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Erster Schritt in die SHG

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Offline taro

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Erster Schritt in die SHG
« am: 18 Januar 2019, 10:22:58 »
Moin zusammen,

Ich habe ja schon oft geschrieben,  das ich durch den Gang ein komplett neues Leben geschenkt bekommen habe.

Ich lese alle möglichen Gründe, warum der Weg dorthin nicht gewählt wurde.
Nun das Eugen, der Spieler in mir, mir solch einen Unsinn einredet ist klar. Tatsächlich verstehe ich es oft aber nicht. Helft mir doch bitte und erklärt mir, was euch diesen Schritt so schwer macht? Gibt es er es wie der Schritt erleichtert werden kann?

Die Zahl der Spieler hat auch durchs Internet stark zugenommen. Die neuen in der SHG werden immer weniger. Ist das ein Generationsproblem, heute spricht man nicht mehr von Angesicht zu Angesicht?

Für Antworten wäre ich dankbar.

LG
Tari

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Offline TAL

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Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #1 am: 19 Januar 2019, 00:54:16 »
Hallo Taro,

eine gute Frage. Ich gehöre wohl auch zu den Anonymen Aufschiebern, obwohl ich nicht der von dir beschriebenen Generation angehöre. Der Tenor bei mir hat sich auch etwas geändert mit der Zeit. Von "Ich hab kein Problem, das haben andere." zu "Mir geht's doch gut, was soll ich denn noch da?".
In beiden Fällen hat der, den du Eugen nennst, sicher seine Hände im Spiel. Die 'Argumente' sind andere, das Ziel bleibt gleich.
Wenn ich mich jetzt hinsetze, und mich frage, was genau mich eigentlich sonst noch von diesem Schritt abhält, dann bleibt nicht viel übrig. Trotzdem tu ich es nicht. Warum?

Anfangs war es Unwissenheit und Ignoranz, ich habe mich nie informiert, nie nach Hilfe gesucht... aber jetzt? Heute weiß ich, daß ich es nicht mit mir selbst ausmachen muß, und im schlimmsten Fall auch gar nicht kann.

Was genau ist es also, was mich zögern läßt? Ja, ich fühle ich mich klein, dumm und unglaublich naiv. Was weiß ich schon?
Außerdem ist es nunmal ein Unterschied, anonym etwas zu schreiben, was an sich schon Überwindung gekostet hat... als Auge in Auge... und dann sind da auch noch all die Dinge, die ich gar nicht hören will... ich krieg das schon hin.

Meine Abwesenheit zu Hause zu erklären wäre sicher auch ein 'Problem', damit würde ich dann aber wenigsten auch ein weiteres Hindernis aus dem Weg räumen. Autsch... aber wäre mehr als überfällig. Klingt vernünftig, aber will ich das wirklich? Alternativ fiele mir sicher etwas Plausibles ein, aber das will ich noch viel weniger...

Ajo... mein tiefster Wunsch ist es wohl immernoch, das nicht tun zu 'müssen', weil ich nichts lieber will, als es endgültig hinter mir zu lassen. Paßt schon... bis jetzt hat es doch auch gut funktioniert...

War das jetzt sinnig? Ich fürchte nicht...

Das bedarf auch keiner Antwort, das wäre Zeitverschwendung, bin da wohl unbelehrbar. Nichts und niemand kann mir das erleichtern. Ich müßte nur einfach die Scheuklappen ablegen.
Aber ich und Selbstbewußtsein - guter Witz.
Geht schon.

Egal. Ich geh mal schlafen.

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Offline taro

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Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #2 am: 19 Januar 2019, 09:48:49 »
Moin Tal,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort,  ich kann sie soooo gut nachvollziehen.
Das verückte ist ja, schlimmsten falls sagst Du, die SHG hat Dir nichts gebracht.
Wenn Du wie ich dort die Möglichkeit hast Dein neues Leben zu bekommen, dann freust Du Dich wie Bolle, und ärgerst Dich gleichzeitig das Du so lange für den Schritt gebraucht hast.

Ich habe schon öfters geschrieben, für mich heißt Leben Risiken einzugehen. Das ist der beste Schutz vor Spielen, weil ein Geldeinsatz gegen das Risiko des Lebens einfach nur lachhaft ist. Am Anfang eines jeden neuen Weges den ich immer wieder suche gehört immer wieder dieser erste Schritt, hinein in eine andere Gemeinschaft, andere Umgebung andere Umstände.
Immer wieder das Risiko, das altsichere los zu lassen, damit Platz für neues ist. Natürlich nicht in allen Lebensbereichen, aber in denen wo ich merke es zwickt. Am Anfang stand bei mir der Schritt in die SHG. Ein Schritt ins Leben statt in den Tod. Über jeden neuen Schritt spreche ich zuerst in der SHG. Ein toller Ort um Klarheit zu bekommen.

