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Mein Partner ist süchtig

  • 7 Antworten
  • 1304 Aufrufe
Mein Partner ist süchtig
« am: 25 September 2020, 20:43:22 »
Hey Leute,
Ich schreibe euch, in der Hoffnung, das jemand mir weiterhelfen oder Tips geben kann.
Mein Partner und ich sind nun seid mittlerweile 8 Jahren ein Paar. Nach 3 Jahren hat er mir gestanden das er spielsüchtig ist und er hohe Schulden hat. Er hat mir versprochen das er nicht mehr spielen würde und ich habe es geglaubt, da ich mich nicht ausreichend mit der Krankheit befasst habe. Im Laufe der vergangenen Jahre ist er immer und immer wieder rückfällig geworden, hat zwischendurch eine ambulante Therapie begonnen und nach einigen Monaten wieder abgebrochen. Aussage: „er bräuchte es jetzt nicht mehr“ ..... aber es nahm immer das selbe Ende. Noch mehr Schulden immer wieder spielen, in Spielhallen oder online. Er hat es mir IMMER verheimlicht. Ich muss leider sagen: ich bin immer wieder geschockt wie raffiniert und geschickt er mich anlügt, dass ich auch ja nichts ahne. Ein Jahr lang er es geschafft nicht zu spielen, versucht sein Leben in den Griff zu bekommen und seine Schulden zu bezahlen. Zuerst hat es super funktioniert und ich war stolz das er es ENDLICH begriffen hat... aber auch das hat ihn nicht abgehalten wieder zu beginnen. Er hatte eine schwierige Kindheit mit viel Gewalt. Nun... jetzt frag ich mich ist es eventuell der Auslöser? Warum begreift er nicht das das Spielen und die Schulden sein Leben ruinieren? Und warum er mich immer wieder so leichtfertig anlügt OHNE schlechtes Gewissen. Meine Frage ist Warum? Warum sagt er mir nicht Bescheid bevor er spielt? Warum kann er nicht klar denken? Wir haben eine 2 jährige Tochter zusammen. WARUM nimmt er nicht sein Geld und kauft ihr Klamotten oder Spielzeuge... ich kann es einfach nicht verstehen. Was in ihm vorgeht. Warum alles egal ist und das spielen so eine grosse Rolle spielt.
Ich freue mich eure Meinung zu hören

Re: Mein Partner ist süchtig
« Antwort #1 am: 25 September 2020, 21:09:30 »
Bevor ich es vergesse:

Da wäre noch etwas was mich zum Grübeln bringt, ich weiß aber nicht ob es mit der sucht zu tun hat.
Mein Partner ist ein sehr sehr charismatischer Mann, gut aussehend immer gut gekleidet und schönes Pafüm. Natürlich kommt er auch gut bei anderen Frauen an denke ich.
Ist es möglich das der Kick den er beim Glücksspiel verspürt auch in anderen Situationen versprühten will? Z.b. eine Affäre hat oder ONS sucht. Wie denkt man darüber als Spieler?

Re: Mein Partner ist süchtig
« Antwort #2 am: 25 September 2020, 21:37:23 »
Zitat
Z.b. eine Affäre hat oder ONS sucht. Wie denkt man darüber als Spieler?

Das einzig wirklich was zählt ist das Spielen und da sind ihm evtl. andere Frauen egal, leider bist du und deine Tochter es auch - das einzig was wirklich wichtig für deinen Mann ist, die Sucht zu befriedigen.

Alle Gedanken drehen sich nur noch um die Sucht, dem Kick und zwischenmenschliches bleibt komplett auf der Strecke. Ein Drogensüchtiger der vor die Wahl gestellt wird - Frau oder Droge - was glaubst du für was sich selbiger entscheiden würde...

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*

Somewhere87

Re: Mein Partner ist süchtig
« Antwort #3 am: 25 September 2020, 22:43:58 »
Hallo Vanessa.

Ich hoffe es geht dir gut.
Als Spieler mit ca 8jähriger Suchtausübung und Vater einer einjährigen Tochter kann ich dir nur folgendes sagen:

Man muss das aufhören wirklich wollen! Und wenn man es wirklich will, tut man auch aktiv etwas dafür. Alles andere ist nur Schall und Rauch.

Wusstest du, dass Kinder von Spielsüchtigen extrem darunter leiden und später eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, selbst Süchtig zu werden ?

Kennst du diese Broschüre für Angehörige?

https://www.gluecksspielsucht-nrw.de/kampagnen/broschuere-angehoerige-lgfach.pdf

Ich hoffe ihr kommt da raus !

*

Wolke

Re: Mein Partner ist süchtig
« Antwort #4 am: 26 September 2020, 07:22:48 »
Hey Vanessa,

Zitat
Warum sagt er mir nicht Bescheid bevor er spielt?

Weil er wahrscheinlich nicht aufhören möchte,denn ansonsten würde er dich um Hilfe bitten und er würde DAS folgende nicht machen:

Zitat
Er hat es mir IMMER verheimlicht. Ich muss leider sagen: ich bin immer wieder geschockt wie raffiniert und geschickt er mich anlügt, dass ich auch ja nichts ahne.

