Glücksspielsucht => Glücksspielsucht Allgemein => Thema gestartet von: Waswarlosmitmir am 13 August 2019, 08:48:13

Titel: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 13 August 2019, 08:48:13
Moin.
Ich habe mich jetzt auch hier angemeldet.
Ein Freund von mir hat mir im März nen Screenshot geschickt von Tipico Blackjack. Er hatte aus 25 Euro 2000 gemacht. Das war leicht dachte ich.
Auch da angemeldet und was mit Bonus. Dazu Wetten gemacht und das Geld wurde immer mehr. Dann wieder alles verspielt.
Mein Freund hat mir dann irgendwann gestanden dass er alles verloren hat und dick im Minus ist.
Ich wollte das nochmal und immer wieder eingezahlt. Immer diese 2000 Euro als Ziel vor Augen,bis ich weit drüber war mit den Einzahlungen.
Dann den ersten Kredit genommen und gedacht, kein Problem du hörst auf.
Leider war das nicht so und gleich wieder alles verzockt. Immer Blackjack aber nicht live.
Irgendwann habe ich gedacht die betrügen und ich muss live spielen.
Dann auch immer wieder eingezahlt bei verschiedenen Casinos. Oft große Summen auf dem Spielerkonto gehabt aber immer die Verluste im Hinterkopf.
Zur Auszahlung kam es in den seltensten Fällen.
Noch n Kredit und dann ist Schluss sagte ich mir.
Schwupps wieder im Dispo. Dann noch ein Kredit. Jetzt aber wirklich Ende.
Dann in nem neuen Casino angemeldet und gut gewonnen. Aber diesmal lasse ich es auszahlen. Was machen die?Hinhalten wie wir es kennen.
In der Zeit in der ich warte wieder die gleiche Summe etwa verzockt.
Jetzt muss Schluss sein,es gibt keine Möglichkeit noch mehr Geld aufzutreiben und es ist auch das Dümmste was ich machen kann. Niemand weiß davon,habe es keinem erzählt. Ich bin erstaunt, wie viele Menschen dem verfallen durch alle Schichten durch.
Wenn ich jetzt nicht aufhöre, ist es zu spät und ich komme da nicht mehr raus.

Titel: Re: Waslosmitmir: Extrem viel verballert! Am Ende angekommen =(
Beitrag von: andreasg am 13 August 2019, 13:53:13
Hallo Waslosmitmir,

Herzlich Eillkommen im Forum!

Deine Geschichte ist eine Geschichte,  die wohl viele durch erlebt haben.  Der Freund lädt ein, am Glückspiel teilzuhaben...

Weisst Du ich lese gerne Autobiographien von besonderen Menschen, die sind oft packender als ein ordentlich recherchierter und aufgebauter Roman.
Aber leider kann ich aus Drinem Beitrag keinen Rückschluss ziehen.
Gibt es noch eine Fortsetzung,  und damit meine ich gerade nicht das Ausüben des Glücksspiels.  Das denke ich, kennen alle hier im Überfluss.

Schöne 24 Stunden Andreas
Titel: Re: Waslosmitmir: Extrem viel verballert! Am Ende angekommen =(
Beitrag von: Somewhere87 am 13 August 2019, 17:25:05
Hi.

Irgendwie hört sich das so an als würdest du nur aufhören wollen, weil du kein frisches Geld mehr auftreiben kannst. Wie wäre die Situation, wenn jemand dir jetzt 500 Euro schenkt?
Titel: Re: Waslosmitmir: Extrem viel verballert! Am Ende angekommen =(
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 19 August 2019, 07:51:23
Es ist passiert. Oder besser: ich habe es verbockt.
Kredit bekommen. Gleich wieder angefangen zu spielen. Und jetzt habe ich noch ein paar Hundert Euro auf dem Konto. Mit Dispo kann ich die anstehenden Forderungen bezahlen. Habe keine Rücklastschrift die letzten 10 Jahre bestimmt.
Ich war so glücklich und so guter Dinge, dass ich es diesmal hinbekomme. In den Casinos dann erstmals wieder nach vielen Einzahlungen was gewonnen aber es hat nicht "gereicht " und dann war alles wieder weg.
Ich habe dabei nicht mal wirklich was gefühlt.
Die letzten Nächte sehr wenig geschlafen und morgens immer dieser erste Gedanke,hab ich gestern was verspielt? Und ja hab ich....
Ich bin so dämlich.
Meine Partnerin weiß nichts und ich weiß aber, dass ihr Ehrlichkeit am wichtigsten ist für die Beziehung und dass sie Glückspiel sehr dumm findet was es auch ist.
Sie spricht die ganze Zeit von Dingen wie Urlaub oder Autokauf und ich ignoriere das immer so halb.
Letztens habe ich sie angelogen. Ich habe gesagt ich hätte so und so viel Geld auf dem Konto, weil das mein Plan war, das mit dem Kredit auch so hinzubiegen.
Und dann das. Ich bin einfach fertig...
Ich habe Angst, dass mein Konto gekündigt wird. Da läuft ein Kredit und ich bin aber noch im Plus.
Habe aber viele Einzahlungen über Trustly gemacht, die wissen doch was ich damit gemacht habe. Vor allem weil ich deren Kredit ja komplett verspielt habe...
Es wird über mir zusammen brechen. Ich  glaube dass es aber ein guter Zeitpunkt ist, da ich einen Job habe und die fälligen Forderungen bezahlen kann auch wenn ich ins Dispo dafür muss. Hauptsache die Bank kündigt mich nicht.
Dann wäre es sehr schwierig.
Oder wenn ich wieder Mist baue und mit dem letzten Geld wieder alles in den Sand setze. Die Wege sind ausgereizt, ich würde bestimmt irgendwo anders einen Kredit bekommen, aber das ist keine Option.
Man hat mehr Geld wenn man nicht spielt, aber ich weiß nicht warum ich dann immer wieder denke, ich könnte das Geld irgendwie zumindest anteilig zurück gewinnen. Wenn ich was gewinne ist es eh immer nicht genug und ich verspiele es wieder. Es ist ein Teufelskreis. Ich muss jetzt ehrlich sein und alles offenlegen. Ich kann nur hoffen, dass ich das mit meiner Partnerin hinbekomme.
Wenn nicht, dann weiß ich auch nicht. Aber alles andere macht keinen Sinn.
Das interessante ist, dass ich weiß, dass ich aufhören würde,wenn sie es wüsste....aber habe den Punkt vor 3 Monaten verpasst, wo ich noch nicht den ersten Kredit aufgenommen habe. Ich hätte nie gedacht, dass es so ausartet. Ich würde so gerne Die Zeit zurück drehen.
Titel: Re: Waslosmitmir: Extrem viel verballert! Am Ende angekommen =(
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 19 August 2019, 08:05:23
Ja ihr kennt das so und ihr seid da auch misstrauisch weil ihr das alles kennt. Ich kriege es nicht gebacken und muss es mir irgendwie eingestehen und das tue ich hier. Das ist mein erster Schritt. Es einfach irgendwo zu lassen. Würde ich das Geld verspielen? Wenn mir jemand was schenkt?jetzt sage ich nein. Aber wie es dann aussehen würde, ich weiß es nicht. Nach den letzten zwei Wochen würde ich vermuten ja.
Ich habe in den letzten Monaten viele Sorgen wegen verschiedener Dinge gehabt. Aber die waren durchs Spielen weg. Aber die letzten Monate war ich auch nicht Herr meiner Sinne und es wirkt alles wie ein Film.
Tut mir leid dass ich nicht mehr zu meiner Biographie sagen kann. Es tut einfach gut es erst mal anonym irgendwo einzugestehen.
Ich hoffe ich schaffe es, das zu öffnen...
Titel: Re: Waslosmitmir: Extrem viel verballert! Am Ende angekommen =(
Beitrag von: Olli am 19 August 2019, 08:17:25
Guten Morgen!

