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Werte, Normen, Rollen ...

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Offline Olli

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Werte, Normen, Rollen ...
« am: 18 November 2020, 11:21:37 »
Guten Morgen zusammen!

Ich glaube, das jeder schon einmal die drei im Betreff genannten Worte genutzt hat.
Doch was bedeuten sie eigentlich wirklich? Wo kommen sie her? Was machen sie mit uns?

Wie immer auf dem Genesungsweg gibt es Dinge, die wir zwar eigentlich kennen, uns aber nie wirklich bewusst machen.
Im Grunde lernen wir also nichts Neues, sondern bekommen eine andere Sichtweise auf die Dinge.

Heute möchte ich also in Kürze mal "meine" Sichtweise über die drei Worte hier nieder schreiben und Euch im Anschluss bitten, Eure hier darzulegen.

Jedes Gesellschaftssystem hat, damit ein Zusammenleben erst möglich ist, erstrebenswerte Zustände, die das Leben in der Gruppe für den Einzenen angenehm machen und das Funktionieren und den Erhalt der Gruppe gewährleisten - die so genannten Werte.
Sie sind grundsätzlich erst einmal allgemein gefasst. Wenn wir uns ein Beispiel aus der heutigen Zeit heraussuchen möchten, dann wird ein Wert gerade sehr hoch angesetzt - Gesundheit.

Damit der Einzelne die Werte umsetzen kann, werden sie in Verhaltesformen konkretisiert, die von jedem Einzelnen erwartet werden - den Normen. Um bei dem Beispiel zu bleiben, wurden Normen für die Gesundheit von Institutionen geschaffen.
Institutionen sind dabei z.B. der Gesetzgeber, Krankenkassenverbände, sowie Mediziner - aber auch durch unsere Eltern in der Erziehung.

Bei der Erziehung nehmen die Beteiligten nämlich Rollen ein. Die "Eltern" halten sich an Normen und versuchen sie zu vermitteln. Normen sind also an einen Empfänger gerichtet. Der "Sohn" oder die "Tochter" sind auch Rollen, die verschiedenste Normen innehaben etwas zu tun oder zu lassen. Auch von ihnen wird erwartet, dass sie sie einhalten.

Werte sind unmittelbar an unsere Gefühle gekoppelt. Finden wir sie selbst gut und leben sie, fühlen wir uns auch gut. Wenn wir oder auch Andere dagegen verstoßen, fühlen wir uns schlecht. So kann es uns also passieren, dass wir in Rollen gepresst werden, die uns selbst gar nicht schmecken.

So erinnere ich mich mit Schaudern an die Situation zurück, als meinen Eltern vor vielen Jahren Geld abhanden gekommen ist.
Ich habe keine Ahnung was damit passiert ist und kann eigentlich nur spekulieren.
Der Punkt damals war: Ich war "Spieler" - diese Rolle hatte ich mir selbst verpasst. Doch in dem Gespräch, welches ich mit meinen Eltern geführt hatte, wurde dies gesagt: "Wer soll es denn sonst gewesen sein?" - Diese Feststellung macht mich augenblicklich zum "Lügner" und zum "Betrüger".
Was habe ich mich damals miserabel gefühlt. Ich war unschuldig und konnte sagen, was ich wollte - aus dieser Zwangsjacke kam ich nicht mehr heraus. Selbst über zwei Jahrzehnte später bekam ich diese Rollen wieder über gestülpt, als es zur Trennung von meinen Eltern kam.

In dieser Zeit führte ich eine weitere Rolle aus, nämlich ich wurde zu dem, der "es allen Recht machen" wollte.
Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich hier Normen gelebt hatte, die meine Bedürfnisse und auch meine Werte mißachteten.
Jedoch habe ich das rein logisch nicht so sehen können - und habe mich dabei in der Suchtausübung das ausgetobt.
Habe sie mir legitimiert, weil ich sie durch all meine Bemühungen doch eigentlich verdient hatte.
99 % meines Handelns ging für Andere drauf - 1 % sollte doch nicht sooooo schlimm sein, wenn es für mich selbst war.

Welche meiner Werte habe ich also in meiner Suchtausübungsphase ignoriert und habe sie mir gerade durch die Trennung zurückerobert?
Achtsamkeit für mich selbst, Akzeptanz meines Ichs, Andersartigkeit im Sinne von Individualität, Aurichtigkeit nach Innen und nach Außen, Authenzitität, Freiheit, Kontrolle über mein Leben, Resilienz, Treue mir selbst gegenüber, ebenso Selbstverantwortung und meine Würde.
Puh, ne Menge Holz, nicht wahr?
Wundert Euch nicht, dass die Werteliste alphabethisch sortiert ist, ich habe geschummelt und bin im Netz auf Listen von Werten gestoßen.
Das könnt Ihr ja auch mal gerne machen, Denn ich frage Euch nun: Welche Werte sind Euch in der Suchtausübungsphase abhanden gekommen? Welche wollt Ihr Euch zu Eurem eigenen Wohl zurückholen?

