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Ich bin auch da

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Ich bin auch da
« am: 08 Februar 2020, 23:32:42 »
Hallo, vorab: Tolles Forum, hab jetzt Stundenlang gelesen und bin begeistert von den Tipps und Ermutigungen die ihr euch gegenseitig gebt.

Nun zu mir:
Verglichen mit den meisten anderen hier ist es bei mir noch relativ Überschaubar, aber damit es dabei bleibt möchte ich nun Anfangen aufzuhören.

Ich bin 29 Jahre alt und Spiele eigentlich seit ich 18 bin, aber immer mal wieder mit Monatelangen Pausen, die sucht hat mich nie wirklich gepackt aber das Spielen hat mich auch nie wirklich losgelassen, das verlangen kam immer plötzlich wieder.
Meine Verlute sind relativ klein gehalten meistens unter 100€ pro Session, aber oft auch mehrmals im Monat, dann bin ich wieder 2 Monate "Clean" und dann fängt es wieder an, ist das eine Sucht ?`ich weiß es nicht.

Nun hatte ich Ende Dezember (zwischen Weinachten und Silvester) an einem Abend 600€ im OC verloren, das war bis jetzt mein Absoluter Tiefpunkt, so schlimm hatte ich noch nie an einem Tag gespielt. Es hat mich finanziell nicht in den Ruin getrieben aber es hat natürlich trotzdem sehr Weh getan, dann habe ich (aus Frust?) im Januar nochmal gezockt, dann insgesamt ungefähr 150€. Das letzte Spiel ist ungefähr 2 Wochen her, habe danach ne Software Installiert die alle OC Seiten blockt (super das es sowas gibt!) und das Passwort "weggeschmissen" damit ich nicht auf Dumme Ideen komme.

Ich habe Frau + 2 Kinder, uns stehen im Monat ca. 2500 € zur Verfügung, das Geld das ich verzockt habe habe ich aus eigenen Erparnissen (wollte mir eigentlich einen neuen PC kaufen) bezahlt, das ist das einzige was mich tröstet, dass ich meine Familie damit nicht geschadet habe, ich habe aber Sorgen, dass meine Famillie irgendwann Schaden davon trägt wenn ich es wieder tue.

Ich sehe mich derzeit noch nicht an einem Punkt eine Therapie machen zu müssen weil die Verluste sich im Rahmen gehalten haben und ich mich jetzt so schlecht gefühlt habe das ich mir sicher bin das ich es nicht mehr tue. Und dadurch das ich alle OC Seiten gesperrt habe sollte es für mich auch nicht mehr möglich sein (habe nur OC gespielt, hab noch nie ein Casino von innen gesehen, würde mich auch nicht trauen da rein zu gehen).

Wenn ich "rückfällig" werde werde ich es offen hier posten, damit ich es selber vor Augen habe das ich es eventuell alleine doch nicht im Griff habe. Wir fliegen Ende des Monats für einen Monat ins Ausland, da werde ich sowieso nicht zocken können, ich denke das wird mir auch nochmal helfen davon weg zu kommen. Die früheren Spielerein von 20-100 € alle paar Monate mal hatten mich eigentlich nie gestört und bin offen damit um gegangen, habe sogar oft was gewonnen (unterm Strich natürlich trotzdem immer mehr Verloren), nur dieser Kontrollverlust von Dezember und Januar macht mir Sorgen, sowas hatte ich eigentlich noch nie.

Danke fürs lesen! Für Tipps bin ich immer offen.

*

Offline TAL

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Re: Ich bin auch da
« Antwort #1 am: 09 Februar 2020, 00:21:12 »
Hallo Matmat,

herzlich Willkommen.
Erstmal schön, daß du heute hier bist. Je früher, desto besser.

