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Jobcenter,Spielsucht und Krankschreibung; hat jemand Erfahrungen?

  • 3 Antworten
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Nach 15 Jahren des in Ruhe-Gelassen-Werdens soll ich nun in die Intensivbetreuung des Job-Centers  kommen. Da ich aber sehr labil bin, wäre das überhaupt nicht gut.  Natürlich weiß das Jobcenter nichts davon. Es wäre wohl naiv zu glauben, daß ich in Ruhe gelassen werde,wenn ich erzähle, ich bin sehr krank, da ich seit vielen Jahren Fußballwetten (ausschließlich) absolviere. Womöglich werden mir dann noch Gewinne unterstellt und ich muß Hartz4 zurückzahlen.
Da ich den Druck des Jobcenters durch Alkohol kompensieren würde,dadurch vielleicht meinen Neben-Job (sehr viel Kundenkontakt) verliere, bin ich völlig außer mir. Es geht mir gar nicht gut, im Gegensatz zu sonst. 
Spielsucht: wenn ich zum Facharzt gehe und ihm davon erzähle, kann ich dann längerfristig krankgeschrieben werden, mit der Folge nicht zu regelmäßigen Jobcenter-Terminen zu erscheinen?
Ich verliere gar nicht mal so viel bzw. unterm Strich überhaupt nicht. Das Problem ist nun aber, daß ich durch die ganze Aufregung (die mir gar nicht gut tut), mehr ausgebe, auch um durch Gewinne z.B. gewappnet zu sein, falls Sanktionen vom Job-Center kommen.   

Re: Jobcenter,Spielsucht und Krankschreibung; hat jemand Erfahrungen?
« Antwort #1 am: 07 Januar 2019, 12:24:13 »
Hallo Alsterperle,
wenn du arbeitsunfähig bist, kann dir das ein Arzt bescheinigen, ohne dass das Jobcenter die Gründe erfährt. Evtl. schließt sich dann eine amtsärztliche Untersuchung an. Längerfristig "in Ruhe gelassen" wirst du nur, wenn du als vorübergehend oder dauerhaft als erwerbsunfähig eingestuft bist.
Der Weg durch Sportwetten Geld zu verdienen zu wollen hat viele, die hier schreiben in den finanziellen Ruin geführt. Hier bist du richtig, wenn du das Spielen einstellen willst oder Fragen dazu hast.
Ansonsten gibt es  Foren, bei denen sich die Teilnehmer bzgl. Sozialleistungen besser auskennen.
Du klingst, als hättest du keine Hoffnung, bzgl. deiner Erkrankungen eine Heilung zu erfahren. Spielsüchtig bist du nach eigener Einschätzung nicht, zumindest dieses Problem könnte man zu Ruhen bringen.
Ich wünsche dir Genesung

Nachtrag. ALG II darf nicht für Wetten eingesetzt werden und ist ggf. ein missbräuchliche Verwendung von Sozialleistungen - also Vorsicht mit dem, was du dem Jobcenter erzählst. Weiterhin werde Gewinne als Einnahmen gerechnet und deine Bezüge mindern sich.
« Letzte Änderung: 07 Januar 2019, 12:27:11 von Balduin »

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Offline taro

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Re: Jobcenter,Spielsucht und Krankschreibung; hat jemand Erfahrungen?
« Antwort #2 am: 07 Januar 2019, 13:11:49 »
Moin Alsterperle,

herzlich Willkommen!

Auch wenn ich nur Gewinne kann ich spielsüchtig sein. Ein positives Ergebnis ist bei Sportwetten zweifellos möglich. Ich selbst bin mal mit einem Billiardprofi von einem Cafe zum nächsten mit diesen Gewinn raus. Süchtig waren wir beide trotzdem. Daher haben wir das Geld nach der "Arbeit" im Casino
verzockt.
Aus Deinem Namen vermute ich, das Du aus Hamburg kommst. Dann hast Du Glück, nirgends in Deutschland gibt es mehr SHG's.
Ich bin Heute ab 20 Uhr in den Gemeinderäumen der Kirche Sinstorf, in Hamburg-Harburg. Du bist willkommen!

Ja labil war ich auch am Ende der Spielsucht, auch damit bist Du in der SHG nicht allein, kannst Dir hier natürlich noch ärztliche Unterstützung holen.

Bis ans Lebensende in Ruhe gelassen zu werden kann wohl kaum Dein Ziel sein  darum raus aus dem Schneckenhaus hinein in Dein neues Leben!

Nutze die Chance!

Taro
<editiert wegen wiederholter Provokation; Olli>

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Offline andreasg

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Re: Jobcenter,Spielsucht und Krankschreibung; hat jemand Erfahrungen?
« Antwort #3 am: 07 Januar 2019, 13:33:31 »
Hallo Alsterperle,

mit Fußballwetten könnte ich nicht reich werden, ich würde auf den Underdog mit der Roten Laterne setzen, aus Alter Liebe, , das aber nur so nebenbei...

Das Thema JobCenter ist mir auch wohlbekannt, und gehört für mich der Vergangenheit an. Ich bin Spieler und ich bin süchtig und ich habe Soziale Ängste. Das ist ein Ausdruck einer schweren psychischen Krankheit. Als die Syntome akut wurden, im Jahr 2003, vor der Einsetzung der Agenda 2010, habe ich eine REHA in einer Fachklinik beantragt, und habe 11 Wochen in der Klinik verbracht.

Ich war außer in meiner Spieler - Selbsthilfegruppe auch in einem Arbeitslosenkreis aktiv, und bin Heute noch dadurch mit der Landesarmutskonferenz Niedersachesen in Kontakt. Wir haben in Hannover ein Sozialcafé, das Café S, in denen Ehrenamtliche sich in die Sozialgesetzbücher einlesen, und Ratsuchende z.B. zum JobCenter begleiten.

Wenn Du Heute den Weg nach HH - Harburg finden solltest, was auch mich freuen würde, weil es dort wirklich sehr schön ist, denke bitte daran: Du bist nicht alleine. Andere kennen Dein Problem auch.

Gute Wege und schöne 24 Stunden
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

 

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