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Ich brauche Hilfe

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Ich brauche Hilfe
« am: 01 Oktober 2021, 00:12:02 »
Hallo zusammen,

ich habe mich hier angemeldet da ich leider ein ernstes Glücksspielproblem habe. Ich habe lange Zeit "nur" an Automaten gespielt, wo ich auch schon oft sehr viel Geld verloren habe. In der Corona-Zeit habe ich letzten Winter mit Onlineglücksspiel angefangen. Leider anfangs viel gewonnen.. so wie es leider immer anfängt. Seit Monaten verliere ich dort mein Geld...
Ich bin 29 Jahre und habe jetzt etwa 3000 Euro Schulden. Ich habe mir oft gesagt, jetzt hörst du auf. Leider nie mit Erfolg.... 
Doch ich will da jetzt endlich mal dauerhaft raus, für immer.

Ich habe mit meinen Eltern vor einigen Monaten gesprochen, die glauben das ich den Absprung mittlerweile geschafft habe, was leider nicht stimmt. Mir ist es unangenehm und irgendwo auch peinlich nun wieder anzukommen... Ich bin auch einfach enttäuscht von mir selber. Gerade Online schaffe ich es einfach nicht... Ich lasse mich in Casinos sperren, melde mich dann aber 3 Wochen später in einen anderen an...Nach dem Motto, ach 20 Euro tun nicht weh... Und am Ende werden es mehrere hundert bis tausend.

Es wird einfach immer schlimmer anstatt besser und ich bin im Kopf total fertig... Ich will nicht mein Leben lang in diesen Teufelskreis gefangen sein und einen wachsenden Schuldenberg sehen. Ich bin auch immer wieder schockiert von mir selber, dass ich trotz negativen Kontostand einfach so viel Geld verspiele... Ich habe das Gefühl das sich mein Leben fast nur noch um Glücksspiel dreht. Das kann doch nicht sein...

Wie habt ihr es geschafft von dem ganzen wegzukommen? 

Vielen Dank euch schon mal..

Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #1 am: 01 Oktober 2021, 03:23:53 »
Hallo Krauti,

Guck mal,wenn du diesen Sperrantrag nimmst, bist du in allen OC und Spielhallen gleichzeitig gesperrt, du kannst dich dann nirgendwo anders mehr anmelden.....

Hier noch der Sperrantrag: https://rp-darmstadt.hessen.de/sites/rp-darmstadt.hessen.de/files/Musterantrag_auf_Selbstsperre%20V2.pdf
Du kannst ihn ausfüllen, ausdrucken, einscannen und wieder abschicken. Entweder per Post  an:

RP Darmstadt
Sperrsystem OASIS
Luisenplatz 2
64283 Darmstadt

oder per Mail an: spieleranfragenoasis@rpda.hessen.de   oder: oasis@rpda.hessen.de

Gamban schützt Handy,PC und Laptop zusätzlich. Ist eine Sperrsoftware.

On Top könntest du dein onlinebanking sperren lassen.

So baust du dir erstmal  einige Hürden ein,um nicht mehr spielen zu können. Wenn du doch wieder mit bargeld spielst,müsstest du mit deinen Eltern nochmal reden,was ich dir auch so empfehlen würde und sie könnten dann erstmal dein Geldmanagement übernehmen und dir Taschengeld einteilen.
Vielleicht wären deine Eltern erst etwas enttäuscht, aber wenn sie sich mit der Spielsucht etwas beschäftigen und darüber lesen,werden sie die Krankheit besser verstehen.  Die meisten Menschen wissen gar nicht was das ist und das man durch sowas süchtig werden kann. Deine Eltern lieben dich,sie werden dankbar für dein Vertrauen sein und dich ünterstützen und dir helfen,allerdings sollten sie das nicht mit Geld tun. Denn es ist besser,wenn du deine Schulden selber abbezahlst, damit du siehst,wie schnell das Geld weg ist und wie lange es dauert ,bis man was abbezahlt hat.