Zitat
Ich sehe mich derzeit noch nicht an einem Punkt eine Therapie machen zu müssen weil die Verluste sich im Rahmen gehalten haben und ich mich jetzt so schlecht gefühlt habe das ich mir sicher bin das ich es nicht mehr tue. Und dadurch das ich alle OC Seiten gesperrt habe sollte es für mich auch nicht mehr möglich sein.

Ob du eine Therapie machen solltest, ist jedem selbst überlassen, allerdings hat die Notwendigkeit hierfür rein gar nichts mit dem finanziellen Nettoverlust zu tun. Es gibt Spieler, die machen keine Schulden, verspielen 'nur' das, was sie zur Verfügung haben. Ein schönes Leben ist das trotzdem nicht... und auch sicher nicht gesund. Davon abgesehen kann sich das jederzeit ändern, Sucht ist progressiv.
Du spielst seit zehn Jahren, das ist eine lange Zeit. Dein Gehirn hat Gewohnheiten entwickelt, die sich nicht so leicht einfach vergessen lassen. Wie du ja selbst bemerkt hast, verfällt man auch nach Wochen oder Monaten 'ohne' wieder wie automatisch in alte Muster.
Meine letzte Session ist lange her. Trotzdem wäre die nächste für mich, als wäre ich nie weg gewesen, da bin ich mir sicher.
Und das, obwohl ich mir eigentlich meist sicher bin, daß ich es nicht mehr tun werde.

Mit der Zeit werden die Abstände kürzer, die Einsätze höher, oder beides. Niemand außer dir selbst kann beurteilen, ob du bereits süchtig bist, aber ich denke, wer einmal einen Kontrollverlust erlitten hat, ist definitiv gefährdet, und sollte künftig die Finger davon lassen. Der nächste wartet sonst direkt um die Ecke.

"Es sollte nicht mehr möglich sein." - Ist es aber. Du würdest schnell einen Weg finden.

Verlaß dich nicht zu sehr auf das "Mir reicht's"-Gefühl. Sucht ist heimtückisch. Leider.
Ich muß mir dessen für den Rest meines Lebens bewußt sein. Es kann nicht schaden, entsprechend vorbereitet zu sein.

Re: Ich bin auch da
« Antwort #2 am: 09 Februar 2020, 00:30:12 »
Hallo Tal, danke für deine Antwort. Ja du hast Recht ein Kontrollverlust kann immer wieder vorkommen. Aber diesmal will ich es schaffen. Sollte ich es vergeigen werde ich mir Hilfe suchen.

Meine Familie/Freunde wissen nichts darüber, ich möchte auch nicht das es jemand weiß solange ich denke das ich es alleine schaffe. Bin jetzt 2 Wochen raus und habe eigentlich ein gutes Gefühl. Die lust kam eigentlich immer nur wenn ich bei twitch nen stream von nem Slots Spieler geschaut (sollte verboten werden) habe, aber auch Twitch habe ich bei mir gesperrt und vermisse es bis jetzt nicht.

Ich bin auch etwas stolz auf mich das ich jetzt 2 Wochen nicht gespielt habe und mich darum kümmer. Wenn ich hier lesen muss das viele leider Schulden im 5-Stelligen Bereich dadurch haben motiviert es mich noch mehr es durchzuhalten. Ich möchte nicht auch in dieses Loch fallen, hoffentlich schaffen es alle da raus.


*

Offline Olli

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Re: Ich bin auch da
« Antwort #3 am: 09 Februar 2020, 09:57:17 »
Hi Matmat!

Herzlich willkommen!

Dein erster Beitrag von Dir hat mir sehr gut gefallen. Doch dann kam der Zweite ... :)

Zitat
Aber diesmal will ich es schaffen.

Einerseits ist dies ja eine löbliche Willensbekundung. Andererseits nutzen wir unseren Willen, der zumeist ja sehr stark ist, zum Glückspielen.
Er kann also umschlagen - jederzeit - mal in die eine und mal in die andere Richtung.
Also braucht es eine Willensfindung. Hier bist Du auf einem guten Weg, wenn ich Deinen ersten Beitrag lese.

