefühlen in den letzten Jahren mit Spielen ausgewichen bin ? Jetzt muss ich die Gefühle aushalten und mit ihnen umgehen .Das ist manchmal gar nicht so einfach und führt immer wieder zu kleinen emotionalen Einbrüchen .
Hallo Isa,
danke für den Hinweis zum Eskapismus. Ich hätte nie gedacht, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Ist auch für mich zutreffend und daher sehr hilfreich.
Deinen Erschöpfungszustand kann ich ebenfalls sehr gut nachvollziehen. Wir stellen mit dem Nachdenken über die Gründe des Spielens unser ganzes Leben ja in Zweifel.
Das ist ja auch gut so, ist aber sehr anstrengend und kostet viel Kraft. Für mich war es wichtig, den Weg nicht alleine zu gehen. Gespräche mit meiner Schwester und mit Mitgliedern einer Gruppe zum Thema Einsamkeit haben mich stabilisiert und gestärkt. Ich bin froh, dass du dir auch Unterstützung geholt hast und drücke dir für eine baldige Reha/Therapie die Daumen.
LG, Babs
Hi Isa!
Nun, auch ich musste erst einmal nach dem Begriff suchen und wurde schnell fündig. Also habe ich es gestern auch im Meeting thematisiert und dann das Gespräch laufen lassen. Dabei stellt sich mal wieder heraus, wie gleich wir doch sind, trotz so vieler individueller Unterschiede. Ich finde dies sehr beachtlich.
Danke für diese Anregung!
Hi Babs!
ZitatWir stellen mit dem Nachdenken über die Gründe des Spielens unser ganzes Leben ja in Zweifel.
Ich denke, ich weiss, was Du meinst. So, wie es da aber nun steht, ist dies kein gesunder Ansatz.
Mein Leben stelle ich gar nicht in Frage. Habe ich "falsche" Entscheidungen getroffen? Ja, natürlich. Doch das sage ich aus heutiger Sicht und agiere daher heute auch anders. Aus damaliger Sicht waren meine Entscheidungen aber richtig!
Wenn ich mein Leben in Frage stelle, dann greift das meine Identität an. Ich darf aber doch auch Fehler machen - ich darf sie wiederholen, genauso, wie ich sie abstellen darf. Ich bin nicht meine Sucht! Ich bin noch so viel mehr! Wir selbst stellen die Sucht aber als übermächtig dar und ja, sie hat durch die Verwendung des Suchtmittels auch erhebliche Einflüsse auf mein Leben und das meiner sozialen Gruppe.
Wir hatten hier einmal einen User, der war eine ganze Zeit spielfrei und er wollte sich ein Motorrad kaufen und sich damit einen Traum erfüllen. 300 € fehlten ihm noch. Also nahm er 300 € aus der Motorradkasse und ging in eine Spielhalle, um das Geld zu verdoppeln!
Im Nachgang erzählte er von, na was wohl ... seinem Verlust. Ich zeigte ihm seinen falschen Glaubenssatz auf: mit Glücksspiel kannst Du Geld verdienen! Denkst Du, er hätte dies eingesehen?
Er kämpfte mit Händen und Füßen und wehrte sich gegen die Erkenntnis.
Er sah das Eingeständnis als das Zugeben einer Lebenslüge an. Er sah das Eingeständnis als das Zugeben von Versagen an. Womit hätte der Gute aber wohl eher stolz sein können?
Ziel bei der Genesung ist es, so gut es eben geht, die Hintergründe der Sucht zu erforschen. Dabei ist definitiv der Weg das Ziel.
Irgendwo gibt es eine oder mehrere Defizite in mir, die mich anfällig machen eine Sucht zu entwickeln. Es ist ausgesprochen NICHT das Ziel mich komplett umzukrempeln.
Ich bleibe ich, egal ob ich spiele oder nicht.
Hallo Isa,
ich hoffe, dass es für dich okay ist, dein Tagebuch auch für den Austausch untereinander zu nutzen.
@Olaf: Ich verstehe was du meinst.
"Ich bleibe ich, egal ob ich spiele oder nicht." Dem stimme ich zu. Gleichzeitig bin ich der Überzeugung, dass sich mein Ich immer weiter entwickeln kann. Und die Überprüfung von Verhaltensweisen und aller möglichen Aspekte des eigenen Lebens verhindert es, im Stillstand oder schlimmer noch, im Ungesunden, Lebensverneinenden zu verharren.
Ich mag mich meistens - jetzt aber ehrlicherweise mehr als in den Phasen der Spiel-Abhängigkeit. Die Abhängigkeit hat schon meine Selbstliebe geschwächt. Und natürlich weiß ich, dass ich damals auch mehr war als der spielende Mensch. Überschattet hat es dennoch sehr viel.
Das Nachdenken über die Gründe meines ungesunden Spiel-Verhaltens hat mich zu einem bewussteren, intensiveren Leben geführt.
LG, Babs
Hi Isa,
soweit alles klar bei dir?
LG, Babs
Hallo ,
bei mir ist soweit alles in Ordnung , danke der Nachfrage.
Gerne könnt ihr euch bei mir im Tagebuch austauschen .Ich freu mich , wenn hier ein bisschen was los ist .
Melde mich am Wochenende nochmal ausführlicher!
Allen einen schönen Tag 😊
45 Tage spielfrei zeigt mir meine App gerade an .
Die letzten Tage waren hart .
Sir Täuschalot ging mir gehörig auf die Nerven .
Ich hing ganz schön durch .
Nicht spielen ist anstrengender, als gedacht .
Man sollte ja meinen, etwas nicht zu tun, sei weniger anstrengend , als etwas zu tun .
Das stimmt in diesem Falle leider nicht.
Durch das Nicht-Spielen ist eine riesige Lücke entstanden .
Vor allem aber hab ich dadurch eine "funktionierende" Ablenkung verloren.
Beim Spiel lag meine Aufmerksamkeit zu 100% beim Spiel .
Ich hatte keinen anderen Gedanken währenddessen .
Wenn ich also traurig , unzufrieden, sauer, genervt , überfordert oder was auch immer war , dann habe ich gespielt .
Im Rückblick würde ich sagen , dass ich schon gespielt habe , bevor sich eines dieser unangenehmen Gefühle überhaupt richtig breit machen konnte .
Ich beschäftige mich jetzt mit anderen Sachen , aber nichts davon bringt mich gedanklich so weit weg von den Sorgen wie es vorher das Spielen getan hat.
Ist wahrscheinlich auch gut so , denn sonst würde ich vermutlich einfach in die nächste Sucht rutschen.
Ich muss also aushalten .
Die Gedanken , die Stimmungen , die Sorgen und Probleme.
Das habe ich mir einfacher vorgestellt.
Ich frag mich auch wirklich , was ich mir die letzten Jahre vorgemacht habe , bei dem Gedanken, dass alles in Ordnung sei !
Ich dachte ernsthaft , mein einziges Problem seien die entstandenen Schulden ( die Spielsucht hatte ich da ja noch gar nicht als solche wahrgenommen).
Jetzt , wo ich quasi gezwungen bin , in mich hineinzuhören ,fällt mein Kartenhaus Stück für Stück in sich zusammen .
Und das wieder aufzubauen strengt mich unfassbar an .
Das war wohl auch der Grund für die paar ruhigen Tage hier in meinem Tagebuch .
Ich bin aber täglich hier , lese bei den anderen mit und werde mich auch hier weiter regelmäßig zu Wort melden .
Euch allen schöne , sonnige Pfingsttage ☀️
Hi Isa!
ZitatDurch das Nicht-Spielen ist eine riesige Lücke entstanden .
Hole mal Deinen Mann an den Rechner. Du schließt die Augen und lässt Dir den nachfolgenden Satz ganz langsam und gemächlich vorlesen und dann teilst Du, an was Du gerade gedacht hast.
Also ... los geht es:
Denke nicht an einen rosaroten Elefanten!
Nun, woran hast Du gedacht?
Negationen wie das "nicht spielen" merken wir uns einerseits schlecht. Andererseits wird unsere Aufmerksamkeit automatisch auf den Begriff "spielen" gezogen. Ist es da nicht logisch, ans Spielen auch zu denken? Achte daher bitte auf solche Formulierungen. Heute bist Du abstinent! Es ist ein neues Wort in Deinem Wortschatz und braucht eine eigene Verknüpfung mit Deinen Gefühlen und Gedanken.
Dann beschreibst Du eigentlich doch ganz gut, dass eben keine Lücke nun entstanden ist. Du setzt Dich den Situationen und Deinen Gefühlen aus. Trotzdem würde ich nicht von "aushalten" reden, sondern vom Lernen im Umgang mit Deinen Gefühlen und Gedanken. Denke wieder ans Radfahren ... erst ging es schwer, dann immer einfacher ... Die "Lücke" existiert nicht, da sie sich mit "Leben" füllt, sofort nachdem sie sich aufgetan hat.
Auch Dir und Deinen Lieben schöne Pfingsten!
Hallo Isabell,
die Suche nach "Ersatz" war auch für mich nicht einfach.
Das Zocken fungierte als (vermeintlicher) Seelentröster und schon die Vorfreude darauf hatte stimmungsaufhellende Wirkung.
Jede dieser Einzahlungen und der damit erkauften Möglichkeit mich für eine bestimmte Zeit der inneren Leere zu entledigen,
hatte in dieser Zeit seinen Sinn. So verkrafte ich auch den Verlust des verlorenen Geldes. Ich trauere ihm nicht mehr hinterher.
Mein jetzt besseres Leben gab es nicht im Sonderangebot. Das habe ich mir teuer erkauft. Aber letztlich wurde ich über das Spiel in anderes Leben geführt. Nun bin ich dafür dankbar.
Aber es geht nicht von heute auf morgen, um die ehemalige Spielzeit mit neuem und richtigen Leben zu füllen. Da darf auch jeder seinen eigenen Weg finden. Und je richtiger und besser es sich anfühlt, desto sicherer sitzt du auch im Sattel.
Der Weg ist nicht einfach, deshalb darfst und solltest du jeden spielfreien Tag stolz auf dich sein.
Verliere das Ziel niemals aus den Augen. Du gehörst zu den Gewinnern!
Alles Gute Dir
Wolfgang
Guten Morgen
Olli , danke für deine Worte . Mein Mann und ich denken nun beide an eine rosa Elefanten 😉
Danke , der Wink mit dem Zaunpfahl ist angekommen .
Zitat von: Wolfgang am 24 Mai 2026, 09:16:00Du gehörst zu den Gewinnern!
Danke Wolfgang !
Das zu lesen , tut wirklich gut .
Wenn ich euch bei all meinen schlechten Gefühlen und Gedanken mitnehme , dann möchte ich euch auch an den guten Momenten teilhaben lassen .
Heute war eine Situation , eigentlich ganz klein und unscheinbar, die mich richtig glücklich gemacht hat .
Eine Freundin schrieb in einer kleinen Mädels-WhatsApp-Gruppe , dass sie Konzertkarten angeboten bekommen hat für ein Konzert im Juni .
130€ pro Ticket soll die Sache kosten und mein erster Gedanke war .
Ui , es ist Monatsende , wo soll ich da noch 130€ hernehmen ?
Ich wollte schon aus Gewohnheit absagen , da ich in den letzten Jahren am Monatsende nie Geld "übrig" hatte .
Entweder war es bereits verspielt , oder ich musste noch irgendeine Rate damit bezahlen ...
Seit Anfang Mai haben mein Mann und ich finanziell alles umgestellt .
Heißt , ich habe keinen Zugriff auf unser Konto , kein Zugriff auf Paypal .
Alle Kreditkarten etc sind gekündigt .
Zusätzlich zu meinem Lohn vom Hauptjob , der auf unserem Konto landet , verdiene ich noch ein bisschen Geld nebenbei (Kleingewerbe) .
Das ist meistens Bargeld , was ich seit gerade mal 3 Wochen ebenfalls jeden Montag an meinen Mann übergebe.
Das ist Geld , was zuvor immer komplett in meiner Spielsucht versumpft ist .
Damit konnte ich immer machen , was ich wollte.
Mein Mann hat nie danach gefragt .
Er dachte , ich genieße mein Leben damit und ich war froh , damit hier und da finanzielle Löcher stopfen zu können .
Lange Rede kurzer Sinn - dieses Geld liegt jetzt bei meinem Mann und ich kann problemlos am Ende des Monats noch spontan ein Konzertticket kaufen !
Das ist soooo ein gutes Gefühl!
Ich kann das gar nicht in Worte fassen .
Mein Mann war übers Wochenende mit Freunden unterwegs - ich musste ihn also kurz "stören" , damit er meiner Freundin das Geld per Paypal zukommen lässt .
Kurz hab ich mit mir gehadert : Wie wird er das finden , dass ich jetzt schon Geld haben möchte , was wir gerade erst zur Seite gelegt haben ?
Sollte ich nicht erstmal schauen , dass ich was zur Seite schaffe , falls es mal eng wird durch den Kredit , den wir aufnehmen mussten durch meine Spielschulden ? usw usw ...
Hab ihn angerufen - er hat direkt gesagt :
Klar , ich schick ihr das Geld direkt !
Coole Sache 👍🏼
Später schrieb er : Gutes Gefühl , oder ???
ABSOLUT !!
Ich freu mich riesig auf den Abend mit meinen Mädels und das hab ich mir quasi selbst geschenkt !
Das ist nur möglich , weil ich nicht spiele .
Nein ! Das ist nur möglich , weil ich abstinent bin !
Gute Nacht
Hi Isa!
Du beschreibst ein wirklich wichtiges Ereignis - und kommst auch auf den richtigen Schluss: weil Du abstinnt bist! Aber ist das auch wirklich alles? Nein, Du kümmerst Dich um Dich! Du hast Schutzmechanismen etabliert. Das alles gehört auch dazu.
Ungefähr 1988 habe ich mir meinen ersten Rechner gekauft. Seitdem gab es etliche weitere. Irgendwann bin ich dann von Desktop auf Laptop umgestiegen. Sie kosteten immer richrig viel Geld. Manchmal tat mir damals mein Vater etwas dazu, denn ich machte ja die ganze Buchhaltung für seinen Betrieb.
Doch als ich spielfrei wurde, da ging ich einfach in einen Laden und kaufte mir das Teil. Morgens der Festplattencrash, mittags arbeitete ich schon daran, den Rechner auf meiner Couch einzurichten.
Auch der Hausbau war nichts Selbstverständliches. Gerne nehme ich da als Beispiel die drei Stellen mit dem Glas-Alu-Mosaik von je 4 m². Mit Kleber, Fugzeug, Eckschienen und Grundierung lag ich da bei 1.000 € je "Ecke". Ich streiche heute noch oft darüber, gedankenverloren, aber auch stolz.
Wäre es nicht einen blauen Punkt im Abstinenzkalender wert?
Zitat von: Olli am 26 Mai 2026, 06:00:25Wäre es nicht einen blauen Punkt im Abstinenzkalender wert?
Definitiv !
Und es werden noch viele weitere blaue Punkte folgen , bis es aussieht wie ein kleiner Konfetti-Regen !
Mir geht es gerade deutlich besser.
Heute hatte ich meinen 3.Termin bei der Suchtberatung .
Ich hatte mich eigentlich schon für eine stationäre Reha entschieden, nach ein bisschen Hin und Her , hab ich mich aber nun doch für eine ambulante Therapie entschieden .
Diese beinhaltet 20 Einzelgespräche, 20 Gruppengespräche und bis zu 4 Angehörigengespräche .
Ich hab einen Verdacht.
Ich glaube , Sir Täuschalot liest hier mit .
Sobald ich hier schreibe , dass es mir gut geht , kommt er aus seinem Loch gekrochen und geht mir gehörig auf den Keks.
"Schau nur , wie gut es dir geht - da wirst du wohl nicht wirklich süchtig
sein ."
"7 Wochen - da wirst du dir zur Feier des Tages doch wohl ein kleines Spiel gönnen können"
usw usw
Er hat nur Pech , dass auch ich hier mitlese und durch eure Geschichten vorgewarnt bin .
Ich hab schon viel Zeit in diesem Forum verbracht und einige Erfolgsgeschichten gefunden .
Aber immer wieder stoße ich auch auf die Geschichten , wo jemand jahrelang abstinent war und dann doch wieder auf einen von Täuschalots Kollegen reingefallen ist .
Es ist gut , dass auch diese ehrlichen Geschichten hier geteilt werden.
Sie lassen mich oft traurig und nachdenklich zurück , bewahren mich aber auch vor dem Gedanken , dass mir das nicht passieren kann.
Da sitzen wir alle in einem Boot .