Meld dich bei einer Suchtberatungststelle und mach da einen Termin. Mit denen kannst du auch gut über die Schulden sprechen und in einer SHG ,die es dort auch meistens gibt,kannst du die mit anderen Spielern austauschen. Dort trifft man sich 1x/Woche. Man tauscht sich aus,dort kannst du über alles reden. Die anderen helfen dir ,du lernst aus den Erfahrungen der anderen.  Es tut einfach gut .


LG Wolke



*

Offline Olli

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Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #2 am: 01 Oktober 2021, 06:38:54 »
Hi Krauti!

Herzlich willkommen in dieser Gruppe!

Zitat
Ich habe mir oft gesagt, jetzt hörst du auf. Leider nie mit Erfolg....
Doch ich will da jetzt endlich mal dauerhaft raus, für immer.

Jeder Glücksspieler, der hierher kommt, kennt dies. Man spielt, fällt in ein emotionales Loch. Um sich zu motivieren, wird diese Lüge ausgepackt: Das war das letzte Mal! Denn tief im Innersten ist eine große Ambivalenz da. Die Suchtausübung bedient unsere Gefühle. Wie also soll ich dieses Loch füllen, wenn ich nicht mehr spiele? Es tauchen Ängste auf. Ängste übertreiben aber maßlos.
Wenn die Zeit verstreicht, dann beruhigen sich die Emotionen und die Verharmlosung beginnt. "Na gut ... einmal noch ..."
Und schon sitzen wir wieder vor dem PC oder Automaten.
Was unterscheidet nun eine dieser Lügen von Deinem jetzigen Vorhaben? Du bist aktiv geworden. Du hast Dich angemeldet und wahrscheinlich erstmalig einer Gruppe von Menschen, die das gleiche Problem haben, eben von Deinem Problem und Deiner Hilflosigkeit Dir selbst gegenüber berichtet.
Das ist einer der möglichen Wege, der zu "Deinem Weg" aus der Sucht werden kann. Reden, reden und nochmals reden. Aber auch zuhören und mit Deiner Person abgleichen.
Nichts tun machte Deine Aussage bisher immer zur Lüge. Nun hast Du eine gute Chance Erfolg zu haben.
Dabei ist es wichtig, sich die Entwöhnungsphase so einfach wie möglich zu machen. Wolke hat Dir da schon ein paar gute Möglichkeiten aufgezählt.
Das Glücksspielen sorgt/beruht auf einer Störung der Gefühlsregulaton. Du wirst bald merken, dass das normale Leben viel mehr an Bedeutung gewinnt, als das Glücksspielen. Daher ist es auch dort wichtig, sich Mitstreiter zu suchen, um Dich zu erden - durch Reden.

Wie habe ich es geschafft. In Kürze ... ich war in einer SHG, bin dann zu Foren gewechselt, als ich stabil war. Im Laufe der Jahre habe ich an Fachtagungen, Seminaren und Workshops teilgenommen. Jetzt erst habe ich wieder eine Schulung hinter mich gebracht. Wir waren erst in Münster, dann zum Schluss in Bielefeld. Gerne hätte ich da Ilona mal in der Meindersstraße 1 besucht, um ihre Beratungsstelle kennen zu lernen. Leider war dazu zu wenig Zeit.
Vielleicht findest Du ja auch mal den Mut eine solche Beratungsstelle aufzusuchen?
Wenn ich heute wieder in Deiner Situation wäre, würde ich dies tun. Ich habe nämlich mittlerweile Vertrauen in die Suchthilfe. Vor Allem aber habe ich Vertrauen in mich selbst. Ohne mich nämlich, ohne mein Handeln ändert sich gar nichts und einer Sammlung von Lügen würde nur eine weitere hinzu gefügt.
Es ist nicht schlimm nicht zu wissen, wie Abstinenz funktioniert. Wir können es aber, wie bereits tausendfach in anderen Bereichen des Lebens geschehen, lernen. Mir hat es sogar richtig Spaß gemacht und so ist immer noch.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #3 am: 01 Oktober 2021, 18:29:31 »
Zuerst vielen Dank für die netten und hilfreichen Antworten :)

An das Onlinebanking Kündigen habe ich auch bereits gedacht, ich denke das ist für den Anfang ein guter und wichtiger Schritt den ich umsetzten werde. Gerade weil es online so "bequem" ist. Wird man einmal schwach, dann nur Laptop aufklappen, Geld überweisen und direkt gehts los. Ich denke gerade jetzt am Anfang muss ich mir diese Möglichkeiten wegnehmen.
Den Sperrantrag werde ich auch einreichen. Vielen Dank dafür!

