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Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...

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Offline Olli

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Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« am: 03 März 2021, 09:03:42 »
Hi Leute!

Ich habe mir mal ein paar Gedanken zum Thema Rückfall gemacht und habe dazu Stichpunkte notiert.
Schaut sie Euch mal an und schreibt, was Ihr darüber denkt. Vielleicht können wir die Stichpunkte ja noch gemeinsam ergänzen. Wenn ja, dann mache ich dies in diesem ersten Beitrag des Threads und kennzeichne die Stellen entsprechend.

Los gehts ...

Übersicht:

- Definition und Abgrenzung zum Vorfall
- Aspekte, die zu einen Rückfall führen können
- „Eigenschaften“ des Rückfalls
- Rückfällen vorbeugen


Definition des Begriffs Rückfall

- Erneutes Auftreten einer scheinbar überstandenen Krankheit nach vorheriger Besserung
- Aktive (aber auch passive) Suchtausübung nach erfolgreicher Abstinenz
- Zurückfallen in alte Sicherheit vorgebende Verhaltensmuster/keine neuen Verhaltensmuster
- Schleichender Prozess oder plötzlich auftretend
- Auch eine Suchtverlagerung kann als Rückfall angesehen werden, denn es wird ein Suchtmittel durch ein anderes oder durch ein Suchtverhalten ersetzt.


Definition des Begriffs Vorfall

- Einmaliges, zumindest nicht allzu häufiges Zurückfallen.
- Kein schwerer Konsum des Suchtmittels.
- Beenden des Spielens aus eigener Motivation heraus.
Aber:
- Er birgt die Gefahr eines schweren Rückfalls.
- Er sollte nicht bagatellisiert werden.

Aspekte, die zu einem Rückfall führen können

- unausgewogener Lebensstil
- keine oder wenig Tagesstruktur
- Langeweile und/oder Überforderung
- fehlender Ausgleich zu (zu hohen) Pflichten
- negative Gefühle (Ärger, Stress, Einsamkeit, Schlaflosigkeit)
- scheinbar harmlose Entscheidungen
- Verführungs-/Risikosituationen bewusst aufsuchen
- Kontakt zu alten Freunden
- Aufsuchen schädlicher Orte
- Horten des Suchtmittels für „den Fall der Fälle“ (riskante Situationen aufsuchen)
- „Boni“ verspielen / um Spielgeld spielen (riskante Situationen aufsuchen)
- unangenehme Dinge vor sich her schieben (Prokrastination)
- Rückfallgedanken/ Verlangen
- Zuversicht und Selbstbewusstsein, die Situation ohne Spielen zu meistern, nehmen ab
- Die Erwartung steigt, durch Spielen Entlastung zu schaffen - Belohnungsgedanke
 

„Eigenschaften“ des Rückfalls

- Geringes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Selbstwirksamkeit
- Überheblichkeit / Selbstüberschätzung
- Rückfallschock („Jetzt ist auch alles egal ...“)
- Wird als Versagen oder Niederlage gedeutet
- Es resultieren oft Schuld- und Schamgefühle
- Rückzug von sozialen Kontakten
- Weigerung sich Hilfe zu suchen
- Kann zur Steigerung des Konsums führen

Aber auch (i.S.v. Was kommt danach?):
- Kein Weltuntergang/Versagen
- Gehört zur Sucht und zum Genesungsprozess dazu → als Chance betrachten
- Indikator für künftig mehr oder andersartige Veränderungen
- Lebensereignisse bisher nicht ausreichend beachtet
- Zielerreichung (Abstinenz) nur unterbrochen, nicht aufgehoben
- Motivation zur Zielerreichung
- Das Verstehen des Geschehenen kann Hoffnungen wecken
- Gefahr schwindet mit ansteigender Abstinenz
- Nicht alleine bleiben – über den Rückfall reden


Rückfällen vorbeugen:

Notfallkoffer zurechtlegen:

