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Glücksspiel und dazugehörige Gedanken

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Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #30 am: 08 April 2021, 17:45:39 »
Die Zeit vergeht schnell und mittlerweile liegt mein Ausraster schon 3,5 Wochen zurück. Ich denke kaum bis gar nicht mehr daran aber warte bis in den nächsten Tagen mein Doppeltes kommt. Das gibt mir wieder etwas mehr Ruhe und es fühlt sich an als wär die Sache damit ausgeglichen.

In Wahrheit ist sie es dadurch natürlich nicht, denn was weg ist, ist weg und daran ändert auch kein Doppeltes etwas. Auch wenn der Kontostand wieder aussieht als wäre nichts passiert.

Es wurmt mich, dass mir so ein heftiger Rückfall passiert ist aber es treibt mich an in Zukunft noch vorsichtiger und achtsamer zu sein. Dem Thema Glücksspiel möchte ich keinen Raum mehr geben, nur mehr im Zusammenhang mit der Suchtbekämpfung.

Ich denke viele kennen das, wenn man schaut, dass man 2 Cent günstiger tanken kann oder auf eine Rabattaktion wartet um sich seine Lieblingsschokolade billiger zu holen. Und dann haut man die 100er im OC nur so raus als wäre es monopoly Geld das eh nichts wert ist.
Es ist schockierend zu was einen die Sucht treibt aber keinesfalls überraschend. Ich habe sie unterschätzt, hätte es früher spüren müssen, dass da etwas aufzieht um dann aktiv dagegen etwas zu unternehmen. Getan hab ich das leider nicht. Diesesmal. Doch beim nächsten aufkeimen von spieldruck werde ich sofort dagegensteuern. Ich gehe momentan aktiver gegen die Sucht vor als in den Monaten zuvor, in denen ich mich schon sicher gefühlt habe. Jetzt weiß ich, dass es keine 100 prozentige Sicherheit gibt und mein Weg zur Abstinenz noch lange nicht zu Ende ist, sondern vermutlich erst wenn ich nicht mehr hier bin. Doch das hat zum Glück noch viel Zeit. Bis dahin möchte ich vieles besser machen und es wird auch einiges gelingen. Davon bin ich überzeugt.

Spielfrei seit 25 Tagen


Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #31 am: 18 April 2021, 13:31:08 »
Nachdem ich heute mal wieder geschaut hab wie die crypto Kurse stehen, habe ich mich geärgert,  dass ich keine mehr halte und sofort kam der Gedanke auf doch iwie schnell Geld zu machen. Gleichzeitig fühl ich mich schlecht und ir wird übel wenn ich an glücksspiel denke.

Heut ist so ein Tag an dem ich mich einfach mies fühl und mir denk ich hätte gerne mehr Kohle. Obwohl ich sie eigentlich gar nicht brauch. Überhaupt ist mein suchtdrang heute sehr stark. Habe über 3 Wochen auch nicht mehr geraucht und heut denk ich mir "komm gönn dir doch eine".

Weiß grad nichts so recht mit mir anzufangen.
Und dann stört es mich noch, dass seit ende meiner Therapie niemand gefragt hat wie es mir geht. Niemand fragt wie geht's dir ohne spielen, wie geht's dir ohne gras, wie geht's dir denn generell. Hab das auch schon öfters meiner Partnerin gesagt, dass ich mich freuen würde wenn sie mal nachfragt oder die Eltern. Aber ich denke für die ist es keine sache die große Beachtung braucht. Hab doch eh alles locker im Griff.. Aber das tut sie! ICH brauche das.

Meine sozialen Kontakte gehen mir auch ab.
Hab im Moment noch Urlaub, gefühlt viel zu lange, freue mich schon drauf übernächste Woche endlich wieder arbeiten zugehen.

Ich werde auf keinen Fall spielen, vielleicht rauch ich aber später noch eine.

35 Tage spielfrei

Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #32 am: 25 April 2021, 14:00:01 »
Hi.

