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Wo seht Ihr den Unterschied bei nicht spielen/spielfrei oder abstinent?

Begonnen von Olli, 03 August 2026, 17:34:03

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Hi!

Wo seht Ihr den Unterschied bei "nicht spielen"/"spielfrei" oder "abstinent"?

Ich merke, dass immer wieder dieses "nicht spielen" benutzt wird. Dabei gibt es aber doch auch positive Umschreibungen desselben Zustands/Verhaltens.

Hat das vielleicht einen Grund? Was denkt Ihr?
Gute 24 h
Olaf


(Da ich kein Jurist bin, darf ich auch keine Rechtsberatung machen oder Handlungsanweisungen geben.
Ich gebe hier lediglich unverbindlich meine Meinung und Erfahrungen wieder.)

Hi !
Ich neige auch zu diesen negativen Formulierungen a la :
Heute hab ich schon x Tage nicht gespielt.
Ich will nicht mehr spielen .
usw

Vor allem bei meinen ersten Einträgen hier im Forum fällt mir das auf , aber auch im Alltag , bei Themen ausserhalb der Spielsucht .

Wenn ich darüber nachdenke, klingt "nicht spielen" für mich eher nach Verzicht. Der Fokus liegt auf dem, was ich nicht mehr darf.

"Abstinent" oder "spielfrei" fühlen sich dagegen ganz anders an. Da denke ich weniger an Verzicht, sondern eher an Freiheit.

Vielleicht spiegelt unsere Wortwahl auch ein Stück weit wider, wo wir innerlich gerade stehen.
Für mich haben sich die ersten spielfreien Tage nicht gut angefühlt . Sie fühlten sich nicht spielfrei , sondern ganz klar nach "nicht spielen" an .

Am Anfang meiner Abstinenz war mein Denken oft: "Ich darf nie wieder spielen." Das hat sich schwer angefühlt.

Wenn ich sage: "Ich bin spielfrei", dann steckt darin für mich viel mehr als nur kein Glücksspiel. Da gehören Ehrlichkeit, Selbstbestimmung, Ruhe, Freiheit und neue Lebensqualität dazu.

Vielleicht macht genau das den Unterschied aus:
"Nicht spielen" beschreibt ein Verhalten.
"Spielfrei" beschreibt ein Leben.

"Nicht spielen" richtet den Blick zurück auf das Glücksspiel.
"Spielfrei" richtet den Blick nach vorne auf das Leben.


Ich denke, dass Worte viel mehr Macht haben, als wir im Alltag merken. Gerade in der Sucht begleiten uns innere Sätze ja oft jahrelang. Manche ziehen uns herunter – andere können uns aufrichten.
Da können  positive Formulierungen bestimmt sinnvoll sein .

Ausserdem ist es so , dass unser Gehirn keine Verneinungen verarbeitet .
Wie war das noch gleich ?

Denk nicht an den rosa Elefanten .

Zack , denken wir daran.




Wer immer tut, was er schon kann ,
 bleibt immer das, was er schon ist .

Abstinent ist wer willentlich enthaltsam war. Spielfrei kann man hingegen auch aus anderen Gründen sein, weil man abgelenkt oder zu müde war, keine Gelegenheit hatte, einer anderen Sucht frönte etc.

Vielleicht sollte man den Begriff der Positiven Abstinenz einführen. Man hat dann eben nicht gespielt, weil man etwas Besseres zu tun hatte, quasi einen neuen Sinn gefunden, sich also umorientiert hat.

Ich verbinde mit Abstinenz Anstrengung, Verzicht. Fühlt sich für mich nicht gut an.

Und Nicht-Spielen ist bei mir eine aktive, bewusste Entscheidung. Es erfolgt aus Freiheit und gibt Freiheit.


Gestern war ich am Vormittag und am Abend jeweils in einer Online - Selbsthilfegruppe. Am Vormittag  habe ich mich gefreutm weil zwei Teilnehmende vor mir spielfrei geworden sind, mit einem pflege ich eine langjährige Freundschaft. Die Reflektionen, was - und in welcher Form ich noch spiele, ist ein Thema für mich, die Selbsthilfe aufzusuchen.
Manchmal fühle ich mich wie der Intendant eines Theathers, , wie der Theaterdirektot, der Regisseur, der Skriptschweiber natürlich, der Bühnenbildner, der Beleuchter, und allerdings auch, der schärfste Theaterkritiker. Also, wenn alles Menschen genau so handeln und tun, wie ich das will, dann muß es ja ein gutes Stück werden! Äahhh, - klappt nicht, das braucht ein neues Skript.
Als ich Ende August 1989 in die Selbsthilgegruppe gefunden wurde, bekam ich ein Blatt Papier in die Hand. Darauf stand u.S.

Du darfst frei sein und Leben

Das war mein folgedessen das Thema des Abends. Und Heute Morgen habe ich im Bad, unter der Dusche, über einen Satz nachdedacht, der mir einen sicheren Standpunkt geben kann, vielleicht verwende ich die Kürzel als Masterpasswort für meine Onlineangelegenheiten.

Nur für Heute bin ich frei vom selbstzerstöreischen Glücksspiel

Andreas
Demut ist die anhaltende Ruhe im Herzen

Hallo

Also nicht spielen mach ich jetzt gerade, spielfrei bin ich seid 39 Tagen und Abstinenz bin ich über einen längeren Zeitraum zb. einem Jahr.

Lg Mutze
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

Ohne eine direkte zeitliche Wertung abgeben zu wollen/können finde und fühle ich mich im Moment abstinent.
Das hat damit zu tun weil ich völlig den Stress von mir genommen habe ständig darüber nachzudenken oder mich ablenken zu müssen um keine Gedanken mehr ans spielen zu verschwenden. Dieser Ast ist tot.

Spielfrei hingegen war ich schon zig mal aus den unterschiedlichsten Gründen.
Meist wegen keinem Geld oder nur halb ernst gemeinte Schwüre die zu diesen Zeitpunkten nicht haltbar waren.
Da ich kein Anwalt bin spiegeln meine Posts lediglich meine eigene Meinung wieder.

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