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Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?

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Offline Marla

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Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« am: 14 März 2019, 19:31:50 »
Hallo liebe Forummitglieder,

ich lese wie so viele andere vor mir schon etwas mit. Ich möchte mich erstmal bedanken, dass es Menschen wie Euch gibt die aus Ihrer eigenen Situation erlerntes weitergeben und sich Zeit nehmen anderen zu helfen.

Zu meiner Geschichte:

Ich bin eigentlich Pokerspielerin und das auch erfolgreich. Ich bin kein Profi oder so aber ich konnte mich nicht beschweren.
Wie es vielen erging hat mein geliebter Pokeranbieter vor einigen Jahren auch das Casino eingeführt. Interessiert habe ich mich dafür null. Ich bekam hier und da mal Freispiele bonis und habe diese nur schnell runter gezockt.

So verging einige Zeit bis ich ab und zu mal das Casino aufsuchte. Meist live Blackjack.
Damit fing das Unheil an. Ich habe monatelang so viel verzockt beim BJ. Ich gewann und verlor sodass ich über die Zeit den überblick verloren habe oder verlieren wollte, aus Angst die Verluste real werden zu lassen.

Ich ging zurück zum pokern. Alles entspannte sich wieder bis ich doch die Slots ausprobierte. (Ich kannte das Gedudel ja, aber aus zufälligen Spilotheken besuchen) nie hat mich das interessiert mich damit länger als 10 min zu beschäftigen. Wie zu erwarten verschlang es mich in ein Strudel aus pausenlosem gezocke. Nicht von heute auf morgen. Es schlich sich ein. Ich merkte nicht wie tief ich drin war. Mein Mann und ich verdienen beide gutes Geld und dementsprechend merkte ich nicht wie viel ich verpulvert habe über die Jahre. Meine Pokergewinne habe ich komplett bei den Slots versenkt. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr zu pokern sodass ich nur noch an den Slots hing. Da man bei einigen Freispiele kaufen (und diese wieder ungenutzt verzocken konnte) waren an einem schlechten Tag schnell 2000€ in kurzer Zeit weg.
Mein Mann kümmert sich kaum um das finanzielle da er lange arbeitet. So habe ich es immer irgendwie verstecken können. Ich muss dazu sagen dass er weiß, dass ich Poker und auch nix gegen hat, da es bisher gut lief. Aber auch ihm entging meine Laune nach verlustreichen Sessions nicht. Vor einigen Monaten sagte er dann dass ich Spielsüchtig bin. Ich wollte vom Glauben abfallen. Ich Spielsüchtig?? Niemals! Ich bin Geschäftsfrau und du sagst ich bin Spielsüchtig?? Das passt nicht zueinander. So wollte ich mir das selber Ausreden. Natürlich war diese Aussage völliger Quatsch. Er beließ es dabei. Ich war aufgebracht. Fast wütend. Am nächsten Tag spielte ich erneut. Da habe ich mich das erste mal selbst gefragt ob ich Spielsüchtig bin. Ich wollte es herausfinden. Da begann der Kampf ums aufhören. An Abenden an denen ich viel verzockte versprach ich mir, dass es das letzte mal war. Am nächsten Tag war alles vergessen. An Abenden an denen ich gewann wollte ich von Spielsucht nix wissen. Das ging so weiter.

Ich habe einen Poker Kumpel. Er spielt in Spielotheken seit 15 Jahren extrem. Ich war paar mal nach einem Pokerturnier mit ihm mit. Ich fühlte mich nie wohl in Spilotheken aber wenn ich da war habe ich auch ordentlich Geld versenkt.

Es wurde immer schlimmer mit meiner Sucht und bei ihm auch. Am 25.02.19 haben wir gemeinsam beschlossen dem ein Ende zu setzen. Noch nie wollte ich wirklich aufhören. Ich hab’s zwar gesagt und auch vor gehabt aber geglaubt habe ich mir nie.
Bis jetzt.