Zitat
Sollte ich es vergeigen werde ich mir Hilfe suchen.

Das klingt für mich immer nach: Rien ne va plus ...
Vorab wird gesetzt und dann wird abgewartet was passiert.
Dieser Satz ist nichts Anderes als eine Wette - ein Spiel.
Doch wozu?

Das Gleiche gilt hierfür:
Zitat
Meine Familie/Freunde wissen nichts darüber, ich möchte auch nicht das es jemand weiß solange ich denke das ich es alleine schaffe.

Du lässt Dir trotz der Schutzsoftware ein riesengroßes Schlupfloch.

Nach Deinen eigenen Angaben hast Du bisher immer in geregelten Bahnen gespielt. Daran ist nichts verwerflich.
Nun hast Du aber auch den Kontrollverlust erlebt. Wie ich lese, belastet er Dich.
Wieso solltest Du aber nicht mit Deiner Frau über etwas reden, was Dich belastet? Etwas, von dem Du selbst überzeugt bist, dass es nicht gut war - und etwas, was Du beteuerst nicht wiederholen zu wollen?
Wem mißtraust Du hier? Deiner Frau oder Dir selbst?
Ich denke nicht, dass Deine Frau Dir den Kopf abreisst. Wohl eher wird sie Dich bekräftigen Dein Vorhaben auch durch zu ziehen.
Du wirst also zusätzlich motoviert und dies hilft Dir auch in Deiner Willensfindung.

Wenn ich alle drei Zitate nun im Zusammenhang betrachte, dann geht es Dir eigentlich gerade nur um Dein Ego - Du möchtest Dein Gesicht wahren.
Es geht um Scham, die Du beiseite schieben möchtest.
Scham ist aber doch etwas Gutes! Wenn Dich dieses Gefühl durchfährt, dann weisst Du selbst am Besten, dass Du da etwas gemacht hast, was Du selbst nicht für gut heisst.
Und es zeugt von innerer Stärke, wenn Du diese Scham auch offenbarst.
Ob das gleich bei Freunden und Bekannten sein muss, sei einmal dahin gestellt.
Doch Deine Frau ist Deine "beste Freundin" - wenn nicht mit ihr diese Last teilen - mit wem sonst?

Weisst Du ... diese Zitate habe ich schon sooooo oft gelesen. Zumeist lese ich sie aber von Spielern, die sich bereits tief in die Spielsucht bugsiert haben.
Da wird das Offenbaren nicht so einfach, wie es bei Dir gerade der Fall ist.
Dies wird Dir auch passieren, sollte Deine "Wette" denn doch nicht funktionieren.
Die Scham wird noch viel größer werden und Du wirst Dir Ausreden einfallen lassen es immer wieder vor Dir her zu schieben.
Das auszuhalten ist schwer und um es zu verdrängen, wirst Du dann weiter spielen - willkommen im Teufelskreis!
Nutze die Chance, die sich Dir JETZT bietet - und durchbreche ihn, diesen Teufelskreis!

Mensch, bis jetzt ist doch nichts "Schlimmes" passiert ... :)

Ach ja, nur um es mal auszusprechen: Im Moment betrügst Du Deine Frau um das Wissen Deiner Gefühlslage. Du belügst sie aktiv.
Wie fühlst Du Dich selbst dabei?
Wenn Du jetzt denkst ... OK, aber damit schade ich doch sonst niemanden, ausser mir selbst ... dann solltest Du mal darüber nachdenken, wie wichtig Du Dir selbst eigentlich bist und wie es vielleicht dazu kam.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ich bin auch da
« Antwort #4 am: 09 Februar 2020, 10:02:15 »
Zitat
Meine Familie/Freunde wissen nichts darüber, ich möchte auch nicht das es jemand weiß solange ich denke das ich es alleine schaffe.

