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Neverending Story

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Neverending Story
« am: 27 Oktober 2021, 17:26:14 »
Hallo Zusammen,

ich muss mir heute eingestehen, dass ich spielsüchtig bin.
Angefangen hat alles vor ein paar Jahren. Ich wurde durch meinen Freund angefixt und war euphorisiert von den schnellen Gewinnen, die man in OCs machen kann.
Zwischendurch hatte ich immer mal Monate, in denen ich nicht ans spielen gedacht habe, aber wenn ich dann einmal anfange, dann richtig.
Mittlerweile bin ich 31 und habe bestimmt schon 10k durchs Spielen verloren. Zuletzt gute 2,5k in den letzten 7 Tagen. Heute morgen hatte ich noch 1,9k Guthaben, die ich mir auszahlen lassen wollte. Aber ich konnte einfach nicht aufhören zu spielen. Ich war neben mir, hab einfach immer weiter gemacht und schließlich noch 500 EUR nachgeschossen, weil ich dachte, es kommt wieder... der Klassiker...

Jetzt habe ich noch etwa 2,5k und habe Angst, dass ich noch mehr einzahle. Selbstausschluss habe ich gemacht, aber es gibt so viele OCs... Einzahlungsdienstleister habe ich gesperrt, aber auch hier habe ich die Möglichkeit einfach ein neues Konto zu öffnen und weiter zu machen... Ich ärgere mich und ich schäme mich und ich fühle mich so unsagbar dumm. Im Nachgang denke ich mir, wie konntest du nur so dumm sein, aber im Geschehen fühle ich mich wie verhext.
Ich habe schon vorher im Forum eure Erfahrungen gelesen. Unfassbar, wie viele Menschen von dieser Sucht durch alle Bevölkerungsschichten hindurch betroffen sind.
Für mich persönlich ist es am schwierigsten, dass es mir so einfach gemacht wird. Das Geld ist immer schnell eingezahlt, aber sobald es an die Auszahlung geht muss man sich umfassend verifizieren und es dauert so lange, dass die Versuchung die Auszahlung zu stoppen ständig um einen kreist. Ich weiß, es ist nicht der Kern meines Problems, aber diese Kritik muss ich mal loswerden, auch wenn es mir nicht hilft.

Jetzt sitze ich hier und eigentlich geht es mir finanziell gut, aber der Verlust ärgert mich und ich denke daran, dass auf meinem Konto eigtl. 2,5k mehr drauf sein müssten. Obendrein ist es nicht nur das Spielen. In den Phasen vernachlässige ich einfach alles, und rauche wie ein Schlot.
Nicht hilfreich ist, dass mein Freund auch stark Spielabhängig ist und wir Gefahr laufen uns gegenseitig anzufixen, deswegen rede ich nicht mit ihm darüber.
Das ist alles extrem viel Geld für nichts. Keine Ahnung, warum ich aus den 1,9k mehr machen wollte, wenn das doch schon so viel ist.
Keine Ahnung, warum ich überhaupt spiele. Ich freue mich, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ich glaube kaum jemand, der nicht selber mal in diesem Rausch gefangen war, kann wirklich verstehen, was da in einem vorgeht.

Was mache ich jetzt nur? Was macht ihr, um dem Spieldruck zu entfliehen?

Re: Neverending Story
« Antwort #1 am: 27 Oktober 2021, 17:56:44 »
Hallo LadyLost,

den ersten kleinen Schritt hast du mit deiner Anmeldung schon getan. Viele weitere sollten zeitnah folgen, um eine gewünschte Abstinenz erreichen zu können. Dazu  gehört, alle Möglichkeiten zur Selbstsperre in Anspruch zu nehmen. Und selbstverständlich im weiteren die Inanspruchnahme von professioneller Hilfe. Das Gespräch mit deinem Partner wirst du aus meiner Sicht aber suchen müssen. Er ist Teil des Problems.
Klar wollen wir gewinnen, aber in erster Linie wollen wir spielen. Deshalb wird selbst ein größerer Gewinn früher oder später wieder verspielt sein. Das Casino will auch gewinnen und bestimmt darüber hinaus die Regeln. Nimm deinen Ärger über die Verhaltensweisen der Casinobetreiber zum Anlass, ihnen fortan kein sauer erarbeitetes Geld in den Rachen zu werfen.
Ich wünsche dir und deinem Partner einen baldigen Absprung von diesem galoppierenden Seelenfresser.
Viel Kraft und alles Gute dafür!!!

