ONLINE-Selbsthilfegruppe | Samstags von 19 Uhr bis 21 Uhr

Glücksspielsüchtig (Online) - Ich will einfach nicht mehr

Begonnen von Albon, 01 Juni 2026, 20:43:05

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#60
Zitat von: Loser65 am 23 Juli 2026, 08:36:12Moin Isa,
wie siehst du dich heute, als abstinent oder geheilt?


Heilung , im Sinne von "Der Zustand von vor der Erkrankung ist wiederhergestellt" gibt es bei Suchterkrankungen so ja leider nicht .
Das Suchtgedächtnis bleibt und ich werde nie wieder in meinem Leben kontrolliert spielen können .
Daher seh ich mich als glücklich und zufrieden abstinent .



Bei deinen restlichen Ausführungen geht es ja wieder Mal darum , jemand anderem den schwarzen Peter zuzuschieben.
Wenn die Gesetze anders wären , könnten wir nicht spielen usw ...
Wir sind uns einig , dass da was passieren muss .

Ich werde aber nicht darauf warten und solange weiterspielen , bis der Staat etwas verändert .
Ist zwar sehr praktisch , dem anderen die Verantwortung zu übertragen , bringt mich aber  gar nicht weiter !
Ich trage die Verantwortung für mein Handeln .
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Stimmt Isa, im Glücksspielstaat kann man aus Langeweile ja schließlich zur Abwechslung jederzeit gegen miese Bezahlung oder ehrenamtlich etwas anderes tun. Selber schuld, wenn man dazu keine Lust hat.
Eine heile Welt ist demnach unzufrieden und unglücklich. Darauf hätte ich auch allein kommen können, wenn da nicht mein Suchtgedächtnis...
Was spielen wir denn heute, Schwarzer Peter oder Blinde Kuh?

Wenn du mit 'Blinde Kuh' andeuten möchtest, dass ich naiv bin und das große Ganze weder sehe ,noch verstehe,
dann kannst du das gerne auch direkt sagen.

Mir ging es in meinem Beitrag ausschließlich um meine persönliche Erfahrung und nicht darum, die Verantwortung des Staates kleinzureden.

Wie sind hier in einem Forum , wo glücksspielsüchtige , zum Teil sehr verzweifelte Menschen ,Hilfe suchen .
Dort immer wieder zu sagen , dass sie in diesem Glücksspielstaat eigentlich keine Chance haben und im Grunde auch nichts dafür können , weil niemand sie vernünftig aufgeklärt hat usw. , bringt diesen Menschen erstmal nichts .

Sicher muss sich da was ändern , ABER jetzt geht es doch erstmal darum , was wir selber ändern können , um unser Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Du zeigst dich hier als Gesellschaftskritiker -
aber was bringt uns das , an dem Punkt , wo viele hier gerade stehen ?
Verzweifelt , pleite , hoffnungslos, enttäuscht von sich und dem Leben ??
Nichts !
Einfach nichts!

Das ist ein anderes Thema - was sicher auch einen Platz hier im Forum hat und haben sollte - aber hier an dieser Stelle bringt es einfach NICHTS !
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Es findet sich doch nur dann eine Lösung, wenn ich als Spieler begreife, dass es genauso kam, wie es im Glücksspielstaat kommen musste, weil man mir rechtzeitige Aufklärung vorenthalten hat. Ohne dem tappe ich doch bloß in die nächste Falle.
Glücksspiel kann süchtig machen, Arbeiten übrigens auch, oder wie?!

Und was ist dann der nächste Schritt, wenn ich jetzt weiß , dass es genau so kommen musste ?
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Selbstdefinition, zumindest sich erstmal so lange aus Allem herausnehmen, bis man den Überblick hat. Dafür kann man sich schonmal krank schreiben lassen oder einen Urlaub ohne Reiseziel nehmen, Erholung eben.
Man kann währenddessen auch ein bisschen spielen, dann aber nur das, nicht alles gleichzeitig. Es geht schließlich darum, sein Leben wieder absichtlich zu führen, anstatt dem Trieb zu folgen

Hallo ihr Lieben,

das Schwimmen habe ich mit 10 Jahren gelernt, in der 4. Klasse. Ich war immer im Nichtschwimmer, fand es toll und großartig zu planschen, die Wasserrutsche zu nutzen, aber ich ging bei tiefem Wasser unter. Dann kam der Sportunterricht in der Schwimmhalle, , da wurden Luftpolter an die Oberarme gelegt, und rein ins Schwimmerbecken. Und genau die Luftpolster haben Vertrauen gegeben, und die Schulfreunde neben mir auch. So konnte ich zum Ende des Kursus eine Urkunde als Fahrtenschwimmer holen. Das setzte natürlich auch einen Mutsprung vom 3 Meter Brett vorraus.Daß ich mal im Sport im Zeugnis eine "!" bekam, machte mich glücklich, war mir das wirklich mal zugedacht?