Ich mache das jetzt einfach mal:

Wie geht es dir denn so? =)

Schönen Sonntag

Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #33 am: 26 April 2021, 21:13:56 »
Hallo Peter, mir geht es soweit ganz gut. Auf jeden  Fall besser als nach meinem letzten Beitrag.

Suchtdruck habe ich im Moment keinen. Nur den auf Nikotin - ich habe übrigens keine mehr geraucht und bin mit heute seit einem Monat rauchfrei. Ein kleiner Erfolg für mich!

Ich habe in den letzten Monaten daran gearbeitet meine Süchte nach und nach unter Kontrolle zu bringen. Einiges ist mir gelungen, jedoch nicht alles, wie mein Rückfall zeigt.

Die Dinge haben sich jedoch zu einem großen Teil in eine positive Richtung entwickelt. Dass man nicht alles von heut auf morgen bewältigen kann ist mir klar, darum kann ich mir mittlerweile auch meinen Rückfall verzeihen. Er gehört jetzt zu mir und das ist auch in Ordnung.

"One day at a time" oder "ein Tag zur Zeit" ist im Moment meinMantra. Es lässt mich unaufgeregt meine Probleme angehen ohne dabei Stress auszulösen. Ich werde versuchen, das so weiterzuführen.

Danke Peter fürs nachfragen, das hat gut getan :)
Und jetzt erzähl, wie geht es dir denn?

Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #34 am: 27 April 2021, 11:33:55 »
Hi =)

Ich denke es geht mir gut, danke.

Einstein sagte mal etwas wie:

Ein Weg um glücklich zu werden ist aufhören zu jammern. Das probiere ich gerade.

Nicht rauchen ist stark, ich denke das werde ich auch angehen, aber nicht zu viel auf einmal.

Gefühlt ist jeder Tag ohne gezocke ein Gewinn. Ich habe echt wenig gespielt. Die wenigen Male taten mir auch nicht gut. Egal ob Gewinn oder was auch immer..

Ich gebe mein bestes um den Mist hinter mir zu lassen, ich hoffe du auch. =)
« Letzte Änderung: 27 April 2021, 13:22:09 von Peter Schmidt »

Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #35 am: 10 Mai 2021, 12:29:38 »
Hi P-Toni,

starkes und ehrliches Tagebuch.

Die Stelle, wo du meintest, dass du durch einen Konflikt mit deiner Freundin wieder in den Suchtdruck geraten bist, kenne ich!

Das sind aber nur alte Muster und Verhaltensweisen. Immer wenn ich Stress auf der Arbeit hatte oder was mit meiner Frau nicht lief, habe ich auch gespielt. Ich dachte, ich kann diese Probleme lösen, aber falsch: sie wurden dadurch noch schlimmer.

Dieser kleine Teufel und ich - wir haben unsere Grenzen abgesteckt: er ist da und ich bin hier. Weg sein wird er vielleicht nicht, aber ich lasse dem kleinen Drecksack einfach keine Gelegenheit, in meinen Bereich zu kommen. Stattdessen lade ich das Engelchen einfach öfters ein :)

Liebe Grüße, bleib stark und eine spielfreie zeit1

Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #36 am: 14 Mai 2021, 17:02:58 »
Weg geht dieser Teufel nicht mehr wenn er einmal einen Platz in uns bekommen hat aber wir müssen uns mit ihm arrangieren.

Bin mal wieder hier und weiterhin spielfrei. Das fällt mir soweit nicht schwer und ich schaue auch seit meinem Rückfall keinen Glücksspiel-Content mehr. Aber ich merke wie schon wieder die Gedanken langsam anfangen sich um das Thema Geld zu drehen.

Es stört mich, ich beschäftige mich zu viel damit. Überlege ständig was ich mit meinen paar Euros die ich hab anfangen soll. Am besten wahrscheinlich gar nix, einfach ruhen lassen.