Meine Schulden werde ich selber abbezahlen. Ich möchte da nicht meine Familie mit reinziehen. Da ich nicht allzu schlecht verdiene, hoffe ich diese in wenigen Monaten abbauen zu können.
Das wichtigste ist einfach das kein Euro mehr für diesen Mist ausgegeben wird. Dann kann ich was die finanzielle Geschichte angeht in naher Zukunft doch relativ optimistisch sein.

Viel wichtiger ist aber, dass ich wirklich davon fern bleibe. Und das bereitet mir die meisten sorgen. Das vorhaben war ja schon oft da. Und wie verhalte ich mich, wenn ich es geschafft habe und es auf dem Konto wirklich wieder besser aussieht.

Ich denke ich werden den Schritt mit der Beratungsstelle gehen. In der Summe spiele ich schon sehr lange, das aus dem Kopf zu kriegen wird bestimmt nicht einfach und eine Weile dauern.

Wie lange hat bei euch denn die Entwöhnungsphase gedauert?

Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #4 am: 01 Oktober 2021, 21:27:02 »
Hallo Krauti,

Antrag ausfüllen, kein onlinebanking mehr,Schulden selber abbezahlen, Suchtberatung........das sind sehr viele wichtige Schritte,die du da machst. Find ich sehr gut ,das du das alles jetzt angehen möchtest. 

Meine Entwögnungsphase habe ich mit der Unterstützung eines Therapeuten mit einer Verhaltenstherapie gemacht. Wir haben lange Zeit am Auslöserproblem gearbeitet  und an der Spielsucht an sich. Jeder ist unterschiedlich schnell in sowas. Es gibt da kein richtig oder falsch. Es gibt nur das Tempo,mit dem du klar kommst. Ich bin während der Therapie auch mal einen Schritt zurückgegangen, ich musste das Bargeld mal reduzieren, weil die andere Summe mir noch etwas zu hoch war. Ich wurde Schrittweise wieder an Bargeld gewöhnt und an Kartenzahlungen.

Also setz dich nicht unter Druck, wer wie lange wofür gebraucht hat. Du wirst es fühlen, wann du zu was wieder bereit bist.

LG und einen schönen Abend

Wolke


*

Offline Olli

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Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #5 am: 01 Oktober 2021, 21:38:19 »
Hi!

Im Regelfall dauert es etwa ein dreiviertel Jahr bis Jahr. Manchmal geht es schneller, dann wieder etwas langsamer. Doch auf dem Weg dorthin wirst Du schon bald Erfolge verspüren und dann verfliegt die Zeit, wie im Fluge.
Du darfst Dich aber auch darauf gefasst machen, dass Dich noch nach Jahren der ein oder andere süchtige Gedanke verfolgen wird.
Damit wirst Du aber zu leben lernen und diese Gedanken vielleicht sogar belächeln.

Zitat
Ich denke ich werden den Schritt mit der Beratungsstelle gehen.

He, he ... Du denkst also ... :) ...
Halte Dir mit der Formulierung kein Hintertürchen offen - mache es garantiert. Schließlich hast Du es Dir ja bewiesen, dass es alleine nicht wirklich gerade funktioniert. Du hast doch nichts zu verlieren, wenn Du dort hin gehst. Eigentlich sind es doch für Dich fremde Menschen, die Du eventuell nie mehr wieder siehst.
Aber dort hast Du die Chance eine Beziehung und damit Vertrauen in die Leute aufzubauen, die ihrer Berufung gefolgt sind und nun einen Beruf in der Suchthilfe ausüben. Sie wollen uns helfen, wenn wir uns helfen lassen wollen.
Wenn Dich das Suchtteufelchen abhalten möchte, dann teile den Prozess in mehrer Schritte auf.
1. Anrufen und Termin machen. Kannst dem Suchtteufelchen ja sagen, dass das nichts zu bedeuten hat und Du gar nicht vor hast dorthin zu gehen.
2. An besagtem Tag ...
2.1 Die Jacke anziehen.
2.2 Den Schlüssel einpacken.
2.3 Die Wohnungstür hinter Dir schließen.
2.4. Mit einem Verkehrsmittel Deiner Wahl zur Beratungsstelle fahren.
2.5. Vor der Beratungsstelle einmal tief Luft holen.
2.6. Eintreten.
2.7. Dich an der Rezeption anmelden.
2.8. In den Wartebereich gehen.
2.9. Wenn Du aufgerufen wirst in das benannte Zimmer eintreten.
2.10 Dich auf die Couch legen ... ähm nein ... das ist nur ein Vorurteil ... :)