Entschuldige, wenn das jetzt provokant klingen sollte - das soll es nicht sein:

Träumst Du gerade noch?

Ehrlich ... da sind so viele "hätte, könnte, müsste" in Deinem Beitrag ... Luftschlösser - mehr nicht.

Wie wäre es mit handeln, bevor Dir der Kopf platzt?

Heute: Der Freundin anvertrauen.
Morgen: SHG/Beratungsstelle suchen und Kontakt knüpfen
...

Das ist eine kleine Liste, die Du initiieren kannst.

Geld verspielt - Panik geschoben - Kredit aufgenommen - Kredit verspielt - noch mehr Panik geschoben - nur das Verlorene zurück gewinnen wollen - Traumschlösser bauen ...

Das alles gehört zur Symptomatik einer zumindest problematischen Sucht.
Du findest solche Erfahrungen zu Hauf in diesem Forum.
Daher solltest Du Dir trotz Deiner Panik die Zeit und die Muße nehmen hier im Forum zu lesen.

Denn wenn Du meinst, dass das Ende der Fahnenstange nun erreicht ist, dann irrst Du Dich gewaltig.
Die Spirale nach unten führt in eine dunkle bodenlose Tiefe.

Dem kannst DU Einhalt gebieten. Handle jetzt - nicht erst morgen oder übermorgen.
Nicht aufschieben, weil das Wetter gerade so schön ist, Deine Freundin einen Termin in einer Wellnessoase hat oder sonstige Ausreden.

Es gibt immer nur eine ideale Zeit um zu handeln und die ist immer im JETZT!
Titel: Re: Waslosmitmir: Extrem viel verballert! Am Ende angekommen =(
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 19 August 2019, 08:38:02
Danke.

Ich habe den Titel dieses Posts übrigens nicht gewählt, der ist durch das Verschieben der Mod zustande gekommen.
 Ich werde berichten.

Danke für die Worte
Titel: Re: Waslosmitmir: Extrem viel verballert! Am Ende angekommen =(
Beitrag von: Olli am 19 August 2019, 10:19:23
Hi!

Den Titel kannst Du in Deinem ersten Beitrag auch nachträglich noch ändern.
Den Rest ändere ich dann ...

Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 19 August 2019, 12:33:22
Ich will nicht aufhören weil kein Geld mehr da ist.
Ich will aufhören weil ich kein Geld mehr verbrennen will, weil ich mich im Griff haben will,weil ich keine Enttäuschung für mich und andere sein will. Eigentlich ist Geld mir egal. Ich brauche nicht viel. Aber ich bin auch kein Sparer groß gewesen.
Halt so unterwegs essen, Zigaretten und nicht so aufs Geld achten aber keine Statusaymbole oder so angeschafft.

Die Kredite sollten einfach den Status wiederherstellen den ich vor dem Mist hatte. 3000 auf der hohen Kante und den Rest in Höhe meines Gehaltes. Das habe ich verbockt. Weil es nicht mehr um Geld ging. Sondern um das Gefühl. Oder um andere Gefühle oder Gedanken zu verdrängen.
Glückspiel ist da wahrscheinlich austauschbar.
Ja ich habe viel hätte und so in meinem Text.
Aber ich schäme mich so sehr und meine Partnerin liebe ich, sie ist da aber sehr straight. Sie hat in ihrer Familie Erfahrung mit Suchterkrankungen und ich will oder wollte ihr das nicht antun. Ich weiß nicht wie sie reagieren wird. Aber ich muss es öffnen, sonst wenn sie es anders erfährt, habe ich bestimmt keine Chance mehr.
Und ja es gibt Leute die sagen, würdest du ihr verzeihen und zu ihr stehen?dann würde sie es auch. Das würde ich. Aber sie würde so einen Scheiße niemals machen.
 
