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Zwei Fragen.................

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Offline Claus

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Zwei Fragen.................
« am: 29 August 2006, 09:12:40 »
Zwei Fragen.................
In den letzten Anonyme-Spieler GA-Meetings die ich besuchte, tauchten diese beiden Fragen auf:


"Kennt jemand jemanden, der bevor er spielen wollte, jemanden angerufen hat, und dann nicht gespielt hat?"

"Warum hört einer auf mit der Glücksspielsucht, ein anderer macht weiter."[/font]


darüber mache ich mir Gedanken und mich würde interessieren, wer Erfahrungen dazu gemacht hat.

Gruss
[/color][/b]
Claus
gute 24 Stunden

"Wer kein Ziel hat,
dem stehen alle Wege offen!

Re: Zwei Fragen.................
« Antwort #1 am: 29 August 2006, 17:20:44 »
hallo,claus,

also ich hatte diese Anruf-Nummer mit meinem exfreund verabredet, hat aber natürlich gar nix genützt.

Hinterher hat er mich angerufen, um mir irgendetwas anderes zu erzählen, aber an seiner Stimme wusste ich sofort, was sache war.

Und warum der eine spielt und der andere nicht? Ich glaube, dass die Neigung eines Menschen zu einer Suchtkankheit und damit auch seine persönliche Möglichkeit, sich davon zu lösen, auch genetische Ursachen haben muss.
Wieviele Menschen haben auch denkbar schlechte Startschwierigkeiten und werden trotzdem nicht suchtkrank?
Wieviele Menschen müssten scheinbar glücklich und einigermaßen sorgenfrei leben können und stürzen von einer Falle in die nächste??

Wieviele Menschen schafffen es ihr Leben lang nicht, mit dem Rauchen aufzuhören, und wieviele machen es von einem Tag auf den anderen?

Ansonsten bin ich auch eine eher rat-und hilflose und deswegen jetzt auch ex-Angehörige.
Liebe Grüße
Nora

Re: Zwei Fragen.................
« Antwort #2 am: 06 September 2021, 22:59:28 »
Zitat
Kennt jemand jemanden, der bevor er spielen wollte, jemanden angerufen hat, und dann nicht gespielt hat?"

Ich kenne niemanden und ich habe es nie selbst getan......war immer so spät am Abend......deswegen müssen Skills da sein,die Zeit und Personenunabhängig sind. Denn es könnte auch mal sein,dass das Handy auf lautlos gestellt ist,jemand arbeiten muss.


Zitat
Warum hört einer auf mit der Glücksspielsucht, ein anderer macht weiter.

Wir hören doch alle irgendwann auf. Kennt ihr einen,der bis zu seinem Tod durchgespielt hat? Also wirklich 40-50 Jahre durchgespielt hat und dann mit 80 oder so eines natürlichen Todes gestorben ist,ohne ernsthaft aufhören zu wollen?

Wir hören erst auf bzw suchen uns Hilfe,wenn der Leidensdruck zu groß ist. Kein Leidensdruck, kein Grund zur Änderung. 

Wenn ich Millionärin wäre ,weiß  ich nicht,ob ich so schnell ( sind 5 Jahre Leidensdruck schnell?) an mein eigentliches Problem drangegangen wäre,auch wenn dieses ebenfalls Leidensdruck ausgelöst hat,aber mit Geld und Ablenkung und Verdrängung funktioniert doch alles reibungslos.

LG Wolke

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Offline Olli

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Re: Zwei Fragen.................
« Antwort #3 am: 07 September 2021, 06:17:15 »
Ich selbst habe die Telefonliste, die wir damals in der SHG verteilt haben, nicht genutzt. Ob die Anderen dies gemacht haben, unterliegt der Verschwiegenheit. Zu dem Zeitpunkt war ich aber auch noch kein Ansprechpartner, wenn jemand anderes Spieldruck hatte.
In den Foren jedoch denke ich sehr wohl dass das Schreiben, auch per PN, schon so einige vom Spielen abgehalten hat.
Einmal ging ich in meiner Mittagspause in einen Chat und wurde schon erwartet. Da hatte jemand mächtig bösen Druck und war drauf und dran alles stehen und liegen zu lassen, um spielen zu gehen.
Wir unterhielten uns und ich brachte die 24 h an. Das reichte aber nicht und so reduzierte ich erstmalig auf 5 Minuten.
Der Freund war so überrascht, dass er lachen musste - und der Druck war weg - in der Situationskomik verpufft.
Reden hilft!

Ja, Wolke ... genau mein Gedanke ... irgendwann hören alle auf. Genau davon bin ich auch überzeugt. Leidensdruck wird im Laufe der Jahre stärker, bis er eine Grenze erreicht, die bei Überschreitung das Nachdenken auslöst - und damit die Abstinenz.
Wer also schon früzeitig Leidensdruck verspürt, und die Spieler, die das jetzt hier im Forum lesen, wären ja nicht hier, wenn dem nicht so wäre, der kann auch sofort mit dem Aufhören beginnen. Wenn die innere Hürde da nur oft nicht so riesig hoch wäre - der Glaube etwas zu verlieren, was einem so ungemein wertvoll ist. Der Glaube an sich selbst eher im Keller zu finden ist.
In jungen Jahren war mir die Zeit, die ich in den Spielhallen verloren habe, egal. Das ist sie aber nicht - diese Lebenszeit - sie ist wertvoll und kommt nie zurück. Was hätte ich damit alles anstellen können ...
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

 

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