Bei jedem Schritt ist es vollkommen legitim das Suchtteufelchen zu täuschen. Es werden Dir viele Ausreden einfallen dafür.
Wichtig ist aber, dass Du Dein Ziel nicht aus dem Auge verlierst - Dein Wohlergehen!
Dafür lohnt es sich doch Ängste zu überwinden. Sie werden Dir dort sowieso genommen ... ganz schnell.
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #6 am: 01 Oktober 2021, 22:29:10 »
Hallo Krauti,

da Du ja Deine Spielschulden brav selber abbezahlen willst, ist das schon mal ein guter Ansatz, um von dieser vermaledeiten Sucht loszukommen. Vergegenwärtige Dir einfach, was Du Dir alles hättest davon leisten oder Gutes tun können, statt es der maltesischen oder sonstigen ansässigen illegalen Casino- und Wettmafia in den Rachen zu schmeißen ...

Baue Dir sowohl die Betreiber der Casinos und Wettbüros als auch unsere lasche und inkompetente Politik hinsichtlich fehlendem Spielerschutz ruhig als Feindbilder auf. Das hilft mir derzeit unter anderem auch beim Kampf gegen den Spieltrieb.
Selbstmitleid hilft hier nichts. Geh den Kampf gegen die Sucht und ihre Profiteure konstruktiv und mit aller Härte an.
Arbeite konsequent an Deiner Abstinenz und Genesung! Ich selbst habe jetzt nach über anderthalb Jahren kontinuierlicher Zockerei wieder 6 Wochen Abstinenz geschafft. Bin stolz drauf und genieße diese stressfreie und konstruktive Phase.

Wünsche Dir einen guten Start ins Wochenende und gute spielfreie 24h!

Hobiwan

Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #7 am: 07 Oktober 2021, 09:21:41 »
Oh man, leider habe ich gestern wieder viel Geld online verspielt... 

Onlinebanking habe ich bereits gekündigt und warte auf eine Antwort von der Bank und den Sperrantrag werde ich heute einscannen und per Mail abschicken...

Echt Wahnsinn das es gerade mal eine Woche gut geht, trotz des Willen davon wegzukommen.... :(

*

Offline Olli

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Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #8 am: 07 Oktober 2021, 10:17:27 »
Hi Krauti!

Zitat
Echt Wahnsinn das es gerade mal eine Woche gut geht, trotz des Willen davon wegzukommen....

Verabschiede Dich bitte von dem Vorurteil, dass Glücksspieler willensschwach sind. Genau das Gegenteil ist meistens der Fall.
Du benötigst gewichtige Gründe, die Dich vom Glücksspiel fern halten. Wenn die süchtigen Gedanken kommen, dann kannst Du sie ihnen entgegen stellen.
Hast Du da aber nichts, dann nutzt Du Deinen Willen eben zum Spielen.

Zitat
Ich denke ich werden den Schritt mit der Beratungsstelle gehen.

Wie vermutet, ist es also beim Denken geblieben.
Ich habe mich auch lange Zeit gewehrt gegen eine Therapie. In der Gruppenleiterschulung, an der ich teilgenommen habe, habe ich aber gemerkt, dass das gar nicht schlimm ist. Eingige Teilnehmer meinten nämlich, dass die Schulung besser war, als ihre Therapien vorab.
Es geht ja nicht darum Dir aufzuzeigen, wie Scheiße Du bist, sondern es geht darum für Dich neue Sichtweisen zu erfahren, die Dich weiter bringen können - die Dich zufriedener werden lassen.
Also schaue gleich mal in die Adressenliste auf der Hauptseite des FAGS. Dort kannst Du nach SHGs, Beratungsstellen und/oder Kliniken und Deinem Postleitzahlengebiet filtern.