Ich muss gucken wann ich den Mut habe es ihr zu sagen. Zuerst will ich abstinent bleiben, hier lesen und mich ausruhen. Ich bin einfach körperlich fertig von dem wachliegen etc.
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: taro am 19 August 2019, 12:58:52
Moin Waslosmitmir,

Wenn Deine Freundin schon (negatve) Suchterfahrungen mit Familienangehörigen gemacht hat, dann können die Auswirkungen in der Tat heftig sein.

Eine Freundin der ich erst nach jahrelanger Bekanntachaft von meiner Spielsucht erzählte (ich war schon Jahre trocken), sagte mir, wenn Sie das gewusst hätte hätte Sie mich nie in Ihre Wohnung gelassen, sie war von einem befreundeten Spielsüchtigen bestohlen worden.

Viel wichtiger als Ihre Reaktion ist aber, das Du alles tust um spielfrei zu werden. Es gibt einige Partnerschaften die nach der Beichte erstmal zerbrechen, durch die Bemühungen des Ex wie Therapie oder SHG finden sich viele aber auch wieder.
Wichtig ist, das Du spielfrei werden willst, ohne Bedingungen. Der Rest findet sich dann.

Taro
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 19 August 2019, 13:07:12
Diese Partnerschaft darf nicht zerbrechen.

Aber wie andere schon sagen, ich habe ja meinen Teil dafür getan,  dass das Risiko besteht. Ich bin ja verantwortlich dafür.

Ich werde es sehen was passiert.
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: jamesvandyke am 19 August 2019, 13:28:42
@TE: Ich empfehle dir, wenn du die Raten nicht zahlen kannst, eine Schuldenberatung anzugehen. Kann dir da gerne behilflich sein. Bitte beachte, dass du in dieser Zeit keinen Cent zocken darfst. Es ist gut, dass du deinen Fehler einsiehst, aber jetzt muss gearbeitet werden.
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Olli am 19 August 2019, 13:49:07
Hi Waslosmitmir!

Zitat
Aber ich schäme mich so sehr

in Verbindung mit:

Zitat
Zuerst will ich abstinent bleiben, hier lesen und mich ausruhen. Ich bin einfach körperlich fertig von dem wachliegen etc.

Oh ... oh ...

Was meinst Du, wie gut Du schlafen kannst, wenn das Ganze erst einmal publik gemacht ist ...

Gut - Du schämst Dich. Das kann ich absolut nachvollziehen.
Doch wenn Du abwartest, dann bist Du untätig ...
Selbst wenn Du hier ein wenig liest, dann sehe ich das als (fast) untätig an.

Hintergrund des Abwartens ist sicherlich auch, dass du etwas "vorweisen" möchtest.
Nun bedenke aber bitte, dass Abstinenz für einen Nichtsuchtkranken etwas vollkommen Normales ist.
Was hättest Du dann also vorzuweisen? Eigentlich nichts ... oder?

Dabei bist Du doch gerade jetzt motiviert. Du schreibst hier offen und ehrlich über Dich.
Nutze doch diesen Schwung und mache einen Termin bei einer Suchtberatung.
Suche Dir zeitgleich eine SHG und gehe hin.

Wäre dies nicht wirklich etwas, was Du dann vorweisen kannst?

Taro hat Dir geschrieben:
Zitat
Wichtig ist, das Du spielfrei werden willst, ohne Bedingungen. Der Rest findet sich dann.

Zwei Sätze, die elementar sind.
Es geht dabei um das Heute. Heute kannst Du die Termine machen ohne irgendwelche Bedingungen.
Sobald Du ein "erst muss dies passieren, bevor ..." einschiebst, setzt Du eine Bedingung, die Dein Handeln vom "Jetzt" auf "Morgen" verlagert.

Bis zum Morgen kann aber noch viel geschehen. Daher sollten wir uns um das Morgen erst einmal gar nicht sorgen.
Denn "der Rest findet sich dann" landet automatisch wieder im Jetzt - der Zeitspanne, in der Du tätig sein kannst.

Mache einen Termin - heute noch. Dann hast Du diesen Punkt schon mal erledigt.
Sowohl in der SHG, als auch in der Beratung gibt es keinen Grund sich zu schämen.
Natürlich wirst Du voll von Scham sein, wenn Du dort hin gehst. Doch sie wird verfliegen - ganz schnell.
In der SHG sitzen Leute eben wie Du und ich. Wir alle haben das durchgemacht, was Du nun gerade erlebst.
In der Beratungsstelle sitzen Menschen, die tagtäglich mit Süchtigen in Kontakt sind, die das durchgemacht haben, was Du nun gerade erlebst.
An beiden Stellen gibt es also keinen Grund für Scham.
Es gibt aber auch noch einen anderen Grund: Du kannst nicht alles falsch gemacht haben, wenn Du dort hin gehst.
Denn dann benutzt Du Deine gesunde Kompetenz der Selbstheilung. Auch heilst Du damit im Folgenden Deine Selbstachtsamkeit - vom Selbstvertrauen brauche ich gar nicht erst anfangen.

Also - ich kann es Dir immer nur wieder ans Herz legen - werde aktiv im Jetzt!


Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 01 September 2019, 09:27:25
Ich habe es ihr gesagt. Mal sehen wie es weitergeht. Natürlich ist sie sehr enttäuscht. Ich berichte wie es weitergeht.
Danke euch
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 02 September 2019, 07:18:00
Guten Morgen.
Letzte Nacht geträumt ich hätte wieder was gespielt. Heute morgen nach dem Aufwachen realisiert dass das nicht geht, meine Partnerin hat mein Onlinebanking Passwort geändert.
Es flossen viele Tränen und heute mache ich einen Termin.
Diese Sucht muss ich ernst nehmen!
Jeden Tag schreibt hier fast jemand neues, das es ihm ähnlich ergeht. Das macht echt traurig.
Jetzt habe ich noch die Angst,  dass die Bank mir kündigt. Hab n kredit da am laufen und bin kurz vor dem Dispo. Ich hoffe,die machen nix. Im letzten Bankgespräch meinte der nur es wirkt sich negativ aufs interne Scoring aus und wenn ich es nicht lassen kann,sollte ich das Bar machen. Nicht dass die wie bei anderen auf die Idee kommen, mich zu kündigen. Den Dispo ok das könnte ich verknusen.
Wie sind eure Erfahrungen?
Habe keine Rücklastschriften und regelmäßiges Einkommen.

Das Geld ist weg, das ist aber jetzt so und es lässt sich noch wieder hinbiegen. Bloß kein kredit mehr oder irgendwas sondern mit dem was kommt muss ich es hinkriegen.

Ich finde euch toll,dass ihr euch Die Zeit nehmt so ausführlich zu antworten.
Wenn ich etwas mehr Zeit habe, schreibe ich auch etwas mehr zu meiner Vorgeschichte und natürlich welche Wege ich jetzt weiterhin gehe.

Habt einen schönen  Tag!
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 02 September 2019, 21:04:12
Meine Geschichte beginnt eigentlich in meiner Kindheit. Ich bin als Pflegekind groß geworden und habe mich immer als Opfer und als nicht geliebt gesehen
Meinen leiblichen Vater habe ich einmal mit 21 getroffen, er sagte meine Mutter hätte mich ihm angehängt. Er hat sich nie gekümmert oder für mich interessiert. Meine Mutter ist sehr früh verstorben
Ich dachte immer ich werde auch nicht ewig alt werden und habe trotz vieler Probleme mit Schule und Ladendiebstahl und Diebstahl bei meinen Pflegeeltern die "Kurve"bekommen und habe begonnen zu studieren. In der Zeit fing es an, dass ich erst kein BAföG bekam weil mein Vater zu viel verdiente (hab nie was von ihm bekommen) und ich deshalb nenne Studienkredit aufnahm. Ich gebe zu ich war immer etwas faul und habe gedacht, vielleicht werde ich eh nicht alt, man kann immer draufgehen und dann muss es niemand zurück zahlen. Dann habe ich auch noch BAföG als Vorausleistung bekommen, ich hatte richtig viel Geld plötzlich zur Verfügung, dazu noch etwas gejobbt und ich lebte echt gut (auf Pump).
Spielen war aber nie ein Thema. Mal Lotto als ich mal richtig Pleite und verzweifelt war. Spielautomaten hatte ich nie verstanden. Da mal zwanzig Cent reingesteckt, nix passiert,sein gelassen. Wer weiß was passiert wäre, hätte ich da gleich beim ersten Spin was gewonnen.
So kam ich ins Berufsleben und das seit 8 Jahren und alle wollten ihr Geld zurück aber die Belastung monatlich war zu stemmen, dennoch ärgerlich für 4 Jahre wo ich faul war und "nur" studiert habe mindestens 10 Jahre 500 Euro im Monat zu bezahlen. Aber Geld hat mich nie wirklich gejuckt außer wenn keins da war.
Dieses Jahr hatten meine Partnerin und ich das erste Mal was an Erspartem zusammen bekommen, ok für jemandem Mitte 30 nicht so viel,ca 3000 Euro. Aber es gab Pläne, Urlaub, Auto was den Geist aufgibt in Zahlung geben und ein neues finanzieren etc.
Dann dieser blöde Moment mit dem Blackjack.
Den Rest habe ich ja oben geschrieben.

Von meiner Persönlichkeit her, so wie ich immer mit Geld umgegangen bin war das im Grunde klar, dass ich wenn ich mit Glückspiel anfange davon süchtig werde. Aber das weiß man ja erst hinterher.

Im Großen und Ganzen habe ich gedacht, ich hätte so viel Pech im Leben,  jetzt muss ich mal Glück haben.
Aber das hatte ich bereits mit meinem Job, meiner Partnerin und dass ich jetzt bereits älter werden durfte als meine Mutter.

Es waren so kranke Fantasien bzgl des Glückspiels. Ich dachte zwischendurch die Blackjackdealer Arbeiten mit mir zusammen um größere Fische am Tisch abzuziehen. Insgesamt wirkte dieses Liveblackjack wie ein durchgeplantes Spiel. Ich habe da Dinge gesehen am Tisch.... hab das den Verantwortlichen geschrieben aber die hatten Ausreden und ich keine Beweise. Dann dachte ich, die lassen mich jetzt gewinnen , damit  ich das nirgends Publik mache oder Beweise sammel. Ja hab dann auch was gewonnen aber es lief so wie immer. Wieder verloren.
Wieso verflucht denkt man man könnte einen Automaten kontrollieren, wieso hat man solche Verschwörungstheorien (ich glaube immer noch dass Liveblackjack Betrug ist) wieso denkt man,ich habe so viel verloren jetzt lassen die mich bestimmt mal gewinnen? Weil die Automaten und auch beim Blackjack immer die gleiche Nummer abziehen. Ah knapp verfehlt. Gleich kommt die richtige Reihe die richtige Karte die Freispiele,  ganz bestimmt. Und am Ende denkt man,  man hat falsch gespielt,man hätte irgendwas anders machen können aber nein. Es ist entweder Zufall oder die mieseste Abzocke oder beides gleichzeitig. Als würden die eine Sekunde denken oh der zahlt oft ein. Jetzt ist der mal mit nem Bigwin dran... als hätten die ein gewissen oder Moral oder als würde man für die als Mensch zählen. Nein. Wir werden einfach gemolken für den Profit.