Wir denken alle das wir es alleine schaffen und irgendwann ist der Punkt gekommen wo diese Denkweise alles, aber auch wirklich alles, vernichtet was man vorher noch hätte retten können und dann ist es meistens viel zu spät.

Noch hast du die Möglichkeit dein Umfeld, vor allem aber deine Frau, darüber zu informieren denn noch ist nichts schlimmes passiert. Lieber jetzt die Karten offen auf den Tisch legen als wenn später die Existenz deiner Familie bedroht ist!
« Letzte Änderung: 09 Februar 2020, 10:07:20 von Born4Nothing »

Re: Ich bin auch da
« Antwort #5 am: 09 Februar 2020, 11:35:21 »
Danke Olli und Born4Nothing für eure Beiträge.
Ihr seid beide der Meinung ich sollte darüber mit meiner Frau reden,  das verstehe ich auch aber da habe ich Sorge vor. Wir haben früher oft aus finanziellen Gründen Streit gehabt uns geht es erst seit letztem August gut, seitdem bin ich fertig mit der Ausbildung und arbeite im öffentlichen Dienst. Erst seit August können wir ohne ALG II leben, das war vorher jahre anders und hat uns sehr belastet. Oft kam meine Lust zu Spielen nach unseren Streitereien weil ich mich nur dadurch wieder (kurzzeitig) besser fühlte. Der Streit ging meistens von mir aus weil ich einfach frustriert war und sie die erstbeste war an dem ich das rauslassen konnte.

Seitdem es uns finanziell besser geht sind wir beide glücklicher, wir müssen nicht mehr jeden Cent zwei mal umdrehen und fliegen ende des Monats für einen Monat mit den Kindern in Urlaub zu ihrer Familie, darauf freuen wir uns schon lange. Ich möchte jetzt keine negative Stimmung,  ich möchte jetzt kein Mitleid von ihr und erst Recht möchte ich nicht das sie ständig daran denken muss. Sie soll sich auf den Urlaub und auf ihre Familie freuen. Habe sie schon oft genug enttäuscht.

Hab gerade mal auf die Kreditkartenabrechnung geschaut mein letztes Spiel bzw Einzahlung war am 19.01.2020,  bin also schon 3 Wochen raus. Das verlangen kommt zwar hier und da mal zurück aber durch Ablenkung der Kinder oder der Arbeit kriege ich es wieder weg.

Habe übrigens als ich die Anti Casino Software installiert habe damals direkt aus Interesse versucht sie zu umgehen (durch VPN, vtunnel) und habe es nicht geschafft, also selbst wenn ein Implus kommt müsste ich mich erstmal damit beschäftigen das zu umgehen, ich glaube in der Zeit hätte ich schon keine Lust mehr. Das Passwort von dem Programm habe ich einfach durch auf die Tastatur kloppen generiert, also unmöglich für mich das wieder aufzuheben ohne gleich den ganzen PC neu aufzusetzen zu müssen.

Ich freue mich aber auch das ich selbst bei dem Kontrollverlust im Dezember "nur" die 600 verloren habe, meine Kreditkarte hat ein Limit von 8000€, das hätte noch schlimmer Enden können. Ich überlege nun diese für Online Glücksspiel sperren zu lassen aber die KK ist von unserer Hausbank, ich will eigentlich nicht das die denken ich habe ein Spielproblem weil die ja sonst das Vertrauen in uns verlieren und uns eventuell alles kündigen.

*

Offline Olli

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Re: Ich bin auch da
« Antwort #6 am: 09 Februar 2020, 12:21:54 »
Hi!

Zitat
ohne gleich den ganzen PC neu aufzusetzen zu müssen.