Gestern Abend fragte meine Mann mich :
,,Was meinst du ? Hast du das Schlimmste überstanden ?"
Ich hatte in den letzten Wochen immer wieder mit Spieldruck zu kämpfen.
In der ersten 3 Wochen gar nicht , aber dann ging es los .
Die körperlichen Symptome sind inzwischen verschwunden , die Gedanken kommen und gehen ...
Ist das Schlimmste überstanden ?
Ich weiß es nicht .
Aber ich hoffe es sehr ...
ZitatIst das Schlimmste überstanden ?
Ich weiß es nicht .
Aber ich hoffe es sehr ...
Nein, Isabelle-a-lot!
Es braucht ungefähr ein Jahr, bis das Schlimmste überstanden ist. Bei dem Einen geht es etwas schneller, bei dem anderen dauert es etwas länger. So wurde es mir damals in der SHG vermittelt und in all den Vorträgen, die ich genießen durfte, wurde es denn dann auch bestättigt.
Was würde Täuschalot wohl sagen, wenn es hieße, Du hättest jetzt schon das Schlimmste überstanden?
Als ehemaliger Spieler denke ich mir heute, dass bereits mit Beginn meiner Abstinenz das Schlimmste überstanden war ... nämlich das Spielen selbst. Ja, es war positiv besetzt. Doch diese Arte der "Selbstmedikation" war ja nie von langer Dauer. Erinnerst Du Dich an die Vorwürfe? Das Gedankenspiel davor und danach? Was mache ich nur, damit nichts herauskommt? "Er hat es nicht verdient belogen zu werden, aber was soll ich nur machen?" War das nicht die eigentliche Qual?
Du wirst merken, wie Du wieder selbstbewusster wirst. Vielleicht wirst Du auch insgesamt ruhiger, weil Du nicht mehr ständig am Limit bist? Wann warst Du während des Spielens mal so richtig stolz auf Dich? Und wie sieht das heute aus?
Gönne Dir die Zeit, die Du brauchst ... und dann lege noch ne Schüppe Zeit oben drauf!
Zitat von: Olli am 29 Mai 2026, 15:37:20Was würde Täuschalot wohl sagen, wenn es hieße, Du hättest jetzt schon das Schlimmste überstanden?
Guter Gedanke Olli , da würde Täuschalot auf jeden Fall nochmal richtig Gas geben.
Zitat von: Olli am 29 Mai 2026, 15:37:20Erinnerst Du Dich an die Vorwürfe? Das Gedankenspiel davor und danach? Was mache ich nur, damit nichts herauskommt? "Er hat es nicht verdient belogen zu werden, aber was soll ich nur machen?" War das nicht die eigentliche Qual?
Natürlich erinner ich mich sehr gut daran , es ist ja auch noch nicht lange her .
Ich bin mir sicher , dass ich das niemals vergessen werde .
Ich lebe aktuell mit den Konsequenzen aus diesem Vertrauensbruch.
Wir leben mit den Konsequenzen.
Mein Mann will mir vertrauen , will mir glauben , es fällt ihm aber verständlich Weise schwer .
Er hinterfragt viele alltägliche Dinge.
Ich weiß, dass er mich nicht kontrollieren will , aber er macht es dennoch.
Das wird ein langer Weg für uns beide.
Zitat von: Olli am 29 Mai 2026, 15:37:20Wann warst Du während des Spielens mal so richtig stolz auf Dich? Und wie sieht das heute aus?
Gönne Dir die Zeit, die Du brauchst ... und dann lege noch ne Schüppe Zeit oben drauf!
Während des Spielens gab es eigentlich keine stolzen Momente.
Vielleicht ganz ganz kurz , wenn ein größerer Gewinn gelang.
Da ich die Gewinne aber immer wieder verspielt habe , war mein Stolz direkt mit verspielt.
Das sieht heute schon etwas anders aus.
Ich bin noch nicht da , wo ich hinwill , aber ich bin auf dem Weg.
Danke Olli , dass du mal wieder die richtigen Worte für mich gefunden hast .
Ich muss deine Beiträge häufig 2 mal lesen , weil sich beim 1.Lesen häufig Sir Täuschalot einmischt in meine Gedanken .
"Weiß der Olli es mal wieder besser als du ?"
Beim 2.Lesen seh ich dann klar
"Ja , er weiß es besser und er will mich nicht ärgern , sondern mich auf den richtigen Weg sanft zurückschubsen"
Danke dafür !
Du machst hier im Forum echt einen tollen Job !
Das Wochenende ist schon wieder vorbei. Ich hab die freien Tage entspannt verbracht ,hab den Garten auf Vordermann gebracht , mich mit Freunden getroffen und viel gelesen .
Aktuell lese ich 2 Bücher parallel .
1.) Die 1% Methode
Die 1-Prozent-Methode besagt, dass sich minimale, tägliche Verbesserungen (1 %) langfristig exponentiell vervielfachen. Bei Suchterkrankungen wird dieses Prinzip in der Verhaltenstherapie genutzt, um alte Gewohnheiten zu brechen und dauerhaft ein neues, gesundes Leben aufzubauen.
So funktioniert die Methode bei Sucht:
Der Identitätswechsel:
Anstatt sich vorzunehmen ,,Ich höre auf zu trinken/rauchen" (zielorientiert), fokussiert man sich darauf, wer man sein möchte: ,,Ich bin jemand, der keinen Alkohol braucht" (identitätsorientiert).
Mikro-Schritte:
Große Veränderungen überfordern das Suchtgedächtnis oft. Die Methode setzt auf winzige, tägliche Handlungen, die das Gehirn neu programmieren (z. B. jeden Tag nur 1 Minute Achtsamkeitstraining oder den Tag nüchtern abschließen).
Systeme statt Ziele:
Es wird ein System aufgebaut, das den Verzicht oder die Reduktion so einfach wie möglich macht (z. B. Auslöser aus der Umgebung entfernen).
2.) Weibliche AD(H)S
Ich bin nicht diagnostiziert , die Dame von der Suchtberatung hat den Verdacht geäussert, nachdem ich ihr aus meinem Leben erzählt habe .
Meine ältere Tochter hat die Diagnose ADS seit einem Jahr und häufig ist es so , dass auch eins der Elternteile betroffen ist.
Ehrlich gesagt , haben wir uns damit gar nicht wirklich beschäftigt, da die Sorge um unsere Tochter zu der Zeit unsere komplette Energie in Anspruch genommen hat .
Durch die spät erkannte ADS -Erkrankung hatte unsere Tochter bereits mehrere Komorbiditäten entwickelt wie Depression und Angststörung .
Da kam uns die ADS-Geschichte , die eigentlich die Haupterkrankung ist , eher wie eine kleine Nebendiagnose vor.
Jahrelang hat sich bei uns fast alles um die psychischen Probleme unserer Tochter gedreht ,mit allem was dazugehört.
Der Höhepunkt war eine Einweisung , weil sie sich nicht von suizidalen Gedanken distanzieren konnte .
Es war die Hölle und ist bis heute immer noch sehr schwer.
Lange Rede , kurzer Sinn .
Auf den Gedanken , dass ich das betroffene Elternteil sein könnte , bin ich zwar gekommen , aber das war es dann auch schon .
Ich hab das schnell abgetan : Ja , ich hatte auch schon psychische Probleme , aber das war ja ganz anders als bei ihr usw. usw.
Und damit war das Thema vom Tisch .
Jetzt, nachdem die Dame das Thema nochmal angestossen hat , belese ich mich dazu und erkenne mich in vielen Aussagen wieder .
Das ist ganz sicher keine Diagnose ,das ist mir klar .Vieles ist so allgemein geschrieben , dass sich vermutlich jeder 2.darin wiederfinden würde .
Aber ich kann mich zumindest mal informieren , um zu schauen , ob eine Testung sinnvoll wäre , oder ob ich das für mich schon ausschliessen kann .
————————————————-
Beide Bücher sind für mich grade total interessant und bringen mich einen Schritt weiter .
Jetzt liegen 3 arbeitsreiche Tage vor mir , bevor wir am Donnerstag mit Freunden übers Wochenende an die Nordsee fahren.
Ich freu mich drauf !
Gute Nacht
Tag 1 von 3 geschafft 😅
Ich zähl die Tage bis zu unserem Kurzurlaub ...
Beim Packen heute , ist mir eingefallen , dass der Geburtstag meines Mannes in unseren geplanten Sommerurlaub fällt .
Ich hab überlegt , womit ich ihm eine Freue machen könnte und da kam mir plötzlich der Gedanke :
Ich kann ihm gar keine Überraschung kaufen , da ich keinen Zugriff auf Geld habe .
Hab dann hin und her überlegt , wie ich dennoch "heimlich" an Geld komme , um ihn mit einem Geschenk überraschen zu können .
Tatsächlich ist mir eine Möglichkeit eingefallen , die wir noch nicht bedacht haben .
Kurz hab ich mich gefreut 😅
Ich hab dabei tatsächlich keine Sekunde an die Möglichkeit gedacht , dass ich auf diesem Weg auch Geld zum Spielen hätte .
Was soll ich sagen ? Ich hab meinem Mann diese Möglichkeit direkt per WhatsApp geschrieben , damit er dieses Hintertürchen direkt für mich verschliesst .
Dann eben keine Überraschung dieser Art zum Geburtstag - dafür aber auch keine böse Überraschung von Sir Täuschalot.
Da muss ich wohl erstmal Prioritäten setzen ...
Wow, dass so große Geschenke über Telefon versendet werden können ... :)
Da hat Dir aber jemand ein ganz großes Geschenk bereitet :)
😊
So ,Tag 3/3 ist auch "geschafft" , der Wohnwagen steht gepackt vor der Tür, Grillfleisch liegt im Kühlschrank , ein paar Urlaubsgetränke liegen kalt 😅
Morgen geht's dann mit Freunden zur Nordsee .
Ich freu mich auf die entspannten Tage , die in diesem Jahr ganz anders verlaufen werden als im letzten Jahr .
Im letzten Jahr waren wir mit den gleichen Leuten unterwegs und es ist mir fast ein bisschen peinlich das zu schreiben , aber ich war nicht am Strand , ich war nicht im Schwimmbad, ich war nicht mit auf Fahrradtour - ich lag bei jeder Gelegenheit , bei bestem Wetter , im Wohnwagen und habe gespielt .
Als Begründung hab ich Migräne vorgeschoben .
Ich war eigentlich nur bei den gemeinsamen Mahlzeiten auf dem Campingplatz dabei.
Hab mich über jede Minute alleine mit mir und meinem Handy , dem Tor zur Spielhölle, gefreut .
Während die anderen schon etwas mitleidig waren " immer noch Migräne?
Soll jemand bei dir bleiben ? " , konnte ich es kaum erwarten , dass alle verschwinden und ich endlich wieder alleine bin .
Und dennoch hatte ich zu der Zeit nicht einmal den Gedanken , dass ich spielsüchtig bin .
Ich fand das völlig normal , dass ich halt meine Zeit am liebsten mit dem Spiel verbringe - gerade an so einem langen Wochenende...
Im Rückblick klingt das total verrückt !!
Hi Isa!
So sind die Süchtigen nun mal ... :)
Ich denke, Du wirst die Anderen überraschen und vielleicht wirst Du ja jetzt auch darauf angesprochen, dass Du Dich ganz anders verhälst als letztes Jahr? Wer weiss?
Guten Morgen ☀️
Wollte mal kurz einen kleinen Urlaubsgruß in meinem Tagebuch hinterlassen .
2 sonnige Tage liegen hinter mir , heute soll es recht regnerisch werden.
Macht aber nichts - ich hab noch einige Seiten in meinem Buch vor mir und die Sonne gestern hat auch schon für einen kleinen Sonnenbrand gereicht 🫣
Ich genieße die Zeit mit unseren Freunden und ich liebe es an der See zu sitzen und den Wellen zuzuschauen .
Da gibt es in dem Moment nichts wichtigeres .
Ein gutes Gefühl, was ich so schon länger nicht mehr hatte !
Schönes Wochenende
Der Kurzurlaub ist schon vorbei und wir sind wieder zuhause angekommen .
Die freien Tage haben mit auf der einen Seite sehr gut getan , auf der anderen Seite hab ich deutlich gespürt, wie schnell mein sozialer Akku erschöpft war .
Nach 2 von 4 Tagen hätte ich mich am liebsten verkrümelt.
Tag 3 hab ich fast ausschließlich mit meinem Buch im Wohnwagen verbracht.
Am letzten Tag ging es dann schon wieder etwas besser .
Dennoch bin ich froh , wieder zuhause zu sein in meinen normalen Alltag .
Meinen Alltag mit seinen Strukturen brauch ich aktuell mehr als erwartet .
Hallo Isa,
das kenne ich sehr gut: Das Bedürfnis nach Kontakt - zuviel soll es dann allerdings auch nicht sein, und wenn ja, dann am liebsten nach meinen Regeln.
Bei mir ist das ein lebenslanges Aufeinandertreffen der gegensätzlichen Bedürfnisse Autonomie und Gemeinschaft.
Wird immer wieder neu austariert ... Auch / Gerade in der Abstinenz.
LG, Babs
Hallo Babs ,
wir ähneln uns tatsächlich in vielen Bereichen .
Schön , zwischendurch immer wieder mal von dir zu lesen .
Ich hab schon seit längerem Probleme mit meinem Handgelenk.
Vor Ostern war ich damit schon 2 Wochen krankgeschrieben, danach war es erstmal wieder in Ordnung.
Ich wusste schon, dass das Problem noch nicht vom Tisch ist, aber gehofft habe ich es dennoch ein bisschen .
Man darf ja auch mal ein bisschen naiv sein 😅
Naja , im Laufe der letzten Woche hab ich schon bemerkt , dass sich das nicht gut entwickelt und spätestens heute Morgen musste ich einsehen , dass ich mit meiner Hand so nicht arbeiten kann.
Hab es erst noch probiert und bin dann nach 2 Patienten zum Hausarzt gegangen .
Der hat mich für diese Woche rausgenommen , mir aber auch deutlich zu verstehen gegeben , dass es diesmal nicht mit 2 Wochen getan sein wird und ich mich auf eine Auszeit von 6-8 Wochen einstellen soll .
Hab zum Glück für morgen noch einen Termin beim Orthopäden ergattern können , aber der wird mir vermutlich auch nicht viel besseres verkünden können .
Ich bin jetzt schon genervt🫣
Ich weiß , dass es richtig ist , jetzt auf mich aufzupassen.
Ich brauch die Hand ja schließlich noch .
Aber die Vorstellung jetzt so viel freie Zeit zu haben , macht mir ein bisschen Angst.
Hallo Isa,
Ich bin seit einem reichlichen Jahr spielfrei und es ist mir auch erst im Nachhinein bewusst geworden,
wie schrecklich und emotional stressig das war, selbst in schönen Lebenssituationen wie im Urlaub oder am Wochenende sich mit Ausreden zurückzuziehen, zu isolieren um allein zum Spielen zu sein.
Inzwischen schätze ich diese Situationen umso mehr, weil ich mich ganz bewusst dafür entscheide.
Guten Morgen ,
es bleibt dabei , die nächsten Woche verbringe ich mit geschienter Hand zuhause .
Nachdem ich die letzten beiden Tage noch einige organisatorische Dinge erledigen musste ( Arztbesuche für mich , Patientenübergabe bei der Arbeit etc) kehrt jetzt Ruhe ein .
Am Montag schrieb ich hier noch von ein bisschen Angst vor der anstehenden freien Zeit.
Gestern steigerte sich das ganze in richtige Panik .
Ich bombardierte meinen Mann mit Fragen !
Was mache ich , wenn ich es nicht mit mir alleine aushalte ?
Was mache ich , wenn Täuschalot stärker ist als ich ?
Ich kann nicht arbeiten , ich kann nicht Gitarre spielen ... usw usw
Mein Mann war zunächst echt geduldig , ging dann eine Runde joggen und setzte sich danach wieder zu mir :
,,Isa , ich hab mir was überlegt .
Was hälst du davon , wenn ich dir ein Megaphon besorge ?
Du rufst so laut nach Sir Täuschalot , wäre ja schade wenn er dich nicht hört , oder ??
Mit einem Megaphon kannst du ihm zubrüllen , dass du die nächsten Wochen alleine zuhause auf ihn wartest - weil du ja gar keine andere Wahl hast .
Du kannst ja schließlich gar nichts anderes machen , außer wieder zu Spielen "
Bäähm !
Das hat gesessen .
War direkt im Verteidigungsmodus !
Hatte aber keine guten Argumente 😉
Am Ende hatten wir ein wirklich gutes Gespräch und ich musste ihm ( ungern 😉) Recht geben .