Es ist so absurd was man durchmacht bis man erkennt, worauf man da reingefallen ist. Was man sich und anderen antut.

Am Ende fühlt man sich als Verlierer... aber wenn man den Weg raus schafft, ist man ein Gewinner. Aber nur dann. Das ist mein Ziel. Es kickt mit Sicherheit nicht so, wie das andere...
Aber ich muss sagen,  nachdem ich es meiner Partnerin gestern offenbart habe, hatte ich heute einen tollen Tag auf der Arbeit, habe mehr geschafft als sonst in den letzten Monaten und jetzt verbringe ich den Abend hier mit Lesen und Schreiben. Kein Druck gerade. Ein gutes Gefühl wie lange nicht mehr.

Auf die nächsten 24 Stunden.

Eine gute Nacht wünsche ich euch
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 03 September 2019, 06:52:22
Wieder davon geträumt.
Meine Partnerin fragt ob Wunschtraum.

Nein bestimmt nicht. Kommt von den Schuldgefühlen.
Träume immer ich verliere. Und das ist gut so. Das Gefühl am Morgen dass es nicht so ist sondern nur ein Traum. Trotzdem könnte ich gern mal was anderes träumen.

Wünsche euch einen schönen Tag!
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: taro am 03 September 2019, 07:34:33
Moin,

ich hatte auch solche Träume, vermutlich habe ich da viel verarbeitet. Hat mich damals auch sehr beschäftigt, geht aber mit der Zeit von selbst weg.

Taro
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Olli am 03 September 2019, 10:50:01
Hi!

Vielen Dank für den Abriss aus Deinem Leben.
Er hat mir sehr gut gefallen, da ganz klar ersichtlich ist, dass Du Dich innerlich dem Glückspiel abwendest und nun ein Ziel verfolgst.

Und ja - ich sehe solche Träume auch als ein gutes Zeichen an.
Mich hat die Erkenntnis in der Aufwachphase motiviert weiter abstinent zu bleiben.
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 04 September 2019, 06:32:38
Spielfrei.
Gestern Abend lange meiner Partnerin davon von der Zeit erzählt.
Wieder geträumt.
Nach dem aufwachen erst schlecht gefühlt aber wie ihr sagt es ist mahnend und motivierend zugleich.
Trotzdem könnte ich auf die Träume verzichten.
Einen schöne Tag euch!
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: wombelero am 04 September 2019, 12:13:39
Habe mal gelesen, Träume sind Schattentheater deiner Gedanken. Ich träume auch immer wieder von den Slots und Casinos, als ich vor vielen Jahren mit dem rauchen aufhörte handelten die träume davon. Sucht hat ja viel mit dem Gehirn zu tun bzw unsere Körperchemie. Wenn dies fehlt ist es ganz natürlich, dass wir davon Träumen.....

Für mich ist es wichtig, dass ich nach wie vor erleichterung verspüre, dass es nur ein Traum war und dass die sorglose Traumwelt nicht mit der realen Schuldenwelt verwechsle!! Also, kaffee trinken und froh sein, nicht wieder in die Sucht zurückzufallen. Gib den schleimigen Casinobesitzer nicht noch mehr Geld!
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 05 September 2019, 06:33:49
Es kommen Gedanken wie " ich könnte ja in einem Monat mal wieder n Hunni aber nur n Hunni einsetzen"
Vielleicht habe ich damit Glück. Aber zum Glück schrei ich mich innerlich selber an, dass das nicht dabei bleiben würde. Jeder Gewinn wäre ein Verlust weil ich wieder denken würde es ist ja möglich was zu gewinnen. Bilanz vor Augen halten.

Ich habe wahrscheinlich die letzten Tage seit Sonntag mehr gewonnen durch nicht spielen als ich in der Zeit mit spielen gewonnen hätte.
Selbstachtung, Kraft und ehrlicher zu sein.
Die Gedanken lasse ich zu, aber es ist zu früh zu sagen ich wäre stark genug. Aber der Wille ist da und auch die Einsicht.

Habt einen schönen tag
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Olli am 05 September 2019, 08:59:23
Hi WaslosmitDir!

Zitat
Es kommen Gedanken wie " ich könnte ja in einem Monat mal wieder n Hunni aber nur n Hunni einsetzen"

Solche Gedanken kommen bei mir auch hin und wieder auf.
Dabei weiss ich gar nicht, wie es heute in Spielhallen aussieht und in OCs habe ich mich ja auch nie rum getrieben.
Ich habe noch an den alten Walzengeräten gespielt und gerade aufgehört, als die Multigamer aufkamen und der Pokerboom die OCs bekannt machte.

Dieser Gedanke ist einer von Vielen, die mich damals haben glückspielen lassen.
Sie waren es, die mich letzlich gefangen hielten an den Automaten, suggerierten sie mir doch das Gefühl mich und mein Glückspiel irgrndwie noch kontrollieren zu können.

Als ich in die SHG ging, da fielen so Sätze wie: "Wir haben im Glückspiel die Kontrolle verloren und werden sie auch nie wieder erlangen."
Da ich auch immer wieder mal spielfrei Phasen hatte, kenne ich die Selbstmanipulation und die Suggestion der vermeintlichen Selbstkontrolle - sie hat nie wirklich funktioniert.

Also konnte ich diese Sätze annehmen. Sie bedeuten ja nicht, dass ich in Allem meine Kontrolle verloren habe, sondern lediglich im Glückspiel und den Bereichen, die irgendwie damit zu tun haben.
Ein Beispiel wäre hierfür der Umgang mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel.