Ich habe ich mir eingestanden, dass ich Spielsüchtig bin und etwas unternehmen muss. Seit dem 25.02.19 beschäftige ich mich real mit meiner Spielsucht und habe seitdem nicht gespielt.
Wir rufen uns immer gegenseitig an wenn der Suchtdruck groß ist. Es ist einfacher wenn man jemanden hat der einen in dem Moment versteht. Ich könnte auch meinen Mann anrufen, aber wie würde das ablaufen ? Schatz ich weiß nicht was ich machen soll. Mein Kopf platzt ich will spielen!! ... ich würde mich nicht verstanden fühlen weil es kann niemand verstehen der es nicht am eigenen Leib erfahren hat. Diesen Kontrollverlust kennt er nicht von mir und würde auch nicht verstehen warum ich nicht einfach aufhören kann/konnte/wollte

Das Problem ist, dass er manchmal fragt ob wir nicht nur 20€ und sowas. Ich rede es ihm zwar immer schnell aus aber einmal wurde ich fast schwach aber da habe ich mich nochmal zusammen gerissen. Ich habe Angst dass ich schwach werde wenn er noch paar mal fragt. Ich will ihn aber auch nicht alleine lassen mit dem Problem. Kann man gemeinsam aufhören oder muss jeder seinen eigenen Weg für sich gehen ?

Momentan fällt es mir noch recht einfach, fast zu einfach, sodass ich Angst habe dass mein Unterbewusstsein meinen Rückfall bereits geplant hat. Nie hätte ich es geglaubt wenn mir jemand gesagt hätte dass ich Spielsüchtig werde. Es kann jeden treffen. Die Ursache dafür muss ich nicht finden. Die kenne ich.

Wir wollen gemeinsam in eine SHG gehen falls wir 60 Tage schaffen. Wenn ich 60 Tage ohne spielen nicht aushalte dann kann ich da nicht hin. Es würde nix bringen. Ich würde mich selbst belügen. Ich wäre noch nicht soweit.

17 Tage Spielfrei

Ich hoffe dass ich die restlichen Tage mit eurer Hilfe durchstehe.

Lieben Gruß

Marla

Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #1 am: 14 März 2019, 20:44:47 »
Guten Abend,

ich habe auch immer gedacht, ich bin ein guter Pokerspieler. Jetzt lache ich über diesen Gedanken😁

Wie kommst du darauf, dass du eine erfolgreiche Pokerspielerin bist?

Machst du das an irgendwelchen Gewinnen aus? Weil du mal paar Turniere gewonnen hast?

Ich behaupte mal, dass du keine erfolgreiche Pokerspielerin bist (Zumindest nicht langfristig). Denn als erfolgreicher Pokerspieler/in kennt man sich mit Statistik aus. So wüsstest du, dass man langfristig -ev im Online Casino läuft und würdest das nicht spielen.

Viele Grüße


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Offline Marla

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Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #2 am: 14 März 2019, 21:07:09 »
Hallo Torsten,

erstmal vielen Dank für deine Antwort.

Selbstverständlich kenne ich mich mit Statistik aus und allem anderen was dazu gehört um erfolgreich zu pokern. Ich habe immer aus Leidenschaft gepokert und mein Spiel über die Jahre stets weiter entwickelt. Wie gesagt ich bin kein Pro und auch weit davon entfernt. Ich konnte immer mit meinem Pokergeld spielen und hatte meine bankroll immer unter Kontrolle ä. Natürlich hat man auch beim pokern Downs aber die konnte ich kompensieren und habe dann halt Pause gemacht bis es vorbei war.

Bis zum online Casino.

Denkst du ernsthaft dass ich dachte dass man Gewinne kann ?? Natürlich weiß ich dass Casino Games nur dem Casino Gewinne bringen, ob lang oder kurzfristig verliere ich im Casino. Das weiß ich. Beim pokern ist das anders.  Da weiß ich jeden Zug wie zu tätigen. Odds, Pot odds etc das brauch ich jetzt ja nicht weiter auszuführen, das kennst du.