- Kontaktperson im Vorfeld bestimmen
- Spielerkarte zulegen / App „Playoff“ (LSG)
- Selbstachtsamkeit üben und pflegen
- Anhand von bisherigen Erfahrungen planen, wie alternativ reagiert werden kann
- (Gefühls-)Tagebuch führen
- SHG/Beratungsstellen aufsuchen
- Abstinenzkalender führen
- Hintertürchen erkennen und verschließen
- Ziele überdenken und ggf. anpassen
- Sich vornehmen, immer ehrlich nach Innen und nach Außen zu bleiben
- Keine unrealistischen Erwartungen in sich selbst stellen

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Hier noch ein paar Ergänzungen:

"Typische" Triggergedanken:

-    Da ich jetzt lange durchgehalten habe, habe ich es mir verdient zu spielen!
-    Wenn Andere kontrolliert spielen können, dann kann ich das jetzt auch, nachdem ich so lange standhaft geblieben bin.
-    Glücksspiel ist gesellschaftlich akzeptiert. Ich darf spielen. Andere dürfen das auch.
-    Eigentlich habe ich bisher das Spielen nur übertrieben - mehr nicht.
-    Heute mache ich mal eine Ausnahme von der Abstinenz, morgen geht es dann weiter.
-    Spielen ist das Einzige, dass mir Spaß macht. Ohne ist das Leben öde ...
-    Heute bin ich alleine und niemand würde etwas mitbekommen ...
-    Meine Freunde spielen auch. Wenn ich nicht mitmache, dann falle ich auf.
-    Wenn ich mich heute betrinke, habe ich eine Ausrede zum Spielen.
-    Ich fühle mich so gut und stark, dass ich jetzt kontrolliert spielen kann.
-    Mir stehen die Schulden bis zum Hals. Heute muss ich mir durch Spielen etwas dazu verdienen. Ich sehe keinen anderen Ausweg!
-    Ich halte diese Stimme in mir, die mich verführen will, nicht länger aus ... Wenn doch nur endlich mal Ruhe wäre ... Ich habe gar keine andere Wahl ...
-    Wozu das Ganze, wenn das Leben so zur Qual wird?

Weitere Vorschläge nehme ich gerne auf ...



Dann mal Feuer frei ... ;)
« Letzte Änderung: 07 Juli 2021, 11:37:00 von Olli »
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

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Offline Rosa

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Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #1 am: 20 März 2021, 09:51:15 »
Hallöchen :-)

Die App war mir neu , habe sie mir runtergeladen und werden sie mal aktiv benutzen

Man lernt aber auch immer wieder dazu oder was neues

Danke für deinen doch sehr ausführlichen Beitrag - ick werd mal meine Gedanken kreisen lassen und schauen was mir noch so einfällt
Blicke nicht zurück - nur nach vorn - du fühlst dich wie neu geboren

Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #2 am: 18 April 2021, 11:53:02 »
Hallo

Ich hatte am Samstag seit über einem Jahr auch wieder mal einen Rückfall. Es fing schon am Donnerstag an. Ich wollte einfach spielen.

Dies geschah vermutlich aus Langeweile und Überheblichkeit. Obschon ich Landesweit gesperrt bin habe ich einfach einen Account über meine Frau erstellt. Dies interessiert Niemandem ansonsten wäre dies gar nicht möglich. Allerdings weiss meine Frau davon und autorisierte die Zahlung dann auch mit Ihrem Handy.

Besser oder schlechter fühlte ich mich nachher nicht. Entweder gewinnt man oder man verliert. Das Problem ist ja, dass man seine Emotionen kontrollieren kann und dort habe zumindest ich Defizite.


Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #3 am: 20 Mai 2021, 13:23:39 »
Ich finde es hat tatsächlich sehr viel mit der Perspektive zu tun. Ein Rückfall mag natürlich erst einmal erschüttern. Allerdings nehme ich, wie von Olaf schon angetragen, das Ganze eher als ein Feedback oder auch Chance wahr. Eines, welches wachrütteln und auf die richtige Bahn zurückschieben soll. Wenn es zu einem Rückfall kommt, hat man sich zwar nicht genügend mit sich beschäftigt. Es eröffnet einem aber auch die Klarheit, genau das zu machen. Man könnte es fast wie eine Rüge der eigenen Person betrachten.
One day at a time.

Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #4 am: 05 Juli 2021, 23:21:20 »
Ein Rückfall ist ein Rückschritt,einen Vorfall gibt es nicht. Da kann man sich nichts schön reden oder es als Warnung ansehen. Egal ob man selber aufgehört hat mit dem Spielen,obwohl man noch Geld hatte und man vielleicht auch nicht viel verzockt hat,selbst wenn man mit einem Gewinn nach Hause geht.....es bleibt ein Rückfall. 

Rückfälle sind am Anfang der Abstinenz nicht schlimm,es ist der fast normale Weg aus der Sucht. Ich persönlich fände für mich einen Rückfall nach mehrjähriger Spielfreiheit sehr schlimm. Ich weiß genau was ich zu tun habe,wenn der Suchtdruck kommt,ich habe es in der SHG und in der Therapie gelernt,desto schlimmer fände ich es,wenn es mir passieren würde. Ich weiß, dass ich davor nicht sicher bin,ich bin kein besserer und klügerer Mensch als alle anderen hier und auf dieser Welt. Deswegen passe ich jeden Tag auf,jeden einzelnen Tag,achte ich auf die Sucht und ihre Vorboten eines Rückfalles.,um schnell zu handeln. Trotzdem schwingt immer etwas Angst mit.

Und wenn es dann doch mal Tage so ganz ohne Gedanken gibt,bin ich froh und dankbar,denn das nennt sich das Leben. 

LG Wolke




Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #5 am: 06 Juli 2021, 00:19:02 »
Ich finde es hat tatsächlich sehr viel mit der Perspektive zu tun. Ein Rückfall mag natürlich erst einmal erschüttern. Allerdings nehme ich, wie von Olaf schon angetragen, das Ganze eher als ein Feedback oder auch Chance wahr. Eines, welches wachrütteln und auf die richtige Bahn zurückschieben soll. Wenn es zu einem Rückfall kommt, hat man sich zwar nicht genügend mit sich beschäftigt. Es eröffnet einem aber auch die Klarheit, genau das zu machen. Man könnte es fast wie eine Rüge der eigenen Person betrachten.

Nein, wenn du rückfällig wirst, also deine eigenen Erkenntnisse aus deinem falschen Verhalten missachtest, deine eigenen auferlegten Konsequenzen aus deinen vorangegangenen problematischen Handlungen nicht "langfristig" umsetzen kannst, dann ist das weder eine Chance noch eine Rüge. Dann ist schlicht dein (unterbewusster) Gedanke zum "Weitermachen" zu groß, die Suchtgedanken noch zu stark, als das du überhaupt noch eigenständig eine Kontrolle zu deinem glücksspielbezogenen Suchtdruck besitzt.
Empathie ist wichtig, drauf hauen ist sicher auch keine gute Strategie, aber wenn man Rückfälle "schön - redet", zeigt es halt das klassische falsche Denken & Fehlverhalten, die immer wieder zum selben Problem führt.

Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #6 am: 06 Juli 2021, 06:55:59 »
Hallo, mein bescheidener Beitrag zum Thema Rückfall entspringt meinen gemachten Notizen.
Dort steht: " Ein Rückfall ist keine verwerfliche und zu sanktionierende Entgleisung, sondern vielmehr zugehöriger Bestandteil des Ausstiegs aus der Sucht und Chance zur Weiterentwicklung"

Wolfgang
"Nur wer weiß, woher er kommt, weiß, wohin er geht"
(Theodor Heuss)

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Offline andreasg

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Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #7 am: 06 Juli 2021, 08:28:10 »
Hallo ihr Lieben