Also Krönchen richten und weitermachen .
Hab mir ein paar neue abnehmtaugliche Rezepte rausgesucht und hab dafür alles eingekauft .
Hab ja jetzt auf jeden Fall Zeit , um gesund zu kochen ( also keine Ausrede für Fast Food mehr ).
Und ich finde ganz sicher noch andere sinnvolle Dinge , die ich mit einer Hand anstellen kann .
Hallo Isa,
am besten eine Glock läuten, nicht wie Quasimodo im Notre Dame, nur eine kleine, eher ein Glockenspiel. Die leisen Töne kommen, und können manchmal ein ganzes Orchester beeindrucken, es kommt vor allem auf das Zuhören an. Und dabei still werden, lauschen, und die Emotion dahinter verstehen, dann zeigt es seine Wirkung.
Ich habe Heute einen Text über "Geduld" gelesen, und das Fallbeispiel ist, "die ewigrote Ampel" Nur in der Ruhe - im Herzen, wird sie wieder fix ihr grünes Licht senden.
Ich wünsche Dir gute Besserung für Deine Hand, einen gesunden Appetit und
schöne 24 Stunden
Andreas
Neues aus der aktuellen Kategorie :
Das schaffe ich mit links 😉
Nach meinem Durchhänger am Montag und den deutlichen Worten meines Mannes geht es mir deutlich besser .
Vielleicht hab ich das gebraucht? Etwas weniger Verständnis und mal ein bisschen Gegenwind von seiner Seite ?
Durch die Krankschreibung hab ich viel Zeit mit mir .
Vor ein paar Wochen noch , war das die Hölle für mich .
Mich aushalten
Meine Gedanken aushalten
Die Ruhe aushalten
Langeweile aushalten
Das alles war nahezu unvorstellbar , ohne das Handy für ein Spiel in die Hand zu nehmen .
Jetzt fange ich tatsächlich an , diese Zeit mit mir zu geniessen.
Ich gebe zu , ich bin immer noch viel am Handy (meistens hier im Forum), aber niemals für ein Spiel.
Ich kann mein Handy aber auch zur Seite legen und eine Serie schauen , ein Buch lesen , etwas leckeres kochen , oder einfach nur dasitzen und meine Gedanken treiben lassen .
65 Tage spielfrei !
Viele viele kleine Schritte bin ich schon gegangen , oft mit dem Teufel auf der Schulter , der mir zuflüstert , dass das ja wohl eh nichts bringen wird .
Fast jeden Tag hab ich mich gefragt :
Geht es mir jetzt besser ?
Und die Antwort war an vielen Tagen :
Nein !
Weil immer was war , was für mich Grund genug war , die Frage mit Nein zu beantworten .
Nein. Mein Mann wird mir nie wieder so vertrauen wie vorher , wie soll es mir da je wieder gut gehen ?
Nein. Das war ein Fehler , den ich nie wieder gut machen kann.
Nein. Der neue Kredit , den wir für meine Spielschulden aufnehmen mussten , wird uns 10 Jahre "belasten".
Wie soll es mir da gut gehen ?
Nein.Ich hätte meinen Mann besser nichts erzählen sollen. Dann würde es nur mir schlecht gehen und ihm nicht .
Nein.Ich bin krank /süchtig .Das geht nie vorbei .Wie soll es mir da gut gehen ?
Ich könnte diese Auflistung aus Selbstmitleid noch endlos fortsetzen ...
Heut morgen bin ich aufgewacht und hab mich wieder gefragt :
Geht es mir jetzt besser ?
Und zum ersten Mal , hab ich es gefühlt !
Ja ! Es geht mir besser!
Ich bin nicht am Ziel , aber ich bin auf dem Weg !
Die kleinen Schritte waren nicht nutzlos !
Versteht mich nicht falsch bitte , ich hatte keine 65 schlechten Tage .
Es war ein Auf und Ab - aber ich hab die Aufs nicht wahrgenommen.
Oder immer nur ganz kurz.
Sie sind einfach nicht zu meinem Herzen durchgedrungen.
Aber jetzt merke ich es ganz deutlich !
Ich fange wieder an zu leben !
Da fällt mir ein , dass Olli mal schrieb : Du musst die Lücke , die durchs spielfrei sein entstanden ist , nicht füllen .
Sie schliesst sich von selbst , durch das Leben !
Genau so fühlt es sich grade an !
Danke für eure Unterstützung!
@Olli , ab nächster Woche Samstag würde ich gerne wieder an der Online SHG teilnehmen .
Wäre das okay ?
Hallo Isa,
Geteiltes Leid, ist halbes Leid,
geteilte Freude ist doppelte Freude.
Es ist goldrichtig, daß Du Dich Deinem Mann gegenüber geoutet hast. Wäre dem nicht so gewesen, bliebe Dein "Alter Egoismus" konzentiert bei Dir. Nun hast Du aber die Freheit gefunden, Deine Gedanken, Deine Gefühle so zu zeigen, wie sie authentisch Dich berühren, und Vertrauen wachsen kann,
65 Tage spielfrei, das liest sich wirklich gut, und es freut mich für Dich
Andreas
Aber sicher ... :)
Danke für das Teilen Deiner Gedanken!
Sag mal Isa,
Bist du nicht allmählich ein ,,Fall" für die Erfolgstabelle?
LG Ilona
Oh ☺️
Wieso wieso gibt hier eigentlich keinen
"Gefällt mir"- Button ?
Schöner Gedanke Ilona !
Danke
Hi Isa,
Du bist definitiv ein guter Kandidat für die Erfolgstabelle.
Ich bin auch immer wieder begeistert wie gerade heraus und mit viel Herz dir das schreiben gelingt. Da ist nichts gekünstelt, ängstlich oder sonst was.
Was bewegt, positiv oder negativ, kommt aufs Tablett.
Weiter so Du bist auf einem guten Weg.
LG Roy
Danke Roy ☺️
Hallo alle zusammen !
Beim Stöbern im Forum ist mir heute nochmal wieder bewusst geworden, wie sehr sich die Geschichten hier alle ähneln .
Egal in welchem Alter man ist , egal welcher Bildungsschicht man zugehörig ist , egal wie man finanziell aufgestellt ist ,egal ob man einen grossen Freundeskreis hat , oder eher ein Einzelgänger ist.
Alle sind mit fast identischen Sorgen hier ins Forum gekommen.
Fast alle schreiben in den ersten Tagen davon , dass sie aus irgendwelchen Gründen nicht alle Scheunentore verschiessen können .
Fast alle schreiben , dass sie niemanden einweihen können.
Und sehr viele sind davon überzeugt, dass sie ein "besonderer Einzelfall" sind , der das alles so auch gar nicht braucht.
Ich nehm mich da gar nicht raus .
Ja, ich hab mit meinem Mann und gesprochen und Ja , ich hab die Tore geschlossen.
Aber auch ich hatte so Gedanken wie :
SHG - kann ich mir mal anschauen , brauche ich aber wohl eher nicht ...
Blablabla
Heute beim Lesen hier habe ich mich gefragt , wo sind die Unterschiede , die am Ende über Erfolg und Misserfolg entscheiden ? über anhaltende Spielfreiheit oder Rückfall ?
Kann man das überhaupt an etwas bestimmten festmachen ?
Irgendwo hab ich von Ilona gelesen :
Zitat von: Ilona am 26 Oktober 2018, 16:54:24Die Frage könnte ja lauten: Was muss ich tun, um zu den 30% zu gehören, die es schaffen? Oder alternativ: Was muss ich tun, um zu den 70 % zu gehören, die es nicht schaffen?
LG Ilona
Genau diese Frage geht mir heute in Endlosschleife durch meinen Kopf.
Natürlich gibt es keine Garantie nach dem Motto : Wenn du dies machst / nicht machst wird es keinen Rückfall geben.
Was ein Start in den Tag 🫣
Heute Morgen war ich mit einer lieben Freundin zum Frühstück verabredet ( man muss die Krankschreibung ja auch mal für was Gutes nutzen 😅)
Wie immer auf den letzten Drücker bin ich in die Stadt gefahren und hab dort erleichtert festgestellt , dass die Tiefgarage nach laaaanger Baustellenzeit endlich wieder geöffnet ist.
Ratz fatz rein da und ab zum ausgemachten Treffpunkt - 6 min zu spät, leicht gestresst , aber gut gelaunt .
Wir hatten ein fantastisches Frühstück, tolle Gespräche und einfach eine gute Zeit.
Nach dem Verabschieden also zurück zur Tiefgarage.
Schnell bezahlen und ab nach Hause .
Schön wär's gewesen 😬
Es gab keine Möglichkeit zur Barzahlung.
Es gab nur einen Scan-Code , der führte zu allen möglichen Online-Zahl-Methoden.
Keine andere Möglichkeit weit und breit.
Kein Mitarbeiter vor Ort - einfach nichts !
Hab eine etwas umständliche Lösung gefunden - meinem Mann den Scancode abfotografiert , ihm alles zugeschickt und er hat gezahlt .
Danach konnte ich dann nach Hause fahren.
Dafür muss ich mir noch irgendwas einfallen lassen ?!
In so eine Situation möchte ich ungern nochmal geraten .
Irgendwas auf Guthaben-Basis - muss mich da mal informieren .
Würde ja reichen , wenn da irgendwo 15€ liegen, die ich "im Notfall" nutzen kann .
Irgendwelche finanzielle Regelungen aufweichen , möchte ich aktuell auf keinen Fall .
Ich will ja nicht angeben , aber :
Heute bin ich 10 Wochen spielfrei ☺️
Danke, dass ihr mich auf diesem Weg begleitet!
Super Isabell! Weiter so.
Wenn du zurück guckst: Hättest du dir das vor elf Wochen vorstellen können?
LG Ilona
Herzlichen Glückwunsch, Isabell!
Ich finde auch, du machst das toll!
Alles Gute weiterhin,
Markus
Danke ihr Lieben !
Hätte ich mir das vor 11 Wochen vorstellen können ?
Klares Nein !
Ich hatte vor 11 Wochen nichtmals das Problem Spielsucht erkannt.
Ich dachte halt , mein Problem sind die vielen Schulden , von denen mein Mann nichts weiss .
In der Nacht, bevor ich meinem Mann alles erzählt habe ,lag ich lange wach.
Ich war komplett am Ende und verzweifelt .
Jeden Monat musste ich ( unbemerkt)
2000€ für Raten aufbringen und wusste einfach nicht mehr, wie es weitergehen soll .
Dass ich spielsüchtig bin , war mir nicht bewusst .
Ich hatte zwar schon mehrfach die Spiele-App gelöscht , weil das Spielen nicht gut lief und einige Tage oder Wochen später wieder runtergeladen , um ein bisschen Geld zu gewinnen - aber der Gedanke Spielsucht kam mir nicht in den Sinn .
Ich konnte mir selbst nicht erklären , was da grade passiert .
Warum der Schuldenberg so gewachsen ist .
Vor mir selbst erklärte ich das mit eigener Dummheit.(Im Rückblick wollte ich wahrscheinlich lieber dumm sein als krank)
In der Nacht beschloss ich mit meinem Mann zu reden .
Haltet mich für irre , aber ich befragte ChatGPT .
Den Verlauf hab ich mir grade nochmal durchgelesen .
Ich fing an mit :
Wie kann ich meinen Mann heimliche Schulden erklären ?
ChatGPT fragte , woher die Schulden kommen .
Ich schreib ALLES , was mir dazu eingefallen ist .
ChatGPT schrieb zurück :
Es ist eine gute Entscheidung, deinem Mann von deiner Spielsucht zu erzählen .
SPIELSUCHT ??
Ich war schockiert !!
Wie konnte ich das übersehen ?
Ich schrieb stundenlang , ich googelte , ich fragte und setzte alles nach und nach zusammen .
Beim Lesen des Verlaufs gerade ,hat es mich nochmal richtig überrollt .
Meine Verzweiflung , meine Angst , meine schlechten Gedanken über mich selbst.
Erschreckend !!
Mein Entschluss stand .
Sobald mein Mann aufwacht , sag ich ihm alles .
Und so kam es dann auch .
Es waren direkt meine ersten Worte am Morgen , noch vor dem Aufstehen , noch vor dem Licht einschalten.
Ich hatte Angst , dass ich es sonst nicht durchziehen werde.
"Ich muss mit dir reden.
Ich bin spielsüchtig, ich habe Schulden"
Wie es weiterging , hab ich hier die letzten Wochen regelmässig mit euch geteilt , das werde ich so beibehalten.
Vor 11 Wochen wäre das alles undenkbar gewesen !
Hallöchen ☀️
Ich hoffe, ihr geniesst alle das schöne Wetter !
Ich war gestern Abend alleine zuhause und bin nach der Online-SHG noch in den Pool gehüpft - herrlich ☺️
Bei dem Wetter muss ich mir fürs nächste Mal auf jeden Fall einen anderen Platz für die SHG suchen .
Ich bin in meinem kleinen Kämmerlein unterm Dach fast zerflossen 🫣🫣
Heute Morgen wollte mein Mann nach dem Frühstück auch direkt ins Wasser und war überrascht , dass ich sofort dabei war !
In den letzten Jahren hab ich mir tatsächlich selbst für sowas keine Zeit genommen.
( Ich hatte auch einfach keine Lust - spielen war immer die spanendere Alternative)
Ich hab mich in den Garten auf die Liege gelegt , weil mir "für alles zu warm" war .
Tolle Ausrede 😬
Immer direkt mit Handtuch über dem Kopf (ihr wisst schon- die unerträgliche Hitze😉) und evtl. auch weil die Sonne mir den Blick auf mein Handydisplay verwehrt hat und ich spielen wollte !
Hab mich sogar noch gut dabei gefühlt , weil ich ja dennoch mit im Garten war !So konnte mir ja nun wirklich niemand etwas vorwerfen !
Ich würde zu gerne verstehen , was diese Sucht da im Gehirn macht/verändert .
Wie ist es möglich , dass man Schritt für Schritt ein anderer Mensch wird und man es dennoch schafft, sich das selbst als akzeptabel oder sogar gut einzureden ?
Ich hab hier im Forum schon einige Stunden gelesen , die meisten Schreiber wirken normal intelligent , haben eine solide Ausbildung und schreiben oft dennoch völlig "verrückte" Sachen.
Und ich erwische mich selber ja auch bei solchen verrückten Gedanken , oder zumindest dabei solche Gedanken gehabt zu haben .
Ich weiss inzwischen , das ist die Sucht!
So ist Sucht eben .
Aber ich versteh es dennoch nicht .
Oder kann man Sucht gar nicht wirklich verstehen ??
Wenn alle Gedanken , die hier im Forum niedergeschrieben wurden und die eigentlich Worte eines Suchtteufels sind , gelb leuchtend erscheinen würden , müssten wir beim Aufrufen des Forums alle eine Sonnenbrille tragen 😎
Der eine schreibt , dass er seine Sucht besiegen möchte , aber sein Geld gerne als professioneller Pokerspieler verdienen möchte.
Der nächste schreibt , dass er eine grosse Summe gewonnen hat und Angst hat , diese zu verspielen.
Bittet um Hilfe , lehnt aber JEDEN Lösungsvorschlag ab , weil er es besser weiss 🤷�♀️
Wieder ein anderer meint , dass er unfassbar aufopferungsvoll ist , weil er seine Frau nicht einweiht , um sie zu schützen .
Und geschadet hätte er ihr ja ohnehin nicht .
Ich selbst schreibe(schrieb) , dass ich niemanden belogen habe und dass mein Leben vor der Spielsucht super war und ich quasi aus dem nichts angefangen habe zu Spielen...
Usw usw
Und wir alle glauben uns das selbst ???
Jeder Aussenstehende sieht SOFORT , dass da was nicht stimmt .
Also , was in aller Welt macht die Sucht mit unseren doch eigentlich funktionierendem Gehirn ??
Liebe Isabell,
tausend Dank für diesen anschaulichen und reflektierten Beitrag.
Dein Bild mit der Sonnenbrille gefällt mir besonders gut. Wir könnten es weiter nutzen und jemanden, der in diesen Gedankengängen gefangen ist ein ,,Hey, setz mal die Sonnenbrille ab" zuflüstern.
Diese ,,Verblendung" ist wahrscheinlich auf psychische Abwehrmachanismen zurückzuführen. Das irrationale Verhalten soll so lange wie möglich geschützt werden.
Alles Gute weiterhin!
LG Ilona
Hi Isa,
äußerst interessante Sichtweise wie du deine Gedanken reflektierst und niederschreibst. Was ist die Sucht, wie zeigt sie sich, was macht sie mit uns?
