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Trennung wirklich der letzte Ausweg

  • 2 Antworten
  • 459 Aufrufe
Trennung wirklich der letzte Ausweg
« am: 29 Juni 2021, 16:29:10 »
Hallo an alle Angehörigen,

Ich bin 31 Jahre alt und bin mit meinem Partner seit fast 4 1/2 Jahren zusammen und haben einen 9 monatigen Sohn.

Ich erfuhr nach circa 6 Monaten Beziehung von Bekannten das er spielsüchtig sei. Am Anfang war das Wissen gering und die Überforderung groß, aber ich machte es mir zur Aufgabe ihn zu "heilen". Am Anfang war icb sehr blauäugig... Er hat mir Märchen aufgetischt nur um an Geld zu kommen und mich beklaut oder die halbe Stadt nach Geld angepumpt. Ach ja er ist Automatenspieler. Es gab ein on/off bei uns... Ich habe ihn rausgeschmissen... Er kam wieder an und schwöre es passiert nie wieder und das er Hilfe annimmt und ich glaubte ihm... Nach paar Wochen war wieder alles heile für ihn und  er sagte das er kein Problem hätte und keine Therapie bräuchte. Dies ging eine Weile hin und her... Bei Freunden bin ich nicht mehr glaubwürdig und alle sagen... Nimmst ihm doch eher immer wieder... Selbst Schuld...
Leztes Jahr im Juni 2020 konnte ich ihn zu einer dreimonatigen Therapie bringen, da ich ihm drohte mit Trennung und auf ihn einredete bezüglich seines ungeborenen Kindes. Er machte diese und schloss sie vollständig ab... Alles schien gut zu sein... Er ging zu seinen therapiesitzungen danach... Dann wurde unser Kind geboren und als ich im Krankenhaus war verzockt er wieder Geld... Das war das erste Mal nach der Therapie... Dann ging er nicht mehr zu den Terminen der Sitzungen... Würde es nicht mehr geben  durch Corona und er wäre fertig damit 🙄🙄 zwingen war nicht drin. Nach seinem Wesen war er geheilt und betonte das immer lautstark... Anfang dieses Jahres passierte es wieder und nach drei Tagen Reue... War für ihn wieder alles normal und er schwor es passiert Nicht nochmal... Wie ihr euch denken könnt war vorgestern der Tag der Tage... Ich war mit Kind auf Reisen und er verzockt, dass Familieersparte was zuhause war... Wieder zeigt er Reue, aber kein Satz von Lösungsvorschläge oder das er mal bei der Suchtberatung anruft... Für ihn war es nur ein kleiner Rückfall und das wäre normal... Daraufhin habe ich mich getrennt und versuche jetzt alles stark und Selbstbewusst über die Bühne zu bringen. Aber ist das der Richtige Weg? Gibt es bei so einem Ablauf noch Hoffnung? Er ist der Vater meines Kindes und ich liebe ihn, aber ich kann einfach nicht mehr... Ständig Geldsorgen, Finanzen verwalten, immer wieder verletzt zu werden, kein Vertrauen nehr, ich fühle mich als w@ren wir ihm egal... Ich bin selbst nicht mehr ich... Habe mich gehen lassen... Weil ich 24/7 mich nur darum kümmere das es beiden gut geht... War das vlt auch der falsche Weg? Drängte ich ihn mit der Trennung noch mehr in die Sucht und es passiert noch Schlimmeres...seit knallhart und ehrlich... Die Entscheidung ob der Weg richtig war ist schwer... Danke

*

Offline Catia

  • ***
  • 73
Re: Trennung wirklich der letzte Ausweg
« Antwort #1 am: 29 Juni 2021, 19:15:49 »
Liebe Schnuppenstern,

es tut mir wirklich Leid was du als Angehörige erlebst. Zunächst rate ich dir Kontakt zu einer Gruppe für Angehörige von Spielsüchtigen beizutreten. Wo es eine Anlaufstelle bei dir in der Nähe gibt weiss ich leider nicht aber eventuell kontaktierst du eine normals SHG bei dir vor Ort und fragst nach... Hier haben wir so etwas.

Meine persönliche Meinung... Mhh ist leider negativ. Du wirst wenn du bei ihm bleibst immer ein Risiko haben. Also sorglos und problemfrei wird dein Leben nie werden zumal er den Eindruck macht die Sucht gar nicht ernst zu nehmen und für sich Wege aus der Sucht zu suchen... Es scheint als hätte er bisher lediglich dir zuliebe etwas unternommen also Therapie etc. Aber er muss es für sich tun und er muss es halt auch wollen. Selbst wenn er es dann für sich tut und alle erdenklichen Wege geht heisst auch das nicht einmal das er ein Leben lang Rückfall frei bleibt.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute

*

Offline Olli

  • *****
  • 4.603
Re: Trennung wirklich der letzte Ausweg
« Antwort #2 am: 30 Juni 2021, 06:23:29 »
Guten Morgen!

Zitat
Bei Freunden bin ich nicht mehr glaubwürdig und alle sagen... Nimmst ihm doch eher immer wieder... Selbst Schuld...

Wieso hast Du so einen negativen Eindruck von Dir selbst? Deine Freunde sind genauso hilflos wie Du und wissen nicht mehr weiter.
Das hat doch rein gar nichts mit Unglaubwürdigeit Deiner Person zu tun.
Auch bei den Schilderungen, dass Du Dich mehrfach getrennt hast, kommt es mir vor, als würdest Du immer wieder von Deinem Scheitern berichten.

Dabei sehe ich eine Frau, die alles versucht, um die Beziehung zu retten. Ich sehe eine Frau, die für ihre Ziele kämpft wie ein Löwe.
Sie übernimmt Verantwortung für sich und ihr Kind!

Doch Du übernimmst auch die Verantwortung für Deinen Mann und das ist nicht gut für Dich. Sein Scheitern setzt Du mit eigenem Scheitern gleich. Du hast aber doch gar keinen Einfluss auf die Entscheidungen Deines Mannes.
Hier musst Du lernen Dich zu distanzieren. Ich nenne es mal ... eine emotionale Distanz aufbauen.
Herrje ... das ist nicht einfach und braucht auch seine Zeit. Da finde ich Deine Anwesenheit hier im Forum schon einmal als einen richtigen Ansatz, gehe aber wie Catia noch weiter und lege Dir nahe solche Begegnungen in Präsenz zu suchen.
Also SHG für Anghörige, wenn es die bei Euch nicht gibt, dann die Spieler-SHG aufsuchen ... Beratungsstelle aufsuchen ... eventuell mit einem Psychologen oder Therapeuten reden.

Lange habe ich es nicht mehr zitiert ... Eine Therapeutin sagte einst in einer Doku:
Es ist nicht zu viel verlangt von einer Angehörigen sich zu trennen.
Das soll heißen: Es ist vollkommen korrekt, wenn Du Dich trennst. Auch Deine Bedürfnisse sind wichtig!
Das erklärt aber auch, dass Du bisher immer wieder zu ihm zurück gegangen bist und es vielleicht auch in Zukunft noch einmal machst.
Die Frage ist nur, wie lange Deine Kraft dafür noch reicht, bevor Du zerbrichst.
Es ist das immer wiederkehrende Dilemma des Herzens und des Verstandes ...
« Letzte Änderung: 30 Juni 2021, 06:29:18 von Olli »
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

 

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