Taro

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Offline Olli

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Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #3 am: 19 Januar 2019, 10:20:49 »
Hi TAL!

Sehr schöner Beitrag!

Packe das Selbstbewusstsein von 10 gesunden Leuten in einen Eimer - und er ist voll.
Packe das Selbstbewusstsein von 10 Spielern in einen Eimer - und der Boden ist gerade einmal bedeckt.

In einer SHG wärest Du also mit dieser Problematik nicht alleine.

Doch im Gegensatz zu Dir, sind diese Personen es sich wert Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Du nennst Dich unbelehrbar? Nein - was Taro hier mit Risiken eingehen beschreibt, sehe ich genau so.
Du hast anscheinend nie gelernt Deine Komfortzone auch mal zu verlassen.
Dabei gehst Du ja gar kein "Risiko" ein, beim Besuch einer SHG ... Du machst nur mal etwas anders als gewohnt.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline TAL

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Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #4 am: 20 Januar 2019, 15:13:39 »
Ich weiß genau, daß ihr recht habt. Ich habe nichts zu verlieren - ganz im Gegenteil.
Und im Vergleich zu anderen Dingen wäre dieses Risiko geradezu lachhaft.
Gewohnte Umgebung, gewohnte Abläufe, vertraute Muster... warum hält man daran fest, auch wenn es einen offensichtlich nicht wirklich weiterbringt?

Es stimmt, das Verlassen meiner Komfortzone habe ich wohl nie gelernt, und wenn ich es mal muß, ist es sehr unangenehm. Ich tu alles, um sowas nicht machen zu müssen. Da fallen mir immer die besten Ausreden ein...
Um Hilfe zu bitten liegt genauso außerhalb dieser Zone, wie Kommunikation, die über Smalltalk hinausgeht. Das ist aber bei Weitem nicht alles, da gibt es noch sehr viel mehr.
Ich mußte in der Vergangenheit an einigen Stellen diese Zone verlassen, mir blieb da keine Wahl, denn ich wollte ja nicht weitermachen wie bisher. Klar, hinterher ging es mir besser, aber es war trotzdem hart.
Selbstbewußtsein ist nach außen hin machmal schon eher wenig, je nach Situation, ich gebe meistens nach - innen drin sieht's dann nochmal ne Spur düsterer aus.
Hat das alles tatsächlich etwas damit zu tun, wieviel ich mir wert bin?
Es wäre auch eine Art Kapitulation. Bis heute weiß es keiner. Trete ich durch die Tür, ändert sich das, auch wenn ich nichts sage.
Ich würde damit eingestehen, daß ich eben nicht der bin, der ich zu sein scheine.

Mein Leben hat sich signifikant verbessert. Meine finanzielle Situation, mein Privat- und Sozialleben, meine Laune, meine Reaktionen und Interaktionen und mit Sicherheit auch die Außenwahrnehmung anderer. All das hat zur Folge, daß kritische Situationen so gut wie gar nicht mehr vorkommen. Kurz gesagt: Mir geht es richtig gut.
Die beste Entscheidung meines Lebens, und an ihr festzuhalten, brachte das für mich persönlich vorher nicht vorstellbare Resultat. Es war kein leichter Weg, aber ich hatte wahnsinniges Glück. Ja, das hatte ich wirklich. Aber auch die 'Guten Zeiten' haben ihre Tücken.
Eben weil man halt nicht damit rechnet.

Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #5 am: 21 Januar 2019, 18:31:51 »
Ich sehe das so,

man sollte für seine Taten auch die Verantwortung übernehmen und versuchen einen Weg aus der Miesere zu finden. Hilfe tut gut aber den Schwanz einziehen, aufgeben und sich verkriechen ist nicht angebracht weil so noch alles schlimmer wird als es eh schon ist. Je früher man damit anfängt desto leichter fällt es dann.

Was kümmert einen die Scham, Angst oder was auch immer einen davon abhält in eine SHG zu gehen.

Da ich auch betroffen bin habe ich nicht lange überlegen müssen. SHG gesucht, gefunden und werde wenn die geöffnet haben dort sein. Termin bei Suchtberatung ist auch erledigt denn nur so kommt man davon los.