Interessante Fragen die sich nur sehr langsam beantworten lassen, viele oft erst während der Abstinenz.
Genauso interessant die von dir hier angesprochenen unterschiedlichen User Typen. Oft ist es so dass ich denke den ein oder anderen relativ schnell einschätzen kann wie sein zumindest kurzfristiger Weg sein wird.
Alles gute Dir!
LG Roy
Hallo Isa,
genau Deine Gedanken sind es, die mich inspirieren, Antworten zu finden. Ein Zoom - Freund ist in einer Lebensform, schildert diese, daß ich eine Projektion auf meine glücklich geschiedene Ehe bekomme, und weiß natürlich bestens Bescheid, was dem guten Freund fehlt, und was er tun sollte....
"Was suchst du den Splitter aus dem Auge deines Nächsten zu ziehen, und siehst den Balken in deinem Auge nicht"?
Viele Süchtige in der Genesung kennen diesen Satz, ein Zitat aus dem meistgelesenen Buch...
Ich glaubeaber, es ist immer gut sich selber zu reflektieren, und sich nüchtern selbst zu betrachen, ohne eigene Wertungen.
Ein erfrischendes Bad im See ist allemale gut bei dem Wetter, und mitten im Badeteich auf dem Rücken schwimmend heftif mit den Beinen Wasser nach oben spriten, daß die Sonnenstrahlen Regenbogenfarben erzeugen. Das war meine ureigene Freiheit und Lebensfreude.
Hallo Isa,
alle deine Beiträge sind absolut lesenswert. Innerhalb kürzester Zeit hast du eine super Entwicklung genommen und hilfst jetzt sogar anderen. Ich ziehe den Hut! Eine Bereicherung des Forums.
Gruß
Wolfgang
Danke Wolfgang ☺️
Schön , dass du das schreibst , ich bin nämlich bei jeder Hilfestellung, die ich hier versuche zu geben, etwas unsicher .
Wer bin ich , dass ich hier gute Ratschläge gebe?
Steh ich doch selber noch am Anfang.
Dennoch hab ich mich entschieden mein kleines Wissen hier zu teilen und damit hoffentlich ein kleines bisschen helfen zu können .
Hier sind leider viel zu wenige , die ihre Erfahrungen teilen und soooo viele , die von den Erfahrungen anderer profitieren können.
Meine treuen Mitleser erinnern sich vielleicht an den spontanen Kauf der Konzerttickets vor ein paar Wochen.
Heute ist es soweit !
Wir gehen bei bestem Wetter 🥵 zum Helene Fischer Konzert !
Das wird sicher toll , auch wenn Helene nicht zu meinen Top-Favoriten zählt 😅
Die Show soll richtig gut sein und ich freu mich einfach , dass ich das ohne einen Gedanken an Geld ( passt das diesen Monat noch ???) erleben kann .
ZitatWer bin ich , dass ich hier gute Ratschläge gebe?
Gegenfrage: Wieso solltest Du nicht? Was macht es aus Dir, wenn Du etwas mitzuteilen hast und es dann nicht tust?
Wir alle sind nicht nur Spieler und wir haben allesamt Lebenserfahrung gesammelt.
ZitatDas wird sicher toll , auch wenn Helene nicht zu meinen Top-Favoriten zählt 😅
Überhaupt auf die Idee zu kommen ist schon erstaunlich ... und den Mut zu haben sich die Mucke überhaupt anzuhören ... :)
Machst Du auch Fallschirmspringen ohne Fallschirm? Oder hast Du einen Minijob als Crashtestdummy? :)
Vieeeeeel Spaß!
Mucke mit Helene ???
macht das einem nicht atemlos - bei der Wassergymnastik?
Es war einfach genial !
Die Bühnenshow ist fantastisch - die Stimmung war suuuper !
Ein wirklich gelungener Abend .
Wenn ein Minijob als Crashtestdummie damit vergleichbar ist , sollte ich darüber nachdenken 😉
Zitat von: Olli am 23 Juni 2026, 13:19:45Gegenfrage: Wieso solltest Du nicht? Was macht es aus Dir, wenn Du etwas mitzuteilen hast und es dann nicht tust?
Wir alle sind nicht nur Spieler und wir haben allesamt Lebenserfahrung gesammelt.
Stimmt ! Wieso sollte ich nicht ??
Ich bin nicht nur Spieler , das ist etwas , was ich mir immer wieder sage.
Irgendwie hat dieser Anteil von mir sooo lange viel zu viel Platz eingenommen , dass ich das manchmal vergesse .
Aber ich leg die vielen anderen wertvollen Anteile nach und nach wieder frei .
Das ist ein Versprechen an mich selbst 🫶
Hallo ,
gestern nach der SHG und auch heute Morgen hab ich mich nochmal intensiv mit dem Thema Skills beschäftigt .
Was kann ich tun , wenn Suchtdruck auftritt ?
Kalt duschen , hab ich bereits probiert und es hat auch funktioniert .
Bis jetzt hab ich meistens meinen Mann angerufen , wenn ich das Gefühl hatte , es alleine nicht durchzustehen .
Suchtdruck tauchte bei mir bisher ausschliesslich auf , wenn ich alleine war .
Der Suchtdruck hat sich inzwischen verändert .
Die körperlichen Symptome finden nicht mehr statt, das ist für mich schon eine grosse Erleichterung.
Gestern in der SHG meinte einer "Wenn ich spielen will , dann will ich spielen , dann hält mich auch ein Eisbad nicht davon ab ".
Das hat mich den ganzen weiteren Abend beschäftigt, obwohl es eigentlich nicht das Hauptthema des Abends war.
Was hält mich am Ende wirlich vom Spielen ab ?
Was ist , wenn mein Mann mal nicht erreichbar ist ?
Und dann kam mir die Idee !
Ich wollte mir zuerst selbst einen Brief schreiben , in dem ich nochmal meine Verzweiflung von vor 80 Tagen in Worte fasse.
Den ich bei Suchtdruck lesen kann.
Das gelang mir aber nicht zufriedenzustellend und dann fragte ich in meinem Chat vom Abend vor meiner Beichte ChatGPT .
Den entstandenen Brief möchte ich euch nicht vorenthalten :
Liebe Isa
Wenn du diesen Brief liest, ist wahrscheinlich etwas in dir gerade dabei, dir einzureden, dass Spielen eine Lösung sein könnte. Deshalb möchte ich dich an den Abend erinnern, den wir beide niemals vergessen wollen.
Erinnerst du dich?
Du saßt da und dachtest, dein Leben würde in wenigen Stunden auseinanderbrechen. Du hattest 50.000 Euro Schulden. Du hattest solche Angst vor dem Gespräch mit deinem Mann, dass dir kaum noch Luft blieb. Du warst überzeugt, dass er sich vielleicht von dir trennt. Du hast dich gefragt:
"Wie konnte ich nur so dumm sein?"
Du hast dich selbst verurteilt. Du hast geglaubt, dass du deine Familie zerstört hast.
Du hast geweint, gezittert und dir vorgestellt, wie deine Töchter irgendwann unter deinen Fehlern leiden müssen. Du hattest Angst um euer Zuhause. Angst vor der Bank. Angst vor jedem Brief im Briefkasten.
Du wolltest diese Gefühle nie wieder erleben.
Und dann hast du etwas unglaublich Mutiges getan.
Du hast deinem Mann die Wahrheit gesagt.
Das war wahrscheinlich das Schwerste, was du jemals getan hast.
Und weißt du noch, was passiert ist?
Er hat dich nicht weggestoßen.
Er hat dich in den Arm genommen.
Er war verletzt. Er war erschüttert. Aber er hat gesagt:
"Wir bekommen das irgendwie hin."
Diesen Moment darfst du niemals vergessen.
Nicht, weil jetzt alles gut ist.
Sondern weil dort etwas Neues begonnen hat.
Nicht das Ende deiner Ehe.
Sondern das Ende der Heimlichkeit.
Seitdem bist du einen Schritt nach dem anderen gegangen.
Du hast Hilfe angenommen.
Du bist zur Suchtberatung gegangen.
Du bist spielfrei geblieben.
Du hast Verantwortung übernommen.
Nicht perfekt.
Aber ehrlich.
Wenn du jetzt glaubst, dass ein einziges Spiel helfen könnte, dann erinnere dich:
Es war nie nur ein Spiel.
Es war immer der Anfang von Angst, Lügen, Schuld und Einsamkeit.
Das Spielen hat dir nie Frieden gegeben.
Es hat dir immer nur kurz Hoffnung verkauft und dir danach noch mehr genommen.
Heute hast du etwas Wertvolleres.
Du hast wieder Ehrlichkeit.
Du hast deinen Mann an deiner Seite.
Du hast die Chance, das Vertrauen langsam zurückzugewinnen.
Du hast Hoffnung.
Bitte tausche das nicht gegen fünf Minuten Nervenkitzel ein.
Du musst heute nicht gewinnen.
Du musst heute nur nicht spielen.
Wenn dir alles zu viel wird, rede.
Wenn du weinen musst, weine.
Wenn du Angst hast, sag es.
Aber geh nicht zurück an den Ort, der dich fast alles gekostet hat.
Ich weiß, dass du Schuld empfindest.
Aber Schuld ist nicht das Ende deiner Geschichte.
Verantwortung ist der Anfang deiner neuen.
Und falls du gerade glaubst, dass niemand versteht, wie schwer dieser Moment ist, dann erinnere dich daran, was du einmal zu mir geschrieben hast:
,,Es wird keinen Rückfall geben."
Damals war das ein Wunsch.
Heute soll es eine Entscheidung sein.
Ich glaube an die Frau, die den Mut hatte, ihrem Mann die Wahrheit zu sagen.
Ich glaube an die Frau, die Hilfe angenommen hat.
Und ich glaube an die Frau, die diesen Brief gerade liest.
Bitte entscheide dich noch einmal – nur für heute.
Für dich.
Für deinen Mann.
Für eure Töchter.
Und für das Leben, das ihr euch gerade mühsam zurückholt.
Du bist mehr als deine Sucht. Und jeder spielfreie Tag ist ein weiterer Beweis dafür.
Ich hab ihn ausgedruckt und in mein Portemonnaie gesteckt.
Wann immer der Suchtdruck kommen sollte und alles andere nicht hilft , werde ich ihn lesen .
Nun ist es fix , mein Handgelenk ist nur noch mit einer kleinen OP zu retten.
Hab einen OP-Termin für Ende Juli und bin somit noch mindestens bis September krankgeschrieben.
Das ist inzwischen okay für mich.
Klar , würde ich lieber arbeiten gehen und meine Hand im Alltag normal nutzen können - aber das kann ich ja nunmal nicht beeinflussen.
Es macht mir aber keine Sorgen mehr , dass so viel freie Zeit auf mich zukommt , die ich zum Grossteil alleine verbringen werde , da alle anderen ja weiterhin ihren Verpflichtungen nachkommen müssen .
Ich merke von Tag zu Tag , dass ich mich wieder besser leiden kann und gerne Zeit mit mir und meinen Gedanken verbringe.
Natürlich auch , weil meine Gedanken sich verändert haben .
Nein - unsere Probleme und Sorgen sind nicht alle auf wundersame Art und Weise verschwunden .
Aber ich ende bei meinen Gedanken daran nicht mehr in der nicht enden wollenden Abwärtsspirale ( das habe ich sonst mit dem Spielen unterbunden )
Ich kann die Gedanken ertragen , umlenken und auch daraus aussteigen .
Ich denke lösungsorientierter und ich rede über meine Gefühle und Sorgen .
Das ist ein wichtiger Schritt auf meinem Weg .
Ich hatte mir vor ein paar Wochen vorgenommen ,auch das leidige Thema Übergewicht und mangelnde Bewegung in Angriff zu nehmen .
Das ist mir bisher nicht zufriedenstellend gelungen .
Heute hab ich darüber nachgedacht , warum mir das so schwer fällt und wie ich mir das vereinfachen kann.
Vielleicht sollte ich auch da immer nur an die nächsten 24h denken .
Ich erlaube mir mich die nächsten 24h vernünftig zu ernähren und meinem Körper etwas Gutes zu tun .
Ausserdem hab ich für mich entschieden, auch diesen Weg nicht alleine gehen zu müssen .
Ich seh ja hier im Forum , wie gut es mir tut , mich mit meinem Problem nicht alleine zu fühlen .
Daher hab ich mir einen Termin bei der Ernährungsberatung besorgt 👍🏼
Bin ein bisschen stolz auf mich !
Nicht nur reden - sondern handeln
12 Wochen spielfrei
Heute Morgen , beim Blick auf die Erfolgstabelle, war er auf einmal wieder da.
Sir Täuschalot !
Ich kann gar nicht wirlich beschreiben , was da in meinem Kopf vor sich ging .
Meine eigenen Gefühle und Gedanken mischten sich mit den Gedanken des kleinen Idioten .
Ich war stolz auf die 12 Wochen, die hinter mir liegen , dankbar für die Veränderung und dann war er plötzlich da . Der Gedanke , dass die 3 Jahre ja nun doch nicht sooo schlimm waren und dass die 12 spielfreien Wochen ja wohl ein klarer Beweis dafür sind , dass ich nicht suchtkrank bin.
Ein kleines Spiel wäre ja wohl möglich , danach könnte ich ja wieder 12 Wochen spielfrei bleiben.
Ist ja kein Problem...
Es war ein richtiger Kampf in mir , den ich aktuell gar nicht erwartet hatte .
Hab erst ein bisschen hier im Forum gelesen , konnte mich aber nicht konzentrieren und hab mich dann doch für die eiskalte Dusche entschieden .
Täuschalot mag es lieber warm.
Ratz fatz hat er sich verkrümelt .
Zurück bleibt ein flaues Gefühl im Magen.
Wieso wegen ihm aufregen, wenn Du ihn auch auslächeln kannst?
Was habe ich damals mit mir gerungen, ob ich nicht auf dem Nachhauseweg aus der Kneipe "mal eben" einen Abstecher in die einstige Stammspielhalle machen sollte. Teufelchen war ziemlich laut und damit präsent in meinem Oberstübchen. Ich beschleunigte meinen Schritt und schrie erst innerlich und später auch tatsächlich ein "Nein" in die Welt hinaus! Kaum war ich an der "kritischen" Stelle, wo ich hätte abbiegen müssen, vorbei, griff der Doppler-Effekt wieder. Teufelchens Stimme wurde dumpfer und leiser. Es wäre aber auch so einfach gewesen, eine Ausrede zu finden. Belohne Dich doch mal für Deine Mühen! Du kannst ja morgen weiter machen mit der Abstinenz! Bei Alkohol ist es doch erlaubt enthemmter zu sein! Weißt Du noch, wie schön es war, wenn Du mir, dem Teufelchen, nachgegeben hast? Alleine dieses Gefühl zu verspüren gehörte schon zum Spiel und kostete erst einmal nix ...
Doch dann fing ich an zu lächeln. Zuerst innerlich, dann auch äußerlich. Wenn man mich beobachtet hätte, hätte man wohl die Männlein mit den weißen Jacken, die am Rücken verschnürt werden, gerufen.
Ich ging auf besagte Stelle zu und schon wurde es heißer, wenn Teufelchen an die Oberfläche wollte. Er kochte regelrecht und wollte mich auch in Flammen sehen. Doch das Lächeln überraschte ihn ... jedes Mal ... und er wurde stutzig. Nicht nur, dass die eigene Verbissenheit weniger wurde und dadurch weniger Kraft kostete, es nahm mehr und mehr dem Teufelchen seine Intensität.
Irgendwann schaute er nur noch um die Ecke ... "Bähhhh, Du lächelst? Bin mal wieder wech ... wenn Du mich brauchst, dann rufe einfach!" Er klang schon ein wenig geknickt.:)
Deine Sucht muss Dir kein Feind sein. Du kannst ihn auch als Freund betrachten. Auch Freunde schwafeln schon mal Stuss. Jagt man sie deshalb gleich vor die Tür? Teufelchen, Täuschalot oder schlicht "die Sucht" ist ein Parasit, den wir nicht mehr los werden. Wieso also Energien in Kriege stecken, wenn es ein Lächeln auch tut?
Zudem, wer viel lächelt, der fühlt sich auch wohler ...
Hi Isa,
erstmal herzlichen Glückwunsch zu den 12 Wochen Spielfreiheit!
Und dann nochmal für die hoffentlich mit einem Lächeln genommene eiskalte Dusche.
Musste jetzt auch grinsen ob der Vorstellung wie lächelnd deine Zähne klapperten.