Mein Problem ist nicht das Pokern. Es sind die Slots. Seit Jahren Pumpe ich da Geld und Kraft rein und sehen es erst jetzt ein dass ich süchtig bin

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Offline Skip

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Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #3 am: 14 März 2019, 21:25:11 »
Hallo Marla, danke für deine Geschichte und gratuliere zu 17 Tagen spielfrei! Ich kann dir nicht viel zur Sucht sagen, aber ich wollte anbringen, dass du dich auf jeden Fall von deinem Pokerkollegen ein bisschen distanzieren solltest, was die Abstinenz angeht. Ich finde, es ist zu zweit tatsächlich schwerer. In den ersten Tagen mag das Gemeinsame helfen, aber dann muss da meiner Ansicht nach jeder selber durch, weil die Kraft nur für einen reicht. Mach deinen Erfolg nicht von ihm abhängig. Außerdem erinnert ihr euch gegenseitig ans Spielen. Was du brauchst ist zunächst mal Ablenkung und dann, wie du sagst, vermutlich die SHG, um dauerhaft vom Spielen freizukommen.
Ich glaube dir, dass du eine gute Pokerspielerin bist und dass du Ahnung von Statistik hast. Du klingst auch wie eine sehr starke Frau - ich denke, du bist irgendwie ins Glücksspiel abgerutscht. Gibt es da sonst irgendwelche Defizite oder aktuell Schwierigkeiten in deinem Leben, die du durchs Glücksspiel abfedern oder verdecken wolltest?
Und hast du dich deinem Mann gegenüber anvertraut? Das war ein wichtiger Schritt für mich zumindest, wo ich viel Trost gefunden habe. Ich hatte solche Angst, diese Schwäche einzugestehen, aber dann konnte ich in seinen Armen Kraft schöpfen. Gerade als Geschäftsfrau wird dir das vermutlich schwer fallen, zur Spielsucht zu stehen, aber es sagt nichts über deine geschäftlichen Fähigkeiten aus - die Spielsucht ist eine eigene Baustelle. Du hast irgendwo nach Wert und Action gesucht, ein Bedürfnis befriedigt, und jetzt musst du einen Ausgleich finden, um davon wegzukommen... Ist jedenfalls meine Meinung!

lg, Skip

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Offline Marla

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Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #4 am: 14 März 2019, 23:03:31 »
Hallo Skip

abgerutscht ist genau das richtige Wort. Ich stecke fest oder steckte fest. Ich weiß ich ob ich in der Vergangenheit sprechen kann. Es sind ja grade mal lächerliche 17 Tage.

Ich habe meinen Mann gesagt dass ich nicht mehr spiele aber ich konnte ihm nicht sagen wie schlimm es ist und wir ernst die Lage ist. Er sagt dass er stolz auf mich ist und so aber er kennt sich natürlich nicht mit dem Thema Spielsucht aus. Ich möchte ihn auch nicht damit belasten bevor es nicht unbedingt nötig ist. Da wir beide viel arbeiten kann ich in Zukunft zu einer SHG gehen ohne dass er das merken würde. Aber da ist mein Problem auch. Ich habe große Angst auf Menschen zu treffen die mich kennen oder worst case wäre ein Kunde oder so. Ich habe Mega Angst vor der Offenbarung nach außen
Aber ich habe auch Angst vorm Rückfall. Angst dass ich denke jetzt kannst du mal wieder und alles von vorher beginnen wird.
Momentan möchte ich es nicht. Natürlich denke ich ans spielen. Aber ich träume nicht mehr davon

Das Defizit in unserem Leben ist der bisher unerfüllte Kinderwunsch. Ansonsten wäre, wenn die Spielsucht nicht wäre, alles super