Ich habe Nachwuchs bekommen, es geht sich monatlich alles gut aus und dennoch mach ich mir Sorgen über die Zukunft . Reicht das alles aus? Was ist in ein paar Jahren wenn die Ansprüche höher werden und größere Anschaffungen gemacht werden müssen?Wenn der Platz in der Wohnung nicht mehr reicht?
Noch geht sich das alles aus aber das "was wäre wenn" stimmt mich nachdenklich. Ich denke daher kommen die vielen Gedanken an das liebe Geld.
Wir sind alle zufrieden, haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, ein stabiles familiäres Netz das uns immer auffangen würde aber in mir ist trotzdem diese Unruhe und die Angst etwas falsch zu machen mit dem Geld das ich/wir haben.

Wieder spielen ist aber auf keinen Fall eine Lösung, das würde genau das Gegenteil bewirken und meine Zukunftsängste nur verstärken. Das brauche ich am allerwenigsten

Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #37 am: 14 Mai 2021, 19:31:59 »
Weg geht dieser Teufel nicht mehr wenn er einmal einen Platz in uns bekommen hat aber wir müssen uns mit ihm arrangieren.


Wer sagt das?

Vorweg - ich habe über 3 Jahrzehnte gespielt und seitdem ich aufgehört habe (2012) hat es einige Jahre gedauert, bis sich mein limbische System daran gewöhnt hat, das ich was Glücksspiel betrifft den Stecker gezogen habe.
Jeder Rückfall hätte für mich als Konsequenz gehabt, dass die Lampen wieder angefangen hätten zu brennen.
Anders gesagt, ich habe den "Teufel Glücksspiel" ebenso Eiskalt wie ich als Spieler war knallhart ausgehungert - und seit etliche Jahren verschwende ich noch nicht mal ein Gedanke an Glücksspielen!
Und mir fällt wirklich noch nicht mal ein Grund ein warum das nicht auch in Zukunft so bleiben soll.

Klaro muss/sollte man sich anfänglich mit sein Teufelchen arrangieren, allerdings als dauert-zustand wäre mir das viel zu anstrengend gewesen.
Da gab es dann im laufe der Zeit (wenigstens bei mir) eine Abstinenzentscheidung.
Keine Entscheidung nach dem Motto - mach ich mal – sondern ganz bewusst habe ich mich dafür entschieden, niemals wieder auch nur ein Euro in irgendeinen Automaten zu versenken.


Was ich dir mit dem hier oben geschriebenen sagen möchte,
nur Du bestimmst wie lange Du mit dein Teufelchen herumläufst! 
« Letzte Änderung: 14 Mai 2021, 19:34:27 von Auskuriert1 »

Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #38 am: 14 Mai 2021, 21:08:18 »
Für mich ist das Teufelchen die Spielsucht und die ist da. Sie geht auch nicht mehr weg. Sie wird bleiben, das ist für mich klar.

Ich weiß jedoch, dass ich mit ihr leben kann, sogar muss. Die Frage ist nur wie viel Platz ich ihr einräume und wie ich sie möglichst klein und still halten kann ohne sie zu vergessen. Sie zu unterschätzen ist mir bereits passiert und das soll nicht mehr vorkommen.
Daher kommt auch meine Abstinenz Entscheidung. Keine Kompromisse mehr, keine Ausnahmen. Loslösen vom Glücksspielsucht in jeglicher Weise.

Auch du wirst erst zum Schluss erfahren ob du sie wirklich aushungern konntest, auch wenn du bereits viele Jahre abstinent lebst, was wirklich großartig ist! Aber denkst du nicht, dass sie noch irgendwo in dir drinnen schlummert, wenn du sie so lange mit dir rumgetragen hast?

Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #39 am: 15 Mai 2021, 11:33:20 »
 Hallo Toni,

so oder so ähnlich wie Du habe ich einst auch gedacht und ich denke das ist auch völlig normal.

