Hallo zusammen,
ich muss einige Sachen los werden und ich dachte dieses Forum bietet sich dafür an.
Ich bin jetzt seit mittlerweile 7 Jahren Glückspiel süchtig, vorher habe ich Casinos und andere Glückspiel Anbieter sogar verurteilt und konnte nie verstehen warum Leute da Geld reinwerfen.
Bis zu dem Tag als mir ein Freund, Online Casinos gezeigt hat und wir eig nur ne Runde pokern wollten. Dann schlug er vor Slots zu spielen und ich dachte, ach geil man muss nicht in einem schäbigen Casino sitzen und den Automaten drücken sondern kann entspannt zuhause das machen, also erste 10€ rein und auf 0,10 Cent gespielt, damals waren 10€ noch viel Geld für mich.
Wie es meistens so kommt direkt etwas gewonnen 400€ und ich dachte alter das ist ja einfaches Geld und macht ja sogar Spaß, weil die Spiele schon cool aussahen.
Zudem bin ich ein leidenschaftlicher Gamer und möchte in Spielen meistens das maximale erreichen, damit hab ich es dann verglichen.
Damals noch bei Ti...deldideldum gespielt, das Geld landete auf meinem Konto, ich wusste nicht was ich mir kaufen sollte also dachte ich mir ach Zahl ein und guck mal ob du nicht mit höheren Einsätzen mehr gewinnen kannst.
Alles verspielt und dann natürlich wieder eingezahlt.
Alles aber wieder mit kleinen Einsätzen.
Somit verlor ich das erste Mal mein verdientes Geld was mich triggerte ich überlegte wie ich an Geld kam um es nochmal zu probieren.
Also Kreditkarte beantragt und Abfahrt 3800€ Kredit, ich dachte Alter geil wie einfach. Jetzt kann ich 500€ einzahlen was gewinnen und den Rest zurückzahlen.
Natürlich alles verloren.
Ich war am Ende noch nie hatte ich in meinem Leben Schulden aufgebaut und jetzt stand ich da mit einer Rate im Monat die 60€ betrug und 3800€ Schulden.
Ich hatte mich zuerst damit abgefunden, bis ich auf die glorreiche Idee kam eine zweite Kreditkarte zu beantragen und Zack mir wurde eine zweite Karte mit 4000€ bewilligt.
Was mit dem Geld passiert ist könnt ihr euch denken.
Dann hatte ich mein Tiefpunkt erreicht ( dachte ich ) 8000€ Schulden aus dem nichts.
Ich war damals 26 und habe es dann meinen Eltern gebeichtet.
Wir haben eine Lösung gefunden und konnten das Geld abbezahlen.
Eig top, doch dann habe ich die Kreditkatten nicht gekündigt sondern das zurück bezahlte Geld wieder verzockt, das Schamgefühl wurde riesig.
Ich konnte das meinen Eltern nicht beichten, also dachte ich ok ich bezahle das jetzt einfach Monat für Monat ab.
Ich verzockte aber immer wieder das Geld welches ich auf die Karte aufgeladen hatte immer wieder erneut so dass die Schulden gleich blieben.
Dank eines Tages Bamm 5000€ Gewinn und ich dachte geil ich kann wieder klar kommen.
Kreditkarte abgelöst Und nur noch ein kleinen Teil offen, Juhu.
Aber wie sollte es kommen ich verzockte wieder alles.
Mittlerweile war man in diesem Status das ich meinen Freunden nicht von den Gewinnen erzählt habe da ich auch so viel immer verloren habe...
Naja so ging das erstmal 2 Jahre dann hab e ich ein Job bekommen wo ich das doppelt zu vorher verdient habe.
Damals habe ich zu meinem Vater gesagt ich habe Angst so viel Geld zu verdienen.
Weil ich dadurch bessere Kredite bekommen würde.