Denke immer daran ... von Nichts kommt Nichts ... oder auch ... die Basis für Erfolg ist TUN!

Es ist gut so, dass Du wieder schreibst. Halte das mal bitte bei. Und wenn Du das nächste Mal in Versuchung geführt wirst, dann schreibe erst einmal hier.
Beschreibe was Dir durch den Kopf geht und wie Du Dich gerade fühlst. Das hilft Dir Dich wieder zu erden. Suchtdruck vergeht genau so schnell, wie er gekommen ist!
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #9 am: 08 Oktober 2021, 01:08:32 »
Onlinebanking habe ich bereits gekündigt und warte auf eine Antwort von der Bank

Ich weiss nicht bei welcher Bank du genau bist, aber im Normalfall sollte dir deine Bank beim Einloggen ins Online Banking Portal auch die Funktion "Online Banking sperren" ermöglichen. Damit sperrst du deinen generellen Zugang zum Konto über das Internet, sowie alle weiteren Möglichkeiten, "online zu bezahlen". Du kannst jedoch weiter mit der Karte bezahlen und auch Bargeld abheben. Für das Entsperren ist in der Regel der persönliche Kontakt zum Bankberater notwendig.

Alternativ reicht es aber auch, sich als Kontobenutzer online im Kundenportal die Berechtigung zur Zahlungs Authentifikation mittels z.B. dem TAN-Verfahren zu entziehen. Auch dies führt bei den mir bekannten Finanzinstituten dazu, das dies nur im persönlichen Gespräch mit dem zuständigen Berater rückgängig gemacht werden kann. Online Zahlungen sind dadurch unmöglich, der Online Zugang zum Konto bleibt aber vorhanden

Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #10 am: 09 Oktober 2021, 11:46:21 »
Hallo Krauti,
Ich bin auch neu hier.
Ich wollte dich fragen ob du schon vielleicht deine Familie eingeweiht hast?
Ich habe mich ewig davor gescheucht die OC Kontos sperren zu lassen.
Ich habe gedacht ich schaffe das alleine und lasse die Tür nur bisschen offen, vielleicht wenn alles sich verbessert hat, dann kann ich noch was zurückholen.
Nein, könnte ich nicht nur noch mehr verspielen, besser gesagt alles verspielen. Irgendwann war nur Trotzgefühle. Wenn schon 1000€ weg sind was zählt noch mal ein paar 100 €.
Wenn ich es so schreibe kann ich einfach nicht denken wie so denken konnte!
Es hilft alleine nichts, ohne Unterstützung wirst du auch alleine nicht schaffen.
Am besten holst du dir gleich Hilfe! Deine Eltern werden dich bestimmt unterstützen. Ich hätte aber auch lieber noch die komplette Kontrolle über meine Finanzen abgegeben aber dafür hatte ich leider keine.
Ich hoffe du schaffst es dich erstmal jemanden in deinem Umfeld zu öffnen.
Das sollte schon ein wenig Erleichterung verschaffen.
Bitte schreib wie es Dir geht! Mir geht es momentan sehr seht schlecht. Ich versuche mich aber bei jedem Strohhalm oben zu halten.
Liebe Grüße

Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #11 am: 13 Oktober 2021, 20:12:17 »
Hallo zusammen,

dann melde ich mich auch mal wieder. Sry für die späte Antwort.

Onlinebanking ist erfolgreich gesperrt. Ich habe jetzt immerhin einer Woche nicht mehr gespielt. Ich habe mir einen Plan erstellt, wie ich bis Jahresende meine Schulden abbezahlen möchte, ohne mich zuhause einzusperren. Den Sperrantrag habe ich auch abgeschickt.

Meine Familie unterstützt mich, gibt mir aber (auf meinen Wunsch hin) kein Geld.