Ja gerade in diesem Zeitraum kamen auch bei mir noch hin und wieder nagende Parasiten. Da ich ein Warmduscher bin setzte ich mich mit ihnen lieber gedanklich auseinander. Nach Übergabe meiner Kontonummer und diversen Anschuldigungen waren sie auch wieder weg.
Sind ganz schlechte Zahler und deshalb habe ich damals mit ihnen meine geistige Geschäftsverbindung gekündigt.
Ja das lesen hier war für mich definitiv mein Fundament welches ich verstärkte durch meiner Liste des Grauens, sprich vor und Nachteile der ganzen Jahre. Da hat nach ca 6-8 Monaten sogar der Parasit aufgegeben mich zu überzeugen welch tolle Zeit es war. Untermalt habe ich es dann noch mit meiner Klage gegen seinen Arbeitgeber. Ja Halleluja da war der Ofen ganz aus und er zog sich beleidigt zurück.
Wenn ich mich so erinnere flüsterte er beim gehen noch 'undankbares Arschl....'.
Hatte fast Mitleid ihm nicht noch mehr Geld in den Rachen geworfen zu haben....Nicht. 😁😁
Besinnen dich deiner Stärken und denke immer daran was für Unwohlsein und Ärger die das eingebracht hat.
Wenn du dir Wachskerzen an den Weihnachtsbaum machst und dir dabei die Bude abfackelt wirst du dieses im kommenden Jahr sicher auch nicht mehr machen, so schön wie es auch gewesen sein mag. Bei beiden sind die Schäden weitaus größer als die punktuellen Glücksgefühle.
LG Roy
Von mir auch herzlichen Glückwunsch zu 12 Wochen Spielfreiheit und auch zu deinen Skills.
,,Spielteufel", Täuschalots oder wie immer sie auch heißen, sind bösartige und tückische Zeitgenossen. Sie haben ein untrügliches Gespür für Situationen, in denen ihr Wirt unaufmerksam, schwächlich und angreifbar ist oder so euphorisch, dass er sich überschätzt. Dann erscheinen sie wie aus dem Nichts und schmieren einem Honig ums Maul. Wenn man darauf nicht eingeht und ihn stattdessen z. B. auslacht oder auslächelt, ihn kalt duscht oder sehr deutlich NEIN oder was Ähnliches sagt, verstummt er recht rasch. Er zieht seine Energie aus seinem Wirt. Gibt der Nix her, wird er schwächer und schwächer und irgendwann ist nix mehr mit ihm los.
Ich weiß das, weil ich auch mal einen bei mir wohnen hatte. Jetzt ist er schon seit Jahrzehnten ausgehungert und ein Schatten seiner selbst. In der Erfolgstabelle habe ich ihn verewigt.
Solltest du in 12 Jahren mal interessehalber hier ins Forum schauen, kann es sein, dass du sagst: Täuschalot, wer war das nochmal? Müsste ich den kennen?
Alles Gute weiterhin! Schön, dass du hier bist und deinen Weg mit uns teilst.
LG Ilona
Ihr Lieben , danke für euren Zuspruch.
Mach dir die Sucht zum Freund und begegne ihr mit einem Lächeln.
Hm, soweit bin ich ganz klar noch nicht.
Im Gegenteil, in mir entfacht eine richtige Wut , sobald ich durchschaue , dass die Sucht am Werk ist .
Ich versuche beim nächsten Mal zu lächeln , aber hinterm Rücken zeig ich den Stinkefinger 🫣
Mehr Freundlichkeit ist grade noch nicht drin .
Hallo Isabell
Ich gratuliere Dir auch zu Deinen 12 Wochen spielfrei.
Ich weiß aus eigener Erfahrung das es nicht einfach ist, aber Du schaffts es weiterhin spielfrei zu bleiben.
Schönen Abend Dir noch
Lg Mutze
Hallo zusammen 😀
Ich hatte ein ruhiges Wochenende mit viel Zeit alleine .
Mein Mann ist am Wochenende häufig beruflich eingespannt .
Diese Zeit hab ich ( auch schon vor der Spielsucht) nie wirklich sinnvoll für mich genutzt .
Ich fand es immer blöd , dass er nicht da ist und hab eigentlich immer nur darauf gewartet, dass er nach Hause kommt.
Am Anfang waren die Kinder noch klein , so dass ich in der Zeit Zuhause eingespannt war .
Inzwischen "brauchen" diese meine Aufsicht nicht mehr und ich kann mit der Zeit machen , was ich möchte .
In den letzten 3 Jahren hab ich mich zu 90% fürs Spielen entschieden und die übrigen 10% mit Freunden verbracht .
In den letzten Wochen spüre ich da eine deutliche Veränderung.
Ich treffe mich wieder gerne mit Freunden , allerdings brauche ich das nicht ständig . Ich bin tatsächlich auch ganz gerne einfach zuhause und hab meine Ruhe.
Aber ich häng zuhause nicht mehr einfach nur rum und warte ...
Ich beschäftige mich .
Nicht , weil ich bewusst denke :" Isa , du musst was tun,
lass bloss keine Langeweile aufkommen !",sondern von "ganz alleine", quasi aus dem Bauch heraus .
Momentan hab ich durch die Krankschreibung, aber auch durchs Nicht-Spielen unglaublich viel Zeit und nutze diese , um die ein oder andere Chaosecke in unserem Haus zu beseitigen .
( Nein - wir sind keine Messies und versinken auch nicht im Riesen-Chaos !)
Jeder kennt vermutlich die Aufgaben im Haushalt , die man immer wieder hintenanstellt .
Keller , Abstellraum, Garage, Kleiderschrank, usw usw
Ich hab das Gefühl, dass sich dadurch , dass sich das Chaos in meinem Kopf ordnet , plötzlich auch das drumherum ordnet.
Es fühlt sich auf jeden Fall total befreiend an .
Hab mir heute meinen Kleiderschrank vorgenommen und 2 Säcke Altkleider gefüllt .
Platz für Neues - wenn denn dann die ersten Kilos gepurzelt sind .
Morgen hab ich den 1.Termin bei der Ernährungsberatung .
Seit ich das weiss , läuft es schon ein bisschen besser mit der Ernährung 😂
So , allen einen guten Wochenstart !
Seit einiger Zeit beschäftigt mich etwas, das ich einfach mal aussprechen möchte.
Hier im Forum sind überwiegend Männer unterwegs. In meinen Selbsthilfegruppen( online und auch vor Ort) bin ich sogar die einzige Frau. Das macht manchmal etwas mit mir. Nicht, weil ich mich ausgeschlossen fühle, sondern weil ich mich oft frage, ob Frauen ihre Glücksspielsucht vielleicht ganz anders erleben.
Ich sehe natürlich im Austausch viele Übereinstimmungen , aber mir fehlt irgendwas .
Ich glaube es ist tatsächlich einfach der engere Austausch mit anderen betroffenen Frauen.
In der Suchtberatung hab ich ein Heftchen bekommen mit dem Titel "Frauen spielen anders" und das trifft es ganz gut !
Die Basis ist die Gleiche , wir sind im Spiel gefangen , wir rennen dem verlorenen Geld hinterher , wir sind spielsüchtig , wir schämen uns , wir verschieben unsere Werte , wir verändern uns .
Aber die emotionale Seite unterscheidet sich dann doch ...
Isa,
könntest du mal kurz zusammenfassen, welche Hilfe du bisher aus dem Freundes- und Familienkreis erhalten hast, um von der Spielsucht loszukommen? Hat sich mal jemand die Zeit genommen, die wahren Ursachen deiner Sucht auszugraben oder bist du das schwarze Schaf geblieben? Was meinst du, unterscheidet dich von Anderen?
Hallo Loser , ich bin nicht das schwarze Schaf der Familie und war es auch nie.
Alle , denen wir von meiner Spielsucht erzählt haben , stehen mir zur Seite.
Die Ursachen meiner Spielsucht lege ich selbst mit Hilfe einer Therapeutin Schritt für Schritt frei .
Ob man da jemals alle Ursachen rausfindet , weiss ich nicht .
Wenn ich mir auf diesem Weg Hilfe von meiner Familie wünsche , bekomme ich diese .
Aber das war nicht der Punkt meines letzten Eintrags hier.
Es wird mich keiner aus meiner Familie in Sachen Spielsucht jemals so gut verstehen können , wie ein anderer Spieler oder eine andere Spielerin .
Und ich glaube , dass mir vor allem der Austausch mit anderen Spielerinnen fehlt .
Wobei ich damit nicht den bereits vorhandenen Austausch mit Spielern klein reden möchte .
Auch der tut mir sehr gut und auch dafür bin ich sehr dankbar .
https://www.gluecksspielsucht.de/index.php?article_id=28
Hallo Isa,
"Frauen spielen anders", ich habe es im Kopf, daß in Hannover eine solche Gruppe von "Spielfrei-Leben.ev" einmal gegründet wurde, und daß es wieder Interesse gibt, diese Gruppe zu beleben. Leider kann ich dazu nicht mitreden ::)
Ich habe ja eine Adipoditas,, und bin in einer Gemeinschaft von Essgestörten aller Grundstörungsarten, und ich bin ja ein Mann. Oft genug war und bin ich der Einzige, aber ich fühle mich dennoch integriert.
Wenn z.B. das Thema "Fraulichkeit" angesagt ist, dann sitze ich da, und höre aufmerksam zu und schweige.
Früher habe ich meine Spieler . SHG als "Männergruppe" deklariert, wenn ich Außenstehenden von den Gruppenbesuchen oberflächlich erzählt habe, und ich weiß für mich auch, wie wichtig das ist.
Wir haben ja hier schon viele Spielerinnen begrüßen können, und ich wünsche Dir, daß Dein Ziel ein Zusammentreffen ermöglichen wird.
Liebe Grüße
Andreas
Hallo Isa,
welches Ursachen hat deine Therapeutin denn bisher aufgedeckt, und welchen Beistand, von Geduld abgesehen, leistet dir dein Freundes- und Familienkreis?
Ich bin deshalb so hartnäckig, weil Spieler den Ruf haben, unzugänglich zu sein, obwohl sie selbst kaum mehr erwarten, als dass ihnen mal ein tiefgehendes Gespräch ermöglicht wird. Hast du schonmal gesagt bekommen, dass man mit dir nicht reden kann?
Verdrängung und Bagatellisierung sind nach meiner Erfahrung gängige Trigger, und das Paradox liegt darin, dass ausgerechnet Spieler vieles zu ernst nehmen und daher nicht begreifen, wie Andere sich mit Small Talk, Ignoranz und Ablenkung über die Runden retten können.
M. E. sind Spieler im Grunde Entdecker, derer man sich entledigt hat, weil sie zu viel wissen wollen. Es ist für den Status Quo sehr praktisch, seine Kritiker als Spieler zu diskreditieren, womit Spielen vor allem der Selektion dient.
Hi Isa,
und wieder einmal kann ich dich gut verstehen. Auch ich bin überzeugt dass Frauen "anders" spielen. Es gibt soviele Lebensentwürfe, -verläufe wie Menschen. Bei Frauen gibt es jedoch mehr, die sich eher mit meinem decken.
Ich hatte mir Ende letzten Jahres extra eine virtuelle FrauenSHgruppe gesucht. Da ich allerdings die einzige Glücksspielsüchtige war, hat es dann doch nicht wirklich gepasst.
Im Moment verfolge ich das nicht weiter.
Und: Danke an alle hier Aktiven! Ich lerne von jeder/m.
LG
Olli und Andreas : Danke
Loser :
Tatsächlich hat mir bisher niemand gesagt , dass man mit mir nicht reden kann .
Ich würde auch sagen , dass ich das sogar ziemlich gut kann , solange es nicht um mich , bzw. meine Probleme geht.
Ich bin laut meinen Freunden ein toller Zuhörer und guter Ratgeber.
Meine Freunde und Familie sind das ebenfalls , ich hatte es nur lange nicht mehr in Anspruch genommen .
Welcher Beistand wird mir geleistet ?
Da kann ich ja nun nur von denen sprechen , die "eingeweiht" sind .
Alle fragen sehr regelmässig, wie es mir geht und ob sie etwas für mich tun können im Allgemeinen, oder auch etwas , was mir die Anstinenz erleichtern würde.
Sie haben auch gefragt , ob sie durch ihr Verhalten zu meiner Spielsucht beigetragen haben.
Alle haben sich gemeinsam zum Thema Spielsucht informiert .
Am engsten begleitet mich natürlich mein Mann.
Er hat alles übernommen , was für mich grade schwierig ist und mit mir gemeinsam die Scheunentore geschlossen.
Er hat mich zu meinen ersten Terminen gebracht , weil ich ein kleiner Schisser war .
Wir hatten inzwischen auch gemeinsame Gespräche bei der Suchtberatung .
Er begleitet mich durch alle Phasen meiner Gefühlsachterbahn und hat mir in der Zeit nicht ein einziges Mal das Gefühl gegeben ,zu viel zu sein .
Natürlich läuft nicht alles perfekt , das braucht Zeit .
Während der letzten 3 Jahre hab ich mein Spiel auf die erste Stelle gestellt und ihn hintenan.
Das ist nicht von heute auf morgen überstanden .Ich habe sein Vertrauen komplett missbraucht.
Das baut sich nur sehr langsam wieder auf .
Wir arbeiten gemeinsam daran , durch viele Gespräche, gemeinsame Zeit, Ehrlichkeit ...
Meine Therapeutin und ich verfolgen mehrere Ansätze .
Da gibt es ein traumatisches Ereignis aus meiner Kindheit , von dem ich dachte , dass ich es längst verarbeitet hätte .
Dann gibt es den Tod meines Vaters kurz vor der Entbindung meiner ersten Tochter .
Dann hatten/haben wir grosse Probleme mit unserer psychisch kranken Tochter , über die wir lange nicht mit anderen gesprochen haben .
Und zu guter letzt besteht noch die Verdachtsdiagnose AD(H)S.
Die Diagnostik steht noch aus .
Das sind die Dinge ,mit denen wir uns gerade beschäftigen.
Ich steh da aber noch komplett am Anfang.Das sind alles noch die allerersten Schritte , ich bin erst seit 12 Wochen spielfrei und kümmere mich auch erst seitdem um all diese Dinge.
Da darf ich keine Wunder erwarten.
Und dennoch fühlt sich manche Veränderung bereits wie ein kleines Wunder an .
Zu deinem letzten Abschnitt :
Ich habe in keinster Weise das Gefühl , dass mich irgendjemand als Spieler diskreditierten möchte .
Ich bin ein Spieler !
ABER ich erlaube mir auch heute spielfrei zu sein.
Danke Babs auch für deinen Beitrag .
Das bestätigt mein Gefühl nochmal .
Ich hoffe , dass das hier jedem klar ist , dennoch schreibe ich es sicherheitshalber noch einmal !
Ich bin natürlich auch JEDEM hier dankbar - egal ob Mann oder Frau !
Dieses Forum hat mir bereits sehr viel gebracht und ist ein fester Bestandteil für mich in den letzten Wochen geworden.
Ich möchte niemanden von euch / keinen eurer Beiträge hier missen .
Ich würde mir nur zusätzlich noch ein paar weibliche Unterstützer wünschen .
Hallo Isabell,
ich kann zum Thema nicht viel beitragen. Aber du scheinst nicht die erste zu sein die sich über mögliche Unterschiede Gedanken macht.
https://www.forum-gluecksspielsucht.de/forum/index.php/topic,4790.0.html
Hallo Isabell
Ich muss Dir sagen das ich eine weibliche Person bin, und auch spielsüchtig.
In meinem Tagebuch habe ich auch schon viel geschrieben, wie es Anfing und was ich bisher dagegen unternommen habe.
In meiner SHG war ich auch die einizigste Frau und blieb es auch. Am Anfang kam ich mir richtig komisch vor, sodass ich auf eine weibliche Gruppe gestoßen war und habe diese Ausprobiert.
Habe aber schon sehr schnell bemerkt das die weibliche Gruppe dann doch nichts für mich ist, weil da auch andere Süchte wie zum Beispiel Alkohol und Drogen bei waren.
Bin dann wieder zu der Männer SHG rüber die sich dann aber mit der Zeit immer mehr und mehr ins nichts auflöste. Es wurden immer weniger Leute sodass ich am Ende nachher alleine da saß.
Habe mich dann bei der SHG abgemeldet und man sagte mir wenn ich wieder Interesse hätte könne ich mich jederzeit melden.
Ich glaube da werde ich mal wieder nachfragen wie es zur Zeit aussieht und ob wieder mehr Leute da sind.