Ich hatte im August 2000 das Gefühl " jetzt ist alles" Scheißegal" bin aber der Kaffeemühle, (versteckte Spielstaette) entkommen, mit meiner ersten Spielmuenze in der Hand. Darüber habe ich sehr intensiv Inventur gemacht und das Fazit: an jemem Tag habe ich meine Kündigung vom Betrieb wegen Insolvenz erhalten, dadurch ist mein Leistungsprinzip " Aufmerksamkeit und Zuwendung durch Leistung" zerbrochen worden, ein 9 Jahre währender Kampf mit zwei Klinikaufenthalten war die Folge. Emotional war es ein Rückschlag, aber die Spielmuenze wanderte zurück in die Geldbörse. Den Satz: ich brauche für Liebe nichts zu leisten " ist mir ein Leitsätze geworden.
Jetzt habe ich mehr Distanz und kann diese Situation realer Einschätzen, und wenn noch Groll und Zorn aufsteigt, besser verarbeiten.
Im Frühling habe ich nachmittags immer gerne Lakritze und Weingummi genascht, das Bauchweh ignoriert, mich geschämt, und mir nach Zögern einen Rueckfall aus meiner Essstruktur eingestanden. Nun esse ich wieder nach Mahlzeiten, und dadurch schlafe ich auch besser,.

Ein Rueckfall kann mich wieder wecken, am Leben teilzunehmen. Liebe Grüße und schöne 24 Stunden
Andreas
2
« Letzte Änderung: 06 Juli 2021, 10:28:57 von andreasg »
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #8 am: 06 Juli 2021, 10:24:52 »
Gestern war ich kurz vor einem Rückfall bzw. Vorfall. Nach drei Wochen merke ich doch wie einem das Spielen/Wetten fehlt. Vor allem bin ich seitdem ich spielfrei bin wahnsinnig müde. Schaffe kaum 21 Uhr auf dem Sofa ohne einzupennen. Das ist wirklich ätzend vor allem weil man sonst bis spät in die Nacht U19 Spiele der Kreisklasse in Usbekistan verfolgen konnte.

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Offline Olli

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Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #9 am: 06 Juli 2021, 14:04:09 »
Hi Alex!

Kann es sein, dass Du des Nachts im Schlaf das Spielen aufarbeitest und so nicht in die erholsamen Schlafphasen kommst?

Kleiner Rat am Rande ... wenn Du gestern kurz vor einem Rückfall standest, dann wäre dies der richtige Zeitpunkt gewesen sich im Forum zu melden. ;)
Vielleicht hast Du aber ja auch so schon etwas gegen den Spieldruck gemacht ... ich weiss es ja nicht ...

Nein, es ist nicht das Spielen, was Dir fehlt ... es sind die Emotionen, die Du dabei verspürst.
Habe Geduld mit Dir. Schon bald verspürst Du auch wieder die Emotionen besser, die Dir das Leben so mit sich bringt.

Schön, dass Du standhaft geblieben bist!
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #10 am: 01 August 2021, 21:03:14 »
Glücklich süchtig......sehr guter Podcast


https://youtu.be/1_PS_-ytEeM

Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #11 am: 25 Oktober 2021, 21:26:07 »
Olli die Liste die da aufgesetzt hast ist echt gut. Da sind einige Sachen dabei die ich durch aus mal ausprobieren werde.
Habe erst kürzlich nach 3 Monaten einen Rückfall bzw. danach mehrere Rückfälle gehabt.
Habe mir fast täglich in der Spielfreien Zeit die Videos auf YouTube von Stabile Lage angeschaut und es hat geholfen aber jetzt nach dem ich wieder gespielt habe, habe ich meinen ganzen Mit wieder verloren

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Offline Olli

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Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #12 am: 26 Oktober 2021, 05:48:44 »
Hi Danger!

Nicht aufgeben ... das wird schon.
Magst Du nicht auch ein Tagebuch im Forum eröffnen, in dem Du über Dich berichtest?

Stabile Lage finde ich nicht gut. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich ihn nicht mehr geschaut habe, seitdem er einige Videos bei seinem Freund in der Spielhalle gedreht hatte. Ein abstinenter Spieler hat dort nichts zu suchen. Er hat nicht zuzuschaun und schon gar nicht hat er in seiner Vorbildfunktion auf seinem Kanal aktives Glücksspiel zu filmen.