Mein Leben lief dann täglich so ab,
Gehalt bekommen alle Fixkosten bezahlt und dann in 3 Tagen alles verspielt, manchmal mehrere Tausende gewonnen kurz was ausgeglichen und dann wieder verspielt, ich nahm Kredite in Wert von 20.000€ auf und hatte massive Schulden.
Dann erneut ein Zusammenbruch Gespräch mit den Eltern.
Lösung alles zu einem Kredit und von der Sparkasse ablösen lassen.
Naja das passierte auch aber in meinem Kopf war noch kein Wandel passiert ich wusste ich betrüge und belüge mich selber ich wollte aufhören aber iwie wollte ich es auch nicht, obwohl ich wusste ich Schade jedem Menschen in meinem Umfeld.
Naja Kredit abgelöst und dann lief mein Leben so ab Gehalt alles bezahlt und Rest immer wieder verzockt.
Wieder neue Schulden durch Klarna später bezahlen etc. Immer wieder bei Eltern nach Geld fragen, immer wieder neue Geschichten erfunden etc.
Mittlerweile hatte ich kein Zugriff mehr auf mein Konto, was aber egal war weil ich mit Bargeld paysafecards holen konnte und weiterhin mit Klarna zahlen konnte.....
Immer wieder neue Geschichten ausgedacht, oder es lief mal gut und ich konnte Teile wieder zurück zahlen weil ich gewonnen hatte.
Dann entwickelte sich aber eine Dynamik wo ich Gewinnne wie 5000€ nicht mehr auszahlen lies und mich freute sondern alles verzockte, dann komplett enttäuscht war und mir wieder sagte ok ich höre jetzt auf, naja das hielt meistens nur 1 Tag und dann kams wieder.
So zockte ich jeden Tag immer so 10€-20€ wenn ich mal mehr hatte dann halt 50€.
Mein Selbstvewusstsein war mittlerweile so klein geworden.
Immer wieder Gespräche mit meinen Eltern wenn ich dann am Ende war immer wieder gesagt ok das war's jetzt aber das wars nie ich habe mich die ganze Zeit nur selber belogen. Ich wusste was ich ändern musste ich wusste ich Schade mir selbst und alles Leuten die mit mir zutun haben aber ich machte einfach immer weiter jeden Tag.
Dann habe ich letzten Freitag fast 20.000€ gewonnen natürlich wieder in einem illegalen Casino aber egal ich hoffte ich kann das alles auszahlen lassen. Dieses Casino hatte aber eine Mac Grenze wie viel und wann man auszahlen kann. Ich sagte mir nach dem Gewinn ok alles klar ich bin fast Schulden frei wenn ich es mir auszahlen lasse, ich habe meine Mutter angerufen erzählte ihr die Geschichte und natürlich war sie froh aber auch enttäuscht weil ich wieder gespielt hatte.
Ich ging also ins Bett, konnte aber nicht schlafen bin 3 Std später wieder aufgewacht mich eingeloggt und habe alles wirklich alles verspielt.
Dann Panikattacke, was mach ich bloß.
Erster Schritt Casino angeschrieben und mich sperren lassen, bei manchen ist das echt Schwer sich sperren zu lassen.
Dann habe ich meiner Mutter erzählt ja die Zahlen nicht aus weil ich aus Deutschland komme etc. Also wieder gelogen ich hätte einfach sagen sollen ich habe alles verspielt.
Ich werde jetzt in Therapie gehen und diese Sucht bekämpfen.
Das einzige positiv was ich bei diesem Verlust sehe ist. Das selbst wenn ich so viel Geld gewinne, verspiele ich alles oder ich würde in Zukunft mehr einzahlen.
Dieser Verlust hat mein Mindset komplett gedreht, die letzten 2 Tage waren hart damit umzugehen aber ich habe 0 Bedürfniss mehr zu spielen oder mein Geld da reinzustecken, gefühlt habe ich innerlich damit abgeschlossen. Dennoch brauche ich eine Therapie weil das Gefühl kann schnell wieder kommen.