Bei einer Beratungsstelle habe ich mich nicht gemeldet... das kostet nochmal Überwindung. Habe aber vor dies zutun.
Dauerhaft wird das Problem nicht gelöst, nur weil ich mir die Möglichkeit zum Spielen nehme, sondern auch dadurch das ich "nein" sagen kann, wenn ich mal die Möglichkeit zum spielen habe.

Bitte schreib wie es Dir geht! Mir geht es momentan sehr seht schlecht. Ich versuche mich aber bei jedem Strohhalm oben zu halten.

Nach einer Woche gehts mir eigentlich relativ gut und bin leicht optimistisch, da sich endlich mal etwas bewegt. Konto ist halt leer und kann die kommenden zwei Wochen nicht viel machen. Und mein Kredit belastet mich schon etwas... Hätte nie gedacht das ich mir mal zum zocken einen Kredit aufnehme... das fühlt sich einfach richtig scheiße an. Aber ich denke mir jetzt auch, dass auf lange Sicht ich lieber jetzt einmal richtig hinfalle und es "klick" macht, als immer wieder jeden Monat 500, 1000, 1500 oder mehr Euro zu verspielen.
Deswegen bin ich auch optimistisch was die Zukunft angeht.

Wie geht es dir denn? Hast du dir Hilfe geholt ? Oder jemanden aus dem Privaten Umfeld? Wie sehen deine Strohhalme denn aus, die dich oben halten?


Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #12 am: 17 Oktober 2021, 20:02:37 »
Hallo Krauti,
Mich halten momentan meine beiden Söhne, meine Mama und Schwester oben. Und habe eine sehr gute Freundin. Aber ohne das ich  von meinen Mann unterstützt werde, ist es sehr schwer.
Momentan weiß ich einfach nicht weiter..
Online Banking sperre hört sich sehr gut an, kann ich leider nicht machen sonst kann ich meine Kredite nicht zahlen und das Geld hin und her switchen.
Ich wünsche Dir viel Kraft!

Liebe Grüße

Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #13 am: 18 Oktober 2021, 05:27:00 »
Hallo Kicsimokus,

du könntest auch Daueraufträge einrichten, um Geld vom einen aufs andere Konto zu überweisen.  Die Kreditraten ändern sich ja nicht. Du könntest auch deine Freundin bitten,das Onlinebanking für dich zu übernehmen. 
Hast du den OASIS Sperrantrag schon ausgefüllt und weggeschickt? Hast du Sperrsoftware auf Handy ,Laptop und PC draufgemacht,z. B. GAMBAN?


Hallo Krauti,

du hast schon viel in die Wege geleitet, sehr schön.
Ja ,es kostet erst Überwindung sich bei einer Beratungsstelle,einer SHG oder einem Therapeuten zu melden,aber alle sind sehr lieb und nett und helfen einem und nehmen einem die Nervosität.  Das sind Profis ,sie kennen diese Krankheit sehr gut und sie wissen,was zu tun ist.. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Mit ihnen zusammen arbeitet man an sich selber. Das eigene Verhalten, die Gedanken müssen sich wieder verändern und ich habe das nur mit professioneller Hilfe geschafft. Therapeut,SHG,Freunde,Forum.......in dieser Reihenfolge hat die Hilfe gewirkt. Ca  3 Jahre Therapie, 2 Jahre Gruppe......und ich kann mich bei beiden sofort wieder melden,wenn was sein sollte ....

LG Wolke

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Offline Olli

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Re: Ich brauche Hilfe
« Antwort #14 am: 18 Oktober 2021, 06:26:51 »
Guten Morgen!

Zitat
Aber ohne das ich  von meinen Mann unterstützt werde, ist es sehr schwer.

Nein, stelle Dich nicht als Opfer dar! Dein Mann unterstützt Dich sehr wohl! Du bist diejenige, die nicht reden will und nicht auf ihn zugeht. Ich kann Dir nur noch einmal anbieten, gemeinsam mit Euch zu sprechen. Ich bin dann der Puffer, der potentielle gegenseitige Vorwürfe abfedert. Wenn Du ihn nicht ansprechen magst dafür, dann schreibe ein kleine Notiz an ihn. Du schaffst das schon.

Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

 

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