Zitat
Er hatte eine schwierige Kindheit mit viel Gewalt. Nun... jetzt frag ich mich ist es eventuell der Auslöser?

Ich habe auch gespielt,um was sehr schreckliches aus meinem Leben zu verdrängen. Ich habe das und die Spielsucht in einer Verhaltenstherapie zeitgleich in Angriff genommen. Die Spielsucht alleine hätte nicht auf Dauer funktioniert. Sowas ist anstrengend,viel Arbeit und dauert. Meine Therapie ist bald zu Ende und ging dann knapp 3 Jahre. Aber es lohnt sich,ich fühle mich gut,bin seitdem spielfrei.

 Ich weiß nicht,wie es in einer ambulanten Therapie ist,aber in einer stationären Therapie,wird nicht nur über die Sucht gesprochen,da gehen die Therapeuten in  Einzelgesprächen viel tiefer und da kämen sie auch auf die mit Gewalt geprägte Kindheit deines Mannes zu sprechen,wenn er es zulässt und würden das mit ihm bearbeiten. Auch die Nachsorge ,die oft noch  bis zu 18 Monate nach der stationären Therapie weiter geht,würden sie dann über all das sprechen.

Aber er muss dazu bereit sein und das scheint er nicht. Wahrscheinlich hat er Angst davor,wenn er sich nicht  mehr mit dem Spielen betäuben kann,dass er sich dann mit sich und seinen Gefühlen auseinandersetzen muss und das kann ich sehr gut nachempfinden und ihn verstehen. Mir ging es genauso und es hat viele Anläufe gebraucht,bis ich es geschafft habe,mir die Hilfe zu holen bzw sie zuzulassen.

Du kannst ihm nicht Helfen,du kannst ihn nur Möglichkeiten und Wege zeigen und ihn unterstützen,wenn er Hilfe möchte. Den Weg muss er alleine gehen.
Die Sucht ist eine scheiß Krankheit und während des Zockens und kurz davor,wenn der Spieldruck riesig ist,blendet man alles aus,sein Kind,seine Familie,seine finanzielle Not,nur das Spielen ist jetzt wichtig. Das ist leider bei den Spielsüchtigen so.

Achte auf dich und dein Kind. Ihr müsst gesund bleiben. Lass dich nicht mit in seinen Abwärtsstrudel mit reinziehen. Mach ihm keine Vorwürfe,aber setze ihm Grenzen.

LG Wolke








Re: Mein Partner ist süchtig
« Antwort #5 am: 28 September 2020, 18:29:55 »
Hallo liebe Vanessa,

ich hoffe es geht dir gut.
Ich kann dich sehr gut verstehen, da ich auch auf der "Seite" stehe. Ich höre aus deinem Beitrag (Korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege) heraus, dass du dir Fragen stellst wie: Wie kann es sein, dass seine Familie ihm nicht wichtiger ist als das Spielen/Zocken. Ich kann dir da nur sagen, dass es für die meisten Betroffenen (nur meine Erfahrung) in deren Köpfen keine konkurrierenden Dinge sind z.B. Familie vs Spiel.
Das macht es natürlich nicht weniger traurig und schwierig. Aber vielleicht hilft es dir ein wenig. Ich weiß als jemand der die Krankheit/Sucht selber nicht erfährt ist es unheimlich schwierig die Logik und das Handeln nachzuvollziehen.
Ich möchte vor allem, dass du die Schuld nicht bei dir suchst oder dich fragst warum es dir nicht auffällt wenn er lügt etc., wo ein Wille ist, ist ein Weg. Das gilt leider für beide Richtungen, wenn gespielt werden will wird es möglich gemacht, aber auch wenn man wirklich raus möchte, kann man das schaffen.

Ich könnte nur empfehlen ihn zu einer Langzeittherapie zu überzeugen. Das wurde von @Wolke ja auch schon erwähnt. Ihm kann dort wirklich geholfen werden nicht nur an kurzfristige Symptomen zu arbeiten sondern auch an der Ursache und Auslöser vorzubeugen.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute und einen Weg daraus!

Re: Mein Partner ist süchtig
« Antwort #6 am: 15 Januar 2021, 15:39:31 »
Hallo Vanessa,

ich bin neu hier und habe dein Beitrag gelesen und dachte ich würde diese Zeilen schreiben. Ich finde mich ganz genau in der selben Situation.

Ich bin nervlich am Ende, mein Mann ist vor 2 Tagen zu seinen Eltern zurück, weil es einfach nicht mehr geht, wir lieben uns aber die Sucht macht alles kaputt.

Wie ist es bei euch? Macht er eine Therapie? konntest du ihm dafür überzeugen?

Re: Mein Partner ist süchtig
« Antwort #7 am: 17 März 2021, 10:16:48 »
Würde mich sehr interessieren wie es der Autorin des Beitrages jetzt gerade geht... schade das nichts mehr kam....

 

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