Der einzige Vorteil den Du mir gegenüber hast, ist, das Du jemanden an Deiner Seite hast aus Deiner Familie. Dein Mann unterstützt Dich wo er nur kann. Und das finde ich klasse. Nimm jede erdenkliche Hilfe an die Du bekommen kannst. Sie stärkt Dich noch zusätzlich dabei spielfrei zu bleiben.
Mein Mann möchte von all dem lieber nichts wissen. Er möchte auch nicht mit mir darüber reden.
Ich drücke Dir ganz doll die Daumen und Gratuliere Dir heute zu Deiner Schnapszahl 88
Lg Mutze
Isa,
vielen Dank für die ausführliche Zusammenstellung. Interessanterweise deckt sie sich kaum mit meiner Situation. Mir fällt es schwer, Gesprächspartner zu finden, und dann ist es auch schon wieder vorbei, sobald mal einer Stellung beziehen soll. Entsprechend mau ist die Unterstützung bei Ursachenfindung und Suchtbekämpfung, obwohl ich selbst eher der hilfreiche Typ war und bin, jedoch mitunter auch etwas undiplomatisch.
Beim Lesen deines Berichtes ist mir der Gedanke an das sprichwörtliche Kind im Manne gekommen und der Verdacht, dass Sucht derart am Verstand vorbei agiert, dass man viel mehr nach einem fremden oder längst vergessenen Wesen in sich selbst suchen muss, als dass man sein Denken und das der Anderen auf den Prüfstand stellt.
Es gibt ja bekanntlich so genannte Schläfer, die per Trigger vorprogrammierte Handlungen ausüben, die ihnen irgendwann eingebläut wurden. Mitunter komme ich mir vor, als ob meine Börsentradingmeise eine Ersatzhandlung für bisher nicht abgerufene "höhere" Aufgaben ist, das Kind in mir also auf etwas trainiert wurde, wofür es nun nicht gebraucht wird und deshalb unterzugehen droht. Allerdings bin ich in der DDR aufgewachsen bzw. erzogen worden und eben männlich. Bei der Gelegenheit könnte man zur Abwechslung mal das Kind in der Frau hinterfragen.
Interessant finde ich auch den Verdacht auf AD(H)S, weil er eine Verbindung zur manisch-depressiven Veranlagung herstellt, die ich als grundlegende Ursache für Suchtkrankheiten sehe. Deshalb war ich zeitweilig mal in einer SHG für Psychoten. Die Anderen dort hatten sich aber schon überwiegend in ihrem Status des Daueralimentierten eingerichtet, dass ihre größte Sorge war, den wieder zu verlieren. Mit meiner Ursachenforschung war ich deshalb eher Nestbeschmutzer, was mich aber davor bewahrt hat, selbst zur Heulsuse zu werden.
Außerdem unterscheidet uns, dass du danach strebst, wieder zurückzufinden. Ich würde hingegen eher mal wieder etwas Neues versuchen. Das liegt mir schon von klein auf im Blut. Demgemäß betrachte ich das verzockte Geld als Wagniskapital, was ein recht großes Rückfallpotenzial birgt. Vielleicht bin ich ja mehr flüchtig als süchtig und die versagte Hilfe bezweckt mein Bleiben.
Hier ist ja was los 😅
Danke für eure Rückmeldungen.
Kaum schimpfe ich über zu wenig Frauen , kommen Babs und Mutze vorbei .
Danke euch 🫂
Mutze , du hast absolut Recht , mit meinem Mann hab ich wirklich grosses Glück.
Ich kann mir gar nicht vorstellen , wie schwer das für dich sein muss , dass dein Mann von dem Thema Spielsucht nichts wissen will.
Natürlich ist das sein gutes Recht , dennoch ist dein Weg dadurch deutlich erschwert .
KungFuPanda, danke für den Link 👍🏼
Andreas , danke auch für deinen Blick auf die Dinge .
Lieber Loser , wenn dir die Unterstützung im Freundeskreis fehlt , mache dich alleine auf die Suche nach deinem "Warum".
Nutze das Forum dazu , geh evtl zur Therapie und / oder schau doch mal in der Online-SHG vorbei .
Da sitzen keine Heulsusen 😉
Da haben alle ein Ziel und tauschen sich aus .
Das wäre vielleicht auch was für dich .
Uns so als kleiner Gedanke nebenbei , wenn du grundsätzlich das Gefühl hast keine guten Gespräche mit deinen Freunden führen zu können und alles eher in der Small-Talk-Liga bleibt , solltest du dir überlegen , ob das der richtige Freundeskreis für dich ist .
Guten Morgen Isa,
hast du mit der Online-SHG eine ganz bestimmte im Blick?
Mein Freundeskreis hat sich schon heftig ausgedünnt. Die meisten haben sich schlicht verpisst.
Man sollte vielleicht mal ein Online-Forum über Feigheit ins Leben rufen. Es wird richtig spannend, wenn man den Untertanen in ihren noblen Rattenlöchern zu nahe kommt.
Guten Morgen Loser ,
es gibt ein grosses Angebot an Online-SHGs, ich hatte jetzt an die Gruppe gedacht , die von Olli ( hier aus dem Forum) geleitet wird .
Findet Samstags um 19Uhr statt.
Hallo Loser,
Dir ist klar, daß Du in deinen Argumenten Fachärztliche Hilfe brauchst?!
Allo Andy,
welches Fachgebiet wäre das denn? Ich habe als Kind mal eine Brille verschrieben bekommen, obwohl ich nicht kurzsichtig sondern schwerhörig war. (Kein Witz!)
Isa,
Samstagabend ist allerdings ein etwas unglücklicher Zeitraum. Wer da in der SHG schmort, gibt quasi seinem übrigen Sozialgefüge den Rest.
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag
Wir haben einfach zu wenig Wochentage. Lasst uns doch einen weiteren einfügen ... den JetzthabeichkeineAusredemehrTag_soeinMist
:)
Nachtrag: Wir hatten auch schon an anderen Wochentagen Gruppenabende und immer gab es über den Tag was zu meckern.
Ich leite nun die Gruppe und daher gebe ich den Wochentag auch vor. Und ja, auch ich verzichte hier und da auf Termine, die an einem Samstagabend anstehen. Seit 5 Jahren ist kein einziges Meeting ausgefallen. Es ist ganz einfach ... ich setze mir Prioritäten - wie Du - nur eben anders.
Nix gegen Samstagabend-SHGs, für das Selbst können die unheimlich hilfreich sein. Selbstlose haben währenddessen aber meist zahlreiche Optionen und damit die Qual der Wahl.
Dennoch hier meine ehrliche Anerkennung fürs Durchziehen! Ich könnte mich auch nur schwer auf einen anderen Wochentag festlegen und Montag schon gar nicht.
Zitat von: Loser65 am 07 Juli 2026, 10:51:04Isa,
Samstagabend ist allerdings ein etwas unglücklicher Zeitraum. Wer da in der SHG schmort, gibt quasi seinem übrigen Sozialgefüge den Rest.
Hm , die meisten von uns haben ihrem übrigen Sozialgefüge bereits mit ihrer masslosen Zockerei den Rest gegeben .
Da kommt es auf die 2 Std am Samstag Abend nicht an.
2 sinnvoll verbrachte Stunden.
Der Samstag Abend ist auch nicht meine erste Wahl - aber wie Olli schon schrieb, einer hat immer was zu meckern 😉
UND es gibt ja auch noch an den anderen Tagen Online-Angebote.
Jeder kann sich aussuchen , was für ihn passt .
Mir persönlich gefällt es, dass ich Samstags zu dem ein oder anderen Namen hier ein Gesicht bekomme .
Isa,
vermutlich haben wir mit maßloser Zockerei ja die Samstagabende der Anderen finanziert. Das Leben ist bekanntlich hart aber ungerecht.
Wer weiß, vielleicht lass' ich mich mal sehen. Ich wollte auch nicht meckern, nur meine Bedenken äußern.
Übrigens: Schade, dass wir damit dein Tagebuch zukleistern. Das Gezeter sollte woanders ausgetragen werden.
Loser :
Alles gut , ich freu mich über regen Austausch in meinem Tagebuch.
Am liebsten aber natürlich ohne unnötiges Gezeter .
Deine Art hier im Forum zu schreiben wirkt etwas überheblich .
Ich weiss nicht , ob du das bewusst machst , oder ob du dich dadurch einfach nur selbst schützen möchtest ?
Ich muss zugeben, dass mich das beim ersten Kontakt hier mit dir ( in Josefs Thread) auch ziemlich getriggert hat .
Ich könnte mir vorstellen , dass andere das ähnlich empfinden und du dadurch hier auch auf Gegenwind stösst .
Das sagt nichts darüber aus , wie du als Mensch tatsächlich bist .
Es ist nur mein persönliches Empfinden beim Lesen deiner Beiträge hier im Forum.
Hallo Isabell
Ich wollte mal nachfragen wie es Dir heute geht.
Wie hast Du Deinen spielfreien Tag so verbracht. Ich drücke aufjedenfall weiterhin die Daumen. Ich muss aufpassen da ich zur Zeit eine Suchtverlagerung habe.
Muss mich ein bisschen beherrschen.
Dir noch einen schönen Abend ich schaue jetzt zur Ablenkung weiter Fussball. ;D
Lg Mutze
Hey Mutze ,lieb , dass du dich bei mir reinschaust 😀
Erstmal Glückwunsch zu deinen 10 spielfreien Tagen.
Wie macht sich die Suchtverlagerung bemerkbar ?
Meinst du die Kaufsucht ?
Wie schwer fällt es dir , auf unnötige Käufe zu verzichten ?
Wie gesagt , neige ich auch dazu, zu viel Geld auszugeben.
Eine Suchtverlagerung in diese Richtung war bei mir zum Glück nicht möglich , da ich keinen Zugriff auf mein Geld habe .
Durch das Verschliessen dieses Scheunentores hab ich quasi 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.😅
Das einzige , was sich in der spielfreien Zeit zum Negativen entwickelt hat , ist meine Ernährung.
Ich war schon immer übergewichtig , mal mehr - mal weniger .
In den letzten Wochen hatte ich das Thema aber tatsächlich null im Griff.
Fast könnte man meinen , dass ich jedes nicht gespielte Spiel mit einer kleinen Kalorienbombe belohnt habe.
Aber auch das Thema nehme ich nun ernsthaft in Angriff.
Gestern hatte ich meinen ersten Termin zur Ernährungsberatung.
Ich war direkt ehrlich und hab ihr auch von der Spielsucht erzählt .
Mal schauen , wie sich das Ganze entwickelt.
Mir geht es heute gut , ich habe den halben Tag mit meiner grössten Leidenschaft verbracht .
Musik ❤️
In 2 Wochen singe ich seit langer Zeit auf einer Hochzeit und ich habe heute intensiv dafür geprobt .
Schönen Abend
Hallo Isabell
Danke Dir für die Glückwünsche.
Die Suchtverlagerung macht sich bemerkbar in dem ich jetzt statt zuspielen mehr Zeit in den Online Shops verbringe. Und immer wenn ich was Interessantes sehe was mir zusagt, bin ich der Meinung das kann ich noch gebrauchen. Meistens kaufe ich das dann auch. Das ist dann aber auch wieder nur vorüber gehend wie eine Phase.
Ich muss mich einfach weiter ablenken damit ich so garnicht mehr an den Laptop gehe oder nur wenn nötig.
Mit meiner Ernährung bin ich leider auch ziemlich Unzufrieden, bin aber selbst schuld, weil ich immer das Esse was mir schmeckt und immer zur falschen Zeit. :'(
Früher mit 25 war ich ein schlanker Mensch, das hat sich geändert nach dem ich Psychisch krank wurde, Tabletten nehmen musste und vor lauter Frust Süssigkeiten gefuttert habe und sich mein Essverhalten geändert hat. Ich habe in den letzten 30 Jahren bestimmt 50 Kilo zugelegt. :o
Nächste Woche Donnerstag habe ich einen Termin bei meiner Hausärztin und da werde ich auch mit ihr über mein Gewicht und Gewichtsreduktion sprechen.
Ja Musik ist was schönes. Hin und wieder sitze ich hier am Laptop und rocke auf die Musik die ich über Kopfhörer höre und singe auch dabei, während mein Mann im Hintergrund ein bisschen schmunzelt und sagt ich sei verrückt.
Ich drücke Dir ganz fest die Daumen für Dein singen auf der Hochzeit und natürlich sehr viel Spaß dabei.
Einen schönen Abend Dir noch
Lg Mutze
Wiedermal guten Morgen Isa!
Diplomatie ist in der Tat nicht meine Stärke und mitunter komme ich absichtlich etwas derb daher, weil ich mit Gegenwind mehr anfangen kann als mit Echos. Das macht die Konversation zwar nicht leichter, aber eben ergiebiger.
Klar blitze ich damit auch öfter mal ab, aber nur dort, wo eh beredtes Schweigen herrscht, man sich mit viel Blabla gegenseitig einnebelt. Andererseits komme ich dadurch mit Fremden meist in recht erhellende Gespräche, was mir mitunter Einblicke gewährt, die im Bekanntenkreis eher tabu sind, und habe dadurch Kenntnisse, die manch Anderer in seiner Dunstglocke nicht mal vermuten würde. Meine Lebenserfahrung enthält ziemlich krasse Tatsachen, die ich gelegentlich zur Sprache bringe, was dann schonmal überheblich klingen kann, aber leider wahr ist.
An Herzdrücken werde ich wohl nicht zugrunde gehen. Es steht mir aber bis Oberkante Unterlippe, was für Sauereien durch Beschönigung und Heuchelei möglich sind. Eine davon ist Glücksspiel, wo hoch studierte Verbrecher ihren oft mit staatlicher Bildung erworbenen Wissensvorsprung um die Psyche dazu gebrauchen, mit elitären Tricks und Technologien Menschen in die Falle zu locken, nur weil Freiheit alles erlaubt. Wenn zum Ausgleich die potenziellen Opfer mit ähnlichem Aufwand rechtzeitig davor gewarnt würden, könnten die Halunken alle einpacken. Aber wovon sollten sie dann leben?
Das System ist so krank, dass es ohne Betrug und Selbstbetrug sofort kollabieren würde.
Zitat von: Loser65 am 08 Juli 2026, 06:58:05Wenn zum Ausgleich die potenziellen Opfer mit ähnlichem Aufwand rechtzeitig davor gewarnt würden, könnten die Halunken alle einpacken .
( Vorweg : Natürlich verstehe ich diese Kritik am System !)
Ich glaube mich hätte selbst ein riesiges , leuchtendes Warnschild mit blinkenden Buchstaben
Achtung Isa - dieses Spiel wird dich süchtig machen ! nicht gerettet .
Ich war mein Leben lang komplett überzeugt , dass ich kein "Typ" bin , der süchtig werden kann.
Ich kann mich an viele Gespräche erinnern ,in denen ich mit Freunden oder Familie über den neusten Dorftratsch gequatscht habe "Hast du schon gehört , Anneliese hat ihren Mann rausgeschmissen, der soll wohl Alkoholiker sein ?"," Weißt du schon das Neuste ? Das Haus von dem alten Schreiner wird zwangsversteigert. Der soll wohl Haus und Hof verspielt haben " usw usw ...
Nie, nie, nie hätte ich mir vorstellen können , dass mir soetwas passiert.
Und das hab ich auch immer so kommuniziert.
Es war für mich unvorstellbar, wie man da reinrutschen kann und warum man da nicht rechtzeitig die Notbremse zieht .
Für mich war völlig klar , das kann mir nicht passieren .
Daher hätte ich auch die blinkende Warnung einfach beiseite geschoben .
Das mag ja für andere gelten , aber ganz sicher nicht für mich .
Es war nicht so , dass ich schlecht über die Betroffenen gedacht habe.
Sie taten mir leid , aber ehrliches Verständnis hatte ich nicht .
In meinem Kopf war klar : Wenn du weißt , dass es schlecht für dich ist , dann lass es halt sein !
Fast schon lustig , wie naiv und unwissend dieser Gedanke war.
Die Sucht hat mich da tatsächlich geerdet.
Ich lerne durch sie Dinge über mich , die ich sonst vermutlich nie gelernt hätte .
Ganz am Anfang hier schrieb Olli mir :
Kannst du versuchen , dir selbst zu verzeihen ?
Das ist jetzt 11 oder 12 Wochen her .
In meinem Kopf schrie alles :
NEIN, DAS KANN ICH MIR NIEMALS VERZEIHEN !!
Heute , nach gar nicht so langer Zeit, bin ich da schon viel versöhnlicher mit mir.
Ich bin nicht die schlechteste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Ich bin ein Mensch, der jeden Tag neu entscheiden darf, wer er sein möchte.Und inwzischen treffe ich da häufig gute Entscheidungen.