Stattdessen können wir unsere Kompetenzen, die wir alle besitzen, dafür nutzen, in Bereichen, die zum Glückspiel führen können, Kontrolle auszuüben.
An das Geldmanagement denke ich da, an Schutzmaßnahmen wie Blocksoftware - aber auch im Training der Achtsamkeit.

Wenn ich nun akzeptieren, dass ich im Glückspiel nie mehr Kontrolle haben werde, dann gehören auch diese Gedanken dazu.
Ich kann nicht kontrollieren, wann und wie sie auftauchen. Aber es ist Fakt, sie sind da und sie kommen auch wieder.
Nun kann ich gegen diese Gedanken versuchen anzukämpfen oder sie zu verdrängen - oder ich akzeptiere sie auch.

Wenn sie also auftauchen, dann belächele ich sie innerlich und nehme ihnen damit ihre Macht.
Ich rufe mir ins Bewusstsein, dass sie schädlich sind, wenn ich ihnen nachgebe.
Zudem denke ich an das, was ich bisher erreicht habe und was ich noch erreichen möchte.
Würde ich wieder spielen, dann könnte ich diese Ziele nicht erreichen und das Erreichte würde ich zerstören.

Ich brauche nicht zu wissen, wie es heute in einer Spielhalle aussieht. Ich brauche nicht zu wissen, wie es sich mit OCs verhält.

Nur Eines ist wichtg: Ich erlaube mir nur für heute spielfrei bleiben zu dürfen.

Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 06 September 2019, 07:04:00
Das hast du sehr schön dargestellt.

Ich bin dankbar für die Worte und nehme sie sehr ernst.
Ich muss mir immer wieder vor Augen halten, dass es für mich keine Kontrolle in diesem Zusammenhang gibt. Außer es zu lassen. Das kann ich kontrollieren.
Gestern Abend fiel mir noch eine Seite ein,auf der ich angemeldet war. Ich loggte mich ein um mich zu sperren. Es war komisch auf der Seite zu sein, ich hatte da nicht mal gespielt aber war angemeldet.
Der Sperrvorgang  dauerte länger als woanders aber angeblich bin ich jetzt auch für die meisten UK Seiten gesperrt.
Habe mich beim Einschlafen gut gefühlt, dass ich auf der Seite war (ob einzahlen kann ich eh nicht) und mich gesperrt habe. Aber es triggert schon. Ich glaub jetzt hab ich alle. Die zugehörigen Mailadressen gibt es eh nicht mehr. Heute gebe ich noch meiner Partnerin das Paypalkonto zum Passwort ändern. Darüber könnte ich nämlich noch irgendwie was einzahlen, aber ich möchte das schon behalten.
Auf den Seiten wo man damit einzahlen kann bin ich aber meines Wissens gesperrt, aber es gibt ja Umwege... sicher ist sicher vor allem jetzt in dieser Zeit.
Habt einen schönen Freitag
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 08 September 2019, 13:18:47
Heute vor einer Woche habe ich meiner Partnerin alles gestanden.
Seitdem bin ich spielfrei. Ich habe eigentlich auch keinen Suchtdruck,  das spielen fällt mir ein und ich überlege mir wo ich mich noch sperren muss. Das tue ich dann.
Da ich wirklich nur auf dieses Liveblackjack hängen geblieben bin, ist Bargeld kein Problem Onlinebanking wüsste ich nicht wie es ist aber darüber habe ich keine Kontrolle mehr zurzeit.
Letzte Nacht habe ich geträumt ich hätte ziemlich viel gewonnen. Aber am Ende waren es wieder 400 Euro die ich verspielt hatte. Ich bin dankbar dass dieser Traum auch wieder realistisch war.

In der letzten Woche konnte ich sehr sparsam sein, muss zusehen dass ich nicht weiter in den Dispo rutsche damit ich da ab nächstem Gehalt mit sparen wieder raus bin. Ob ich den löschen lasse weiß ich noch nicht. So lange ich mein Onlinebanking Passwort nicht habe mache ich mir wenig Sorgen.
Ich habe wieder andere Glüvksgefühle als die durch spielen verursachten. Aber zwischendurch kommt auch immer wieder eine Ernüchterung denn es ist nicht vorbei,  weil ich mich geöffnet habe... es bleiben die Schulden und der Vertrauensbruch.
Schulden lassen sich Regeln, das Vertrauen muss ich mir wieder verdienen.
Ich habe meine Partnerin gefragt gegenüber wem ich es öffnen kann und soll damit sie selbst auch mit jemandem drüber sprechen kann, denn in erster Linie mache ich mir grade Sorgen um sie... sie muss das auch loswerden dürfen und anonym ist wohl nicht so ihr Ding. Sie hat ein paar Wünsche geäußert, das gehe ich nächste Woche an.

SHG oder Therapie sind noch nicht meine Themen, ich weiß nicht ob ich das machen will oder werde, ja es schaffen wenige ohne andere Hilfe aber ich bin da guter Dinge... auch wenn ich andere Beispiele hier zu Hauf gelesen habe.
Ich habe ja selbst gedacht ich schaffe es ganz alleine und es war wieder ein Absturz.
Die Personen die ich einbeziehen werde sind aber auch für mich sehr wichtig und ich bin mir sicher, dass ich danach keine Chance mehr habe zu spielen.

Mir war und ist immer sehr wichtig welches Bild bestimmte Menschen von mir haben und deshalb ist es für mich eine gute Kontrolle wenn die Bescheid wissen und meine Partnerin, sollte (was nicht passiert) ich wieder Fehler machen, diese Personen ansprechen kann.
Es soll kein Geheimnis bleiben,  dass sie für mich tragen muss. Das hat sie nicht verdient.