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Offline Skip

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Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #5 am: 15 März 2019, 06:21:51 »
Marla, 17 Tage sind nicht lächerlich, du machst das wirklich gut, setz dich bitte nicht so unter Druck! Du musst dich auch loben, immerhin brauchst du Kraft, um weiter zu widerstehen!
Ich weiß nicht, wie ich es dir erklären soll, aber ich glaube, es wäre für dich sehr wichtig, deinen Mann insofern ins Boot zu holen, als dass du ihm zeigst, wie schlecht es dir eigentlich grad geht. Ich verstehe komplett, was du meinst mit 'er kennt dich so nicht', 'nicht belasten', 'ist stolz auf dich'... ich kenne ganz genau dieses Gefühl, weil ich ähnlich gedacht habe mit meinem Mann. Ich bin auch immer die, hm, weiß nicht, sagen wir halt 'Coole' in der Beziehung gewesen, ich meine, ich hatte schon meine Schwächen und so, aber in punkto Geld und Planung bin ich immer meine Frau gestanden und dass ich spielsüchtig bin - also, es kam mir ungeheuerlich vor, ihm das zu sagen. Doch es war die größte Erlösung, mich ihm wirklich anzuvertrauen, nicht nur so cool, 'ja, du, das ist ein bisschen ausm Ruder gelaufen aber krieg ich hin' sondern echt, naja, ich hab ihm einen Brief geschrieben, hab ihm den auf der Terrasse zum Lesen gegeben und bin ins Schlafzimmer gelaufen und hab mich wie ein Kind unter der Bettdecke versteckt... Aber das wirkliche Eingeständnis war dermaßen befreiend, weißt du, ich dachte auch, ich kann es irgendwie selber lösen und ich bemerkte auch, dass viel zu schnell wieder der Gedanke kam 'jetzt hol ich mir den Teil zurück, dann merkt der Mann nichts und alles ist wieder gut'... Ich hab übrigens trotz Beichte bei meinem Mann noch dreimal gespielt, jedes Mal wieder mit Beichte und Tränen danach. Aber dann war Schluss. Es ist also kein Allheilmittel, dich deinem Mann ganz zu öffnen, aber es könnte eine große Entlastung sein und eure Beziehung im Endeffekt stärken - im Sinne von, dass ihr eine ganz neue Seite von euch kennen lernt usw.
Bzgl. unerfüllter Kinderwunsch - ja, das versteh ich gut, dass das zehrt und eine gewisse Leere da ist und dann zockt man halt. Ich weiß ja nicht, wie alt du bist, aber wir Frauen haben noch das Problem mit der 'tickenden Uhr'... schon gemein...
Na ich hoffe sehr, du hälst durch, aber setz dir besser das übergeordnete Ziel des Aufhörens, nicht 'nur' Tage der völligen Spielabstinenz zählen, weil solltest du einen Rückfall haben, wärst du am Boden zerstört. Sei ein bisschen lockerer und liebevoller mit dir. Lob dich, geh eine gute Mehlspeise (verwendet ihr das Wort in D?) essen, verwöhn und belohn dich ruhig mal...

lg Skip

Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #6 am: 15 März 2019, 06:39:53 »
Zitat
Wir wollen gemeinsam in eine SHG gehen falls wir 60 Tage schaffen. Wenn ich 60 Tage ohne spielen nicht aushalte dann kann ich da nicht hin. Es würde nix bringen. Ich würde mich selbst belügen. Ich wäre noch nicht soweit.

Was bitte ist das denn für eine Ausrede!?  Falls!?

Zitat
Ich habe ich mir eingestanden, dass ich Spielsüchtig bin und etwas unternehmen muss.

Wenn dem wirklich so wäre dann würdest du auch dagegen was unternehmen und es sicher nicht abhängig  davon machen: 60 Tagen "spielfrei". Ein Termin bei der Suchtberatung machen und alle Möglichkeiten ausschöpfen die man bekommen kann.

Gerade am Anfang ist die Hilfe, Menschen die einem zuhören und einen auch verstehen, ziemlich wichtig und Balsam für die Seele.

Ich wurde an einem Samstag wach und gleich am Montag habe ich Termin bekommen für Mittwoch und habe auch noch gleich die angeleitete Gruppe drangehängt und seitdem bin ich dabei und Ja, es tut mir gut, mit Gleichgesinnten zu sprechen die mein Schicksal teilen. Was bessere konnte mir nicht passieren!
« Letzte Änderung: 15 März 2019, 06:46:08 von Born4Nothing »

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Offline Marla

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Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #7 am: 15 März 2019, 08:26:06 »
Tag 18


Wie soll ich ihm erklären dass ich so viel Geld verpulvert habe und sein Vetrauen so dermaßen missbraucht habe? Ich werde es müssen. Da führt kein Weg dran vorbei. Heute wird wieder ein schwerer Abend. Ich werde nach Feierabend alleine sein und dann kreisen die Gedanken am meisten.

Achso Skip ich bin 35 und da tickt die Uhr schon laut.

Bzgl des Wollen und SHG
Ich habe ehrlich Angst dahin. Ich will aufhören. Ich höre auf. Ich spiele nicht mehr. Ich weiß dass ich dahin muss
Wegen der 60 Tage das soll keine Ausrede sein, ich habe Mega Angst. Ich habe auch Angst dass wenn ich mich zu sehr damit beschäftige ich die Sucht noch tiefer in mich rein lasse (was eigentlich völliger Quatsch ist)
Wie ich in meinem ersten Text schrieb ... es ist dadurch real geworden

Zu zweit wäre es evtl. einfacher. Wenigstens das erste zweite mal

Mein Kumpel ruft seit Tagen nicht an. Ich hab sorge daSs er rückfällig geworden ist



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Offline Olli

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Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #8 am: 15 März 2019, 09:10:00 »
Hi Marla!