Ich habe über den Leitsatz nachgedacht, den mir ein guter Freund einmal vermittelte: "wenn  es dir schlecht geht, dann gehe in eine Selbsthilfegruppe,
wenn es dir gut geht - dann laufe in die Selbsthilfegruppe"!

Wir Spielsüchtigen sind es nicht nur gewöhnt, die Cooler zu sein, wir entwickeln auch eine Sehnsucht nach dem "verlieren wollen".
Du kannst Dich gerne mit dem GlüStV beschäftigen, wenn Dich das Lesen dessen, das Studieren, vom Glücksspiel fernhält. Natürlich kannst Du auch in die "Erfahrungstreads" hier im Forum schauen. Alles was Dich vom Glücksspiel fernhält ist legitim.
Wenn Alter Groll, Zorn, Ressertiments, Ängste Dein Leben bestimmen, bist Du noch nicht in der stabilen Lage, Dich vom Glücksspiel fernzuhalten. Hier bieten Fachkliniken, Ärzte, und Selbsthilfe Möglichkeiten diese "Kettensklaven" Deiner Seele zu befreien.

Gestern war ich in einem Online - Meeting, und das gibt mir Heute noch Halt und Zuversicht.

Immer wieder - für einen Tag, Heute

Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

#67
Zitat von: Loser65 am 23 Juli 2026, 11:30:50Selbstdefinition, zumindest sich erstmal so lange aus Allem herausnehmen, bis man den Überblick hat. Dafür kann man sich schonmal krank schreiben lassen oder einen Urlaub ohne Reiseziel nehmen, Erholung eben.
Man kann währenddessen auch ein bisschen spielen, dann aber nur das, nicht alles gleichzeitig. Es geht schließlich darum, sein Leben wieder absichtlich zu führen, anstatt dem Trieb zu folgen

Das alles ist doch auch möglich , ohne zu denken , dass es so kommen musste ?

Ich glaube , dass es wichtiger ist , bei sich zu bleiben und da zu schauen , warum bin ich da so anfällig ?
Nicht jeder wird ja süchtig , trotz der gegebenen Möglichkeiten und schlechter Aufklärung etc.
Was war also bei mir los ?
Was hat mir gefehlt ?
Wovor war ich auf der Flucht ?
Was kann ich für mich im Kleinen ändern ?
usw


Du schreibst :
" Man kann währenddessen auch ein bisschen spielen "

Man kann das vielleicht .
ICH kann das nicht .
Und die allermeisten anderen Spielsüchtigen können das auch nicht.

Sonst bräuchte es so ein Forum hier gar nicht .
Dann würden wir uns alle sagen

"och joar, das war jetzt nen bisschen viel - und das mit den Schulden ist auch nicht so toll , ab jetzt spiel ich einfach nur noch ab und zu und genieß das dann "

Wenn das für dich funktioniert , ist das super !
Für die meisten hier funktioniert das nicht .
Warum nicht? Weil genau das das Wesen einer Suchterkrankung ist. Für viele von uns gibt es kein 'ein bisschen'.
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Zitat von: Loser65 am 23 Juli 2026, 09:43:09Sind die Überlebenden eigentlich aus den Pfützen rausgeschwommen oder einfach aufgestanden?

You made my day! 😅

Isa, Isa,
wie gehst du nur mit dem Süchtling in dir um?! Sperrst dieses lebensfrohe Mädchen im Keller ein, obwohl es zu Dingen imstande war, wo dem Rest der Welt der Mund offen stand, Deutschland und seine "Hidden Champions".
Wenn das glücklich und zufriedene Abstinenz ist, würde ich es mal mit S-Bahn-Surfen probieren oder zumindest öfter bei Rot über die Ampel gegen. Ah ja stimmt, Erwachsene dürfen das nicht. Vernunft kann gar keine Krankheit sein, wo kämen wir da hin?!
Also: Schön das Süppchen auslöffeln, das du dir mit deiner Naivität eingebrockt hast!

Ich akzeptiere, dass wir völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Umgang mit Glücksspielsucht haben. Für mich bedeutet Abstinenz nicht, einen Teil von mir einzusperren, sondern mein Leben zurückzugewinnen. Dabei belasse ich es.
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .


Sie hat doch "mein" Leben geschrieben ... das ist doch eindeutig, oder nicht?

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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