Fangen wir mal damit an ...
Du kannst jede Schutzsoftware umgehen, wenn Du nur ein wenig Zeit investierst.
Das ist aber genau der Grund, weshalb ich Schutzsoftware empfehle.
Das Umgehen bedeutet immer einen Aufwand, zu dem man sich erst einmal aufraffen muss.
Und nein ... man muss den PC noch nicht mal neu aufsetzen ... mehr verrate ich aber nicht ... :)

Zitat
Oft kam meine Lust zu Spielen nach unseren Streitereien weil ich mich nur dadurch wieder (kurzzeitig) besser fühlte. Der Streit ging meistens von mir aus weil ich einfach frustriert war und sie die erstbeste war an dem ich das rauslassen konnte.

OK, dann formuliere ich es mal anders:
Trotz aller Widrigkeiten hast Du eine Ausbildung gemacht. Du hast es durchgezogen!
Jetzt bist Du im ÖD beschäftigt, da ist es auch nicht einfach einen Fuß in die Tür zu stellen.
Bereits als Berufsanfänger stehen Dir 2.500 € Netto (?) zur Verfügung.
Auch das ist in der heitigen Zeit durchaus sehenswert!
Im Laufe der Zeit wirst Du Stufenaufstiege haben und vielleicht sogar wirst Du mal höhergruppiert.
Das kommt natürlich auf die Stelle selbst und ihre Eingruppierung an.
Heute kannst Du es Dir sogar erlauben mit Deiner Familie in Urlaub zu fahren!
Das hast DU bereits alles bewirkt!

Das Vergangene ist vergangen. Deine Frustration von damals hat durch Deinen Verdienst heute keine Grundlage mehr.
Es sei denn, er basiert auf irgend etwas Anderem und hat sich nur ein Ventil gesucht.

Wenn ich Deine Ausführungen zu Deiner Frau lese, dann kann man im ersten Moment denken, dass das alles nachvollziehbar ist.
Aber eigentlich sind es Ausreden ... sei mir nicht böse, dass sind sie immer ...

Du hast ein Problem mit Deinem Selbstwert ... kann das sein?

Oben habe ich aber doch schon alles aufgezählt, was Du alles erreicht hast. Das hast Du selbst hier geschrieben.
Hinzu kommt aber sicherlich, dass Du auch liebenswert bist. Wieso sollte Deine Frau sonst über die Streitereien hinweg sehen?
Du hast auch 2 Kinder - liebst Du sie? Lieben sie Dich? Aber sicher doch - oder?

Was also ist da an Dir so schlimm, dass Du so unzufrieden mit Dir bist?

Ich zitiere mich mal selbst:
Zitat
dann solltest Du mal darüber nachdenken, wie wichtig Du Dir selbst eigentlich bist und wie es vielleicht dazu kam.

Damit Du Dir Deiner bewusst wirst, empfehle ich Dir die SHG.
Da geht es nicht nur um das Glückspiel und seine Konsequenzen.
Es geht hauptsächlich um die Menschen, die dort sitzen.
Das Glückspiel wird immer zur Gefühlsregulation benutzt - Du bestätigst es ja auch in Deinen Beiträgen.
Also gibt es eine Aufgabe für Dich Dich mit der Thematik auseinander zu setzen.
Da wirst Du in der SHG ganz schnell merken, dass Du damit nicht alleine bist.
Manchmal sind da Dinge, die uns "alleine" so riesig und unüberwindbar erscheinen.
Wird darüber aber in der Gruppe gesprochen, dann erkennen wir ganz schnell, es so riesig gar nicht ist, wenn die Anderen einem einfach einen anderen Blickwinkel aufzeigen.
Dann finden sich zumeist auch schnell Lösungen, bzw. Lösungsansätze.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ich bin auch da
« Antwort #7 am: 09 Februar 2020, 13:17:50 »

Hallo Olli, danke für deinen Beitrag.