Du machst gerade das, was - außer Born vielleicht :) - jeder erst mal macht - Ausreden suchen! :)

Wozu sollen die 60 Tage gut sein? Um Dir etwas zu beweisen? - Das hast Du doch bereits!
Du bist dem Spielen gegenüber machtlos - wie wir alle, sonst wären wir ja gar nicht hier.

Es ist vollkommen egal, ob Dich jemand erkennt oder nicht.
Wer in eine SHG geht, der lernt ganz schnell, dass alles, was im Meeting geschieht, auch in der Örtlichkeit verbleibt, wenn es vorbei ist.
Du vertraust den Personen dort nun nicht - weil Du Dir selber nicht traust.
Ist das aber nicht genau einer der Gründe, wieso wir in eine SHG rennen sollten? Damit sich genau das wieder ändert?

Du bist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Wodurch bist Du das geworden? Weil Du Dich - ich übertreibe mal - verkrochen hast?
Oder bist Du all die Sachen, die dafür nötig sind, einfach angegangen?
Ohne daran zu denken, was alles passieren "könnte"?
Du bist Risiken eingegangen und Du wirst auch hier und da mal gescheitert sein.
Hat Dich das eher gelähmt oder doch voran gebracht?
Also - um Dr. Peter Kagerer zu zitieren: Tue es!

Das Gleiche gilt für die Offenbarung - Tue es!

Was das Pokerspielen angeht - ich glaube Dir, dass Du da erfolgreich gewesen sein magst.
Doch Pokern ist auch ein Glückspiel - egal wie sehr Du Dich mit Statistiken und was weiss ich was auskennst.
Dies wurde höchstrichterlich bestätigt.

Liegt also ein Muster vor, welches Du seit Jahren praktizierst und schlussendlich Dich in die Casinos getrieben hat?
Ich würde es spannend finden dies herausfinden zu wollen. Du vielleicht auch?

Dann: Tue es!
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Marla

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Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #9 am: 15 März 2019, 09:52:28 »
Ihr habt ja recht. Es sind Ausreden. Weil ich denke dass ich es auch ohne schaffe. Wie jeder es Anfang denkt.

Wie läuft es da ab? Muss man auch vorstellen? Muss man vorher einen Termin machen das man vorbei kommt oder kann man einfach rein ?

Kennt sich jemand in Bremen aus und kann eine SHG empfehlen ?

Danke für eure Unterstützung 

Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #10 am: 15 März 2019, 10:08:22 »
Hi Marla,

18 Tage sind toll, Glückwunsch!

Vergleich doch mal: wie geht es dir mit dem Spielen, und wie ohne? Das ständige gedankliche Kreisen ums Spielen (bei mir waren es Börsenkurse), du schreibst, du bist Geschäftsfrau. Wie kannst du dich da überhaupt richtig auf die Arbeit konzentrieren? Ich konnte das nicht. Und ganz zu schweigen von der Freizeit und der gemeinsamen Zeit mit deinem Mann! Du kannst doch erst ohne Spielen wieder richtig leben, genießen, Spaß am Essen, Ausgehen, Sport machen, haben!

Mir hilft dieser Gedanke ungemein und ich möchte nicht mehr dahin zurück, auch wenn ich glaube, dass ich recht viel Ahnung von der Börse habe.

Schöne 24 Stunden,
mc

Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #11 am: 15 März 2019, 10:27:43 »
Zitat
Wie jeder es Anfang denkt.

-->
Zitat
Du machst gerade das, was - außer Born vielleicht :) - jeder erst mal macht - Ausreden suchen! :)

Vom Denken wird das Problem nicht gelöst und ich habe mich bewusst dazu entschieden nicht zu denken sondern zu handeln! Hab dafür keine Zeit^^

Zitat
Wie läuft es da ab? Muss man auch vorstellen? Muss man vorher einen Termin machen das man vorbei kommt oder kann man einfach rein ?