Wolfgang
"Nur wer weiß, woher er kommt, weiß, wohin er geht"
(Theodor Heuss)

Re: Neverending Story
« Antwort #2 am: 27 Oktober 2021, 20:19:09 »
Vielen Dank für deine Antwort.
Du hast Recht, ich muss mit meinem Partner sprechen. Ich fühle mich jetzt noch nicht bereit, ich brauche ein paar Tage, um klar zu kommen. Mit professioneller Hilfe meinst du sicherlich eine Therapie oder SHG.
Aktuell möchte ich mich dahingehend nicht irgendwo anmelden, aus Scham mein Gesicht in meinem Familien- und Bekanntenkreis zu verlieren... Allein mit meinen Partner zu sprechen wird schon sehr schwer werden.
Ich lese sehr gerne hier im Forum und bin dankbar für jede Erfahrung, die hier geteilt wird. Das macht Mut und es schreckt ab.

*

Offline Olli

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Re: Neverending Story
« Antwort #3 am: 27 Oktober 2021, 21:08:38 »
Hi und willkommen!

Zitat
Aktuell möchte ich mich dahingehend nicht irgendwo anmelden, aus Scham mein Gesicht in meinem Familien- und Bekanntenkreis zu verlieren...

Also ist alles nicht so schlimm, nicht wahr? Lieber still leiden, sich selbst bemitleiden ... weiter spielen ... Hauptsache, dass niemand etwas erfährt ...

Vielleicht gehst Du ja erst nächstes Jahr zur Suchtberatung ... hat ja alles noch Zeit ... oder nicht?
Da sind andere viel schlimmer dran als Du! Da kommst Du bestimmt nie hin! Alleine das Wissen schreckt Dich schon ab ...

Meine Liebe ... merkst Du, wer da aus Dir spricht?

Erzähle doch mal was zur Vorgeschichte ...
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Neverending Story
« Antwort #4 am: 27 Oktober 2021, 22:44:39 »
Vielen Dank für deine provokanten Anmerkungen. Es ist dieser Austausch mit Gleichgesinnten, von dem ich mir Hoffnung auf Rehabilitation erwarte. Das könnte ich mit meiner Familie und Freunden nie teilen. Leider habe ich Probleme enge zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen. Mein Bekanntenkreis ist eher oberflächlicher Natur und zu meiner Familie habe ich nur einen ebenso oberflächlichen Bezug. Es wurde nie über Probleme geredet und wenn, dann dienten diese nur als Tratschbasis. Mein Partner ist der einzige, mit dem ich über sowas reden kann. Da er wie gesagt, selbst sehr spielanfällig ist, will ich ihn nicht triggern mit dem Thema.
Ich war vor 10 Jahren wegen einer Essstörungen in ambulanter wie auch stationärer Therapie. Erst zwei Jahre nach der Therapie habe ich meine Essstörung in den Griff bekommen. Die Therapie hat mir damals nicht geholfen. Ich wohne sehr ländlich gelegen, therapeutische Einrichtungen gibt es nur weiter entfernt.

Meine Spielvorgeschichte fing 2014 an. Mein Freund hat mir gezeigt, wie viel er damals in einem OC gewonnen hatte und ich war angefixt. Wir haben uns gegenseitig immer mehr getriggert und haben tagelang nur gespielt. Irgendwann war der Verlust aber zu hoch und wir haben uns beide gesperrt. Dann hat jeder für sich immer Mal wieder eingezahlt und gespielt, teils von dem anderen geduldet, weil keiner von uns besser war, teils heimlich.

Da es mir sehr wichtig ist nach aussen alles laufen zu lassen, habe ich immer darauf geachtet, dass alle Rechnungen bezahlt werden. Ich hatte noch nie eine Rücklastschrift auf meinem Konto. Leider habe ich aber auch kein Geld gespart.

