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Meine Spielsucht

Begonnen von McGörk, 09 Juli 2026, 10:24:42

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Hallo liebes Forum,

ich möchte mich einmal kurz vorstellen und meine Gedanken mit euch teilen.

Ich bin 42 Jahre alt, lebe in Berlin und habe 3 Kinder mit 2 Frauen.
Zu den Kindern habe ich regelmäßig Kontakt.
Mein Leben ist geprägt von vielen Fehlentscheidungen, Gier und vorallem von Süchten.

Ich habe meine ersten Erfahrungen mit Onlinecasinos ca. 2010 gemacht.
Damals habe ich ausschließlich über Casinos gezockt die der OASIS unterliegen.
2011 war ich dann, mit meiner damaligen Frau, in Las Vegas und ich habe es geliebt.
Das Funkeln, die Geräusche, die Menschen, die Gewinne.... alles wirkte sehr anziehend auf mich.
Natürlich verlor ich jedes Mal meine kleineren Gewinne wieder aber ich merkte bereits dort, dass mich eine scheinbar unsichtbare Kraft immer wieder an die Automaten lockte.
Es vergingen einige Jahre und ich spielte immer mal hier und da in diversen OC.
2017 gewann ich einen mittleren Jackpot im "Dumdidum", 42.000 Euro und ich war elektrisiert.
Ich konnte mein Glück kaum fassen.
Nach etlichen Auszahlungen, in 5k Schritten, hatte ich dann auch etwas mehr als 40.000 Euro auf meinem Konto. Ich wollte ab diesem Tag damit aufhören.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass das nicht ganz geklappt hat.

Ich spiele immer mal wieder, vorallem in den dunklen Monaten und gewinne auch teilweise nette Sümmchen.
Mal 5k hier, mal 3k dort usw. Unterm Strich würde ich sagen, habe ich bis heute meinen Gewinn wieder vollständig verzockt.
Ich würde sagen 2019 habe ich dann eine 99 jährige OASIS-Sperre eingerichtet, leider gibt es da noch die illegalen Casinos in denen ich bis heute regelmäßig zocke.

Meine Beziehungen zu Frauen ähneln dem Muster beim Spielen, ich beginne eine Partnerschaft und bin Feuer und Flamme und dann kommt der Tag, an dem mich alles nur noch langweilt und ich verlasse diesen sicheren Hafen wieder und gebe alles auf wie etwa die Häuser die wir zusammen hatten usw.
Mit meiner 1. Frau habe ich zusammen 2 Kinder, für die ich seit meiner Trennung im Jahre 2014 Unterhalt zahle.
Mit meiner 2. Frau habe ich ein Kind, für das ich seit meiner Trennung im jahre 2021 Unterhalt zahle.
Zwischendurch hatte ich die eine oder andere Affäre und bin nun glücklich mit meiner jetzigen Freundin seit 2023 zusammen.
Wir fahren wenigstens 2-3 mal im Jahr in den Urlaub, meistens in die USA, auf die Malediven etc.
Deutschland langweilt uns weshalb wir immer weite Ziele wählen.

Ich habe einen gut bezahlten Job (~4200 Euro netto im Monat) und könnte eigentlich zufrieden sein, wenn da nicht diese eine Sache mit der Sucht wäre.

Ich habe in den letzten 6 Monaten ungefähr 9000 Euro in OC verspielt und es ist bisher kein Ende in Sicht.
Der Drang, Geld zu gewinnen - so wie 2017 - lässt mich einfach nicht los.
Ich bin oft gelangweilt oder habe ein Gefühl der Unruhe welches mich dazu bewegt, erneut im OC zu zocken.
Die Idee dabei ist, ich möchte irgendwann einmal unabhängig sein, nicht arbeiten zu müssen, sein Leben einfach zu genießen.
Parallel bin ich in dieversen Highrisk Aktien und in Krypto investiert.
Hier habe ich seit ca 2011 etwas mehr als 40k in den Sand gesetzt.

Ich würde mich selbst als jemanden bezeichnen, der leicht in die Sucht verfallen kann.
Ich rauche gerne, trinke hier und da Alkohol und merke, dass die Sucht mich oft unzurechnungsfähig macht.

Vor einigen Jahren war ich in einer Therapie da ich zu dieser Zeit starke Selbstzweifel hatte und in einer schwierigen Phase mit meiner damaligen "Liebelei" steckte.
Die Therapeutin meinte, ich kann es mit mir alleine schlecht aushalten und mein Dopamin-Spiegel sei wohl gefährlich unkallibriert, weshalb ich immer wieder den Kick brauche, im Spiel, in der Liebe usw.

Heute bin ich soweit das ich erkenne, ein Problem zu haben. Die Sucht nach dem Kick ist bei mir allgegenwärtig, vorallem wenn es mir schlecht geht oder ich Langeweile habe.

Nun habe ich dieses Forum gefunden und möchte einfach schauen, ob ich für mich positive Aspekte herausziehen kann um mit meinen Süchten besser umgehen zu können.

In diesem Sinne freue ich mich auf einen tollen Austausch.

LG aus Berlin



Hallo,

erst einmal willkommen im Forum.

Vielen Dank, dass du so offen über deine Geschichte geschrieben hast. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass du dein Problem bereits sehr klar erkannt hast. Das ist ein wichtiger Schritt, auch wenn der Weg daraus trotzdem nicht leicht ist.

Besonders hängen geblieben ist bei mir, dass du immer wieder vom ,,Kick" sprichst. Ich glaube, genau das ist der entscheidende Punkt. Irgendwann geht es nicht mehr ums Geld, sondern um das Gefühl, die Hoffnung und den kurzen Dopaminschub. Das kenne ich aus eigener Erfahrung.

