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Die Sprache der Onlinecasinosüchtigen

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Re: Die Sprache der Onlinecasinosüchtigen
« Antwort #30 am: 16 Februar 2019, 12:17:28 »
Da ich deine Texte nur überfliege (sind mit einfach zu lang)😂 - habe ich dennoch meinen Namen gelesen.

Wenn ich könnte, würde ich mir mein Geld per CB zurück holen. Dazu stehe ich und es kann jeder denken über mich was er möchte.

Grüße an alle

Ergänzend noch: Nicht weil ich mich an dem Geld bereichern möchte (lieber würde ich es spenden), sondern weil ich schon genug in OC’ versenkt habe und das ganze System wie die Banken usw. alle mitverdienen und nicht einwenig die Spieler schützen.

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Offline TAL

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Re: Die Sprache der Onlinecasinosüchtigen
« Antwort #31 am: 18 Februar 2019, 00:35:50 »
Ist irgendwie immer etwas Kauderwelsch bei mir. Da denkt man schneller, als man schreiben kann - oder umgekehrt. Aber ich könnte das mündlich auch nicht wirklich besser.

Moral ist wohl das letzte, worüber man sich OCs und Zahlungsdienstleistern gegenüber Gedanken machen müßte. Sie kennen da auch kaum Skrupel. Ich bin absolut dafür, die Politik quasi zu 'zwingen', endlich für klare Verhältnisse zu sorgen.
Das ist also keine moralische Frage, jemandem sowas vorzuhalten würde mir wohl auch kaum zustehen. Es ist eine Frage, wieviel ich mir selbst zumuten kann. Will und kann ich diesen 'Kampf' führen? Gerade jetzt mit den neuen 'Kniffen' ist es ja nochmal stressiger geworden. Auch hier kann ich nur von mir selbst sprechen, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß ich das nicht gepackt hätte.

Ja. Was du beschreibst ist das, was Ilona ja auch immer sagt. Nicht jeder, dem einmal ein solcher Kontrollverlust passiert ist, ist gleich, wie du es nennst, 'tragisch spielsüchtig'. Da kann Schadensbegrenzung den Neuanfang enorm erleichtern, und hilft eventuell sogar, einen Schneeballeffekt zu vermeiden. Er ist aber dennoch potentiell gefährdet, denn dem Durchschittsbürger passiert sowas gar nicht erst. Das ist halt das, was einen dann etwas besorgt macht. Wo reicht Prävention und Aufklärung? Wo war es eine Lektion fürs Leben? Und wo spielt einer sein Problem runter? Wenn man es mit etwas zu tun hat, was tendenziell davon lebt, die Auswirkungen zu verschweigen und zu verharmlosen, um weitermachen zu können, ist das schwer zu sagen.

Trotzdem gilt: gleiches Recht für alle. Ausnahmslos. Darum sollte einem auch niemand die Entscheidung abnehmen (dürfen).

Was die Schuldgefühle angeht, sind diese in meinem Fall absolut nicht finanzieller Natur. Das verlorene Geld ist abgehakt. Komplett und absolut. Und das schon lange, das Weiterkommen war mir anders auch gar nicht möglich gewesen. Es geht dabei eher um die verlorene Zeit, das zugefügte Unrecht, die eingerissenen Brücken. Das ist teilweise schwer bis unmöglich zu kitten. Diese Schuld empfinde ich nicht mir selbst gegenüber, sondern in Zusammenhang mit meinem Umfeld. Oft denke ich mir, wenn ich mein Leben heute betrachte 'Ich habe das gar nicht verdient'.
Aber das ist ein anderes Thema. Ein Opfer bin ich auch da in gar keinem Fall.

Ich wage mal zu behaupten, daß keiner in den Sumpf bewußt reingelatscht ist. Naivität? 'Abenteuer'? Ein Gefühl von Verruchtheit oder Überlegenheit? Das schnelle Geld? Ich freue mich über jeden, der sein Handeln reflektiert und umdreht, bevor ihm die Brühe bis zum Hals steht und man anfangen muß, im Morast zu schwimmen.

Das Beispiel mit der Gesellschaft stammte ursprünglich von dir. Du hast es herangezogen, um deine eigene Haltung gegenüber OCs zu verdeutlichen. Ich habe lediglich gesagt, daß die Gesellschaft auf dein persönliches Handeln in Bezug auf Eigenverantwortung keinen Einfluß hat. Ich sagte, der Vergleich hinkt. Aufgestellt habe ich ihn nicht.
Im Gegenteil. Ich weiß sehr gut, was du meinst. Es sind nur zwei verschiedene Sachen.

Ohne die gute Fassade hätte ich es nicht so weit treiben können. Mein Kartenhaus wäre zusammengefallen. Der Gedanke daran, aufzufliegen und der Enttäuschung, den Vorurteilen und Wertungen ausgesetzt zu sein, war für mich absolut nicht tragbar. Ich wollte mich nicht rechtfertigen, verteidigen und erklären müssen. Normal legten sich solche Gedanken aber, sobald ich wieder etwas Luft hatte. Kurzzeitig.
Eine funktionierende Fassade haben wohl die meisten hier. Sie ist nicht immer etwas Gutes.
Sich selbst rauskämpfen ohne die Hilfe anderer... ja. Den Weg bevorzuge ich auch. Mein Verständnis davon war (und ist) nur immer etwas paradox...

'Verlangt'? Wir beide können da wohl kaum mitreden, aber ich denke, du interpretierst da zuviel rein. Müssen tust du gar nichts, aber was ist falsch daran, sich einzugestehen, daß man letztlich aus eigenem Antrieb gehandelt hat? Nichts anderes heißt das doch. Wie gesagt... Dinge, die ich selbst in der Hand habe, lassen sich besser beinflussen und 'kontrollieren'.

Ich will heute nicht spielen und bin mir auch ziemlich sicher, daß ich das hinbekomme. 'Niemals' ist allerdings ein ziemlich endgültiges Wort. Meine Vergangenheit hat mich gelehrt, daß es ein Versprechen ist, das ich einfach nicht geben kann. Nichtmal mir selbst. Wer weiß, was kommt?
Ich denke nicht oft daran, ich sage mir das auch nicht beim Aufstehen oder so. Aber ich würde niemals mehr nie sagen. So meine ich das. Damit würde ich mich in einer trüglichen Sicherheit wähnen, die ganz einfach nicht gegeben ist... und übermäßig geduldig bin ich auch nicht. Für immer ist eine lange Zeit...

Anfällig hin oder her... möchtest du das mit der 'Blumenwiese' wirklich riskieren? Oder dein anderes Beispiel mit dem Casino (Was willst du da wirklich, besonders die Geräuschkulisse ist eher nervig)? Mußt du dir etwas beweisen? Warum? Weil es dich wurmt, da du eigentlich 'nicht der Typ bist'?
Bin ich auch nicht, trotzdem kann es manchmal eben Grenzen geben.
Wie war das noch mit der Herdplatte...? ;)

 

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