Interessant fände ich auch mal, was ihr davon denkt, welche Rollen ich hier einnehme - oder Ihr selbst!

Nehmt Euch mal ne Stunde Zeit und denkt darüber nach, Wenn Ihr es hier postet, werde ich mich freuen.

 
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Olli

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Re: Werte, Normen, Rollen ...
« Antwort #1 am: 19 November 2020, 16:33:00 »
Hi!

Ist die Aufgabe zu schwer?
Keine Lust?

Oder traust Du Dich nicht?

Wo hapert es?

Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Werte, Normen, Rollen ...
« Antwort #2 am: 19 November 2020, 22:39:14 »
Dazu fällt mir nur das hier ein:

Zitat
"Was Menschen und Dinge wert sind, kann man erst beurteilen, wenn sie alt geworden."

Marie von Ebner-Eschenbach

In der Kindheit, Jugend, und als junger Erwachsener setzten wir andere Prioritäten als im Alter. Für jeden, aber auch wirklich Jeden sind Werte, Normen und Rollen ein Sammelsurium unterschiedlichster Eventualitäten. Werte, Normen und Rollen verändern sich ständig. Erst wenn man im Alter zur Ruhe gekommen ist kann man das vergangene überhaupt erst beurteilen.

Das wohl beste Beispiel für Werte, Normen und Rollen ist wohl dieser Song --> https://www.youtube.com/watch?v=I1v9r2voaCE

Schwuler Mann, keine Erektion beim Gedanken an Frauen und deshalb jugendfeindlich... Radiosender boykottierten den Song anderen zensierten und wieder anderen spielten den rauf und runter! Wie unterschiedlich Werte, Normen und Rollen sind kann man hier sehen.

Mir aber egal, ich find den Song einfach nur klasse!
« Letzte Änderung: 19 November 2020, 23:02:29 von Born4Nothing »
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Wolke

Re: Werte, Normen, Rollen ...
« Antwort #3 am: 20 November 2020, 01:52:31 »
Hallo Olaf

ich verhalte mich so,wie ich grad Lust habe,nicht so,wie es von mir erwartet wird(wie es vielleicht vom Alter,Geschlecht,Beruf,von der Erziehung her erwartet wird)
Ich halte mich an Gesetze und Regeln,auch wenn ich manche stark dehne,ich schade aber nie einem Menschen. Trotzdem überschreite ich oft meine Grenzen,selten,die von anderen. Die Grenzen von anderen sind für mich sichtbar, die eigenen meistens nicht,deshalb tut man sich selbst wenig Gutes.
Zocken lenkte mich ab,tat mir sehr gut, bewahrte mich vor anderen Dingen. Die Grenze zur Sucht sah ich nicht und überschritt sie.
Ich gehöre durch meine Auslöser des Spielens vielleicht nicht zur Norm des Zockers,trotzdem sind wir für alle Nichtspieler alle gleich. Aber das ist auch egal,es ist nicht wichtig.

Ich bin wichtig und wie ich mit der Rolle meines Lebens klar komme. Die Ansicht ändert sich mit der Erfahrung. Das Leben verändert sich ständig,mein Leben verändert sich,ob ich will oder nicht. Manches  macht mich gelassener,bei anderen Dingen kann ich jetzt meinen Mund nicht mehr halten.


Meine Werte? Mehr Achtung vor mir selbst,mehr Rücksicht auf mich selbst nehmen,meine Bedürfnisse äußern,sonst holt mich die Sucht schneller wieder ein.......trotzdem den Blick für Schwächere und das Gute haben.

Deine Rolle hier im Forum,Olaf?
Für Recht und Ordnung sorgen,Antreiber,Ideengeber,obwohl dir auch als Moderator mal der Kragen platzen darf ,du die Sau rauslassen kannst,provozieren,nörgeln und jammern und weinen darfst. Vielleicht wird Ilona dann was komisch gucken,weil das nicht deiner Norm entspricht,sie es so nicht von dir erwarten würde. Aber nichts und niemand sollte irgendwas aufgedrückt bekommen. Jeder darf sich entfalten wie er will,die Welt steht uns offen,wider allen Normen,Werten und Rollen.

Meine Rolle hier im Forum? Eine vorübergehende.

LG Wolke

 

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