Ich wollte einfach mal meine Gedanken teilen und sagen ihr seid nicht alleine und es ist die Sucht die einen treibt und egal wie viel man gewinnt man hört nicht auf. Ich hatte sogar das Gefühl je mehr ich gewinne desto schlimmer wird es.
Hallo Reset_ur_Mind ,
erstmal willkommen hier im Forum !
Danke , dass du deine Geschichte mit uns teilst.
Du schreibst , du machst jetzt eine Therapie .
Das ist gut !!
Welche Schritte hast du dafür schon unternommen ?
Gut ist , dass deine Mutter schon einen Teil der Wahrheit kennt .
Du hast also jemanden , mit dem du reden kannst.
Ich würde dir raten , sie komplett einzuweihen.
Nur dann kann sie dich auf deinem Weg unterstützen.
Vielleicht könnt ihr einen gemeinsamen Termin bei der Suchtberatung machen.
Sie hat dir immer wieder mit Geld geholfen , das darf sie nicht mehr machen .
Nimm jede Hilfe an , die du bekommen kannst .
Alles Gute auf deinem Weg
Hallo vielen Dank für die nette Antwort.
Ich habe mich beraten lassen und erhalte jetzt eine Nummer von einer Gruppentherapie bzw. Runde die sich einmal in der Woche abends treffen.
Aufgrund meiner Umstände ist eine stationäre Therapie nicht möglich.
Meiner Mutter und meinem Vater habe ich ausdrücklich verboten mir Geld zu senden.
Mein Gehalt und alles andere gehen jetzt auf das Gemeinschaftskonto von mir und meiner Frau.
Alle Fixkosten und Schulden werden von meinem Konto abgezogen, wo ich kein Zugriff mehr drauf habe.
Ich habe alle Kreditkarten gesperrt sodass ich nur einzahlen kann, ich habe mein Klarna Konto gelöscht und mein PaysafeCard Konto auch.
Ich werde wieder mehr Sport treiben und versuchen das ich erstmal durch kleine Dinge mich weiter positiv zu pushen.
Das Leben ist viel zu Wertvoll und die Zeit um zu zocken, es gab auch ein Leben davor und mein damaliges Ich, hätte mich krass verurteilt.
Jedes Mal wenn ich jetzt Suchtdruck bekomme, lese ich meinen Brief den ich mir selber gestern geschrieben habe wo einige Sachen drin stehen die mich erinnern wie schlimm es mir ging oder geht mit dem zocken.
Hi und herzlich willkommen!
Zitatund mein damaliges Ich, hätte mich krass verurteilt.
Und Dein jetziges Ich, was sagt denn das? :)
Herzlich willkommen!
Nach außen zu treten und Dir Hilfe zu suchen ist ein mutiger Schritt. Doch ich kann Dich darin nur bekräftigen. Es ändert sich nichts, wenn Du nichts änderst und das Meiste davon bist dann Du, der sich ändern muss/darf.
Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Blase/Realität. Sie wird geformt durch unsere Erfahrungen und die Schlüsse, die wir daraus ziehen. Nur ist da ein Problem: Der, der immer nur das macht, was er schon immer gemacht hat, wird auch in Zukunft nichts anderes machen. Wenn Du Dir aber Blickwinkel aus anderen Blasen z.B. einverleibst, dann wirst Du vielleicht davon profitieren, was andere so erlebt haben und was sie daraus gemacht haben.
So Lebensgeschichten wie Deine habe ich schon zu hunderten, wenn nicht noch mehr gehört. Das Geldleihen, das Herauskaufen aus der Verantwortung, ist da z.B. ein Kriterium in der DSM 5 für die Diagnose von Glücksspielsucht.
Du hast auch schon dieses Hin und Her hinter Dir, ob Du spielen darfst oder nicht. Mal ging Deine Erlaubnis in die eine, dann wieder in die andere Richtung.