Seit damals war ich nicht ein Jahr spielfrei, habe zwar Mal ein paar Monate Pause gemacht, aber dann doch wieder eingezahlt. Allerdings maximal 300€.

Ich bin finanziell nicht in die Ecke gedrängt, aber psychisch macht mich die Sucht nach Gewinnen fertig. Der Kontrollverlust der letzten Tage darf sich nicht wiederholen. Ich will nicht noch 10 Jahre unnütz Geld verschwenden und imaginären Gewinnen hinterher laufen.

Ich bin nicht so schlimm dran wie andere, das mag sein..Aber ich bin nur eine Entscheidung davon entfernt, dorthin zu kommen. Das möchte ich verhindern.

Das Wissen schreckt mich auch nicht ab, im Spielrausch ist mir alles egal.

Ich habe aktuell den festen Glauben,.dass ich alleine und ohne Therapie mir daraus helfen kann. Ist das so verwerflich?

Ich möchte mir diesen Stempel nicht vor meiner Familie geben,.denn ich werde ihn nie wieder los.

Ich habe deine Beiträge gelesen. Von innerer und äußerlicher Aufrichtigkeit. Diese Aussendarstellung ist so tief in mir verankert, dass ich nicht über diesen Schatten springen kann.






Re: Neverending Story
« Antwort #5 am: 28 Oktober 2021, 07:54:12 »
Liebe Ladylost,

wenngleich ich bisher lediglich stiller Mitleser war, habe ich mich heute extra angemeldet, um ein paar Sätze zu Deiner Situation loszuwerden.

Ich habe - so wie Du es ja auch beschreibst - viele Jahre gespielt. Teilweise wusste mal jemand davon, aber vornehmlich geschah das heimlich. Ich habe über die Jahre unheimlich viel Geld verpulvert, über 100k. Und auch wenn es mir finanziell nicht so gut ging, ist es mir doch immer gelungen, nach außen hin alles laufen zu lassen. Ich konnte sämtliche Verbindlichkeiten bedienen, habe nie eine Rücklastschrift o. ä. verursacht.

Ich hatte spielfreie Phasen, habe dann nach ein paar Monaten wieder angefangen und nach einigen Gewinnen natürlich - wie sollte es anders sein - wieder alles verloren und neue Schulden gemacht. Ich verdiene sehr viel, weswegen ich auch immer dachte, dass ich das schon alleine und erst recht ohne professionelle Hilfe schaffen werde. Schließlich gehe es mir ja nicht so schlecht wie anderen und ich sei ja kein Junkie, sagte ich mir immer.

Aber weißt Du, was ich damit getan habe? Genau, ich habe mich selbst belogen, um meine Sucht nicht aufgeben zu müssen. Das ist wie eine Art Schutzmechanismus der Krankheit, die Dich daran hindert, Dich ernsthaft mit dem Problem auseinanderzusetzen. Das musst Du aber meines Erachtens, damit es Dir nicht in ein paar Jahren so geht wie mir. Mittlerweile bin ich abstinent, habe eine Beratungsstelle aufgesucht und mich in psychotherapeutische Behandlung begeben.

Meine Frau hat zunächst unser Kontomanagement (mein eigenes Konto eingeschlossen) übernommen und ich fühle mich befreit von der großen Last der Heimlichkeit und dem ständigen Streben nach einem großen Gewinn, den es nie geben wird. Und selbst wenn es ihn mal gibt, verspielt man ihn wieder. Auch das ist Teil der Krankheit. Und übrigens hätte ich nie gedacht, dass meine Frau diesen schwierigen Weg mit mir geht, ohne mich zu verurteilen oder mir einen Stempel aufzudrücken.

Ich möchte DIch einfach ermutigen, Dich der Sache - auch unter Inanspruchnahme professioneller Unterstützung - ernsthaft anzunehmen. Noch bist Du in einer Situation, auch finanziell, aus der Du in nicht allzu langer Zeit herausgelangen kannst. Mit der Zeit wird der Weg immer steiniger und hindernisreicher.

Pack es bitte an, jetzt!