Schaue Dir mal den von Wolke verlinkten Kanal an ...
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #13 am: 27 Oktober 2021, 21:42:14 »
Hallo Olli,
Danke für deine Antwort.
Zu Stabile Lage es stimmt schon es ist nicht in Ordnung das er sich in eine Spielo gesetzt hat und das Interview da gefilmt hat. Aber ich hab es so verstanden das er zeigen wollte das er nach 5 Jahren Abstinenz kein Problem damit hat in einer Spielo zu sitzen und kein Bedürfnis hat sein Geld in einen Automaten zu schmeißen. Ich glaube er hat in einem anderen Video mal erwähnt das er sich das komplett fehl am Platz dort fühlte und es ihm unangenehm war. Aber das kannst du ja nicht wissen, wenn du ihn nicht mehr geschaut hast.
Zum Beispiel den Tipp mit der Spardose von ihm ist ja eigentlich ziemlich gut, weil man das Geld was man eigentlich verspielt hätte dann in der Spardose hat. Sollte jetzt keine Diskussion werden wollte nur mal meine Gedanken Gänge dazu äußern.
Ja in den Podcast hör ich mal rein. Und wo kann ich denn mein Tagebuch hier aufschreiben. Möchte eigentlich nicht zu viel von mir preisgeben aber zum Thema Spielsucht wäre ich bereit meine Geschichte zu erzählen. :)

Re: Thema Rückfall und was mir dazu einfällt ...
« Antwort #14 am: 27 Oktober 2021, 22:32:28 »
Zitat
Nein, wenn du rückfällig wirst, also deine eigenen Erkenntnisse aus deinem falschen Verhalten missachtest, deine eigenen auferlegten Konsequenzen aus deinen vorangegangenen problematischen Handlungen nicht "langfristig" umsetzen kannst, dann ist das weder eine Chance noch eine Rüge. Dann ist schlicht dein (unterbewusster) Gedanke zum "Weitermachen" zu groß, die Suchtgedanken noch zu stark, als das du überhaupt noch eigenständig eine Kontrolle zu deinem glücksspielbezogenen Suchtdruck besitzt.
Empathie ist wichtig, drauf hauen ist sicher auch keine gute Strategie, aber wenn man Rückfälle "schön - redet", zeigt es halt das klassische falsche Denken & Fehlverhalten, die immer wieder zum selben Problem führt.


Ich weiß die Antwort kommt ziemlich spät, aber besser als nie. Ich wollte mir mit diesen Zeilen keineswegs einen Rückfall schönreden. Eher mitteilen, wie ich einem Rückfall begegne. Ich räume ein, dass meine Zeilen etwas arg positiv wirken. Das war nicht meine Absicht. Mir ist die Ernsthaftigkeit von Rückfällen bewusst und ich lasse es nicht darauf ankommen. Ich habe seit diesem Beitrag zweimal gespielt und auch bei jedem Mal die Ursache, das Warum ergründen können. Die Probleme waren mir vorher maximal unterbewusst bekannt, jetzt gehe ich sie an.

Brauchte ich den Rückfall um die Probleme zu erkennen? - Nein.
Kann ich es im Nachhinein ändern? - Nein.
Stimme ich dir zu? - Ja, auf jeden Fall.

Ein Rückfall ist dennoch nicht per se schlecht, es kommt immer auf den Umgang damit an. Meine Rückfälle würde ein anderer vielleicht Vorfälle nennen. Ich möchte dieser Differenzierung jedoch nicht folgen. Zudem gebe dir Recht, dass es keine Entschuldigung oder Rechtfertigung für einen Rückfall gibt. Für den Fall, dass man gerade jedoch einen Rückfall hatte, ist es sehr viel besser, das Ganze als Chance wahrzunehmen, weiter an sich zu arbeiten. Wie oben schon geschrieben, kann man es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ändern und sollte das Beste daraus machen. Vor allem aber dafür Sorge tragen, dass es nicht noch einmal zu dieser Situation kommt. Ich rede dabei aber keinesfalls vom Darauf-ausruhen.
One day at a time.

 

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