Jetzt, wo Du gerne genesen möchtest, da darf es das nicht mehr geben. Ja klar wird es Momente geben, in denen Du gerne alles hinschmeißen und Dich dem Glücksspiel hingeben möchtest. Doch die meiste Zeit wird es gut sein, so früh als möglich zu intervenieren, bevor die innere Diskussion mit der Sucht überhaupt anfängt.
Dass Deine Frau Dich unterstützt ist doch eigentlich ein Beweis dafür, dass Du weitaus "mehr" bist als bloß Deine Sucht ... oder nicht? Führt ein gemeinsames Haushaltsbuch, in dem Ihr alle Einnahmen und Ausgaben auflistet. Sucht Euch eine Periode aus, nach der Ihr Euch zusammensetzt und alle Eintragungen vornehmt. Dort hinein gehört aber auch die Tilgung der Schulden, das Beenden überteuerter Stromverträge und was Dir sonst noch so einfällt. Nicht vergessen darfst Du aber auch hier und da mal eine Belohnung für Dich selbst, aber auch für Deine Frau, dass sie Dich so unterstützt.
Auch die Eltern dürfen gerne einmal zum Essen eingeladen werden - als Dankeschön und Entschuldigung!
ZitatIch habe mich beraten lassen und erhalte jetzt eine Nummer von einer Gruppentherapie bzw. Runde die sich einmal in der Woche abends treffen.
Du meinst eine Selbsthilfegruppe? Oder ist das eine therapeutisch geleitete Gruppe?
Wir haben online auch eine Gruppe, die sich Samstags um 19 Uhr trifft. Da braucht man nur den kostenlosen Zoom-Client installieren und schon kann man kurz vor 7 oben rechts auf die Schaltfläche "Online" klicken. Wenn Du selber nicht teilnehmen möchtest, dann sage es Deiner Frau, damit sie auch mal jemanden zum Reden hat. Naja, oder Ihr kommt Beide vorbei ...
Hi Olli vielen Dank für deine Antwort.
Mein jetziges Ich findet mich nicht so toll und wird was ändern, ich muss wieder in den Spiegel gucken und mir selbst sagen was für ein toller Mensch ich bin und was ich alles schon erreicht habe und erreichen werde.
Die Gruppe die ich erwähnt hatte ist eher eine Selbsthilfegruppe die Idee mit dem Zoom Meeting finde ich klasse 👍🏽.
Das wäre der erste Schritt für mich.
Mit meiner Frau hab ich es Vll falsch formuliert. Sie wusste das ich gezockt habe und dadurch Schulden aufgebaut habe, die werden auch kontinuierlich abgebaut, was sehr positiv ist. Neue Schulden habe ich nur immer mit Klarna aufgenommen und mit dem Geld dann bezahl welches ich zur Verfügung hatte.
Sie weiß aber nichts darüber das ich regelmäßig weiter gespielt habe, würde sie das erfahren, könnte ich meine Koffer packen und gehen und würde dadurch mein Leben zerstören.
Daher gibt es nur eine Möglichkeit die Vergangenheit hinter mir zulassen und nach 7 Jahren Spielsucht endlich gesund zu werden.
Und das muss ich auch für mich machen ich muss mir selber mal beweisen das ich etwas ändern kann um somit neues Selbstbewusstsein aufzubauen
.
Es klingt Paradox aber ich habe mit meiner Mutter und meinem Vater gesprochen und es geht mir schon ein Stück besser, ich weiß genau es wird der Moment kommen wo ich zocken will aber dann hole ich mein Brief raus lese diesen durch um mir vor Augen zu führen was die scheisse mit mir macht.
Ich versuche dann noch mehr Möglichkeiten zu finden um mich davon abzuhalten.
Ich kenne einige Methoden, da ich Anfang 2020 in Therapie aufgrund von Depressionen gegangen bin.