Re: Neverending Story
« Antwort #6 am: 28 Oktober 2021, 14:56:43 »
Vielen Dank, dass du mir geantwortet hast und das als eigentlich stiller Mitleser.
Ich war eigentlich immer die Vernünftige in unserer Beziehung. Seit ich meinen Freund kenne, hatte er immer Schulden und eine negative Schufa. Ich habe seine Konten übernommen und ihm geholfen seine Schulden zu bezahlen. Ab nächster Woche wird er nach 17 Jahren keine negative Schufa mehr haben. Ein riesiger, unglaublicher Erfolg! Und dann komm ich. Ich möchte ihn nicht damit belasten, zumindest jetzt noch nicht.
Ich bin jetzt noch in einer komfortablen Position, zumindest was das finanzielle betrifft.
Ich nehme mein Problem ernst. Ich lese hier viele Beiträge von Menschen, die keinen finanziellen Ausweg mehr sehen. Das könnte auch ich sein, wenn ich jetzt nichts unternehme. Es fällt mir aber einfach so unglaublich schwer mich mitzuteilen. Ich habe einfach kein Vertrauen. Hier im Schutz der Anonymität geht es.
Um was geht es in einer Therapie? Darum mit dem Spielen aufzuhören? Oder herauszufinden, warum man es tut?

« Letzte Änderung: 28 Oktober 2021, 15:04:04 von LadyLost »

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Offline Olli

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Re: Neverending Story
« Antwort #7 am: 28 Oktober 2021, 18:16:00 »
Hallöchen!

Zitat
Ich war vor 10 Jahren wegen einer Essstörungen in ambulanter wie auch stationärer Therapie.

Zitat
Um was geht es in einer Therapie? Darum mit dem Spielen aufzuhören? Oder herauszufinden, warum man es tut?

Wenn Du doch schon mal ambulant und stationär in einer Therapie warst, erübrigt sich dann Deine Frage nicht?
Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Neverending Story
« Antwort #8 am: 28 Oktober 2021, 18:41:48 »
Es kann als erste Stufe ja auch erst einmal eine Beratungsstelle sein, die Dir dabei hilft, offen über Dein Problem sprechen zu können. Eine Selbsthilfegruppe kann das gut ergänzen. Dort triffst Du auf Menschen, die Dich verstehen, weil sie es selbst alle durch haben…

Eine Therapie ist meines Erachtens primär dafür zuständig, die Gründe für die Sucht zu erhellen und in der Folge für Strategien zu sorgen, dass kein Rückfall geschieht bzw. man mit entsprechenden Gedanken dazu gut umgehen kann.

Re: Neverending Story
« Antwort #9 am: 28 Oktober 2021, 19:03:58 »
Lieber Olli, meine Therapie war damals wie ein Stundenplan aufgebaut. Es ging vornehmlich um die eigene Körperwahrnehmung und das Essverhalten. Neben autogenem Training hatte ich Malstunden, Werken, therapeutisches Reiten, Tanzen und natürlich auch Gruppengespräche und Einzelgespräche. Die haben mir leider nichts gebracht. Auch bei den Gesprächen danach ging es hauptsächlich darum, ob ich wieder normal essen usw.. insgesamt hätte ich mir das lieber erspart.
Wenn du mir keine Antwort geben möchtest,ist das in Ordnung. Aber ich Frage nicht aus Langeweile heraus und habe auch keine Lust mich für meine Fragen zu rechtfertigen. Vielleicht hätte ich sie spezifischer stellen sollen.

Lieber hiddenaddiction, vielleicht finde ich mit zunehmender Beschäftigung mit meiner ersten Einsicht den Mut dazu... War es für dich auch der schwerste Schritt?

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Offline Olli

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Re: Neverending Story
« Antwort #10 am: 28 Oktober 2021, 19:23:00 »
Hallo meine Liebe!

Du weisst also, worauf es in der Therapie ankommt. Du brauchst es nur auf die Glücksspielsucht zu übertragen.