Dass du trotz OASIS-Sperre weiterhin in illegalen Casinos spielst, zeigt leider auch, wie hartnäckig eine Spielsucht sein kann. Die Sucht findet oft einen Weg, wenn man ihre eigentlichen Ursachen nicht angeht.

Ich selbst war mehrere Monate in einer stationären Therapie und werde nächste Woche entlassen. Mir hat diese Zeit sehr geholfen, weil ich verstanden habe, warum ich gespielt habe und welche Situationen bei mir Auslöser sind.

Ich wünsche dir, dass du den Mut behältst, jetzt etwas zu verändern. Du hast einen guten Job, Kontakt zu deinen Kindern und scheinst eine Partnerin zu haben, die dir wichtig ist. Das sind Dinge, auf denen man aufbauen kann. Die 9.000 Euro sind ärgerlich, aber viel wichtiger ist, dass daraus nicht noch 20.000 oder 50.000 Euro werden.

Ich wünsche dir einen guten Austausch hier im Forum und vor allem, dass du deinen eigenen Weg aus der Sucht findest.

Viele Grüße

Mc,
bis du sicher, dass du einen guten Job hast? 4.2 im Monat klingen eher nach Korruption. Was für einen Deal bist du denn eingegangen, um nun damit unterfordert zu sein?!
Aktien und Kryptos - da schläft man ja ein. Bei jemandem mit deinem Potenzial geht doch eigentlich nichts unter Hebelzertifikaten.
Mach dir mal um deine Sucht nicht so viele Sorgen. Versuche besser etwas, mit dem deinem Chef der Laden um die Ohren fliegt.

@Loser: Hast Du zu so früher Tageszeit schon gesoffen? Inwieweit sollte Dein Beitrag dem TE helfen?
Wenn Du darauf antworten möchtest, dann bitte per PN. Belassen wir dem TE seinen Thread.

Hi McGörk!

Herzlich willkommen!

Der Dopaminhaushalt ist schon etwas Spezielles. Stelle Dir vor, Du siehst einen Kurvenverlauf vor Dir. Auf der vertikalen Achse haben wir das Dopamin und auf der Horizontalen die Zeit. ist gerade mal nix los und der "Kick" macht gerade mal Urlaub, dann siehst Du eine waagerechte Gerade. Kommt ein Ereignis, bei dem Dopamin ausgeschüttet wird, dann gibt es einen starken Ausschlag nach oben, der dann irgendwann wieder abflacht. Magst Du "Kicken", also ein rasche Folge von "Kicks" hintereinander weg, dann gewöhnt sich der Körper schnell an diese Situationen. Der Ausschlag der Kurve geht gar nicht mehr so hoch, wie er es bei einem gelegentlichen Kick macht. Zusätzlich geschieht aber noch etwas Erstaunliches ... das Level geht UNTER den Ausgangszustand und normalisiert sich dann langsam wieder. Die Folge ist also, dass Du den Kick gar nicht mehr so intensiv verspürst und danach sofort in einen Abgrund fällst - Du fühlst Dich mies. Dieses alles sorgt dafür, dass Du die Intensität des Glücksspiels, des Sex, was auch immer, steigern möchtest - vorrangig durch Zeit, durch Risiko und Geld.
Wie kommst Du aus dieser Spirale heraus? Kein Glücksspiel ... (vorerst) weniger Sex ... :)
Es wird also eine harte Zeit auf Dich zukommen, in der Du in der Umgewöhnungsphase zur Normalität erst einmal das Leben als immens öde wahrnimmst.
Doch der Dopaminhaushalt wird sich normalisieren und die gelegentlichen Kicks entfalten ihre volle Wirkung.
Die Öde zu durchschreiten ist nicht einfach. Doch wenn Du etwas ändern willst, dann musst Du es eben anders machen. Bei Glücksspiel gibt es kein halbschwanger. Also heißt es von nun an darauf zu verzichten.
Dabei hilft der Gedanke, immer nur für heute spielfrei bleiben zu wollen.

Langeweile ist nichts Schlechtes! Das Aushalten Deiner selbst ist nichts Schlechtes. Es bietet Dir die Möglichkeit zu reflektieren. Mein Vater sagte damals zu mir: Wenn Du etwas werden willst, dann musst Du die Fingerchen gehen lassen. Ich knallte meine Zeit also mit Arbeit und irgendwelchem Müll voll. Was ich dabei nicht lernte, das war das Aushalten meiner Selbst.
Nun, es ist wie Fahrradfahren ... wenn Du runter fällst, dann steigst Du eben wieder in den Sattel. Irgendwann läuft alles von alleine.

Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)


2 Pötte Kaffee

Olli, was ist ein TE?

In McGörks Beichte quillt die Unterforderung aus allen Ecken und wenn er sich dieser nicht stellt, kommt er keinen Schritt voran. Mit Tiefstapelei würde er sich nur lebendig begraben. Dopaminspiegel reflektieren das Selbstwertgefühl.

TE : Threadersteller
Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Gibt es aktuell eine Kanzlei die versucht, die Verluste zurückzuholen ohne Kosten-Risiko?


Ich hab tatsächlich 2 gefunden die mit PKH Anträgen arbeiten

Könntest du sie mir nennen? Danke :-)

@Durchbrenner

PKH? Bei 4200 netto kann ich mir kaum vorstellen dass er Prozesskostenhilfe bekommt.

Und illegale OC hört sich nach Curacao o.ä. an. Da gibt's nicht viele wo etwas zu holen ist.

Ganz ab von dem wäre das für ihn auch nur Startkapital für weiteres zocken.
Er muss dringend etwas gegen die Süchte tun damit er aus dem Chaos herauskommt.
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

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