Zitat
Fangen wir mal damit an ...
Du kannst jede Schutzsoftware umgehen, wenn Du nur ein wenig Zeit investierst.
Das ist aber genau der Grund, weshalb ich Schutzsoftware empfehle.
Das Umgehen bedeutet immer einen Aufwand, zu dem man sich erst einmal aufraffen muss.
Und nein ... man muss den PC noch nicht mal neu aufsetzen ... mehr verrate ich aber nicht ... :)


Ja danke das du es mir nicht verräts, ich möchte es auch nicht wissen :D
Ich denke auch, dass wenn man es lange genug versucht es irgendwann zu umgehen ist. Aber es ist trotzdem eine gute möglichkeit den Weg zum OC nochtmal zu erschweren. :)


Zitat
OK, dann formuliere ich es mal anders:
Trotz aller Widrigkeiten hast Du eine Ausbildung gemacht. Du hast es durchgezogen!
Jetzt bist Du im ÖD beschäftigt, da ist es auch nicht einfach einen Fuß in die Tür zu stellen.
Bereits als Berufsanfänger stehen Dir 2.500 € Netto (?) zur Verfügung.
Auch das ist in der heitigen Zeit durchaus sehenswert!
Im Laufe der Zeit wirst Du Stufenaufstiege haben und vielleicht sogar wirst Du mal höhergruppiert.
Das kommt natürlich auf die Stelle selbst und ihre Eingruppierung an.
Heute kannst Du es Dir sogar erlauben mit Deiner Familie in Urlaub zu fahren!
Das hast DU bereits alles bewirkt!

Danke für die netten Worte! Ja ich bin auch sehr Stolz auf mich. Ich hätte nie gedacht das ich so etwas schaffen würde. Mein Leben vor der Ausbildung war geprägt von Nebenjobs, Mindestlohn und ALG II Aufstockungen, dass ist jetzt alles Gesichte durch das unbefristete Arbeitsverhältniss im öD, endlich bin ich ein guter Ehemann und Vater.

Die 2500€ sind unser Gesamteinkommen im Haushalt, da sind 400€ Kindergeld dabei die ich zu meinem Gehalt dazu kriege, mein Netto beträgt ca. 2100 erhöht sich aber dank der Erfahrungsstufen und den Tarifverhandlungen in regelmäßigen Abständen um ein bisschen. Für unsere Verhältnisse fühlt sich das wie ein Vermögen an ^^ (ich weiß irgendwie Traurig, aber wir sind Glücklich)

Zitat
Wenn ich Deine Ausführungen zu Deiner Frau lese, dann kann man im ersten Moment denken, dass das alles nachvollziehbar ist.
Aber eigentlich sind es Ausreden ... sei mir nicht böse, dass sind sie immer ...

Ich denke nicht das es nur Ausreden sind, ich will das Verhältnis wirklich erstmal nicht wieder belasten, ich habe mir selber da jetzt ein letztes Ultimatum gesetzt, wenn ich es noch mal verkacke werde ich es ihr und auch meinen Eltern (haben ein sehr gutes Verhältnis, sehe meine Eltern jedes Wochenende) sagen.


Zitat
Oben habe ich aber doch schon alles aufgezählt, was Du alles erreicht hast. Das hast Du selbst hier geschrieben.
Hinzu kommt aber sicherlich, dass Du auch liebenswert bist. Wieso sollte Deine Frau sonst über die Streitereien hinweg sehen?
Du hast auch 2 Kinder - liebst Du sie? Lieben sie Dich? Aber sicher doch - oder?
Ich denke sie würde mir verzeihen aber es würde uns jetzt kurz vor dem langersehten Urlaub trotzdem belasten, das möchte ich nicht, villeicht erzähl ich es ihr auch im Urlaub am Strand, da ist es villeicht schneller verziehen und dann kann ich auch sagen das letzte mal Spielen ist 2 Monate her, auch eine Möglichkeit, oder?