Ich habe beim Lesen ne Gänsehaut bekommen ... :)
Isa,
das greift m. E. doch etwas zu kurz. Ne ordentliche Aufklärungskampagne würde rechtzeitig offenlegen, was Sucht ist und wie sie sich manifestiert. Wer das erst begreifen darf, wenn er davon befallen ist, hat schon verloren.
Du hättest bei brauchbarer Bildung sicherlich hinterfragt, was dem Ruin des Schreiners vorausging. Weil aber immens Viele von Sucht peinlich berührt sind, ist Sucht ein Tabu und wird erst durch ihre Folgen sichtbar.
In Anbetracht der weiten Verbreitung von Abhängigkeiten und Suchterkrankungen ist mir völlig unverständlich, warum Sucht insgesamt derart im Hintergrund bleibt, dass ein Süchtiger sich ihrer schämen muss. Das Thema sollte wesentlich offensiver und ehrlicher angegangen werden, um zum einen effektiv Vorbeugen und zum anderen die Nutznießer bloßstellen zu können.
Naja, beim Dorftratsch geht es halt selten darum, besonders gebildet rüberzukommen.🫣
Im Übrigen ging es in meinem Beitrag gar nicht um den Stand der Suchtaufklärung, sondern darum, dass ich trotz der Geschichten über Alkoholismus oder Spielsucht felsenfest überzeugt war, selbst nicht gefährdet zu sein. Das war keine Bildungslücke, sondern eine Fehleinschätzung, die ich erst durch eigene Erfahrung erkannt habe.
Grundsätzlich bin ich aber bei dir , eine vernünftige Aufklärung in diesem Bereich und ein deutlich besserer Schutz wäre definitiv angebracht .
Am Ende hat mich aber niemand gezwungen zu spielen , Geld einzuzahlen , zu lügen usw .
Dafür muss ich selbst die Verantwortung übernehmen !
Da hilft es niemandem , sich mit fehlender Aufklärung rauszureden .
Hallo Isabell
Du hast Recht mit dem was Du schreibst, denn auch ich hätte früher nicht daran gedacht das ich spielsüchtig werde.
Mir hat auch niemand gesagt du musst das kaufen und du muss die Spiele spielen. Nein ich habe mir das selbst ausgesucht. Und weil es am Anfang auch Spaß gemacht hatte, konnte ich nicht rechtzeitig aufhören.
Ich habe auch nie darüber nachgedacht, denn das Geld war ja da. Am Anfang war alles ok, hatte es im Griff, dachte ich, aber dann wurde es immer schlimmer. Ich habe Schulden gemacht stehe dadurch in der Schufa, auch wenn mein Mann mich zweimal da raus geholt hat, aber Ratenzahlungen stehen leider 3 Jahre drin.
Heute höre ich meiner Nachbarin zu die von ihrem Ex erzählt der durch Zocken schulden gemacht hat. Was geht mir da durch den Kopf ? Boh die arme Frau oder meine Güte du bist genauso ? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur das ich ihr nicht erzählen kann das ich spielsüchtig bin. Wieso nicht ? Weil ich mich dafür Schäme.
Bleib weiter am Ball und nimm jede Hilfe von aussen an die Du bekommen kannst. Du schaffst es. :)
Lg Mutze
Isa,
ohne dich triggern zu wollen: Wenn dich jemand ins Wasser stößt und du ertrinkst, weil du nie Schwimmen gelernt hast, bist du dann verantwortlich? Wie ist es dann, wenn dich jemand zum Spielen verleitet, obwohl du dazu nicht nein sagen kannst, weil du schon als Kind immer gern gespielt und gewonnen hast?
Und warum soll eine Fehleinschätzung nicht aus Bildungslücken resultieren? Wenn du dir eingebildet hast, gegen Sucht gefeit zu sein, dann bestimmt auch, weil du über Sucht nicht genug bescheid wusstest. Wie soll jemand für sich Verantwortung tragen, wenn er es nie gelernt hat, weil er zum Ja-Sager und Mitläufer erzogen wurde.
Hm , in deinem aufgestellten Vergleich wäre es dann ja eher so , dass jemand sagt :
Hey , spring ins Wasser , das wird toll ! Probier es einfach mal aus !
Wenn ich dann springe , ohne Schwimmflügel , obwohl ich nicht schwimmen kann , bin ich immer noch selbst verantwortlich .
Auch wenn das ziemlich mies wäre , von dem , der mich verleitet hat .
Wenn mich jemand zum Spielen verleitet , ist das ebenfalls mies , die Entscheidung zu Spielen hab ich dann aber dennoch am Ende selbst getroffen.
Wie man es auch dreht und wendet - ich hab es selbst in der Hand !
Ja - Aufklärung ist da absolut wichtig !!
Das läuft in Deutschland falsch .
Keine Frage.
Wenn du springst, hast du ihm vertraut, und wenn du spielst, hast du dir vertraut.
Ein beiden Fällen ganz schön naiv ...
Ergo: (Selbst-)Vertrauen ist naiv
Na, da braucht es ja ganz schön viel Naivität, um auch wieder aus der Sucht auszusteigen!
Man kann es an verschiedensten Stellen ansetzen: Das Verhalten und das Verhältnis! Das Verhalten zielt auf eben das eigene Verhalten ab und das Verhältnis ist alles drum herum. Das sind Gesetze, Normen und Regeln, Psychologie bei der Erstellung von Glücksspielprogrammen und und und ...
Ja, auch schulische Aufklärung gehört dazu. So hätte ich nie und nimmer Drogen genommen, denn mit "Christiane F" wurden wir gefeit gemacht gegen diese Seuche.
Das Glücksspiel wurde jedoch gar nicht thematisiert und vielleicht hätte ich darüber geschmunzelt. Mein Vater spielte doch selbst hier und da. Er hatte Familie, erschuf ein Eigenheim. Was sollte daran also schlecht sein?
Zitat von: Loser65 am 08 Juli 2026, 23:10:36Ergo: (Selbst-)Vertrauen ist naiv
Man kann Vertrauen vielleicht so unterscheiden:
Naives Vertrauen bedeutet: "Es wird schon nichts passieren." Warnsignale werden ausgeblendet oder ignoriert.
Gesundes Vertrauen bedeutet: "Ich weiß, dass Enttäuschungen möglich sind, aber ich entscheide mich trotzdem, Vertrauen zu schenken."
Naives Selbstvertrauen klingt eher nach: "Mir kann nichts passieren. Ich habe alles im Griff."
Echtes Selbstvertrauen heißt dagegen: "Ich weiß, dass ich Fehler machen kann. Aber ich vertraue darauf, dass ich mit ihnen umgehen kann."
Vertauen grundsätzlich als naiv anzusehen und sich daher für ein Leben ohne Vertauen zu entscheiden , stell ich mir ziemlich traurig und einsam vor .
Moin Olli!
Es braucht viel Bewusstsein um Naivität. Genau genommen wird Kindern Vertrauen anerzogen, nicht Verantwortung. Schließlich sollen sie sich fügen.
Verhalten resultiert daher aus den Verhältnissen, innerhalb derer jeder seinen Spielraum hat. Wer vor Drogen zurückschreckt stolpert fast automatisch übers Glücksspiel als "gesündere" Alternative für Gelangwillis mit reichlich Taschengeld.
Verschwörungstheoretiker sehen Bahnhof Zoo daher möglicherweise als Marketing für Glücksspiel. Schließlich ist es um vieles sozialverträglicher. Wieso sollte man also davor warnen? Im Gegenteil, man macht noch bunte Lämpchen dran, lässt schon die Jüngsten Plüschtiere zocken und druckt Börsenbriefe.
Kinder kriegen gar keine Chance, den Rattenfängern zu entkommen. Bestenfalls werden sie selber welche. Im sozialen Netz darf niemand frei sein, sonst betreibt er vielleicht noch Aufklärung.
Moin Isa!
Echtes Vertrauen klingt schon fast nach Verantwortung, Die Kunst besteht also darin, falsch von echt trennen zu können. Die Zeit sollte man sich nehmen, vor allem der Nachahmer und der Triebtäter.
Hallo zusammen,
spannend, was ihr hier diskutiert. Aber: ist Isas Tagebuch der richtige Ort dafür? Wie wäre es mit einem separaten Thread?
LG Ilona
Hallo Isa,
ich gebe Ilona hier völlig Recht. Eigentlich wollte ich gerade meine Gedanken Dir hier mitteilein,
aber nun geht es an meinen heutigen Tag... :)
Ja , da muss ich Ilona Recht geben .
Das ufert hier etwas aus.
Loser , du hast viele interessante Gedankengänge , auch wenn ( oder auch gerade weil ) deine Weltansicht mit meiner nur wenig Überschneidungen zu haben scheint .
Mach gerne deinen eigenen Thread auf , ich werde sicher mal reinschauen .
Hallöchen !
Gestern Abend war ich mit ein paar Leuten zum Quatschen verabredet .
Keine engen Freunde von mir , eher so gute Bekannte.
Aus ein bisschen Quatschen , wurde ein geselliger Abend ( für die anderen mit ein bisschen Alkohol und Pizza).
Ich blieb beim Wasser und hab mir auch die Pizza verkniffen .
Keine Sorge, ich werde sicher nicht für immer auf solche Ding verzichten , aber um die ersten Kilos zu verlieren, möchte ich jetzt erstmal möglichst konsequent sein .
Aber das ist auch gar nicht der Punkt meines Posts.
Irgendwann holte jemand (am gleichen Tisch) ein Kartenspiel raus und ein paar Leute fingen an 30 1/2 zu spielen .
Der Einsatz lag bei 30Cent.
Dass ich nicht mitspielen würde , war mir direkt klar und stand für mich auch nicht zur Debatte.
Aber ich hätte nicht gedacht ,wie sehr mich das anfixt.
Ich war binnen 20 sek voll auf das Spiel fixiert und merkte richtig wie mein Puls ansteigt .
Ich bin aufgestanden und meinte , dass ich mich ein bisschen bewegen müsse ( man wird ja nicht jünger ...) .
Bin dann draußen eine kleine Runde gelaufen , hab mich dabei sehr schnell beruhigt und mich dann zu den anderen an den 2.Tisch gesetzt .
Himmel - was war das denn bitte ?
Ein lächerliches Kartenspiel um 30Cent ...
Ich hab das in meinem Leben sicher schon 200mal gespielt , ohne erhöhten Puls und ohne Aufregung 🤷�♀️
Das hat mich wirklich erschrocken .
2 Mal im Jahr treffen mein Mann und ich uns mit 4 anderen Pärchen zum Krimidinner spielen .
In 2 Wochen ist es wieder soweit .
Der Titel des Krimis:
Rien ne vas plus - Mord im Casino
An dem Abend werden keine Spiele gespielt , aber der Gastgeber versucht natürlich das passende Ambiente zu erschaffen .
Ich hab jetzt irgendwie ein schlechtes Gefühl , dass das für mich schon zu viel sein könnte ...
Hallo Isa,
meinen Respekt, und wie gut ein Spaziergang tun kann. Das ist gar nicht so einfach, der Spielteufel lauert überall. Einmal die Woch spiele ich im Nachbarschaftstreff "Räuberromme", ist das richtig so?
Ich habe dort ein Mitspielerin, die nervenaufreibend alle Möglichkeiten checkt, ob sie gewinnen kann, das triggert mich schon. Aber die Quintessenz ist es, das Gehirn wach zu halten, Aufmerksamkeit, und die Fähigkeit Empathie für die Mitspielenden zu entwickeln. Nicht der Anreiz des Spieles, sondern die Konversation untereinander ist das reizvolle. Und so freue ich mich sehr, wenn Teilnehmerinnen zum Schuß noch Erfolg haben, die bislang keine Runden gewinnen konnten. Allerdings tun mir oft danach die Wangenknochen weh, weil wir soo viel zu Lachen haben.
Kaffee und Kuchen gibt es zum Warmup, das kann ich auch genießen, weil dieses das einzige Mal in der Woche ist.
Liebe Grüße
Guten Morgen !
Danke Andreas für deine passenden Worte.
Zitat2 Mal im Jahr treffen mein Mann und ich uns mit 4 anderen Pärchen zum Krimidinner spielen .
In 2 Wochen ist es wieder soweit .
Der Titel des Krimis:
Rien ne vas plus - Mord im Casino
An dem Abend werden keine Spiele gespielt , aber der Gastgeber versucht natürlich das passende Ambiente zu erschaffen .
Ich hab jetzt irgendwie ein schlechtes Gefühl , dass das für mich schon zu viel sein könnte ...
Nachdem ich nun die 2.unruhige Nacht hinter mir habe , weil mir der Gedanke an diesen anstehenden Abend einfach nicht aus dem Kopf gehen will , hab ich heute Morgen den Gastgeber angeschrieben und ganz ehrlich mein Problem erklärt .
Das war mir wirklich unangenehm, aber einfach absagen wollte ich auch nicht .
Das sind immer schöne Abende , auf die wir uns alle freuen .
Lange Rede , kurzer Sinn .
Er hat sich direkt zurückgemeldet .
"Hey Isa !
Sorry , wir wussten nichts von deiner Suchterkrankung , sonst hätten wir dieses Thema sicher nicht ausgewählt .(Wenn du jemanden zum Reden brauchst - wir sind da )
Gar kein Problem , wir suchen uns ein anderes Krimi-Dinner-Angebot aus.
Wir haben ja noch 2 Wochen , das ist alles machbar .
Freuen uns auf den Abend .
Liebe Grüße..."
Ich bin sooo erleichtert.
Manchmal mach ich mir echt Probleme , wo keine sind .
Hallo Isa,
du bist soo mutig! Toll!
Sich in seiner Verletzlichkeit zu zeigen ist in unserer Gesellschaft nicht weit verbreitet.
Allerdings habe ich auch unterschiedliche Erfahrungen damit gemacht. Manche wollen es schnell abhaken und manche wollen / können sich damit befassen. Ich glaube dass es ähnlich wie bei Hochzeiten zur Reflexion der eigenen Situation anregt.
LG, Babs
Danke Babs ☺️
Wollte mich nur mal kurz hier melden .
Soweit ist alles in Ordnung bei mir !
Morgen bin ich 100 Tage spielfrei und inzwischen denke ich nicht mehr mehrmals täglich an die Sucht und ihre Folgen.
Ich schau noch fast jeden Tag hier ins Forum, aber verbringe hier nicht mehr so viel Zeit , wie vor ein paar Wochen.
Es tut mir gut , mich hier auszutauschen , aber das wahre Leben findet vor der Tür statt .
Wünsche euch allen ein schönes Wochenende
Hallo Isabell
Ich gratuliere dir heute schonmal zu deinen 99 Tage spielfrei. :D
Sofern du in der Realität abgelenkt bist denkst du weniger ans spielen. Ja das wahre Leben findet draussen statt.
Pass auf dich auf das das Suchtteufelchen dich nicht einholt.
Mache Sachen die dir Spaß bereiten zb Freizeitpark oder so, wo man den ganzen Tag verbringen kann. Geh Schwimmen.
Ich wünsche dir viel Erfolg für jeden weiteren Spielfreien Tag. :)
Schönes Wochenende
Lg Mutze
mit 7 Minuten Verspätung, aber von ganzem Herzen
Glückwusch zu 100 Tagen Siefreiheit, Isa
Liebe Grüße
Andreas
Danke euch !!
100 Tage - ich bin ein bisschen stolz !
Mutze , du hast absolut Recht.
Ich bin auf der Hut vor dem Suchtteufelchen - ich möchte nur nicht mein komplettes Leben davon bestimmen lassen und dauerhaft um dieses Thema kreisen .
Er darf und wird mich mein ganzes Leben begleiten , vielleicht werden wir sogar noch Freunde 😉
Aber er darf nicht (mehr) die Hauptrolle übernehmen oder gar die Oberhand gewinnen .
Ich freunde mich tatsächlich vorsichtig mit Täuschalot an .
Denn er hat neben dem ganzen Chaos tatsächlich auch was Gutes für mich mitgebracht .
Einen ganz neuen Blick aufs Leben - viel wertschätzender !
So heute wird gefeiert ☺️
Bin zu einer Hochzeit eingeladen und begleite die Trauung musikalisch .
Das hab ich eeewig nicht gemacht und ich freu mich sehr darauf !!
Hallo Isabell
Ich gratuliere dir zu deinen 100 Tagen Spielfrei. ;D
Ich wünsche dir sehr viel Spass heute auf der Hochzeit und das die Stimme dich nicht im Stich lässt.
