Hallo zusammen,
ich bin eben auf dieses Forum gestoßen und freue mich sehr über eure Rückmeldungen - weil ich mich doch sehr einsam mit dem Thema fühle.
Ich bin seit mittlerweile 2 Monaten von meinem Expartner getrennt.
Wir waren 2 Jahre zusammen und er war für mich meine große Liebe. In der Kennenlernphase erzählte er mir, dass er mit Anfang 20 (als wir uns kennenlernten war er 33) eine Spielsucht hatte und auch eine Therapie gemacht hat. Seitdem hätte er auch nicht mehr gezockt.
Er hatte in der Beziehung durchgehend Geldprobleme, hatte es darauf geschoben, noch Restschulden bei Freunden zu haben. Psychisch ging es ihm episodenweise schlecht und ich hatte die Befürchtung, dass es in Richtung Depression gehen könnte, weil er auch erzählt hatte, dass er vor der Beziehung 1 Jahr lang eine depressive Episode hatte und generell bereits als Teenager immer wieder damit zu kämpfen hatte. Hilfe wollte er sich trotzdem keine holen.
Irgendwann schlug ich vor, dass er seine wohnung doch bei AirBnb vermieten könnte und dann bei mir wohnen kann, um eben schneller aus den Schulden rauszukommen.
Das hat er auch 1 Jahr lang gemacht und damit echt viel Geld verdient. Die finanzielle Situation verbesserte sich jedoch nicht. Psychisch ging es ihm auch immer schlechter - bis er im März diesen Jahres einen richtigen Zusammenbruch hatte und mir gestanden hat, dass er bereits bevor wir uns kennengelernt hatten, wieder online gespielt hat. Während der Beziehung ging er auch wieder regelmäßig heimlich ins Casino (mit meinem Auto, weil er sich das oft ausgeliehen hatte). Letztendlich hatte er einen Schuldenberg von ca 50k angehäuft. Ich hatte ihm während der Beziehung auch immer wieder mit Geld ausgeholfen, was ich nie zurück verlangt hatte.
Ich hatte so oft ein Misstrauen in mir, konnte es aber nicht richtig deuten. Er war abends manchmal nicht erreichbar und ich dachte schon, er würde mich betrügen. Er warf mir das Misstrauen immer vor und sagte, ich müsse vertrauen lernen. Am Ende war es aber begründet, weil er an diesen Abenden eben immer im Casino war.
Als das alles rauskam, war ich sprachlos und sehr enttäuscht - stelle mich aber hinten an und wollte für ihn da sein. Ihm ging es psychisch auch immer schlechter und er wollte sich psychologische Hilfe suchen und zu einer Gruppentherapie für Spielsuchterkrankte. Wir sperrten ihn auch bei OASIS. Allerdings erhielt er danach immer wieder vermehrt SMS von irgendwelchen ausländischen Online-Casinos - ich frage mich mittlerweile, ob er nach der Sperre dann auf ausländischen Foren einfach weitergezockt hatte.
Letztendlich war er von März bis Juni genau 3 mal bei der Gruppentherapie (für alle anderen Termine hatte er Ausreden) und um einen Therapieplatz hatte er sich auch nicht wirklich bemüht. Zeitgleich hatte ich das Gefühl, dass er anfing, alles auf mich zu projizieren. Er wurde mir gegenüber verbal immer aggressiver, ich lief nur noch auf Eierschalen und er kapselte sich immer mehr von mir ab - während ich immer nur versucht hatte, ihm zu helfen.
Im Juni trennte er sich dann von mir, sagte mir, er habe hin und wieder mal gekokst und glaube ohnehin, dass ich ihm nicht gut tue und seine Depression und Spielsucht in ihm getriggert hätte. Das war für mich der absolute Horror. Ich hatte ihn überhaupt nicht mehr wiedererkannt. Er war emotions- und empathielos, sagte, dass er noch nie so wütend auf einen Menschen war wie auf mich.
Jetzt bin ich in Therapie, weil ich überhaupt nicht damit zurechtkomme, wie impulsiv und aggressiv er sich getrennt hatte. Und ich fühle mich total manipuliert und ausgenutzt. Stelle mir aber doch immer wieder die Frage, ob ich tatsächlich schuld an seinem Leid trage..
Nur mal ganz kurz von mir.
Ich fange gleich von hinten an.
Einmal hat er etwas richtig gemacht und zwar dass er sich von dir getrennt hat.
Das erspart dir auch viele Tipps hier wie du raus aus der Co-Abhängigkeit kommst.
Auch dass Du in Therapie bist finde ich komplett richtig.
Und zu Deiner eigentlichen Frage, NEIN Du hast genau Null Prozent Schuld an seinem 'Elend'. Er hat dich belogen, finanziell ausgenützt und braucht natürlich eine Schuldige, Dich!
Das ist die logische Abhandlung von Süchtigen um durchs Leben zu kommen.
Hi Nani!
Herzlich willkommen!
Schau einmal:
(https://i.ibb.co/QxPWsM1/Chat-GPT-Image-7-Aug-2026-11-44-51.png) (https://ibb.co/rXxBnH1)
Du bist NICHT für seine Sucht verantwortlich! Das ist er ganz alleine! Wie Du schon geschrieben hattest, war er bereits vor Eurer Beziehung wieder aktiv und scheinbar hat auch nichts geholfen, was er da minimalistisch an Unterstützung hat "über sich ergehen lassen".
Das zeigt doch schon, dass er gar nicht bereit war.
Nehme seine absolut egoistischen Vorwürfe nicht an. Was macht er denn damit? Eigentlich hat er doch die Beziehung zerstört. Mit diesem Gefühl kann er nicht umgehen und so redet er sich die Welt schön, indem er Dir die ganze Verantwortung überträgt.
Jetzt nach der Trennung ... spielt er da noch weiter? Du bist aber doch schon weg ... Ist das nicht ein Wiederspruch?
Weisst Du eigentlich, dass Du ihm bei einer Kompetenz weit voraus bist? Gemeint ist "Sich Hilfe zu holen und sie auch anzunehmen!" Sei stolz darauf, was Du alles ihm an Unterstützung hast angedeihen lassen.
Eine Sache muss ich leider immer wieder einmal anbringen, auch wenn sie total brutal ist. Sein Verhalten zeigt eindeutig, dass er Dich wohl nie wirklich geliebt hat. Er liebt sich selbst und seine Sucht weitaus mehr. Doch wenn dem so ist, dann hat er Deine Liebe gar nicht verdient! Er hat Dich nicht verdient!
Du wirst aus der Trennung gestärkt heraus gehen ... warte es mal ab ...