Ja ich liebe meine Kinder sehr, genau wie sie mich :D

Zitat
Was also ist da an Dir so schlimm, dass Du so unzufrieden mit Dir bist?

Ich bin eigentlich Zufrieden mit mir, ich habe das erste mal einen guten Beruf, das erste mal muss ich keine Bewerbungen mehr schreiben, ich muss nicht mehr zum Jobcenter und mir den Blödsinn da anhören.
Auch Privat bin ich glücklicher als sonst, konnte durch das Weinachtsgeld meinen Kindern das erste mal wirklich gute Geschenke kaufen, meine Frau mehrmals zum Essen einladen u.s.w.
Die belastung der letzten Jahre kamen eigentlich immer durch finanzielle Probleme und Angst vor der Zukunft, diese konnte ich aber beseitigen. (wenn ich es schaffe nicht mehr zu spielen)

Zitat
Damit Du Dir Deiner bewusst wirst, empfehle ich Dir die SHG.

Ich habe noch Angst davor, und Scham. Das sage ich dir ganz ehrlich. Ich schaue mir die Angebote im Internet gleich an, aber ich denke nicht das ich mich überwinden kann.

Ich bin mir immernoch zu 100% sicher das ich es alleine schaffe, ich weiß ihr hört das nicht so gerne weil ihr auch oft gelesen habt, dass das schiefgeht, aber ich bin davon überzeugt.



Re: Ich bin auch da
« Antwort #8 am: 09 Februar 2020, 20:40:02 »
So das Wochenende ist wieder vorbei, das war bei mir immer die Kritische Phase weil ich da oft lange am PC Sitze, heute war ich beim Sport und habe mit meiner Frau und dem großen Kind ein bisschen Karten gespielt weil das Wetter wegen dem Sturm natürlich nicht dafür taugt raus zu gehen. Ich saß aber auch ein paar Stunden am PC und habe gesurft und WoW gespielt, eine gute Ablenkung.

Morgen beginnt wieder die Arbeitswoche wo ich von 6.30-15.00 Uhr im Büro sitze. Ich bin guter Dinger, dass ich euch nächsten Sonntag mitteilen kann das ich dann 4 Wochen Spielfrei bin.

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Offline andreasg

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Re: Ich bin auch da
« Antwort #9 am: 10 Februar 2020, 08:45:26 »
Hallo Watmat,

mit der Familie Gesellschaftsspiele spielen,  ist für mich immer eine Freude und Entspannung,  denn da geht es um nix, aber wenn ich WOW lese, bekomme ich Stirnrunzeln. Vor 11 Jahren hatte ich in der Klinik Mitpatienten, die davon abhängig waren. Ich hoffe, für Dich ist es wirklich nur Entspannung.

schöne 24 Stunden
Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: Ich bin auch da
« Antwort #10 am: 10 Februar 2020, 10:37:19 »
Hallo Andreas,  danke für deine Antwort. Ach bei WoW verbinge ich durchschnittlich 3 Stunden wöchentlich,  meistens ist mir nach 30 Minuten langweilig und ich logge mich aus. Spiele seit September 2019 wieder und habe 44 Spielstunden, das ist für ein Spiel wirklich nichts, ich habe welche in der Gilde die sind gefühlte 24h Online.
Als Jugendlicher habe ich noch mehr gespielt, aber damals hatte ich auch weniger zu tun und keine Kinder.

Mein Abo läuft auch nur noch bis Ende Februar,  werde es wahrscheinlich nicht verlängern da der Spielspaß immer geringer wird.

Re: Ich bin auch da
« Antwort #11 am: 14 Februar 2020, 20:37:28 »
So die Arbeitswoche ist vorbei (wie schnell die Zeit vergeht oder?). Immernoch Spielfrei, würde aber lügen wenn ich sagen würde die Versuchung ist nicht da gewesen, manchmal hatte ich schon das verlangen zu Spielen diese Woche, habs aber zum Glück nicht gemacht.

 

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