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Offline Olli

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  • 2.186
Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #6 am: 21 Januar 2019, 19:19:41 »
Schön geschrieben B4N :)

@Tal

Zitat
Ich würde damit eingestehen, daß ich eben nicht der bin, der ich zu sein scheine.

Keinesfalls ...

Du würdest eingestehen, dass Du Dich selber nicht kennst. - Mal ehrlich ... wer macht sich denn schon solche Gedanken?
Du würdest Dir eingestehen, dass Du Dich kennenlernen möchtest. - Ist das nicht genau so selten zu finden in unserer Gesellschaft?

Ich finde in beiden Punkten nichts Negatives oder Beängstigendes.

Die nächste Frage ist doch: Willst Du überhaupt ernsthaft Veränderung?
Deine Ängste sind absolut normal - der eine verspürt sie mehr, der andere eben weniger.
Verändert das aber Deine Situation aus fehlendem Selbstwert und dergleichen?

Ich verspreche Dir: Nach dem ersten Meeting wirst Du jede Menge Positives fühlen:
Verwunderung - weil Du entgegen Deiner jetzigen Meinung was die Sucht und das Drumherum betrifft, doch kein Erimit bist.
Erleichterung - dass Du das Meeting "überlebt" hast.
Stolz - weil Du Deine Ängste überwunden hast.
Hoffnung - weil Du jetzt anfangen kannst über das Gesprochene nachzudenken.
Verbundenheit - mit den Personen, die die gleichen Ängste erlebt haben beim "ersten Mal".
Zuversicht - dass Du selbst es doch in der Hand hast abstinent zu bleiben und Dein Leben wieder bestimmen kannst.

Was fällt Dir selbst noch ein an Positivem?
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #7 am: 21 Januar 2019, 20:55:12 »
Schön geschrieben B4N :)

Danke denn beim zocken hat man auch keine Scham, dass geht von alleine und da wird man doch seine Knochen in die Hand nehmen können und etwas unternehmen.

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Offline andreasg

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  • 1.009
Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #8 am: 21 Januar 2019, 21:08:15 »
Hallo ihr Lieben,

ich hänge hier am Rechner rum. habe gerade eine Suchmeldung einer 71 jährigen Dame in der Lokalzeitung gelesen und dann anschließend den Link auf die Telefonseelsorge. Auch diese Einrichtung bietet einen E - Mail Austausch an einen Chatroom, und mehrere Telefonnummern. Geradezu wie unsere Hotline oben rechts.
 
Letztes Jahr im Frühjahr habe ich oft die Telefonseelsorge angerufen, der Kontakt mit einem wahrscheinlich psychopatischen Zeitgenossen hat mich schwer traumatisiert. Mein Wunsch nach einer Psychosomatischen REHA hat sich noch - nicht erfüllt, die Ängste, die Depries leben weiter in mir.

In dieser Zeit bin ich in eine offene Selbsthilfegruppe für Alkoholiker und Angehörige gegangen, auch mit dem Hintergedanken, daß der Zeitgenosse vielleicht auch dort sich blicken lässt. Das blieb ferne, aber ich habe es genossen, andere Meetingsteilnehmer zu sehen, zu erleben, als in meinen beiden Stamm - Gruppen. Neulich bin ich wieder dort in die Selbsthilfegruppe gegangen, einfach so, ohne Not, vielleicht eher, weil der Kontakt zu meinen Schwestern blockiert ist, was wahrscheinlich deren Persönlichkeiten geschuldet ist. Also sah ich mich wieder in der Rolle des fünften Rades am Wagen, der Weg ins Selbstmitleid, zum Jammern hin... Also war der Ort, den ich aufsuchte, der Ort an dem ich sein durfte, der ich bin, wirklich bin, ohne mich verstellen zu müssen.