Ich schließe mich da an und finde es auch sehr wichtig was du geschrieben hast - „du solltest diese/deine Sucht nicht zu unterschätzen“.
Allerdings habe ich mich damals gefragt WAS ich nicht unterschätzen sollte, zumal ich sehr von mir selbst überzeugt war -und lapidar gesagt gedacht habe, du machst das schon.

Die Antwort bzw. ungefähr zwei Monate später wurde ich eines besseren belehrt.
Aus heiteren Himmel - und für mich damals noch nicht erklärbar - wahnsinniger Suchtdruck.
Ehrlich gesagt hätte damals nicht wirklich viel gefehlt -und auch nicht wie immer geschrieben wird Minuten oder so, sondern zwei Tage lang -und fast wäre es zum Rückfall gekommen.
Das waren zwei grausame Tage und ich wusste, diesmal ist es gutgegangen, aber was ist wenn es nochmal passiert?

Da gab es auf der einen Seite die Spielsucht an sich, resultierend aus meine persönliche Defizite, allerdings gab es auch etwas in mir was ich nicht oder nur schwer kontrollieren konnte, etwas was diesen Suchtdruck ausgelöst hat.
Und das letzte musste/wollte ich unbedingt verhindern, also habe ich mich gefragt was da in meiner Zentrale vor sich geht.

Habe mir dann damals einige schlaue Bücher gekauft, einige wo haarfein erklärt wurde was sich spezifisch bei einen Spieler im Kopf abspielt.

Um es etwas abzukürzen – jetzt war ich schlauer – und ich wusste ganz genau was da in mein Oberstübchen vor sich geht.
Vor allem wieso und warum und woher der Suchtdruck kommt/kam.
Aber auch das der angerichtete - ich nenne es mal Schaden – nicht von heute auf morgen behoben sein wird. 
Wie lange wusste ich natürlich nicht, aber auf der einen Seite wusste ich so in ungefähr was auf mich zukam (was auch zutraf) und anderseits musste ich - egal was passiert – auf biegen und brechen an mein Ziel Spielfrei - und das ohne Unterbrechung festhalten.

Stand heute:

ich habe in den Jahren in der ich Spielfrei bin sehr viel Scheiße fressen müssen (inkl. Scheidung), ebenso aber auch viele tolle Sachen erlebt.

Und nein Tony …. da schlummert nichts mehr in mir, eventuell ein paar verrottete Synapsen und Erinnerungen.
Aber auch ein Gedanke mit ein festverankerten Platz  „niemals mehr wieder“.

Re: Glücksspiel und dazugehörige Gedanken
« Antwort #40 am: 03 Juni 2021, 21:20:41 »
Ich weiß spontan grad gar nicht mehr wie lange ich spielfrei bin. Schätze mal 2-3 Monate. Die Distanz zu meinen Rückfall wird immer größer und das bereitet mir etwas Sorgen.

Vor ein paar Wochen hab ich auf einer alten cryptowallet von mir entdeckt, dass ich da tatsächlich noch was drauf hab. So 0.003 btc aus 2016. Das waren damals so 1-2€ die ich vergessen hatte. Und uff, das Zeug war vor ein paar Wochen knapp einen 100er wert. Und auf einmal poppte in mir der gedanke auf "komm verzocks, ist doch egal was damit passiert"

Für einen Moment hab ich mit dem Gedanken gespielt es zu tun. Hab es aber dann doch gelassen. Darauf bin ich stolz. Der Impuls den ich dabei hatte, hat so viele Gefühle so rasant in mir aufleben lassen, dass ich urplötzlich in absoluter Euphorie war. Die Ernüchterung kam Minuten später als ich merkte was da wieder in mir begonnen hat und das will ich einfach nicht mehr. Ich bleibe abstinent!

Was das Rauchen von Zigaretten betrifft hab ich das leider nicht geschafft. Nach 1,5 monaten wars mit dem Nichtrauchen schon wieder vorbei.. das wurmt mich aber irgendwann bekomm ich auch das hin

 

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