Eine Woche spielfrei...wow. ich bin stolz aber irgendwie auch nicht,  denn für nicht Süchtige ist das normal. Für mich ist es eine wunderbare Woche die auch sehr anstrengend war aber jeden Morgen dieses gute Gefühl (du hast nicht gespielt und nix verloren) gab. Ich esse wieder normal, schlafe normal außer dass ich verrückt träume und kann mich wieder auf wichtige Dinge konzentrieren.
Das soll so bleiben. Gefälligst :)

Habt einen angenehmen Sonntag!
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 09 September 2019, 20:15:43
Gestern Abend fiel das Schlafen schwer.
Vorm Schlafen kamen irgendwelche Spielfantasien und dann habe ich mir wieder die Geldverbrennungsschose vor Augen geführt.
Wurde leicht panisch und musste erstmals aufstehen und an die Frische Luft. Dann ging es wieder. Träume sind ausgeblieben.
Über weitere Sicherungsmaßnahmen nachgedacht...
Aber soweit kann ich erstmals nix anstellen außer über Umwege aber dafür bin ich klar genug.
Es läuft weiter spielfrei.
Mir hilft es schon hier was zu schreiben. Vielleicht ist es nix Neues aber mir ist das wichtig.
Einen schönen Abend wünsche ich euch
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Hakan 321 am 11 September 2019, 01:05:41
hallo Waslosmitmir, mach weiter so das machst du gut ich habe mich auch immer so ermutigt, ich bin schon seit über drei jahren spielfrei, ich vermisse diese schlechte zeiten nicht ich habe überhaupt kein spielzwang mehr, ich habe die 100% abstinenz fast alleine geschafft davon 20% mit hilfe von anderen, du kannst
es schaffen du muss es wollen willenskraft ist sehr wichtig, ich wünsche dir viel erfolg.  8)

(ps.ich war ein richtig kranker automatenspieler, online glücksspiele habe ich auch erfahrungen habe es dabei belassen weil es genau so mies ist.)
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 11 September 2019, 06:54:26
Danke Hakan. Wünsche dir auch weiter alles Gute.
Ich bin guter Dinge. Gestern konnte ich gut einschlafen. Glaube keine Träume vom Spiel und wenn dann weiß ich es nicht.
Habe viele Geschichten hier gelesen und mich teilweise wieder gefunden. Ja ich wünschte ich hätte nach meinem ersten Post was getan.
Dafür ist es zu spät aber für alles andere nicht.
Wünsche einen schönen Tag!
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 14 September 2019, 13:35:38
Moin.

Es läuft, nehme immer mehr Abstand vom Spiel und ja ich heule dem Geld hinterher, aber das ist zu managen.

Das wird zwar dauern aber die Bank hat sich bei mir nicht gemeldet und in ein zwei Monaten ist der Dispo auch ausgeglichen mit sparen etc.
Ich träume viel aber nicht mehr vom Spiel.
Das ist gut. Dennoch bin ich achtsam.
Mein bester Freund weiß es jetzt auch, fehlen noch zwei Personen die ich einweihen will.
Ich schaffe gerade so viel andere Dinge und kann mich  wieder darüber freuen. Das ist viel Wert.

Habt ein schönes Wochenende
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Ilona am 14 September 2019, 15:58:39
Hallo WLMM,
du kommst immer mehr dahinter, was mit dir los ist. Das ist schön zu lesen. Bleib am Ball. Step by Step. Alles Gute!
LG Ilona
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 30 September 2019, 14:30:13
Huhu.

Jetzt ist bald der September um und ich fühle mich gut. Ich denke nicht an Spielen,  am Wochenende war ich in einer Kneipe und dort waren zwei Spialautomaten. Ich hab dann n Zehner eingeworfen. Und zwar in den Hut der Band,  die dort gespielt hat. Da ist es besser investiert.

Gut solche Automaten haben mich nie gereizt. Aber es war wieder eine Erinnerung an Die Zeit.

Ich lese immer wieder hier,  dass viele auch so weit waren ohne zusätzliche Hilfe und dann wieder einen Rückfall hatten. Das ist etwas vor dem ich aktuell auch Angst habe. Aber selbst in meinem Brausekopf nach dem Kneipenbesuch habe ich mir auf dem Heimweg gesagt, wie schrecklich das war,  was ich da gemacht habe. Dieser Kontrollverlust. Dieses nicht steuern können, dieses fremdbestimmte... was ja aber aus mir heraus kam. Und das ist das beängstigende. Dass es in mir war/ist.

Wenn ich jetzt Leerlaufphasen habe, wo ich dann vorher gespielt habe, schaute ich anfangs zuerst hier ins Forum und habe mich damit beschäftigt.
Jetzt wird das weniger, ich denke einfach weniger daran und suche mir dann Aufgaben für mich, lese etwas oder räume auf oder schaue eine Serie.

Ich habe immer noch keinen Zugang zu meinem Onlinebanking und es reicht für mich als Blockade.
Auch müsste ich wahrscheinlich auch lange suchen um ein Casino zu finden wo ich mich nicht gesperrt habe und mit Bargeld habe ich kein Problem weil ich nie in ner Spielhölle war und auch nicht will.
Der Zugang darf nicht einfach sein, man muss sich glaub ich in so einer Zeit genügend Hürden bauen, damit man genügend Zeit hat vorher zur Besinnung zu kommen. Wenn das nicht reicht, dann braucht es wirklich professionelle Hilfe oder eine Gruppe. Das halte ich mir aber noch offen. Bis jetzt ist es kontinuierlich bergauf gegangen.