Wenn ein Gruppenmitglied erzählt, es sei in einer Alkoholikerfamilie aufgewachsen, und das Leid,teilt, daß es erfahren hat, erkenne ich meine eigene missbrachte Kindheit, Wenn ein Gruppenmitglied teilt, daß es gesoffen hat bis zum Erbrechen, dann erkenne ich, daß ich das auch getan habe, aber noch ferner in die Spielhalle gegangen bin, um meinen Schmerz, den ich mir nicht auskxtzen kann, zu verspielen. Ich bin Selbstverletzer, weil ich den Schmerz in meiner Seele manifestiert habe, und eine dahinsiechende Gier danach habe, mir weiter Verletzungen zuzufügen. "Wenn ich mich nur aus allem raushalte, werde ich keinen Schmerz mehr ertragen müssen". Zum Abschluß des Treffens stand ich oben auf einer Freitreppe, gut von der belebten Hauptstraße aus zu erkennen und führte noch ein kleines Gespräch mit zwei langjahrig trockenen Alkoholikern. Es ging einfach nur darum, auch in der Abstinenz älter werden zu dürfen. Mein Verlangen, mich nicht-angenommen und nicht gemocht zu werden, hat definitiv keine Nahrung erhalten. Oben auf dieser Treppe an einem kühlen Regentag habe ich ein Stück Heilung für meine Seele erhalten.

Samstag war ich zu einem Regionalen Treffen meiner Spieler Selbsthilfegemeinschaft.  - Eigentlich möchte ich lieber darüber schreiben, kann es aber gerade nicht. Ich bin dem Spielen und auch meinen Emotionen gegenüber machtlos. Vielleicht hilft mir meine Therapiestunde wieder einmal dabei, aber ich glaube, ich habe so ein Treffen schon einmal erlebt, jedenfalls in der Intensität: Das war Anfang August 1990 in HH - Ochsenzoll, ich hatte vier Wochen vorher mein Abschiedsspiel, und dort im Klinikum konnte ich auf einal frei heraus von mir selber reden, ohne mir mühsam etwas zurecht zu legen, und daran zu basteln.. Und ich glaube, daß ich diese Freiheit am Sonnabend wieder erleben durfte.
Dafür danke ich Gott und den Anwesenden.

Liebe Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas. 


« Letzte Änderung: 21 Januar 2019, 21:12:08 von andreasg »
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline TAL

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  • 75
Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #9 am: 22 Januar 2019, 23:27:32 »
Absolut richtig, B4N. Dem ist nichts hinzuzufügen. Den Schwanz eingezogen habe ich fast mein ganzes Leben lang. Das Problem ist nur, daß ich mich in all der Zeit in dieser Haltung ziemlich verkrampft habe. Ist wohl eine Art Schutzmechanismus. Jammern hilft da aber nicht, das hab ich schon versucht.

Das Geradestehen beinhaltet bei mir leider nur den materiellen Teil.

Ich find's übrigens ziemlich ätzend, daß dein Enthusiasmus jetzt durch die kürzlichen Ereignisse einen solchen Dämpfer bekommen hat. Du solltest ihn dir bewahren, solange es geht, er ist sehr nützlich.
Laß dich bitte davon nicht entmutigen.

... und von mir nicht irritieren, ich denke nur 'laut'.


Andreas, danke für deine Worte. Ein sehr schöner Beitrag.
Manchmal wünsche ich mir auch, ich könnte einfach nur ich sein. Bin mir aber nichtmal sicher, was das eigentlich ist.


Olli, ich meine das nach außen hin. Vieles von dem, wofür man mich hält, bin ich ja gar nicht. Für mein Kopfkino könnte ich wahrscheinlich sogar gut Eintritt verlangen, da ist eigentlich immer was los.
Das stimmt, ich kenne mich überhaupt nicht... und gleichzeitig kenne ich mich zu gut... So oder so, das ist wohl wirklich etwas, worüber die wenigsten Leute überhaupt je nachdenken. Ich wünschte auch manchmal, ich müßte es nicht. Kennenlernen würde ich mich selbst also schon gerne, das würde vieles klären und erleichtern.

Akzeptanz und Veränderung kommen von innen heraus. Ersteres ist leichter als Letzteres. Es ist festgefahren. Stillstand. Schwer zu beschreiben.

Mhhh... Ist es komisch, daß meine eigentliche Baustelle eher in alltäglichen Dingen liegt? Natürlich kann ich mir keine Dummheiten erlauben, mein Problem sind aber dennoch eher die Auswirkungen, die das alles auch heute noch auf mich hat... und vielleicht meine Erwartungen an mich selbst. Normalsein wird wohl nichts mehr... aber was sonst?

Sich nicht mehr verstellen zu müssen wäre sehr positiv. :)
Nicht mehr alles wegzuschließen.

Danke für eure Beiträge, auch wenn das jetzt irgendwie wieder in die falsche Richtung ging.
Ich sag's ja... ich bin selbst das größte Hindernis. Ich weiß das. Einfach machen und nicht groß drüber nachdenken, nicht wahr?