Klar kann da jeder einfach so rein denn dafür ist die SHG da aber ich würde mir im Vorfeld einen Termin bei der Suchtberatung der Caritas machen; gibt's auch in Bremen^^ 

https://www.caritas-bremen.de/beratung-hilfe/bei-sucht/sucht

Anrufen, Problem schildern und Termin machen ->Anfang ist gemacht aber hingehen musst da aber dann auch^^

Evtl. bietet die Caritas auch eine angeleitete Gruppe an wie bei mir - find ich sehr gut und fühle mich in der Gruppe wohl.
« Letzte Änderung: 15 März 2019, 10:36:03 von Born4Nothing »

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Offline andreasg

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Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #12 am: 15 März 2019, 11:00:19 »
Hallo Marla,

ich würde so gerne richtig Billard spielen lernen.Wenn ich Pool gespielt habe, dann meistens in der Kneipe,  und haben Um Runden an Bier und Schnaps ausgelobt, und daher hatte ich in Folge einen Rausch, dass ich zuerst erfolgreich spielte,  und dsnn Runde um Runde verlor.

Ich kann nur gewinnen,  wenn ich zu mir zuerst und dann zu meinen Mitmenschen ehrlich und aufrichtig bin, aber nicht im Glücksspiel.  Das Pokern ist eine Eingangstür für Glücksspielsüchtige. Lies Dich hier einmal abseits von CB in Ruhe durch.

Wir müssen beim Spielen zwischen Schauspiel, Sport, Kinderspiel  und Glücksspiel unterscheiden.  Die 3 zuerst genannten gehören ei fach zum Leben dazu, das können wir nicht ändern. Aber in der Spielducht entwickelt sich möglicherweise eine Bezeihungsstörung , das "Spiel mit den Menschen" -und das ist meine schambesetzteste Sucht.
Deshalb gehe ich in die Selbsthilfegruppe,  wril ich dort meine Realität in offener konstruktiver Konfrontation  erlebe, wrnn ich es mir aufrichtig wünsche. Persönlich hsbe ich noch 9 Monate als Mitglied meiner SHG weiter gespielt,  bis ich zusammen gebrochen bin und kapitulieren konnte. Bin nur f+t Heute frei vom selbstzerstörerischen Glücksspiel.
Wenn ich mir die Anforderung stellen würde, 60 Tage spielfrei sein zu müssen, um irgend etwas zu erreichen, dann wäre ich ja schon wieder im Spiel, eine Schraube ohne Ende.

Liebe Grüße uns schöne 24 Stunden
Andreas

« Letzte Änderung: 15 März 2019, 19:06:14 von andreasg »
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

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Offline taro

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Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #13 am: 15 März 2019, 14:04:13 »
Moin Maria,

Du solltest nicht in die SHG gehen,  Du solltest rennen!
In Bremen gibt es 2 Selbsthilfegruppen von GA, ich kenne einige Freunde dort, Du bist sicher sehr Willkommen.

Mal angenommen Du triffst einen guten Geschäftspartner dort, was glaubst Du warum der dort ist....
Der Anfang einer tollen Partnerschaft.

Grundsätzlich ist das aber nur Kopfkino.

Vielleicht sehen wir uns ja auf dem Deutschlantreffen von GA dieses Jahr, das organisieren diesmal nämlich die Bremer Freunde.

Schöne 24 Stunden
Taro
#niemehrcdu
#artikel13

Re: Gemeinsamer Ausstieg möglich oder gefährlich?
« Antwort #14 am: 15 März 2019, 17:37:31 »
Hallo nochmal,

was ich eigentlich damit nur sagen wollte. Es ist nicht von Vorteil wenn man der Meinung ist ein guten Pokerspieler zu sein, aber generell ein Problem mit Glücksspiel hat.

Ich habe das Pokerspiel auch verstanden.

Aber mir hat trotzdem ein wichtiger Punkt gefehlt um z.B. nicht hier im Forum „zu landen“. Und das ist die Selbstkontrolle bzw. dem inneren Schweinehund zu sagen „nein ich verdoppel nicht meinen Einsatz oder nein ich gehe nicht auf die Casinoseite“

Selbstkontrolle gehört egal bei welchem Glückspiel dazu, und das haben wir hier alle leider nicht.

@Skip wenn du jemand zum trösten braust, sag Bescheid. 😂😂

 

 

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