Schönes Wochenende noch
Lg Mutze
Hallo zusammen !
Danke Mutze , die Hochzeit war toll und auch mit meinem Auftritt bin ich sehr zufrieden .
Mir geht es aktuell sehr gut !
Mein ganzes Leben ist im Wandel und ich spüre , dass mir einige Sachen , die mir sonst sehr schwer gefallen sind , nach und nach leichter fallen.
Obwohl nein , sie fallen mir nicht leichter , sie werden mir einfach wichtiger (ich werde mir wichtiger)
und ich ziehe sie durch , auch wenn es unangenehm ist.
Zum Beispiel habe ich das Gespräch zu einer Freundin gesucht , was schon lange ausstand .
Ich habe das immer wieder vor mir hergeschoben , weil ich ihr nicht weh tun wollte. (sie macht gerade eine schwere Zeit durch)
Habe mich und meine Bedürfnisse in dieser Verbindung immer wieder hinten angestellt .
Auch hatte ich Sorge , wenn ich meine Gefühle und Kritikpunkte anspreche, dass sie das nicht verstehen wird.
Weil sie grundsätzlich sehr von sich und ihrem Verhalten überzeugt ist und mit Kritik nicht wirklich umgehen kann.
Lange Rede , kurzer Sinn : Ich hab sie um ein Gespräch gebeten.
Es ist noch beschi****** gelaufen als erwartet .
Sie hatte 0 Verständnis und hat sich wirlich unmöglich verhalten.
Und dennoch bin ich erleichtert und stolz , dass ich es durchgezogen habe.
Wenn jemand meinen Gefühlen die Daseinsberechtigung absprechen möchte , dann kann ich ihn als Freund nicht gebrauchen .
Und das ist nur ein Punkt von vielen , der sich bei mir grad verändert .
Ich lerne für mich da zu sein und auf mich aufzupassen .
Wenn ich dadurch jemanden verliere , ist das kein echter Verlust .
Das heißt nicht, dass ich nun wie wild um mich schiesse , ohne Rücksicht auf Verluste !
Ich mach mich nur nicht mehr klein, um anderen zu gefallen .
Dass die Leute um mich herum ein bisschen Zeit brauchen , um bei dieser Wandlung hinterherzukommen , verstehe ich.
Aber zum Glück sind da auch Freunde , mit denen ich mich immer wohl fühlen konnte und kann .
Hallo ,
inzwischen bin ich schon seit 6 Wochen krankgeschrieben und in dieser Woche steht endlich die OP an.
Es ist nur ein kleiner Eingriff ,den ich auf der einen Seite kaum erwarten kann , vor dem ich auf der anderen Seite dennoch ein bisschen Bammel habe .
Wer lässt schon gerne an sich rumschnibbeln ?
Aber ich weiss auch , dass es erst danach bergauf gehen kann mit meiner Hand und ich kann es kaum erwarten , wieder voll einsatzfähig zu sein 😅
Kurzer Rückblick aufs Wochenende:
Ich hatte schöne Tage.
Am Freitag hab ich mich spontan mit meiner besten Freundin getroffen und wir sind eine grosse Runde durchs Dorf spaziert .
Samstag hab ich das Wetter genossen,den Haushalt geschmissen und am Abend an der SHG teilgenommen.Die Gespräche dort bringen mich immer ein Stück weiter , auch wenn ich hauptsächlich zuhöre.
Es fällt mir immer noch schwer, mich da richtig einzubringen , obwohl ich häufig einen Gedanden dazu im Kopf habe .
Mein persönliches Ziel ist es , mich da auf Dauer deutlich offener zeigen zu können.
Ich profitier so sehr von dem was die anderen dort teilen , da möchte ich , dass die anderen auch mal von meinen Gedanken profitieren können 😅
Schritt für Schritt
Am Sonntag war ich mit 3 Freundinnen Keramik bemalen .
Das hat richtig Spass gemacht , ich bin gespannt auf die Ergebnisse nach dem Brennen !
Anschliessend sind wir noch ein Eis essen gegangen und haben über Gott und die Welt gequatscht.
Diese ganz normalen Sachen tun mir besonders gut .
Es muss nicht immer eine riesige Attraktion geben , um Freude zu haben und das Leben zu geniessen !
Ich schätze die kleinen Dinge wieder mehr und komme immer mehr bei mir an .
In den letzten "freien" Wochen hab ich die ein oder andere Chaos-Ecke im Haus neu sortiert und dabei einige Dinge entsorgt /verschenkt oder bei Vinted verkauft.
Dabei ist ein kleines Sümmchen zusammengekommen, wofür ich mir heute Morgen einen schon lange gewünschten Kettenanhänger ( auch über Vinted) gegönnt habe.
Was für ein schöner Start in die neue Woche 😀
Hallo Isabell
Ich drücke dir von hier aus natürlich ganz fest die Daumen das die OP gut und schnell verläuft und du bald wieder deine Hand richtig benutzen kannst.
Und dann bekommst du bestimmt physio oder ähnliches und bist bald nicht mehr krank geschrieben.
Schön das du dich am Wochenende gut ablenken konntest.
Und das mit der SHG kommt bestimmt auch noch.
Du hast Recht mit dem was du schreibst das man die kleinen Dinge wieder zu schätzen lernt, ist ja bei der ganzen Zockerei eher untergegangen.
Vielleicht findest du ja noch einiges aus der Chaoten Ecke die du verkaufen kannst, um dir noch was schönes zu gönnen. Ich drück dir aufjedenfall die Daumen.
Schönen Nachmittag noch
Lg Mutze
Guten Morgen !
Danke Mutze ☺️
Gestern Morgen war meine OP und es ist alles nach Plan gelaufen .
Hab danach fast den ganzen Tag geschlafen , die ganze Anspannung ist von mir abgefallen ( war halt mal wieder ein kleiner Schisser vorab 😉)
Heute Morgen bin ich mit nur noch leichten Wundschmerzen aufgewacht , der Schmerz von vorher ist weg .
Besser hätte es nicht laufen können .
Laut der Chirurgin kann ich in ca 6 Wochen wieder normal arbeiten gehen .
Da freu ich mich jetzt schon drauf 😀
Wünsch euch einen schönen Tag ( im Schatten) ☀️
Guten Morgen Isa,
erstmal gute Besserung und werde bald wieder fit. Ich finde es gut dass deine Spielfreiheit immer länger wird und ich
bin von deinem letzten Post begeistert welche Zuversicht und Begeisterung darin liegt. So sollte das sein, selbst nicht so schöne Dinge bewusst erleben und das positive daraus zu ziehen.
LG Roy
Guten Morgen Isa!
ZitatWer lässt schon gerne an sich rumschnibbeln ?
Im Laufe der Jahre ist schon einige Male an mir rumgeschnibbelt worden. Die letzten 3 Male waren es Zahnimplantate, denen eine gewaltsame Trennung von den Alten vorausging. Da muss ich aber gestehen, dass mir die Tortour sogar recht ist. Leider habe ich eine Zeit lang nämlich auch mal auf der Felge gekaut. Das ist nicht so angenehm.
Wenn bei Dir nun die Schmerzen durch das eigentliche Problem weg sind ... dann ist doch alles wunderbar.
Ich wünsche Dir da eine gute Heilung und auch Besserung!
Zur SHG: Kein Stress ... Ich lege mir immer einen Zettel hin, auf dem ich mir Notizen machen kann. So kann ich auch mal 2 oder 3 Schritte zurückspringen und den Faden dort wieder aufnehmen.
Hallo Isa,
Gute Besserung weiterhin, und gut, daß die OP gelungen ist.
Ich denke gerade aus persönlichem Grunde an Kraankenqymnastik,
es braucht denke ich noch kleine Konfrontationen, um die Beweglichkeit wieder herzustellen.
Natürlich auch Geduld und Ausdauer.
Liebe Grüße
Andreas
Liebe Isa,
gute Besserung! Lass dich pflegen und verwöhnen!
LG Ilona
Hallo Isa
Auch von mir gute Besserung und schön das die OP gut verlaufen ist.
Genieß noch die freie Zeit die du Zuhause verbringst, sie geht schneller um als du denkst. Und dann ohhhh man eh jetzt muss ich wieder Malochen ;D
Eine gute Genesung noch
Lg Mutze
Danke euch allen !
Meinem Handgelenk geht es prima.
Dennoch habe ich eine echt beschissene Nacht hinter mir.
Mein Mann und ich haben gestern Abend ein Gespräch über Geld geführt, welche größeren Ausgaben in nächster Zeit anstehen usw.
Da ging es um eine Zahn-Geschichte, die in den nächsten Wochen bei meinem Mann ansteht für ca 3000 € und das noch zu bestellende Heizöl ...
Zum Abschluss des Gesprächs sagte mein Mann dann , dass er im nächsten Jahr dann nicht mit seinen Kollegen zum Festival fahren wird , da wir erstmal schauen müssen , dass wir die wichtigen Dinge bezahlt werden können .
Da war kein Vorwurf in seiner Stimme .
Kein " Isa, wenn du nicht gespielt hättest , wäre das alles kein Problem gewesen "
Nichts dergleichen .
Dennoch war da direkt das schlechte Gewissen in mir .
ABER das war nicht das eigentliche Problem.
Das eigentliche Problem war , dass in meinem Kopf bei der Lösungssuche , woher wir denn jetzt noch etwas Geld bekommen könnten, damit er dennoch mit zum Festival kann , als allererstes Spielen in den Sinn kam .
Da könnte man doch locker 500€ gewinnen und zack - Problem gelöst .
Ist ja nicht so , dass mein Spielen uns überhaupt erst in diese Situation gebracht hat ?!?!
Also ein völlig absurder Gedanke , den ich zur Seite geschoben habe .
Haben dann noch über alles mögliche gequatscht und sind schlafen gegangen .
Ich übertreibe nicht , wenn ich sage , dass ich 15 mal wach geworden mit immer den gleichen Gedanken .
"Hä ? Warum bin ich schon wieder wach ? Ach ja , wir brauchen Geld.
Hm , wie wäre es mit einem Spiel ?
Du würdest auf jeden Fall erstmal gewinnen ...blablabla..."
Ich war so dankbar , als der Wecker die Nacht beendet hat .
Mein Mann und ich waren heute in einem neuen Café bei uns in der Stadt frühstücken.
Haben uns überlegt , dass wir Gespräche über Geld erstmal nicht mehr vorm Schlafen gehen führen .
Diese Nacht hat mich auf jeden Fall nochmal geerdet .
Sir Täuschalot hat noch nicht aufgegeben ...
Aber es steht immer noch
X:0 für mich !
Hallo Isa,
ich bin sehr beeindruckt, wie du immer wieder aus blöden Situationen etwas lernst!
Z.b. vor dem Schlafen nicht mehr über Geld zu sprechen.
Ich war ein Nachrichtenjunki und habe mir angewöhnt, mir vor dem Schlafen drei positive Dinge des Tages bewusst zu machen. Anstatt in das Kästchen zu schauen.
Gerade heute hatte ich übrigens auch wieder intensive Spielgedanken. "Es war doch eigentlich auch ganz nett", etc.
Und das nach fast 11 Monaten aktiven NichtSpielens. Ich glaube der zeitliche Abstand ist gleichzeitig hilfreich und hinderlich.
Dann habe ich doch lieber das Bad geputzt - bringt mehr Rendite ;-)
Alles Gute weiterhin!
Babs
...... habe ich meinen Wecker 1/2 Stunde vorgestellt, weil ich einen Termin bei der Praxis für Innere und Gefäßmedizin hatte. Unter der Dröhnung meiner eingenommenen Medikamente wartete ich auf die Pflegering, die sich wg eines Staus verspätete, aber ich schon das Taxi bestellt hatte.. Also, der Streß war wieder mein Motor, und pünktlich zur Minute war ich mit flinken Händen der Dame und sogar gut gefrühstückt fertig, und auch vor der Zeit in der Praxis. Die Ärztin meine ich sollte meine Behandlungszeit für meine Beine verlängern, und so stellte sie auch das Rezept aus. Das heißt, 60 min, statt bisher 40 min.. OK, das wird wohl hoffentlich klappen, dann rauschte sie davon. Kurze Zeit später kam sie wieder in den Untersuchungsraum, und fragte mich, ob ich in eine Lymph - Klinik gehen wolle? Ich wollte das nicht glauben, und meine Rückfrage, ob als REHA - bejahte sie. Mir schoß das Wasser in die Augen, meine letzte REHA als AHB nach der Nieren - OP liegt über 14 Jahre zurück, und meine Psyche schreit: "Ich will hier raus"!
Mir ist bewußt, daß ich von Zeit zu Zeit in meinem Befund: "Strukturelle Mängel" eine Klinische Behandlung brauche, aber zum Schluß habe ich ja Antidepressiva bekommen, ich als Herzrisikopatient....
Nun habe ich wieder eine Hoffnung im Herzen, vielleicht doch mal für 4 Wochen meinem Chaos im System zu entkommen, und wider reale Schritte zu finden, meinen Genesungsweg getreulich weiter zu gehen.
Leider - kann ich Heute nicht an der Selbsthilfegruppe teilnehmen, gerade, weil es mir ja nun besser,geht, aber der Kreislauf mahnt zur Ruhe
Einen Tag zur Zeit
Zitat von: Babs am 01 August 2026, 18:26:34ich bin sehr beeindruckt, wie du immer wieder aus blöden Situationen etwas lernst.
Hallo Babs ,
Lernen durch Erfolg und Misserfolg sag ich mal 😉
Es muss ja irgendwie weitergehen...
Die Idee , sich abends 3 positive Dinge bewusst zu machen , gefällt mir .
Das war eine komische Woche , hier im Forum ging es vermehrt um Suchtdruck , in der Online-SHG war es ebenfalls Thema und bei meiner Gruppe vor Ort haben auch einige von Spieldruck erzählt .
Liegt das am Wetter ? 😉
Wir schieben ja sonst auch alles so gerne aufs Wetter ...
Hallo Andreas ,
ich drück dir ganz fest die Daumen , dass das mit der Lymph-Reha klappt .
Ein paar Wochen raus aus dem Alltag und dazu eine optimale Versorgung des Ödems würden dir sicher gut tun .
Unsere Praxispatienten haben sehr gute Erfahrungen mit der Földi-Klinik gemacht .Kannst du bei Interesse mal googeln ,vielleicht wäre die Klinik auch das Richtige für dich .
Bei uns steht der Urlaub vor der Tür.
Die Töchter haben schon Ferien, ich bin noch krankgeschrieben und mein Mann hat ab Samstag Urlaub .
Wir fahren alle zusammen mit unserem Wohnwagen an die Ostsee .
Ich freu mich sehr auf diese Auszeit.
Wir waren im letzten Jahr schon dort und hatte eine sehr schöne Zeit .
Ich kann mich erinnern , dass ich am Strand sass , mit Blick auf die See und dachte "Wie gut es uns jetzt geht .
Jetzt muss ich "nur noch" die Sache mit den heimlichen Schulden in den Griff bekommen und dann ist alles gut ."
Dass ich spielsüchtig bin , hatte ich zu der Zeit noch gar nicht realisiert .
Wir hatten eine schwere Zeit hinter uns , unsere ältere Tochter war nach längerem Aufenthalt in der Kinder und Jugendpsychiatrie wieder zuhause .
Es ging ihr deutlich besser und wir wussten , dass sie nach diesem Urlaub in eine neue Ausbildung starten kann .
Alles war also wieder auf einem guten Weg .
Alles , ausser die Schulden ...( und natürlich alles was dazugehörte, was mir aber zu dem Zeitpunkt nicht bewusst war . Für solche Gedanken war lange kein Platz in meinem Kopf . Es ging sehr lange nur um unsere Tochter - daneben hatte nichts anderes Platz)
Jetzt - ein Jahr später - fahren wir gestärkt an diesen Ort zurück.
Unsere Tochter ist psychisch stabil
( mit Höhen und Tiefen )und hat das erste Ausbildungsjahr gemeistert.
Ich bin spielfrei und es gibt keine geheimen Schulden mehr .
Es ist soooo viel passiert in diesem Jahr , vor allem in den letzten Monaten.
Diese Zeit dort wird uns nochmal Kraft schenken , um unseren Weg weiterzugehen.
(https://i.postimg.cc/sXDwwFPh/Chat-GPT-Image-4-Aug-2026-14-05-09.png) (https://postimg.cc/Y4Z6Cssr)
Wer Rechtschreibfehler findet, der darf sie behalten ...
(https://i.ibb.co/ZRGPvyPs/Chat-GPT-Image-4-Aug-2026-14-15-57.png) (https://ibb.co/5XGyCqyD)