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Offline taro

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Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #10 am: 23 Januar 2019, 07:46:12 »
Moin TAL,

ich habe diesen Thread eröffnet, um genau das von Dir oder von B4N zu erfahren. Tatsächlich bin ich schon so lange in Gruppen, das ich kaum noch Zugang zu dem Kopfkino vor dem ersten Schritt in die Gruppe habe. Ich habe eine Stammgruppe die kenne ich und die kennen mich besser als jeder einzelne sich selber. Für mich ein Ort absoluter Sicherheit. Am Wochenende war ich auf unserem Regionstreffen, bei dem anschließenden Meeting saß ich mit Leuten zusammen mit denen ich sonst selten zusammen in einem Meeting sitze. Es ist überhaupt nicht wichtig ob ich gerade Zugang zu mir selber habe, wenn Menschen dort sitzen die sich öffnen, dann gehen in mir plötzlich Türen auf, von denen wußte ich überhaupt nicht das Sie da sind. Ich brauche für das öffnen nichts weiter zu tun als zuzuhören.

Taro

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Offline andreasg

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Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #11 am: 23 Januar 2019, 10:27:32 »
Guten Morgen ihr Lieben,

ich war auch auf dem Regionaltreffen... und ich bin immer noch schwer beeindruckt, von dem was ich von dort mitnehmen durfte - konnte.  :)
Ich habe auch meine Stammgruppe - in Hannover.

Manchmal mache ich mir viel zu viel Gedanken:

Werde ich irgendwann die Gruppe verlassen,
werde ich überhaupt noch je wieder zwanghaft Spielen,
werde ich mich in meinen Sozialen Ängsten und in meiner Angst vor Menschen weiter isolieren?


Wenn ich durch die Meetingstür gehe und die Gruppenmitglieder begrüße, sind alle diese Fragen schon beantwortet, alleine schon deshalb, weil mir die Selbsthilfegruppe hilft, mich im Hier und Jetzt zu Vergegenwärtigen.

Es hilft mir meine simplen alltäglich Arbeiten unbesorgt zu verrichten. z.B, daß der Wohnungsbetreuer der Wohnungsgenossensachaft bei mir eine aufgeräumte Stube vorfindet, oder daß ich frisch geduscht zu meiner geliebten Lymphdrainage gehe, das Meeting schafft so u.a. Raum für Aufmerksamkeiten.

Liebe Grüße
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #12 am: 23 Januar 2019, 12:25:36 »

Packe das Selbstbewusstsein von 10 gesunden Leuten in einen Eimer - und er ist voll.
Packe das Selbstbewusstsein von 10 Spielern in einen Eimer - und der Boden ist gerade einmal bedeckt.

Dem kann ich nur bedingt zustimmen denn an Selbstbewusstsein mangelt es mir nicht und kann man deutlich an dem erkennen wie ich hier auftrete; hat es auch noch nie; schäme mich auch nicht weil ich nun einen Bock geschossen habe oder werde mich verkriechen. Hab das Problem selber erkannt auch wenn es schon fast zu spät war. Meine Arbeit hat mir hier geholfen; als Unternehmer muss man knallhart sein und dennoch das notwendige Maße an Charakter vorzeigen um die Balance halten zu können.

Mental bin ich sehr stark aber auch ich habe meine Grenzen und nach fast 20 Jahren bin ich das erste mal in meinem Leben schwach geworden weil es einfach Zuviel wurde; 20 Jahre durchhalten ist schon extrem lange mit all dem Stress - der Großteil wäre früher eingebrochen. Habe mich nun wieder gefangen und fokussiere mich auf das was wirklich wichtig ist und hole mir jede nur erdenkliche Hilfe da es keine Scwäche darstellt wenn man selbige in Anspruch nimmt sondern vielmehr Stärke!
« Letzte Änderung: 23 Januar 2019, 12:33:56 von Born4Nothing »

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nutella

Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #13 am: 23 Januar 2019, 13:15:18 »
@born..

Wir haben alle erst einmal den Anfang finden müssen.. ;) Du bekommst das auch hin..

Re: Erster Schritt in die SHG
« Antwort #14 am: 23 Januar 2019, 19:27:41 »
Klar, bei mir musste das nur schnell gehen und ich habe momentan alle mir zur Verfügung stehen Möglichkeiten ausgeschöpft und angenommen. Meine Prioritäten sind gesetzt, die müssen nur halten^^

 

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