Wenn Du allerdings an solch eine Therapie so distanziert heran gehst, wie wohl damals, dann kannst Du sie Dir jetzt tatsächlich sparen. Daher auch meine "provokanten" Ansätze da oben. Ich meine das aber gar nicht böse. Es geht hier um die innere Haltung.
Ich selbst habe das ja damals in meiner SHG selbst erlebt. Da wusste ich bei meinen ersten Versuchen oft gar nicht, von was da gesprochen worden ist. Hätte mich auch in eine Jurte setzen können irgendwo in der Tundra.
Als ich jedoch 6 Jahre später wieder dort in die SHG ging, da hatte sich meine innere Einstellung geändert und schon war das da keine Fremdsprache mehr für mich.

Vielleicht warst Du selbst ja damals das "Problem"? Und vielleicht hast Du Dich bis heute ja auch weiter entwickelt?
Das findest Du nicht heraus, wenn Du solche Hilfsangebote von vorneherein für Dich ausschließt.

Gute 24 h
Olaf

(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Re: Neverending Story
« Antwort #11 am: 29 Oktober 2021, 06:14:27 »
Lieber hiddenaddiction, vielleicht finde ich mit zunehmender Beschäftigung mit meiner ersten Einsicht den Mut dazu... War es für dich auch der schwerste Schritt?

Als ich an Deiner Stelle war, wäre das für mich ein unvorstellbarer Schritt gewesen. Beratung, Therapie, etwa für mich? Nein, auf gar keinen Fall. Ich stehe mitten im Leben, mir geht es finanziell eigentlich sehr gut und ich habe mich dadurch - im Vergleich zu anderen Spielern - für etwas Besseres gehalten. Das war ein großer Fehler, denn im Ergebnis leiden wir alle an der gleichen Krankheit.

Nachdem es bei mir eher zufällig rausgekommen ist, habe ich gemerkt, wie sich auf einmal meine innere Haltung geändert hatte. Hier stimme ich Olli zu, denn das ist der Schlüssel zum Erfolg. Ich war auf einmal bereit zu akzeptieren, dass ich krank bin und es überhaupt nicht schlimm ist, sich hier Hilfe zu suchen. Eine Herz.OP führe ich schließlich auch nicht alleine im Wohnzimmer durch :). Der Reiz, aber auch die Last der Heimlichkeit, waren auf einmal weg und ich hatte auch gar keinen Druck mehr, Gewinne erzielen zu müssen, da die Katze endlich aus dem Sack war.

Dann habe ich hier ein bisschen gelesen und mich bzw. meine Geschichte in so vielen Beiträgen wiedererkannt. Und dann habe ich mich noch mehr geärgert, dass ich vor ein paar Jahren, als ich noch deutlich weniger Schulden hatte, der Meinung war, dass ich das alleine schaffen werde.

Re: Neverending Story
« Antwort #12 am: 29 Oktober 2021, 21:16:38 »
Hallo  Ladylost,

Zitat
Mit professioneller Hilfe meinst du sicherlich eine Therapie oder SHG.
Aktuell möchte ich mich dahingehend nicht irgendwo anmelden, aus Scham mein Gesicht in meinem Familien- und Bekanntenkreis zu verlieren..

Wenn du in eine SHG gehst ,zu einem Therapeuten, eine stationäre oder ambulante Therapie machst,wird das niemand erfahren.  Alle haben Schweigepflicht. 

Termine in der SHG und beim  Therapeut finden nach der Arbeit statt. Für eine stationäre Therapie würdest du krankgeschrieben und niemand wüsste warum. Kannst deiner Familie sagen,du fährst in Kur....

Wie man den Suchtdruck loswerden kann? In dem du als erstes das eigentliche Problem angeht,was das Spielen ausgelöst hat. In 99,7% gibt ein tiefersitzendes Problem,einen Auslöser.  Könntest du dir vorstellen, was es bei dir sein könnte?

Suchtdruck kann man abschwächen, in dem man Skills anwendet. Es gibt ein paar dutzend davon,du musst für dich rauschenden,welche zu dir passen.

Bei mir waren es z. B.  eiskalte Bäder,Chili essen,Treppe rauf und runter rennen.......

Bau dir viele Hürden ein....wenn eine nicht greift,du sie umgehst,wäre es gut ,wenn da noch ein paar wären.  OASIS Sperrvertrag, Gamban für PC,Handy, Laptop,kein onlinebanking mehr,......diese Sachen wären schon mal ein Anfang.

LG Wolke


 

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