So soll es weiter gehen. Ihr sollt wissen, dass ihr mir sehr geholfen habt mit euren Beiträgen und ich es toll finde, dass ihr so schnell auf jemand neues hier reagiert und einem zur Seite steht.
Macht weiter so.
Danke!
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Hakan 321 am 30 September 2019, 18:02:58
Hallo Waswarlosmitmir das machst du gut, weiter so alles ist gut du solltest für Notsituationen vorbereitet sein, ich empfehle dir zwei Masnahmen einmal hilfreiche Strategien ICH KANN AUCH ANDERS sollt es immer in dein Portmonee dabei haben, ich habe es schon zwei mal in Anspruch genommen und das zweite jemanden anrufen zu können der dir helfen kann den du vorher aufgeklärt hast, ich kann dir diese Masnahmen aus meiner Erfahrung von 40 Monaten Abstinenz ausnahmslos empfehlen, natürlich hier im Forum weiter bleiben aktiv oder passiv wie du möchtest, ich wünsche dir viel Erfolg
 8)
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 01 Oktober 2019, 09:53:28
Jemand zum anrufen habe ich.
Aber diese Tipps ich kann auch anders, wo bekomme/finde ich die?
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Ilona am 01 Oktober 2019, 10:05:06
Die Notfallkarte kannst du bei der LK Glück NRW hier kostenfrei bestellen: https://www.gluecksspielsucht-nrw.de/materialien.php?cmd=kampagne

Hier das PDF der Notfallkarte https://www.gluecksspielsucht-nrw.de/kampagnen/notfallpass_spieler.pdf

Alles Gute

Ilona
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 01 Oktober 2019, 14:38:11
Danke sehr!!!
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 03 Oktober 2019, 23:52:18
Guten Abend.

Mittlerweile werde ich wieder massiver in den sozialen Medien mit CasinoWerbung zugeballert. Ich melde diese immer oder verberge sie. Dabei fielen mir noch zwei Seiten ein, bei denen ich damals nur eine vorübergehende Sperre aktiviert habe. Dort habe ich mich heute noch einmal angemeldet und mich sperren lassen. Bei manchen Seiten ist das gar nicht so leicht. Aber mir fällt sonst keine mehr ein. Zum Glück.
Heute habe ich wieder etwas gelesen hier und über CB nachgedacht. Aber:
Da  ich ja die Mailadressen, die ich dafür genutzt habe gelöscht habe und mich auch auf den Seiten nicht mehr anmelden kann außer eins zwei die das trotz Sperre zu lassen,ist es ja schwer Beweise zu sichern etc. Gibt dann nur die Kontoauszüge und der nicht hauptsächliche Teil über Paypal  gegen Ende sogar ohne Lastschrift sondern mit paypal Guthaben.
Hab sehr viel über trustly gemacht.
Deswegen und auch weil ich mir große Sorgen mache, was ein CB für Spätfolgen hätte bin ich dann wieder dabei es zu akzeptieren,es hinzunehmen. Ich habe die Kurve gekriegt, vor dem absoluten Ende aber für mich mit beträchtlichem Lehrgeld... das ärgert mich und dann kommen natürlich solche Gedanken ,es zu versuchen sich das Geld wiederzuholen.
Jetzt ist halt sparen angesagt. Darf nix Unvorhergesehenes kommen was Geld kostet...
Aber gut das sind ein paar Monate die jetzt noch mal nervig sind...
Im Vordergrund steht nicht zu spielen. Und das funktioniert auch gut. Und meine Beziehung läuft auch.
Ich habe halt zurecht ein schlechtes Gewissen, heute haben wir meine Ausgaben seit spielfreiheit angesehen. Meine Partnerin wirkte vorher misstrauisch auf mich. Ich habe doof reagiert, also habe mich angegriffen gefühlt. Aber sie wollte es einfach wissen und sie hätte ja nun wirklich jeden Grund misstrauisch zu sein. Ich habe mich entschuldigt, da ich das ja auch so von ihr wollte.
Das Thema Finanzen ist noch kribbelig, wäre angenehmer im Plus zu sein. Aber das wird alles.

Das Wichtigste ist, dass ich nicht mehr ans Spielen denke... nur an die schlechten Dinge daran und jeden Tag. Bei jeder Spilo an der ich vorbeifahre, bei der Werbung in den Netzwerken. Bei den SMS die noch teilweise kommen. Bei Bus und Bahn. Bei Radiogewinnspielen. Ach und auch einfach so. Aber das alles ist nicht ansatzweise so anstrengend wie zu lügen, wie spielen zu müssen, wie nicht schlafen zu können, wie keinen Appetit zu haben, wie Arbeit und Privatleben schleifen zu lassen, wie Ständig etwas zu verlieren und sich ständig aufs neue für sich selbst und seine "Schwäche" zu schämen.

Najut sind vielleicht jetzt etwas wirre Gedanken durcheinander...

Gute nacht
Titel: Re: Kontrollverlust. 5 Monate und kurz vor knapp
Beitrag von: Waswarlosmitmir am 09 November 2019, 12:55:31
Wollte mich mal wieder melden. Ich bin immer noch spielfrei und denke nur ganz gelegentlich noch einmal daran. Auf Facebook wurde ich vor drei vier Tagen wieder sooo extrem mit Werbung zugeballert. Ich gehe davon aus,  dass das irgendwie gesteuert ist... es kommt so Intervallartig dass ich dort ohne Ende Werbung für Slots bekomme. Ich melde die oder verberge sie... aber es kommt mir schon komisch vor,  dass das dann so ein krasses Ausmaß ist.
Die wissen ganz genau, dass ich damit ein Problem habe und mal damit zu kriegen war. Und das ist echt gruselig. Weil ich weder eine Glückspielseite bei Facebook geliked habe oder mich irgendwie mit Facebook auf den Seiten verknüpft habe...
Man ist schon gläsern wenn man auf einem Gerät zockt und Facebook nutzt etc... hässlich
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und viel Kraft weiterhin.
Lieben Gruß